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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

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I 



Verhandlungen 



der kaiserlich-kÖTiiglichen 



zoologisch-botanischeif'^EIÄRal 



_.. 7ERIMENV 

m Wien. 



Herausgegeben Yon der Oesellschaft. 

Jalirgang^ ISS 4. 

XXXIV. Band. — I. Halbjahr 

(Versammlung am 2. Jänner, 6. Februar, 5. März, 2. April, 7. Mai.) 
Mit 5 Tafein (Taf. I— V) und 2 Holzsclinltten. 

Ausgegeben Ende August 1884. 



Wien, 1884. 

Im Iniande besorgt durch A. Hölder, k. k. Hof- nnd Universitäts - ßnchhändler. 
Ffir das Änsiand in Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 



Druck von Adolf Holzhausen, 

k. k. Hof- und Üniversitäts-Bnchdracker in Wien, 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXXIV. Sitz.-Ber. 



A 



\ 



I 



Versammlung am 2. Jänner 1884. 



Vorsitzender: Herr Dr. Franz Low. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herr p t. Herren 

Engelhardt Victor, Techniker. Wien . . H. Braun, E. Witting. 
Pickl Josef, k. k. Oberwardein und Vorstand 

des k. k. Filial-PuQzirungsamtes. Wien. M. F. Müllner, A. Heimerl. 



Neu eingegangener Schriftentausch : 
Natura, maandschrift voor Natur wetenschappen, Gent. 



Eingesendete Gegenstände: 

60 Phanerogamen für Schulen von Herrn H. Braun. 
100 Orthopteren von Herrn L. Gangibauer. 
160 Rhynchoten von Herrn P. Low. 

Eine Partie Krebse und Mollusken aas der Adria von Herrn Baron 
Liechtenstern. 

60 Lepidopteren von Herrn A. Metzger. 
2 Centurien Phanerogamen von Herrn Rauscher. 



Assistent A. Heimerl demonstrirte zwei für Oesterreich 
neue Pflanzen, Cirsium Kornhuheri (pannonica >< rividare) von 
Niederösterreich und Coronilla Emerns L. var. austriaca von 
Dalmatien und Istrien. (Siehe Abhandlungen, Seite 95.) 



A* 



4 



Versammlung am 6. Februar 1884. 



Herr Custos v. P e 1 z e 1 n machte die Mittheilung-, dass der 
Mauerläufer (Tichodroma miiraria) bei Kalksburg und Falco Feldeggi 
bei Spalato in Dalmatien beobachtet worden sei. 



Secretär Dr. G. Beck erläuterte die Resultate, welche er 
bei der Bearbeitung der Flora des Gebietes von Hernstein und 
Umgebung in der Abgrenzung der Pflanzenregionen des Schnee- 
berggebietes gewonnen. 

Secretär Custos A. Rogenhofe r legte unter gleichzeitiger 
Besprechung ihres Inhaltes folgende Arbeiten vor : 

E. Reitter: Bestimmungstabellen der europäischen Coleo- 
pteren X. Nachtrag zu den Clavigeridaey Psela-phidae^ Scydmaenidae. 
(Siehe AbhandlungeUj Seite 61.) 

F. F. Kohl: Die Gattungen der Pompiliden. (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 33.) 



Versammlung am 6, Februar 1884. 

Vorsitzender: Herr Custos August v. Pelzein. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
^- H^^'i" P. T. Herren 

Berg Dr. E., Hofrath in Petersburg . . . Prof. Dr. H. Reichardt, Custos 

A. Rogenhofer. 

H and 1 Irsch Antou, Pharmaceut. Wien . . J. Kaufmann, A. Handlirsch. 
Krasser F. E. Wien, Neustiftgasse 38 . . K. Eggerth, R. v. Wettstein. 

Natterer Ludwig. Wien Dr. A. Burgerstein, L. Gangibauer. 

Palacky Dr. Johanu, Privatdocent au der 

k. k. böhmischen Universität Prag . . Dr. H. W. Reichardt, Dr. G. Beck. 
Pechlaner Ernst, Lehramtscandidat. Wien. H. Braun, A. Heimerl. 



August V. Pelaeln. 



5 



Eingesendete Gegenstände : 

4 Centurieu Pflanzen für Schulen von Herrn M. Müllner. 
222 Rosenarten von Herrn H. Braun. 
60 Phanerogameu für Schulen von Herrn C. Au st. 



Secretär Dr. G. Beck sprach über eine neue im Vereine 
mit Herrn J. B r e i d 1 e r aufgestellte Moosgattung der Seligeriaceen, 
Trochohrtjmn (siehe Abhandlungen^ Seite 105); worauf derselbe eine 
von Herrn Dr. A. Zahlbruckner ausgeführte Arbeit, betitelt: 
„Neue Beiträge zur Kenntniss der Lenticellen", vorlegte. (Siehe 
Abhandlungen, Seite 107.) 

Secretär Custos A. Rogenhofer besprach unter gleich- 
zeitiger Vorlage Osten-Sacken's Berichtigungen und Nach- 
träge zu C. Rondani's entomologischen Schriften, deren erstes 
Verzeichniss im XXXI. Bande der Gesellschaftsschriften enthalten 
ist. (Siehe Abhandlungen, Seite 117.) 

Der Herr Vorsitzende A. v. Pelz ein erwähnte des Ab- 
lebens der Mitglieder Herrn Le Conte in Philadelphia und 
Dr. Hermann Schlegel, Directors des Reichs-Museums in Ley den. 
Letzterem widmete er warme Worte der Erinnerung und gedachte 
namentlich des Aufenthaltes Schlegel 's in den Jahren 1824 und 
1825 am Wiener Museum, von wo aus derselbe durch Tem- 
mink nach Ley den berufen wurde. 



Ferner bringt der Secretär A. Rogenhofer nachfolgenden 
Beschluss des Ausschusses zur Kenntniss : Im Laufe des Sommers 
erscheint das „Personen-, Ort- und Sach-Register" der dritten zehn- 
jährigen Reihe (1871 — 1880) der Verhandlungen derk. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft, zusammengestellt von A. Wimm er. 
Die P. T. Mitglieder, die es wünschen und welche dasselbe zum 
Kostenpreise erhalten, sind gebeten, das Secretariat baldigst 
davon in Kenntniss zu setzen. 



6 



Versammluug am 5. März 1884. 



Versammlung am 5. März 1884. 

Vorsitzender: Herr Präsident-Stellvertreter Anton Preih. 
Pelikan v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P- Herr % ^ 

Geitl er Leopold, k. k. Lieutenant im 11. Art.- 

Reg. Wien, III Dr.E.v.Chimani, A.F.Rogenhofer. 

Km et Andreas, Hochw., röm.-kath. Pfarrer in 

Prenßow bei Schemnitz H. Braun, Dr. F. Ostermeyer. 

Kränke Dr. J., k. k, Stabsarzt. Wien, III., 

Rennweg 37 Dr.E.v.Chimani, A.F.Rogenhofer. 

Späth Franz, I., Freiung 6 L. Gangibauer, L. Natterer. 

Werner Wilh., Lehrer in Purk, N.-Oe. . . P. L. Hacker, B. Kissling. 

Eingesendete Gegenstände : 

3V2 Centurien Phanerogamen für Schulen von Herrn Dr. Ostermeyer. 
484 Coleopteren von Herrn Baron A. Pelikan v. Plauenwald. 

1 Centurie Lepidopteren von Herrn Heinrich Ritter v. Mitis. 

1 „ Hymen opteren von Herrn A. F. Rogenhofer. 



Herr Gustos v. P e 1 z e 1 n besprach das der Gesellschaft vom 
Autor überreichte Werk: Die Vögel des Furtteiches in Ober- 
steiermark und seiner Umgegend von P. Blasius Hanf. 

Hierauf erwähnte derselbe eine von Dr. Radolf Blasius im Vereine für 
Naturwissenschaft in Braunschweig (Sitzung vom 6. December 1883) mitgetheilte 
Beobachtung über eine sogenannte „Spechtschmiede". Es hatte nämlich Picus 
major in eine Kiefer ein rundliches Loch gehauen, in dem ein Tannenzapfen 
eingeklemmt war, um die Samen aus ihm herauszuholen. Unter dem Baume 
befanden sich, in zwei Haufen gesondert, circa 150 Kiefern- und wohl 200 Tannen- 
zapfen. Ein grosser Theil der Zapfen war noch unversehrt, viele aber bereits an- 
gehauen. Dieses Benehmen unseres Buntspechtes erinnert lebhaft an die an dem 
Rothschaftspechte ( Colaptes mexicanus) gemachten merkwürdigen Beobachtungen 
über das Ansammeln eines Vorrathes von Nüssen u. s. w. Schliesslich berichtete der 
Vortragende über das Erscheinen des VII. Jahresberichtes (1882) des Ausschusses 
für Beobachtungsstationen der Vögel Deutschlands, welcher wie seine Vorgänger 
reiche und wichtige Daten enthält, in diesem Jahre jedoch durch die Beigabe 
eines von Dr. R. Blasius verfassten allgemeinen Theiles besonderen Werth erhält. 



Pelikan v. Plauenwald. 



7 



Secretär A. Rogenhofe r legte an eingelangten Manu- 
scripten vor : 

Ueber den Bomhyx oder Bomhylhis des Aristoteles als Seide 
hervorbringendes Insect von A. Kef er stein. (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 123.) 

Zur Biologie des Anisarthron barbipes Charp. von Karl M. 
Heller. (Siehe Abhandlungen, Seite 119.) 

Dann überreichte derselbe das vom Verfasser der Gesell- 
schaft gewidmete prachtvoll ausgestattete Werk : Die Synascidien 
der Bucht von Rovigno von Dr. Richard Freiherrn v. D rasch e- 
Wartinberg, welchem für dieses Geschenk durch den Herrn 
Vorsitzenden der herzlichste Dank ausgesprochen wurde. 

Schliesslich übergab der Vorsitzende die Beschreibung von 
fünf neuen Schmetterlings-Metamorphosen aus Oesterreich: von 
Ertbia Spodea Stdg., Zygama brizae Hb., Lithosia cereola H., Setina 
roscida S. V. und Gnophos seroHnaria H. (Siehe Abhandlungen, 
Seite 153.) 



Jahres- Versammlung am 2- April 1884. 

Vorsitzender: Herr Präsident-SteHvertreter Anton Preih. 
Pelikan v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder : 



P. T. Herr 

Macek Franz, k. Steuerbeamter. Warasdiu . 
Sandany Franz Josef, k. k. Beamter in Wien 
Tomasser Ubald, Chorherr zu Vorau, Hochw. 



Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herreu 
Sp. Brusina, A. Juriuac. 
J. Pickl, M. F. Müllner. 
L. Arnhart, J. Kaufmann. 



Eingesendete Gegenstände: 

Eine Partie Mollusken von Herrn M. Müll n er. 

Eine Partie Orthopteren von Herrn J. Redtenbacher. 



8 



Jahres -VerßamTnlnng am 2. April 1884. 



Bericht des Präsidenten -Stellvertreters A. Freiherrn Pelikan t. 

Plauenwald. 

Sehr geehrte Versammlung! 

Seine Durchlaucht unser verehrter Herr Präsident hat wegen anderweitiger 
Inanspriiclinahme mir die angenehme Aufgabe überwiesen, die Anwesenden bei 
der heutigen Jahresversammlung zu begrüssen und Ihnen den Bericht über die 
Thätigkeit unserer Gesellschaft und ihrer Verwaltung im Jahre 1883 vorzulegen. 

Es gereicht mir zum Vergnügen, Ihnen diesfalls mit Hinweisung auf die 
Leistungen unserer Mitglieder wieder Erfreuliches zu melden. 

Die Resultate derselben ersehen Sie aus dem XXXIII. stattlichen Bande 
der Publicationen unserer Verbandlungen, welcher auf 766 Seiten 33 selbst- 
ständige Abbandlungen zoologischen und botanischen Wissens mit 21 Tafeln, 
darunter 9 Doppel- und 1 Farbendrucktafel, enthält, und welchem ein beson- 
deres, 140 Seiten umfassendes Beiheft über brasilische Säugethiere, von Herrn 
Custos V, Pelz ein, beigegeben ist. 

Diesfalls sind wir zum besonderen Danke dem Dr. Riebard Preiherrn 
Dräsche v. Wartinberg verpflichtet, welcher acht werthvolle Tafeln zu seinen 
Abhandlungen über Nematoden auf eigene Kosten beistellte. 

Wie früher wurden auch im verflossenen Jahre vielen Lehranstalten zoo- 
logische und botanische Lehrobjecte zugewendet. 

Mit Bedauern müssen wir wieder viele Lücken wahrnehmen, welche durch 
den Tod von 81 in- und ausländischen Collegen in unser Vereinsleben gerissen 
wurden; ich erwähne unter denselben an Zoologen die Herren: Dr. Gustav 
Flor, Hemipterologe zu Dorpat; Dr. John LeConte, Coleopterologe zu Phila- 
delphia; den Forschungsreisenden Ernst Marno zu Chartum; den Paläontologen 
Dr. Peter v. Merian-Thurneisen zu Basel; den Museumsdirector in Berlin 
Dr. Karl Peters; den Hymen opterologen Oberförster Tischbein zu Eutin; den 
berühmten Lepidopterologen Prof. P. C. Zeller zu Stettin; die Schriftstellerin 
Frau Aglaja v. Enderes in Wien; ferner von Botanikern: die Herren Prof. 
Vincenz Baron Cesati zu Neapel; Superintendent Michael Fuss zu Gr.-Scheuern 
bei Hermannstadt; Prof. Dr. Oswald Heer in Zürich; Priester Joseph Kren- 
berger in Wien; Dr. Hermann Müller aus Lippstadt, auf einer Reise in Tirol; 
Georg Const. Spr eitzenhof er in Wien und den weltbekannten Chef der öster- 
reichischen Novara-Expedition, eifrigen Förderer der Wissenschaften, Se. Excellenz 
Bernhard Freiherr Wüllerstorf v. Urbair zu Graz. 

Ich muss hier besonders hervorheben, dass Spreitzenhof e r noch über 
seinen Lebenslauf hinaus freundlichst unserer Gesellschaft gedachte, indem er 
derselben letztwillig seinen Gesammtnachlass mit der alleinigen Verpflichtung 
zur Errichtung eines Denkmales auf seiner Ruhestätte hinterliess, wodurch die 
Gesellschaft in den Besitz eines sehr werthvollen, Seltenheiten bergenden Herbars 
und einer vom Erblasser selbst sehr schön präparirten Vogelsammlung gelangte. 

Ich ersuche die geehrten Anwesenden, allen unseren verblichenen Collegen 
eine ehrende Erinnerung durch Erheben von den Sitzen zu widmen. 



A. Rogeiihofer. 



9 



Unsere finanziellen Verhältnisse sind ganz befriedigend; hierüber und über 
die weiteren Geschäftszweige werden Sie die Berichte der beiden Secretäre und 
des Rechnungsführers entgegennehmen. 

Wenn Sie, geehrte Anwesende, aus den vorgebrachten allgemeinen Um- 
rissen über unsere Tbätigkeit ein aus dem einigenden Zusammenwirken vieler 
Kräfte resultirendes erfreuliches Prosperiren unserer Gesellschaft anzuerkennen 
sich geneigt finden, so werden Sie mir gewiss beistimmen, wenn ich insbesondere 
für ihre unverdrossenen Bemühungen unseren beiden Herren Secretären, Gustos 
Alois Rogenhofe r, welcher die seinen umfangreichen Berufsgeschäften abge- 
rungene Zeit unseren Vereinszwecken opfert, und Dr. Günther Beck den ver- 
bindlichsten Dank abstatte, nicht minder dankerfüllt auch der Mühen unseres 
Rechnungsführers Herrn Josef Kaufmann, sowie aller jener Herren, welche 
sich an der Instandhaltung unserer Sammlungen und Bibliothek, dann an der 
Versorgung der Lehranstalten mit Lehrmitteln betheiligten, erwähne, und 
schliesslich unserem Ausschussmitgliede Dr. Franz Ostermeyer den gebüh- 
renden Dank zolle für seine vielfachen Bemühungen in der noch im Zuge befindlichen 
Durchführung des Spreitzenhof er 'sehen Vermächtnisses an die Gesellschaft. 



Bericht des Secret'ärs Herrn Alois Rogerihofer: 

Durch die Reihe von Jahren, in denen ich an dieser Stelle die Ehre 
hatte, über die literarischen Erfolge unserer Gesellschaft Bericht zu erstatten, 
war das abgelaufene Jahr eines, auf das wir mit voller Befriedigung zurück- 
blicken können, indem die Menge, sowie der Werth der Publicationen sich jener 
der früheren getrost kühn an die Seite stellen kann und abermals zur genaueren 
Kenntniss der interessanten Fauna und Flora unseres schönen Heimatlandes 
wichtige Beiträge der OeflFentlichkeit übergab. Ausserdem wurden die durch 
langjährigen Sammelfleiss zusammengebrachten Ergebnisse und wichtigen biolo- 
gischen Beobachtungen in Brasilien eines berühmten einheimischen Forschers, 
dem es leider nicht mehr gegönnt war, selbe selbst publiciren zu können, durch 
eines unserer werthen Mitglieder der Vergessenheit entrissen und in einem 
eigenen Beihefte mit ziemlichem Kostenaufwande veröffentlicht. 

Der bereits in den Händen der Mitglieder sich befindende Band XXXIII, 
mit 21 Tafeln geschmückt, enthält über 48 Druckbogen und 33 Abhandlungen 
von 27 Verfassern. Unter den Autoren betheiligten sich von ausländischen Fach- 
genossen die Herren: Dr. Rud. Bergh, Wilh. Blasius, Graf Eng. Keyserling, 
Dr. Hermann Krauss und H. B. Mö schier. Der Werth des Bandes sammt 
dem Beihefte repräsentirt im Buchhandel weitaus das Doppelte von dem, was 
der Mitgliederbeitrag beträgt; diese Leistung wurde aber nur durch die gross- 
müthige andauernde Subventionirung von Seite der Mitglieder unseres Aller- 
höchsten Kaiserhauses, mehrerer hoher Behörden und Gönner (worunter namentlich 
Herr Freiherr Ritter V. Dräsche -Wartinberg hervorzuheben ist), sowie auch 
nur durch die schonende Inanspruchnahme des sich laugsam, aber stetig meh- 
renden Vereinsvermögens ermöglicht. 

Z. Ii. Ges. B. XXXIV. Sitz.-Ber. B 



10 



Jahres -Versammlung am 2. April 1884. 



In diesem Jahre ist auch die Herausgabe des General-Registers der dritten 
zehnjährigen Serie unserer Schriften, dessen Zusammenstellung Avir Herrn August 
Wimm er verdanken, vom Ausschusse beschlossen. 

Noch erheischt es die Pflicht, allen jenen Herren, die unser Streben unter- 
stützten, herzlichen Dank zu sageu, sowie auch der Direction der k. k. priv. 
Südbahu - Gesellschaft, welche unserem Mitgliede Herrn E. Witting behufs 
einer botanischen Sammelreise nach Dalmatien auf der Strecke Wien— Triest 
eine Ermässigung gewährte, desgleichen auch dem österr.-ungar. Lloyd, der auf 
seinen Schiffen genanntem Herrn Begünstigungen gewährte. 



Bericht des Secretärs Herru Dr. Oüuther Beck: 

Es dürfte wohl ebenfalls mit allgemeiner Freude und Genugthuung ver- 
nommen werden, dass sich der Stand der Sammlungen unserer Gesellschaft durch 
die freundliche Fürsorge zahlreicher Gönner in bedeutendem Masse vermehrte. 
Indem ich allen diesen hochherzigen Spendern den innigsten Dank offen aus- 
zusprechen mich angenehm verpflichtet fühle, sei es mir erneuert erlaubt, die 
Bitte au alle die thatkräftigen Männer, welche in der uneigennützigsten Weise 
zur Förderung der Gesellschaftsz wecke durch Uebersenduug von Naturalien bei- 
trugen, zu wiederholen, ihr Wohlwollen auch weiterhin der Gesellschaft in 
gleicher Weise zuzuwenden. 

Die Anzahl der zoologischen Objecte, welche theils für Schulen, theils 
für unsere Sammlung einliefen, überstieg im Jahre 1883 die Summe von 
7000 Stücken. Als gütige Geschenkgeber sind die P. T. Herren W. Czermak, 
L. Hacker, J. Kolazy, E. Kreithner, Dr. F. Low, J. Lutz, J. Manu, 
J. Mik, H. V. Mitis, L. Prochaska, M. Rupertsberger, Director Steiu- 
da ebner, R. Türk namhaft zu machen; für die Ordnung der zoologischen 
Sammlungen, welche durch das Vermächtniss der Spreitzenhofer'schen Vogel- 
collection einen bedeutenden und werthvolleu Zuschuss erhielten, machten sich 
die Herren J. Kaufmann, J. Kolazy und E. Kreithner erneuert verdient. 

Die botanischen Sammlungen erhielten eine besondere Bereicherung durch 
das von dem verstorbenen Mitgliede G. Spreitzenhofer der Gesellschaft testirte 
schöne Herbar, welches separat aufgestellt wurde und durch die gütige Fürsorge 
der Herren Dr. F. Ostermeyer und H. Braun, welchen wir, wie auch den 
Herren M. Müllner und H. Zukal für die Ordnung des Herbares zu grossem 
Danke verpflichtet sind, für die allgemeine Benützung in Stand gesetzt wird. 
Auch die von dem botanischen Museum der k. k. Wiener Universität heraus- 
gegebene, für die heimische Flora höchst wichtige „Flora exsiccata austro-hun- 
garica" wurde in einem Exemplare der Gesellschaft von dem Director des 
botanischen Gartens Ritter Kerner v. Marilaun freundlichst zugesichert. 
Ausserdem haben die P. T. Herren J. B. Ellis, Dr. F. Ostermeyer, M. Pri- 
hoda, P. Reinisch, Freiherr v. Thümen der Gesellschaft eine namhafte Zahl 
von Pflanzen gütigst zukommen lassen. 



Günther Beck. 



11 



Dem Herrn Ausschussralhe J. Kolazy gebührt von Neuem der iunigste 
Dank für die mühevolle Arbeit bei der Betheilung der Schulen mit Naturalien. 
Aus dem mir von ihm freundlichst übergebenen Ausweise kann man entnehmen, 
welche schönen Ergebnisse die Gesellschaft in dieser Hinsicht erreichte. 

Ausweis 

über die Betheilun^ der Lehranstalten mit Naturalien. 

Im Jahre 1883 wurden zweiundzwanzig Lehranstalten mit 370 Wirbel- 
thiereu, 3863 Insecten, 1497 Conchylien, 208 Krebsen, Strahlthieren und Würmern, 
4701 Pflanzen, im Ganzen mit 10.634 zoologischen und botanischen Objecten 
betheilt. 



« 

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Ausgebt. 
Wirbelthiere 


Wirbelthiere 
in Weingeist j 


Insecten 1 


Conchylien j 


Krebse, 1 
Strahlthiere, 1 
Würmer 1 


Pflanzea Ii 




1 


Wien: k. k. Staatsgyninasium, II, Tabor8tr.24 


— 


39 


— 


_ 


_ 


570 




2 


Klosterneuburg: k.k. önol.-pomol. Lehranst. 


_ 


_ 


— 


— 


— 


99 




3 


Gusswerk b, Mariazell : k. k. Forstwartschule 


— 


— 


109 


— 


~ 


— 




4 




1 


30 


— 


125 


18 


— 




5 


Zizkow b. Prag: Koaben-Bürgerschule . . . 


- 


— 


403 


— 


— 


252 




6 


Zwittau: Volks- und Bürgerschule 


5 


21 






12 






! ' 


Wien: Comraunal -Volksschule für Mädchen, 




















7 


25 


205 


ia5 





1.50 




8 


„ Commnnal -Volksschule für Knaben, 




















10 


19 


220 


135 


5 


150 






„ Communal -Volksschule für Mädchen, 






















23 


222 


105 


9 


150 




10 


„ Communal -Volksschule für Mädchen, 




















6 


27 


151 


65 




150 




11 


„ Comraunal -Volksschule für Knaben, 
























155 










12 


„ Communal - Volksschule für Mädchen, 




















7 


3 






1 






13 


„ Communal -Volksschule für Mädchen, 




















3 


23 


226 


105 


9 


150 




14 


Adelsberg iu Krain : Volksschale 




13 






9 






J.5 


GrosB-Jedlersdorf : II. allgemeine Volksschule 


12 


1 


176 


120 


2 


200 




16 


Loibichl b. Mondsee: Volksschule 




23 


168 


130 


6 


150 




17 


Mariazell: Volksschule 




23 


205 


100 


9 


150 




18 


Ottakring : Volksschule für Knaben und Mäd- 


















chen, Wagnergasse 27 




19 


198 


135 


5 


150 




in 


Zell a. Moos: Volksschule 






164 




8 


80 




20 


Wien : Naturwissensch. Verein a. d. k. k. 






























1100 




21 


Burghausen : Lehr- und Erziehungs-Institut 


















der engl. Fräuleins 


4 


28 


2.59 










22 


Cilli : Local-Museuni 






1002 


372 


90 


1200 






Summe . . 


55 


315 


3863 


1497 


203 


4701 





B* 



12 



Jahres -VerRannnhing atn 2. April 1884. 



Ausserdem erhielten die genannten Lehranstalten 43 Bände Gesellschafts- 
schriften, 52 Separat -Abhandlungen und 203 Abbildungen zum Geschenke. 

Noch obliegt es mir, jener stets gleich ausgezeichneten Thätigkeit unseres 
Herrn Bibliothekars F. Bartsch dankend zu erwähnen, der auch im Jahre 1883 
der Bibliothek seine bekannte Fürsorge zuwendete. Ebenso sei allen jenen 
Herren, welche durch Bücherspenden zur Vervollständigung der Büchersamralung 
beitrugen, bester Dank abgestattet. Die Zahl der Geschenke an oft kostbaren 
Werken und Separatabdrücken belief sich auf 87. (Siehe Seite 30 der Sitzungs- 
berichte des XXIII. Bandes.) 

Die Anzahl der im Schriftentausche befindlichen Redactionen und Gesell- 
schaften vermehrte sich um zwei auf 275; neu sind hinzugetreten: „Natura" in 
Gent; Entomological Society of Sydney, Societä italiana delle scienze, Rom. 



Bericht des Rechimngsf öhrers Herrn Josef Kaufmann. 

Sinnahmen : 

Jahresbeiträge mit Einschluss der Eintrittstaxen und Mehrzah- 
lungen von zusammen fl. 284 .31 fl. 2.756 . 31 

Subventionen „ 1.580 . — 

Verkauf von Druckschriften und Druckersätze „ 680 . 78 

Interessen von Werthpapieren und für die bei der Ersten öster- 
reichischen Sparcasse hinterlegten Beträge „ 318 . 50 

Porto-Ersätze „ 59 . 27 

Ersatz des Herrn Dr. Freiherrn v. Dräsche für 7 Tafeln , . „ 490. — 
Ausser diesem spendete Herr Dr. Freiherr v. Dräsche noch die 
Tafel XIX, welche er mit fl. 67 . — bezahlte. 

Beiträge auf Lebensdauer „ 60 . — 

Spende von Herrn M. Damianitsch, pens. k. k. Generalauditor, 
zum Andenken an seinen am 19. October 1867 verstorbenen 
Sohn Rudolph Damianitsch, stud. jur. : l g. Notenrente 

vom 1. November 1868, Nr. 248.722 . . . fl. 100 . — 

Summa fl. 100.— fl. 5.944.86 
und mit Hinzurechnung des am Schlüsse des Jahres 1882 
verbliebenen Cassarestes sammt fl. 3.320 . — 

unantastbaren Vermögens von „ 4.581 . 10 

in Baarem und . fl. 1.600 . — 

in Werthpapieren, im Ganzen . fl. 1.700.— fl. 10.525.96 

Die Werthpapiere bestehen aus: 

2 siebenbürg. Grundentlastungs- Obligationen ä 100 fl., und 
1 g. Silberrente zu 50 fl. als Geschenk von Sr. Excellenz Herrn Cardinal- 
Erzbischof Dr. Ld. v. Haynald. 



JoBef Kaufmann. 



13 



1 g. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Kochel. 
1 g. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Brandraayer. 
1 g. Notenrente zu 100 fl. von Herrn A. Rogenhofer. 

4 g. Noteurenten a 100 fl., Geschenk von Herrn Baron v. Königswarter. 
1 Rudolfslos zu 10 fl. (3 siüd bereits ohne Treffer gezogen) und 

1 g. Notenrente zu 100 fl. als Spenden von Herrn Martin v. Daraianitsch, 
k. k. General-Auditor, zum Andenken an seinen am 19. October 1867 verstor- 
benen Sohn Rudolf Damianitsch, stud. jur. 

1 Clarjlos zu 40 fl. 

5 g. Silberrenten ä 100 fl., Legat nach Herrn Dr. Ludwig Ritter v. K ö c h el, und 
1 g. Notenrente zu 100 fl., Legat nach Herrn Paul v. Wagner. 



Ausgaben : 

Besoldung fl. 750 . — 

Neujahrsgelder „ 78 . — 

Beheizung, Beleuchtung und Instandhaltung der Gesellschaftslocali- 

täten, dann der diesbezügliche Beitrag für den Sitzungssaal „ 215 . 69 



Herausgabe von Druckschriften: 

a) für den XXXIL Band Rest für 

Druck fl. 34.30 

Illustrationen „ 42 . — fl. 76 . 30 

b) für den Druck des XXXIIL 



Bandes fl. 1.793.25 

Illustrationen hiezu .... „ 1.226. 39 „ 3.019 . 64 
cj für den Druck der „Säugethiere von Bra- 



silien" von August von Pelzeln . . . „ 424.60 „ 3.520.54 

Bücherankauf „ 251 . 89 

Buchbinderarbeit für die Bibliothek . „ 126 . 93 

Erfordernisse für das Museum „ 64 . 80 

Kanzlei-Erfordernisse, Diplome und Drucksorten „ 163.60 

Porto- und Stempelauslagen „ 193 . 59 

Zusammen . . fl. 5.365 . 04 



Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres ein Cassarest von 
fl. 1.700.— in Werthpapieren und fl. 5.160.92 in Baarem, welch' letzterer zum 
grössten Theil bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt ist, und 
wovon der Theilbetrag von fl. 3.380 . — ein unantastbares, aus den für Lebens- 
dauer eingezahlten Beiträgen entstandenes Capital bildet. 



14 



Jahres -VereamiTilung am 2. April 1884. 



Verzeicliniss 

jener der Gesellschaft gewährten Subventionen, sowie der höheren Beiträge von 
fünf Gulden aufwärts, welche von der Zeit vom 4. April 1883 bis heute in 
Empfang gestellt wurden. 

a) Subventionen : 

Von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef fl. 200. — 
„ Sr. k. u. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge und 



Kronprinzen Rudolf „ 80.— 

Von Ihren k. u. k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen: 

Carl Ludwig „ 30. — 

Ludwig Victor „ 20. — 

Albrecht „ 50 . — 

Josef „ 50. — 

Wilhelm „ 50.— 

Rainer w 50 . — 

Heinrich . . „ 50 . — 

Von Sr. Majestät dem Kaiser von Deutschland „ 60 . — 

Sr. Majestät dem König von Baiern „ 40 . — 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht . . . . „ 300 . — 

„ „ niederösterreichischen Landtage „ 400 . — 

„ löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien „ 200 . — 

b) Höhere Beiträge von 5 fl. aufwärts. 
Für das Jahr 1883: 
Von den P. T. Herren: 

Colloredo-Mannsfeld Fürst Josef zu, Durchlaucht fl. 100.— 

Marschall Graf August . „10.— 

Rothschild Freiherr von Albert «10. — 

Peyritsch Dr. Johann „ 8.— 

Stöger Franz - „ 7 . — 

Kittel August, Miebes Ernest, je „ 6.— 

Bergh Dr. Rudolf „ 5.84 



Barbieux Aug., Damianitsch Mart., Er ding er Carl, Fritsch 
Jos., Frivaldszky Joh. V., Fuchs Theodor, Goldschmidt 
Moriz, Haimhoffen Gustav Ritter v. Haim, Kimakowicz 
Maur. V., Krauss Dr. Herrn., Leder Hans, Madarasz Jul. v.. 
Major Maur., Marenz eller Dr. Em. v., Mik Jos., Müller 
Flor., Rebel Hans, Reisinger Alex., Reuss Dr. A. Ritter v., 
Schaub Rob. Ritter v., Spreitzenhof e r G. C, Stur Dionys., 
Tief Wilh., Vogel F. A., Wachtl Friedr., Wiesner Dr. Jul., 
königl. kath. Gymnasium in Oedenburg, je 



Joset Kaufmann. 



15 



Für das Jahr 1884: 

Marschall Graf August fl. 10 . — 

Pelikau Freiherr v. Plauenwald Auton „10.— 

Berg Dr. Carl « 7 . 12 

Ströbitzer Martin und Lehr- und Erziehungs-Iustitut der englischen 

Fräuleins zu Burghausen in Baiern je „ 6 . — 

Köder Victor „5.92 

Arnold Dr. F „5.90 

Zickendrath Dr. Ernst „5.80 

Patze CA „ 5 . 67 

Kr au SS Dr. Hermann „5.45 

Lindpointner Anton „ 5.40 

Bachinger Aug., Bartsch Franz, Bäumler J, A. v„ Breidler J., 



Cypers Vict. v. Landrecy, Dalla Torre Dr. C. v., Egger 
Eduard. Förster J. B., Fuchs Theodor, Gsangler Anton, 
H i r n e r Josef, Hop ff garten Baron v. Max, Kaufmann Jose! , 
König Dr. Heinrich, Kolazy Jos., Marenzeller Dr. Emil v., 
Matz Max, Mayerhofer Carl, Miebes Ernst, More A. G., 
Müllner M. F., Pelzeln August v., Pokorny Dr. Alois, 
Reichardt Dr. H. W., Rosenthal Ludw., Ruppertsberger 
Math., Schiedermayer Dr. Carl, Schleicher Wilh., Schwab 
Adolf, Seoane de Lopez Dr. Victor, Schlotter Gustav, 
Sohst C. G., Stauf er Vincenz, Tomek Josef Dr., Weissflog 
Eugen, k. k. Staats- Gymnasium in Königgrätz, je . . . . fl. 5 . — 

Für das Jahr 1885: 
Patze CA . . fl. 5 . — 



Herr Adam Handürsch sprach über zwei neue Dipteren 
Oesterreichs. (Siehe Abhandlungen, Seite 135.) 



Secretär Custos Rogenhofer legte unter gleichzeitiger 
Besprechung als eingelangt vor eine Arbeit von Dr. H. Rein- 
hardt über zwei seltene Giraud'sche Hymenopterengattungen. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 131.) 



Die Prüfung der Jahresrechnung vorzunehmen wurden die 
Herren H. P f i h o d a und O. H a b i c h von dem Vorsitzenden 
ersucht. 



16 



Versammlung am 7. Mai 1884. 



Yersammlung am 7. Mai 1884. 

Vorsitzender: Herr Präsident-Stellvertreter Anton Preih. 
Pelikan v. Plauenwald. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
^- ^^"^ P. T. Herren 

Otto Anton, Privatier. Wien J. Kaufmann, F. Wachtl. 

Preyer Leopold, k. k. Rechnungseleve der 

Verpflegs-Intendantur. Wien . . . . H. v. Mitis, A. Rogenhofer. 



Eingesendete Gegenstände : 

500 Phanerogaraen für Schulen von Herrn E. Witting. 
50 „ „ „ „ „ H. Braun. 



Herr Prof. Dr. A. Burgerstein sprach über das neue 
Palmenhaus in Schönbrunn. 



Herr Dr. R. Walz berichtete über die Auffindung der Gagea 
minima Schultes im Leithagebirge bei Kaisersteinbruch. 



Herr Dr. F. Low erläuterte seine neuen Beiträge zur Kennt- 
nissder Jugendstadien derPsylloden. (Siehe Abhandlungen, Seite 143.) 



Secretär Dr. Günther Beck richtete an die Botaniker Nieder- 
österreichs folgende Aufforderung : 



Dr. Günther Beck. 



17 



An die P. T. Herren Botaniker Niederösterreichs! 

Durch das Vermächtniss unseres Mitgliedes Herrn G. Spre itz enliof er 
gelaugte die Gesellschaft iu den Besitz einer umfangreichen Sammlung nieder- 
österreichischer Gewächse. Wir erfüllen nur den Wunsch unseres verstorbeneu 
Mitgliedes, wenn wir diese Sammlung separat aufstellen und als Grundstock 
eines uiederösterreichischen Lau desherbars benützen. Diese Sammlung 
reicht jedoch nicht aus, um eine vollständige Flora unseres Kronlandes repräsen- 
tiren zu können. Daher erlaube ich mir an die geehrten Botaniker der Gesellschaft 
die Bitte zu richten, nicht nur die Lücken dieses Herbariums durch eigens für 
das niederösterreichische Landesherbar bestimmte Spenden an Pflanzen zu er- 
gänzen, sondern auch Gewächse, welche ihrer Meinung nach zur Vervollständigung 
des Herbars erwünscht sein könnten, der Gesellschaft einzusenden, um das 
schöne Ziel erreicht zu sehen, eine vollständige Sammlung aller in unserem 
Kronlande Niederösterreich beobachteten Pflanzen zu Stande gebracht zu haben. 
Um aber diese erspriessliche Aufgabe in würdiger Weise zu erfüllen, wird sich 
die Aufsammlung niederösterreichischer Gewächse nicht allein auf Phanerogamen 
beschränken, sondern sich auch auf Kryptogamen erstrecken. Unsere geehrten 
Mitglieder Herreu Heinrich Braun und Dr. Franz Ostermeyer haben in wohl- 
wollendster Weise die Ordnung der Phanerogamen zugesichert, ich selbst beab- 
sichtige den kryptogamischen Theil in Stand zu halten. 

Welche Vortheile allen Botanikern aus diesem Herbare erwachsen dürften, 
braucht wohl nicht näher bezeichnet zu werden. 

Weiters erlaubt sich der ergebenst Gefertigte aufmerksam zu machen, 
dass von nun an alljährlich in den Schriften der Gesellschaft „Berichte über 
die botanische Erforschung Niederösterreichs" erscheinen werden. 
Da dieselben als Nachträge zur Flora unseres Kronlandes benützt werden sollen, 
haben sie vor Allem die Aufgabe, die Ergebnisse in der botanischen Erforschung 
von Niederösterreich zu sammeln und zusammenzustellen. Sie sollen jedoch 
auch die Beschreibungen aller neu aufgefundenen Pflanzen, sowie Ergänzungen 
jeder Art bringen, sowie die einschlägige Literatur stets berücksichtigen. Ich 
habe die Redaction dieser Berichte übernommen und ersuche daher alle jene 
Herren, welche in der Lage sind, Mittheiluugen über die Flora Niederösterreichs 
zu machen und dieselben in den Berichten unter Wahrung ihres Autorrechtes 
veröffentlichen wollen, derlei Aufzeichnungen mir gütigst zukommen zu lassen. 

Der erste Bericht wird in der Jännersitzung nächsten Jahres vorgelegt 
werden und die botanische Thätigkeit der Jahre 1882—1884 enthalten, um sich 
an die Nachträge zur Flora von Niederösterreich von Dr. E. v. Haläcsy und 
H. Braun anschliessen zu können. 

Unter Einem wird sodann auch über den Stand des niederösterreichischen 
' Landesherbars referirt werden. 



Z. B. Ges. B. XXXIV. Sitz.-Ber. 



C 



18 



Versammlung am 7. Mai 1884. 



Secretär Gustos R o g e n h o f e r legte mit warmen Dankes- 
worten und gebührender Anerkennung den zweiten Band von 
Prof. Dr. Latze Ts Myriopoden der österreichisch-ungarischen 
Monarchie vor, welchen der Verfasser der Gesellschaft freundlichst 
übermittelt hatte. 

Sodann besprach er eine Arbeit von P. Brunbauer, welche 
den Einfluss der Temperatur auf das Leben der Tagschmetter- 
linge behandelt, und erwähnte ferner das Ableben der Mitglieder 
H. Sidney Smith Saun de rs (in London), der Inländer H. K o- 
d ermann und des bekannten Lichenologen Dr. J. Poetsch. 



Abhandlungen. 



1 



Materialien zur Pilzkunde Krains. IV. 

Von 

Wilhelm Voss, 

k. k. Professor in Laibach. 

(Mit Tafel I.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. December 1883.) 

Hiermit übergebe leb den Freunden der Mykologie die vierte Serie der 
von mir in Krain beobachteten Pilze. Ist dieselbe, wie auch nicbt anders zu 
erwarten, weniger reichlich ausgefallen als die früheren, ') so dürfte dieser Mangel 
wohl durch den Umstand ausgeglichen werden, dass im gegenwärtigen Ver- 
zeichnisse eine grössere Anzahl von Ascomyceten namhaft gemacht werden 
konnte. Allerdings wäre mir dieses kaum möglich gewesen, wenn mir in diesem 
schwierigen Theile der Pilzkunde nicht die bereitwilligste Unterstützung von 
Seite der Herren G. Niessl v, Mayendorf, Dr. H. Eehm und Dr. G. Winter 
— sei es durch Auskunft in zweifelhaften Fällen oder durch Ueberlassung gut 
bestimmter Arten — zu Theil geworden wäre. Ihnen meinen verbindlichsten 
Dank! Ebenso Herrn C. Kalchbrenner, der mir, so wie früher, bei kritischen 
Basidiomyceten rathend zur Seite stand. 

Das Beobachtungsgebiet erfuhr eine Erweiterung, indem es mir möglich 
wurde, längere Zeit um Gottschee bis zur Kulpa zu arbeiten und das Hoch- 
moor bei Bevke nächst Ober-Laibach, die Gegend von B illichgratz, sowie 
das Thal der Sei zach bis Zarz zu besuchen. Von den 217 aufgeführten Arten 
die sich in 104 Gattungen (davon 24 neu für Krain) vertheilen, sind 168 neu 
für die Landesflora, so dass dadurch die Gesammtzahl der bis nun in Krain 
beobachteten Pilze auf 1267 (in 280 Gattungen) gestiegen ist. 

Von diesen 168 Arten sind sechs überhaupt neu; 2) Leptosphaeria 
Fuckelii und Phacidium gracile hat Niessl, JDidymella Chamaecyparissi und 
eine Mollisia Kehm beschrieben; Phyllosticta carniolica und Ramularia 



») Siehe diese Verhandl. Jahrg. 1878, p, 65—126; Jahrg. 1879, p. 653—696, und Jahrg. 1882, 
p. 77—116. 

Wurden einige derselben schon früher in der „Oesterr. botan. Zeitschr." angezeigt, so stand 
dieses mit dem Erscheinen der zweiten Auflage der R ab e n h ors t 'dchen Flora im Zusammenhange. 
Z. B. Ges. b. XXXIV. Abb. 1 



2 



Wilhelm Voss. 



Seopoliae habe ich unterschieden. Ausserdem haben sich neue Nährpflanzen für 
schon bekannte Pilze ergeben. Erwähnenswerth scheint mir:^) 

Struthiopteris germanica Willd. mit Protomyces und Goeosporium. 

Trifolium rubens L. „ Uromyces. 

Cytisus Laburnum L. „ Peronospora. 

„ radiatus Koch „ Cucurhitaria. 

„ alpinus L. „ Didymella. 

Potentilla carniolica Kerner „ Phragmidium. 

Anemone trifolia L. „ Peronospora. 

Dentaria enneaphyllos L. „ „ 

Pulmonaria styriaca Kerner „ Äecidium. 

Triticum caninum L. „ Puccinia. 

Sollte es mir möglich werden, einen schon seit längerer Zeit entworfenen 
Plan zur Ausführung zu bringen, so hofle ich den Mykologen noch eine weitere 
Reihe vorlegen zu können, um sodann die gesammten Materialien zur Bearbeitung 
einer „Mycologia carniolica" zu verwenden. 



I. Hypodermii De Bary. 

A. üstilagineae Tul. 

1. JJstilago Link. 

1. (971.2) U. SorgJdTass. in „Hedwigia" 1873, p. 114. — ü. Tulasnei Kühn. In 

den Ovarien von: 

Sorghum vulgare Pers. Im landwirthschaftlichen Garten der hie- 
sigen Lehrer-Bildungsanstalt im September beobachtet. — Da 
die Moorhirse im Tschernembler Bezirke und bei Wippach öfter 
angepflanzt wird, so dürfte voraussichtlich der Brand in dortiger 
Gegend auftreten. 

2. U. urceolorum Tul. In den Fruchtknoten von: 

Carex ornithopoda Willd. Auf wiesigen Abhängen bei St. Jakob 
nächst Zwischenwässern im Juni. 

2. Protomyces Ung. 

3. (972.) P. macularis Fuck. Symb. myc. p. 75. An der Oberseite lebender 

Blätter von: 

Alisma Plantago L. a terrestre. Im Juli auf dem Hügel Kostaj- 
novca bei Bevke nächst Ober-Laibach. 3) 



1) Wobei ein Irrthum vorbehalten. 

^) Bezeichnet die fortlaufenden Nummern meiner „Materialien". 

') Koötajuovca, so nennen die Moorbewohner einen aus triassischen Dolomiten gebildeten 
Hügel, welcher sich frei aus dem Laibacher Moore erhebt. Dieser langgezogene Hügel hat eine 



Materialien zur Pilzkunde Erains. 



3 



4. (973.) P. filicinus Niessl in Rabeiih. Fungi europ. 1659. Auf welkenden, 

sterilen Wedeln von: 

Struthiopteris germanica Willd. Zwischen Eisuern und Zalilog 
in Ober-Kraiu, Anfangs October. 

o. Entyloma De Bary. 

5. (974.) E. Chrysosplenii Schrot, in Cohn 's Beitr. z. Biologie der Pflanzen, 

II. Bd., p. 372. An den Blättern von: 
Chrysosplenium dlternifolium L. Laibacher Schlossberg im April. 
G. (975.) E. Picridis Rostr. Fisch, v. Waldh., Zur Keuntniss der Entyloma- 
Arten, Nr. 2. Bildet runde, bräunlichgelbe Flecken in den Blättern von : 
Picris hieracioides L. Brachen bei Laibach im August; spärlich. 



B. Uredineae Tul. 
1. TJromyces Lev. 

7. (976.) U. Poae Rabenh. in ünio itin. 1866, Nr. 38. 

Fung. hymeniiferus {Äecidium Ficariae Pers.), Fung. stylosporiferus 
(ohne Paraphyseu) und Fung. teleutosporiferus. Ersterer an Hamm' 
cujus Ficaria L., letztere an: 
Poa trivialis L. Aufwiesen bei Laibach; das Aecidium im April, 
die beiden anderen Fruchtformen in unmittelbarer Nähe im Mai. 

8. U. Lüiacearum Ung. Einfluss des Bodens p. 216, Nr. 62. 

Fung. hymeniiferus (Aecidium, im Aussehen an Äe. Meleagris Desm. 
erinnernd!) und Fang, teleutosporiferus. An den Blättern und 
Stengeln von: 

Lilium carniolicum Bernh. Anfangs Juni auf Bergwiesen bei 
St. Jakob nächst Zwischenwässern. Den Aecidien gehen Sper- 
mogonien voraus. 

9. U. Geranii (D. C). Fung. stylo- et teleutosporiferus. An den Blättern von : 

Geranium coliimhinum L. Auf Schutthalden bei Sagor im Juni. 

10. (977.) U. punctatus Schrot, in Abhandl. der schlesischen Gesellschaft f. 

vaterl. Cultur 1867, p, 10 d. Sep.-Abdr. Fungus stylo- et teleuto- 
sporiferus. An den Blättern von: 

Astragalus glycyphyllos L. Anfangs Juni auf Schutthalden des 
Kankerthales bei Krainburg. 

11. U. Orohi (Pers.). Fung. stylo- et teleutosporiferus. An den Blättern 

und Stengeln von: 

Orobus niger L. In den Waldungen des Friedrichstein bei Gottschee, 
Juli. 

tiefe, kesselförmige Einsenkung, deren Grund ein ausgedehntes Hochmoor bedeckt. Letzteres ist, 
nach C. Deschmann's Mittheiluug, noch der einzige Standort für Viola palustris L., welches 
Veilchen einst im Moorgebiete viel häufiger war. 

1* 



4 



Wilhelm Voss. 



Orobus variegatus Tenor. Ebenda. Eigenthümlich ist die röthliche 
Fleckung, welche der Pilz bei dieser Nährpflanze verursacht. 

12. U. Trifolii (Alb. et Schw.). Fang, teleutosporiferus. An grundstän- 

digen Blättern von: 

Trifolium rubens L. Auf Bergwiesen des Friedrichssteiner Gebirges 
bei Gottschee. Beigemengt ist Polythrincium Trifolii Kze. 

13. (978.) Ü.Lathyri Fuck. Symb. myc. p. 62. Fung. stylo- et teleutosporiferus. An : 

Lathyrus pratensis L. Stengel und Blätter bedeckend. Felsige 
Abhänge des Savethales bei Jeschza im Juli. 

14. U. Belienis (D. C). Fung. teleutosporiferus. An grundständigen 

Blättern von: 

Silene nutans L. Ebenda zur selben Zeit. 

2. Puccinia Pers. 

15. (979.) P. Sesleriae Reichardt in Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch. 1877, p. 842. 

Fung. hymeniiferus. Aecidium auf JRhamnus saxatilis Jacq. Fung. 
stylo- et teleutosporiferus. Ersterer an lebenden, letzterer an ab- 
gestorbenen Blättern von: 

Sesleria coerulea Ard. Zur Blüthezeit dieses Grases, im Mai auf den 
Nagelfluefelsen des Savethales bei Zwischenwässern gesammelt. 

16. P. graminis Pers. Fung. stylo- et teleutosporiferus. An den Halmen von : 

Calamagrostis Ealleriana D. C. In Auen der Save bei Jeschza 
im August. 

Triticum caninum L. Ebenda im Juli; gemein. 

17. P. caricina Rebent. Fung. stylo- et teleutosporiferus. An den Blättern von : 

Carex hirta L. Am Eisenbahndamme bei Laibach im Mai. Die 
Riedgräser standen um Urtica dioica L., welche kurz vorher 
stark von Aecidien befallen war. 

18. P. Hieracii Mart. Fung. hymeniiferus ! stylo- et teleutosporiferus. An: 

Crepis incarnata Tausch. An den Abhängen des Laurenziberges 
bei Billichgratz im Mai. Die Aecidien an der unteren Blatt- 
fläche in kleinen Häufchen, oft nur 2—3 Becher beisammen, 
üredo an beiden Blattflächen, oft mit Teleutosporen gemengt; 
scheint nicht selten. 

19. P. Cirsii Lasch. Fung. stylo- et teleutosporiferus. An der Unterseite 

der Blätter von: 

Cirsium palustre Scop. Sumpfwiesen bei Laibach im August; selten. 

20. (980.) P. Vincae (D. C. Flor. fran?. VI, p. 70, sub Uredine). 

Fung. spermogonium, stylo- et teleutosporiferus. An den Blättern von : 
Vinca minor L. Auf den Nagelfluefelsen des Savethales bei 
Zwischeuwässern. Spermogonien und üredo im Mai, Teleuto- 
sporen im Juni; häufig. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



5 



21. (981). P. grisea Strauss iii Wetterau. Anal. II, p. 107, sub Uredine. Auf den 

Blättern von: 

Globularia vulgaris L. Buschige Abhänge des Krimberges. Ende 
April. 

22. P. Veronicarum D. C. 

*Var. persistens Köruicke. An den Blättern von: 

Veronica urticifolia L. fil. Im Hrastnicathale bei Bischofslak im Juni. 
Var. fragilipes Körnicke. Auf Paederota Ageria L. (Siehe „Materialien" II, 
Nr. 56.) 

Wurde von Herrn Gustos C. Deschmann an den Nagelfluefelsen 
vor Mautscbitsch, knapp unter der von Zwischenwässern nach 
Krainburg führenden Bezirksstrasse gefunden. Demnach ist den 
früheren Fundorten: Uratathal, Cerna prst, Wilder See bei Idria, 
Savethal bei Zwischenwässern, ein neuer Fundort zugewachsen. 

23. (982.) P. Iridis Wallr. in sched. Eabenh., D. K. F. I, p. 23. 

Ftmg. stylo- et teleutosporiferus. An den Blättern von: 

Iris germanica L. Ende August im botanischen Garten. Es ist 
dieses derselbe Pilz, den Winter in der zweiten Ausgabe der 
Kabenhorst'schen Flora (I. Bd., p. 184) ausführlich beschrieben 
hat; sowohl hinsichtlich der üredo- als auch der Teleutosporen- 
form. Thümen's Pwccmw crassivertex, auf sibirischen Arten 
der Gattung Iris, unterscheidet sich durch die Uredosporeu, 
welche kleiner sind und ein glattes Epispor besitzen; auch sind 
bei unserer Piiccinia die Teleutosporenrasen meist ringförmig 
gestellt. 

24. P. bullata Pers. Oberv. myc. I, p. 98, sub Uredine. 

Fang, stylo- et teleutosporiferus. An der Unterseite lebender Blätter von : 
Peucedanum Cervaria Cuss. Auf dem Grossgallenberge bei Laibach 
im September. 

25. (983.) P. Asteris Duby in Botan. gall. II, p. 888. An den Blättern von: 

Aster Amellus L. Im Juli auf Felsen des Kankerthales bei 
Krainburg. 

26. P. Circaeae Pers. Auf den Blättern von : 

Circaea intermedia Ehrh. An Felsen des Selzachthales bei Bischofslak 
im August. 

3. Phragmidium Link. 

27. Ph. Fragariae D. C. Encycl. VIII, p. 244 als Puccinia. — Ph. bre- 

vipes Fuck. 

Fung. hymeniiferus et teleutosporiferus. An den Blättern von: 
Potentilla carniolica Kern. Abhänge des Laurenziberges bei Billich- 
gratz; leg. A. Paul in. Die Aecidienform, ein Caeoma, meist 
längs der Blattrippen in grösseren, zusammenfliesseuden, orange 
gefärbten Rasen. Die Sporen, von Paraphysen umgeben, sind 



6 Wilhelm Voss. 

oval und haben warziges Epispor; sie findet sich im Mai. Die 
im August beobachteten Teleutosporenrasen enthalten drei- bis 
vierzellige, besonders häufig zwei- und auch einzellige Sporen. 
(Bezüglich der Aecidien der Gattimg Phraginidium siehe Winter, 
„Hedwigia« 1880, Nr. 7.) 

4. Melampsora Gast. 

28. M. Euphorliae Gast. Fung. stylosporiferus. An den Blättern und 

Stengeln von: 

Euphorbia angulata Jacq. Anfangs Juni unter Gebüsch bei 
Zwischenwässern in Ober-Krain. — Auf E. carniolica Jacq. 
Sehr häufig auf dem Friedrichsstein bei Gottschee. 

5. Aecidium Pers. 

A. Asperifolii Pers. An den grundständigen Blättern von: 

Pulmonaria styriaca Kern. Im Hrastnicathale bei Bischofslak 
im Juni. Diese Nährpflanze scheint nur selten befallen zu werden. 
A. Oxyacanthae Pers. Synop. p. 206. An den Früchten von: 

Crataegus monogyna Jacq. In den Vorbergen bei Zwischenwässern 
im Juni. Es ist dieses jene Form, welche Bagnis als Roestelia 
carpophila bezeichnet und in Thümen's Mycotheca univ. sub 
Nr. 1326 ausgegeben hat. 
(984.) A. Thalictri Grev. Crypt. scot. T. IV. Reichlich au den Blättern von: 
Thalictrum Jacquinianum Koch. Bei St. Jakob ob Zwischen- 
wässern, Juni. 

A. Valerianearum Duby. Botan. gall. II, p. 908. An den Blättern von : 
Valeriana tripteris L. Abhänge des Hirtenberges bei Zwischen- 
wässern im Juni. 

6. Caeoma Tul. 

33. C. alliatum Lk. Spec. II, p. 43. An den Blättern von: 

Allium Scorodoprasum L. Im Juni unter Gebüsch bei Veldes. 
An denselben Pflanzen auch Uromyces ambiguus Fuck. 

II. Phycomycetes De Bary. 

1. JPeronospora Corda. 

34. P. gangliformis De Bary. An der Unterseite lebender Blätter von: 

Lampsana communis L. Anfangs Juli in Gebüschen bei Laibach; 

beigemengt ist häufig Fusidium cylindricum Cda. und üredo. 
Lappa major Gärtn. An der Sonneggerstrasse bei Laibach und 

an Strassen bei Gottschee. Eine seltene Form! 



Materialien zur Pilzkunde EraiuB. 



7 



35. (985.) P. leptosperma De Bary. An den Blättern von : 

Tanacetum viilgareL. Im Hrastnicathale bei Bischofslak, Ende Juni. 

36. (986.) P. Linariae Fuck. Symb. myc. p. 70. An den Blättern von : 

Linaria vulgaris Mill. Schutthalden im Kankerthale bei Krain- 
burg im Juli. 

37. P. nivea De Bary. An den Blättern von: 

Anthriscus sylvestris Hoffm. Im Mai auf Brachen bei Laibach. 

38. P. parasitica De Bary. An den Blättern von: 

Bentaria enneaphyllos L. In den Waldungen des Grossgallen- 
berges im Mai; selten! 

39. P. pygmaea De Bary. An den Blättern von: 

Anemone trifolia L. Ebenda, zur selben Zeit. Diese Nährpflanze, 
sowie jene der vorigen Art dürften neu sein. 

40. (987.) P. Padii De Bary. Auf den Blättern der Strahlenblüthen von: 

Chrysanthemum inodorum L. Schutthalden an der Save im August. 

41. P. Trifoliorum De Bary. An der Unterseite der Blätter von: 

Cytisus Ldburnum L. Ende August sehr reichlich bei Laibach. 
Eine neue Nährpflanze? 



III. Ascomycetes De Bary. 

A. Perisp oriaceae Fr. 
1. 3Iicrosphaeria Lev. 

42. (988.) M. Hedwigii Lev. in Ann. sc. nat. Ser. IIL 1851, T. XV. 

Fang, conidiophorus et ascophorus. An den Blättern von: 

Vihurnum Lantana L. Im Parke zu Kaltenbrunn, Ende Juli. 

43. (989.) 31. Ehrenbergii Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An der Oberseite der Blätter von : 
Lonicera tartarica L. Im Sommer an Gartenhecken nicht selten. 

2. Erysiphe (Hedw.) Lev. 

44. (990.) E. horridula Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An allen Theilen von: 

Symphytum officinale L. Auf Wiesen des Stadtwaldes im August, 

45. (991.) F. Montagnei Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An den Blättern von: 

Lappa major L. Im Herbste an der Sonneggerstrasse bei Laibach. 

46. (992). E. Linkii Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascopihorus. An den Blättern von: 

Artemisia vulgaris L. Auf Brachen bei Krainburg im September. 



8 



Wilhelm Voss. 



3. Ascospora Fr. 

47. (993.) A. carpinea Fr. Summa veget. Scand. p. 425. Auf ganz welken 

Blättern von: 

Carpinus Betulus L. Häufig im Februar; bei Laibach. 

4. Hypospila Str. 

48. (994.) H. quercina Fuck. Symb. myc. p. 97. Fang, ascophorus. An der 

Oberseite faulender Blätter von: 

Quercus sessilißora Sm. In den Waldungen bei Oberrosenbach 
und in jenen des Grossgallenberges. Selten, im Frühjahre. 



B. Pyrenomycetes Fr. 

1. Phyllachora Nitschke. 

49. (995.) P. Heraclei Fuck. Symb. myc. p. 219. An den Blättern von: 

Heracleum Sphondylium L. Ende August im Laibacher Stadtwalde. 

2. Nectria Fr. 

50. N. coccinea Fr. Summa veg. Scand. p. 388. Auf abgestorbener 

Rinde von: 

Aesculus Hippocastanum L., Corylus Avellana L. und Abies. 
Im Frühjahre bei Laibach. 

3. Xylaria Hill. 

51. (996.) X. digitata Grev. Fl. Ed. p. 356. Auf gezimmertem Holze bei Tivoli 

im September. 

4. Nummiilaria Tul. 

52. (997.) N. repanda Nke. Pyr. germ. I, p. 57. Sphaeria r. Fr. Obs. myc. I, 

p. 168. Hypoxylon r. Fr. Summa, p. 383. An faulendem, noch 
festem Holze (wahrscheinlich Quercus) auf dem Rosenbacherberge 
im December. 

5. Valsa Fr. 

53. (998.) F. amhiens Fr. Summa veg. Scand. p. 412. 

Var. octosporus. Sphaeria a. Pers. An dürren Aesten und Zweigen von: 
Gleditschia triacanthos L., Quercus pedunculata Ehrh. und Qu. 
sessiliflora Sm. Bei Laibach im Frühjahre. 

6. Diaporthe Nitschke, 

54. (999.) D. Crataegi Nke. Fuck. Symb. myc. p. 204. An dürren Aesten und 

Zweigen von: 

Crataegus Oxyacantha L. An Hecken bei Unterrosenbach im 
Winter. 



Materialien znr Pilzknnde Krains. 



9 



55. (1000.) D. fiyngenesia Nke. Valsa s. Fr. An trockenen, abgestorbenen 

Zweigen von: 

Rhainnus Frangula L. Auf dem Rosenbacherberge im April. 

7. CucurhitaHa Fr. 

56. (1001.) C. Ldburni Fr. Summa veg. Scand. p. 390. 

Fung. pycnidiim. Diplodia Cytisi Awd. et Fung. ascopliorua. An : 
Cytisus Laburnum L, Anlagen bei Laibach im Januar. 
Cytisus radiatus Koch (Schlauchform). Am Kulpa-Ufer bei Ober- 
Rauth ober Nieder-Tiefenbach im Gottscheer Bezirke, Ende Juli. 
Rücksichtlich dieser letzteren Form theilt mir Dr. Rehm mit, 
dass er sie zu C. elongata (Fr.), die allerdings wohl nicht 
definitiv von Ldburni zu scheiden sein wird, ziehe. Die Cuctir- 
bitaria auf C. radiatus gleiche äusserlich ganz solchen Exem- 
plaren, die in Sardinien auf Genista aspalothoides Lam. ge- 
funden wurden; nur hat diese noch schmälere Sporen, c. 7 [>., 
während bei unserer bis 10 [j-. 

57. (1002.) C. Wiamni Fr. 1. c. p. 391. 

Fung. pycnidiiim. Diplodia Frangulae Fuck. Symb. p. 174 etc. 
Fung. ascophorus. An dürren, abgestorbenen Aesten und Zweigen von: 
Bhamnus Frangula L. Auf dem Rosenbacher Berge im April. 

8. Gnomonia Rabenh. 

58. (1003.) G. Sesleriae Niessl in „Oesterr. botan. Zeitschr.", 1875, p. 85. An 

vorjährigen Blättern von: 

Sesleria caerulea Ard. Zur Blüthezeit dieses Grases (Anfangs 
April) auf der Nordwestseite des Grossgallenberges, längs des 
Weges nach Zwischenwässern, gesammelt, v. Niessl determ. 

9. Linospora Fuck. 

59. (1004.) L. Tremulae Morth. in de Thuemen's Mycotheca univ. Nr. 1154. 

Auf den Blättern von: 
Populus Tremula L. Golovc. Die Perithecien erscheinen im 
Spätherbste auf den abgefallenen Blättern und reifen etwa im 
Mai, während von den Blättern fast nur mehr das Adernetz 
übrig geblieben ist. — Nach Morthier 1. c. ist Leptothyrium 
Tremulae Lib. der Pycnidienpilz. 

10. Sphaerella Fr. 

60 (1005) S. Equiseti Fuck. Symb. myc. p. 102. An abgestorbenen Stengeln von: 
Equisetum palustre L. Bei Uttik am Fusse der Kamne goriza, 
März. 

Equisetum Telmateja Ehrh. Savethal bei Zwischenwässern. 

Z. B. Gea. B. XXXIV. Abh. 2 



10 



Wilhelm Vos 



11. Didymella Sacc. 

61. (1006.) D. Leguminis Cytisi (Desm. im X. Notice p. 24 als Sphaerella). — 

Sphaerella L. C Ces. et Not. Schema Sfaeriac. An den Früchten von: 
Cytisus alpinus L. Grossgallenberg bei Laibach im Januar. 
G. V. Niessl theilt mir mit, dass dieser bisher nur auf 
C. Lahurnum L. beobachtete Pilz von den Gliedern der Gattung 
Sphaerella durch die robusteren Perithecien und die Para- 
physen, so abweicht, dass er besser zu den Pleosporeen zu 
stellen wäre, bei der Section „Ilyalosporae^' — Didymoaphaeria 
Niessl — , welche Gattung Saccardo j^Didymella" nennt. 
Ich habe daher diesen Pilz in dieser Gattung ^untergebracht. 
Tab. nost. Fig. 5, b.i) 

62. (1007.) D. superflua Auersw. in Mycol. p. 14, T. 11, Fig. 153 als Sphaerella. 

Bidymosphaeria s. Niessl in Kunze Fungi sei. Nr. 258. — Auf ab- 
gestorbenen Stengeln von: 
Prenanthes purpurea L. Schischkaberg bei Laibach im Juli 
häufig. 

63. (1008.) 2). Chamaecy parissi Rehm. nov. spec. in litt, ad me, ddo. 

15. Sept. 1883. Perithecia immersa, glohof^a, pa7'enchymatice con- 
texta, fusca, gregaria, apice haud perspicue pertusa, minuta. Asci 
clavati, 6 — 8 spori, 60 : 12. — Sporidia hyalina, 2 cellularia, 
cellula superiore latione, utraque cellula hinucleata, medio suh- 
constricta, disticha, 12—15 : 5. — Paraphyses filiformes, circa 3 
crassae. Jod. — Tab. nost. Fig. 5, a. Auf vorjährigen, abgestorbenen 
Blättern von: 

Lycopodium Chamaecy parissus A. Br. Golovcberg bei Laibach 
(ob Stephansdorf) im August. Oefter mit Phacidium gracile 
N i e s s 1. 

12. Leptosphaeria De Not. 

64. (1009.) L. ogilviensis Berk, in Brit. Fungi Nr. 642, T. XI, Fig. 28 als Sphaeria. 

— Ces. et De Notaris, Schema, p. 61. An abgestorbenen Stengeln von: 
Chrysanthemum Leucanthemum L. Im August bei üttik. 
Stenactis hellidiflora L. Im Juni auf Brachen bei Laibach. 

65. (1010.) L. marginata Niessl, Beiträge z. Kennt, der Pilze. — Auf abgewelkten 

Blättern von: 

Pyrola secunda L. In der Friedrichsteiner Waldung bei Gott- 
schee, Ende Juli. — Auf einigen Blättern findet sich auch die 
von Niessl L c. erwähnte Discosia Artocreas Fr. 

66. (1011.) L. graminis Fnck. Symb. myc. p. 139. An abgestorbenen Halmen von: 

Phragmites communis Trin. Im Juli bei Kaltenbrunn. 



Ausgegeben in Eab enhor st-W inte r 's „Fungi europ. et extraeurop." Nr. 2946. 



Materialien zur Pilzkunde Erains. H 

67. (1012) A. arundinacea Fuck. 1. c. p. 137. Auf abgestorbenen Halmen von: 

Phragmites communis Trin. Ebenda. 

68. (1013) L. Nardi Fuck. 1. c. p. 137. An dürren Halmen von: 

Nardus stricta L. Auf dem Golovcberge im August. 

69. (1014) L. Fuckelii Niessl in „Oesterr. botan. Zeitschr." 1882, p. 357 c. ic. 

Perithecia nunc sparsa seriatim gregaria erumpentia, liemi- 
sphaericas seu glohosa, hasi applanata, coriacea, atra, glabra, 
nitida, circa 180 — 250 \x diam., ostiolo papillaeformis vel subconica; 
asci cylindraceo-clavati, stipite laevi, 75 — 100 longi, 8 — 10 alti, 
8-spori; sporis subcylindraceis , sed in ferne parum attenuatis, 
superne ohtuse rotundatis, rectis curvatisve, 5 septatis, loculo 
quarto protuher ante, dilute lutescente vel viriscente, M — 29 
longis, 3'5—4-5 latis. Paraphyses simplices, articulatae, angustatae 
ascos parum superantes. — Tab. nost. Fig. 3, a — c. (b, c, d nach 
V. Niessl.) — Auf abgestorbenen Halmen von: 

Calamagrostis sylvatica DC. ß. montana. In den Waldungen 
des Rosenbacherberges, Mitte August. Die Unterschiede der 
verwandten L. culmicöla und L. culmifraga wurden durch 
von Niessl genauest auseinandergesetzt. Die Sporen des 
L. Fuclcelii sind fast walzig, oben breit abgerundet, und die 
vorspringende vierte Zelle liegt ungefähr in der Mitte der 
Spore. Unter dieser befinden sich nur mehr zwei Zellen. — 
Bei den verwandten Arten liegt die vorspringende Zelle im 
oberen Drittel, und die grössere Zahl der Abschnitte liegt 
unterhalb derselben ; so springt bei der ebenfalls sechszelligen 
(übrigens kleineren) Spore der L. culmicöla die zweite Zelle 
vor, ebenso bei L. epicalmia; bei L. culmifraga ist die dritte 
Zelle vorspringend, auf welche noch 6 — 7 Abschnitte folgen, 
da die Spore 9 — 10 zellig ist. Dasselbe gilt von L. graminis, 
welche eilfzellige Sporen und übrigens ganz andere Perithecien 
besitzt. 

70. (1015.) L. suffidta Niessl in Rabenh. Fungi europ. Nr. 1549. An abgestorbenen 

Stengeln von: 

Melampyrum sylvaticum L. Auf dem Rosenbacherberge im 
Navember. 

71. (1016.) L. umbrosa Niessl 1. c. Nr. 1934. — An abgestorbenen Stengeln von: 

Spiraea Äruncus L. Ebenda im October. Nach v. Niessl 's Mit- 
theilung findet sich in Rabenhorst 's Sammlung der Pilz auf 
demselben Substrate. 
L. pachyascus Niessl, in „Oesterr. bot. Zeitsch." 1881, p. 345. — 
Voss, „Materialien" III, Nr. 96. 

L. Plemeliana Niessl. Ibid. eod. — Tab. nost. Fig. 1, 2. 

2* 



12 



Wilhelm Voss. 



13. Sypomyces Tul. 

72. (1017.) B. lateritius Tul. F. S. C. III, p. 62. — Hypocrea 1. Fuck. 

Auf den Lamellen von Lactarius deliciosus Fr. in den Waldungen 
des Kriinm- und Rosenbacherberges. September. 

14. Sporormia De Not. 

73. (1018). S. minima Awd. in „Hedwigia" 1868, p. 66, c. ic. 

Auf Pferdemist bei üttik im August. In deren Gesellschaft: 

15. Sordaria Oes. 

74. (1019.) S. ßuicola Ces. et De Not. Schema sfer. p. 52. 

C. Discomycetes Fr. 

1. JPhacidium Fr. 

75. (1020.) P. Medicaginis Desm. in Anw. sc. nat. 1840, XIV, p. 11. — Auf 

lebenden Blättern von: 
Medicago sativaL. Im Sommer auf Feldern bei Laibach nicht selten. 

76. (1021.) P. gracile Niessl in Herb, et in „Oesterr. botan. Zeitschr." 1882, 

p. 357. An abgestorbenen, wahrscheinlich vorjährigen Zweigen von: 
Lycopodium Chamaecyparissus A. Br. Mitte August auf dem 
Golovcberge bei Laibach. Durch den hiesigen Fund fand sich 
V. Niessl veranlasst, die Diagnose dieses Pilzes, den er schon 
1861 an Lycopodium alpinum L. auf dem Altvater beobachtete, 
zu veröffentlichen. Sie lautet: „Meceptacula sparsa, minuta, 
orbicularia, depressa, coriaceo-memhranacea, fusco-atra, in 
lacinias pilures (4 — 8) obtusiusculas dehissentia, disculo 
flavescentia ; asci late ohlongi, in ferne parum attenuati sed 
subsessilis, 15—20 [j. longi, 6 — 9 lati, sporis octonis, 2—3 
sticUis, cylindraceo-clavatis, angustatis, unicellularis (an 
maturis?), 1 — 2 guttulatis, hyalinis, 5 — 6 longis, l'5—2 latis. 
Paraphyses coalitae parum superantes, simplices."* ^) 

2. Sporomega Corda. 

77. (1022.) S. dadopUla Dub. Hyst. p. 48, Nr. 2. — Hysterium c. Lev. in Moug. 

et Schimp. Veg. exs. 1243. An dürren Zweigen von: 

Vaccinium Myrtillus L. In den Waldungen des Rosenbacher- 
berges im März; selten. 

3. Hypoderma DG. 

78. H. virgultorum DC. Flor. Fr. V, p. 165. An trockenen Stengeln von : 

Spiraea Äruncus L. Im October in den Waldungen des Rosen- 
bacherberges. — Wurde von Saccardo (Michelia I, p. 57) 



1) Ausgegeben in Rab e nh o r s t - Win t e r 's : „Fungi europ. et extraeurop." Nr. 2959. 



Materialien zur Pilzkuude Iiraius. 



13 



auf demselben Substrate beobachtet. In Gesellschaft dieses 
Pilzes findet sich häufig Leptostroma Spiraeae Fr. ; etwa die 
Spermogüuieu der Hypoderina? 

4. Lophodermimn Chev. 

79. (1023.) L. Epimedii Oes. in Kl. Herb. myc. Nr. 1567 als Hysterium. — 

Saccardo in Michelia I, p. 56. Auf abgestorbenen Stengeln von: 
Epimedhim alpinum L. Am hohen Kulpaufer bei Oberrauth 
(ob Niedertiefenbach) im Gottscheer Bezirke, Ende Juli. 

80. (1024.) L. petiolicolum Fuck. Symb. myc. p. 255. 

An der Mittelrippe dürrer Eichenblätter {Quercus sessiliflora Bm.) 
in den Waldungen bei Laibach. 

5. Heterosphaeria Grev. 

81. (1025.) H. Patella Fr. Summa veg. Scand. p. 365. 

An abgestorbenen Umbelliferenstengeln bei St. Veit nächst 
Laibach im Juni; auf dem Grossgallenberge an Selinum 
Carvifolia L. 

6. Cenangium Fr. 

82. (1026.) a Pinastri Fr. 1. c p. 369 als Triblidium. — Tympanis P. Tul. — 

An dürren Aesten von: 

Äbies excelsa DC Im Herbste und Frühjahre bei Oberrosenbach 
häufig. 

7. Trochilia Fr. 

83. (1027.) T. Craterium Fr. 1. c. p. 367. An welken Blättern von: 

Hedem Helix L. Im Friedrichsteiner Walde bei Gottschee. 

8. Peziza L. 

84. (1028.) P. cerea Sow. Fung. t. 3. 

An faulenden l^a^/tts-Strünken in den Waldungen des Krimm- 
berges, September. 

85. (1029.) P. haemisphaerica Wigg. Flor. hols. p. 107. 

Heerdenweise auf feuchter Walderde des ßosenbacherberges, 
October. 

86. (1030.) P. leporina Batsch. EL p. 117. — Cooke Myc. Fig. 221. 

Auf feuchter Walderde ebendaselbst, October. 

87. (1031.) P. violacea Pers. Syn. p. 638. Ebenda, zur selben Zeit. 

88. (1032.) P. xantliomela Pers. 1. c. p. 665. Auf feuchter Erde an Strassen- 

gräben bei Laibach im August. 

9. Mollisia Karst. 

89. (1033.) M. Vossii Rehm nov. spec. in litt, ad me. ddo. 30. Aug. 1883. 

Perithecium parenchymaticum fuscum, versus marginem cellulis 
fuscis elongatis. Asci apice obtuse acutati, clavati, 8 spori. 



14 



Wilhelm Voss. 



75 : 12. Sporidia clavata, recta vel subcurvata, distieha, 
2 cellularia (interdum celluUs anisomeris), hyalina, 25:6. 
— Paraphyses filiformes, hyalinae, versus apicem sensim, 3 p- 
crassae. Jodi ope porus ascorum coerulee tingitur. — Tab. 
nostr. Fig. 6, a, b. 

Auf dürren Zweigen von Cytisus radiatus Koch. Ober-Rauth 
ob Unter- Tiefenbach bei Gottschee, Ende Juli 1883. — Das 
Hymenium ist grau. — Nach Eehm durch die Sporen von 
allen ihm bekannten Arten unterschieden.^) 

10. Dasyscypha Fuck. 

90. (1034.) I>. caZycwa Fuck Symb. myc. p. 305. Auf dürren, berindeten Arten von: 

AHes excelsa DC. und pectinata DC. im October. 

91. (1035.) D. cerina Pers. Obs. I, 43 als Peziza. An faulendem Holze von: 

Carpinus Betulus L. und Sorhus Äucuparia L. im Winter. Bei 
Laibach. 

11. Hyalopeziza Fuck. 

92. (1036.) H. ciliaris Schrad. Bot. Journ. 1799, II, 63 als Peziza. Heerden- 

weise auf faulenden Blättern von Castanea vesca Gärtn. und 
Quercus pedunculata Ehrh. Sehr häufig im August hinter Tivoli. 
Auf ersterem Substrate wurde sie ausgegeben in Thümen's 
Mycotheca univ. Nr. 2123. 

22. Pseudopeziza Fuck. 

93. (1037.) P. Ranunculi Fuck. Symb. myc. p. 290. An der Unterseite lebender 

Blätter von: 

Ranunculus acris L. Ende October auf Wiesen bei Laibach. 

Caltha palustris L. An Gräben im Herbste. Das Mycel verur- 
sacht grosse schwarze Flecken; an den ganz dürren Blättern 
erscheinen die Fruchtkörper. 

13. Sumaria Fuck. 

94. (1038.) H. gregaria Rehm. Asc. Nr. 6. Mitte August auf der Erde feuchter 

Strassengräben. Dr. Winter determ. 

14. Leucoloma Fuck. 

95. (1039.) L. axillaris Nees Syst. 258. In den Winkeln der Blätter von: 

Ätrichium undulatum (L.). Mitte December bei Tivoli. Die 
Fruchtbecher sind etwa 1 — 2 mm. breit und in einen dicken, 
kurzen Stiel zusammengezogen; die jüngeren aussen weisslich, 
ältere blassroth. Der Rand der Orangerothen Scheibe fein ge- 
wimpert. Die Schläuche sind cylindrisch, achtsporig. Sporen 
einreihig, elliptisch, beiderseits etwas gespitzt, hyalin, mit einem 



Wird in Rehm 's Ascomyceten zur Ausgabe kommen. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



15 



bis zwei Nucleoli. Länge zur Breite etwa wie 2 : 1. Die Para- 
physen sind so lang oder kürzer als die Schläuche, am freien 
Ende verdickt und mit orange gefärbtem Plasma erfüllt. — 
Leucoloma turhinata Fuck., die aui Polytrichium juniperinum 
wächst, ist von unserem Pilze verschieden durch: disco pal- 
lide flavo; sporidiis distichis; paraphysibus, ascis lon- 
giorihus, fuscis. 

15. Nvptera Fr. 

96. (1040.) N. pdllescens (Pers.). Fuck. Symb. myc. p. 4G des 1. Nachtrages. 

Auf dem Hirnschnitte dicker Aeste von Carpinus Betulus L, bei 
Roseneck im Januar. 

16. Geoglossum Pers. 

97. G. sphagnophilum Ehrb. Sylv. myc. berol. p. 30, Nr. 52. Voss in 

„Oesterr. botan. Zeitschr." 1882, p. 313 — 315. Wurde ausgegeben in 
Rabenh.-Winter's Fungi europaei Nr. 2845. Auf: 

Sphagnum cymhifolium Dill. Am Rande der Seefenster bei Bevke 
nächst Ober-Laibach und bei Lauerza am Rande alter Abzugs- 
gräben. Häufig im September. — Ich glaube, dass dieses an 
Sphagnen sitzende Geoglossum neben G. gldbrum Pers. als Art 
aufrecht zu erhalten sei. Aeusserlich durch den schuppenlosen^ 
vollen, am Grunde nicht weisslichen Stiel zu unterscheiden. 
Apothecia gregaria, solitaria vel subcaespitosa , gldbra, arida, 
fusco-atra vel olivaceo-atra, sicca, nigra, fragilia, altitud. 5—10 cm. 
Clavula cylindrata, rarissimae ovoidea, saepe compressa et canali- 
culata, longitud. 0'5 — 2 cm., crassitud. 3— 8 mm. Stipes plerumque 
distinctus, rectus vel rarius curvatus, levis. Äsei cylindraceo-clavati, 
apice attenuati, hreviter pedicellati, longit.l56 — 177 crassit.22—31 ]x. 
Sporae 6—8mae, conglohatae, in parte ascorum superiore plerumque 5 
inferiore 3, fusideo-elongatae, rectae vel leviter curvulae, dilute fuscae, 
6 — 7 septatae, longit. 73 — 80, crassit 6—8.'^) Paraphyses filiformis, 
articulatae, apice ovoideo-incrassato, dilute fulvae, conidia formans. 
Conidia simplicia, ovoidea vel ellipsoidea dilute fulvae. Tab. nostr. 
Fig. 7, a—c. 

D. Gymnoasci Bref. 
1. Exoascus Fuck. 

98. (1041.) E. CarjpmiRostr.Botan.Centralblattl881,Nr.4— 5.AndenBlätternvon: 

Carpinus Betulus L. Bei Laibach. Das Mycel bewirkt die Bildung 
von Hexenbesen an der Hainbuche, 



Karsten's genaue Diagnose (Mycologia fennica I, p. 30), die beste, die ich kenne, gibt 
für G. Gldbrum Pers.: Aaci 92—110 : 10—12; Sporae 22—25 : 4—6. 



16 



Wilhelm Voss. 



Anhang. 

Frotosporeiifrlichte der Asconayceten. 
(Fungi imperfecti.) 

a) Dicliaenacei Fr. 

1. Excipiila Fr. 

99. (1042.) M Heraclei Rabenh. D. K. F. I, p. 152. Auf der Unterseite der 
Blätter von: 

Heracleum Sphondylium L. Mitte August im Laibacher Stadt- 
walde. 

100. (1043.) E. macrotricha B. et Br. Cooke, Handb. p. 458. An den abgestor- 

benen Stengeln von Gentiana asclepiadea L, im November. Die 
Perithecien, von der Grösse der Mohnsamen, sind allseits dicht 
mit schwarzen Borsten bedeckt. Die hyalinen Spermatien sind 
bogig oder halbmondförmig und besitzen drei bis vier Nucleoli. 

b) Cytisporacei. 

2. Cptispora Ehrb. 

C. sp. Flick. Symb. myc. p. 201 . Auf der Einde abgestorbener Stämme von : 
Abies pectinata DC. Im November, Nach Fuckel, Fung. 
spermogonium der Valsa Kunzei Nke. 

3. Micropera B, et Br. 

101. (1044.) M. Drupacearum Lev. Ann. sc. nat. III, V, p. 283 pr. p. — M. Sorbi 

Thüm. An dürren, berindeten Aesten und Zweigen von: 

Sorbus Aucuparm L. Auf dem Rosenbacherberge im December, 
Spermatien hyalin, ungetheilt, fadenförmig, zugespitzt und ver- 
schieden gebogen. Nach Fuckel (Symb. p. 268) der Pycnidien- 
pilz zu Cenangium incomtans (Fr.). 

c) Sphaeropsidei Lev. 

4, Leptostroma Fr, 

102. (1045.) L. Spiraeae Fr. Syst. myc. II, p. 599. An trockenen Stengeln von: 

Spiraea Aruncus L. In Gesellschaft mit Hypoderma virgul- 
torum DC. Etwa der Spermogonienpilz dazu? 

103. (1046.) L. Scorodoniae Lib. Thüm. Mycotheca univ. 1576. An abgestorbenen 

Stengeln von: 

Teucriu7n Scorodonium L. Ende August in der Waldung des 
Rosenbacherberges. 



Materialien ztir Pilzkunde Erains. 



17 



104. L. herbarum Lk. Handb. III, p. 345. An abgestorbenen Stengeln von: 

Laserpitium latifolium L. Friedrichssteiner Wald bei Gottschee. 

105. (1047.) L. vulgare Fr. Sjstema myc. II, p. 599. Auf dürren Ranken von: 

Buhus fruticosus L. Nach Tulasne die Spermogonienform von 
Hypoderma virgultorum DC. Forraa Rubi. 

5. Discosia Lib. 

106. D. Artocreas Fr. Beobachtete ich bei Laibach auf dürren Blättern 

von Fagus sylvatica L. und bei Gottschee an jenen von Pyrola 
secunda L. 

6. JPhoma Desm. 

107. (1048.) F. ramealis Desm. in Ann. sc. nat. 1850, XIV, p. 113. An der Rinde 

abgestorbener Zweige von Evonymus europaeus L. Im December 
bei Laibach. 

P. herbarum West. Wurde noch an abgestorbenen Stengeln von 
Ängelica sylvestris L, und Selinum Carvifolia L, bei Roseneck 
gefunden. 

d) Phyllo stictei Fr. 

7. Asteroma DC. 

108. (1049.) A. Juncaginearum Rabenh. DC. F. I, p. 14. An den Stengeln von: 

Triglochin palustre L. Im August auf Sumpfwiesen bei üttik. 

109. (1050.) Ä. Campamdae DC. in Mera. Musee Hist. nat. 1817, III, p. 328. — 

Dothidea Campanulae Fr. — Xyloma C. DC. flor. fran9. An 
lebenden Blättern von: 

Campanula Traclielium L. Ende Juli im Friedrichssteiner Walde 
bei Gottschee, nicht selten. 

8. SejHoina Fr. 

110. (1051.) S. Anemones Desm. Ann. sc. nat. 1838, X, 310, An der Unterseite 

welkender Blätter von Anemone nemorosa L. Bei Laibach im 
Juni gemein. — Spermatia ßiformia, recta vel leniter curvata, 
guttulata, hyalina, numerosa. 

111. (1052.) /S". 2y?/co|9i Pass. in Raben h..Fungi europ. 2358. An den Blättern von : 

Lycopus europaeus L. Im November nicht selten in den Wal- 
dungen des Rosenbacherberges. 

112. S. Orchidearum West. An lebenden Blättern von Orchis mascula L. 

Im Juni auf Wiesen des Grossgallenberges. 

113. (1053.) S. Orobi Pass. in Rabenh. Fungi 2256. Auf den Blättern von: 

Orobus luteus L Im Friedrichssteiner Walde bei Gottschee, 
Ende Juli. 

114. (1054.) S. Violae Westd. in Kx. Flor. Fland. L — Saccardo, Michelia I, 

p. 183. — Spermatiaa filiformia, recta v. flexuosa, hyalina, (?) 

Z. B. Ges. B. XXXJV. Abh. 3 



18 



Wilhelm Voss. 



obsolete guttulata. An den Blättern von Viola palustris L. — 
Auf dem Sphagnetum Kostajnovca bei Bevke im Juli. 

9. Phyllosticta Pers. 

115. *P. carniolica Voss nov. spec. Oesterreich, botan. Zeitschr. 

1883, p. 174. 

Peritheciis epiphyllis, minutissimis, atris, gregareis, conicis, in 
macula expalleseentia, plerumgue marginali fusco-purpureo cincta. 
Spermatiis ovalis, cylindraceis vel pyriformis, simplicibus, 2 — 3 
guttulatis, hyalinis, magnitudine varia. Tab. nost. fig. 8. 
Auf überwinternden Blättern von: 
Daphne Blagayana Frey. Auf der Nordseite des Laurenziberges 
zu Billichgratz, gegen Ende der Blüthezeit der Nährpflanze, 
im April. Hierher gehört auch der in „Materialien" I, sub 
Nr. 268 ausgewiesene Pilz. — Von Ph. laureola Desm. durch 
die verschieden gestalteten, getropften Sporen unterschieden. 

116. (1055.) P. Plantaginis Sacc. Michelia I, p. 140. An der Oberseite der 

Blätter von: 
Plantago major L. Bei Laibach im Herbste. 

10. Ascochyta Lib. 

117. (1056.) A. limbalis Sacc. 1. c. p. 161. An den Blättern von: 

Buxus sempervirens L. Am Fusse des Grossgallenberges im Mai. 

e) Gymnomycetes Fr. 

11. Isaria Hill. 

118. (1057.) J. aracJmophila Ditm. in Sturmis Deutsch. Fl., 3. Abth., 1. Bd., p. 3, 

Taf. 55. 

Auf dem Körper einer kleinen Spinne im August bei Laibach. 

119. (1058.) J. farinosa Fr. Syst. myc. III, p. 372, var. crassa. 

Auf todten Schmetterlingspuppen im Walde bei Tivoli, August. 

12. Graphium Corda. 

120. (1059.) G. phyllogenum Desm. in Tul. S. F. C. II, p. 288. Auf den Blättern 

cultivirter Erdbeeren (Fragaria) im Sommer und Herbste nicht 
selten. 

13. JDinemasporium Sacc. 

121. (1060.) D. hispidulwn Sacc. Fungi venet. novi Ser. V, p. 211. — Peziza 

h. Schrad. Journal f. Botanik 1799 II, p. 64. Auf cariösem 
Holze von: 

Bohinia Pseudacacia L. Laibacher Schlossberg im März. 
14. Fusisporium Link. 

122. (1061.) F. calceum Desm. — Bamularia c.^Sacc. An den Blättern von: 

Glechoma hederacea L. Ende Mai auf dem Eosenbacherberge. 



Materialien zur Filzknnde Kraiua. 



19 



Selten. Höchst wahrscheiulich derselbe Pilz, welchen Unger 
im Exanth. p. 167 unter Cylindrosporium concentricum auf- 
führt. Seine Sporen sind hyalin, cylindrisch, beiderseits abge- 
rundet, selten etwas gespitzt. Der gleiche Pilz liegt in 
Thümen's Mycotheca univ. sub Nr. 1180. 

123. (1062.) F. Kühnii Fuck. Symb. myc. p. 871. Auf der Rinde von Aesculus, 

verschiedene Moose und Flechten zerstörend, im April. 

15. Fusarium Link. 

124. F. roseum Lk. Obs. I, p. 8. An der Rinde abgestorbener Zweige von : 

Äila7ithus glandulosa L. Bei Laibach im Juli. 

16. Gloeosporium Desm. et Mont. 

125. (1063.) G. Carpim Desm. Ann. sc. nat. 1853, XX, p. 214. An welkenden 

Blättern der Hainbuche im Herbste. 

126. (1064.) G. Fagi Fuck. Symb. myc. 1. Nachtrag, p. 52. An der Oberseite 

noch lebender Buchenblätter. Rosenbacherberg. 

127. G. Phecopteridis Fmnk in „Krankheiten der Pflanzen" 1880, p. 61. 

Fusidium in „Materialien" II, Nr. 228. An den (sterilen) Wedeln von : 
Struthiopteris germanica Willd. Im Selzacherthale bei Laak 
am Wege von Eisnern nach Zallilog, Anfangs August. 

17. JLeptothyrium Kze. et Schm. 

128. (1065.) L. Coryli Fuck. Symb. myc. p. 120. An welkenden Blättern von: 

Corylus Ävellana L. Im November. 'Na.ch Fuck e\ Fung. sper- 
mogonium seiner Gnomonia Coryli, die häufig damit vorkommt. 

18. Myriocephalum De Not. 

129. (1066.) M. densum Fuck. L c. p. 351. 

a. Carpini. Auf den Zweigen der Nährpflanze im Winter bei Tivoli. 

130. (1067) M. laxum Fuck. L c. An abgestorbenen Zweigen von: 

Fagus sylvatica L. Anfangs Juni bei Zwischenwässern. 

19. Asterosporium Kze. 

131. (1068.) Ä. Hoffmanni Kze. in Botan. Zeitsch. 1819, I, p. 225. — Stilbo- 

spora asterospora Hoffm. An trockenen Zweigen und Aesten von : 
Fagus sylvatica L. Mitte December im Walde bei Tivoli. 

20. Melanconium Link. 

132. (1069.) M. hicolor Oda. Ic. I, Tab. 1, Fig. 33. Auf der Rinde von : 

Carpinus Betulus L. Im December bei Laibach. Auf dem 
Stamme dieser abgestorbenen Hainbuche fanden sich noch 
Stilbospora angustata Oda., Myriocephalum densum Fuck., 
Pezicula carpinea Tul. und Tremella sarcoides. 

3* 



20 



Wilhelm Vos 



133, (1070 ) M. spJiaerospermum Liuk. Spec. II, 91. An dürren Halmen von: 

Phragmitis communis Trin. Bei Kaltenbrunn im Juli. 

f) Uypliomy cetes Fr. 

21. Oidium Link. 

134. 0. erysiphoides Fr. Wurde noch beobachtet an den grundständigen 

Blättern von: 

Biscutella laevigata L. Auf felsigen Abhängen des Savethales 
bei Zvfischenwässern im Juni. 



22. Naemafoffonium Desm. 

135. (1071.) iV. aurantiacum Desm. Ann. sc. nat. 1834, II, 70. — SporotricMum a. 

Fr. Syst. myc. III, p. 423. — An der Rinde einer abgestorbenen 
Eiche {Qu. sessiliflora Sm.) im December. 

23. Cladosporium Link. 

136. (1072.) C. ampelinum Pass. in Erbario crittog. ital. Ser. II, no. 595. An 

den Blättern von: 

Vitis vinifera L. Im August bei Laibach. 

137. (1073.) C. Roesleri Cattaneo in Bollet. Comiz. agrario Vogherese 1876. 

An der Unterseite derselben Nährpflanze, öfter mit Peronospora 
viticola Bary. Ebenfalls bei Laibach und zur selben Zeit. 

138. (1074.) C. fasciculare Fr. Syst. myc. III, 370. An Stengeln und Blättern von: 

Lilium hulbiferum L. Mitte September in Gärten. Der Pilz 
erzeugt auf den Blättern weisse, ovale oder rundliche Fleckeu, 
auf deren Ober- und Unterseite die Räschen mit den Conidien 
auftreten. 



24. Cercospora Fres. 

139. C. Apii Fres. Beitr. zur Mykologie, p. 91. An den lebenden Blättern von : 

Pastinaca sativa L. Auf dem Laibacher Schlossberge im August. 

140. (1075.) C. ferruginea Fuck. Symb. myc, p. 354. Auf der Unterseite der 

Blätter von: 

Ärtemisia vulgaris L. Schutthalden des Kankerthales bei Krain- 
burg im Juli. Ist nach Fuckel (2. Nachtrag, p. 20) Conidien- 
pilz der Sphaerella ferruginea Fuck. 

141. (1076.) C. Nasturtii Pass. in „Hedwigia" 1877, p. 124. Auf den grund- 

ständigen Blättern von: 
Nasturtium sylvestre DC. Brachen bei Laibach im August; 
häufig. 

Die Vegetation dieses Parasiten verursacht rundliche, weisse 
Blattflecken, auf deren beiden Seiten die schwärzlich gefärbten 



Materialien zur Pilzkunde Kraina. 



21 



Fruchthypbeu durclibrechen. Die langen, hyalinen Conidieu 
sind am oberen Ende zugespitzt, unten abgerundet, gerade 
oder schwach gebogen und haben in den unteren zwei Dritt- 
theilen 7—8, doch auch mehr, deutliche Scheidewände. Länge 
90—120 a, Breite, an der dicksten Stelle, 5—6 [x. Tab. nost. 
Fig. 9. — Dieses zur Ergänzung der etwas dürftigen Original- 
diagnose. 

142. (1077.) C. Thalictri Thüm. in Contrib. ad flor. myc. Lusit. Nr. 17. An 

den Blättern von: 

Thalictrum Jacquinianum Koch. Im Walde nacht Untertiefen- 
bach bei Gottschee, Ende Juli. — Die Conidien unserer Form 
sind wohl etwas kleiner als die der portugiesischen Type. 

25. Ramularia Ung. 

143. J^. oreophila Sacc. Michelia II, p. 382. — An der Unterseite der 

Blätter von: 

Ästrantia major L. Mitte Juni im alten Savebette bei Jeschza. 
Die befallenen Blätter zeigen unregelmässige, vom Blattrande ver- 
laufende, dunkelbraune Flecken (ähnlich jenen, worauf die 
Becher der Pseudopeziza Astrantiae Niessl erscheinen). In der 
Mitte dieser Flecken findet sich eine weisse, ausgebleichte 
Stelle und auf deren Unterseite die sehr zarten Rasen des Pilzes. 
— Die gebüschelten, wellig gebogenen und farblosen Frucht- 
hyphen entwickeln längliche, zweizeilige, beiderseits abgerundete, 
hyaline Conidien. — Den gleichen Pilz beobachtete ich auch 
im Walde nächst Untertiefenbach bei Gottschee. 

144. (1078.) M. Primulae Thüm. Symbolae ad flor. myc. austriacam, Nr. 26. 

An Blättern von: 
Primula acaiiUs Jacq. Auf wiesigen Abhängen bei Bischofs- 
lak im Juni. 

145. (1079.) P. Scopoliae Voss in Oesterr. botan. Zeitschr. 1883, p. 174. 

Maculis epiphyllis irregularis fuscis; caespitulis hypophyllis 
effusis, griseis; hyphis hrevibus; conidiis cylindraceis, simplicibus vel 
uniseptatis, hyalinis. Tab. nost. fig. 4. 
Im August auf welken Blättern von: 
Seopolia atropoides Schult. An den Abhängen des Vogelberges 
bei Idria. Die Sporen haben viele Aehnlichkeit mit jenen 
der B. Gerann Fuck., Symb. myc. p. 361, T. 1, Fig. 23, doch 
fehlt ihnen das Spitzchen. 

146. (1080.) B. Stellariae Rabenh. in Fungi europ. Nr. 1466. Auf den Blättern von: 

Stellaria nemorum L. An schattigen Waldrändern des Hrast- 
nicathales bei Bischofslak im Juni. Ein Pilz von kurzer 



22 



Wilhelm Vo 



Lebensdauer, der das Blattparenchym aufbraucht, so dass nur 
die hyaline Epidermis zurückbleibt (Rabenh. 1. c). 

26. Ftisidiam Link. 

147. F. eburneum Schrot, in Cohn's „Beiträge zur Biologie der Pflanzen", 

2. Bd., p. 373. Auf der Unterseite lebender Blätter von: 
Manunculus 7'epeus L. Wiesen bei Laibach im Mai. Hierher 
gehört auch der in,, Materialien "L subNr.295 ausgewiesene Pilz. 

148. F. Banunculi Bon. Handbuch, p. 43. An den Blättern von: 

Manunculus acris L. Ebenda. Diese Art, der früheren sehr 
ähnlich, ist nach Schröter, 1. c. p. 370, der Conidienpilz 
von Entyloma Banunculi (Bon.). 

27. Fusicladium Bon. 

149. (1081.) F. Ä'or^fMPass. Frank, „Krankheitend. Pflanzen". An den Blättern von: 

Sorghum vulgare Pers. Im landwirthschaftlichen Garten der 
hiesigen Lehrerbildungsanstalt, Ende September. Bewirkt 
augenförmige, beiderseits mit einem blut- oder braunrothen 
Eand umsäumte Flecken von verschiedener Grösse; auf der 
Unterseite eines gelb-bräunlichen Mittelfeldes findet man die 
Sporen als staubartigen Anflug. — Da die Moorhirse in 
einigen Gegenden Krains (Tschernembl, Wippach) gebaut 
wird, so dürfte dort der Parasit sicher anzutreffen sein. 

28. Septocylindrium Bon. 

150. (1082.) S. Bonordenii Sacc. Michelia I, p. 89. Cylindrium septatum Bon, 

Handbuch p. 35, Fig. 16. An welkenden Blättern von: 
Galanthus nivalis L. Im April im Laibacher Stadtwalde. 

29. Cylindrosporium Grev. 

151. C. concentricum Grev. Crypt. scot. I, T. 27. Auf der Unterseite 

der Blätter von: 

Symphytum officinale L. Wiesen des Stadtwaldes im Mai. 

152. C. Uredinis Voss. Sehr zarte Easen auf und zwischen den Raschen von : 

Uredo Circaeae Alb. et Schw. der Circaea luteliana L. Im 
September bei Roseneck. 

IV. Basidiomycetes De Bary. 

A. Gasteromycetes Fr. 

1. Lycoperdon Tournf. 

153. L. exipuliforme Scop. flor. cam. II, p. 488. 

In der Waldung bei Oberrosenbach, Ende September. (Cf. Schäffer, 
Icou. T. 187, Fig. 1.) 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



23 



154. L. gemmatum Batsch, Elench. 147, var. echinatum. 

Vereinzelt am Rande der Wälder des Golovc im August, 

155. (1083.) L. puctatum (Rostk. in Sturm 's Flora, 5. Bd., p. 27, T. 12 als 

Langermann ia.) Der etwa 8 Cm. lange, gerade oder gebogene Stiel 
trägt am Ende die kugelige, gelblich graue, dünnhäutige und 
gebrechliche Peridie, die zur Reife in einzelne Felder zerreisst. 
Das Capilitium lässt sich leicht als kugelige flockige Masse vom 
Stiele abheben. Der Stiel ist allseits mit Gruben und Furchen, 
noch mehr als die Rostkovius'sche Abbildung zeigt, versehen. Die 
Sporen sind gelbbraun, kugelig, stachelig und fallen ungestielt ab. 

C. Deschmann fand diesen Lycoperdon Anfangs November 
im Fichtenwäldchen (auch Rostk ovius fand denselben unter 
Fichten) nördlich vom Militärexerzierplatze gegenüber von Kalten- 
brunn, links von der nach Salloch führenden Bahn, und war so 
gütig mir davon zu überlassen. 



2. Geaster Mich. 

156. (1084.) G. fimhriatus Fr. Syst. myc. III, p. 16. 

Anfangs September gruppenweise im Walde hinter Tivoli. 

157. (1085.) G. rufescens Pers. Syn. p. 134. 

Unter Gebüsch in der Waldung des Rosenbacherberges im October, 
selten. 



B. Hymenomycetes Fr. 

Agaricini. 
1. Agaricus Linn. 

158. (1086.) A. (Amanita) pantherinus DC. Flor. fran?. VI, p. 52. — Schäffer, 

Icon. T. 90. 

In den Waldungen des Rosenbacherberges bei Laibach, Mitte 
October. 

159. A. (Amanita) muscarius L. Spec. plant. II, 1640. 

Auf dem Golovc Anfangs November. Ist um Laibach nicht häufig. 

160. (1087.) A. (Lepiota) cristatus Alb. et Schw. Consp. p. 145. 

Auf Grasplätzen bei Laibach, um Kaltenbrunn und auf dem 
Krimmberge. Von August bis September sehr häufig. 

161. (1088.) A. (Lepiota) acutesquamosus Weim. Syll. I, p. 70. 

Ende September in Gartenanlagen Laibachs. Nicht häufig. 

162. (1089.) A. (Clitocyhe) candicans Pers. Syn. p. 456. 

Zwischen faulenden Blättern in den Waldungen des Grossgallen- 
berges. September. 



24 



Wilhelm Vos 



163. (1090). A. (Tricholoma) terreus Schäff. Icon. T. 64. 

Truppweise auf Wiesen bei Laibach im September. 

164. (1091.) A. (Hebeloma) fastibilisFT.Epicrisisvl^S. — 8 Mi fer,lcoTi.T.22\. 

In den Waldungen des Rosenbacherberges im October. 

165. A. (Mycena) acicula Schaff. Icon. T, 222. — A. coccineus Scop., 

A. Scopolii Lasch. 
Zwischen Mnium undulatum Hedw. auf dem Rosenbacherberge 
im März. 

166. (1092.) A. (Omphalia) Fibula Bull. T. 186. 

Auf feuchten moorigen Wiesen am Fusse des Rosenbacherberges 
im August. 

167. (1093.) A. (Omphalia) Epicliysimn Pars. Ic. pict. T. 13, Fig. 1. 

Auf bemoosten Stämmen von TJlmus campestris L. bei Kalten- 
brunn; im August häufig. 

168. (1094.) A. (Pleurotus) serotinus Schrad. Abb. Schw. 3. 

An dem Stamme einer abgestorbenen Eiche bei Tivoli; vom 
October bis December. 

169. (1095.) A. (Pleurotus) lignitalis Fr. Syst. Myc. I, p. 94. 

An Zäunen aus berindetem Eichenholze im Herbste. Nach 
Kalchbrenner's gütiger Mittheilung passt die Beschreibung 
nicht ganz auf unseren Pilz, welcher sich dem A. limpidus Fr. 
nähert. 

170. (1096.) A. (Clitopilus) Orcella Bull. T. 573, Fig. 1. 

Auf modrigem Waldboden des Krimberges ; nicht selten im Herbste. 

171. (1097.) A. (CrepidotusJ mollis Schaff. Icon. T. 213. 

Heerdenweise an alten Stämmen bei Kaltenbrunn im August. 

172. A. (Psalliota) campestris L. Flor. Suec. 1205. 
Var. alba Berk. Bei Laibach im Juli. 

Var. vaporarius Krombh. In Gärten auf stark gedüngtem Boden. 

173. (1098.) A, ( Stropharia) stercorarius Fr. Syst. myc. I, p. 291. 

Truppweise auf gedüngten Wiesen im Stadtwalde, häufig. 

174. (1099.) A. (Psathyra) spadiceo-griseus Schäff. Icon. T. 237. 

Am Grunde alter Stämme, einzeln oder gehäuft; im August bei 
Laibach. 

175. (1100.) A. (Panaeolus) fimicola Fr. Syst. Myc. I, p. 301. Auf Grasplätzen 

im August. 



2. Coprinus Pers. 

176. (1101.) C. fuscescens Schäff. Icon. T. 17 als Agaricus. 

In dichten Rasen am Grunde der Rosskastanien in den Alleen 
Laibachs im Herbste. 

177. (1102.) C. comatus Flor. Dan. als Agaricus c. 

Anfangs September an Wegen im Walde bei Tivoli häufig. 



Materialien zur Pilzkunde Krnins. y . -- 

25 

178. (1103.) C. domesticus Pers. Sjn. p. 404 als J.(/anct«s d. 

Auf Schutt heerdenweise im September. 

3. Hygrophorus Fr. Ul\I7KnS:T 

179. H. conicus Scop. Flor, carii. als Agaricus. — Fries., Hym. europ. 

p. 419. 

Auf dem Roseubacherberge und auf Wiesen bei Stephansdorf 
im August; es wurde auch eine Form mit weissen Lamellen, 
wie sie Schaff er auf T. 2 sub Fig. 2 abbildet, beobachtet. 

4. Hussitla Pers. 

180. (1104.) JR. aurata Wilh. Fries, Hym. europ. p. 452. 

Im August im Nadelholzwalde bei Uttik. Eine Form mit rothem 
Hute (ähnlich wie Fig. 2 und 3 auf Schaff er 's Tafel 15). 
Durch das citroneugelbe Fruchtfleisch, einfache und breite, 
auf der Schneide ebenso gefärbte Lamellen und den weissen, 
etwas glänzenden, fein gestreiften Stiel leicht kenntlich. Ist 
selten. 

5. Marasmius Fr. 

181. M. Eotula Scop. in Flor. carn. als Agaricus. 

Truppweise im September auf faulenden Zweigen aufsitzend. In 
den Waldungen des Rosenbacherberges nicht selten. 

Polyporei. 
1. Boletus Dill. 

182. (1105.) B. subtomentosus L. Flor. Suec. Nr. 1251. 

Im Herbste bei Laibach, und zwar eine Form, wie sie S^chäff er 
auf T. 12 sub Fig. 2 abbildet. 

183. (1106.) B. cyanescens Bull. T. 328. 

In lichten Gehölzen am Abhänge des Golovc bei Kroisenegg einzeln 
und nicht häufig, Ende August. Eine Form mit strohgelbem, 
flachem Hute. 

184. (1107). B. variegatus Sn. Fries, Hym. europ. p. 501. 

Anfangs September in den Waldungen des Eosenbacherberges. 

185. (1108.) B. Intens L. Flor. Suec. Nr. 1247. 

Ende September bei Unterrosenbach; nicht häufig. Hat den mit 
bräunlichen Punkten besetzten Stiel, sowie das gelbliche Fleisch 
des B. granulatus L., jedoch den für B. luteus charakteristischen 
Bing. (Vergleiche übrigens Kabenh. D. K. Fl., 1. Aufl., I. Bd. 
p. 442.) 

2. Polyporus Fr. 

186. (1109.) P. lacteus Fr. Syst. Myc. I, p. 359. 

An Zäunen bei Laibach im Winter; nicht selten. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 4 



26 



Wilhelm Voss. 



187. (1110.) P. dichrous Fr. 1. c. p. 364. 

An faulenden Strünken von Pinus. Auf dem ßosenbacherberge. 

188. (IUI.) P. sanguinolentus Alb. et Schw. Consp. p. 257 als Boletus. — Fries 

1. c. p. 383. 

An faulenden Baumstrünken; auch neben den befallenen auf 
feuchter Erde. Bei Tivoli. 

189. (1112.) P. giganteus Pers. Synop. p. 521 als Boletus. 

In sehr mächtigen Rasen, am Grunde alter Stämme. In der 
Saveau bei Jeschza im September. 

190. (1113.) P. Pes caprae Pers. Champ. comm. 241, T. 3. 

Auf Waldboden im October; Golovc ober Rudnik. 

3. Trametes Fr. 

191. (1114.) T. serialis Fr. Hym. europ. p. 585. 

Auf alten Pfosten (Pinus) im December bei Tivoli. 

4. Merulius Hall. 

192. (1115.) M. serpens Tode. Fries, Hym. europ. p. 593. 

An Pfostenholz im November. Im jugendlichen Zustande gelb, 
später zimmt- bis rostbraun, weiss gerandet; 5— 6 cm. breit 
und bis 30 cm. lang. 

193. (1116.) M. tremellosus Schrad. Spie. p. 139. 

In dachförmig abstehenden Hüten an der Rinde von Castanea 
vesca Gärtn. Rosenbacherberg im October. 

5. Solenia Hoffm. 

194. (1117.) S. anomdla Fuck. Symb. myc. 1. Nachtrag, p. 2. 

An der Rinde von Juglans regia L. im Februar. 



Hydnei 

1. Irpeoß Fr. 

195. (1118.) J. spathulatus Schrad. Spie. p. 178 als Hydnum. — Fries, Elenchus I, 

p. 146. 

Auf Fichtenrinde in den Waldungen desRosenbacherberges, Januar. 

196. (1119.) Z lacteus Fries, Elenchus I, p. 145. 

An Stämmen der Laubhölzer, z. B. Sorbus aucup., Bobinia; 
im Herbste auf dem Golovc. 

2. Hydnum L. 



197. (1120.) H. squamosum Schaff. Icon. T. 273. 

Auf feuchter Walderde im November auf dem Golovc. 



Materialien zur Pilzkunde Erains. 



27 



198. H. coralloides Scop. Flor. carn. p, 472. 

Auf morschen Stämmen im Schneeloche des Hornwaldes (Gott- 
schee). C. Deschmann im 3. Jahresb. d. Vereines d. krain. 
Landesmuseums 1862, p. 228. 

199. (1121.) H. pudorinum Fries. Hym. europ. p. 612. 

Auf der Rinde von Crataegus im Laibacher Stadtwalde. Leg. 
A. Paulin. 

200. (1122.) H. nigrum Fries. Obs. I, p. 134. — Syst. Myc. I, p. 404. 

Truppweise im Nadelholzwalde bei Uttik. Mitte August. 

3. Radulum Fr. 

201. (1123.) R. quercinum Pers. Obs. II, p. 17 als Odontia. — Fries, Epicrisis 

p. 525. 

Auf der Borke abgestorbener Eichen bei Tivoli im November. 

4. Graiidinia Fr. 

202. (1124.) G. crustosa Pers. Obs. II, p. 16 als Odontia. — Fries, Epic, p. 528. 

Bildet an Balken 5 — 6 Cm. lange, weisse Krusten. Im November 
bei Roseneck. 

5. Phlebia Fr. 

203. (1125.) P. merismoides Fr. Syst. Myc. I, p. 427. 

An alten Stämmen von Carpinus Betulus L. im November 
bei Laibach. 



Äuriculariei, 

1. Thelephora Erh. 

204. (1126.) T. sebacea Pers. Syn. Fung. p. 577. 

Auf dem Erdboden, verschiedene Vegetabilien überziehend. 
In den Waldungen bei Laibach im Herbste nicht selten. 

205. (1127.) T. caesia Pers. Syn. p. 577. — Obs. Myc. I, T. 3, Fig. 6. 

Forma tenuior, glabrata, grisea (Kalchbr.). Ebenso wie die 
vorige Art. 

2. Corticium Pers. 

206. (1128.) C. cinereum Pers. Disp. p. 31. 

Auf der Rinde von Tilia parvifolia Ehrh. bei Tivoli im Juli. 
Sporen hyalin, oval oder eiförmig, gerade, selten bogig, 3 bis 
4 [j. lang, 1 (j. breit. 

207. (1129.) C. laeve Pers. Disp. p. 30. 

Auf faulenden Baumstrünken in den Waldungen bei Laibach. 

4* 



28 



Wilhelm Voss, 



Clavariei, 
1. Ciavaria L. 

208. (1130.) C. fragilis Holmsk. var. gracilis Pers. Auf Grasplätzen im Herbste. 

209. (1131.) C. fusiformis Sov. T. 234. 

In den Waldungen des Eosenbacherberges im October. Einzeln 
oder gebüschelt, röhrig, gelb, 6—8 Cm. hoch. 

TremellinL 

1. Guepinia Fr. 

210. (1132.) G. Buccina Sacc. Myc. Venetae Spec. p, 6, T. VIII, Fig. 1—6. 

Auf berindetem, zu Geländern verwendetem Eichenholze im Juli 
bei Kaltenbrunn. FuckeTs G. tubaeformis (Symb. p. 30) 
ist, der Beschreibung nach, ein sehr ähnlicher Pilz, der auch 
auf dem gleichen Substrate wächst. Er dürfte sich wohl 
nur durch die Grösse und Form der Sporen unterscheiden. 



V. Myxomycetes Wallr. 

1. Dictydium- Schrad. 

211. (1123.) B. umUUcatum Schrad. Gen. II, T. 5, Fig. 6. 

Heerdenweise auf faulenden Strünken der Laub- und Nadel- 
hölzer, im Juni bei Laibach. 

2. Ceratium Alb. et Schw. 

212. (1134.) C. hydnoides Alb. et Schw. Comp. p. 358. 

Mit den Plasmodien auf faulenden Strünken häufig im Herbste. 

3. Arcyria Hill. 

213. (1135.) Ä. cinerea Pers. Sjn. 184. 

Auf faulenden Strünken im August. Sporangien anfangs weiss, 
später grau. 

4. Didymium Schrad. 

214. (1136.) D. Libertianum Bary, Mycetoz. p. 123. — Raben h. Fangi europ. 

Nr. 1423. 

Auf dem Golovc im August, an welken Eichen- und Buchen- 
blättern. 

5. Physarum Pers. 

215. (1137.) P. leucophaeum Fries. Symb. Gastr. 24. — B. albipes Bary. — 

Auf Eichenrinde im October bei Tivoli. 



Materialien znr Pilzkunde Krains. 



29 



VI. Sterile Mycelien. 

216. (1138.) Rhi^omorpha aquaeductorum Thürn. FuQgi austr. 1198 et Mycotheca 

univ. 398. 

In den Röhren der Tivoli- Wasserleitung und diese fast verstopfend. 

217. Sclerotium Clavus DC. An Festuca elatior L. auf Wiesen bei 

Laibach und an Holcus lanatus L. auf dem Golovc. 



Einige neue Fundorte seltener Pilze. 

1. Uroct/sHs pompholygodes 'RB.henh. auf Helleborus viridis L. An der Strasse 

zwischen Dvor und Billichgratz im Mai. 

2. Uromyces Aconiti Fuck. Im alten Savebett bei Jeschza nächst Laibach, 

Mitte Juni. An derselben Stelle war einige Wochen vorher das Aecidium 
hifrons reichlich aufgetreten, 
o. Aecidium albescens Grev. auf Adoxa. Bei Bischofslak in Oberkrain, Mai. 

4. Pseudopeziza Saniculae Niessl. F. Astrantiae. Im alten Savebett bei Jeschza 

auf Astrantia major L. 

5. Pseudopeziza Jungermaniae (Nees). Auf Jungermania bicuspidata L. An 

Waldwegen der nördlichen und nordwestlichen Ausläufer des Schischkaer- 
berges, häufig im April. Leg. et comm. C. Deschmann. 

6. Polyporus varius (Pers.) Auf dem Laurenziberge bei Billichgratz an Buchen- 

strünken. 

7. Auricularia mesenterica Fr. An abgestorbenen Aesten von Aesculus Hippo- 

castanum. Alleen bei Laibach im März. 

Bei einer Excursion ins Gottscheer-Gebiet wurden, nebst den im Texte 
genannten Arten, noch folgende beobachtet. In den Waldungen des 
Friedrichsteins: Uromyces auf Aconitum Lycoctonum L., Peridermium 
elatinum Kze. et Schm. auf Abies pectinata DC, Coleosporium auf Aposeris 
foetida, Phragmidium fusiformis Schrot, an Posa alpina L. (auch die 
Aecidienform, in grossen dicken Polstern an den unreifen Früchten), 
Puccinia Asari Link, P. Luzulae Lib. in der Uredoform auf Luzula pilosa, 
P. Solidaginis Lib. sehr reichlich, Ramularia Heraclei Sacc. auf Heracleum 
Sphondylium L. — Puccinia Malvacearum Mntg. findet sich auf Althaea 
in Hausgärten der Stadt Gottschee. 

Einige Arten wurden auf noch nicht beobachteten Substraten gefunden. 
Erwähnenswerth erscheint mir: Epichloe typhina (Pers.) an Agrostis vul- 
garis With. auf dem Golovc; Hypoxylon coccineum Fr. an Quercus, 
Nectria cinnabarina (Tode) mit Tiibercularia vulgaris Tode an Rubus sp., 
Ombrophila sarcoides Karst, an Aesculus, Cortieium calceum (Pers ) an 
Ampelopsis, Cortieium giganteum Fr. an Abies pectinata DC, Tubercularia 



30 



Wilhelm Vos 



vulgaris Tode an Gleditschia triacanthos und Cytisus Läburnum L., 
Trichothecium roseum Link an Castanea, Mucor Mucedo L. auf faulendem 
Agaricus gallericulatus Scop., Sepedonium mycophilum Lk. auf Polysaccum, 
Polyporus sulphureus Fr. auf Salix alba L. Säramtliche bei Laibach. 



Zusätze und Verbesserungen. 

In „Materialien" I. 

Nr. 268. Sta>tiSeptoriaDaphnesDesm.lese Phyllosticta carnioUcaY oss,iio\.sT^ec. 

In „Materialien" III. 
Nr. 18. Lese Carex digitata L. statt C. ornithopoda W. 

Nr. 212. Eamularia Ulmariae Cooke ist richtig bestimmt, das ? demnach zu 
streichen. Die Cooke'sche Art ist publicirt in Grevillea IV, p. 109. 
Diese Eamularia tritt auf Spiraea Aruncus L. in allen Waldungen Krains 
sehr reichlich auf, nur sind die Sporen sehr vergänglich und die röthliche 
Pleckung der Blätter ist meistens das Einzige, was von der Thätigkeit des 
MyceFs Kunde gibt. 

Die Slovenen haben in ihrer Sprache nur sehr wenige Namen für 
Schwämme. Es gelang mir Folgendes zu ermitteln. Die durch Exoascus Pruni 
hervorgerufenen „Taschen" der Pflaumenbäume nennen die Landleute der 
hiesigen Gegend „rozicki", d. i. Bockshörnl, oder auch „Kilovc". Als Ursache 
betrachten sie den Wind, wenn dieser während der Blüthezeit aus einer be- 
stimmten Eichtung wehte. 

„Rozicki" oder „zitni rozic" wird auch gebraucht, um das Mutterkorn 
{Sclerotium Clavus DC.) zu bezeichnen. Die durch Peronospora infestans Casp. 
hervorgerufene Kartoffelkrankheit nennt man „bolezen Krompirjeva" oder „Krom- 
pirjeva gnjilina", jene des Weinstockes, veranlasst durch Peronospora viticola, 
in Unterkrain „palez". Der am häufigsten als Speiseschwamm verwendete Stein- 
pilz {Boletus edulis Bull.) heisst „Jurcki"; Agaricus caesareus Scop. wird 
„Kaiserling " oder „Karzelj" genannt. Für Agaricus muscarius L. gebrauchen sie 
den Namen „Muhne goba" (Muha, d. i. Fliege), für Agaricus deliciosus L. 
„Pecnice", für Cantharellus ciharius Fr. „Lesice", für die verschiedenen Formen 
der Morchella esculenta Pers. aber „Mauroche". Damit dürfte so ziemlich der 
Wortschatz erschöpft sein; alles Uebrige heisst „goba", d. i. Schwamm. 



Von krainischen Pilzen wurden ausgegeben: 
1. In v. Thümen's Mycotheca universalis: 

Auricularia sambucina Mart. (Nr. 2015), Aecidium Lampsanae Schulz auf 
Aposeris foetida Lss. (2024), Fusicladium Aronici Sacc. auf Doronicum 



Wilhelm Vos s. 



31 



austriacuni Jacq. (2072), Hamularia didyma Ung. auf Ranunculus repens L. 
(2076), Fuccinia Veronicarum DC. var. fragiUpes Kcke. auf Paederota 
Ägeria L. (2142), Melampsora pallida Eostr. auf Spiraea Äruncus L. (2150). 
2. lu Rabenhorst-Winter 's Fungi europaei et extraeuropaei : 

Melampsora pallida Eostr. Forma Arunci (2716), Exohasidium Andromedae 
Karst. (2720), Geoglossum sphagnophilum Ehrh. (2845), Bamularia Vossiana 
Thüm. (2889). 

In A. Kerner's Flora exsiccata Austro-Hungarica, a Museo-Botanico Uni- 
versitatis Vindobonensis edita: 

Neovossia Moliniae (Thüm.) Kcke. (353), Melampsora auf Sp. Aruncus L. 
(356), M. populnea (Pers.) auf P. halsamifera L. (357), Phragmidium Rubi 
(Pers.) auf P. hifrons Vest. (361), Puccinia Oreoselini (Strauss, 371), 
Aecidium Erythronii DC. (377), Phyllactinia guttata Lev. auf Corylus 
(381), Excipula strigosa Cord, auf Molinia coerulea Mönch (389), 
Cantharellus infundibuliformis Scop. {Leg. Paulin, 762), Hydnum auri- 
scalpium L. {Leg. Paulin, 763), Craterellus lutescens Pers. (Leg. Paulin, 
767), Aecidium Lampsanae Schulz, auf Aposeris foetida Lss. (776; irr- 
thümlich als Puccinia bezeichnet), Aecidium Picariae Pers. (777). 



I N D 

Seite 



Aecidium 6 

Agaricus 23 

Arcyria 28 

Ascochyta 18 

Ascospora 8 

Asteroma 17 

* Aster osporium 19 

Boletus 25 

Caeoma 6 

*Cenangium 18 

*Ceratium 28 

Cercospora 20 

Cladosporium 20 

Ciavaria 28 

Coprinus 24 

Corticium 27 

Cucurbitaria 9 

Cylindrosporium 22 

Cytispora 16 

Dasyscypha 14 

Diaporthe 8 

"^Dictydium 28 

""Didymella 10 

^Didymium 28 



E X. 

Seite 



^Dinemasporium 18 

Discosia 17 

Entyloma 3 

Erysiphe 7 

Excipula 16 

Exoascus 15 

Fusarium 19 

Fusicladium 22 

Fusidium 22 

Fusisporium 18 

Geaster 23 

Geoglossum 15 

Gloeosporium 19 

Gnomonia 9 

^Grandinia 27 

^Graphium 18 

Guepinia 28 

^ Heterosphaeria 13 

Humaria 14 

* Hyalopeziza 14 

Hydnum 2ö 

Hygrophorus 25 

Hypoderma 12 

^Hypomyces 12 



Anmerkung. * Bedeutet die für die Flora Krains neuen Gattungen. 



32 



Wilhelm Voss. Materialien zur Pilzkunde Krains. 



Seite 



Hypospila 8 

Irpex 26 

Isaria 18 

Leptosphaeria 10 

Leptostroma 16 

Leptothyrium 19 

Leucoloma 14 

Linospora 9 

Lophodermium 13 

Lycoperdon 22 

Marasmius 25 

Melampsora 6 

Melanconium 19 

Merulius 26 

"^Micropera 16 

Micro sphaeria 7 

Mollisia 13 

*Myriocephalu7n 19 

* Naematogoniuni 20 

Nectria 8 

*Niptera 15 

*Nummularia 8 

Oidium 20 

Peronospora 6 

Feziza 13 

Phacidium 12 

"^Phlebia 27 

Phoma 17 



Seite 

Phragmidium 5 

Phyllachora 8 

Phyllosticta 18 

Physarum 28 

Polyporus 25 

Protomyces 2 

Pseudopeziza 14 

Puccinia 4 

"^Badulum 27 

Bamularia 21 

* Bhizomorpha 29 

Russula 25 

Sclerotien 29 

* Septocylindi-ium ...... 22 

Septoria 17 

Solenia 26 

"^Sordaria 12 

Sphaerella 9 

* Sporomega 12 

^Sporormia 12 

Thelephora 27 

Trametes 26 

'^Trochilia 13 

Uromyces 3 

üstilago 2 

Valsa 8 

Xylaria 8 



Erklärung der Abbildungen. 

Tafel I. 

Fig. 1. Leptosphaeria pachyascus Niessl: b reifer Ascus, a freiliegende Spore 

mit stark aufgequollener Gallerthülle. 
„ 2. Leptosphaeria Plemeliana Wiessl: a AscMS, h unreife, c reife Spore. Die 

Diagnosen beider Arten finden sich in „Materialien" III, Nr. 96, 97 

oder in „Oesterr. botan. Zeitschr." 1881, p. 345—346. 
„ 3. a Spore von Leptosphaeria Fuckelii Niessl nov. spec, h von L. culmicola, 

c von L. culmifraga. 
„ 4. Bamularia Scopoliae nov. spec, a Fruchthyphen mit Sporen, h Sporen. 
„ 5. a Spore von Didymella Chamaecyparissi Rehm. nov. spec, h Spore von 

Didymella Leguminis Cytisi (Desm.) 
„ 6. Mollisia Vossii Rehm. nov. spec. : a reifer und unreifer Ascus mit Para- 

physen, b reife Sporen. 
„ 7. Geoglossum sphagnophilum Ehrh.: a mittelgrosse Fruchtkörper, b Ascus 

mit Paraphysen, c Sporen in verschiedenen Entwicklungszuständen, 

die mittleren beiden sind reif. 
„ 8. Phyllosticta carniolica nov. spec Sporen. 
„ 9. Cercospora Nasturtii Pass. Hyphenende mit Conidien. 
„ 7a. Natürliche Grösse. Vergrösserung bei Fig. la, & = 360, Fig. 2, a — 360, 

5, c = 480 ; Fig. 4 a = 360, & = 480 ; Fig. 5 a = 480, b = 360 ; Fig. 6 a = 360, 

b = 480; Fig. 7ö = 240, c = 360; Fig. 8, 9 = 360. Fig. 3 nach v. Niessl. 



33 



Die Gattungen der Pompiliden. 

Von 

Franz Friedrich Kohl 

in Wien. 

(Mit Tafel IL) 



(Vorgelegt in der Vergaramlung am 2. Jänner 1884.) 

Bei der Bestimmung der Pompiliden meiner und fremder Sammlungen, 
besonders bei der Sichtung des grossen Pompiliden-Materiales in den Samm- 
lungen des k. k. Hofcabinetes in Wien, machte ich ab und zu die 
Wahrnehmung, dass die bisherige Gattungseintheilung zum Theile unnatürlich 
ist, indem zur Charakterisirung gewisse Merkmale genommen worden sind, deren 
Beständigkeit sich nicht bewährt hat. 

Manche Gattung muss in ganz anderem Umfange aufgefasst werden, 
andere müssen vollkommen verschwinden oder können sich höchstens als künst- 
liche Artengruppen verwenden lassen, um den Ueberblick bei der grossen Arten- 
zahl zu erleichtern; auch bezüglich der Nomenclatur der Gattungen sind einige 
Aenderungen dringend nothwendig. 

Durch diese Umstände wurde ich zur Verfassung dieses Aufsatzes veran- 
lasst; ausser einer Bestimmungstabelle enthält er auch kurze Beschreibungen 
und die Synonyme der Gattungen mit Angabe der Artenzahl und der Verbreitung 
in den einzelnen Regionen. Neu beschrieben werden zwei Genera aus der neo- 
tropischen Region (Chili): Sphictostethus und Haploneura; ersteres wird auf 
den Pompilus Gravesn Halid. (Linn. Trans. XVII, 325, 38) gegründet, letzteres, 
das sich aus ersterem herausgebildet hat, ist noch gänzlich unbekannt. 

Die vielen unter der Bezeichnung Agenia vereinigten Arten erhalten eben- 
falls einen neuen Gattungsnamen (Fseudagenia) , da der Name Agenia von 
Schioedte für die Arten des Dahlbom'schen Pogonius aufgestellt wurde 
und diesen zurückgegeben werden muss. Pogonius tritt in die Synonymenliste 
zurück. 

Cyphononyx und Hemipepsis dürfen von Priocnemis nicht getrennt 
werden; darin bin ich mit Taschenberg (Pompilid. zool. Mus. Univ. Halle, 
Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XXIV, 18G9) vollkommen einverstanden. Die 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 5 



34 



Franz Friedrich Kohl. 



Trennung wäre nur auf geringfügige Verschiedenheiten in der Klauenbewehrung 
gegründet. Diese Verschiedenheit der Klauenbewehrung ist der Modification sehr 
unterworfen und kommt in fast ganz derselben Weise wie bei Hemipepsis und 
Cypliononyx auch bei Pompilus, selbst unter nahe verwandten Arten vor.^) Die 
Bewehrung der Klauen kann übrigens als Gruppen Charakter zur Anordnung der 
Arten gut verwendet werden. 

Mit Pompilus vereinige ich den Homonotus Dhlb., die Ferreola Smiths 
(= Salius Dhlb.); denn die Form des Prothorax und Mittelsegmentes ist nicht 
nur bei Pompilus überhaupt, sondern auch innerhalb dieser Formen ebenso sehr 
wandelbar als der Verlauf der Basalader der Vorderflügel und Cubitalader der 
Hinterflügel, oder die Bewehrung der Vorderbeine, so zwar, dass ich für Pom- 
pilus zur Erleichterung der Uebersicht 18 Artengruppen verzeichnen kann; diese 
sind jedoch nur zum Theile natürlich und ihrer Zahl nach nicht abgeschlossen. 

Eine davon ist durch die Kopfschildbildung, den seitlich zusammen- 
gedrückten Hinterleib und die Kürze des 2., 3. und 4. Vordertarsengliedes ge- 
kennzeichnet, und ich glaube sie mit einem Namen (Pedinaspis) belegen zu 
sollen; jedenfalls würde sie bei einer Auflösung von Pompilus in natürliche 
Gattungen in erster Reihe bedacht werden müssen. Die Arten von 6 Gruppen 
haben im Vorderflügel nur zwei Cubitalzellen und bildeten bisher die entschieden 
unhaltbare, weil durchaus künstliche Gattung Aporus. Zweizeilig sind die Flügel 
geworden bald durch den Verlust der 2. Cubitalquerader, bald durch die Ver- 
einigung der 2. und 3. Cubitalquerader; im letzteren Falle ist die 3. Cubitalzelle 
verschwunden, während im ersteren die 2. mit der 3. zu einer einzigen ver- 
schmolzen ist. Die verschiedene Weise, wie der Flügel der JLpoms-Gruppe zu 
zwei Cubitalzellen gekommen ist, deutet darauf hin, dass man dieser Flügel- 
beschaff'enheit kein grosses Gewicht beilegen darf. Untersucht man diese Gruppen 
in Bezug auf andere Merkmale, z. B. die Tracht, auf den Verlauf der Basalader 
in den Vorderflügeln und den der Cubitalader in den Hiuterflügeln, ferner auf 
die Bewehrung der Vordertarsen und der Klauen, und auch auf die Bildung des 
Mittelsegmentes, so wird man zur Ueberzeugung kommen, dass sie untereinander 
viel weniger Verwandtschaft zeigen als zu gewissen Gruppen von Pompilus mit 
drei Cubitalzellen in den Vorderflügeln, und dass demnach Aporus blos eine 
künstliche Vereinigung mehrerer Pow^p^7ws-Gruppen ist. Sie sind aus diesen 
hervorgegangen und nur durch die zwei Cubitalzellen davon verschieden. 

Wollte man zur Vereinfachung meiner Gruppirung schreiten, so wäre es 
die erste Aufgabe, die Gruppe mit den zwei Cubitalzellen zu den betreffenden 
verwandten mit drei Cubitalzellen zu ziehen. Die 2. Gruppe müsste mit der 1., 
die 8. mit der 7., die 5. mit der 4. und die 14. mit der 13. vereinigt werden. 



Auch bei den Spheciden sind viele Gattungen : Para,spliex, Priononyx (Dhlb.), Earpactopus, 
Parapsammophüa (Taschenb.) einzig und allein auf Unterschiede in der Bezahnung der Klauen 
gegründet , daher künstliche ; vielleicht gelingt es bei dem eifrigen Studium eines ergiebigen 
Materiales eine natürliche Eintheilung zu Stande zu bringen; wenn nicht, so muss Parasphex, 
Priononyx, Harpactopus, übrigens auch Chlorion und Pronoms mit Sphex, und Parapsammophila 
mit Ammophila vereinigt werden. 



Die Gattungen der Pompiliden. 



35 



Selbstverständlich muss Aporus als Gattung völlig verschwinden. Zu 
den Po?w25i7ws-Gruppen mit zwei Cubitalzellen könnte man allenfalls auch noch 
Planiceps ziehen. Die Planiceps- Ai-tm sind, wie die Kopfschildbildung und die 
Form des Hinterleibes und der Vordertarsenglieder ersehen lässt, nichts Anderes 
als Fedinaspis-Foi-men mit verloren gegangener 2. Cubitalquerader. Doch möchte 
ich Planiceps als selbstständige Gattung dastehen sehen, weil zu den Merkmalen 
von Pedinaspis, die schon fast für sich zur Bildung einer Gattung ausreichen, 
auch noch die erwähnte Verschiedenheit im Flügelgeäder kommt. 

Unbekannt sind mir die Gattungen Chirodamus Hai., Smith (Ann. Mag. 
Nat. Hist. vol. XII, 1873), Maurillus Smith (Cat. Hym. III, p. 170, 4. G.) und 
Pilpomus Costa (Faun. Begno Nap. 1859) geblieben; nach den Beschreibungen 
zu urtheilen, dürften die beiden ersteren wohl auch zu Pompilus, Pilpomus zu 
Pseudagenia zu rechnen sein.') 

Herrn Regierungsrath Director Dr. Franz Steindachner und 
den Herren Custoden Prof. Dr. Fr. Brauer und Alois Rogenhofer drücke 
ich dafür meinen Dank aus, dass mir zu dieser Arbeit die Benützung der Sammlung 
und der Bibliothek des k. k. Hofcabinetes bereitwilligst gestattet wurde. 



Farn. Pompilidae. 

Kopf mehr oder weniger linsenförmig. Augen mit fast parallelen Innen- 
rändern, nur bei einer Gattung (Calicurgus) deutlich convergent; ihr Unterrand 
erreicht nicht immer, jedoch meistens die Oberkieferbasis. Ocellen zu dreien 
auf dem Scheitel, einander stark genähert. Kiefertaster sechs-, Lippentaster 
viergliedrig. Oberlippe häufig, besonders bei den , unter dem Kopfschilde 
hervorragend, manchmal (bei der Gattung Notocyphus) aussergewöhnlich ent- 
wickelt. Fühler faden- oder borstenförmig, bei einer Gattung ( Clavelia) gekämmt. 
Prothorax von der Breite des Mesothorax; das Pronotum reicht immer bis 
zur Flügelbasis zurück. Flügel nicht längsfaltig, bei einigen Gattungen 
sehr kurz, in diesem Falle ihre Behaarung auffallend lang; die vorderen mit 
drei oder zwei Cubitalzellen. Pompiliden mit zwei Cubitalzellen sind nachweisbar 
aus Formen mit drei Cubitalzellen hervorgegangen. 



1) Um logischer, als es bisher durch das bekannte pt. („pro parte" und „ex parte") geschehen 
ist, in der Synonymie zu präcisiren, in welcher Begrenzung eine Gattung genommen wird, verwende 
ich künftighin folgende der Arithmetik entlehnte Zeichen: >, <, 

Eine Gattung kann 1. genau in demselben Umfange wie von eiuem anderen Autor auf- 
gefasst werden, oder 2. in einer anderen vollständig enthalten sein, ohne den Umfang dieser 
andern zu erreichen; 3. kann sie umgekehrt von eiuem weiteren Umfange sein als eine andere, 
die in ihr vollständig enthalten ist, und 4. zum Theile im weiteren, zum Theile im engeren Sinne 
als eine andere genommen werden. 

Während ich ffxr das 1. Verhältniss kein Zeichen verwende, nehme ich für das 2. das 
Zeichen <, für das 3. das Zeichen > und für das 4. das Zeichen Diese Zeichen werden vor 
die Gattungsnamen der Synouymenlibte gesetzt und können natürlich für dieselben Zwecke auch 
bei Artbsynoiiymen gebraucht werden. 

5* 



36 



Franz Friedrich Kohl. 



Die 2. Cubitalzelle nimmt die 1., die 3. die 2. Discoidal- 
que rader auf. Sind nur zwei Cubitalzellen vorhanden, so empfängt die zweite 
beide Discoidalqueradern. Ursprung der Basalader in den Vorderflügeln, sowie 
der der Cubitalader in den Hinterflügeln sehr wechselnd. 

In der Innenecke der 2. Discoidalquerader wird durch die obere concave 
Discoidallinie (Adolph) oft eine von der Flügeltingirung abstechende hellere 
Makel gebildet. 

Beine lang, weit über den Hinterleib hinausreichend. Hüften 
langgestreckt, gross ; die mittleren sich berührend. Mittelschienenmitzwei 
Endspornen. Bedornung fehlend oder vorhanden und dann sehr verschieden 
reich. Vordertarsen mitunter mit einem Kamme bewehrt. Innenrand der 
Klauen bezahnt oder mit einem stumpfen Fortsatze versehen („zweitheilig"). 

Stigmen des Mittelsegmentes deutlich zu Tage tretend; der übrige Hinter- 
leib an das Mittelsegment angeheftet, nie gestielt. Zwischen dem zweiten und 
dritten Ventralsegmente zeigt sich kein Einschnitt. Drittes Ventralsegment 
bei der Mehrzahl der Gattungen mit einem Quereindrucke. Ventralringe convex. 
Endsegment bei den 9 spitz zulaufend, seine Dorsalplatte ohne 
Pygidialfeld, bei den verschieden geformt. 

Geschlechtseigenthümlichkeiten. Fühler bei den Q mit zwölf 
Gliedern, nach dem Tode, Ceropdles ausgenommen, etwas geringelt, bei den cT 
dreizehngliedrig, nur schwach gebogen. Die sind bei allen Formen durch- 
schnittlich viel kleiner und schmächtiger gebaut. Die Bewehrung der Beine 
ist bei ihnen viel schwächer; ein Tarsenkamm ist nie vorhanden. Die Zahl der 
Hinterleibsringe (das Mittelsegment eingerechnet) beträgt bei den Q 7, bei 
den 8. Die drei letzten Ventralringe bei den cT wesentlich verschieden von 
denen der Q. 

Die Pompiliden sind in ihrer Lebensweise echte Raubwespen und ver- 
sorgen ihre Brut mit Spinnen. Nur wenige Formen rauben, soweit bekannt 
geworden ist, Käfer oder andere Insecten. Parasitische Formen dürften in dieser 
Familie keine vorkommen und die wenigen dagegen sprechenden Beobachtungen 
auf eine irrthümliche Auffassung zurückzuführen sein. 

Der systematischen Stellung nach reihen sich die Pompiliden unmittelbar 
den Sphegiden an und umfassen nach dem jetzigen Stande der Wissenschaft 
993 Arten in 15 Gattungen; davon entfallen 225 auf die paläarktische 
Region, 99 auf die äthiopische, 105 auf die orientalische, 122 auf die australische, 
312 auf die neotropische und 125 auf die nearktische; von 5 Arten ist die 
Herkunft unbekannt. 

Tabelle zur Bestimmung der Pompilideii-Gattungen. 

1 Vorderflügel ausserordentlich verkürzt, höchstens auf das 3. Segment 
zurückreichend. Behaarung der Flügel dichter und länger als bei anderen 
Pompindengattungen. [3. Ventralsegment mit einem Quereindrucke.] . 2 
— Vorderflügel von gewöhnlicher Länge 4 



Die Gattungen der Pompilideu. 



37 



2 Brustkasten iu der Mitte nicht eingeschnürt. Die Basalader der Vorder- 
flügel trifft mit der Schulterquerader zusammen. 2. und 3. Cubital- 
zelle au Grösse nicht sehr verschieden. Klauen mit einem stumpfen 
Fortsatze in der Mitte ihres Inneurandes, zweitheilig. [Hinterschienen 
unbedornt, nur behaart.] Parapompilus Smith [= Micropteryx Pel.] (p. 49) 

— Brustkasten in der Mitte sichtlich verengt. 3. Cubitalzelle der Vorder- 
flügel mehr denn doppelt so gross als die zweite oder ganz fehlend. Klauen 
mit einem starken Zahne in der Mitte ihres Innenrandes 3 

3 Vorderflügel mit drei Cubitalzellen. Mesothorax vor den Mittelhüften 
kegelförmig ausgezogen, Hinterschienen sägezähnig 

Sphictostethus noT. gen. (p. 47) 

— Vorderflügel mit zwei Cubitalzellen, die zweite höher als breit. Meso- 
thorax vor den Mittelhüften nicht kegelförmig ausgezogen. Hinterschienen 
unbedornt, nur behaart. [Tochtergattung von Sphictostethus, durch Er- 
löschen der ersten Cubitalquerader hervorgegangen.] 

Haploneura noy. gen. (p. 47) 

4 Vorderflügel mit drei Cubitalzellen 5 

— Vorderflügel mit zwei Cubitalzellen 26 

5 Fühler mit lappigen Fortsätzen an den Enden ihrer Geisselglieder, 
gekämmt Clavelia Lucas (p. 50) 

— Fühler von normaler Bildung 6 

6 Die Stachelscheide (9) ragt aus dem Leibe hervor. Fühler auch bei 
den 9 ioi Tode nicht eingekrümmt, nur ganz wenig gebogen. Oberlippe 
weit unter dem Kopfschilde hervorragend. [Beine fast ganz oder ganz 
unbedornt. Fast ausschliesslich reichlich gelb oder weiss gezeichnete 
Arten.] Ceropales Latr. (p. 51) 

— Stachelscheide der 9 äusserlich nicht sichtbar. Fühler der 9 nach dem 
Tode eingekrümmt 7 

7 3. Ventralsegment mit einem Quereindrucke (bei den einiger Arten 
undeutlich) ,8 

8 3. Ventralsegment allermeist ohne Quereindruck, sehr selten mit einem 
solchen; in letzterem Falle sind die Hinterschienen (9) nicht säge- 
zähnig, die Basis der Maxillen unbärtig und das Mittelsegment hinten 
ausgeschnitten 14 

8 Die 1. Discoidalquerader mündet beträchtlich vor (diesseits) der Mitte 
nicht weit vom Innenwinkel. Hintertarsen der cT plattgedrückt. 5. oder 
5. und 6. Segment der allermeist mit langen, oft zu zwei Gruppen 
gesonderten Haarborsten. [Flügelmakel ausgeprägt. Klauen bezahnt. Mittel- 
segment mit einem mehr weniger starken Höckerchen vor jedem Stigma. 
Arten meist gross (15— 60 mm.). Amerika.] . . . Fepsis Fabr. (p. 46) 

— Die 1. Discoidalquerader mündet an oder ein wenig hinter der Mitte 
der 2. Cubitalzelle. Hintertarsen der nicht plattgedrückt .... 9 

9 Die Basalader der Vorderflügel entspringt fast immer vor dem Abschlüsse 
der inneren mittleren Schulterzelle näher der Flügelbasis, nur selten 



38 



Franz Friedrich Kohl. 



trifft sie mit der Schulterquerader zusammen. Hinterschienen des 9 immer 
sägezähnig. [Mittelsegment hinten nie ausgeschnitten.] 

Salius Fabr. (p. 43) 10 

— Die Basalader der Vorderfliigel trifft mit der Schulterquerader zusammen 
(interstitial). Hinterschienen der 9 nicht sägezähnig, nur schwach oder 
gar nicht bedornt 13 

10 Klauen an ihrem Innenrande mit einem stumpfen Fortsatze, zweitheilig. 
Innenwinkel der ersten Discoidalzelle fast immer ohne Flügelfleck 

Salius, 1. Gruppe [Subg. Cyphononyx Dhlb.) (p. 44) 

— Klauen an ihrem Innenrande bezahnt 11 

11 Klauen an ihrem Innenrande mit einem Zahn. Innenwinkel der 1. Dis- 
coidalzelle fast immer ohne Flügelfleck 12 

— Klauen an ihrem Innenraude mit zwei Zähnen. Innenwinkel der 1. Dis- 
coidalzelle mit einer Flügelmakel. Mittelsegment mit einem Höcker auf 
jeder Seite vor dem Stigma 

Salius, 8. Gruppe [Subg. Hemipepsis Dhlb.] (p. 44) 

— Klauen an ihrem Innenrande mit vier Zähnen und dicht bewimpert, die 
hackige Spitze ausgenommen; im Uebrigen wie Hemipepsis 

Salius, 4. Gruppe, (p. 45) 

12 Basalader der Vorderflügel vor dem Abschlüsse der inneren mittleren 
Schulterzelle entspringend. Sehr selten interstitial; im letzteren Falle 
die Augen gegen den Scheitel nicht convergent und das Pronotum vorne 
nicht senkrecht abstürzend 

Salius, 2. Gruppe [Subg. Priocneniis Schioedte] (p. 45) 

— Basalader der Vorderflügel interstitial. Augen gegen den Scheitel etwas 
convergent. Pronotum vorne senkrecht abstürzend Calicurgus Pel. (p. 45) 

13 Maxillen der 9 an der Basis mit einem bartartig geschwungenen Büschel 
langer Haare behaftet. 3. Cubitalzelle ungefähr so gross als die 2. 
[Vorderflügel bei allen bekannten Arten mit dunklen Binden.] 

Agenia Schioedte [non Dhlb, = Pogonius Dhlb.] (p. 41) 

— Maxillen der 9 unbärtig. 3. Cubitalzelle viel grösser als die 2. 2. Ven- 
tralsegmeut ein wenig verlängert. [Beine sehr lang. Kopfschild der 9 
häufig dreieckig, etwas gewölbt, in der Mitte mehr weniger spitz vor- 
tretend Pseudagenia {— Agenia Dhlb. non Schioedte) nov. gen. (p. 42) 

14 Mesosternum vor den Mittelhüften kegelförmig ausgezogen. Flügel sehr 
gross. Die Radialzelle am Ende abgerundet tritt weniger weit gegen den 
Spitzenrand des Flügels hinaus als die 3. Cubitalzelle. Beine unbedornt. 
Metatarsus der Hinterbeine gebogen. [Die Oberkieferbasis steht vom 
untern Augenrande sehr beträchtlich ab. Flügelmakel deutlich ausgeprägt 

Macroftieris Pel. (p. 41) 

— Mesosternum vor den Mittelhüften nicht kegelförmig ausgezogen. Radial- 
zelle am Ende zugespitzt. [Augen meistens bis zur Oberkieferbasis 
reichend. Beine bedornt oder wenn unbedornt die Oberliiipe uumässig 
vergrössert und vorgestreckt.] 15 



Die Gattungen der Pompiliden. 



39 



15 Oberlippe unmässig vergrössert und vorgestreckt. 2. Cubitalzelle der 
Vorderflügel kleiner als die 3., schräg gestellt, höher als breit. Basal- 
ader vor dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle entspringend. 
Flügelraakel vorhanden. Bedornung der Beine ganz fehlend oder sehr 
unbedeutend. [Die Augen erreichen selten die Oberkieferbasis. Klauen 
durch einen stumpfen Fortsatz an ihrem Innenrande wie zweitheilig. 
Hinterleib gegen das Ende seitlich zusammengedrückt.] 

Notocyphus Smith (p. 50) 

— Oberlippe von gewöhnlicher Länge. 2. Cubitalzelle ein wenig grösser 
als die dritte oder wenigstens gleich gross. Die 1. Discoidalzelle zeigt 
nur in den allerseltensten Fällen eine Flügelmakel. Basalader interstitial, 
nur bei sehr wenigen Arten vor dem Abschlüsse der inneren mittleren 
Schulterzelle entspringend. Bedornung der Beine meistens sehr deutlich. 
Die Augen erreichen in der Regel die Oberkieferbasis 

JPompilus Fabr. (p. 51) 16 

16 Kopf flach. Kopfschild meistens eine abgeflachte, etwas vorspringende 
Platte bildend. Hinterleib gegen das Ende hin seitlich zusammengedrückt. 
[Vordertarsenglieder 2, 3 und 4 sehr kurz und dick.] 

Pompilus, 18. Gruppe [Subgen. Pedinaspis Kohl] (p. 55) 

— Kopf nicht auffallend flach. Kopfschild nie von der Gestalt einer Platte. 
Hinterleib nur sehr selten seitlich zusammengedrückt; ist es der Fall, so 
entspringt die Cubitalader der Hinterflügel vor dem Abschlüsse der 



mittleren Schulterzelle 17 

17 Cubitalader der Hinterflügel vor dem Abschlüsse der mittleren Schulter- 
zelle entspringend. Klauen zweitheilig 18 

— Cubitalader der Hinterflügel interstitial 19 

— Cubitalader der Hinterflügel hinter dem Abschlüsse der mittleren Schulter- 
zelle entspringend 23 

18 Mittelsegment hinten abgerundet. Klauenkamm fehlend. [Fühler häufig 
verdickt. Hinterleib nicht compress.] 



Pompilus, 10. Gruppe [Subg. Episyron Schioedte] (p. 53) 

— Mittelsegraent hinten senkrecht abstürzend, eingedrückt oder ausge- 
schnitten. Klauenkamm meist vorhanden. Hinterleib seitlich zusammen- 
gedrückt. [Die Augen erreichen die Oberkieferbasis häufig nicht.] 

Pompilm, 17. Gruppe [Subg. Ferreola Smith pt.] (p. 55) 

19 Mittelsegment hinten senkrecht abstürzend, eingedrückt oder ausgeschnitten, 
an den Seiten oft in kegelförmige Zähne ausgezogen. Hinterleib nicht 
compress 20 

— Mittelsegment hinten abgerundet 21 

20 3. Cubitalzelle ungestielt. Vordertarsen ohne Dornenkamm 

Pompilus, 16. Gruppe. [Subg. Ferreola Smith pt.] (p. 54) 

— 3. Cubitalzelle gestielt. Vordertarsen mit einem Dornenkamm. 

Pompilus, 13. Gruppe (p. 54) 



40 



Franz Friedrich Koiil. 



21 Klauen mit einem stumpfen Fortsatze am Innenrande, zweitheilig. 

Pompilus, 9. Gruppe (p. 53) 

— Klauen mit einem Zahne am Innenrande 22 

22 Hinterrand des Pronotum winkelig. Fühler nicht auffallend verdickt. Klauen- 
kamm meist entwickelt, sehr selten rudimentär Pompilus, 1. Gruppe (p. 52) 

— Hinterrand des Pronotum winkelig; Fühler kurz und auffallend dick. 
Klauenkamm fehlend Pompilus, 3. Gruppe (p. 53) 

23 Mittelsegment hinten abgerundet, nie ausgeschnitten. Klauen bezahnt . 24 

— Mittelsegment hinten ausgeschnitten. Kopf hinten meist etwas ausgehöhlt. 
Prothorax verlängert. Klauen zweitheilig. [Vordertarsen ohne Wimpern- 
kamm.] . . . Pompilus, 15. Gruppe [Subg. Homonotus Dhlb. p. 35] (p. 54) 

24 Mit Vordertarsenkamm 25 

— Ohne Vordertarsenkamm Pompilus, 7. Gruppe (p. 53) 

25 Ohne Klauenkamm. Fühler auffällig verdickt. Hinterrand des Pronotum 
bogenförmig, selten winkelig Pompilus, 4. Gruppe (p. 53) 

— Mit Klauenkamm. Fühler von gewöhnlicher Dicke. Hinterrand des Pro- 
notum meistens winkelig, selten bogenförmig Pompilus, 6. Gruppe (p. 53) 

26 Kopf platt. Kopfschild tafelartig abgeflacht. 

Hinterleib compress. Vordertarsen verdickt, 2., 3. und 4. Glied sehr kurz. 
[Aus Pompilus, Subg. Pedinaspis, durch Verlust der 2. Cubitalquerader 
hervorgegangen.] JPlaniceps Latr. (p. 55) 

— Kopf nicht auffallend flach, Kopfschild nicht tafelartig abgeflacht. Hinter- 
leib nicht sichtlich compress. Vordertarsen normal 

Pompilus, 11. Gruppe (p. 54) 27 

27 Mittelsegment hinten auf jeder Seite in einen kegelförmigen Fortsatz aus- 
gezogen. [Basalader der Vorderflügel und Cubitalader der Hinterflügel meist 
interstitial. Tarsenkamm entwickelt. Klauenglied mit Klauenkamm. — 
Aus Pompilus -¥oYmm der 13. Gruppe durch Verschmelzen der 2. und 
3. Cubitalquerader hervorgegangen. Meist kleine Arten.] 

Pompilus, 14. Gruppe (p. 54) 

— Mittelsegment hinten abgerundet, an den Seiten nicht kegelförmig aus- 
gezogen 28 

28 Basalader der Vorderfiügel und Cubitalader der Hinterflügel interstitial. 
[Klauen bezahnt. Klauen- und Tarsenkamm ausgebildet. — Aus Pompilus- 
Formen der 1. Gruppe durch den Verlust der 2. Cubitalquervene hervor- 
gegangen.] Pompilus, 2. Gruppe (p. 52) 

— Cubitalader der Hinterflügel hinter dem Abschlüsse der mittleren Schulter- 
zelle entspringend 29 

29 Basalader der Vorderflügel interstitial 30 

— Basalader der Vorderflügel vor dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulter- 
zelle entspringend. Fühler auffallend dick. [Vordertarsenkamm entwickelt. 
Klauen bezahnt. Klauenkamm fehlend. Hinterrand des Pronotum bogen- 
förmig. Aus Formen der 4. Gruppe durch den Verlust der 2. Cubital- 
querader hervorgegangen.] Pompilus, 5. Gruppe (p. 53) 



Die Gattungen der Pompiliden. 



41 



30 Mit Vordertarsenkamm. Klauen zweitheilig. Klauenkamm fehlend oder 
rudimentär 31 

— Ohne Vordertarsenkamm. Klauen bezahnt. Klauenkamm vorhanden. [Pro- 
notumrand winkelig. Durch den Verlust der 2. Cubitalquerader aus Po?>ipiZit.9- 
Formeu der 7. Gruppe hervorgegangen.] . . Pominlus, 8. Gruppe (p. 53) 

31 Hinterrand des Pronotum entschieden winkelig. Aus Powj}?7?ts-Formen 
mit drei Cubitalzellen durch Verschmelzen der 2. und 3. Cubitalquervene 
hervorgegangen Fompüus, 16. Gruppe (p. 54) 

— Hinterrand des Pronotum bogenförmig. Aus Powpt'Zws-Formen durch den 
Verlust der 2. Cubitalquerader hervorgegangen Pompilus, 17. Gruppe (p. 55) 

1. Gen. Macromeris (Taf. II, Fig. 1). Macromeris Fei Guer. Mag. Zool. pl. 29, 1831. 

Type: Macromeris splendida Pel. Ibid. pl. 29, fig. 1. 
Unterer Augenrand in beträchtlichem Abstände von der Ober- 
kieferbasis. Mesosternum vor den Mittelhüften kegelförmig aus- 
gezogen. 

Flügel gross, den Hinterleib überragend. Radialzelle der Vorder- 
flügel am Ende abgerundet; drei Cubitalzellen; 2. Cubitalzelle trapezisch, 
ein wenig kleiner als die 1. oder die 3.; die 3., ebenfalls trapezische Cubital- 
zelle tritt weiter gegen den Spitzeurand des Flügels heraus als die Radialzelle. 
Die 1. Discoidalquerader mündet in die 2. Cubitalzelle vor deren Ende, die 

2. Discoidalquerader in der Mitte der 3. Cubitalzelle. Basalader interstitial oder 
vor dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle auf die Medialader 
treffend. 1. Discoidalzelle wie die Gattungen Pepsis, Notocyphus, zum Theile 
auch Salius, mit einem hellen, durch die „obere concave Discoidallinie" gebil- 
deten Fleck in ihrem Innenwinkel. Die Cubitalader der Hinterflügel 
trifft mit der Schulterquervene zusammen (interstitial). 

Beine sehr lang. Schienen unbedornt, nur b ehaart, Schienensporne 
kurz. Metatarsus der Hinterbeine gebogen. Klauen mit einem derben 
Zahn in der Mitte ihres Innenraudes. 3. Ventralsegment ohne Quereindruck. 
c/'-Mittelsegment verbreitert, breiter als der übrige Hinterleib. 
Hüften, Schenkelringe und Schenkel, besonders die vorderen, verdickt. Schenkel 
an der Unterseite zu einer gezähnelten Kante zugeschärft. 

Bis jetzt sind zwei Macromeris- Arten aus der orientalischen und zwei aus 
der australischen Region beschrieben worden. 

II. Gen. Agenia^) (Taf. II, Fig. 3). Agenia Schioedte (non Dhlb.!) Monogr. 
Pomp. Kröyer, Tidsskr. I, p. 321, 1837. — Pogonius Dhlb. Hym. eur. I, p. 453, 

22. Gen., 1845. — <: AnopUus Pel. Hist. nat. Ins-. Hym. III, p. 440, 1845. 
Typen: Agenia variegata Linn, et hifasciata Fabr. (Schioedte, Mon. etc. p. 322 et 323.) 

Die Augen reichen bis zur Oberkieferbasis. Maxillen an der Basis 
bei den 9 mit einem bartartigen Büschel langer Haare behaftet. 



*) Die Gattung Agenia wurde von Schioedte für zwei Pompiliden: Sphex variegatun 
Linn, und hifanciatus Fabr., aufgestellt und eingehend beschrieben. Dass Schioedte das bekannte 
Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 6 



42 



Franz Friedrich Kohl. 



Pronotum von unterscliiedliclier Länge, jedoch immer quer. Vorderflügel mit 
drei Cubitalzellen, die 1. grösser als die 2. oder 3.; diese von gleicher 
Grösse und ungefähr trapezischer Form. Radialzelle lang, lanzettförmig. Die 
1. Discoidalquerader verläuft an der Mitte der 2., die 2. Discoidalquerader ein 
wenig vor der Mitte der 3. Cubitalzelle. Die Cubitalader und Discoidalader 
erreichen meist den Flügelrand. Die Basalader der Vorderflügel entspringt hart 
vor dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle oder in diesem selbst, 
die Cubitalader der Hinterflügel hinter dem Abschlüsse der mittleren Schulter- 
zelle. Die Vorderflügel der mir bekannten Arten zeigen dunkle, 
bindenartige Tingirungen, die bei den cf viel schwächer sind. Beine 
unbedornt, nur behaart oder mit unansehnlichen Dörnchen be- 
wehrt. Klauen mit einem spitzen Zahne in der Mitte ihres Innenrandes. 
Hüften, Schenkel und Schienen der Vorderbeine bei exotischen Formen manchmal 
verdickt. Mittelsegment hinten abgerundet. 3. Ventralsegment mit einem 
Quereiuschnitte nahe seiner Basis. 

Man kennt 4 paläarktische Arten, 1 neotropische und 1 australische. 

III. Oeii. Pseudagenia iiov. gen. J^ema Dhlb. (non Schioedte!) Hym. eur 
t. I, p. 454, 1845. < Pompilus Smith, Cat. Hym. P. III, p. 118, 1855. < Änoplius 
Pel. Hym. III, p. 440, 1845. <; Sphex, JEvania, Ceropales Fabr. — Pilpomus 

Costa, Fauna del Regno di Napoli 1859, p. 3. Pompilidea. 

Type: Agenia carhonaria Scop. [punctum Schioedte, Fabr.) 

Maxillen nackt, zum Unterschiede von der Gattung Pogonius Dhlb. Unterer 
Augenrand bis zur Oberkieferbasis reichend. Insertionsstelle der Fühler bald vom 
Clypeus weit entfernt, wie bei Ceropales, bald ihm nahe. Mesonotum quer, kurz. 

Vorderflügel mit drei Cubitalzellen; 3. Cubitalzelle trapezisch oder 
trapezoidisch, viel grösser als die 2. Radialzelle lang, lanzettförmig. 
Die 1. Discoidalzelle mündet in oder ein wenig hinter der Mitte der 2. Cubital- 
zelle, die 2. in die Mitte der 3. Cubitalzelle. Die Basalader fällt mit der inneren 
Schulterquerader zusammen oder trifft vor dem Abschlüsse der inneren mittleren 
Schulterzelle auf die Medialader. Die Cubitalader der Hinterflügel mündet in 
oder hinter dem Abschlüsse der Schulterzelle. 

Fühler und Beine dünn und lang. Bedornung der Beine im 
Allgemeinen sehr schwach oder fehlend. Hinterschienen höchstens mit 
vereinzelten, nie sägeartigangeordneten kurzen Dörnchen. Schienensporne 
der Hinterbeine die Mitte des Metatarsus nicht überragend. Klauen mit einem 



schöne Gattungsmerkmal an den Maxillen nicht erwähnte, mag Dahlbom veranlasst haben (Hym. 
eur. I, p. 453), für die durch erwähnte Arten repräseutirte Gattung die Benennung Pogonius zu 
schaffen und die Benennung Agenia auf das durch die Sphex carhonaria Scop. vorgestellte Genus 
anzuwenden, zu welchem die Schloedte'sche Beschreibung von Agenia ebenfalls leidlich stimmt. 
Selbstverständlich muss der Name Agenia jenen Arten erhalten werden, welche Schioedte zur 
Gattungsbeschreibung gedient haben. Für die ^grema-Arten Dahlbom's schlage ich die Benennung 
Pseudagenia vor. 



Die Gattungen der Pompiliden. 



43 



Zahue in der Mitte ihres Inueuraudes. Neigung der Arten zur Verlängerung 
des 2. Hinterleibsringes. 3. Bauchring mit einem Quereiudrucke wie 
bei Priocnemis, Pepsis, Agenia etc. 

Mittelsegment gewölbt, nie ausgeschnitten oder eingedrückt. 

-Kopfschild gerade abgestutzt, ausgerandet oder mit einem förmlichen 
Ausschnitte. 

9 -Kopfschild selten mit einem querabgestutzten Vorderrande, meistens 
gegen die Mitte zugeschärft und hervortretend. 

Die Zahl der beschriebeneu Pseudagenia- Avten lässt sich so lange nicht 
feststellen, bis man herausgebracht haben wird, wie viele von den im Cat. Hym. 
Br. M. (1875) beschriebenen Smith 'sehen Pompilus-Arten zu Pseudagenia zu 
ziehen sind. Ich glaube aber nicht, dass die Zahl 118, so viel Arten kenne ich 
aus Beschreibungen, bedeutend überschritten werden wird; von diesen 118 Arten 
kommen 7 auf die paläarktische, 21 auf die orientalische, 23 auf die australische, 
22 auf die nearktische und 44 auf die neotropische Region; von 1 ist die Her- 
kunft unbekannt. 

IV. Gen. Salius^) (Taf. II, Fig. 9). > Salius Fabr. Syst. Piez. p. 124, Nr. 16, 
1804. % Priocnemis Schioedte. Mon. Pomp. Kröyer, Tidsskr. I, 1837. "> Hemi- 
pepsis Dhlb. Hym. eur. I, p. 462, 25. Gen. et Tab. syn. gen. Pomp. 1845. > Homo- 
notus Dhlb. ibid. p. 441 (non p. 35!), 18. Gen., 1845. > Entypus Dhlb. ibid. p. 442, 
19. Gen., 1845. > Pallosoma Pel. Hist. nat. Ins. Hym. III, p. 492, 4. Gen., 1845. 
> Mygnimia Smith, Cat. Hym. Br. M. P. III, p. 181, 12. Gen., 1855. 

T y p e n : jS*. bicolor und S. punctatus Fabr. (Syst. Piez. p. 124, Nr. 1, und p. 125, Nr. 3.) 

Augen bis zur Kieferbasis reichend. Pronotum von sehr verschiedener 
Gestalt und Länge; sein Hiuterrand verläuft gerade, oder bogenförmig, oder 
winkelig; bei manchen Männchen ist es aussergewöhulicb verlängert {Salius 
Fabr. 1804, Homonotus Dhlb. 1845, Entypus Dhlb. 1845). Auf dem Dorsulum 
sind bei genauerer Besichtigung meistens 2 Macrochäteu sichtbar; sie sitzen in 
einiger Entfernung vom Flügelgrunde. Sind sie abgestossen, was sehr oft der 
Fall ist, so bemerkt man wenigstens die punktartigen Vertiefungen, in denen sie 
entspringen. 

Vorderflügel mit einer gestreckten, sehr häufig lanzettförmigen, seltener 
am Ende abgerundeten Radialzelle. Drei Cubitalzellen. Die 2. Cubitalzelle nimmt 



^) Bei gewissen Männchen dieser Gattung erscheint der Prothorax, manchmal auch das 
Mittelsegment, sehr verlängert; ersterer stürzt dann meistens vorne senkrecht ab. Solche Männchen 
hatte F a b r i c i u B bei der Beschreibung von Salius vor sich. P e 1 e t i e r erkennt die F a b r i c i u s 'sehe 
Gattung; auch die Arten, welche Smith in seinem bekannten Kataloge beschreibt, gehören zu ihr, 
jedoch keinem dieser Autoreu ist es aufgefallen, dass durch Salius die gewisser Priocnemis- 
Arien vertreten werden. Costa hat dies Verhältuiss zuerst erkannt, während Dahlbom seinen 
Salius im Latroille'scheu Sinne, also yauz anders auffasst, und p. 4-11 seiner Hym. europ. Ferreola- 
Arten und den Ilomonotus sanguinolenbis darunter vorführt. Die Bezeichnung Priocnemis Schioedte 
muB8 der älteren Salius Fabr. Platz machen, kann jedoch noch immer als ürupponuame ver- 
wendet werden. 

6* 



44 



Franz Friedrich Kohl. 



die 1. Discoidalquerader vor dem Ende, die 3. Cubitalzelle die 2. ungefähr in 
der Mitte auf. Die 3. Cubitalzelle ist trapezisch oder trapezoidisch und etwas 
grösser als die 2. Basalader vor dem Abschlüsse der inneren mitt- 
leren Schulterzelle entspringend. Die Cubitalader der Hinterflügel nimmt 
seltener im, meistens hinter dem Abschlüsse der mittleren Schulterzelle, näher 
dem Spitzenrande des Flügels, ihren Ursprung. 

Beine lang, besonders Schienen und Tarsen. Klauen entweder durch einen 
stumpfen, gebogenen Fortsatz, wie bei der Gattung Notocyphus, zweitheilig 
{Cyphonomyx Dhlb.), oder mit einem, zwei bis vier Zähnen bewehrt {Hemipepsis 
Dhlb.). Hinterschienen kantig, bei den Q mit Dornen sägeartig 
gezähnt. 

Mittelsegment unterschiedlich lang, hinten nie ausgeschnitten, bei 
den mit verlängertem Prothorax, in der Regel ebenfalls verlängert; bei vielen 
Arten der Abtheilung Hemipepsis und Gyphononyx nach Art von Pepsis mit 
stumpfen Höckern in der Nähe der Stigmen. 3. Ventralsegment mit einem 
Quereindrucke in oder vor seiner Mitte. 

Salius wird hier, wie die synonymischen Angaben oben ersehen lassen, 
in weiterem Sinne als etwa die Dahlbom'sche Gattung Priocnemis aufgefasst; 
ich rechne nämlich auch die blos auf die Verschiedenheit in der Klauenbewehrung 
gegründeten Gattungen, z. B. Gyphononyx Dhlb., Hemipepsis Dhlb. hinzu und 
betrachte diese als in einander übergehende Artengruppen einer natürlichen 
Gattung. 

Man könnte die Arten von Salius etwa folgendermassen gruppiren: 

1. Gruppe (Subgen. Gyphononyx): 

Klauen an ihrem Innenrande mit einem stumpfen, gebogenen Fortsatze, 
der sie wegen seiner Länge zweitheilig erscheinen lässt. Mittelsegment 
mit einem stumpfen Höckerchen jederseits vor dem Stigma. Ein Flügel- 
fleck im Innenwinkel der 1. Disco idalzelle ist fast gar nie ausgeprägt. 
{Gyphononyx Dhlb.) 

2. Gruppe (Subgen. Priocnemis): 

Klauen mit einem Zahne an ihrem Innenrande. Ohne Flügelfleck im 
Innenwinkel der 1. Discoidalzelle oder höchstens mit der Spur eines 
solchen. {<. Priocnemis Schioedte, Dahlb., Schenck, Taschenb. — Priocnemis 
Thoms.) 

3. Gruppe (Subgen. Hemipepsis): 

Klauen an ihrem Innenrande mit zwei Zähnen. Der Basalzahn ist bei 
vielen Arten, besonders bei den cT, rudimentär und undeutlich, (üeber- 
gang zu Priocnemis!) Innenwinkel der 1. Discoidalzelle wie bei Pepsis, 
Macromeris und Notocyphus mit einer von der meist dunklen Färbung 
abstechenden, durch die obere concave Discoidallinie gebildeten Flügel- 
makel. Mittelsegment meist mit einem stumpfen Höckerchen jederseits 
vor dem Stigma, wie bei den Arten von Pepsis. {Hemipepsis Dhlb.; 
Pallosoma Pel.! Mygnimia Smith.) 



Die Gattungen der Pompiliden 



45 



4. Gruppe: 

Klauen mebrzähnig; am Inueurande der Klauen entspringen in dichter 
Anordnung, ausgenommen an der stark gekrümmten Spitze, Wimpern, 
die sich mit ihren Enden gegen das Klauenende hinkehren. Im üebrigen 
wie Hemipepsis. (Type : Hemipepsis heros Guerin, Voy. Abyss. Lefeb. VI, 
p. 35, 4. T. 7, Fig. 9, Q.) 

Salius ist nach Pompüus die artenreichste Gattung; man kennt 223 Arten; 
hievon entfallen auf die paläarktische Region 65, auf die äthiopische 35, auf 
die orientalische 38, auf die australische 35, auf die neotropische 26 und die 
nearktische 22. 

Von 2 Arten (1 Priocnemis und 1 Hemipepsis) kennt man die Herkunft nicht. 

Zur ersten Gruppe zählen 8 Arten, zur zweiten 152, zur dritten (Hemi- 
pepsis) 62 und zur vierten 1. 

Smith vereinigt in seinem Kataloge (Cat. Hym, Ins. Br. M. P. III, 1855) 
unter Pompilus auch die Arten von Agenia, Pseudagenia, einzelne Formen von 
Homonotus (H. sanguinolentus) und Ferreola {E. coccineus F.) und die Salius- 
Gruppe Priocnemis Schioedte. Unter den zahlreichen neubeschriebenen Arten 
finden sich ebenfalls alle diese Gattungen vertreten. Während es mir nicht gelingen 
wollte, die Agenia- und Pseudagenia-Fonnen herauszufinden, glaube ich fol- 
gende Smith'sche Pompilus entschieden zu Salius, Gruppe Priocnemis, rechnen 
zu sollen: 

P. comparatus p. 134, Nr. 79; rubescens p. 136, Nr. 84; audax p. 136, 
Nr. 85; decipiens p. 139, Nr. 108; exasperatus p. 139, Nr. 109; ferus p. 140, 
Nr. III; ohscurus"^. 140, Nr. 113; optimus p. 141, Nr. 114; sericosoma p. 146, 
Nr. 137; graphicus p. 148, Nr. 143; pulvillatus p. 153, Nr. 166; flammipennis 
p. 155, Nr. 18h ] maculipennis p. 159, Nr. 207; pallidicornis p. 160, Nr. 211; auri- 
frons p. 161, Nr. nuhilipennis p. 164, Nr. 229, und tuherculatus p. 167, Nr. 235. 

V. Gen. Calicurgus, Priocnemis 1. spec. heteroclitae Schioedte, Monogr. Pomp. 
Kröyer, Tidsskr. I, p. 326, 1837. < Calicurgus Pel. Hist. nat. Ins. Hym. III, p. 397, 
1845. Calicurgus Thoms. Opusc. entom. p. 1871. 

Type: Calicurgus fasciatellus Pel. Hist. nat. Ins. III, p. 415, Nr. 26. 

Augen gegen den Scheitel sichtlich convergent. Vorderrücken 
vorne fast senkrecht abstürzend. Basalader der Vorderflügel inter- 
stitial. Im üebrigen gleicht Calicurgus dem Subgenus Priocnemis in der 
Gattung Salius. Dieser hätte ich Calicurgus wohl auch noch als Untergattung 
;iiigefügt, wenn sich die erwähnten Unterschiede bei den mir bekannten Arten 
nicht als beständig erwiesen hätten. 



^) Schenck belegt in seinem Werke „Beschr. Nass. Grabwesp." (Jahrb. d. Ver. f. Naturk. 
Herz. Nassau, XII. Heft, 1857) ebenfalls eine Priocnemis-Ait mit dem Namen „maculipennis" . Da die 
Smith'sche Art das Anrecht auf die Priorität hat, so mag die andere S. (Pr.) Schenckii heissen. 



46 



Franz Friedrich Kohl. 



Von Calicurgus ist 1 Art bekannt; es dürfte wohl die eine oder die 
andere der beschriebenen Priocnemis-Artmi hierher zu rechnen sein. 9 noch 
unbeschriebene Arten kenne ich aus Sammlungen. 

VI. Gen. Pepsis Fabr. (Taf. II, Fig. 2). < Pepsis Fabr. Syst. Piez. p. 207, 1804. 
< S2)hex Linn. Fabr., De Geer, Drury. <: Pompilus Halid. Trans. Linn. Soc. 

XVII, 326. 

Typen: P. ruficornis, dimidiata, ocellata, amethystina, coerulea, stellata, elevata, 

festiva, grossa Fabr. 

Oberkieferbasis hart an dem Unterrande der Augen. 

Thorax vor den Mittelhüften meistens kegelförmig, oft dornig aufgetrieben. 

Vorderflügel mit einer bei allen mir bekannten Arten am Ende abge- 
rundeten Padialzelle und drei Cubitalzellen. 2. Cubitalzelle ebenso gross oder 
grösser als die 3. (trapezische), die 1, Discoidalquerader diesseits der 
Mitte, näher dem Innenwinkel, aufnehmend. Basalader vor dem 
Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle entspringend. 

Innenwinkel der 1. Discoidalzelle wie bei den Gattungen Macromeris, 
Notocyphus und zum Theile auch Salius mit einer hellen, durch die „obere 
concave Discoidallinie^' (Adolph., „Ueber lusectenflügel", Nov. acta k. Leop., 
Deutsche Akad. d. Naturf. 1879) gebildeten, von der Flügelfärbung abstechenden 
Makel. Die Cubitalader der Hinterflügel entspringt weit vor dem 
Abschlüsse der Schulterzelle. 

Hinterschienen (9) gekantet und sägezähuig wie bei Salius Fabr. 
Tarsen der Hinterbeine bei den cT plattgedrückt. Klauen mit einem 
Zahne an ihrem Innenrande, bei den Q in der Mitte, bei den näher der 
Basis. Der Klauenzahn der (j^ ist klein, bei manchen Arten gar nicht aus- 
gebildet. 

Mittelsegment ähnlich wie bei vielen Arten der Gattung Salius 
(Subgen. Hemipepsis) mit zahnartigen, nur höchst selten fehlenden 
Vorsprüngen vor den Stigmen. 2. Veutralsegment durch einen 
Quereindruck ausgezeichnet, dieser liegt meistens vor der Mitte und ist 
bei den mancher Arten bis zur ündeutlichkeit verwischt. 

cf-Oberlippe unter dem Clypeus hervorragend. Ventralsegment 5 oder 
5 und 6 mit langen, nicht selten zu zwei Gruppen vertheilten 
Haarborsten. 

Die Arten von Pepsis sind Thiere, nicht nur durch Eleganz und Grösse 
(15—50 mm.), sondern auch häufig durch eine feine, sammtartige Befilzuug aus- 
gezeichnet; bei gewissen Wendungen spielt der Körper von vielen in prächtigen 
metallischen Farben. 

Die Flügel sind zumeist metallisch schillernd oder gelb, bei einigen Formen 
mehrfarbig. Man kennt bis jetzt 81 Arten, welche Amerika bewohnen; davon 



Die Gattungen der Pompiliden. 



47 



kommen 5, darunter eine (P. clubitata Cresson 1867) ausschliesslich auf die neark- 
tische Region; alle übrigen sind Bewohner des tropischen Amerika. Ferner be- 
schreibt Stäl eine „Pepsis Dahlbojnii" (Oefv. Vet. Akad. Förh. 1857), angeblich 
vom Kaffernland, und H. de Saussure eine Pepsis australis aus Australien (1867), 

VII. Gen. SphictostetMis iiov. gen. (Taf. II, Fig. 4). 
Type: Pompüus Gravesii Halid. Linn. Trans. XVII, 325, 38, 1837 (= Agenia 
speciosa Spin. Hist. Chili, Gay. VI, 388, 5, Atl. I, 4, Fig. 1, Ife, 1 c, cf , 9 , 1851). 

Augen bis zur Oberkieferbasis reichend. Prothorax sehr gross, seine 
Epimeren von aussergewöhnlicher Ausdehnung; das Notum ist auf beiden 
Seiten buckelig gewölbt, vorne zu einem kurzen Halse verengt. Dor- 
sulum des Mesothorax auf ein kleines, fast rundes Scheibchen 
reducirt. Schildchen sehr hoch. Mesothorax vor den Mittelhüften in 
einen kegelförmigen Zahn ausgezogen. Der Thorax erscheint im 
Allgemeinen in der Mitte heftig eingeschnürt; in die Einschnürung 
sind die Epimeren des Mesothorax und das Metanotum hineingezogen. 

Flügel ausserordentlich kurz, höchstens auf die ersten Segmente 
des Hinterleibes zurückreichend, ihre Behaarung gleichmässig dicht und 
aussergewöhnlich lang. Vorderflügel mit einer lanzettförmigen Radialzelle 
und drei Cubitalzellen. 3. Cubitalzelle mehr denn doppelt so gross als 
die 2.; 3. Cubitalquerader nach dem Spitzenrande des Flügels hin ausgebogen. 

Die 1. Discoidalquerader trifft auf die Mitte der 2. Cubitalzelle, die 
2. Discoidalquerader auf die Mitte der 3. Ursprung der Basalader vor 
dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle, näher der 
Flügelbasis, jener der Cubitalader in den Hinterflügeln hinter dem Abschlüsse 
der Schulterzelle. 

Bedornung der Beine ähnlich wie bei Salius; Hinterschienen säge- 
zähnig, Klauen mit einem starken Zahne in der Mitte ihres Innenrandes. 

Mittelsegment hinten nicht ausgeschnitten, sondern gewölbt. 3. Ventral- 
segment mit einem Quereindrucke vor der Mitte, näher der Basis. 

Man kennt nur die einzige chilenische Art. 

VIII. Gen. Haploneura iiov. gen. (Taf. II, Fig. 5). 

Type: Haploneura apogona n. sp.^) 

Augen bis zur Mandibelbasis reichend. Prothorax sehr gross; seine 
Pleuren viel schmäler als bei SphictostetJius. Das Notum auf beiden Seiten 
buckelig gewölbt, vorne zu einem kurzen Halse verengt. 

*) Haploneura apogona n. sp. 

Long. 10—12 mm. Q . Brunnescenti-nigra, tomento aureo hinc et illinc ohtecta. Caput, antennae 
pro parte, pedea, pronotum, scuiellum, segmentum medianum dorsale, maculae rotundae segmenti fertü, 
et margines segmentorum dorsalium et ventralium flava aut rufido-flava. Alae flavescentes absque maculis. 
Ocelli in vertice in trigonum aequilaterale dispositi. Antennarum articulus secundus (pedicellum) 



48 



Franz Friedrich Kohl. 



Dorsulum wie bei der vorigen Gattung verkleinert, Schildchen 
sehr hoch. Mesothorax vor den Mittelhüften nicht kegelförmig aus- 
gezogen. 

Der Thorax ist wie beider vor igen Gattung in der Mitte stark 
eingeschnürt, in die Einschnürung sind die Epimeren des Mesothorax und 
das Metanotum hineingezogen. 

Flügel sehr verkürzt, ihre Behaarung von ungewohnter Länge, 
die vorderen mit nur zwei Cub italzellen. Radialzelle breit, lanzettlich 
zugespitzt. 1. Cubitalzelle sehr gross; 2. Cubitalzelle höher als breit. Die 
1. Discoidalquerader mündet hinter der Mitte, nahe dem Ende der 1. Cubitalzelle, 
die 2, Discoidalquerader im Ende der 2. Die Basalader entspringt weit 
vor dem Abschlüsse der inneren mittleren, sehr verlängerten 
Schulterzelle, näher der Flügelbasis. 

Mittlere Schulterzelle der Hinterflügel verhältnissmässig sehr kurz, Ur- 
sprung der Cubitalader weit hinter ihrem Abschlüsse. 

Beine sehr lang. Die Mittelschienen und die Tarsen mit kleinen Dörn- 
chen bewehrt. Hinterschienen walzig und wie die Vorderschienen 
unbedornt. Klauen mit einem sehr starken Zahne in der Mitte ihres Innen- 
randes, 

Mittelsegment wie bei Sphictostethus gebildet, nach vorne gegen die Ein- 
schnürung hin verschmälert, hinten gewölbt. 3. Ventralsegraent mit einem 
Quer eindrucke, welcher hart an der Basis liegt und fast von der Ventral- 
platte des 2. Segmentes bedeckt wird, 
unbekannt. 

Haploneura ist die Tochtergattung von Sphictostethus; ihr Flügel hat 
sich aus dem von Sphictostethus durch das Erlöschen der 1. Cubitalquerader 



suhelongatus, una cum quarto quam tertio longo, fere longior. Metanotum (non segm. medianum!) 
elongatum transverse striatum. 
ignotus. 
Chili (Philippi leg.). 

Die Augen stehen in einem gleichseitigen Dreiecke nahe beisammen. Stirnlinie deutlich. 

1. Geisselglied länger, fast doppelt so lang als breit, mit dem 3. zusammen- 
genommen eher länger als das 2. Die Bildung des Kopfes gleicht in allen Theilen der eines 
Saliu^-W eihchenB. 

Das verengte Metanotum hat eine beträchtliche Länge (sie kommt der des 
Schildchens zum mindesten gleich) und ist querrunzelig gestrichelt. Das Mittelsegment 
ist im (ianzen nicht viel kürzer als der übrige Theil des Brustkastens. Die Hinterleibsringe sind 
mit einem sammtartig braunen, in gewisser Richtung besehen, goldgelb erglänzenden Toment bedeckt. 
Ein goldgelb glänzend&s Toment bedeckt übrigens auch den Kopf, an vielen Stellen das Bruststück 
und die Hüften. Im Allgemeinen kann über die Sculptur nicht viel bemerkt werden, da sie wegen 
der anliegenden feinen Pubescenz nicht recht zu Tage tritt. Die Hinterleibsringe erscheinen vom 

2. angefangen an den entblössten Stellen glatt und glänzend. Hiuterschienensporne un- 
gefähr halb so lang als das 1. Tarsenglied der Hinterbeine. — ^ noch unbekannt. 

Chili (Philippi leg.). 

Die Typen werden in den Sammlungen des k. k. zoolog. Hofcabinetes in Wien aufbewahrt. 



Die Gattungen der Pompiliden. 



49 



herausgebildet; dies geht aus der Grösse der 1. Cubitalzelle im Haploneura- 
Flügel, speciell aus dem Verlaufe der 1. Discoidalquerader hervor; diese trifft 
nämlich nicht auf die 2., sondern auf die 1. Cubitalzelle, und zwar noch immer 
auf die Stelle der Cubitalader, welche sie im Flügel der Muttergattung getroffen 
hat. Die 2. (respective 3.) Cubitalzelle ist dadurch kleiner geworden, dass sich 
die 2. (respective 3.) Cubitalquerader mehr der Flügelbasis bis zum Mündungs- 
punkte der 2. Discoidalquerader genähert hat. 

Dass Haploneura mit Sphictostethus unzweifelhaft enge verwandt ist, 
bekundet auch die Gestalt des Pronotums und Dorsulums, die Einschnürung 
des Thorax, die Form und dichte Behaarung der Flügel, der Ursprung der Basal- 
ider im Vorder- und der Cubitalader im Hinterflügel, die Form des Mittel- 
segmentes u. s. w. 

Die Unterschiede von der genannten Gattung liegen in der Form der 
Piopleuren, in der Zahl der Cubitalzellen der Vorderflügel, im Mangel des kegel- 
artigeu Vorsprunges vor den Mittelhüften und der viel subtileren Bedornung 
der Beine. 

IX. Gen. JParapompilus, Micropteryx Lep. ') Hist. nat. Ins. Hym. III, p. 396, 
5. Gen., 1845. Parapompilus Smith, Cat. Hym. Br. M. F. III, p. 176, 9. Gen., 1855. 

Typen: Micropteryx hrevipennis Pel. Hym. t. III, p. 396 ; t. XXXII, fig. 1, 9 » 1845. 
Pompilus hrevipennis Fabr. Syst. Piez. p. 200, 63, 1804. 

Die Augen reichen bis zur Oberkieferbasis. Pronotum bei den mir be- 
kannten Arten verlängert. 

Flügel von aussergewöhnlicher Kürze, in Reduction begriffen. Vorder- 
flügel mit einer lanzettlichen Radialzelle. Drei Cubitalzellen; die 1. so gross 
als die beiden anderen ungefähr gleich grossen zusammen. Die 
1. und 2. Discoidalquerader münden in oder nicht weit von der Mitte der 2., 
respective 3. Cubitalzelle. Basalader iuterstitial. Cubitalader der Hinterflügel 
ein wenig hinter dem Abschlüsse der Schulterzelle, also näher der Fiügelspitze 
an der Medialader entspringend. 

Beine kräftig. Hinterschienen unbedornt, nur behaart. Vorder- 
tarsen ohne Kamm. Klauen durch einen stumpfen Fortsatz an ihrem Innen- 
rande zweitheilig. 

Mittelsegment hinten meist abgerundet, selten eingedrückt oder ausge- 
schnitten. 3. Ventralsegment wie bei Pepsis oder Salius mit einem 
Quereindrucke zwischen seiner Basis und der Mitte, 
unbekannt. 

Von Parapompilus sind bisher 7 Arten beschrieben worden: 2 paläark- 
tische, 1 äthiopische, 3 nearktische und 1 neotropische. 



Micropteryx, ein in der Lepidopterologie (1816) vergriffener Name. 
Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 7 



50 



Franz Fiiedricli Kohl. 



X. (ileiK Clavelia Lucas. Clavelia Luc. Ami. Soc. Eut. Fi aiic. 185'^. ? Clenocerus 

Dblb. Hym. eur. t. I, p. 450, 23. -24. Gen., 1845. 
Type: Clavelia pompilifonnis Luc. Ann. Soc. Ent. Franc. 1852. 
Kopf und Thorax stark behaart. 

Die Augen reichen bis zur Oberkieferbasis oder können auch in sehr 
beträchtlichem Abstände von ihr bleiben. Fühlergeisselglieder durch 
grosse, lappenartige Fortsätze an den Enden ausgezeichnet; die 
Geissei erscheint daher derb gekämmt. Endglied regelmässig, kegel- 
förmig. Flügel lang. Vorderflügel mit einer lanzettförmigen Radialzelle und 
drei Cubitalzellen ; 1. Cubitalzelle von der Grösse der 2. und 3. zusammenge- 
nommen. Die Discoidalqueradern münden in der Mitte der 2. und 3. Cubital- 
zelle oder wenigstens nicht weit davon. Die Basalader entspringt ein wenig 
vor dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle; ihr Ursprung dürfte 
wohl auch manchmal interstitial sein. Cubitalader der Hinterflügel interstitial. 

Beine schmächtig und lang, besonders die Tarsen. Hinterschienen 
mit vereinzelten Dörnchen. Mittelsegment nicht ausgeschnitten, abgerundet. 
3. Ventralsegment ohne Quereindruck. 

9 unbekannt. Als sicher zu dieser Gattung gehörig, kennt man nur 
zwei Arten: die oben erwähnte Clav, pompiliformis Luc. und Cl. melas Luc. (Ann. 
Soc. Ent. Franc. Ser. 3, t. I, 1853, Bullet, p. 14), beide aus dem paläarktischen 
Afrika; sollte es sich herausstellen, dass Ctenocerus Klugii Bhlh. und Ct. ramosus 
Smith (Trans. Ent. Soc. Lond., p. 396, 1865) aus Süd-Afrika nur Clavelia- Arten. 
sind, so wären auch diese zu verzeichnen; dann müsste aber auch dem Dahl- 
bom 'sehen Gattungsnamen das Recht der Priorität eingeräumt werden. 

XI. (xcn. Notocyphus Smith (Taf. H, Fig. 10). Notocyphus Smith, Cat. Hym. 

Ins. P. III, p. 172, Gen. 6, 1855. 
Type: Notocyphus saevissimus Smith, Cat. Hym. Ins. P. III, p. 172, Nr. 1, 1855. 

Oberlippe unmässig vergrössert und weit vorgestreckt. Die 
Augen reichen selten vollkommen bis zur Oberkieferbasis. Pronotum 
bei den mir bekannten Arten vorne und an den Seiten steil abstürzend. Vorder- 
flügel mit einer lanzettförmigen Radialzelle und drei Cubitalzellen. 1. Cubital- 
zelle ein wenig kleiner als die 2. und 3. zusammengenommen, 2. sehr 
schräg gestellt, oft von fast rhombischer Gestalt, 3. grösser als die 2. Die 
Discoidalqueradern verlaufen ungefähr an der Mitte der entsprechenden Cubitalzellen. 

Hintere Basalecke der 1. Discoidallinie mit einer rundlichen, von der oberen 
concaven Discoidallinie gebildeten lichteren, aus der Flügeltrübung hervor- 
tretenden Makel. 

Basalader vor dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle, näher 
der Flügelbasis an der Medialader beginnend. 

Die Cubitalader der Hinterflügel ist entweder interstitial oder entspringt 
vor dem Abschlüsse der mittleren Schulterzelle. 

Beine, auch die Vordertarsen, höchst unbedeutend bedornt. 
Klauenkamm vorhanden. Klauen durch einen gebogenen, stumpfen 



Die Gittunsen der Pouipiliden. 



51 



Fortsatz an der Innenseite zweitheilig. Mittelsegment hinten meistens 
ausgeschnitten. Hinterleib gegen das Ende hin seitlich zusammen- 
gedrückt. 3. Ventralsegment ohne Quereiudruck. Endsegmeut der 9 auf der 
Ventralseite kielförmig. 
unbekannt. 

Von den 9 bekannt gewordenen Notocyphus-kxiQVi entfallen 7 auf die 
neotropische und 2 auf die nearktische Region. In den Ostcontinenten scheint 
diese Gattung nicht vertreten zu sein. 

XII, Gen. Ceropales (Taf. II, Fig. 12). Ceropales Latr. Prec. caract. gen. 
Ins. 1796, p. 123, 25. Gen. <: Ceroimles Fabr. Syst. Piez. p. 185, 31. Gen., 1804. 
Ceropales Latr. Hist. Nat. Crust. et Ins. t. XIII, p. 283, 1805. < Evania Fabr. 

<. Ichneumon Oliv. < Pompilm Iiiig. 
Type: Ceropales maculata Fabr. Syst. Piez. p. 185, Nr. 1, 1804. 

Oberlippe unter dem Kopfschilde hervorragend. Augen bis oder 
nahe zur Oberkieferbasis herantretend. Fühler auch beim Q gestreckt, 
nur wenig gebogen, ihre Insertionsstelle liegt in der Regel in 
ziemlichem Abstände von der Kopfschildbasis. Hinterrand des Vorder- 
rückens bogenförmig. Vorderflügel mit einer lanzettförmigen Radialzelle und 
drei Cubitalzellen ; die 2. Cubitalzelle nimmt die 1. Discoidalquerader hinter 
der Mitte, die 2. vor oder in der Mitte auf. Basalader interstitial. Die Cubital- 
ader der Hinterflügel entspringt in einiger Entfernung hinter dem Abschlüsse 
der Schulterzelle. 

Beine nur mit minutiösen Dörnchen bewehrt oder ganz un- 
bedornt. An den Vorderbeinen ist ein Tarsenkamm nicht vorhanden. 
Klauen mit einem gekrümmten Zahne in der Mitte oder nahe der Spitze ihres 
Innenrandes. Mittelsegment verhältnissmässig breit und kurz, nie ausgeschnitten. 
3. Ventral Segment ohne Qu er ein druck. 9" Stachelscheide vorragend. 

Die Ceropales-Arten sind reichlich gelb, weiss oder rotbgelb gezeichnet; 
man kennt aus Beschreibungen 42 Arten: 9 aus der paläarktischen Region, 1 aus 
der äthiopischen, 3 aus der orientalischen, 12 aus der nearktischen und 17 aus 
der neotropischen. 

XIII. Gen. Pompilus (Taf, II, Fig. 6). ^ Pompilus Fabr. Ent. Syst. Suppl 
p. 246, 1798. <c Sphex Linn. Syst. Nat. I, 941, 1766. > Aporus Spin. Ins. Sig. II, 
p. 34, 1806. r> Episyron Schioedte, Monogr. Pomp. Kroyer, Tidsskr. I, p. 331, 
1837. > Anoplius Pel. Hist. nat. Ins. Hym. III, p. 440, 1845. ^Evagethes Pel. Ibid. 
p. 390, 1845. > Salius Dhlb. Hym. eur. I, p. 34, 18. Gen., 1845. > Homonotus Dhlb. 
Hym. eur. I, p. 35 (non p. 441 !). 1845. > Ferreola Smith, Cat. Hym., P. III, p. 167, 1855. 

Typen: Pompilus viaticus, ursus Fabr. = coccineus Fabr. etc. 

Die Augen reichen meistens bis zur Oberkieferbasis, nur in seltenen Fällen 
sind Wangen entwickelt. Form des Kopfschildes, des Prothorax und Mittelseg- 
mentes ausserordentlich verschieden. 

7* 



52 



Franz Priedricli Kohl. 



Vorderflügel mit einer Radialzelle, welche sich sehr oft der dreieckigen 
Form nähert, seltener lanzettförmig ist. Cubitalzellen drei; die 1. übertrifft 
jede der folgenden an Grösse; die 2. ist ein wenig grösser als die 3. oder 
gleich gross wie sie, die 3. viereckig oder dreieckig, manchmal auch gestielt 
dreieckig. Die 1. Discoidalquerader mündet au der Mitte der 2. Cubitalzelle 
oder näher der 2. Cubitalquerader, die 2. Discoidalquerader in der Mitte der 
3. Cubitalzelle oder nicht weit davon. Basalader mit sehr geringen Aus- 
nahmen, wo sie vor dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulter- 
zelle entspringt, interstitial. Die Cubitalader entspringt in der über- 
wiegenden Mehrzahl der Fälle im Abschlüsse der mittleren Schulterzelle oder 
hinter {Homonotus Dhlb. p. 35), manchmal auch vor demselben (bei einigen 
Ferreola- Arten). 

Beine bedornt. Vordertarsen der 9 oft mit einem Dornenkamm be- 
wehrt. Hinter schienen walzig, nicht wie bei den 9 von Salius kantig, 
ihre Dornen vereinzelt, nicht sägeartig angeordnet. Die Klauen sind in der 
Mitte ihrer Innenkante bezahnt oder erscheinen wie bei Salius, Subg. Cypho- 
nonyx und Notocyphus durch einen stumpfen Fortsatz zweitheilig. Klauenkamm 
vorhanden oder fehlend. 

Mittelsegment hinten abgerundet, oder senkrecht abstürzend, oder ein- 
gedrückt, oder mehr weniger ausgeschnitten; seine Sculptur sehr verschieden. 
3. Ventralsegment mit geringen Ausnahmen (bei Homonotus- und 
Ferreola- Ai'teu) ohne einen Quereindruck. 

Pompilus wird hier in weiterem Sinne genommen, als es allgemein 
geschieht. Hiezu drängt mich der Umstand, dass sich alle jene Merkmale, welche 
man zur Abtrennung gewisser Gattungen von Pompilus verwendet hat, nicht 
nur in diesen Gattungen allein, sondern auch bei den Pompiliden überhaupt als 
höchst wandelbar erwiesen haben. Unter diesen Merkmalen sind die Bildung 
des Prothorax und Mittelsegmentes, die Stellung der Basalader (Vorderflügel) 
und Cubitalader (Hinterflügel) zur mittleren Schulterzelle und die Bewehrung 
der Beine und Klauen gemeint. Auch die Pompiliden mit zwei Cubitalzellen, 
die man bisher als Aporus-kitm kannte, sind ganz entschieden nur Pompilus- 
Formen aus verschiedenen natürlichen Gruppen mit einer unwesentlichen Mo- 
dification im Flügelgeäder. Die zahlreichen Arten ordne ich folgendermasseu : 

1. Gruppe [Pompilus Thoms.): 

Basalader der Vorderflügel und Cubitalader der Hinterflügel interstitial. 
Innenrand der Klauen bezahnt (einzähnig). Klauenkamm meistens ent- 
wickelt. Vordertarsen (9) niit oder ohne Dornenkamm. Hinterrand des 
Pronotum winkelig. 

2. Gruppe {<:Äporus, Taf. II, Fig. 7); 

Durch den Verlust der 2. Cubitalquerader aus Formen der 1. Gruppe 
hervorgegangen und von ihr sonst nicht verschieden. 



Die Gattuugen der Pouipiliden. 



53 



3. Gruppe: 

Basalader der Vordeiflügel und Ciibitalader der Hinterflügel interstitial. 
Innenrand der Klauen bezahnt. Klauenkamm fehlend. Tarsenkamm (9) 
gross, Hinterrand des Pronotum bogenförmig, Fühler kurz und auf- 
fallend verdickt. 

4. Gruppe: 

Basalader der Vorderflügel in oder vor dem Abschlüsse der inneren 
mittleren Schulterzelle, Cubitalader der Hinterflügel hinter dem Abschlüsse 
entspringend. Klauen bezahnt, Klauenkamm .fehlend. Tarsenkamm (9) 
gross. Hiuterrand des Pronotum meistens bogenförmig, sehr selten 
winkelig. Fühler kurz und auffallend dick, 

5. Gruppe {<.Aporus): 

Durch den Verlust der 2, Cubitalquerader aus Formen der 4, Gruppe 
hervorgegangen, von ihr sonst nicht verschieden. 

6. Gruppe: 

Basalader der Vorderflügel interstitial; Cubitalader der Hinterflügel 
hinter dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle entspringend. 
Klauen bezahnt, mit einem Klauenkamm. Tarsenkamm (9) entwickelt. 
Oberlippe mancher Arten auch bei den 9 vorragend. 

7. Gruppe: 

Basalader der Vorderflügel interstitial. Cubitalader der Hinterflügel 
hinter dem Abschlüsse der mittleren Schulterzelle entspringend. Klauen 
bezahnt, mit einem Klauenkamm. Tarsenkamm (9) fehlend. Oberlippe (9) 
nie weit vorragend. 

8. Gruppe {<.Aporus): 

Durch den Verlust der 2. Cubitalquerader aus Formen der 7. Gruppe 
hervorgegangen; sonst von ihr nicht verschieden. 

9. Gruppe: 

Basalader der Vorderflügel und Cubitalader der Hinterflügel interstitial. 
Klauen mit einem gebogenen stumpfen Fortsatze an ihrem Innenrande, 
zweitheilig. Klauenkamm vorhanden oder fehlend. Tarsenkamm (9) 
wohl entwickelt. 

10. Gruppe {<: A2}orus, Taf. II, Fig. 8): 

Vorderflügel mit nur zwei Cubitalzellen. Basalader der Vorderflügel 
interstitial. Cubitalader der Hinterflügel hinter dem Abschlüsse der mitt- 
leren Schulterzelle entspringend. Klauen zweitheilig. Klaueukamm fehlend. 
Tarsenkamm entwickelt. Fühler oft verdickt. Hinterrand des Pronotum 



54 



Franz Friedrich Kohl, 



winkelig. (Diese Gruppe ist, nach der Stellung der Discoidalqueradern und 
der 2. Discoidalquerader zu schliessen, aus Pompilus -Fovmm hervor- 
gegangen, bei denen sich die 2. und 3. Cubitalquerader allmälig zu einem 
einzigen Venenrohre verschmolzen haben. Man denke sich den Vorgang 
so: Die Cubitalqueradern näherten an der Radialzelle anfangs bis zur 
Berührung, wie z. B. bei Individuen von P. nigerrimus Scop., und ver- 
schmolzen später nach und nach in der Richtung von der Radialader 
gegen die Cubitalader bis zum vollständigen Verschwinden der von ihnen 
eingerahmten dreieckigen 3. Cubitalzelle.) Die Stammformen dieser und 
der folgenden Gruppe dürften in der 12. Gruppe enthalten sein. 

11. Gruppe {<.Äporus). 

Wie die 10, Gruppe; nur ist im Vorderflügel durch Resorption der 

2. Cubitalquerader eine Cubitalzelle verloren gegangen und der Hinterrand 
des Pronotum bogenförmig. 

12. Gruppe {Episyron Schioedte); 

Basalader interstitial. Cubitalader der Hinterflügel vor dem Abschlüsse 
der mittleren Schulterzelle entspringend. Klauen in beiden Geschlechtern 
(bei den deutlicher ausgeprägt) zweitheilig, ohne Klauenkamm. Tarsen- 
kamm entwickelt. Fühler mancher Arten verdickt (P. rufipes Linn., 
albonotatus v. d. L.). 

13. Gruppe {Pomp. 6-maculatus Spin. = venustusW esm. = fraterculus Costa): 

Basalader der Vorderflügel und Cubitalader der Hinterflügel inter- 
stitial. 3. Cubitalzelle gestielt. Klauen bezahnt; Klauenglied mit Klauen- 
kamm, Tarsalkamm (9) entwickelt. Mittelsegment hinten auf jeder Seite 
zu einem kegelförmigen Fortsatze ausgezogen. 

14. Gruppe {<:Aporus): 

Aus Pompilus-Fovmen der 13. Gruppe durch Verschmelzen der 2. und 

3. Cubitalquerader hervorgegangen. 

15. Gruppe {Homonotus Dhlb. p. 35; Salius sanguinolentus Dahlb. p. 34). 

Basalader der Vorderflügel interstitial. Die Cubitalader der Hinter- 
flügel entspringt hinter dem Abschlüsse der mittleren Schulterzelle. Kopf 
hinten mehr oder weniger ausgehöhlt. Prothorax und Mittelsegmeut ver- 
längert; letzteres wie bei der 13. und 14. Gruppe ausgeschnitten und auf 
beiden Seiten kegelförmig ausgezogen. Klauen mit einem stumpfen Fort- 
satze an ihrer Innenkante. Klauenkamm fehlend. Vordertarsen ohne 
Wimpernkamm. 3. Ventralsegment mit oder ohne Quereindruck. 

16. Gruppe {<:Ferreola Smith): 

Basalader der Vorderflügel und Cubitalader der Hinterflügel interstitial. 
Klauen bezahnt, selten bifid; Klauenkamm entwickelt oder fehlend. Vorder- 



Die Gattungen der Pompiliden. 



55 



tarseii ohne Wimpernkamm. Mittelsegment Iiiuten senkrecht abstürzend, 
eingedriickt oder ausgeschnitten, au den Seiten häufig mit stumpfen Zähnen 
oder Häkchen versehen. 3. Ventralsegmeut ohne Quereindruck. Hinterleib 
gegen das Ende hin nicht seitlich zusammengedrückt. 

17. Gruppe (<: Ferreola Smith ) : 

Basalader der Vorderflügel interstitial. Cubitalader der Hiuterflügel 
vor dem Abschlüsse der mittleren Schulterzelle an der Medialader ent- 
springend. Klauen zweitheilig (bilid). Klauenkamm entwickelt, Vorder- 
tarsen mit oder ohne Kammdornen. Die Augen erreichen die Oberkiefer- 
basis häufig nicht. 3. Ventralsegment ohne Quereindruck. Hinterleib 
seitlich zusammengedrückt. Mittelsegment wie bei voriger Gruppe. 

18. Gruppe {Pediriaspis Kohl): 

Basalader interstitial oder weit vor dem Abschlüsse der inneren mitt- 
leren Schulterzelle entspringend. Cubitalader der Hiuterflügel häufig 
interstitial, seltener ein wenig hinter dem Abschlüsse der mittleren 
Schulterzelle entspringend. Klauen bezahnt, sehr selten zweitheilig. 
Vordertarsenglieder dick und ohne Kammdornen, 2., 3. und 4. kurz. Kopf 
flach. Kopfschild meistens eine abgeflachte, mehr weniger vorspringende 
Platte darstellend. Pronotum von verschiedener, nicht selten sehr be- 
deutender Länge (P. cubemis Gr.), vorne häufig senkrecht abstürzend. 
Mittelsegment abgerundet, hinten manchmal steil abfallend oder mit einem 
flachen Eindrucke, oder sogar ausgeschnitten. Hinterleib wenigstens gegen 
das Ende hin sichtlich seitlich zusammengedrückt (Type : Pompilus oper- 
culatus Klug.).*) 

Bis jetzt sind im Ganzen 483 Pompilus- Arten beschrieben worden ; davon 
fallen 133 auf die paläarktische Region, 59 auf die äthiopische, 41 auf die 
orientalische, 59 auf die australische, 131 auf die neotropische und 58 auf die 
nearktische Region. — Zur 15. Gruppe (Homonotus) gehören 7, zur 16. und 
17. Gruppe zusammen (Ferreola) 24 Arten. Formen mit zwei Cubitalzellen in 
den Vorderflügeln kennt man 22. Von 2 Arten kennt man keine Herkunft. 

XIV. Gen. Planiceps Latr. (Taf. II, Fig. 12). Planiceps Latr. Dict. Class. 
d'Hist. Nat. 1822. <: Pompilus Latr. Gen. Crust. Ins. IV, 66, 1809. 

Type: Planiceps Latreillei v. d. L. Obs. I, 354 = Pompilus planiceps Latr. Gen. 
Crust. Ins. IV, 66, 1809. 

Der Kopf erscheint, von der Seite besehen, platt. 

Fühler weit vorne, hinter dem kurzen, in der Regel wie beim Subgen. 
^von Pompilus) Pedinaspis tafelartig abgeflachten Kopfschilde 
eingefügt. Augen bis zur Oberkieferbasis reichend. 

') Aus Formen dieser Gruppe ist durch Umbildung des Flügelgeäders die Gattung Planiceps 
hervorgegangen. 



56 



Franz Friedrich Kohl. 



Pronotum verlängert, länger als breit, oben abgeflacht, an den Seiten 
und häufig auch vorne senkrecht abstürzend; seltener vereogt sich das Pronotum 
vorne zu einem ganz kurzen Hals. Vorderflügel mit nur zwei Cubital- 
z eilen; 2. Cubitalzelle gross, die 1. Discoidalquerader nur wenig vor, die 2. 
hinter der Mitte aufnehmend. 

Die Basalader entspringt meistens interstitial, in selteneren Fällen ein 
wenig vor dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle, näher der Flügel- 
basis. In den Hinterflügeln entspringt die Cubitalader weit hinter dem Ab- 
schlüsse der Medialader, näher dem Spitzenrande des Flügels. 

Beine kräftig, die vorderen besonders an den Hüften und 
Schenkeln verdickt. 2., 3. und 4. Vordertarsenglied sehr kurz. 
Klauen- und Tarsenkamm vorhanden. Innenrand der Klauen mit einem kräf- 
tigen Zahne. Bedornung wie bei den Pompilus -Avten. Mittelsegment ver- 
schieden lang und hoch, nie ausgeschnitten. Der Hinterleib ist nach 
hinten seitlich zusammengedrückt. 

Die Gattung Planiceps hat sich aus einer Po?npiliden- G^ittimg mit drei 
Cubitalzellen herausgebildet; nach der Form der Radialzelle, dem Verlaufe der 
Basalader in den Vorderflügeln und jenem der Cubitalader in den Hinterflügeln 
zu schliessen aus einer Artengruppe (Subgen.) von Pompilus. Beim Pompilus- 
Fiügel herrscht nämlich, wie die häufigen Abnormitäten im Flügelgeäder ver- 
rathen, die Neigung, in Rücksicht auf die Cubitalzellen zweizeilig zu werden. 

Bei der Mehrzahl solcher Fälle sieht man die zweite Cubitalquerader 
verschwinden; ihr Verschwinden geht immer von der Lücke aus, welche die 
untere concave Cubitallinie in das Venenrohr der 2. Cubitalquerader bricht. Durch 
den Abgang der 2. Cubitalquerader erscheint die 2. und 3. Cubitalzelle zu einer 
grösseren 2. verschmolzen. Selbstverständlich hat diese Umbildung im Flügel 
auf die Einmündung der Discoidalquerader nur einen relativen, ändernden Einfluss, 
insoweit nämlich, dass die 1. Discoidalquerader nicht mehr wie früher hinter der 
Mitte der 2. Cubitalzelle, sondern entschieden vor der Mitte zu verlaufen kommt. 

In den selteneren Fällen wird der Pompilus -Flügel in Bezug auf das 
Ciibitalfeld zweizeilig, wenn sich die Venenrohre der 2. und 3. Cubitalquerader, 
wie es bei der 10. Gruppe von Pompilus erörtert wurde, zu einem einzigen 
Venenrobre verschmelzen. Die Vergrösserung der 2. Cubitalzelle ist in diesem 
Falle nur gering, da aus der Umbildungsweise hervorgeht, dass sich nur die 
eine Hälfte der ohnehin kleinen 3. Cubitalzelle hinzuschlägt, während die andere 
zur Vergrösserung des Apicaltheiles beiträgt. 

Der Einfluss auf den Verlauf der Discoidalqueradern ist auch hier nur 
relativ ändernd und betrifft in diesem Falle vorzüglich die 2. Discoidalquerader, 
da sie mit der nunmehrigen 2. Cubitalquerader interstitial wird oder hart neben 
dieser zu verlaufen kommt. 

Bei den mir bekannten Planiceps-Arten hat sich der Flügel nach der 
ersteren Methode herausgebildet; es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es 
auch Planice2)s-F OY men im Sinne der zw eiteren gibt. 



Die Gattungen der Porapiliden. 



57 



Die Beschaffenheit des Flügelgeäders zeigt, wie erwähnt, dass Planiceps 
aus Pompilus hervorgegangen ist. Betrachtet man ausserdem die Form des 
Kopfes, des Kopfschildes, die Beschaffenheit der Beine, besonders die Dicke des 
2., 3. und 4. Vordertarsengliedes, den seitlich zusammengedrückten Hinterleib 
u. s. w., so kann kein Zweifel mehr über die Beziehungen von Planiceps zu 
Pedinaspis Kohl aufkommen, und ich wage mit Ueberzeugung zu behaupten, 
dass dieses Subgen. von Pompilus die Stammform zu Planiceps ropräsentirt. 

Bis jetzt sind erst 8 Arten von Planiceps bekannt geworden, 2 paläark- 
tische, 3 ueotropische und 3 nearktische. 

Noch während des Druckes meines Aufsatzes kamen mir in den Samm- 
lungen des k. k. zoologischen Hofcabinetes zwei Pompiliden unter, welche eine 
neue Gattung repräsentiren, deren Beschreibung ich hier folgen lasse: 

XV. Oen. Epipompilus nov. gen. 

Kopf verhältnissmässig klein. Kopfschild klein. Die Augen reichen — 
wenigstens bei den mir bekannten Arten — nicht vollkommen bis zur Ober- 
kieferbasis, — Pronotum breiter als lang, hinten schwach winkelig, vorne schräg 
abfallend und gerundet, ohne eine Kante zu bilden, an den Seiten sattel- 
förmig eingedrückt. Vorderhüften und Vorderschenkel verdickt. 
Beine bis auf die Schienensporne und die kleinen Enddörnchen 
der Tarsenglieder unbedornt. Klauen mit einem Zähnchen, das 
nahe bei der Spitze, also nicht in der Mitte oder an der Basis sitzt. 
Klauenballen auffallend gross. Klauenkamm durch einige Wimpern angedeutet. 
2., 3. und 4. Vordertarsenglied kurz. 

Flügel ähnlich wie bei gewissen Pompilus-Griii^^en. Basalader der Vorder- 
flügel interstitial. 2. Cubitalzelle kleiner oder so gross wie die 3. 3. Cubital- 
zelle von trapezischer (trapezoidischer) Form. Cubitalader der Hinterflügel hinter 
dem Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle entspringend. 

Schildchen ungefähr so lang als an der Basis breit und ziemlich flach. 
Mittelsegment hinten abgerundet. 3. Veutralsegment ohne Quereindruck. After- 
segment bewimpert. — Nur im weiblichen Geschlechte von zwei Arten, einer 
mexikanischen^) und einer neuseeländischen 2) bekannt. 

1) JEp. Maximiliani n. sp. 

Long. 8mm. Q. Niger; clypeus, thorax et pedes pro parte rufa. Alae hyalinae, fasciis 2 
fuscis latissimia ornatae; segm. 3. maculis albis 2. 6. fascia, nonnunquam etiam coxae posteriores alba. 
Clypeus antice truncatus ; lahrum non apertum. Oculi a mandibularum basi longitudine flagelli articuli 
primi evidenter minus remoti. Facies et thorax quam subtilissime punctulata. Pronotum quam latitudinis 
poaticae dimidium in medio longius. Segm. med. subtilissime striatum. Areola cubitalis 3. quam 2. multo 
major. Mexico. 

*) JEp. insularis n. sp. 

Long. 6 — 8 mm. Niger ; pedes coxae exceptae rufi. Alae flavescentes. Clypeus brevis, arcuate 
emarginatus ; lalrum apertum. Oculi a mandibularum basi longitudine flagelli articuli primi fere 
diatant. Facies et thorax quam subtilissime punctulata. Pronotum quam latitudine postica dimidio brevius. 
Segmentummedianumpunctulatum. Areola cubitalis tertia quam secunda paullulo major. Nova-Zeelandia. 



Z. B, Ges. B. XXXIV. Abh. 



8 



58 



Fianz Friedrich Kohl. Die Gattungen der Pompiliden. 



Inhalt. 





Seite 




Seite 






Maurillus Smith 


44 


„ Scbioedte 


. 41 




49 


„ bifasciata Fabr. . . 


. 41 


„ brevipennis Fabr. 


49 


„ carbonaria Scop. . 


. 42 


Mygnimia Smith 


44 


„ punctum Fabr. . . 


42 


Notocyphus Smim,saevissimus Sm. 


50 


„ speeiosa Spin. . . 


. 47 




44 


1 7 •! TT" 


. 41 




49 




Parapsammophila Taschb. . 


34 




41, 42 


Parasphex Smith 


34 




. 51 


Pedinaspis Kohl 


55 






„ cubensis Cresson . 


55 


„ fasciatellus Pel. 


. 45 




46 


Ceropales Latr 


. 51 


Pilpomus Costa 


42 


„ maculata Fabr. . . 


. 51 


Planiceps Latr 


55 




. 35 


„ Latreillei Pel . . . 


55 




. 34 




41 




. 50 


JPompilidae Farn 


35 




. 50 




51 


„ pompiliformis . . . 


. 50 


Pompilus brevipennis Fabr. . . 


49 




50 


„ coccineus Fabr. . . 


45 


„ Klugii Dhlb. 


. 50 


„ Gravesii Hai. . . . 


47 


„ ramosus Smith . 


. 50 


„ operculatus Klg. . . 


55 


Gyphononyx Dhlb. . . . 


44 


„ planiceps Latr. . . 


55 




. 43 




54 




57 


„ sexmaculatus Spin. . . 


54 


„ insularis u. sp. 


. 57 




51 


Maximiliani n. sp. 57 


„ venustus Wesra. . 




Episyr on Schioedte . . . 


. 54 


„ viaticus Fabr. . . . 


51 




54 


Priocnemis Schioedte . . . 


43 


„ älbonotatus v. d. L. 


. 54 


Priononyx Dhlb 


34 




51 




34 


Evania Fabr 


51 


JPseudagenia Kohl 


42 




54, 55 




43 


„ coceinea Fabr. . . 


. 54 




43 


HapioneuraKohl^apogonan.s^. 47 


„ sexpunctatus Fabr. . . . 


43 


Harpactopus Smith . . . 


. 34 


54 


Hempipesis Dhlb., heros Guör.44, 45 


„ sanguinolentus Fabr. . ' . 


54 


Homonotus Dhlb 


. 43 








. 51 


Sphictostethus Kohl . . . . 


47 


Isonotus Dhlb 


, 53 


„ Gravesii Hai. . 


47 


Macromeris Pel., splendida 


. 41 







59 



Bestimmimgs -Tabellen der europäischen Coleopteren. 

Nachtrag zu dem V. Theile, enthaltend: 

Clavigeridae, Pselaphidae und Scydmaenidae. 

Von 

Edmund Reitter. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Jänner 1884.) 

Clavigeridae, 

Uebersicht der Gattungen: 

Augen vorhanden, Fühler ohne das kräftige, in der Höhlung des Kopfes 
gelegene Articulationsglied 2) dreigliederig; Glied eins und zwei klein. 
Schienen gegen die Spitze verbreitert ; Flügeldecken mit feiner Nahtlinie, 
Abdomen mit drei Gruben Comtnatocerus,^) 

Augen fehlend, Fühler ohne das kräftige, in der Höhlung des Kopfes 
gelegene Gelenksglied fünfgliederig; Schienen gleich breit, Flügeldecken 
ohne Nahtstreifen Claviger, 

Claviger Preissl. 

(Einzuschalten:) 

15'" Rostroth, drittes Glied der Fühler reichlich dreimal, viertes kaum doppelt 
so lang als breit, fünftes quadratisch. Long. 2 '3 mm. — Toscana 

apemiinus Baudi. 

*) IX. siehe Stierlin, Mittheil. d. Schweiz, entom. Gesellschaft 1883. 

*) Bei den Clavigeriden ist das Gelenksglied der Fühler sehr stark entwickelt und ragt 
weit aus der Gelenkspfanne vor, weshalh dasselbe bisher meist als wirkliches Fühlerglied mitgezählt 
wurde. Dies geschah auch in der Bestimmungstabelle dieser Gattung. Bei den dazu gelieferten 
Figuren (Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 1881, Taf. XIX, Fig. 1—13) ist dieses Gelenksglied 
etwas zu klein gezeichnet. 

ä) Raffray, Rev. d'Entom. Caen, 1882, p. 1. 

8* 



60 



Edmund Reitter. 



15" Rostroth, drittes Glied der Fühler reichlich dreimal, viertes doppelt, fünftes 



beim cT so lang als breit, beim 9 etwas länger. Long. 2*5 mm. — Nord- 

Morea (D. E. Z. 1884) elysius n. sp. 

15' Blass rothgelb, drittes Glied der Fühler viermal, viertes reichlich doppelt, 
fünftes kaum länger als breit. Long. 2 5— 2*7 mm. — Mittel-Europa 



longicornis Müller. 

Pselaphidae. 

Nach Erscheinen der Bestimmungstabelle der europäischen Pselaphidae 
und Scydmaenidae ist es mir möglich gewesen, einen grossen Theil der exotischen 
Gattungen zu untersuchen und das System vollständiger auszubauen. Die 
Tabelle der Gattungen stellt sich nun in nachfolgender Weise: 

Uebersicht der Abtheilungen: 

Bauch aus sechs, scheinbar jedoch aus fünf Segmenten zusammengesetzt, das 
erste rudimentär, meist nicht sichtbar. 
Tarsen mit zwei gleichen Klauen. Hinterleib breit gerandet und aufgebogen. 
Fühler fast immer unterhalb zweier genäherter Stirnhöcker eingefügt 

I. Ctenistini. 

Tarsen mit zwei ungleichen Klauen. Hinterleib seitlich nicht aufgebogen. 
Fühler fast immer entfernt stehend, an den Seiten des Kopfes, nahe dem 
Vorderrande eingefügt II. BatrisinL 

Tarsen nur mit einer Klaue. Hinterleib seitlich fast immer gerandet und 
aufgebogen. Fühler entfernt stehend, an den Seiten des Kopfes, nahe 

dem Vorderrande eingefügt III. Bryaocini. 

Bauch aus sechs oder sieben Segmenten bestehend, das erste deutlich. 

Kopf vom Stirnrande zum Clypeus steil abfallend, untere Partie des Kopfes 
verdickt und nach vorne schnauzenförmig verlängert. Kiefertaster meist 
gross, am Vorderrande des grossen Mundes vortretend. Körper breit, nach 



vorne zugespitzt IV. JPselaphinL 

Kopf einfach, Unterseite desselben flach, nach vorne nicht verlängert, Mund 
klein, breit, Kiefertaster klein, an den Seiten aus den Winkeln der Kehle 
vortretend. Körper linear V. Euplectini. 

I. Ctenistini. 

Seitenränder des Clypeus hornartig verlängert 1. Chenniides. 

Seiten des Clypeus einfach. 

Behaarung des Körpers aus sehr kurzen, anliegenden, schüppchenartigen 

Börstchen bestehend 2. Ctenistides, 

Behaarung des Körpers einfach, gewöhnlich mehr oder minder geneigt, 
selten anliegend 3. Tyrides, 



^) Reitter, Versuch einer systematischen Eintheilung der Clavigeriden und Pselaphiden, 
Brünn, Verhandl, d. Nat. Ver. XX, 1881, p, 177. 



Bebtimmungs-Tabellen der europäis-chen Coleopteren. X. 



61 



1. Chenniides. 

Kiefertaster dreigliederig, alle Glieder ohne spitzigen Anhängen Chennium. 
Kiefertaster viergliederig, die drei letzten Glieder mit spitzigen Anhängen 

Centrotoma. 

2. Ctenistides. 
Drei Palpenglieder mit spitzigen Anhängen. 

Kopf und Halsschild unten schräg abgeschnitten, ersterer geneigt Desimia. 
Kopf gerade vorgestreckt, nach unten ballenförmig erweitert Ctenistes, 
Zwei Palpenglieder mit spitzigen Anhängen Enoptostomus. 

3. Tyrides, 

Fühler einander genähert. 

Letztes Glied der Kiefertaster pfriemenförmig, seitlich am dritten eingefügt 

Centrophthalmus, 

Letztes Glied der Kiefertaster lang, cylindrisch oder spindelförmig Marellus. 

Letztes Glied der Kiefertaster eiförmig Tyrus, 

Fühler von einander abgerückt Tyropsis» 

II. Batrisini, 

Kopf an den Seiten mit einem zahnartigen Dörnchen. 

Ohne Augen, Hinterschienen ohne Endsporn Amaurops. 

Mit rudimentären, kleinen Augen; Hinterschienen mit feinen Endspornen 

Amicrops, 

Kopf an den Seiten unbewehrt, mit normalen Augen JBatrisus, 

III. Bryaxini. 

Endglied der Palpen lang, schwertförmig Tribatus.^) 

Endglied der Palpen ei- oder spindelförmig. 

Abdomen seitlich nicht aufgebogen, erstes Rückensegment von der Länge 

der Flügeldecken, letztere ohne Dorsalstreifen Bafr^aocis. 

Abdomen seitlich aufgebogen, Flügeldecken mit Dorsalstreifen. 

Die drei Basalgrübchen des Halsschildes sind durch eine Querfurche ver- 
bunden ; der umgeschlagene Rand der Flügeldecken mit einer Längs- 
furche Rybaxis. 

Die drei Basalgrübchen des Halsschildes stehen frei ; der umgeschlagene 
Rand der Flügeldecken ohne Furche Bryaocis. 

IV. Pselaphini. 

A. Fühler von einander entfernt eingelenkt. Endglied der Palpen gross, beii- 

förmig. Erstes sichtbares Rückensegraent nicht, die beiden ersten Bauch- 
ringe verläügert Bythinus» 

B. Fühler einander sehr genähert. Nur das zweite Bauchsegment verlängert. 

Damit ist Äbatrisops Reitt. synonym. 



62 



Edmund Reitter. 



Erstes Rückensegment nicht oder schwach verlängert. 

Kopf ohne Tastergrube, Mund gross, frei, Halsschild an der Basis mit 
einer Querreihe kleiner Punktgrübchen. Hinterhüften von einander ab- 
gerückt Tychus. 

Kopf jederseits mit tiefer Tastergrube, oben mit ornamentartiger Sculptur. 
Erstes Rückensegment in der Mitte mit feinem Lcängskiele. Hinterhüften 
einander massig genähert. Mund von der Kinnplatte und Kehle zum 

grössten Theile bedeckt JPygoxyon. 

Erstes Rückensegment sehr gross, plattenförmig verlängert, länger als alle übrigen 
zusammengenommen. 
Letztes Glied der sehr langen Palpen an der Spitze keulenförmig verdickt 

I*selaphus, 

Letztes Glied der sehr langen Palpen in der Mitte verdickt, zur Basis und 
Spitze verdünnt Dicentrius, 



V. Euplectini. 

Tarsen mit einer Klaue 1. Euplectides, 

Tarsen mit zwei ungleichen Klauen 2. Trichonyides. 

Tarsen mit zwei gleichen Klauen 3. Faronides* 

1. Euplectides» 

Fühler einander genähert, erstes Rückensegment nicht verlängert, Schläfen klein, 

undeutlich, Hinterhüften genähert 1. Gruppe. 

Fühler von einander abgerückt, Schläfen meistens gross und deutlich. 

Die vier ersten Bauchsegmente von ungleicher Länge ... 2. Gruppe. 
Die vier ersten Bauch- und drei Rückensegmente von gleicher Länge. 

3. Gruppe. 

L Gruppe. 

Die drei ersten Bauchsegmente von gleicher Länge. Kopf ohne Gruben Zibus, 
Die drei ersten Bauchsegmente von ungleicher Länge. Kopf mit Eindrücken 

Panaphantus. 

2. Gruppe. 

Das zweite Bauch- und erste Rückensegment verlängert. Fühler kurz, mit sehr 
grossem, stark abgesetzten, eiförmigen Endgliede. Jk 
Kopf schmäler als der Halsschild, Hinterhüften von einander abgerückt ™ 

Philus, 

Kopf so breit als der Halsschild; Hinterhüften genähert . . Trimitim. 
Das dritte Bauchsegment verlängert ; Rückensegmente von gleicher Länge, Fühler 
kurz, ziemlich dünn, mit normaler Keule, ihr letztes Glied nicht von auffälliger 
Dicke Pseudoplectus. 

3. Gruppe. 

Mit Augen; Flügeldecken länger als der Halsschild, beim nait sieben, beim 
9 mit sechs Bauchsegmenten. 



4 



Beetimmuags-Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



63 



Kopf viel schmäler als der Halsschild, mit kleinen, nach hinten verengten 
Schläfen, die Basalgrübchen des Halsschildes ohne Querfurche, Seiten- 
grübchen vorne mit ganzer Längsfurche Jßibloporus. 

Kopf nicht schmäler als der Halsschild, mit grossen, parallelen Schläfen. 
Die drei Basalgrübchen des Halsschildes durch eine Querfurche verbunden, 

Seitengrübchen ohne Längsfurche Euplectus, 

Ohne Augen, Flügeldecken kürzer als der Halsschild, in beiden Geschlechtern 
nur mit sechs Bauch Segmenten Scotoplectus, 

2. Trichonides. 

Fühler einander genähert; letztes Glied der Taster beilförmig . 1. Gruppe. 
Fühler von einander abgerückt; letztes Glied der Taster spindelförmig 2. Gruppe. 

1. Gruppe. 

Kopf und Halsschild an den Seiten gekerbt. Augen fehlend . . . Mirus, 

2. Gruppe. 

Flügeldecken vor dem umgeschlagenen Rande mit scharf begrenzter Seitenkante. 
Erstes Rückensegment verlängert; die drei ersten Bauchsegmente ungleich 

Amauronyx» 

Erstes Rückensegment und die ersten Bauchringe nicht verlängert, letztere 

von gleicher Länge Trichonyx, 

Flügeldecken vor dem umgeschlagenen Rande ohne scharf begrenzte Seiten- 
randkante. 

Halsschild einfach, Abdomen konisch zugespitzt, die ersten Segmente ungleich 

Namunia, 

Halsschild an den Seiten mit einem scharfen Zahne, Abdomen gleich breit, 
die ersten vier Segmente von gleicher Länge Trogaster, 

3. Faronides. 

Schläfen nach aussen zahnartig vortretend; Scheibe des Halsschildes hufeisen- 
förmig eingedrückt Faronus. 



Centrotoma Heyden. 

2' (hat zu entfallen und dafür einzutreten:) 

2' Mehr oder weniger roth, Basalgrube des Halsschildes seicht. 

Hell braunroth, Frontalgrübchen gross^ zwischen den Augen stehend. Long. 

18 mm. — Süd-Frankreich, Spanien .... penicillata Schauf. 
Hell gelbroth, Frontalgrübchen klein, zwischen dem Hinterrande der Augen 
gelegen. Fühler dünner, Dorsalstreifen der Flügeldecken auf der vor- 
deren Hälfte furchenartig. Long. 1*6 mm. — Süd-Tirol (Er. Nat. Ins. 
D. in, II. Abth., p. 20) Imdyi n. sp. 



64 



Edmund Reitter. 



Ctenistes Eeichenb. 

In der Tabelle der Arten ist auf p. 458 ad 3'" (dritte Zeile von oben) statt 
„neunte und eilfte" zu lesen: „neunte und zehnte". 

Anmerkung. Der aus Algier beschriebene Ctenistes parvipalpis RafFr. gehört nach dem Autor 
(Rev. d'Entom. Caen, 1883, p. 232) zu der Gattung Desimia. 

Enoptostomus Schaum. 
Uebersicht säramtlicher Arten: 
1" Flügeldecken wenigstens lV2mal so lang als der Halsschild. 
2" Achtes Glied der Fühler beim , sowie das zehnte viel länger als breit. 
Gelbroth. Long. l'4mm. — Südöstliches Europa, West -Asien 

globulicornis Mötsch. 

2' Achtes Glied der Fühler so lang als breit. 

3" Achtes, neuntes und zehntes Fühlerglied beim so lang als breit, verkehrt 
konisch, allmälig etwas grösser werdend. Gelbroth, Mittelgrübchen des 
Halsschildes sehr gross. Long. TS mm. — Cagliari in Sardinien. Von 
Herrn Dodero de Justin in Genua eingesendet . . Doderi ii. sp. 

3' Achtes Glied der Fühler quadratisch, grösser als das neunte und zehnte. 
Braunroth. Long. 1 mm. — Algier .... Deshrochersi Raffr. 

1' Flügeldecken beim wenig, beim Q nicht länger als der Halsschild. 

4" Lang und schmal, gelbroth, einfarbig. Flügeldecken beim cf kaum länger 
als der Halsschild. Long. 1*2 mm. — Syrien, Libanon Judeorum n. sp. 

4' Gedrungen, nach hinten stark verbreitert, schwarzbraun, Fühler und Beine 
rothbraun, Palpen gelbroth. Long. 1*3 mm. — Süd-Spanien, Nordwest- 
Afrika Anbei Rosenh. 

Amaurops Fairm. 

V Basis des ersten Rückensegments ohne deutliche Grube. 
10" Kopf in der Mitte ungekielt; Halsschild ohne Dornen, Flügeldecken mit 
deutlichen Nahtstreifen. Long. 2 6 mm. — Libanon . syriaca Reitt. 
10' Scheitel in der Mitte fein gekielt; Halsschild jederseits hinter der Mitte 
mit einem Dörnchen ; Flügeldecken ohne deutliche Nahtstreifen, dieselben 
sind der Naht sehr genähert. Glied neun und zehn der Fühler beim cf 
aussen winkelig erweitert. Long. 2 5—3 mm. — Corfu (D. E. Z. 1884 

corcyrea n. sp. 

Amicrops Saulcy. 
Uebersicht aller Arten. Neue Unterschiede: 
1" Kopf an den Seiten ohne deutlichen Kiel. 

2" Halsschild jederseits auf der Scheibe mit einem vom Basaldörnchen bis zur 
Mitte reichenden feinen Kiel. — Caucasus Saulcyi Reit 



1) Die neuen griechischen und jonischen Arten werden in zwei Artikeln in der Deutsch 
Ent. Zeitschr. 1884, Heft I, ausführlicher beschrieben. 



Bestimmnnfrs -Tabellen dor enropäischen ^oleopteren. X. 



65 



2' Halsschild jederseits ohne Spur eines Kiels. — Caucasus Lederi Saulc. 
r Kopf an den Seiten mit feinem, leistenartigen Kiele. 

3" Scheitel mit feinem Längskiele und dicht daneben jederseits mit feiner Furche. 
Kopf glänzend, weitläufig punktirt, nicht breiter als der Halsschild. Zehntes 
Fühlerglied so lang als breit. Hinterschienen mit langem, feinen Sporne. 
Long. 2"7 mm. — Caspisches Meergebiet leiikorana Reitt. 

:V Scheitel mit feinem Längskiele, daneben ohne Furchen. Kopf gross, min- 
destens so breit als der Halsschild, gerunzelt und gekörnt, kaum glänzend. 
Zehntes Fühlerglied länger als breit. Hinterschienen ohne Sporne. Long. 
3—31 mm. — Caucasus: Mingrelien, vom nördlichen Ingur 

mingrelica ii. sp. 

Batrisus Aube. 
Diese Gattung ist in zwei Subgenera zu zerlegen, und zwar: 
Endglied der Taster kurz, verkehrt spindelförmig, hinter der Mitte am 
breitesten, hier nach beiden Seiten verdickt; Halsschild ohne Dörnchen 
vor der Basis ; Abdomen lang, nur das erste und vierte sichtbare Segment 
mit schrägen Sublateralfältchen, viertes Segment länger als das dritte oder 
zweite, die beiden letzteren seitlich vollständig ungerandet ; drittes Fuss- 
glied viel kürzer als das zweite. Hinterschienen ohne Endsporne, Fühler 

sehr dick Subgen. Batrisus. 

Endglied der Taster länglich spindelförmig, vor der Mitte am breitesten, nur 
nach innen verdickt; Halsschild mit Dörnchen an der Basis; Abdomen 
kui-z, alle Segmente mit Sublateralfältchen, das vierte nicht länger als das 
dritte oder zweite, drittes Fussglied fast so lang als das zweite, Fühler 
massig dick oder dünn Subgen. BatrisodesJ) 

Subgen. Batrisus. 
Hierher gehört als einzige europäische Art . B. formicaritis Aube. 
Subgen. Batrisodes Reitt. 
1" Hinterschienen ohne deutlichen Endsporn. Hierher die auf p. 463 angeführten 

Arten, ausser B. formicariufi. 
V Hinterschienen mit deutlichem, feinem und ziemlich langem Endsporne. 
Hier ist einzuschalten: 

Scheitel mit einem Grübchen. Bräunlichroth. Long. 2 mm. — Nord-Morea 

(D. E. Z. 1884) elysius n. sp. 

8' Scheitel ohne rundes Grübchen. 

Grösser; Mittelfurche des Halsschildes äusserst fein, in der Mitte abgekürzt; 
Fühler des und 9 einfach. Long. 2-3 mm. — Oesterreich, Siebenbürgen 

exciilptus Hmpe. 

9' Kleiner; Mittelfurche des Halsschildes normal, wenig verkürzt. Das letzte 
Fühlerglied des an der Basis mit einem kleinen Zähnchen. Long. 2 mm. 
Caucasus Biiprechti Kolen. 



>) Reitter, Verhanai. fl. Nat. Ver. Brünn XX, 1881, p. 205. 
Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 



9 



Edmund Reitter. 



Trihatus Mötsch. 

Mit dieser Gattung ist Ahatrisops Reitt. p. 452, 454 und 518 identisch. Mir 
ist eine zweite Art derselben bekannt geworden. Sie sind zu unterscheiden: 

Kopf und Halsschild sehr fein punktirt, Fühler kurz, Glied vier, sechs, sieben, 
acht, neun schwach quer, fünf quadratisch, Dorsalstreifen mit dem Naht- 
streifen der Flügeldecken parallel, Hinterleib konisch, erstes Rückenseg- 
ment doppelt so breit als lang und kürzer als die anderen zusammen. 
Einfarbig gelbroth. Long. 2mm. Zwei Q von Herrn Karl Rost auf 
Greta bei Ameisen im November 1883 entdeckt . . creticiis ii. sp, 

Kopf und Halsschild glatt, Fühler länger, Glied drei bis sechs länglich, 
sieben quadratisch, acht, neun leicht quer ; Dorsalstreifen hinten gegen den 
Nahtstreifen der Flügeldecken geneigt; erstes Rückensegment parallel, 
gross, % mal breiter als lang, länger als alle anderen zusammen genommen. 
Bräunlichroth, dunkler. Long. 2 mm. — Das bisher unbekannte 
ist dunkler gefärbt, hell kastanienbraun, die Flügeldecken etwas heller, 
Palpen, Fühler und Beine roth. Das erste Rückensegment ist grösser, 
plattenförmig ausgebreitet, der Spitzenrand in der Mitte etwas aus- 
geschnitten, jederseits im flachen Bogen gerundet, die ferneren Segmente 
verkürzt und senkrecht abfallend, das zweite in der Mitte grübchenförmig 
vertieft. — Caucasus thoracicus Mötsch. 

JBatraoßis Reitt. 
(Hieher Batrisomorpha Eaffray.) 

Diese Gattung hat den Habitus eines Batrims, aber die meisten Gattungs- 
charaktere von Bryaxis und gehört zu den Bryaxini wegen der einzigen 
Klaue, die sie an allen Tarsen besitzt. In meiner systematischen Ein- 
theilung stand sie mit Unrecht unter den Batrisini. 

Myhaocis Saulcy. 

(Hieher eine neue Art aus Syrien. Die drei hieher gehörenden Arten aus 
Europa und den angrenzenden Ländern lassen sich trennen:) 

Wenigstens die Flügeldecken roth. Halsschild breiter als lang. 

Mittelgrübcheu des Halsschildes deutlich sanguinea Lin. 

Mittelgrübchen des Halsschildes kaum angedeutet . . gigcis Baudi. 

Oberseite schwarz, seltener Kopf und Halsschild dunkel kastanienbraun, 
Fühler, Palpen und Beine roth. Kopf kaum schmäler als der Halsschild, 
dieser fast so lang als breit, das Mittelgrübchen ist kaum angedeutet, 
die Flügeldecken ziemlich kurz, von der Basis zur Spitze nahezu gerad- 
radlinig verbreitert, Abdominalstrichelchen kaum V4 der Segmentslänge 
erreichend und knapp Vs Dorsalbreite einschliessend. Long. 2 mm. 
Ziemlich schlanke Art. Zwei 9 von Haifa in Syrien didbolica 11. sp. 



BeHtimmuDgs-Tabelleu der europäischen Coleoptereu, X. 



67 



Bryaxis Leach. 
Subgen. Bryaxis in sp. {Brachygluta Thoms.) 
Gruppe I. 

2'" (Einschalten :i) 

Gelbroth, laoggestrecki, Abdomen kaum dunkler, Kopf viel schmäler als der 
Halsschild, Fühler schlank, vorletztes Glied (beim cf) quadratisch, Ab- 
dominalstrichelchen divergirend, '/a Segraentslänge erreichend und 
knapp die halbe Dorsalbreite einschliessend. Long. 2 mm. cf. Trochan- 
teren der Vorderbeine mit einem massig langen, gleich feinen Dorne; 
Mittelschienen innen an der Spitze mit einem starken Sporne. — Syrien 

carmelitana ii. sp. 

2' (Hieher zwei neue Arten. Dieselben sind mit Berücksichtigung der drei 
hieher gehörenden älteren Arten nachfolgend zu unterscheiden:) 

A. Abdominalstrichelcben die halbe Segmentslänge erreichend oder überragend. 

a. Abdominalstrichelcben die halbe Dorsalbreite des Segmentes einschliessend. 

Sehr gross, braunschwarz, Fühler braun, Palpen und Beine roth. Long. 
3 mm. cf. Erstes Bauchsegment in der Mitte eingedrückt, Trochanteren 
der Vorderbeine stumpf gezähnt. Vorder- und Mittelschienen innen mit 
einem Endsporne. — Taygetos (D, E. Z. 1884). Grösste bekannte Art 

maxima ii. sp. 

b. Abdominalstrichelcben Vs Dorsalbreite des Segmentes einschliessend. 

Abdominalstrichelcben fast parallel fossulata Reichb. 

Abdominalstrichelcben stark divergirend. 

Braunschwarz, Palpen und Fühler braun, Schenkel des leicht ver- 
dickt, Trochanteren der Vorderbeine mit einem stumpfen Zahne 

haemo2)tera Aube. 

Dunkelbraun, Palpen, Fühler und Beine roth, Trochanteren der Vorder- 
beine des mit einem spitzigen, starken Zähnchen. — Tanger 

hemiptera Saulcy. 

B. Abdominalstrichelcben divergirend, V3 der Segmentslänge erreichend und 

mehr als V3 der Dorsalbreite einschliessend. 



') Die vier unter 2"' befindlichen Arten können nachfolgend unterschieden werden: 
Kopf viel schmäler als der Halsschild. 

Länge 2 5 mm. Abdomen kastanienbraun, Trochanteren der Vorderbeine des gekielt. — 

Ins. Cypern cypria Baudi. 

Länge 2 mm, Oberseite einfarbig gelbroth. Trochanteren der Vorderbeine des mit feinem, 

langen Dörnchen carmelitana K. 

Kopf beim wenig, beim ^ nicht schmäler als der Halsschild. 

Dunkel gelbroth, Flügeldecken roth, Abdominalstrichelcben '/s '^er Segraentslänge erreichend, 
Trochanteren der Vorderbeine des eckig erweitert. Long. 1-8 mm. — Malaga 

celtiberica Saulcy. 

BlasB gelbroth, Abdominalstricheln die halbe Segmentslänge erreichend, Trochanteren der 
Vorderbeine des mit spitzigem Dorne. Long. 1*6 mm. — Oran . dichroa Saulcy. 

9* ^ 



68 



Edmund Reitter. 



Schwarzbraun, Flügeldecken rothbrauu, wenig heller, Palpen dunkel, 
Fühler und Beine dunkel rostroth. Long. 2— 2"2mm. cT-Trochan- 
teren der Vorderbeine einfach, Mittelschienen an der Spitze innen mit 
einem Sporne. — Tetuan (Marocco) tetiianica n. sp. 

Anmerkung, Die öyriöche Bryaxis paladoHa Peyrou ücheiut mit B. Guitlemardi Saulcy 
identisch zu sein. 

Gruppe II. 

6" (Die hieher gehörenden Arten ohne Höcker auf der Unterseite des Kopfes 

zerfallen in zwei Rotten, und zwar:) 
a. Das zweite Rückensegment des cf jederseits zipfelförmig ausgezogen. — 

Hieher gehört; B. 3IotschulsJcyi, furcata und Picciolü. 
h. Das zweite Rücken segment einfach. 

Schwärzlich rothbraun, die Flügeldecken wenig heller, Palpen und Beine 
roth. Abdominalstrichelchen kurz. Long. Tömm. cf. Erstes Rücken- 
segment in der Mitte des Spitzenrandes im flachen Bogen ausgeschnitten. 
— Krim (Wiener Entom. Zeitschr. 1883, p. 8) . Hetoivskii Simon. 
5' (Einschalten :) 

Schwarz oder braun, die Flügeldecken lebhaft bräunlichroth, Fühler, Palpen 
und Beine roth ; Abdominalstrichelcben Ys der Segmentslänge erreichend 
und beim cf fast V35 beim 9 V4 der Dorsalbreite einschliessend. Long. 
1*5 mm., cf'-Trochanteren der Vorderbeine mit einem langen, spitzigen 
Dörnchen, Mittelschienen innen mit einem kräftigen, langen Endsporne 
bewaffnet; erstes Rückensegment in der Mitte vor der Spitze mit einem 
fast' halbkreisförmigen, nicht tiefen Eindrucke. — Italien (Lucca-Vorno), 
Dalmatien (Metkovich), jonische Inseln, Griechenland (Athen) 

lonffispiiia n. i>\), 

IB' Abdominalstricheln höchstens Vs der Segmentslänge erreichend und reichlich 
Y3 der Dorsalbreite einschliessend. Einfärbig gelbroth, Fühlerkeule gross, 
Glied neun und zehn grösser werdend, quer, eilf gross, lang eiförmig, an 
der Basis abgestutzt. Long. 14 mm. — Syrien (Haifa). Drei Q. — 

cT unbekannt Langel 11. sp. 

Bryaxis Sardoa Saulcy ist identisch mit tuberiventris Raffray. 

Subgen. Reichenbachia Leach. 

(Hieher gehört Dierobia Thoms., nicht Dicrobia wie auf p. 474.) 
4'" (Einschalten :) 

Abdominalstricheln stark divergirend, Vs der Segmentslänge erreichend und 
V5 der Dorsalbreite einschliessend. Einfärbig bräunlichroth, Palpen gelb. 
Fühler kräftig, Glied sieben bis zehn fast quadratisch. Long. 14 — 1*5 mm. 
— Lenkoran. Ich sah nur wenige $ . . . . talyschensis 11. sp. 
6" (Hinter B. impressa einschalten:) 

Abdominalstricheln V3 der Segmentslänge erreichend und V4 der Dorsal- 
breite einschliessend. Braunschwarz, Flügeldecken braunroth, Palpen roth- 
gelb, Fühler und Beine rostroth, die Schenkel oft, die Fühlerspitze meist 



Bebtimniungs -Tabellen der europäischen Coleoptertjn. X. 



69 



dunkel. Glied tsiebeu bis zehu der letzteren beiui Q quadratisch, beim cT 
alle Glieder läuger als breit. Bei impressa (cT, 9) i^t Glied acht deutlich, 
neuu und zehu schwach quer. Loug. l inm. (j^-Fühler läuger, 

Trochauteren einlach, Schenkel leicht verdickt, Mittelschieuen mit grossem, 
nicht zugespitztem Endsporne. — Lenkoran . . . spinipes u. sp. 
(Einschalten:) 

Ganz schwarz, Fühler dunkel rostroth, Palpen und Tarsen gelbroth; Ab- 
dominalstricheln divcrgireud, kaum Vs der Segmentslänge erreichend und 
^ 6 der Dorsalbreite eiuschliessend. Long. 1*4 — l'ö mm. Beine stärker, 
Schienen breiter, die mittleren innen vor der Spitze mit einem langen 
Sporne; Hinterbrust ausgehöhlt, die Höhlung jederseits von einem ge- 
bogenen Kiele begrenzt, welcher vorne in einen kleinen, hinter der Mitte 
in einen starken Zahn endigt; Analsegment lederartig, matt, vorne in der 
Mitte mit einem kleineu Höckerchen, hinter diesem schwach eingedrückt, 
— Zante (D. E. Z. 1884) rnorio n. sp. 

Bythiiiiis Leach. 
Subgenus Machaerites Miller. 
I. Osteuropäische Arten: 
2" (Die vier mir bis jetzt bekannten Arten, welche an dieser Stelle ihren Platz 

finden, sind:) 
3" Grotteube wohner, mit, 9 ohne Augen. 

Kopf runzelig, Flügeldecken dicht und fein punktirt. cT. Erstes Glied der 
Fühler innen an der Spitze mit einem Zapfenzähnchen. Long. 2 mm. — 

In den Grotten Krains suhterrmieus Mötsch. 

Kopf fast glatt, Flügeldecken sehr fein und spärlich punktirt. ^T. Erstes 
Glied der Fühler innen gegen die Spitze erweitert, an den letzteren ab- 
gerundet. Long. rS mm. — In den Höhlen von Spezzia Doriae Schauf. 
y Laubbewohuer. <^ mit deutlichen, 9 (wahrscheinlich) mit kleineren Augen.') 
a. Palpen nicht gekörnt, einfach, Vorderschenkel unten nicht crenulirt, Hinter- 
schenkel des cf einfach. 
Eoth, einfach, fein behaart, Scheitel mit deutlichem Kiele, erstes Fühler- 
glied beim Q reichlich dreimal so lang als breit, cylindrisch, das zweite 
etwas länger als breit und wenig schmäler als das erste; beim cf die 
zwei ersten Glieder verdickt, das erste an der Basis dünner, an der Spitze 
innen mit einem abgestutzten Zapfenzähnchen besetzt, das zweite wenig 
dünner, kugelig, innen schwach messerförmig abgeplattet. Vorderschienen 
des vor der Spitze innen mit einem feinen Zähnchen. Long, cf 1"8 mm., 
9 l'ö mm. — Herzegowina .... (Bythinus) scapularis Reitt. 

*) Bei M. scapularis hat das cT, wie auch bei M. Ludtji, deutliche, das Q kleiuere Augen. 
Wahrscheinlich ibt dies auch bei den meisten Arten, die unter Laub leben, der Fall, da man bisher 
noch nicht augeuloye Individuen {M. Revelierei M. aus Corsica, von dem wieder das unbekannt 
blieb, ausgenommen) gefunden hat. 



70 



Edmund lieitter. 



cT Gelbroth, glänzend, fein gelb behaart, erstes Glied der Fühler cylindrisch, 
dreimal so lang als breit, das zweite kaum schmäler, etwas länger als 
breit, Glied drei länger als breit, vier bis sechs quadratisch, Endglied der 
Palpen mit einem Grübchen, Kopf so breit als der Halsschild, kaum 
punktirt, Augen sehr deutlich, mittelgross, Halsschild glatt, Flügeldecken 
spärlich, mässig fein punktirt, Schenkel einfach. Vorderschienen innen 
vor der Spitze mit einem Zähnchen. Entfernt sich vom cT des M. Doriae 
durch stärker punktirte Flügeldecken und völlig cylindrisches Wurzel- 
glied der Fühler. Long. 15 mm. 9 unbekannt. — Meeralpen: St. M. 
Lantosq., von Grouvelle entdeckt und mir als M. Doriae mitgetheilt 

7tiarifimus ii. sp. 

h. Palpen gekörnt, Vorderscheukel unten fein crenulirt, Hinterschenkel des cf 
innen vor der Mitte mit einem starken Zahne. 

c/". Gelbroth, spärlich behaart, Kopf schmäler als der Halsschild, Augen 
klein, erstes Glied der Fühler reichlich dreimal so lang als breit, Glied 
zwei kaum schmäler, reichlich so lang als breit, drei etwas, vier, fünf 
nicht länger als breit; Halsschild glatt, mit Querfurche, Flügeldecken 
sehr spärlich punktirt, Endglied der Palpen lang, ziemlich gleich breit. 
Vorderschienen gleich schmal, innen ohne Zahn, die hintersten schmal, 
innen ober der Mitte mit einem starken Zahne, hinter demselben gebogen. 
9 unbekannt. Long. 13 mm. — Porella in Italien r/ladiator ii. sp. 
2' (Die Arten dieser Gruppe sind Laubbewohner.) 

Kopf vorne mit zwei parallelen, hoch erhabenen, zwischen den Augen mit 
einander verbundenen Leisten. Vorderschienen des ohne Zahn am 
Innenrande, aussen dicht hinter der Mitte etwas gerundet erweitert. Von 
dieser Art sind mir noch Stücke aus Nord-Italien und Toscana bekannt 
geworden. Beide Geschlechter scheinen mir nicht wesentlich von einander 
abzuweichen. Byth. ciirvicornis Saulcy i. 1 Ludyi Keitt. 

Kopf ohne erhabene, parallele Leisten, oder dieselben sind sehr undeutlich, 
nach hinten divergirend und allmälig erloschen. Erstes Glied der Fühler 
reichlich dreimal so lang als breit, cylindrisch, Glied zwei quadratisch, drei 
schmäler, so lang als breit, vier bis sechs schwach quer. Kopf schmäler als 
der Halsschild, Scheitel glatt. Halsschild glatt, mit Querfurche. Flügel- 
decken höchst spärlich, seicht punktirt. Schenkel und Schienen einfach. 
Long. r2 mm. — Ein einzelnes Exemplar, das wahrscheinlich 9 ist, aus 
Nord- Italien von Dr. Eppelsheim erhalten . Eppelsheimi ii. sp, 

II. Westeuropäische Arten. Laubbewohner: 

\" (Hinter B. myrmido, p. 482, ist einzufügen;) 

Kopf vorne mit kurzer, geglätteter Furche, deren Ränder etwas erhaben 
und in U-Form gestaltet sind. Long. r6ram. Von Mach. Ludyi nur 
durch grössere Körperform und höchst fein crenulirte Vorderschenkel 
abweichend und vielleicht dennoch damit identisch. Mir unbekannt. — 
Normandie, Rev. d'Entom. Caeu 1883, p. 160 . Falesiae Fauvel. 



Bestimmungs -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



71 



Subgenus ßythinuft Reitt. 

I. Abtheiluiig: 

3' (Die Arten dieser Gruppe zerfallen:) 

Flügeldecken kaum sichtbar, erloschen punktirt. Hieher Jaso Saulcy, con- 
vexus Kiesw. ^) 

Flügeldecken deutlich, zerstreut punktirt; Körper langgestreckt 

simpleoc Baudi. 

Flügeldecken grob punktirt. Körper gedrungen, gelbroth; Fühler ziemlich 
kurz, Glied eins und zwei verdickt, eins cylindrisch, lV2nial so lang als 
breit, zwei nicht schmäler, quadratisch, drei reichlich, vier bis sechs kaum 
so lang als breit. Kopf schmäler als der Halsschild, Stirn glatt, Hals- 
schild nicht punktirt. Schenkel schwach verdickt. Vorderschienen innen 
vor der Spitze mit einem kleinen Zähncheu. Long. 14 mm. — Süd- 
Frankreich: Sos {B. Baudueri Saulcy i. 1.) . . . JBatidueri ii. sp. 

II. Abtheilung: 

5" (Hinter B. crassicornis einschalten:) 

Fühler wie bei B. crassicornis. Gelbroth, fein behaart, Kopf wenig schmäler 
als der Halsschild, Scheitel glatt, Flügeldecken stark und zerstreut punk- 
tirt. Vorder- und Hinterschenkel ziemlich verdickt. Vorderschienen 
innen mit einem Zähnchen, Hinterschieneu verbreitert, innen zweimal 
gebuchtet. Long. 1-5 mm. — Corfu (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, Taf. II, 

Fig. 13) corcyreus ii. sp. 

ö" (Die hieher gehörigen Arten sind so zu gruppiren:) 

Erstes Fühlerglied des cf innen an der Spitze mit einem Zapfenzähnchenj 
das letztere kurz und breit. (Siehe Tabelle V, Nachtrag, p. 542.) — Mehadia^) 

Viertli Reitt. 

Erstes Fühlerglied des innen vor der Spitze (hinter der Mitte) mit einem 

feinen, langen Zapfenzähnchen. Hieher: girajfa Reitt. 

Erstes Fühlerglied des cT innen in der Mitte mit einem Zapfenzähnchen. 

Mittelglieder der Fühler nur etwas dünner als das zweite Glied. 

Kopf lang, vom Hinter- bis zum Vorderrande der Stirn länger als zwischen 
den Augen breit. Hieher: martkopins Reitt. 

Kopf kurz, vom Hinterrande bis zum Vorderrande der Stirn kürzer als 
zwischen den Augen breit. Robust, rostroth, Tarsen gelb, Kopf schmäler 
als der Halsschild, Scheitel glatt, Flügeldecken grob, weitläufig, an der 
Basis fein punktirt. Fühler robust, Glied eins verdickt, fast doppelt 
länger als breit, innen in der Mitte mit einem kurzen, breiten Zapfen- 

Mit B. convexus Kiesw. ist ohne Zweifel B. Uvanünus Schaiif., Ann. Mus. Civ. Stor. Nat., 
Genova 1882, p. 398, synonym. 

') Die a. a. 0. gegebene Bemerkung über die männlichen Yorderschienen ist ungenau. Ee 
soll heissen, dass dieselben innen vor der Spitze ein Zähnchen besitzen. 



72 



Eilmnnfl Reitte r. 



zähnclien, Glied zwei kugelig, fast um die Hälfte schmäler als eins, 
Schenkel einfach, Vorderschieuen innen vor der Spitze mit einem 
Zähnchen, Hinterschienen leicht verbreitert, fast gleich breit, hinter der 
Mitte gebogen. Beim, sind die zwei Basalglieder der Fühler leicht 
verdickt, Glied eins cylindrisch, doppelt so lang als breit, zwei etwas 
schmäler als eins, quadratisch verrundet. Long. 1*8 mm. — Nakerala- 
Gebirge im westlichen Caucasus, in der Nähe des Elbrus 

Nalteralae ii. sp. 

Mittelglieder der Fühler doppelt dünner als das zweite Glied. Hieher gehört 
der in der Tabelle an falscher Stelle stehende B. anatolicus, den ich erst 

jetzt kennen lernte anatolicus Saulcy. 

6' (Diese Gruppe zerfällt:) 

Hinterschienen des ohne Zahn. 
Erstes Glied der Fühler des cf innen in der Mitte mit einem Zapfen- 
zähnchen. Hieher: Schamyliarms Saulcy. 

Erstes Glied der Fühler des cf innen an der Spitze mit einem Zapfen- 
zähnchen. Hieher: . . . J?. elephas Eeitt. und Grouvellei Reitt. 
Hinterschienen des cT innen hinter der Mitte mit einem Zahne. 

Gelbroth, fein behaart, Kopf schmäler als der Halsschild, Scheitel glatt, 
Flügeldecken fein und spärlich, erloschen punktirt. Vorderschenkel 
einfach, Hinterschenkel schwach verdickt, Vorderschienen innen mit 
einem scharfen Zähnchen, Hinterschienen ziemlich gerade, schwach ver- 
breitert, hinter dem Zahne breit ausgerandet; Glied eins der Fühler 
verdickt, reichlich ^/2va?d länger als breit, innen an der Spitze zahn- 
artig erweitert, Glied zwei rund, halb so breit als eins, die nächsten dünn, 
drei etwas länger, vier bis fünf so lang als breit; beim 9 sind die zwei 
Wurzelglieder schwach verdickt, eins cylindrisch, fast zweimal so lang 
als breit, zwei nicht schmäler, quadratisch verrundet. Long. 1*6 mm. 
Morea (Deutsch. Eut. Zeitschr. 1884, p. 48, Taf. II, Fig. 12, 12a) 

peloponnesius Reitt. 

2' (Einschalten:) 

Länglich, roth glänzend, fein behaart, Kopf etwas schmäler als der Hals- 
schild und wie dieser nicht punktirt; Flügeldecken weitläufig, ziemlich 
stark punktirt. Glied eins der Fühler stark verdickt, oval, innen an 
der Spitze schwach eingedrückt, in dem Eindrucke mit einem sehr kleinen, 
schräg nach aufwärts gerichteten Zähnchen; Glied zwei kugelig, halb so 
dick als eins, die folgenden dünner. Long. r4ram. — Nizza, Antibes. 
Von Grouvelle gesammelt latehrosiis n. sp. 

Anmerkung. B. Pictefi Tourn., der eelir unzulänglich beschrieben wurde, fällt raiti5. Marfhae 
zusammen. 

9' (Einschalten:) 

Glied eins der Fühler des verdickt, wenig länger als breit, zwei wenig 
dünner, kugelig; Kopf etwas schmäler als der Halsschild, Scheitel glatt 
Flügeldecken gegen die Spitze stark und weitläufig punktirt. cf Schenkel 



Bestitnraungs -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



73 



verdickt, Vorderschienen innen mit einem Zähnchen, Hinterschienen etwas 
erweitert, gleich breit, ohne Zahn. Long. 1*3 mm. — Pjren. or.: La 
Vernet, von Herrn Grouvelle gesammelt . . , rnontivagus n. sp. 

11" (Hinter B. Simoni einschalten:) 

Vorderschienen des <^ schwach gezahnt, Schenkel einfach. Hinterschienen 
leicht verbreitert, innen in der Mitte mit einem starken Zahne, an der 
Spitze mit kurzem, dicken Sporne. Eostroth, Fühler, Palpen und Beine 
heller, Kopf etwas schmäler als der Halsschild, fein, Halsschild sehr fein 
und spärlich, Flügeldecken dicht und grob punktirt. Glied eins der 
Fühler verdickt, 1 72nial so lang als breit, innen gegen die Spitze breiter 
werdend, an derselben mit einem langen, nach auf- und seitwärts stre- 
benden Zapfen zähnchen, Glied zwei fast rund, halb so dick als eins, die 
nächsten Glieder dünn, Glied drei so lang als breit, vier, fünf schwach 
quer. Long. 1*4 mm. — Nakeralagebirge im westlichen Caucasus, von 
Leder entdeckt appendiculatiis ii. sp. 

14' Zu B. troglocerus Saulcy gehört B. portalegrensis Schauf., Ann. Mus. Civ. 
di Stor. Nat. Genova, 1882, p. 398, als synonym. 

III. Abtheilung: 

3' (Alle Angaben über B. scapülaris haben an dieser Stelle zu entfallen und 

sind bei Machaerites a. a. 0. anzuführen. Unter 3' haben nachfolgende 

zwei Arten Platz zu finden:) 
Schenkel des einfach. 

cf. Glied zwei der Fühler quadratisch verrundet oder kugelig, innen 
schwach messerförmig abgeplattet, nicht schmäler als eins, dieses cy- 
lindrisch, doppelt so lang als breit, Vorderschienen mit sehr feinem 
Zähnchen am Innenrande. Koth, Kopf etwas schmäler als der Hals- 
schild, sein vorderer Stirnrand winkelig vorgezogen, Scheitel nicht 
punktirt, Stirngrübchen tief, Längsfältchen am Scheitel in beiden Ge- 
schlechtern in der Mitte höckerartig erhaben, Halsschild glatt, 
Flügeldecken erloschen, spärlich punktirt. Long. 1*6 mm. — Morea, Corfu 
(Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 48, Taf. II, Fig. 14) BrensJcei n. sp. 

cf . Glied zwei der Fühler nur halb so breit als eins, wenig länger als 
breit, innen messerförmig abgeplattet, der innere Basalwinkel sehr 
schwach vorgezogen, fast spitzig, der obere Apicalwinkel stumpf, Glied 
eins sehr stark verdickt, verkehrt eiförmig, innen sehr schwach abge- 
plattet, Glied vier bis fünf quadratisch. Länglich, rostroth, Kopf etwas 
schmäler als der Halsschild, nicht punktirt, Halsschild glatt, Flügel- 
decken grob punktirt. Vorderschienen innen mit scharfem Zähnchen. 
Long. 16 mm. — Swanetien im Caucasus, von Leder entdeckt 

sivaneticus ii. sp. 

13' (Einschalten:) 

Gelbroth, Flügeldecken sehr grob und ziemlich dicht punktirt, Kopf schmäler 
als der Halsschild, Scheitel nicht punktirt, Glied eins der Fühler beim 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 10 



74 



Edmund Reitter. 



verdickt, fast cylindrisch, reichlich IVoinal so lang als breit, innen an der 
Spitze mit einem schwer sichtbaren Zähnchen, Glied zwei kaum schmäler 
als eins, so lang als breit, innen messerförmig abgeplattet, innere Basal- 
ecke desselben stumpf, die Apicalecke rechtwinkelig. Schenkel des cT ver- 
dickt. Schienen, besonders die hintersten, verbreitert. Vorderschienen vor 
der Spitze innen mit einem Zähnchen, die Hinterschienen gleich breit, 
innen vor der Spitze schwach und breit ausgebuchtet. Long. 1*6— r7 mm. 

— Deutschland (Er. Nat. Ins. Deutschi. III, Abth. II, p. 72) 

inflatipes ii. sp. 

14" (Bei B. nasicornis Saulcy, der mir nun in beiden Geschlechtern vorliegt, 
zeigt auch das Q das charakteristische horn artige Plättchen auf der Stirn.) 

17' (Hinter B. Äelistae einschalten:) 

Zweites Fühlerglied des cT viel schmäler als das erste, rund, innen ohne 
Ecken, nur messerförmig abgeplattet, Glied eins verdickt, doppelt so lang 
als breit, sonst ähnlich wie bei hulhifer ausgezeichnet; Glied drei reichlich, 
vier, fünf fast so lang als breit. 

Gelbroth, glänzend, fein behaart, Kopf etwas schmäler als der Halsschild, 
Scheitel glatt, Halsschild nicht punktirt, Flügeldecken fein erloschen 
und weitläufig punktirt. cT Schenkel, Mittel- und Hinterschienen ein- 
fach, die Hinterschienen vor der Spitze leicht gebogen. Long. 1*4 mm. 
Eur. mer. — Ein ohne nähere Vaterlandsangabe in meiner Sammlung 

blandus n. sp. 

Anmerkung zu 9'. Mit B. collaris Baudi ist B. germanus Reitt. Er. Nat. Ins. Deutschi. III, 
Abth. II, p. 84, aus West-Deutschland synonym. Bei dem letzteren sah ich die Vorder- 
schienen ohne deutliches Zähnchen, weil die Ausrandung der Thiere von kleinen, dichten 
Härchen gedeckt wurde; auch ist das Zähnchen am ersten Fühlergliede viel kleiner und 
wird leicht übersehen. Das Vorkommen des piemontesischen Käfers in West-Deutschland 
ist sehr interessant. 

20" (Hinter B. Ehlersi ist einzuschalten:) 

Glied eins der Fühler beim <^ mehr als Vj^m^X länger als breit, 
cylindrisch; zwei kaum breiter als eins, bedeutend länger als breit, 
innen abgeplattet, gerade, die äusseren Winkel abgerundet, die innere 
Basalecke schwach zugespitzt, die Apicalecke mehr ausgezogen und spitzig. 
Kopf sehr wenig schmäler als der Halsschild, Scheitel glatt, Halsschild 
nicht quer, Flügeldecken zerstreut, fein punktirt. Eothbraun, Abdomen 
dunkel, Fühler, Palpen und Beine rothgelb. Schenkel des cf einfach. 
Vorderschienen innen sehr schwach gezähnt und fein behaart. Long. 1*2 mm. 

— Mehadia hanaticus ii. sp. 

24' (Hinter JB. Burelli einzuschalten:) 

Glied zwei der Fühler beim mondförmig, etwas breiter als das erste^ 
fast doppelt so lang als breit, innen messerförmig abgeplattet, concav, 
mit etwas spitzig nach hinten verlängertem Basalwinkel, der selbst wieder 
am Ende abgestumpft ist, dann lang und spitzig ausgezogener Apicalecke, 
die Aussenwinkeln verrundet; Glied eins etwas länger als breit. Roth- 
braun, Fühler, Palpen und Beine gelbroth, Kopf schmäler als der Hals- 



BestimmungB -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



75 



scbild, dicht, Halsschild fein und spärlich, Flügeldecken fein 
punktirt. Long. r2 mm. Dem B. BurelU ähnlich, grösser, durch punk- 
tirten Kopf und Halsscbild leicht zu unterscheiden. Franzdorf im Banat 

lunicornis ii. sp. 

23' (Hinter B. Kninensis einzufügen:) 

Glied zwei der Fühler sehr wenig breiter als das erste, fast doppelt so 
lang als breit, innen messerförmig abgeplattet, sehr schwach concav, 
innerer Basalwiukel fast spitzig, der Apicalwinkel schräg abgestutzt; Glied 
eins cylindrisch, fast doppelt so lang als breit. Rostroth, Fühler, 
Palpen und Beine heller roth; Scheitel fast glatt, Flügeldecken fein, 
deutlich punktirt. Long. 12 mm. — Corfu (Deutsch. Eut. Zeitschr. 1884, 
Taf. II, Fig. 15) teuer n. sp. 

IV. Abtheilung: 

Bei B. nigripennis kommt hervorzuheben: Glied zwei der Fühler deutlich 
schmäler als eins. 

Bei B. Brusinae hingegen: Glied zwei der Fühler beim kaum, beim 9 

nicht schmäler als eins. 
In der Anmerkung auf p. 502 ist ausser auf B. Curtisi var. hungaricus 

noch auf B. appendiculatus und lunicornis zu verweisen. 

Tychus Leach. 

2" und 2' ist ganz zu streichen. 

An Stelle von 4" ist zu setzen 4'". 
Vor 4' ist einzuschalten: 
4" Glied fünf und sechs oder sechs und sieben der Fühler beim cf verdickt, 
a. Glied fünf und sechs der Fühler beim cT verdickt. 

Schwarzbraun, Fühler und Beine gelbroth, Palpen und Tarsen gelb, Flügel- 
decken bräunlichroth. Die Glieder der Fühler beim : Fiins und zwei 
sind dicker als die folgenden, eins gestreckt, zwei quadratisch, drei 
etwas länger als breit, vier wenig breiter als lang, fünf und sechs 
gleichmässig, stark verdickt, quadratisch, mit verrundeten Winkeln, oder 
etwas breiter als lang, sieben, acht klein, stark quer, neun bis eilf eine 
Keule bildend, neun, zehn quer, eilf eiförmig. unbekannt. Long. 
1-5 mm. — Morea (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 49, Taf. II, Fig. 16) 

nodifer n. sp. 

h. Glied sechs der Fühler des stark, sieben schwächer verdickt. Vorletztes 
Rückensegment beim 9 löi* einem schwanzartigen Höcker. 
Schwarzbraun, Flügeldecken rothbraun, Fühler und Beine lebhaft rostroth, 
Palpen und Tarsen gelb ; Fühler schlank, Trochanteren der Mittel- 
beine kaum, die der Hinterbeine mit einem sehr kleinen Zähnchen; 

10* 



76 



Edmund Reitter. 



das zweite, dritte und vierte Bauchsegment in der Mitte gemeinschaftlich 
ausgehöhlt. Long. 15 mm. — Zante (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884) 

caudatus ii. sp. 

7" (Einschalten hinter T. dalmatinus): 

Glied eins bis fünf heim cT schwach verdickt; Glied sechs, acht ziemlich 
stark, sieben schwächer quer, beim 9 Glied sechs bis acht ziemlich gleich, 
quer, Glied neun, zehn in beiden Geschlechtern gross, schwach quer. Ober- 
seite einfarbig schwarz, Fühler und Beine roth, Hinterbrust hinten 
vertieft, Trochanteren der Mittelbeine mit einem sehr kleinen Zähnchen. 
Long. rSmm. — Modena mutinensis n. sp. 

9" (Einschalten:) 

Kopf sammt den Augen breiter als lang, schmäler als der Halsschild, Augen 
bei beiden Geschlechtern gross, Stirn ohne Grübchen. Klein, langgestreckt, 
schwarzbraun oder schwärzlich, Palpen, Fühler und Beine rothgelb. Das 
dritte bis fünfte Fühlerglied quadratisch, sechs, sieben fast so lang als 
breit, acht schwach quer, Keule gross, Glied neun und zehn sehr wenig 
breiter als lang, Hinterbrust hinten stark vertieft, Trochanteren der 
Mittelbeine mit einem nagelartigen Zahne, Abdomen einfach. Long. 1 mm. 
— Attika, Jonische Inseln . mendax Kiesw. 

(Auf p. 514 kommt diese Art ganz zu streichen.) 

Kopf sammt den Augen merklich breiter als lang, Augen mittelgross, Scheitel 
mit einem länglichen, flachen Grübchen. Braunroth, Fühler und Beine 
heller, Palpen und Tarsen gelb, bei dem sind Kopf, Halsschild und 
Abdomen kastanienbraun, Fühler in beiden Geschlechtern gleich geformt, 
die Glieder zwei bis acht quadratisch, fünf etwas länger als breit, Glied 
neun quadratisch, verkehrt konisch, zehn merklich breiter als lang, cf Ab- 
domen und Hinterbrust einfach, Trochanteren der Mittelbeine mit einem 
Dörnchen. 9 Das vorletzte Rückensegment in der Mitte mit einer grossen, 
die ganze Länge einnehmenden, dichter und länger behaarten höckerartigen 
Beule. Long. 1*5 mm. — Syrien: Beyrut . . gihbiventris n, sp. 

10" (Zu T. rufus kommt als zweite Varietät:) 

Glied fünf bis sieben der Fühler beim cf beträchtlich dicker als bei der 
Stammform, hell rostroth, Abdomen braun (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884) 

var. nodicornis Reitt. 

10' Kopf mindestens so lang als breit, Stirn glatt, ohne Rinne, die Theilungs- 
furche des Wulstes am Vorderrande auf die Stirn nicht verlängert. 
Schwarz oder rothbraun, Fühler und Beine gelbroth, Palpen und Tarsen 
heller, Glied eins, zwei, fünf der Fühler länger als breit, drei, vier, 
sechs, sieben quadratisch, acht kaum so lang als breit, Keule gross, 
Glied neun, zehn fast so lang als breit, konisch. cT Metasternum hinten 
eingedrückt, Trochanteren der Mittelbeine mit einem grossen, dorn- 
artigen Zahne. Long. 175 mm. — Serbien, von Herrn E. Merkl 
entdeckt Serbiens n. sp. 



Bestimmuugs -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



77 



Kopf so lang als sammt den Augen breit, Stirn in der Mitte ohne Furche 
oder Grübchen. 

Braunschwarz, Flügeldecken kastanienbraun, Fühler, Palpen und Beine 
gelbroth, Fühler mit grosser Keule, Glied zwei bis sieben quadratisch, 
acht schwach quer, neun, zehn fast quadratisch, cf Metasternum hinten 
eingedrückt, Trochanteren der Mittelbeine mit einem grossen, dorn- 
artigen Zahne. Long. 16 mm. — Toscana {T. florentinus Saulcy i. 1.) 

florentinus n. sp. 

11" Kopf kaum ganz so lang als breit, Stirne glatt, ohne Grübchen oder Furche. 
Fühler und Trochanteren in beiden Geschlechtern einfach. 
(Und so weiter, wie auf p. 512.) 
3' (Glied vier bis acht der Fühler quer.) 
(Einzuschalten:) 

a. Seitenrand des Kopfes einfach, vor den Augen ohne Spur einer Erhabenheit. 

(Hieher die sub 3' gestellten Arten : T. moniUcornis, corsicus und dentifrons.) 
h. Seitenrand des Kopfes vor den Augen mit einem sehr kleinen Zähnchen. 
Hieher gehört T. pullus (siehe p. 514). — Die Trochanteren der Mittel- 
beine sind beim löit einem sehr kleinen Dörnchen bewaffnet, Meta- 
sternum hinten eingedrückt, vorletztes Bauchsegment am Spitzenrande mit 
einer gebogenen, kleinen Platte. Das Q ist heller gefärbt und hat, wie 
gewöhnlich, kürzere Flügeldecken. — Jonische Inseln, Attica, Syrien, 
r (Die Arten dieser Gruppe zerfallen in zwei Sectionen, und zwar:) 
a. Kopf sammt den Augen so breit als der Halsschild, breiter als lang. 
(Hieher T. miles, armatus, Fournieri und castaneus. 

Anmerkung. Der T. castaneus, der mir nun aus Spanien vorliegt, ist loraungelb mit helleren 
Fühlern, Palpen und Beinen, die Fühlerglieder zwei his acht sind beim Q kugelig quer, 
beim beträchtlich länger, quadratisch, die Hinterbrust ist beim hinten eingedrückt 
und die Trochanteren der Hinterbeine haben ein dreieckiges Zähnchen. 

h. Kopf stark quer, breiter als der Halsschild. 
(Hieher T. grandiceps.) 

Anmerkung. Bei T. rufopicius (p. 511) soll das Vaterland richtiger Sardinien heissen, 
wie mir Herr E. Reveliere raittheilte; dann ist auf p. 515 bei T. Fournieri statt „mit 
einem schwarzen" mit einem „schwachen" zu lesen. 

Pselaphiis Herbst. 

4' {Psel. acuminatus Mötsch, aus dem Caucasus kommt auch auf Morea vor.) 
8" (Die Arten dieser Gruppe sind in zwei Sectionen zu trennen, und zwar:) 
a. Flügeldecken nur mit einer, die Mitte kaum erreichenden, oft undeutlichen 
Rippe. Fühler schlank. 
(Hieher P. Kiesenwetteri und Reveliereü) 

Anmerkung. Es ist mir nicht bekannt, wo de Saulcy den P. Kiesenwetteri beschrieben 
hatte. Sollte auch diese Art als nomen i. 1. wie viele andere in die zweite Auflage des 
Stein -We is e 'sehen Kataloges aufgenommen worden sein? 



78 



Edmund Reitter. 



b. Flügeldecken mit zwei die Mitte überragenden leicht erhabenen Rippen; 
eine befindet sich neben der Naht und die andere entspringt aus dem 
Schulterwinkel. Fühler kurz und dick. 

Rostroth, Palpen und Tarsen heller, oben fein und spärlich, auf den Flügel- 
decken in Reihen behaart, glatt, glänzend, Kopf lang gestreckt, gefurcht, 
die Furche zwischen den Augen doppelt; Palpen lang, ihre Endkeule 
geschlitzt, diese mehr als V4 der Länge des letzten Gliedes einnehmend, 
Fühler kurz und dick, Glied drei bis zehn nicht länger als breit, kugelig, 
Halsschild eiförmig, mit einem länglichen Grübchen an der Basis, Flügel- 
decken IV4 länger als der Halsschild; Abdomen einfach. Long. 2 mm. 
„Alpes penniae, prope Monte Rosa", von F, de Baudi entdeckt. 

(P. costipennis Baudi i. 1.) qtiaclricostatus n. sp. 

10' auf p. 506 soll mit 10" bezeichnet sein. 

11" (Die Arten dieser Gruppe kommen in nachfolgende zwei Sectionen zu zer- 
legen, und zwar:) 

a. Basis des ersten Rückensegmentes einfach. 

(Hieher die Arten: P. longipalpis, argutus und Stussineri.) 

b. Basis des ersten Rückensegmentes jederseits mit einem kurzen, tief ein- 

gegrabenen Strichel. 

Hell rostroth glänzend, Kopf fein hautartig genetzt, lang gestreckt, mit 
einer Längsfurche und zwischen den Augen mit zwei Grübchen, Palpen 
sehr lang und dünn, die Endkeule nur V4 der Länge des letzten Gliedes 
einnehmend, Halsschild eiförmig, an der Basis mit einem tiefen Grübchen, 
Flügeldecken lV4nial länger als der Halsschild, mit einem die Mitte 
erreichenden, hohen Kiele; Abdomen kurz, verkehrt eiförmig, erstes 
Segment ausserordentlich gross. Die zwei vorletzten Glieder der 
Fühler dicker eiförmig, das zweite Glied der vier vorderen Tarsen leicht 
verdickt, Hinterbrust in der Mitte und der zweite grosse Bauchring an 
seinem Spitzenrande stumpf und wenig deutlich beulenförmig erhöht. 
Long. r75mm. — Portugal: Coimbra, von Prof. Paulino d'Oliveira 

entdeckt histriolatus n. sp. 

13" (Hinter P. Piochardi einzufügen:) 

Halsschild vor dem Hinterrande nur mit einem sehr kleinen, leicht über- 
sehbaren Punktgrübchen. 

Rostroth, glänzend, Taster und Tarsen gelb, Kopf länger als breit, mit 
einer Längsfurche, die Endkeule des letzten Palpengliedes Va Länge 
des letzten Gliedes einnehmend, Flügeldecken einzeln gewölbt, ohne 
Längskeule, erstes Rückensegment an der Basis mit grosser, halb- 
kreisförmiger Grube, an der Basis, sowie die Spitzenränder der Flügel- 
decken dicht goldgelb tomentirt. Metasternum in der Mitte der 
Länge nach gekielt, der Kiel in der Mitte am höchsten, einen Winkel 
bildend. Long. 1*6 mm. — Morea (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 50) 

caviventris n. sp. 



Bestimmnngs -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



79 



1" und r ist zu streichen. 

Auf p. 501, erste Zeile, lese statt der „erste": der „zweite". 

Dicentrius Keitter. 
(Verhandl. des Naturf. Vereines. Brünn 1881, p. 192.) 

Hieher gehört der durch seine Palpenbildung sehr ausgezeichnete Pselaphus 
McrJclii Reitt. vom Kodscha-Balkan (siehe p. 598 suh 1'). 

Trimiiim Aube. 

4' (Hinter T. caucasiciim einzufügen:) 

Gestreckt gelbroth, den beiden vorhergehenden ähnlich, jedoch das cT ohne 
besondere Auszeichnung, die Abdominalstrichelchen des ersten Eücken- 
segmentes schliessen reichlich Ys» verglichenen Arten kaum Va 
der Dorsalbreite desselben Segmentes ein. cf. Kopf merklich 
breiter als beim 9 • Long. 1 mm. — Jonische Inseln (Deutsch. Ent. 
Zeitschr. 1884) expandum n. sp. 

Trimium Emonae wurde ausser in Krain und Croatien auch von Herrn 
Ludy in Tirol bei Bozen, dann in Baiern bei Lenggries zahlreich ge- 
sammelt. Ferner besitze ich ein Exemplar aus Neapel. 
T (Hinter T. longipenne einfügen:) 

Die Basalgrübchen des Halsschildes sind sehr klein, die sie verbindende 
Querfurche sehr fein, aber überall gleichmässig sichtbar. Hell röthlich- 
gelb, mit gedämpftem Seidenglanze, ausserordentlich fein behaart, Kopf 
nicht punktirt, vorne mit einer schwachen, an den Seiten nach hinten 
gebogenen Querfurche, zwischen den grossen Augen mit zwei feinen Punkt- 
grübchen ; Halsschild etwas länger als breit, Flügeldecken an den Seiten 
leicht gerundet, bei dem 9 etwas, bei dem bedeutend länger als 
zusammen breit. Long. 1 mm. — Morea (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 51) 

BrensJcei n. sp. 

Euplectus Leach. 

Statt 3" (p. 521) ist zu setzen 3"'. 

Hinter E. tuberculatus kommt einzuschalten: 
3" Kopf und Halsschild glatt, mit zwei nach vorne convergirenden und daselbst 
verbundenen Furchen, Scheitel mit kleinem Grübchen. Kopf höchstens 
von der Breite des Halsschildes und dieser schmäler als die Flügeldecken, 
letztere an den Seiten gerundet. Vorletztes Fühlerglied beim cT quadratisch, 
beim 9 stark quer. Rückensegmente beim einfach, beim 9 das fünfte 
Rückensegment mit einem nach hinten horizontal vorgestreckten grossen, 
stachelartigen Höcker. Rostroth, glänzend, nicht punktirt, Augen gross. 
Long. 16 mm. — Corfu, in hohlen Bäumen bei Ameisen (Deutsch. Ent. 

Zeitschr. 1884) acanthifer u. sp. 

3' (Die Arten dieser Gruppe kommen in zwei Sectionen zu theilen, und zwar:) 



80 



Edmund Reitter. 



a. Kopf von der Breite der Flügeldecken, gross, Fühlerkeule sehr schmal, kaum 
sichtbar abgesetzt, das letzte Glied fast nur so breit als die Vorher- 
gehenden. Flügeldecken parallel. 

Kopf wenig breiter als lang, mit zwei parallelen, schwachen, vorne durch 
einen Quereindruck verbundenen Furchen, welche zwischen den Augen 
in ein tiefes Grübchen einmünden. Gelbroth. Long. 1*3 mm. — Rhein- 
provinz (Erichs. Nat. Ins. Deutsch. III, 2. Abth , p. 114 (1882) 

rhenanus n. sp. 

Kopf viel breiter als lang, mit einem tiefen, nach hinten bogenartig 
erweiterten Quereindrucke am Vorderrande und zwei Grübchen zwischen 
den Augen. Hell bräunlichroth. Metasternum der Länge nach ver- 
tieft, das sechste Bauchsegment äusserst schmal, als stumpfes, queres 
Leistchen erhaben, das letzte Segment mit einem schwachen, länglichen 
Grübchen; Mittelschienen in der Mitte aussen mit einem stumpfen 
Winkel, innen an der Spitze mit sehr kurzem Endsporne. Long. l'S mm. 
— Schlesische Karpathen, Ungarn (Erichs. Nat. Ins. Deutsch. III, 

2. Abth., p. 115 (1882) tenuicornis n. sp. 

h. Kopf von der Breite des Halsschildes und bedeutend schmäler als die Flügel- 
decken. Fühlerkeule abgesetzt, normal. 
(Hieher E. Tischen und Carpathicus.) 
5' (Einschalten vor E, piceus:) 

Kopf höchstens so breit als der Halsschild und deutlich schmäler als die 
Flügeldecken. Rostroth, glänzend, kaum, an den Seiten des Kopfes fein 
punktirt; Scheitel am Hinterrande eingedrückt, Flügeldecken seitlich ge- 
rundet, Fühlerkeule abgesetzt, normal, Hinterbrust mit einer Längs- 
furche, das vorletzte Bauchsegment an der Basis quer niedergedrückt, in 
der Mitte nach hinten der Länge nach gefurcht, das fünfte Bauch segment 
jederseits an der Basis mit einem tiefen Grübchen. Long. l'Tmm. — 

Morea (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 51) pelopis n. sp. 

Kleiner als der vorige, Scheitel mit deutlicherem Grübchen, Kopf aü den 
Seiten schwer sichtbar punktirt, Stirnfurchen tiefer. Long. r3~l*4mm. 
— Corfu (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 113) . . . verticalis ii. sp. 

Anmerkung. Der E. nanus hat beim Q in der Mitte des fünften Rückensegmentes ein 
kleines Höckerclien, welches dem nahe stehenden E. occipitalis fehlt. E. Revelierei Saulcy 
ist eine kleinere, im Süden vorkommende helle Form des E. nanus. 

11" (Hinter E. afer einfügen:) 

Von der Grösse der kleinsten Exemplare des E. afer, diesem ähnlich, weniger 
glänzend, viel dichter behaart, Kopf an den Seiten feiner punktirt, Ab- 
domen nicht schmäler als die Flügeldecken, cf. Vor der Spitze des 
Bauches mit einer grossen, die ganze Länge des vorletzten und die Wurzel 
des letzten Segmentes einnehmenden Grübe. Long. 1*3 mm. — Nizza, 
Sardinien, Griechenland (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884) Lindert n. sp. 



Bestimmunge -Taljellen der europäischen Coleopteren. X. 



81 



Namunia Reitter. 
Verhandl. d, nat. Vereines Brünn 1881, p. 198. 

Gross, braunroth, ziemlich lang fuchsgelb behaart, Trichonyx-'i\iiA\Q\i ; Fühler 
von halber Körperlänge, Glied zwei bis acht von gleicher Dicke, zwei bis 
sieben etwas länger als breit, acht quadratisch, neun deutlich, zehn kaum 
länger als breit, dicker als die vorhergehenden, eilf am grössten, länglich 
eiförmig; Kopf so lang als breit, von der Breite des Halsschildes, nicht 
punktirt, mit zwei flachen, nach vorne convergirenden und daselbst ver- 
bundenen Furchen, welche jederseits zwischen den Augen in ein tiefes 
Grübchen einmünden. Halsschild schwach herzförmig, vor der Basis mit 
drei durch eine Querfurche verbundenen Grübchen, oben glatt; Flügel- 
decken viel breiter als der Halsschild und P^mal länger als dieser, fein 
und spärlich punktirt, mit tiefen Naht- und die Mitte nicht erreichenden 
ßückenstreifen, an der Basis mit vier Punktgrübchen, wovon zwei in der 
Wurzel der Streifen stehen; Abdomen von der Länge der Flügeldecken, 
kegelförmig verengt, nur die drei ersten ßückensegmente gerandet; Beine 
lang. Long. 2*8 mm. — Stambul, Kleinasien, unter Ameisen 

myrmecophila n. sp. 

Faronus Aube. 

Anmerkang. Anstatt F. pyrenaeus Sanlcy ist Brisout als Autor zu setzen. 

Die Arten sind in zwei Gruppen zu zerlegen, und zwar: 
Ä. Die abgesetzten Seiten des flachen Abdomens sind aufgebogen. 
(Hieher alle Arten auf p. 460.) 
Sub 3" ist einzuschalten: 

Rothbraun, Seiten des Halsschildes gerundet, nicht winkelig, mit einer läng- 
lichen Grube über den Hinterwinkeln, diese am Grunde mit zwei über- 
einander gestellten Grübchen. Fühler dünn. Long. r4mm. — Taygetos 

spartanus n. sp. 
B. Die abgesetzten Seiten des gewölbten Abdomens sind nicht aufgebogen. 
Rothgelb, Kopf gross, Halsschild quer, stark herzförmig, vorne gerundet, 
die Seiten undeutlich stumpfwinkelig, oben mit gewöhnlicher Sculptur, 
Flügeldecken kaum ganz so lang als der Halsschild, Abdomen gewölbt, 
breiter als die Flügeldecken. Long. 12 mm. — Süd-Spanien 

gravidus n. sp. 

Marellus Mötsch. 

Einzufügen auf p. 19: 

Gelbroth, glänzend, fein gelb behaart, spärlich punktirt, Fühler von Körper- 
länge, drei letzten Glieder dicker, lang gestreckt, das letzte stärker ver- 
dickt; letztes Glied der Palpen länger als das vorletzte, an der Basis und 
Spitze verdünnt, Kopf breiter als lang, Halsschild längs der Mitte leicht 
gekielt, Flügeldecken sammt Abdomen gegen die Spitze verbreitert, so 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 11 



82 



Edmund Reitter. 



lang als Kopf und Halsschild zusammen, mit ganzem Naht- und abge- 
kürztem Dorsalstreifen, Abdomen nicht gekielt, erstes Rückensegment nur 
etwas länger als das nächste; Beine lang. Long. 145 mm. — Biskra. 
Von Dr. Puton freundlichst mitgetheilt .... biscrensis ii. sp. 



Scydmaenidae. 

Euthia Steph. 

3' (Einschalten:) 

Einfärbig röthlichgelb, Halsschild fast glatt, Flügeldecken fein punktirt, 
Fühler kräftig, mit sehr stark abgesetzter Keule. Long. 1*1 mm. — 
Morea (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 53) . . . clavicornis n. sp. 
4" (Einschalten:) 

Dunkelbraun, Fühler und Beine gelbroth, die Keule der ersteren manchmal 
angedunkelt, Glied sechs und sieben quadratisch, sieben schwach quer. 
Long. 1— ri mm. — Biskra, Marocco parallela Fairm. 

Cephennium Müll. 

3"' (In dem Satze ist anstatt „Augen vorhanden" zu setzen : „Augen meist 
vorhanden". 

Subgen. Megaladerus. 

Vor 4" kommt einzuschalten: 
A. Mit Augen. 

4" (Hat in nachfolgender Weise zu lauten:) 

a. Basalgrübchen furchenartig, V4 Flügeldeckenlänge erreichend. 

Gelbroth, einfärbig, spärlich kurz und gelb behaart, kaum, die Flügel- 
decken höchst fein und einzeln punktirt, Basalfurchen der letzteren 
gegen die Naht convergirend, Humeralfältchen sehr fein, mit dem Seiten- 
rande parallel verlaufend. Long. 1 mm. — Arragonien 

divergens n, sp. 

h. Basalgrübchen der Flügeldecken rund. Fühler schlank (u. s. w. wie auf 

p. 107 ad 4"). 
5" (Ist in zwei Gruppen zu zerlegen, und zwar:) 
a. Wenigstens die Flügeldecken dunkel gefärbt. 
(Hieher C. Kiesenwetteri und intermedium.) 

h. Einfärbig gelbroth. 

Gesättigt roth, Flügeldecken kaum punktirt, grösser (siehe diese Art p. 108) 

nicaense Reitt, 

Rothgelb, Flügeldecken fein punktirt, Vorderschienen des cT gegen die Spitze 
verdickt, innen ohne Ausrandung. Long. 1 mm. — Meeralpen 

maritimum 11. sp. 



Bestimmungs-Tabellen der europäischen Coleoptoren. X. 



83 



(Das Synonym C. thoracicum Aub. bei perispinctum Kolen. ist zu streichen ; 

ebenso ist der Artname C. thoracium Müll, auf p. 550 zu entfernen und 

C. laticoUc Aube dafür zu setzen.) 
Hinter dieser Art kommt einzuschalten: 

Kleiner, braunschwarz, Fühler und Beine hell, Körper gestreckt, leicht gewölbt, 
Halsschild mindestens von der Breite der Flügeldecken. cT Vorderschienen 
an der Spitze nach innen stark gebogen. Long. 1 mm. — Deutschland 

fhoracicuni Müll. 

10" Die zwei vorletzten Fühlerglieder schwach quer. (Körper dunkel ist zu 
streichen.) 

a. Körper stets rothgelb oder roth. 

Gesättigt roth, einfarbig, gewölbt, Halsschild glatt, Flügeldecken eiförmig, 
fein punktirt, die vorletzten zwei Fühlerglieder deutlich quer; Humeral- 
fältchen lang, kräftig, gerade. Long. 1 mm. — Monte Rosa. Von Baudi 

als C. minutissimum erhalten montaniim n* sp. 

Kleiner, rothgelb, die Flügeldecken schwach gebräunt, Halsschild schwach 
quer, fast glatt, Flügeldecken höchst fein punktirt, nicht breiter als der 
Halsschild, Humeralfältchen sehr fein, fast gerade nach hinten gezogen. 

Long. 0*75 mm. — Süd-Portugal delicatum n. sp. 

h. Körper braunschwarz, leicht gewölbt u. s. w. p. 550 hmigaricum Reitt. 

Hinter den Arten sub 10' (C. delicatulum) ist einzuschalten: 
B. Ohne deutliche Augen. 

Sehr klein, rothgelb, Halsschild schwach quer, an den Seiten kaum gerundet, 
zur Basis stärker verengt, glatt, Flügeldecken in der Mitte der Basis mit 
grossem, flachen Grübchen, länglich eiförmig, nicht breiter als der Hals- 
schild, kaum punktirt, Humeralstrichelchen äusserst fein, kurz, gerade. 
Glied drei bis acht der Fühler fast breiter als lang, Keule stark abgesetzt, 
Glied neun und zehn leicht quer. Long. 0*75 mm. — Italia bor. 

aglenum n. sp. 

Subgen. Geodytes, 

14" (In erster Zeile, hinter „wenig gewölbt", ist einzuschalten „sehr dicht und 
höchst fein punktirt".) 
Hinter C. algeciranum einzustellen: 

Achtes Glied der Fühler quer (bei algeciranum fast quadratisch). Sehr 
klein, lang gestreckt, fast parallel, Flügeldecken kaum, der Halsschild 
sehr fein und dicht punktirt, Humeralstreifen der Flügeldeckenlänge 
erreichend, allmälig nach aussen geneigt. Long. 7 mm. — Farnes bei 
Athen, Salonichi. C. granulum Saulcy i. 1. . . granulum n, sp. 
13" (Auf p. 552, hinter C. liliputamim ist einzuschalten:) 

Sehr klein, wenig gewölbt, länglich, fast parallel, gelbroth, Flügeldecken 
braun, Augen sehr klein, aber deutlich, kaum sichtbar punktirt, staub- 
artig, nicht dicht behaart, Basalgrübchen der Flügeldecken gross, Basal- 

11* 



84 



Edmund Reitter. 



stricheichen sehr deutlich, fältchenartig erhaben, gerade nach hinten ge- 
zogen, V3 der Flügeldeckenlänge überragend. Long. 075 mm. — Andalusien 

striolatum n. sp. 

Subgen. Cephennarium, 

15'' (Hinter C. apicale einzufügen:) 

Kleiner als apicale und grösser als Anbei, gelbroth, sehr glänzend, höchst 
fein, spärlich behaart, glatt, Flügeldecken zart punktirt, die letzteren 
eiförmig, im vorderen Drittel etwas breiter als der Halsschild, ohne 
Eindruck an der Spitze der Flügeldecken. Long. 1 mm. — Ligurische 
Apenninen Carrarae n. sp. 

Subgen. Nanophthalmus, 

(Die drei hieher gehörenden Arten lassen sich in nachfolgender Weise 
übersehen:) 

Grösser; vorletztes Fühlerglied fast quadratisch, nicht schmäler als das letzte. 
Hinterwinkel des Halsschildes fast rechteckig; Glied sieben bis neun der 
Fühler quadratisch, Glied eilf mehr als V2^2ial länger als zehn. Long. 
1mm. — Caucasus: Surampass und Helenendorf bei Elisabethpol 

armeniacum n. sp. 

Hinterwinkel des Halsschildes sehr stumpf, fast abgerundet; Glied sieben 
bis neun der Fühler merklich breiter als lang, letztes Glied kaum ganz 
V2nial länger als zehn. Long. 1mm. — Lenkoran 

rotundicolle Reitt. 

Kleiner; vorletztes Glied der Fühler quer . . megaloderoides Mötsch. 

Neuraphes Thomson. 

5" (Bei der Art semicastaneus ist der Scheitel am Hinterrande mehr oder 
weniger tief ausgeschnitten. In Italien kommt eine Form vor, die mög- 
licherweise einer selbstständigen Art angehört; sie ist von der Stammform 
in nachfolgender Weise zu unterscheiden:) 

Schwarz, Flügeldecken braunroth, Palpen gelb, Fühler und Beine rostroth, 
die drei vorletzten Glieder der Fühler schwach quer (besonders das achte 
und neunte), der vordere Theil der Naht auf den Flügeldecken nicht stärker 
vertieft. — Croatien, Vallombrosa semicastaneus Reitt. 

Einfärbig rostroth, Fühler, Palpen und Beine heller, die drei vorletzten 
Glieder der Fühler stark quer, der vordere Theil der Naht stärker ver- 
tieft. Long. 1-8 mm. — Vallombrosa. N. planiceps Saulcy i. 1. 

planiceps n. sp. 

7" (Hinter N. delphinus ist einzuschalten:) 

Kastanienbraun, glänzend, Fühler und Beine gelbroth, Palpen gelb, oben 
kaum punktirt, fein, spärlich behaart, Fühler gegen die Spitze ziemlich 



Bestimmungs -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



85 



stark verdickt, die vorletzten vier Glieder sehr schwach quer; Stirn glatt, 
Halsschild länger als breit, fast parallel, Basalquerfurche mit zwei flachen 
Grübchen jederseits und in der Mitte mit feinem Kiele; Flügeldecken breit 
eiförmig, bauchig erweitert, innerer Basaleindruck gross, rund, tief, der 
äussere sehr schwach, Humeralfältchen äusserst kurz. Long. l'4ram. — 
Nakeralagebirge im Caucasus. Von Leder entdeckt naJceralae n, sj^, 
8" (Unter N. capellae wurden zwei Arten confundirt; sie sind in nachfolgender 
Weise zu unterscheiden:) 
Kopf vorne punktirt, Halsschild vorne gleichmässig, sanft gerundet = 
capellae Reitt. 

Kopf glatt; Halsschild parallel, die Vorderwinkel schräg abgeschnitten. 
Hieher gehört auch die angegebene Geschlechtsauszeichnung des = 
emonae Reitt. n. sp. Erich. Nat. Ins. Deutsch. LEI, 2. Abth., p. 166. — 
Laibach. 

(Die sub 8" stehenden vier Arten sind in nachfolgender Weise zu theilen :) 
a. Kopf glatt. Halsschild parallel, die Vorderwinkel schräg abgeschnitten. 
Fühler gegen die Spitze äusserst stark verdickt . . colchicus Saulcy. 
Fühler gegen die Spitze nur mässig stark verdickt; Flügeldecken des cT 

an der Spitze einfach plicicollis Reitt. 

Fühler gegen die Spitze nur mässig stark verdickt; Flügeldecken des 
an der Spitze neben der Naht furchenartig vertieft und an der Spitze 

mit einem schrägen Grübchen emonae u» sp. 

6. Kopf vorne punktirt, Halsschild vorne gerundet . . . capellae Reitt. 
9" {N. ornatus kommt auch bei Mehadia vor; eine schwarzbraune Varietät mit 
rostrothen Fühlern und Beinen wurde mir von Herrn Dr. Kaufmann aus 
Fünfkirchen mitgetheilt.) 
12" Bei N. occipitalis lies anstatt „als der Naht genähert": „als der Mitte 
genähert". 

Der in der Note auf p. 560 angeführte N. sulcatulus Fa.inn . hat an dieser 

Stelle zu entfallen. Mit demselben ist synonym: 
N. cordubanus Saulcy und suhsulcatus Reitt. p. 567. Der erste Name hat 
Priorität. Ist über ganz Süd-Europa verbreitet. 
17' N. Ehlersi ist zu streichen. Derselbe ist ein Stenichnus. 
20" {N. Mulsanti = nach Rey: myrmecophilus Aube.) 
21" (Hinter N. duMus einzuschalten:) 

Grösser als N. Brucki, schlanker, dunkler gefärbt; von der Grösse des 
N. dubius, aber schmäler, mit viel längerem Halsschilde; Flügeldecken 
lang gestreckt, elliptisch, kaum punktirt. Gelbroth, Flügeldecken ge- 
sättigter roth, Fühler und Beine rothgelb. Long. 11 mm. — Apenninen. 
Von Herrn Flaminio Baudi de Selve als N. Bruckii mitgetheilt 

Flaminii n. sp. 



86 



Edmund Reitter. 



Anmerkung. Der von mir als N. Bruclcii beschriebene Käfer ist viel kleiner als Flaminn; 
der Kopf ist grösser, die Augen ebenfalls, der Halsschild kürzer, vorne breiter, die Flügel- 
decken länglich eiförmig. Ich erhielt ihn von Herrn Bertolini und Stussiner. 

Anmerkung. Die Grössenangabe (p. 564) soll lauten: bei N. dübius 1-lmm., Bruekii 1mm., 
suhcordatus l'l mm. 

2r (Der N. suhcordatus wurde mir auch von Herrn Dodero aus der Um- 
gegend von Genua mitgetheilt.) 

23' (Hinter N. latilans einzuschalten:) 

Die drei vorletzten Glieder der Fühler stark und gleichmässig quer, Glied 
acht etwas schmäler als neun, aber beträchtlich grösser als sieben, wo- 
durch die Keule ziemlich abgesetzt, viergliederig erscheint. Rothgelb, ziemlich 
abstehend behaart, Kopf etwas schmäler als der Halsschild, Augen sehr 
klein, Halsschild ziemlich herzförmig, viel länger als breit, mit schwacher 
Basalquerfurche ; Flügeldecken länglich eiförmig, breiter als der Halsschild, 
innerer Basaleindruck rund, ziemlich klein, äusserer länglich, Humeral- 
fältchen deutlich, von Ve der Flügeldeckenlänge. Long. 0'8 mm. — Nord- 
Morea siibtetratomus n. sp. 

26" Zuzufügen: Halsschild schmal, so lang als breit. 

21" Zuzufügen: Halsschild ohne feine Längsfurche. 

28'' (Die Arten dieser Gruppe sind in nachfolgender Weise zu zerlegen:) 
a. Kopf punktirt. 

Flügeldecken deutlich, ziemlich stark punktirt, 

(Hieher die beiden Arten N. SparshalU und minutus. Bei dem kleineren 
minutus ist die Stirn viel stärker punktirt als bei dem anderen.) 

Flügeldecken sehr erloschen, schwer sichtbar punktirt. Halsschild etwas 
länger als breit; Flügeldecken eiförmig, ziemlich bauchig erweitert, das 
innere Basalgrübchen rund, kleiner als bei dem vorigen, gegen die Naht 
kaum furchenartig erweitert; Färbung heller als bei SparshalU. Long. 
1 mm. — Dalmatien, Herzegovina, Morea (Erichs. Nat. Ins. Deutsch. HI, 

2. Abth., p. 171) profanus n. sp. 

h. Kopf nicht .punktirt. 

Fühler gegen die Spitze allmälig verdickt. Rothgelb, Kopf mit grossen 
Augen, schmäler als der Halsschild, dieser fast quadratisch, Flügeldecken 
lang eiförmig, der innere Basaleindruck sehr klein, rund, fast punkt- 
förmig, Schulterfältchen lang. Long. 0*9 mm. — Süd-Portugal (Erichs. 
Nat. Ins. Deutsch. III, 2. Abth., p. 171) parilis n. sp. 



Von allen bekannten Arten entfernt sich eine aus Corsica, welche ich kürzlich 
von Dr. Puton zur Ansicht erhalten habe. Die Sculptur und Forni 
des Halsschildes ist sehr abweichend. Halsschild fast rechteckig, mi 
abgestumpften Winkeln, viel länger als breit, parallel, dicht vor de 
Basis mit einer kaum angedeuteten Querfurche, welche jederseits vo 
einem Grübchen begrenzt wird; an den Seiten hinter der Mitte 



Beetimnmngs -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



87 



tief ausgeschnitten und der Ausschnitt grubenartig vertieft; wegen 
dem Ausschnitte tritt der hinterste Theil des scharfen Seitenrandes nach 
vorne zahnartig vor. Gelbroth, fein behaart, Fühler dünn, gegen die 
Spitze allraälig verdickt, die drei vorletzten Glieder schwach quer; Kopf 
wenig schmäler als der Halsschild, Stirn ohne Grübchen, Flügeldecken 
kaum punktirt, Basis mit je zwei in einander verflossenen Grübchen. 
Long. 1-2 mm. N. vulneratus Saulcy i. 1. . . . vulneratus n. sp. 

Scydmaenus Latr. 
Subgen. Scydmaenus Thoms. 

4" (Einschalten nach Godarti:) 

Kleiner als der vorige, die Vorderschenkel des cf einfach, einfarbig blässer 
gelbroth, Kopf länger als breit, Fühler etwas kürzer, Flügeldecken länglich 
eiförmig. Long. TS mm. — Nord-Morea (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 53) 

aegialius n. sp. 

V (Nach Helfen:) 

Kleiner als die beiden vorhergehenden, die mittleren Grübchen des Hals- 
schildes sind ganz erloschen, das äussere Basalgrübchen der Flügeldecken 
ist kleiner und das innere etwas schwächer als bei scutellaris gegen die 
Naht verlängert. Braunschwarz, Fühler, Palpen und Beine gelbroth. Long. 
1*2 mm. — Centrai-Frankreich. S. Barnevillei Saulcy i. 1. 

Barnevillei n. sp. 

5" (Hinter pusülus:) 

Dem vorigen sehr ähnlich, aber kleiner, die Flügeldecken seitlich mehr bauchig 
erweitert, fast elliptisch, viel schwächer punktulirt. — Griechenland, Jonische 

Inseln Emgei var. und angulimanus var. 

C" (Hinter S. protervus einfügen:) 

Kleiner als der vorige, heller gelbroth gefärbt, niemals kastanienbraun, die 
Fühler schmächtiger, Flügeldecken kürzer und bauchiger, nur äusserst 
fein punktirt, die Basaleindrücke klein, beide ziemlich klein (der äussere 
bei protervus viel grösser), die Vorderschenkel beim cT einfach verdickt. 

Long. rSmm. — Andalusien andalusiacus n. sp. 

(Das Vaterland Andalusien ist bei S. protervus zu streichen.) 

Anmerkung. Der Scydmaenus dichrous Baudi ist ein Stmichnus und ist auf p. 5(58 (Note) 
zu streichen. 

2' (Hinter S. Baudii:) 

Gross, robust, kastanienbraun, glänzend, Kopf und Halsschild etwas heller, 
Fühler, Palpen und Beine gelbroth; Glied neun kaum, zehn etwas quer; 
Kopf breit, etwas schmäler als der Halsschild, dieser nahezu breiter als 
lang, mit vier Basalgi-übchen, die mittleren stark genähert und etwas 
schwächer; Flügeldecken eiförmig, stark bauchig aufgetrieben, gewölbt, 
kaum punktirt, Körper spärlich sehr fein behaart. Long. TS mm. — Caucasus 

semipiceus n, sp. 



88 



Edmund Eeitter. 



2' (Hinter S. lustrator:) 

Rostroth oder kastanienbraun, Fühler und Beine heller, schmäler als lustrator, 
Kopf nur etwas schmäler als der Halsschild, Fühler schlank, die drei 
letzten Glieder etwas dicker, aber wenig keulenförmig abgesetzt, Glied 
neun und zehn fast quadratisch, Halsschild nahezu länger als breit (bei 
den vorhergehenden Arten sub 2' ist er kaum so lang als breit); gewölbt, 
an der Basis mit vier Grübchen, die zwei mittleren stark genähert und 
grösser; Flügeldecken etwas breiter als der Halsschild, länglich oval, schmal, 
schwer sichtbar oder nicht punktirt, der äussere Basaleindruck schmal, 
flach und nicht sehr deutlich. Long, l'l mm. — Solonichi. S. macedo 
Saulcy i. 1. (Coli. Cl. Müller und v. Heyden) . . macedo n. sp. 

2' (Vor S. Damryi:) 

Braunroth, Fühler, Palpen und Beine gelbroth, Flügeldecken schwärzlich- 
braun, Fühler schlank, die beiden vorletzten Glieder schwach quer, Kopf 
und Halsschild glatt, der erstere etwas breiter als der letztere, dieser 
höchstens so lang als breit, Flügeldecken höchst undeutlich punktirt, fast 
glatt, die Basis mit zwei deutlichen Grübchen; Schulterfalte sehr kurz. 
Long. 11— r2 mm. — Süd-Spanien Tythonus n. sp, 

Subgen. Stenichnus, 

2" (Hinter ditomus einschalten:) 

Halb so gross als der vorige, hell braungelb, einfärbig, Kopf wenig schmäler 
als der Halsschild, dieser beträchtlich länger als breit, eiförmig, Basis 
ohne deutliche Grübchen, Flügeldecken elliptisch, erloschen, fein punktulirt. 
Long. 0*9 mm. — Caucasus, Elisabethpol ellipticus n. sp. 

(Hinter cordicolUs ist einzufügen:) 

Dem S, cordicolUs sehr ähnlich, jedoch durch deutlich punktirte Flügel- 
decken verschieden. Long. 1*1— 1-2 mm. Der Käfer ist manchmal ein- 
färbig braunroth. — Syrien, Cypern. S. dichrous Baudi 

rotundipennis Schaum. ^) 
4" und 4' kommt in nachfolgender Weise zu ändern: 

4" Flügeldecken elliptisch, seitlich in der Mitte stark gerundet erweitert, nach 

der Basis und Spitze gleichmässig stark verengt. 
a. Glied neun und zehn der Fühler quer. 
* Kopf wenig schmäler als der Halsschild, dieser viel schmäler als die Flügel 
decken. Flügeldecken höchst fein oder undeutlich punktirt, äussere 



1) V. Kiesenwetter hat mit Unrecht die mit rotundipennis Schaum aus Syrien zunächs 
verwandte Art {angulimanus m.) aus Griechenland für dasselbe Thier erklärt (Berl. Ent. Zeitschr 
1880, p. 45); es sind demselben, sowie auch Dr. Schaum, ihre specifischen Unterschiede enfcgange 
Mit Ausnahme von wenigen, weit verbreiteten Arten, wie Eucon. intrusus etc., kommen kein 
syrischen Arten in Griechenland oder griechische in Syrien vor. 



Bestimmungs-Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



89 



Basalgrübchen etwas sichtbar. Long. 1*25 mm. — Grieclienland, Jonische 
Inseln. 

Einfcärbig schwarz, Fühler, Palpen und Beine rostroth, Glied drei bis sechs 
der Fühler kaum länger als breit. cT Vorderschenkel aussen, hinter der 
Mitte, stark stumpfwinkelig erweitert {S. rotundicollis Kiesw. et auct.) 

angulimanus n. sp. 

Schwarz, Kopf und Halsschild kastanienbraun, Fühler, Palpen und Beine 
rothgelb, Glied drei bis fünf beträchtlich länger als breit, Oberseite 
länger, abstehender behaart. cT Vorderschenkel an der Spitze verdickt 

und aussen abgerundet Emgel n. sp. 

** Kopf viel schmäler als der Halsschild, dieser wenig schmäler als die Flügel- 
decken. 

Rostroth, Flügeldecken braun. Long. 1 2 mm. — Portugal 

angustior Saulcy. 

Einfarbig gelbroth. Long. 11 mm. — Portugal 

angustior var. lusitanicus Saulcy. 
b. Glied neun und zehn der Fühler nicht quer oder wenigstens Glied neun so 
lang als breit. 

Einfärbig rostroth, Palpen und Tarsen gelb, Kopf etwas schmäler als der 
Halsschild, dieser eiförmig, Flügeldecken kurz elliptisch, stark bauchig 
erweitert, sehr fein punktulirt, Körper lang, spärlich behaart. Vorder- 
schenkel gegen die Spitze stärker verdickt. Long. 1'4— l'5mm. — Syrien: 
Haifa, von Herrn Lange entdeckt mnpUthorax n. sp. 

Rostroth oder kastanienbraun, die Flügeldecken dunkler, Fühler, Palpen und 
Beine gelbroth, Kopf viel schmäler als der Halsschild, dieser eiförmig, 
Flügeldecken elliptisch, fein, spärlich punktirt, Körper lang behaart. Long. 
1*5 mm. — Corfu: Gasturi, unter Eichenlaub (Deutsch. Ent. Zeitschr. 

1884, p. 113) 9 corcyreus n. sp. 

r (Vor S. globulipennis einfügen:) 

Glied acht der Fühler gross, fast grösser als die nächsten, quadratisch, neun 
und zehn sehr schwach quer (siehe corcyreus) . corcyreus u. sp. 
3' Flügeldecken fast glatt. Kastanienbraun, Fühler, Palpen und Beine roth- 
gelb, gelblichgrau behaart, Fühler mit drei etwas breiteren Endgliedern, 
Glied neun und zehn quer, Halsschild breiter als der Kopf, so lang als 
breit, Basalgrübchen undeutlich, oben stark gewölbt. Unterscheidet sich 
von S. picipennis durch schmälere Gestalt, kleine Augen und gegen die 
Spitze mehr verdickte Fühler. Long. 0'9 mm. — Nauplia. Coli. Cl. Müller 
und V. Heyden {Sc. lernaeus Saulcy i. 1.) . . . . lernaeus u. sp. 

Euconnus, 

Subgen. Napochus. 

i" (Hinter barbatulus einschalten:) 

Noch kleiner, wenig grösser als Maeklini, einfärbig röthlichgelb, lang be- 
haart, Stirn zwischen den Fühlern concav, Flügeldecken fein punktirt. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 12 



90 



Edmund Beitter. 



Halsschild konisch, die Seiten gerade nach vorne verengt, bei barhatulus 
sind die Seiten gerundet verengt. Long. 1*05 mm. — Syrien: Haifa 

indocilis n. sp. 

Suhgen. Euconnus in. sp. 

6" (Die Arten dieser Gruppe sind in drei Sectionen zu theilen:) 
a. Fühlerglied acht und neun beim von gleicher Länge, 

(Hieher E. MotschulsJcyi und puniceus.) 
h. Fühlerglied neun länger als acht, beim . 

Lebhaft blutroth, gelb behaart, vom Aussehen eines E. Kiesenwetteri, 
kaum punktirt, Kopf schmäler als der Halsschild, Fühler lang, Glied 
acht bis zehn der Keule beim Q quadratisch, beim Glied acht und 
neun innen messerförmig abgeplattet, acht kaum länger als breit, der 
innere Basalwinkel fast abgerundet, der Apicalwinkel zugespitzt, vor- 
gezogen, Glied neun nicht ganz V/iiaal so lang als breit, innen schwach 
concav, gegen die Spitze breiter werdend, der innere Basalwinkel stumpf, 
der Apicalwinkel vorgezogen und spitzig, Glied zehn fast quadratisch, 
das letzte länglich. Long. 2 mm. — Morea (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, 

p. 53, Taf. II, Fig. 17) pulcher n. sp. 

c. Fühlerglied acht länger als neun beim (f. 

(Hieher E. denticornis.) 
T (Die Arten dieser Gruppe kommen in zwei Sectionen zu theilen, und zwar:) 

a. Kopf gross, dick, wenig schmäler als der Halsschild. 
(Hieher E. rohushis und Schlössen.) 

b. Kopf länglich, klein, viel schmäler als der Halsschild. 

* Keule der Fühler beim 9 gleich breit; Glied acht und neun beim cf 
deutlich quer. 
(Hieher E. Heydeni.) 
** Keule der Fühler beim 9 allmälig breiter werdend ; Glied acht, neun beim 
so lang als breit. 

Blutroth, sehr fein gelb und nicht dicht behaart, Flügeldecken kaum punk- 
tirt, Glied acht und neun der Fühler beim cf innen messerförmig ab- 
geplattet, äusserst schwach concav, die Innenwinkel von Glied acht schwach 
zugespitzt, ebenso der Basalwinkel des neunten Gliedes ; der Apicalwinkel 
des letzteren verlängert, vorgezogen und zugespitzt. Long. 1*8 mm. — 
Portugal: Coimbra, von Paulino d'Oliveira entdeckt Pmilinoiu»sp, 
10" (Hinter E. spissicornis einschalten:) 

Sehr klein, lang gestreckt, braunroth, Palpen, Fühler und Beine rothgelb, 
Fühler ziemlich schlank, Kopf schmäler als der Halsschild, dieser deutlich 
länger als breit, das mittlere Basalgrübchen kleiner als die seitlichen, 
Flügeldecken sehr fein punktirt, länglich, der äussere Basaleindruck deut- 
licher, Schulterfalte kräftig. Long. O'Smm. — Syrien: Haifa 

prolixus 11. sp. 



Bestimmnngs -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



91 



10' (IJiuter E. Ganglbaiieri einzuschalten:) 

Fühler lang, Glied drei bis sechs quadratisch, sieben etwas länger als breit, 
acht bis zehn quadratisch. Körper bräunlicli schwarz, Fühler und Beine 
düster rostroth, Kopf länglich, sehr wenig schmäler als der Halsschild, 
B'lügeldecken kurz eiförmig, erloschen punktirt. Long. 1*3 mm. — Marocco: 
Casablanca nebulosus n. sp. 

13" Bei E. confusus ist zu ergänzen: Dem E. hirticollis äusserst ähnlich, die 
Fühler sind aber stärker und kürzer und die Flügeldecken sind nicht kurz 
eiförmig, sondern länglich oval. 

(Vor E. Wetterliali ist einzuschalten:) 

Rostroth, glänzend, mässig fein, spärlich behaart, nicht punktirt, Fühler 
lang, die beiden vorletzten Glieder sehr schwach quer, Kopf gross, rundlich, 
etwas schmäler als der Halsschild, dieser kugelig, Flügeldecken sehr kurz 
eiförmig, bauchig aufgetrieben, Vorderschienen an der Spitze nach 
innen gebogen. Long. 1*3 mm. — Syrien: Haifa, von Herrn Lange 
entdeckt Langel u. sp. 

14" (Hinter E. intrusus ist einzufügen:) 

Nur halb so gross als der vorige, dunkel kastanienbraun, Fühler und Beine 
hell rostroth, die Fühler sind schlanker als bei intrusus, der Halsschild 
fast kugelig, Flügeldecken kürzer und bauchiger. Long. 0'75mm. — 
Syrien {Eue. Peyroni Saulcy i. 1.) JPeyroni n. sp. 

Subgen. Tetramelus. 

4" a. (Die vier hieher gehörenden nahe verwandten Arten sind in nachfolgender 
Weise auseinander zu halten:) 

Kopf viel schmäler als der Halsschild, hinten halbkreisförmig. 
(Hieher T. transsylvanicus und Schiödtei.) 

Kopf sehr klein, fast nur halb so breit als der Halsschild, länglich, hinten 
halb elliptisch. 

Einfärbig rostroth, glänzend, fein und spärlich behaart, Fühler kräftig, 
Glied zwei lang, cylindrisch, drei länger als breit, vier bis sieben qua- 
dratisch, Keule abgesetzt, Glied acht bis zehn schwach quer ; Kopf vom 
Vorderrande der Stirn bis zur Einschnürung des Halses nicht länger 
als breit, halb elliptisch, gegen den Hals plötzlich verengt (bei den 
vorhergehenden Arten ist er halbrund und dadurch von der vor- 
liegenden Art recht verschieden), Halsschild gross, fast länger als breit, 
Flügeldecken elliptisch, schmäler als bei Schiödtei, höchst fein und 
spärlich punktulirt. Schenkel stärker verdickt. Vorderschienen an der 
Spitze nach innen gebogen. Long. 1-8 mm. — Meeralpen. Dem aus- 
gezeichneten französischen Forscher Louis B e d e 1 gewidmet Bedeli ii. sp. 

12* 



92 



Edmund Reitter. 



Kopf nur etwas schmäler als der Halsschild, hinten halbkreisförmig. 
Lebhaft rostroth, glänzend, fein behaart, Fühler dick, die drei vorletzten 
Glieder schwach quer, Halsschild kugelig, kaum länger als breit, Flügel- 
decken elliptisch, kaum zweimal so lang als in der Mitte breit, sehr fein 
und spärlich punktirt, Basis mit zwei kleinen Grübchen. Long. 1*6 mm. 
— Portugal navaricus Saulcy. 

9" (Hinter JE/, haematodes ist einzuschalten:) 

Kleiner als E. haematodes, die Fühler dicker, die drei vorletzten Glieder 
stärker quer, Kopf grösser, Halsschild länger als breit, schmäler, nicht 
breiter als eine Flügeldecke, diese undeutlich punktirt. Long. 1*1 mm. — Insel 
Cephalonia (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, p. 113) . argostolius n. sp. 

10" (Hinter E. DorotJcanus ist einzufügen:) 

Etwas kleiner als E. DorotJcanus, die Fühler sind kürzer und stärker, die 
Mittelglieder sind nicht ganz so lang als breit, die Keule ist breiter, mit 
stärker queren Gliedern, der Kopf ist rund, die Flügeldecken kürzer und 
bauchiger. Long. 1 mm. — Jonische Inseln . . . Marthae n. sp. 

11" (Hinter E. subterraneus ist einzuschalten:) 

Grösser als E. subterraneus, sonst diesem recht ähnlich, Kopf und Halsschild 
sind weniger schmal, die Schienen des hinter der Mitte etwas, die 
vordersten stärker gebogen, Schenkel des cf , namentlich die vordersten, 
stärker verdickt. Long. 2 mm. — Nord-Morea (Deutsch. Ent. Zeitschr. 
1884, p. 54) pravus n. sp. 

Nach dieser Art folgt sogleich: 

Kleiner als E. subterraneus, einfärbig gelbroth, Fühler schlank, das fünfte 
Glied kaum länger als breit, die drei vorletzten Glieder quadratisch, Kopf 
rundlich, Halsschild merklich länger als breit, Flügeldecken kurz elliptisch, 
viel breiter als der Halsschild. Long. 1*2 mm. — Nord-Morea (Deutsch. 
Ent. Zeitschr. 1884, p. 54) Brenskeanus n. sp. 

Anmerkung. Eueonnus conicollis Mötsch, aus Astrachan ist dem hirticornis täuschend 
ähnlich, jedoch von diesem durch den stark konischen Halsschild unterschieden. Der Kopf 
ist nicht schmäler als der Vorderrand des Halsschildes. 

Eumicrus Laporte. 

4" (Die Arten dieser Gruppe sind in nachfolgende Sectionen zu theilen:) 
a. Halsschild vor dem Schildchen mit deutlichem Längskiele. 

Gross, kastanienbraun, dicht und äusserst fein, die Flügeldecken allein lang 
gelblich behaart, Fühler lang, alle Glieder länger als breit, Glied neun 
schmäler als zehn, an der Basis merklich dicker als an der Spitze, Kopf 
rundlich, wenig schmäler als der Halsschild, dieser etwas länger als breit, 
Flügeldecken kurz elliptisch, seitlich bauchig erweitert, kaum sichtbar 



Bestimranngs-Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 



93 



pimktulirt. Long. 3 mm. — Syrien: Haifa, Palästina [Eum. camelus 
Saulcy i. 1.) camelus n. sp. 

h. Halsschild vor dem Schildchen ohne deutlichem Kiele. 
* Körper lang behaart. (Hieher E. Türhi aus Mersina.) 
** Körper kurz, fein behaart. 

Glieder der Fühlerkeule länger als breit; ebenso sind die restlichen Fühler- 
glieder länglich. Gross, braunroth, gleichmässig fein behaart, kaum punktirt, 
Kopf rundlich, kaum schmäler als der Halsschild, dieser länger als breit, 
Flügeldecken kurz elliptisch. Long. 2*8 mm. — Algier Goliath n. sp. 
Glieder der Fühlerkeule nicht länger als breit. 
Halsschild schmäler als die Flügeldecken in der Mitte, sehr fein, Flügel- 
decken viel deutlicher, nicht dicht punktirt. Körper fein behaart. (Hieher 
E. conspicuus.) 

Halsschild quadratisch, mit abgerundeten Winkeln, nicht schmäler als die 
Flügeldecken in der Mitte, Körper gleichmässig ausserordentlich fein 
und gedrängt punktulirt und kurz, höchst fein behaart. Eothbraun, 
Fühler stark, Keule sehr verdickt, Halsschild etwas breiter als lang, Hals- 
schild merklich breiter als der Kopf, Flügeldecken oval. Long. 2 mm. 
— Marocco: Casablanca parmatus n. sp. 

4' (Hinter spartanus ist einzuschalten:) 

Fühler länger, die Keule schmäler, ihre Glieder lang gestreckt. Lebhaft 
roth, sehr glänzend, glatt, sehr spärlich gelb und ziemlich lang (bei dem 
vorigen sehr kurz, anliegend) behaart, Kopf rund, nicht schmäler als der 
Halsschild, dieser länger als breit, Flügeldecken sehr kurz elliptisch, wenig 
breiter als der Halsschild und kaum so lang als Kopf und Halsschild 
zusammengenommen. Beine äusserst lang, die Schienen gerade, gegen 
die Spitze verdickt. Long. 1*5 mm. — Syrien: Haifa arachnipes n, sp. 



Jjeptomastaoß Pirazzoli. 

i" (Statt Taf. V lese Taf. IV.) 
IV (Statt Taf. VI lese Taf. V.) 
6" (Hinter L. grandis ist einzufügen:) 

Flügeldecken an der Basis mit einem, vor der Spitze ohne Borstenhaar; 
Scheibe mit drei tiefen Punktreihen, wovon die zwei inneren streifenartig 
vertieft sind. Drittes bis fünftes Glied der Fühler quadratisch. Halsschild 
ohne Basalpunkte. Long. 2'6 mm. — Corfu (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, 

p. 115) hisetosus n. sp. 

Statt 1" ist zu setzen 1"'. 
Vor 7' ist einzuschalten: 



Edmund Reitter. Bestinimnngs -Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 

Drittes bis achtes Glied der Fühler sehr schwach quer. Kopf dicht und 
feiu, Halsschild schwer sichtbar punktirt, letzterer oft an der Basis mit 
zwei angedeuteten grösseren Punkten, Flügeldecken schmal, lang oval mit 
vier sehr grob punktirten Punktreiheu, wovon die zwei bis drei inneren 
streifenartig vertieft sind; die äussere wie gewöhnlich abgekürzt und 
nach aussen gerichtet. Long. P6— l'Tmm. — Syrien: Haifa 

qiiadristriatus n. sp. 



95 



Floristisehe Beiträge. 

Von 

Anton Heimerl, 

Assistent an der k. Ic. technischen Hochschule in Wien. 

(Mit Tafel IV.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Jänner 1884.) 

I. X Cirsium Kornhuheri nova hybrida 

(pannonico X rivulare). 

Gaulis hypogaeus oblique descendens, radiculis adventivis copiosis, 
omnino non incrassatis, ßiformibus instructus, epigaeus 50— 80cm. altus, 
Simplex vel raro ramo superne instructus, ad medium circiter decrescenti- 
foliatus, superne subaphyllus, inferne angulatus et breviter hirtulus, superne 
tenuiter stridlatus (saepius purpurascens) atque parcius sub capitulo densius 
floccosus. 

Folia ambitu lanceolata, superiora elongato-lanceolata, acuta, in pagina 
superiore laete viridia, in inferiore subpallidiora, trichomatibus rigidulis bre- 
vissimisque utrinque asperulata, ceterum lamina solum in nervis pilosula non 
floccosa in margine autem breviter spinuloso-ciliata, modo subintegra hinc inde 
dentata, modo varie lobata vel piinnatifida; folia basilaria et infima caulis 
in petiolum laminam aequantem vel parum breviorem attenuata, subintegra, 
folia inferiora breviter petiolata (cum petiolo 100— 130 min. : 25 -30 mm.) 
pinnati lobata vel pinnatifida, lobis (vel segmentis) in basin et apicem foliorum 
versus diminutis, 4—7nis utrinque, triangulär i-lanceolatis, acuminatis, inte- 
griusculis vel hinc inde dentatis, media et superiora sessilia, breviter sed 
valde conspicue ad 5— 8mm. decurrentia, obsolete dentata, summa integerrima, 
anguste lineari-lanceolata vix decurrentia supra basin caulem semiamplectentem 
leviter constricta, iis Cirsii pannonici (L. fil.) igitur simillima. 

Capitulum subsolitarium (plerumque capitula abortiva in axillis fo- 
liorum diminutorum superioris caulis inveniuntwr) quoad magnitudinem ea Cirsii 



96 



Anton Heimerl. 



pannonici (L. fil.) aequans; involucrum late ovoideum, basi rotundatum; 
foliolis adpressis ex ovata basi longe acuminatis, antice nec dilatatis neque 
ciliatis, parcissime floccosis, inferne pallidis, superne atro-violaceis, carina sub- 
glutinosa notatis; corollae interne purpureae, tubo 15 mm., limbo 5 mm. longo, 
aequaliter quinque-fido. 

Floret media Junii mensis cum ineunte C. pannonico (L. fil.) et exeunte 
C. rivulare (Jacq.). 

Legi hybridam rarissimam medio Junii 1883 in pratis udis inter Laxen- 
burg et Ächau, ditione Vindobonensi, paucis in speeiminibus inter frequen- 
tissimos parentes: C. pannonicum (L. ß.) et C. rivulare (Jacq.). — Bedi 
nomen honoris causa magistri mei, clarissimi professoris Dr. G. A. Kornhuber. 

Der Stengel des Cirsium Kornhuberi ist zumeist einköpfig, nur selten 
besitzt er über der Mitte einen köpfcbentragenden Seitenzweig, ist unterwärts 
dichter beblättert, von der Mitte an aber fast nackt und mit einzelnen ver- 
kümmerten Köpfchen in den Winkeln der sehr unscheinbaren und reducirten 
obersten Laubblättern versehen. Die Blattgestalt und ganz besonders die Blatt- 
theilung ist ziemlichen Schwankungen unterworfen; während nämlich die un- 
tersten und obersten Laubblätter zumeist ganzrandig angetroffen werden oder 
nur oberflächlich gezähnelt sind, erscheinen die zwischenliegenden Stengelblätter 
theils fiederlappig oder seltener tief gezähnt, so dass an den einzelnen vor- 
liegenden Exemplaren die Blattformen deutlich zwischen den fast ganzen Blättern 
des Cirsium pannonicum (L. fil.) und jenen fiederspaltigen bis fiedertheiligen 
des C. rivulare (Jacq.) die Mitte halten. Mit dieser Mittelstellung stimmt 
sowoJil die angegebene Blüthezeit, als auch der Gesammthabitus der Pflanze, 
wie ein Blick auf die beigegebene Tafel lehrt, gut überein. 

Von Cirsium pannonicum (L. fil.), mit welchem die Hybride der einzel- 
stehenden Köpfchen halber, dann der herablaufenden mittleren Stengelblätter, 
endlich der Form der oberen Laubblätter wegen eine ziemliche Aehnlichkeit 
besitzt, unterscheidet sich dieselbe sofort durch den mangelnden spinnwebigen 
üeberzug der Blattunterseite, durch die relativ breiteren, gezähnten bis fieder- 
lappigen Blätter, durch Blüthezeit etc. Andererseits weicht das Cirsium rivulare 
(Jacq.) durch nicht herablaufende Stengelblätter mit beträchtlich zahlreicheren 
Lappen oder Zähnen, durch noch mehr verschmälerte, stärker zugespitzte obere 
Blätter, endlich durch etwas grössere, zumeist zu dreien beisammen stehende 
Köpfchen deutlich ab; gegenüber den selten vorkommenden einköpfigen Exem- 
plaren des sehr veränderlichen Cirsium rivulare (Jacq.) genügen zur Unter- 
scheidung vom Cirsium Kornhuberi m. ganz besonders die kurz herablaufenden 
Stengelblätter mit ihrer geringen Zahl von Segmenten. 

Noch erübrigt es, jene Merkmale anzuführen, wodurch sich die in Rede 
stehende Hybride von anderen ähnlichen Cirsien und Cimew-Bastarden unter- 
scheidet. So hat das etwa in Betracht kommende Cirsium canum M. B. be- 
kanntlich spindelige, verdickte, zu Reservestoff behältern umgewandelte Adventiv- 



Floristische Beiträge. 



97 



wurzeln, stärker herablaufeude Steugelblätter, endlich unter der Spitze meist 
massig verbreiterte und gewimperte Involucralblättchen, doch ist dieses letztere, 
von Juratzka seinerzeit (Verband], d. k. k. zoolog.-botan. Vereines 1857, p. 120) 
hervorgehobene Merkmal nicht durchgreifend und genugsam constant. Das Cir- 
sium Siegerti Schultz-Bipontinus (cano X rivulare), welches, wie leicht er- 
klärlich, unserem Bastarde nahekommt, unterscheidet sich eben durch die massig 
verdickten Nebenwurzeln und durch (so bei allen verglichenen Exemplaren) 
grössere Zahl der Blattsegmente, durchschnittlich sechs bis neun beiderseits. 
Jene als Abkömmlinge von Cirsium palustre (L.) und C. pannonicum (L. fil.) 
gedeuteten Hybriden, wohin das Cirsium hemipterum Borbäs gehört, haben, wie 
überhaupt alle hybriden Cirsien, an welchen C. palustre (L.) betheiligt ist, weit 
herablaufende, stark dornige Blätter, wodurch eben der Stengel dornig geflügelt 
erscheint, dann zahlreichere, mehr gehäufte und kleinere Köpfchen und sind 
daher sehr leicht vom Cirsium Kornliuberi zu unterscheiden, Schur 's Cirsium 
Pseudopannonicum hat durchaus ungetheilte, beiderseits spinnwebigwollige 
Blätter, kleinere Köpfchen etc. und ist daher, sowie das Cirsium Pseudocanum 
desselben Autors, welches nach Schur 's Beschreibung verdickte Adventiv- 
wurzeln, dann grobgezähnte Blätter besitzt, wohl wesentlich von der in Rede 
stehenden Pflanze verschieden. 

Meinen lieben Freunden Dr. E. v. Haläcsy und M. F. Müll n er, welche 
mir die meisten der angeführten Cirsien in schönen und mannigfaltigen Formen 
zum Vergleiche überliessen, erlaube ich mir wärmstens zu danken. 



II. Coronilla Emerns L. var. austriaca mihi. 

JDiffert a typica: floribus purum minoribus in umbellis 4—7, saepius 
5 — 6 floris et ante fdliorum completam explicationem bene evolutis. 

Floret medio Aprilis mensis provenitque frequentissime in ditione Flu- 
minensi et Tergestina, ubi ipse fruticem pulchre florentem legi; etiam e Dal- 
matia (Spalato), Istria australi (Pola), Sicilia (Panormo) specimina vidi. 

Als ich mit Freund Witting im Frühjahre 1881 in den Umgebungen 
von Fiume botanisirte, fiel uns eine in voller Blüthenentfaltung stehende strauchige 
Coronilla auf, welche freilich in der Mehrzahl der Charaktere mit Coronilla 
Emerus L. übereinkam,, sich aber durch die meist fünf- bis sechsblüthigen 
Dolden und den dadurch bedingten Blüthenreichthum des ganzen Strauches von 
unserer heimischen C. Emerus L, auffallend unterschied. Der anfänglich dieser 
Pflanze, welche ganz den Eindruck einer noch unbeschriebenen Art von Coronilla 
machte, zugetheilte Speciesname „australis" musste in Anbetracht dessen, dass 
schon Grenier-Godron (Flore de France I, p. 496) eine Varietät ß der Coro- 
nilla minima L. als „australis" bezeichneten, aufgegeben werden, und da ausserdem 
zahlreiche Mittelformen unserer Fiumaner Coronilla mit C. Emerus L. typica 

Z. B. Oes. B, XXXIV. Abh. • 13 



98 



Anton Heimerl. 



verbinden, wählte ich den oben angegebenen Namen für die sehr auffallende 
Pflanze. 

Jedenfalls liegt das Hauptkennzeichen in den ziemlich reichblüthigen Dolden 
und in der zeitlichen Blüthenentwicklung bei noch wenig vorgerückten Laub- 
blättern gegenüber der mehr nördlichen Gegenden angehörigen Coronilla Emerns L. 
typica, welche meist zwei-, seltener dreiblüthige Dolden besitzt und dieselben mit 
den Blättern gleichzeitig zur Entwicklung bringt. Wäre nun auch letztere Eigen- 
thümlichkeit wohl leicht aus den klimatischen Verhältnissen des Mediterran- 
gebietes, wo ja die C. Emerns L. var. anstriaca heimisch ist, zu erklären, so 
geht es doch nicht so einfach mit dem ersteren Punkte, das ist der grösseren 
Blüthenzahl ab, und dieses interessante Verhältniss möge in den folgenden Zeilen 
etwas genauer dargelegt werden. 

Coronilla Emerns figurirt zuerst in Linne 's Speeles plantarum, ed. I, 
p. 742 (1753), aber erst in der zweiten Auflage dieses Werkes erhalten wir eine 
genauere Angabe über Blüthenzahl in den einzelnen Dolden, hier heisst es 
nämlich „pedunculis snhtrifloris" ; es scheint nun diese typische Linne 'sehe 
C. Emerns, welche ja in ganz Mittel -Europa verbreitet und meist häufig ist, 
in der westlichen Hälfte der Mediterranzone, das ist in Prankreich und Spanien, 
ebenfalls nur in dieser Form vorzukommen, indem sowohl Grenier-Godron 
(Flore de France I, p. 493) als Willkomm-Lange (Flora Hispanica HI, p. 250) 
nur von zwei- bis dreiblüthigen Dolden sprechen. Mit diesen Angaben stimmt 
auch der Befund an Herbarexemplaren gut überein, indem alle eingesehenen 
Stücke aus Frankreich eben nur zwei- bis dreiblüthige Pedunkeln besassen. 

Anders verhält es sich im östlichen Theile der Mediterranzone; hier wird 
durch unsere ohne Zweifel in Istrien und Dalmatien verbreitete und, wie es scheint, 
an den istrischen Standorten allein, d. i. ohne C. Emerns L. typica vorkom- 
mende var. austriaca der Uebergang zu einer sehr auffallenden Coronilla der 
griechischen Flora bestvermittelt. Es war Boissier der Erste, welcher auf die 
bedeutende Verschiedenheit, welche zwischen der bisher in Griechenland für 
Coronilla Emerns L. gehaltenen Pflanze und der Linnö'schen Art dieses 
Namens existirt, aufmerksam machte und erstere in den Diagnosen Series I, 
Nr. 2, p. 100 (1843) im Vereine mit Spruner als Coronilla emeroides beschrieb. 
Die Hauptunterschiede von Coronilla emeroides Bss. Spr. gegenüber C. Emerns L. 
liegen, wie die Autoren selbst hervorheben, in den fünf- bis achtblüthigen Dolden, 
in den nur zweimal die Kelchröhre übertreffenden Nägeln der Petalen, endlich 
in den längeren, zwischen den Samen nicht oder kaum eingeschnürten Hülsen. 

Gerade dieser in Griechenland verbreiteten Coronilla gegenüber nimmt 
nun unsere C. Emerns L. var. anstriaca eine deutliche Mittelstellung ein, indem 
die vier- bis sechsblüthigen Dolden, sowie die aus folgender kleinen Tabelle 
ersichtlichen Abmessungen der Blüthentheile (wohl zu beachten : der vollkommen 
entwickelten Blüthentheile!) die gegenseitigen Beziehungen aller drei Coronillen 
deutlich hervorgehen lassen, leider aber bei dem Mangel an reifen Früchten 
ein Vergleich nach dieser letzten Richtung hin nicht durchgeführt werden 
könnte. 



Ploristische Beiträge. 



99 



.„ „ _ Coronilla Emerus Coronilla emeroides 
CoroniUa Emerus L. _ 

var. mistriaca m. Boiss. 

Länge des Kelches . . 5—6 mm. 5 mm. 5 mm. 

Länge d. Blüthe, d. i. Abstand 
d. Kelchbasis v. d. aufstei- 
genden Theiled. Schiffchens 20 „ 15—18 „ 15—16 „ 

Länge der Platte der Fahne 

und : Breite 10 : 10 „ 8 5- 10 : 8'5 : 10 mm. 8-5 : 10 „ 

Länge des Nagels der Fahne 10 — 11 „ 8'5 — 9 mm. 7 — 8 „ 

Gesammtlänge d. Schiffchens 18 „ 16 „ 16 » 

Länge d. Nagelsd. Schiffchens 8 „ 8 „ 7'5 „ 
Länge des verbreiterten.läng- 

lichen Theiles der Flügel . 11 „ 11 „ 11 „ 

Länge des Nagels der Flügel 10 „ 9 „ 8 „ 

Länge der Staubfadenröhre . 16 „ 15 » 13 „ 

Man ersieht aus dieser Tabelle überdies die Unrichtigkeit der angeführten 
Angabe, dass sich Coronilla emeroides Bss. Spr, in den Längenverhältnissen der 
Nägel der Blumenblätter zum Kelche von C. Emerus L. unterscheiden Hesse, 
sowie es nun wohl kaum befremden mag, wenn zwischen Coronilla Emerus L. 
var. austriaca m. und C. emeroides Boiss. Spr., die ja auch geographisch sich 
kaum sondern lassen, die deutlichsten Mittelformen existiren (z. B. Pichl er, 
Plantae Graecae : Euhoea, mt. Delphus, mit kleinen, zu vier beisammen stehenden 
Blüthen). 



ni. Neue Pflanzen für Nieder -Oesterreich. 



1. Festuca capillata Lamarck, Flore fran^aise (= Festuca tenuifoUa 
Sibth.) — Diese zierliche Festuca fand ich in mehreren Rasen am Rande der 
Buchenwälder gegenüber dem Stationsgebäude von Rekawinkel (zur linken Seite 
der Bahnanlage, falls man von Wien kommt). Der Standort hier bei Reka- 
winkel verbindet die nördliche und nordwestliche Verbreitungszone dieses 
Schwingels (West- Deutschland, Schlesien) mit den südlichen Vorkommnissen 
(Croatien, Krain, Littorale, Süd-Schweiz). Vergleiche E. Hack el 's Monographie 
p. 85 (1882). (Mai 1882.) 

2. X Salvia ambigua Celakovsky (pratensis X sylvestris), Prodromus 
der Flora von Böhmen p. 353. — Gar nicht selten unter einer Unzahl der 
Stammarten am „Lechnerdamm" zwischen Laxenburg und Münchendorf; die 
Localität eignet sich überhaupt ganz besonders zum Studium unserer hoch- 
interessanten Salbei-Arten, indem nicht nur allerlei Farbenvarietäten daselbst 
anzutreffen sind, sondern auch die gynodynamischen Formen von Sälvia pra- 
tensis L. nicht eben selten daselbst auftreten. (Juni 1883.) 

3. Euphrasia micrantha Reichenbach Excurs. — An mit Calluna, 
Nardus etc. bewachsenen Abhängen längs der Strasse von Schrems nach Gmünd 

13* 



100 



Anton Heimerl. 



im Waldviertel. Vergleiche über die Synonymik dieser Euphrasia A. Kern er, 
Schedae ad floram Austriaco-Hungaricam II, p. 117 (1882). (August 1882.) 

4. Epilohium obscurum Schreber (= E. virgatum Fries). — An 
feuchten Waldrändern nächst Harmannsdorf, dann in Strassengräben bei Karls- 
stift im niederösterreichischen Waldviertel. (August 1882.) 

5. Rosa Gremlii Christ (sub forma Eosae m&i^mosae). VonOborny 
um Znaim beobachtet (vgl. Haläcsy und Braun, Nachträge zur Flora von 
Nieder- Oesterreich p. 245), in einem hochästigen Exemplare beim „Knappendörfel" 
nächst Reichenau. (Juli 1883.) 



Als neue Standorte von zumeist sehr seltenen oder kritischen Arten 
erlaube ich mir noch anzufügen: 

Festuca sylvatica Vill.: Im Walde am Abhänge des Nebelsteins gegen 
Hirschenwies im niederösterreichischen Waldviertel, einzeln. (1000 m. s. m.) 

Carex ericetorum Poll.: Abhänge des Weyerkogels bei St. Egyd am 
Neuwald, häufig. (Circa 600—700 m.) 

X Bumex maritimus L. X pratensis Neilr.: Einige reichästige Exem- 
plare unter den sehr häufigen Stammarten in einem ausgetrockneten Tümpel 
an der Wien-Aspangbahn nächst Maria-Lanzendorf. 

Cirsium heterophyllum (L.) : Wiesen von Karlstift im Wald viertel, trupp- 
weise mit Bumex dlpinus L. 

Carduus Personata (L.): Sehr selten am Plateau des Waldviertels; ich 
traf einige Exemplare an Wiesenrändern bei Harmannschlag. 

Hieracium tridentatum Fries: Gipfel des Nebelsteines im niederöster- 
reichischen Waldviertel. 

Buhns Gremlii Focke: Umgebung von Schrems im Waldviertel. 

Bosa Schottiana Seringe: Sehr vereinzelt am Abhänge des Eisernen 
Thores gegen Soos und Vöslau. 



IV. Varia. 

Ä. Zur Flora des Rottenmanner Tauern in Ober-Steiermark. 

Die nachfolgend aufgeführten Pflanzenvorkommnisse sind die Ergebniss 
einiger botanischer Ausflüge, welche ich während der letzten Tage des Juli 188 
in den Umgebungen von St. Johann am Rottenmanner Tauern unternehme 



Floristische Beiträge. 



101 



konnte. Leider vereitelte das fortwährend regnerische Wetter jede einigermassen 
nennenswerthe alpine Tour, und so musste ich mich, sowie mein lieber Begleiter 
C. Fehlner, darauf beschränken, die Umgebungen von St. Johann (1053m.), 
d. i. Wiesengründe, Bergabhänge etc. zu durchstreifen, ohne jemals die alpine 
Kegion erreichen zu können. Freilich, was die Farbenpracht gerade der Wiesen- 
gründe betrifft, möchte wohl die Schönheit des Anblickes die Einförmigkeit der 
Vegetation ersetzen; Tausende und Tausende von Cirsium heterophyllum (L.), 
Centaurea Pseudophrygia C. A. M., Phyteuma Michelii Bertol., Hieracium 
aurantiacum L., Dianthus Carthusianorum L. schmücken in den gesättigsten 
Farben die Gehänge, an den Rainen stehen purpurblüthige Rosen in vollster 
Entwicklung etc. etc. 

Das Verzeichniss , welches nur solche Arten enthält, die in Maly's 
bekannter Flora von Steiermark (Wien 1868) fehlen oder von beträchtlich 
entfernten Localitäten angeführt sind, mag daher als kleiner Beitrag zur 
Kenntniss der steirischen Flora nicht unwillkommen sein; ein dem Artnamen 
vorgesetztes * bedeutet, dass die betreffende Pflanze in Maly's Werke nicht 
aufgezählt wird. 

*Äsplenium rhaeticum (L.): Im Walde um die „Klacklalm" nächst St. Johann 
(circa 1500 m.). 

Cystopteris montana Link: Häufig in der „Sunk" nächst Hohentauern. 

Asplenium septentrionale L.: Häufig an Schieferfelsen um St. Johann. 

Avena pratensis L. : Vereinzelt an Wiesenrändern nächst St. Johann. 

Festuca rubra L.: Eines der gemeinsten Gräser um St. Johann. 

*Glyceria plicata Fries: Häufig in Strassengräben an der Tauernstrasse von 
Trieben bis St. Johann. 

X Cirsium Juratzkae Reichardt (heterophyllum X pauciflorum) : An der Tauern- 
strasse zwischen Trieben und Ober-Tauern unter den Stammarten, der 
zweite Standort des seltenen Bastardes. 

X * Cirsium affine Tausch (oleraceo X heterophyllum) : Unter den Stammeltern 
bei St. Johann. 

X * Cirsium Scopolianum Schultz -Bip. (Erisithdles X pauciflorum): Nach 
Focke, Pflanzenmischlinge p. 211, bisher nur in Krain gefunden; 
einige Exemplare ebenfalls unter den häufig durcheinander wachsenden 
Stammeltern an der Tauernstrasse zwischen Trieben und Ober-Tauern. 

X '^Cirsium Huteri Hausmann (Erisithdles y^palustre): Am selben Standorte 
mit Cirsium Scopolianum Schultz-Bip. 

Carduus defloratus L.. Kerner (vergleiche Kerner, Schedae ad floram Exsicc. etc. 
II, p. 72): Häufig auf Geröll der Kalkfelsen in der „Sunk". 



102 



Anton Heimerl. 



Carduus acanthoides L.: Keineswegs gemein, nur ein einzelnes, wohl einge- 
schlepptes Exemplar an der Tauernstrasse zwischen Trieben und Ober- 
Tauern beobachtet. 

Tragopogon orientalis L.: In Maly's Flora 1. c. nur von zwei Standorten an- 
geführt, geht einzeln bis St. Johann, 

Hieracium cymosum L.: Auf allen Wiesen um St. Johann. 

X Gdlium decolorans Gren, Godr.: Unzweifelhaft ein Bastard von Galium 
verum L. und Gdlium Mollugo L., zwischen denen es einzeln um 
St. Johann vorkommt. 

^Thymus montanus W. K.: Der gemeinste Thymus auf allen Abhängen, 

grasigen Stellen etc. 
'^Thymus humifusus Bernh.: In prächtigen Käsen auf Kalkfelsblöcken im 

Leitschachthal um St. Johann. 

Myosotis varidbilis Angelis: Nirgends trotz eifrigsten Suchens angetroffen. 

*Pimpinella rubra Hoppe: Am selben Standorte mit Thymus humifusus Bernh. 

^Saxifraga atrorubens Bert.: An kalten Quellbächen der Abhänge des Gries- 
steins zu den Bärenthal-Alpenhütten. 

Thalictrum simplex L.: Wenige Stücke am Strassenrande bei St. Johann. 
Batrachium paucistamineum Tausch.: In kalten Quellbächen ebendaselbst. 
*Banunculus platanifolius L.: Am Ufer der Giessbäche etc. in der „Sunk". 

Sisymhrium Sophia L.: Als Unkraut in einem Gärtchen nächst Ober-Tauern 
beobachtet, fehlt sonst völlig. 

^Dianthus speciosus Reichb.: Häufig auf Wiesen um St. Johann. 
Rosa ferruginea Vill.: Gemein um St. Johann. 
*Bosa glauca Vill. : | 

*Bosa complicata Gren. : / An Rainen nicht selten um St. Johann. 
*Rosa coriifolia Fries: I 

Buhus hirtus W. K.: Steigt längs der Tauernstrasse von Trieben bis zur 
„Sunk" (circa 1000 m.); um St. Johann sah ich nur B. Idaeus L., 
der also nebst wahrscheinlich dort noch aufzufindendem B. saxatilis L. 
den ganzen Bubus -Flov, mithin einen höchst einfachen, darstellt. 

Cytisus supinus L. : Auf Grasplätzen um St. Johann. 

'^'Änthyllis vulgaris {Koch) Kernel : Wie vorige. Vergleiche A. Kern er, Scheda 
etc. etc. 1882, p. 16. 

Vicia glabrescens (Koch): Nur diese Form um St. Johann beobachtet, nich 
die gewöhnliche Vicia villosa L.; vergleiche Verhandl. d. k. k. zoolog. 
botan. Gesellschaft 1882, p. 174. 



Floristische Beitrag« 



103 



B. Zur Flora von Schladming in Ober-Steiermark. 

*Carex Persoonii Sieber: Im ünterthal nächst den Unteren- Stein wenderhütten. 

*Ängelica montana Schleicher: Massenhaft in der Klamm nächst Schladming. 

*Eosa resinosa Sternbg.: Vereinzelt mit H. ferruginea Vill. im ünterthal bei 
Schladming. 

C. Zur Flora des Waldviertels an der niederösterreichisch- 
böhmischen Grenze: 

(N.-Oest. = Nieder-Oesterreich ; S.-B. = Süd-Böhmen.) 

Äira caryophyllea L. : Häufig an sandigen Stellen nächst Gratzen. (S.-B.) 

Juncus squarrosus L. : Im Hfdlocezer Revier zwischen Suchenthal und Georgen- 
thal. (S.-B.) 

Thymus montanus W. K.: Ueberall verbreitet im ganzen Gebiete. 

Galium elongatum Presl: Zwischen Röhricht an Teichen bei Hoheneich nächst 
Gmünd. (N.Oest.) 

SoldaneUa montana Wild.: Im Walde zwischen Georgenthal und dem Rothen 
Moos. (S.-B.) 

Wülemetia stipitata (Jacq.): Wälder um Karlstift. (N.-Oest.) 
Inula Helenium L.: Auf Wiesen bei Harmannsdorf. (N.-Oest.) 
Süene Armeria L. : Auf Holzschlägen im Hfdlocezer Revier zwischen Suchenthal 
und Georgenthal. (S.-B.) 

Sagina saginoides (L.): Abhänge zwischen Heilbrunn und Langstrobnitz. (S.-B.) 
Epilöbium obscurum Schreber: Waldstellen am Rothen Moos nächst Georgen- 
thal. (S.-B.) 

X Epilöbium glanduligerum Knaf. (roseo X montanum): Wüste Stellen in 
Suchenthal. (S.-B.) 

Bosa coriifolia Fries: Bei dem Bahnhofe von Gratzen. (S.-B.) 

Bubus suberectus Andrs.: Im Rothen Moos nächst Gratzen. (S.-B.) 

Rubus fruticosus L. (plicatus W. N.) : Im Walde Bor nächst Georgenthal. (S.-B.) 

Rubus Gremlii Focke: Abhänge von Heilbrunn gegen Langstrobnitz. (S.-B.) 

Rubus hirtus W. K.: Zerstreut im Gebiete, steigt bis auf den Nebelstein- 
gipfel (1000 m.). 



104 



Anton Heimerl. Floristische Beiträge. 



Die unter I., dann zum Theile unter ÜI. (Nr. 1, 2, 5) und ebenso 
unter IV. C. verzeichneten Pflanzenfunde wurden von mir als Theilnehmer 
an den alljährlich von Professor Dr. Kornhuber mit seinen Hörern veran- 
stalteten botanischen Excursionen gemacht; ich erlaube mir hier meinem hoch- 
verehrten Lehrer für die Erlaubniss zur Publication den ergebensten Dank 
abzustatten. 



Erklärung der Tafel IV. 



Von Herrn J. K. Rippel freundlichst entworfen, stellt sie in halber 
natürlicher Grösse (mit Ausnahme des nicht verkleinerten, daneben gezeichneten 
Involucrums) eine Form des Cirsium Kornhuberi m. dar, deren unterste Blätter 
ziemlich tief getheilt, die oberen aber ganz sind, und welche daher die Mittel- 
stellung dieses Cirsiums gut veranschaulicht. 



105 



Trocliohryum 

novum genus Seligeriacearum 

auctoribus 

J. Breidler et 0. Beck. 
(Cum tabula III.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 6. Februar 1884.) 

TroeJiobryum nov. gm, 

Plantae humiles, Seligeriae generis speciebus affinitate proximae. Folia 
e basi brevi laxe areolata, costa jprocurrente longe subulata. Capsula in seta 
crassa, subsphaerica, pachyderma, cöllo brevi indistincto suffulta sicca de- 
pressa, deoperculata subdisciformis vel piano -infundibuliformis. Peristomii 
dentes 16, aequidistantes, hygroscopici, latiusculi, sine linea divisurali. Oper- 
culum coliimellae adnattim, apiciäatum. Calyptra cucullata, 
Trochobryum cavniolicum u. sp. 

Caespites humiles, laxi, fuscescentes. Gaulis e basi subprocumbeyde 
erectus, 2— 3 mm. altus, simplex vel dichotomus, oUgophyllus. Folia inferior a 
parva, late lanceolata, laxe areolata, tenuiter costata; superiora subito accre- 
centia, e basi lanceolata, ovali vel obovata, in apice emarginata, subito in 
i'hulam teretem, laevem, longissimam (ad 6 mm. longam), deflexam, costa pro - 
currente eff'ormatam, producta; lamina laxe areolata, dilute fuscescens, cellulis 
inanibus, inferioribus et intermediis elongatis hexagono-rhomboideis — supe- 
rioribus minoribus, abbreviatis, subhyalinis. Folia perichaetialia summis cau- 
Imis forma similia, basi vaginante ovata, in apice plurimum emarginata vel 
subcordata et ibidem irregidariter crenulato-dentata, costa excurrente raptim 
d longissime flaccido-subulata, areolis luminae tenuioribus, superne hyalinis. 

Flor es monoici; masculus gemmaceus, in ramulo basilari terminalis, 
fuliis perigonialibus externis caulinis similibus, basi concava, duo intimis 
fusco-luteis, cochleariformiter concavatis, breviter acuminatis, tenuiter costatis. 
Äntheridia 6—8, sine paraphysibus. 

Fructus: Vaginula brevis (0 3 — 0'37 mm. longa), basim versus atte- 
tiata, paraphysibus paucis brevibus vel nullis. Seta 3 mm. alta, crassa (diam. 
<J l4—0'16 mm.), e basi curvata arrecta, rufescens, sicca leniter ad sinistram 
torta. Capsula collo brevi indistincto insidens, cum operculo subsphaerico 

Z. B. Ges. B. rXXIV. Abb. 14 



106 



J. Brei dl er und G. Beck. Trochohryum novum genus Sdigeriaceamm. 



(dianu 0'55—0'6 mm.), macrostoma, rufo-brunnea, sicca et deoperculata de- 
pressa, orificio ampliato demum mhdisciformis vel piano -in ftmdibuliformis , 
margine applanato cum peristomio subrevoluto ; cellulae epicarpicae parvae 
(0'018 — 0'03 mm.), hexagono-rotundatae , incrassatae; annulus indestinctus. 
PeriHomii dentes rubiginosi, superne aurantiaci, lati, in apice truncati vel 
irregulariter erosi et pertusi, laeves, octo ad decem articulati, humidi incurvi, 
sicci reflexi. Sporae mojusculae (0 02 — 027 mm. longae), turbidae, fulvae, 
punctulatae. Operculum cölumellae crassae adnatum rarius deciduum, magnum, 
subhemisphaericum, obtuso-apiculatum, in siccitate depressum. Calyptra cu- 
cidlata (0'5 — 0'7 mm. alta), infra fusea, versus apicem nigricans. 

Habitat in saxis calcareis, humidis interdum irrigatis, in fauce 
„Dobliza- Graben^' montis Ulrichsberg, Carnioliae, altit. 500 m. s. m., ubi cl. d. 
ecclesiae curator P. S. Robic majo anni 1882 detexit et societate zoolog.- 
botanico Vindobonensi atque cum fructibus maturis operculatis benevolentissime 
commisit. 



Parvulam haec plantam subulis foliorum longissimis deflexis insignem, 
nullo Selig er iacearum generi facile adjici possumus. Maximam quidem cogna- 
tione7n cum generi „ Seligeria''^ demonstrat, attamen differt Capsula mira hygro- 
scopica membrana crassa formata, quae sporis dispersis ad infundibulum 
planum demum disci forme deprimitur; porro etiam operculo cölumellae adnato, 
collo indistincto, foliorum forma et compositione ab omnibus speciebus adhuc 
notis tam distingui potest, ut nobis aptum esse videtur, genus novum proponere 
eique ob capsulae formam nomen Trochobryum (ex xpo/^b;, rota figlina, „Töpfer- 
scheibe'^ et ßpuov, muscus, „Moos" formatum) imponere. 



Explicatio tabulae III. 

Fig. 1. Plantae secundum naturam. 
„ 2. Eadem cum Capsula juvenili calyptra adhuc tecta (10). 
„ 3. Eadem cum Capsula matura, operculata et gemma mascula <^ (8). 
„ 4. Calyptra capsulae quaedam junioris (40). 

„ 5 — 10. Capsulae: 5. Matura, operculata, sicca (30). 6. Junior (30). 

7. Idem cum operculo arte separato (40). 8. Deoperculata (40). 

9. Idem sicca (40). 10. Cum operculo cölumellae adnato (20). 
„ 11. Sporae (200). 
„ 12. Peristomii dentes (200). 
„ 13. Setae vagina cum paraphysa unica (30). 
„ 14. Planta feminea, archegonia Q gerens (40). 
„ 15. Gemma mascula c^, ad dextram antheridium separatum (40). 
„ 16. Dua folia, antheridia involucrantia (40). 
„ 17. Pars basalis plantae fructiferae (40). 
„ 18. Duae foliorum laminae (70). 
„ 19. Folii subulae apex (70). 

Numerus inclusus indicat amplificationem, microscopicam. 



107 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Lenticellen. 

Von 

Dr. Alexander Zahlbruckner. 

(Vorgelegt iu der Versammlung am 6. Februar 1884.) 

Die Lenticellen bildeten iu neuerer Zeit häufig den Gegenstand wissen- 
schaftlicher Untersuchung. Dank letzteren sind die morphologischen und ent- 
wickluugsgeschichtlicheu Verhältnisse ziemlich ins Klare gestellt; hingegen weisen 
die physiologischen Beziehungen dieser Gebilde noch so manche Lücke auf. Es 
lag daher hauptsächlich in meiner Absicht, die physiologischen Verhältnisse der 
Lenticellen zu prüfen; nebenbei verfolgte ich auch den anatomischen Bau der 
Rindenporen und gelangte dabei zu einigen Daten, die geeignet erscheinen, 
zweifelhafte Angaben aufzuklären. 

Diese Untersuchungen wurden im Wintersemester 1881/82 und im Sommer- 
.-'■mester 1882 ausgeführt; die zusammengestellten Eesultate reichte ich als 
Doctoratsdissertation ein. Erst im Wintersemester 1883/84 konnte ich mich 
daran machen, die Ergebnisse zu publiciren. Inzwischen erschien eine Arbeit 
von H. Klebahn') über denselben Gegenstand, deren Ergebnisse in mancher 
Beziehung mit den Resultaten meiner Forschungen übereinstimmten ; dieser Um- 
stand Hess eine neuerliche Reduction meiner Arbeit nöthig erscheinen. 

Zur Ausführung gelangten diese Untersuchungen im pflanzeuphysio- 
logischen Institute zu Wien ; ich erlaube mir an dieser Stelle dem Director 
desselben, meinem hochgeschätzten Lehrer Herrn Prof. Wiesner, für seinen 
gütigen Beistand bei der Durchführung dieser Arbeit meinen innigsten Dank 
auszusprechen. 

1. Beiträge zur Physiologie der Lenticellen. 

1. Ueber den angeblichen Verschluss der Lenticellen im Winter. 

Obwohl Stahl 2) selbst im Winter durch die Lenticellen einiger Pflanzen 
in ganz geringer Quantität Luft pressen konnte, stellt er doch den Satz auf: 
im Winter seien die Lenticellen geschlossen, im Sommer dagegen geöffnet. Nun 

H. Elebahn: „Ueber die Structur und die Function der Lenticellen, sowie über den 
Ersatz derselben bei einigen lenticellenfreien Holzgewächben." Berichte der deutschen botan. 
Geeellöchaft, I. Jahrg., 3. Heft, p. 113—121. 

*) Stahl: „Entwicklungsgeschichte und Anatomie der Lenticellen." Botan. Zeitung 1873. 

14*- 



108 



Dr. Alexander Zahlbruckner. 



wurde aber von Wiesner') gefunden, dass die Lenticelleu von Samhucus im 
Winter für Luft durchgängig sind. Eine nähere Untersuchung der Frage, ob 
die Lenticellen im Winter wirklich geschlossen seien, war es, was ich mir in 
erster Linie als Aufgabe stellte. 

Stahl nahm zu seinen Untersuchungen über den Verschluss der Lenti- 
cellen eine U-förmig gebogene Glasröhre mit ungleich langen Schenkeln; in dem 
kürzeren derselben wird der Spross mit seinem unteren Ende luftdicht ein- 
geschlossen, der obere Querschnitt des Zweigstückes ist verkittet; darauf bringt 
man die U-Eöhre in ein grösseres mit Wasser gefülltes Glasgefäss und schüttet 
in den längeren Schenkel Quecksilber. Die nun in der Rohre zusammengepresste 
Luft dringt in den Spross und tritt durch die Lenticellen als an den Stellen 
des geringsten Widerstandes in Form von Bläschen in das Wasser. Diese Methode 
genügt in der That zum Nachweis der Durchlässigkeit der Lenticellen für Luft 
im Sommer, sie weist jedoch jeder feineren Beobachtung hemmend entgegen- 
tretende Hindernisse auf. Zweifach sind die Mängel: einmal ist der Ueberdruck 
zu gross, und es bleibt immerhin fraglich, ob in Folge desselben nicht feine Risse 
stattfinden, z. B. in der zartwandigen Verjüngungsschichte; ein zweiter Nach- 
theil liegt in dem Umstände, dass der zu untersuchende Spross unter Wasser 
getaucht dem Experimente ausgesetzt wird, wodurch einerseits die Füllzellmasse 
aufquillt und ein neues Hinderniss für den durchtretenden Luftstrom bildet 
(siehe Abschnitt 3), andererseits sehr kleine, vom Wasser rasch absorbirte Luft- 
quantitäten auf diese Weise selbstverständlich nicht nachgewiesen werden können. 

Die Unzulänglichkeit dieser Methode machte mich darauf bedacht, auf 
eine andere Art die Untersuchung in Angriff zu nehmen. Am nächsten lag die 
von Wiesner angegebene Methode, nach welcher die Durchlässigkeit des 
Periderms für Luft geprüft wurde. An einer 30—40 cm. langen Glasröhre ist 
seitlich, nahe dem oberen Ende, ein wagrecht abstehender kürzerer Schenkel 
angebracht, so dass beide in offener Commuuication stehen. Das obere Ende 
des längeren Schenkels dient zur luftdichten Einschliessung des Zweigstückes 
mit seinem unteren Ende (der obere Querschnitt des Sprosses ist verkittet) ; 
der kürzere Schenkel wird mit einer durch einen Quetschhahn absperrbaren 
Kautschukröhre versehen und ist das Hilfsmittel, in den längeren Schenkel 
eine Quecksilbersäule aufzusaugen. Es ist klar, dass bei sonstigem genauen 
Verschluss und Integrität der Rinde des Zweigstückes die Quecksilbersäule in 
dem Falle, als die Lenticellen geschlossen sind, ihre ursprüngliche Höhe be- 
hauptet. Das Sinken der Quecksilbersäule bei geöffneten Lenticelleu wurde 
durch eine an der Röhre selbst mit Tusch bezeichnete Millimeterscala genau 
verfolgt. Ich muss noch bemerken, dass wegen des geringen Lumens der 
Röhre (3 mm.) die Temperatur in die Rechnung hineinbezogen wurde. Die Ver- 
suche nach dieser Methode führte ich im Winter, und zwar in den Monaten 
December, Jänner und Februar. 



1) Wiesner: „Versuche über den Ausgleich des Gasdruckes in den Geweben der Pflanzen." 
LXXIX. Bd. der Sitzungeber. der kaiserl. Akad. der Wisseasch., I. Abth., April-Heft, Jahrg. 1879. 



Neue Beiträge zur KeuutüibK der Leuticellen. 



109 



Die Reihe der Versuche begann ich mit Sambucus, bei welchem ein Aus- 
treten von Luft im Winter schon beobachtet wurde. Zweigstücke, deren Periderm 
von zehn grossen Lenticellen unterbrochen war, zeigten bei einer ursprüng- 
lichen Höhe des Quecksilbers von 280 mm. ein Sinken von 7 mm. innerhalb 
zwei Stunden (als Durchschnittssumme einer Reihe von Experimenten). Diese 
Menge der durchgepressten Luft, obwohl nicht gering, verschwindet gegenüber 
denjenigen Luftquantitäten, welche durch die Lenticellen von Corylus AveUana 
und Syringa vulgaris gepresst werden konnten ; bei ersterer fiel das Quecksilber 
in zehn Minuten um 7 mm., bei letzteren in derselben Zeit um 5 mm.; die 
benützten Sprosse waren 10 cm. lang und reichlich mit kleinen Rindenporen 
bedeckt. Die beinahe doppelte Zeit zum Sinken des Quecksilbers um 5 mm. 
brauchte Cohitea arhorescens. Ein sehr rasches, mit dem freien Auge verfolg- 
bares Sinken zeigten Zweigstücke von Acer Negundo, Populus-, Salix-Avten 
und vornehmlich Ampelopsis. Die Lenticellen der bisher genannten Holzpflanzen 
gehörten alle dem zweiten Tyi)us (nach Stahl) an, das heisst sie besitzen lockere 
Füllzellen ohne Zwischenstreifen ; sie alle waren für Luft leicht passirbar. Weniger 
constant in ihrem diesbezügliclicn Verhalten erwiesen sich die Lenticellen mit 
Z wischeustreifen. Sehr wenig Luft konnte durch die Lenticellen von Aescuhis Hippo- 
castamim und Cercis Siliquastrum gepresst werden. Bei der Rosskastanie konnte 
ich, trotz der vielen und grossen Lenticellen, nur einen Maximalwerth von 3 mm. im 
Sinken des Quecksilbers nach vieruudzwanzig Stunden coustatiren ; die zum Versuche 
benützten Sprosse waren 15 mm. lang, die ursprüngliche Höhe des Quecksilbers hier 
wie auch bei den folgenden Versuchen 180 mm. Die Sprosse von Cercis, 20 mm. 
lang, reichlich mit Lenticellen bedeckt, zeigten ein lebhafteres Sinken, 2—3 mm. 
innerhalb acht Stunden. Das äusserste Extrem in ihrem Verhalten fand ich bei 
Bobinia Pseiidacacia; trotz der mit mehrfachen Zwischen streifen ausgestatteten 
Lenticellen war das Sinken der Quecksilbersäule mit freiem Auge verfolgbar. 

Die ausgeführte Versuchsreihe belehrt uns über das Verhalten der Len- 
ticellen im Winter und drängt uns zur Ansicht, dass die Lenticellen auch zur 
Zeit der Ruheperiode für Luft passirbar sind. Zur Zeit der Ausführung dieser 
Versuche schien mir das Austreten der Luft durch die Zvvischenstreifen uner- 
klärlich, da ich dieselben als lückenlose, korkähnliche Gewebe annahm; Auf- 
klärung über diesen Punkt brachte mir die erwähnte Arbeit Klebahn 's, dem es 
bei starker Vergrösserung an mit besonderen Vorsichtsmassregeln hergestellten 
Querschnitten gelaug, das Vorhandensein vonintercellularkanälen in den Zwischen- 
streifen nachzuweisen. Fraglich bleibt es noch immerhin, wie die Luft durch das 
unter dem Füllzollgewebe lagernde Meristem dringt, für welches das Vorhandensein 
von lutercellularen bis jetzt noch nicht nachgewiesen werden konnte. 

A?. Das Oeff'nen der Lenticellen im Frühlinge. 

Die Lenticellen sind im Winter nicht total verschlossen; damit will aber 
nicht gesagt sein, dass das Verhalten der Rindenporen im Winter und im 
Sommer dasselbe sei. Gelingt es im Sommer nach der Stahl 'sehen Methode 



110 



Dr. Alexander Zahlbruckuer. 



durch eine relativ niedere Quecksilbersäule ganze Ströme von Luftbläschen 
durch die Lenticellen zu jagen, so trilft im Winter diese Erscheinung nicht ein, 
man sieht im günstigsten Falle nur einzelne Luftbläschen nach längerem oder 
kürzerem Anhaften an den Lenticellen sich ablösen und an die Oberfläche des 
Wassers steigen. Es schien mir nicht unwichtig, die Lösung der Frage zu ver- 
suchen, wann eigentlich ein völliges GeöfFnetsein (der Sommerzustand gegenüber 
dem Winterzustande der Lenticellen) eintritt. Zur Erreichung dieses Zweckes 
genügt das Verfahren nach der Stahl'schen Methode. 

Begonnen wurden diese Versuche im Monate März mit einem Zweigstücke 
von Aesculus Hippocastanum, welcher Baum wegen seiner frühen Belaubung 
und wegen der raschen Entwicklung der Blätter dazu besonders geeignet erschien. 
Zum ersten Versuche benützte ich Sprosse, welche eben nur die ersten Spuren 
der beginnenden Belaubung zeigten; die fünf Abschnitte des bandförmigen 
Blattes, obwohl noch gefaltet und zurückgeschlagen, traten schon zur Knospe 
heraus. In diesem Entwicklungsstadium erwiesen sich die Lenticellen bei einem 
Ueberdrucke von 115 mm. noch als im Winterzustande befindlich. Nun wurde 
der zum Versuche beuützte Spross im Wasser cultivirt, bis die Blätter sich 
bandförmig flach ausbreiteten und die einzelnen Abschnitte derselben eine Länge 
von 4 cm. erreichten ; zugleich waren die Blattstiele zu einer Länge von 3 cm. 
gewachsen. Bei einer Höhe der Quecksilbersäule von 115 mm. zeigten sich von 
siebenundvierzig Lenticellen des Zweigstückes drei derselben nach der Stahl'schen 
Methode als geöff'net; eine Rindenpore Hess einen mächtigen Luftstrom, die zwei 
übrigen nur einzelne Luftbläschen austreten. Durch fernere Cultur im Wasser 
wurde noch die junge Blüthentraube zur Entwicklung gebracht; währenddem 
erreichten die Blattabschnitte eine Läuge von 6 — 7 cm. und an den jungen Blatt- 
stielen traten in Form von weissen, etwas in die Länge gestreckten Flecken, 
Neubildungen von Lenticellen auf. Die Anzahl der für Luft passirbaren Len- 
ticellen war nunmehr erheblich gestiegen, von der Gesammtzahl derselben (sieben- 
undvierzig) erschienen zweiunddreissig als geöffnet. In diesem Entwicklungszustande 
war die überwiegende Mehrzahl der Lenticellen total geöffnet; dieselben konnten 
mithin ihre Function, die Durchlüftung der inneren Gewebe des Sprosses, besorgen. 

In einer zweiten Versuchsreihe benützte ich die Sprosse von Ulmus effusa. 
Die Ulme entwickelt bekanntlich vor ihren Blättern die Blüthen; gleich nach 
dem Aufblühen derselben wurde der erste Versuch vorgenommen; von den 
achtzehn Lenticellen des Sprosses war bei einem Ueberdrucke von 115 mm. noch 
keine einzige geöffnet. In einem weiteren Entwicklungsstadium, nachdem die 
Blätter zu einer Länge von 3 cm. herangewachsen waren, gelang es bei dem 
selben Ueberdrucke, zwei Lenticellen als geöffnet zu beobachten. Bei eine 
Länge der Blätter von 6 cm. ergab ein Versuch, dass von dreizehn Lenticelle 
neun geöffnet waren (Ueberdruck 115 mm.); das sind nahezu siebzig Procen 
der Gesammtanzahl; die Summe ist beinahe identisch mit derjenigen, welch 
man im Sommer für die Anzahl der geöffneten Lenticellen erhält.^) 

>) Ich muss bemerken, dass sich selbst im Sommer eine bestimmte Anzahl von Lenticelle 
vorfindet, die den Luftstrom nicht paasireu lassen. 



Nene Reiträfi^e zur Kprintnis« der LenticpUen. 



III 



Bei Sambucus und Gleditschia fand ich, dass die Lenticelleu beim Heraus- 
treten der jungen Blätter aus der Knospe nicht mehr Luft durchtreten Hessen 
als im Winter; erst mit der fortschreitenden Entwicklung der Blätter öffnen sich 
die Lenticellen in rascher Folge. Dieselbe Erscheinung zeigten auch die Triebe 
von Syringa vulgaris. 

Es müssen die Angaben über das Oeffnen der Lenticellen im Frühlinge, 
wie die Versuchsreihe lehrt, geändert werden; namentlich diejenige G. Haber- 
landt's, ') der ein Verschlossensein der Kindenporen selbst noch in der ersten 
Hälfte Juni annimmt. Obwohl nun bei den von mir mit Aesculus und Ulmus 
ausgefübrten Versuchen die Belaubuug des Sprosses durch die Cultur im Zimmer 
beschleunigt wurde, treten doch die Entwicklungsstadien, welche geöffnete Len- 
ticellen zeigen, früher auf, als Haberlandt angibt. Zur ersten Belaubung, 
eventuell zu der den Blättern voranschreitenden Blütheubildung ist ein Geöff- 
netsein der Lenticellen nicht nöthig; doch kann es als Regel gelten, dass die 
Mehrzahl der Bindenporeu total geöffnet ist, bevor die Blätter ihre vollständige 
Ausbildung erreicht haben. Der Uebergang vom Winterzustande zum Sommer- 
zustande ist ein successiver. 

5. Durchlässigkeit benetzter Lenticellen. 

Es wurde in den vorangehenden Zeilen des Umstandes Erwähnung gethan, 
dass bei den Versuchen über die Durchlässigkeit der Luft durch Lenticellen nach 
der Stahl 'sehen Methode die Ergebnisse in Folge der Quellbarkeit der Füllzell- 
substanz getrübt werden, üm die Differenz zu ermitteln, welche sich für die 
durch benetzte und trockene Lenticellen gepresste Luftmenge ergibt, wurde eine 
neue Versuchsreihe in Angi-iff genommen. Das Hilfsmittel dieser Experimente 
war eine einfache, gerade, 30 cm. lange Glasröhre mit genauer Calibrirung. Das 
obere Ende dieser Röhre dient zur luftdichten Einpassung des unteren Quer- 
schnittes des zu untersuchenden Zweigstückes. Der obere Querschnitt des 
Sprosses ist verklebt, so, dass atmosphärische Luft nur durch die Lenticellen 
in die inneren Gewebe einzudringen vermag. Nun wird die Röhre entweder bis 
zum Spross, oder selbst der letztere in ein grösseres Gefäss mit Wasser getaucht, 
wodurch auf die jetzt in der Glasröhre zusammengepresste Luft ein doppelter 
Druck ausgeübt wird: der auf der Oberfläche des Wassers lastende Luftdruck 
einerseits, andererseits der Auftrieb des Wassers. Ein Steigen des Wassers in 
der Glasröhre wird mithin, bei genauer Einpassung und Verkittung des Sprosses, 
gleichbedeutend sein mit der Durchlässigkeit der Lenticellen für Luft. Die 
während des Versuches in die Röhre eingetretene Wassermenge kann durch eine 
doppelte Messung mittelst einer hinter dem grossen Glasgefässe gehaltenen 
Millimeterscala leicht durchgeführt werden; die erste Messung stellt die Höhe 
der Wassersäule fest, welche beim Beginne des Versuches in die Röhre eindringt, 



») Haberlandt G.: „Beiträge zur Kenntniss der Lenticellen." Sitzungsber. der kaiserl. 
Akad. der Wissensch, in Wien, LXXII. Bd , Jahrg. 1875, Juli-Heft. 



112 



Dr. Alexander Zahlbruckner. 



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Nene Beiträge zur Kenntniss der Lenticellen. 



113 



lie zweite Messung nach dem Verlaufe einer bestimmten Zeit ergibt dann die 
Zunahme an Wasser. Mit letzterem Factor und dem Durchmesser der verwen- 
deten Röhre (dieser betrug 4 mm.) lässt sich der Kubikinhalt der durchgepressten 
Luft berechnen. 

Indem ich die Resultate dieser Versuchsreihe in tabellarischer Zusammen- 
stellung folgen lasse, muss ich bemerken, dass die Experimente mit völlig 
ireöffneten Lenticellen in den Monaten Mai, Juni und Juli ausgeführt wurden. 

Schliesslich sei noch ein in der Tabelle nicht erwähntes Experiment her- 
vorgehoben, welches die entstandene Differenz der Luftmengen recht deutlich 
zur Anschauung bringt. Ein 28 mm. langer Spross von Amxjelopsis hederacea, 
mit fünfzehn grossen Lenticellen bedeckt, wurde Anfangs Mai als Versuchs- 
"bject benützt. Innerhalb einer Stunde stieg das Wasser in der Glasröhre bei 
rockenen Lenticellen um 227 mm., während es bei untergetauchtem Sprosse 
fünf Stunden währte, bis das Wasser in der Röhre dieselbe Höhe einnahm. 

Die in der Tabelle niedergelegten Angaben werden vielleicht genügen, 
■ine Eigenthümlichkeit der Füllzellen, welche bis jetzt einer genaueren Unter- 
iichung nicht unterworfen wurde, näher zu beleuchten. Es ergibt sich daraus 
das Resultat, dass benetzte Lenticellen für Luft in einem viel geringeren Grade 
passirbar sind. Der Grund dieser Erscheinung liegt offenbar in der Quellbarkeit 
der Füllzellmasse, obwohl andererseits auch der Umstand, dass in die Inter- 
cellularräume der Füllzellen Wasser tritt, zum verminderten Luftdurchtritte 
einigermassen beitragen dürfte. Diese Eigenthümlichkeit unterstützt vielleicht 
ferner auch die Ansicht, dass die Lenticellen, je nach der in der Atmosphäre 
enthaltenen Feuchtigkeitsraenge mehr minder aufgequollen, der Durchlüftung 
der inneren Gewebe des Stammes fördernd oder hemmend zur Seite stehen, 
also gewissermassen als Regulatoren functioniren. 

4. Die Verbindung der Lenticellen mit den Gasräumen der inneren Gewebe 

des Stammes. 

Dass die Lenticellen dem Gasaustausche dienen, ist schon von Haies') 
constatirt worden. In neuerer Zeit hat G. Haberia ndt^) auch den directen 
Nachweis geliefert, dass diese Organe die Vermittler der Transpiration an den 
peridermbesitzenden Pflanzentheilen sind. Für die nachfolgenden Beobachtungen 
dürfte es am zweckmässigsten sein, an den von Haies gemachten Versuch an- 
zuschliessen. Haies befestigte in dem Tubus eines Recipienten den zu unter- 
suchenden Spross derart, dass die eine, und zwar die obere, am Querschnitte 
verkittete Hälfte desselben mit der Atmosphäre communicirt; der untere Theil 
lagegen ragt mit seiner Schnittfläche in ein mit Wasser gefülltes Gefäss im 
liecipienten selbst. Wurde nun die Luftpumpe in Gang gesetzt, so drang die 
äussere Luft in die Lenticellen und trat am unteren Querschnitte in Form von 



») Haies: „Statik der Gewächse", übersetzt von Wo 11 f. Halle 1748, p. 91—93. 
*) Siehe Anmerkung p. III. 
Z. B. GeH. B. XXXIV. Abh. 15 



114 



Dr. AlexanderfZahlbruckner. 



Bläschen ins Wasser heraus, und zwar wie Haies sagt: „Die Luft, die nicht 
anders als zwischen z und n (das heisst am Zweige oberhalb des Reeipienten) 
eindringen konnte und hernach in das Wasser ging, nicht allein aus des Stockes 
Ende oder Abschnitt durch die Rinde oder durch die der Rinde nächsten 
Theilchen hervorkam, sondern aus der ganzen inwendigen Substanz des Holzes 
und sogar aus des Holzes grössten Gefässen." Soweit Haies. Sachs bestätigt 
in seinem „Handbuche der Experimental-Physiologie der Pflanzen" p. 252 diese 
Ergebnisse und fügt hinzu, „dass die feinen Rindenspalten nicht nur mit den 
Intercellularräumen der Rinde, sondern auch mit dem Holze communiciren". 
HöhneP) tritt dieser Ansicht nicht bei, behauptet vielmehr, dass die durch 
die Lenticellen oberhalb des Reeipienten eintretende Luft nur durch den Quer- 
schnitt der Rinde, nie aber durch das Holz oder durch die Gefässe herausdringen 
könne; was an Luft durch die Gefässe heraustritt, sei nur die in den Gefässen 
enthaltene, nicht aber in Folge des Pumpens sich neuerdings ergänzende Luft. 
Diese sich widersprechenden Angaben konnten bei einer Untersuchung der physio- 
logischen Beziehungen der Lenticellen nicht unberücksichtigt bleiben. 

Die von mir häufig wiederholten Hai es 'sehen Versuche führten immer 
zu denselben Resultaten, die Haies angibt. Um noch genauer den Sachverhalt 
feststellen zu können, modificirte ich den Versuch in folgender Weise: Es wurde 
eine Entrindung des unteren im Wasser befindlichen Endes des Zweigstückes 
vorgenommen, und zwar in einer Höhe von 3 — 5 mm., wodurch Rinde und Holz 
getrennt einer genauen Untersuchung unterworfen werden konnte. War es nur 
die Rinde, deren Gasräume mit den Lenticellen in Verbindung stehen, so musste 
das Ausströmen von Luftbläschen am Querschnitte des Holzes bald unterbrochen 
werden. Diese Erscheinung traf aber nicht ein, es zeigte sich selbst nach lange 
andauerndem Pumpen (bis eine Stunde) ein Ausströmen von Luftbläschen in 
gleichen Mengen an beiden Querschnitten; dadurch ist aber die Möglichkeit aus- 
geschlossen, dass nur die in den Gefässen vorhandene und nicht neu eingetretene 
Luft ausgepumpt wird. Ein lebhaftes und fortdauerndes Ausströmen von Luft- 
bläschen aus dem Holzkörper zeigten auch diejenigen Sprosse, bei denen der 
Querschnitt der Rinde verkittet war. Es ist keinesfalls zu verschweigen, dass 
das Beobachten des Luftaustrittes an den Querschnitten bei diesen Versuchen 
durch die doppelte Glaswandung erschwert wird; diesem Uebelstande trachtete 
ich durch eine neue Modification des Hai es 'sehen Versuches zu begegnen. Das 
Wesen dieser Modification bestand darin, dass statt Luft Kohlensäure durch den 
Spross gepresst und in Kalkwasser aufgefangen wurde; die Trübung des Kalk 
Wassers verräth das Eintreten von Kohlensäure. Unter den Reeipienten stellte 
ich zwei gleiche Gefässe mit Kalkwasser; in das eine ragt das untere Ende de 
zu untersuchenden Zweigstückes, das andere dient zur Controle, wie viel de 
Trübung auf Kosten der im Reeipienten vorhandenen Luft sich einstellt. Mi 
Zweigstücken von Samhucus und Ampelopsis unternahm ich eine Reihe vo 



Höhnel: „Beiträge zur Kenntniss der Luft- und Saftbewegungen in den Pflanzen. 
Jahresberichte für wissenschaftliche Botanik von Pringsheim, XII. Bd., Jahrg. 1879—1881, p. 57— «1 



Neue Beiträge zur Kenutniss der Lenticellen. 



115 



Versuchen, bei welchen noch die Vorsicht gebraucht wurde, den unter dem 
Recipienten befindlichen Theil des Sprosses gänzlich zu entrinden, damit nicht, 
wie Höliuel sagt, die Luft durch die Lenticellen unterhalb des Recipienten 
entweiche. Wie viel auch der Versuche nach dieser Methode ausgeführt wurden, 
immer stellte sich eine starke Trübung ein, eine Trübung, welche unmöglich 
Ulf die in den Holzgefässen vorhandene Luft und deren Kohlensäure zurück- 
geführt werden kann. Diese Ansicht wird durch eine einfache Annahme erhärtet; 
denn bestände selbst der ganze Holzkörper des untersuchten Sprosses nur aus 
Luft (der Kubikinhalt derselben dürfte bei der Grösse der verwendeten Zweig- 
stücke höchstens vier Kubikcentimeter betragen), so würde die darin enthaltene 
Kohlensäure von einigen Milligrammen nicht genügen, die intensive Trübung 
hervorzurufen, die sich in der That einstellt. Die starke Trübung lässt sich 
nur so erklären, dass die Kohlensäure in die Lenticellen, und zwar sowohl in 
die Rinde wie auch in den Holzkörper drang. Ich glaube die Hai es 'sehen 
Angaben durch diese Versuche bestätigen und festhalten zu dürfen an einem 
Zusammenhange mit den Intercellularräumen des Holzes einerseits und mit der 
durch die Lenticellen eingetretenen Luft andererseits; jedenfalls sind die Len- 
ticellen für die Durchlüftung des Holzkörpers von grosser Bedeutung. Ich 
weise schliesslich noch auf die Resultate der Kleb ahn 'sehen Untersuchung, 
der an lenticellenfreien Zweigen andere, die Durchlüftung des Holzes bezweckende 
Einrichtungen gefunden hat. 



II. Beiträge zur Anatomie der Lenticellen. 

Bei der anatomischen Untersuchung zahlreicher Holzgewächse fand ich 
zwei Fälle mit abnormer Füllzellbildung der Lenticellen. 

1. Uhus Coriaria. 

Stahl sondert bekanntlich die Lenticellen in zwei Typen; dieser Ein- 
theilung nach gehören die Lenticellen von Uhus Coriaria dem zweiten Typus 
an, das heisst sie besitzen ein in dichterem Verbände befindliches Füllzell- 
gewebe ohne Zwischenstreifen. Die Zweigstücke dieses Strauches sind dicht mjt 
Lenticellen bedeckt und zeigen in ihrem äusseren Habitus Aehnlichkeit mit den 
Zweigen von Evonymus verrucosus. Der anatomische Bau der Lenticellen ist 
der folgende: Auf die aus zartwandigen Zellen bestehende Verjüngungsschichte 
folgt die aus ersterer durch centripetale Theilung hervorgegangene Füllzell- 
masse, deren einzelne Elemente innig mit einander verbunden sind und durch 
das wellige Aussehen ihrer Wände ganz das Gepräge eines Korkgewebes tragen. 
Dieser Fall lässt sich als äusserstes Extrem des zweiten Typus der Lenticellen 
hinstellen, und man könnte sie beinahe als Korkwucherungen ansehen, wozu 
auch die chemische Zusammensetzung ihrer Wandung beiträgt, hätten sie nicht 
die physiologische Function der Lenticellen. 

15* 



116 Dr. Alex. Zahlbruckne r. Neue Beiträge zur Keuntuiss der Lenticellen. 



2. Evonymus verrucosus. 

In diesem Falle ist die Füllzellsubstairz durch zweierlei Formeleiiieute 
charakterisirt; die Hauptmasse der Füllzelleii gehört korkähiilicheu, dicht ver- 
buudeueii Zellen an, welche die obere Lage einnehmen, dagegen lagern un- 
mittelbar auf dem Meristem kugelige, isodiametrische Zellen mit stark verdickter 
Membran, welche von mit den Nachbarzellen correspondirenden einfachen Poren 
durchsetzt ist, also ihrem Baue nach sklerenchymatische Zellen. Chemische 
Eeactionen lassen die Wände dieser letzteren Formelemente als verholzt erkennen. 

Die Angabe Stahl's, dass die Füllzellwandungen verkorkt seien, wurde 
von E. de Bary^) in Zweifel gezogen, doch genauere Untersuchungen stellte 
man darüber nicht an. Die Hauptschwierigkeit für die Lösung dieser Frage 
liegt in dem Nachweise der verkorkten Membran durch chemische Reagentien. 
Erst in neuerer Zeit gelang es Höhnel,^) sichere Methoden zum Nachweise der 
Korksubstanz in den Zellwänden anzugeben. Von den drei Reactionen ist leider 
für die Untersuchung der Füllzellen nur diejenige mit Kalilauge anzuwenden; 
sie besteht in einem Kochen des zu untersuchenden Schnittes mit Kalilauge, in 
Folge dessen die Korklamelle eine gelbe Färbung annimmt; bei fortgesetztem 
Kochen quillt die Korklamelle mehr oder minder auf und es zeigt min- 
destens eine Lamelle eine feingekörnelte oder gestrichelte Structur. Auf diese 
Reaction untersuchte ich Füllzellen einer Reihe der verschiedensten Pflanzen; 
das Verhalten derselben war sehr mannigfach; mit Ausnahme zweier Fälle trat 
die Reaction nur schwach oder gar nicht auf, die feingekörnelte Structur konnte 
mit Sicherheit nur bei Rhus Coriaria und Evonymus japonicus nachgewiesen 
werden. Zu demselben Resultate führten Versuche mit den beiden von Wiesuer 
angegebenen Reactionen auf Holzsubstanz; auf die meisten Füllzellen wirken 
die Reagentien nicht ein, in einzelnen Fällen, wie bei Aesculus, Mobinia und 
Gleditschia, tritt in Folge der Einwirkung von Pbloroglurin und Salzsäure 
eine schwache Rothfärbung ein. Stark verholzt sind nur die sklerenchymatischen 
Elemente der Füllzellsubstanz von Evonymus japonicus. Eine allgemeine Ver- 
korkung der Füllzellen lässt sich eben so wenig nachweisen wie eine allgemeine 
Verholzung; wahrscheinlich ist, dass die ursprünglich aus reiner Cellulose ge- 
bildeten Wandungen der Füllzellen im Laufe ihrer Entwicklung sowohl Kork- 
wie auch Holzsubstanz aufnehmen; möglicherweise treten hiezu noch andere 
chemische Verbindungen, deren Natur bis jetzt noch unbekannt ist. 



^) W. Hof meister't) „Handbucb der pliysiologiHchen Botanik". „Vergleichende Anatomie 
der Vegetationsorgane" von Dr. A. de Bary, p. 577. 

Höhnerl: „Ueber Kork und verkorkte Gewebe." Aus dem LXXVI. Bande der Sitzungsber 
der kaiscrl. Akad. der Wifisensch. in Wien, I. Abth , Jahrg. 1877, November-Heft. 



117 



ßerichtiguiigeii und Zusätze zum Verzeichnisse der 
eDtomologisehen Schriften von Camillo Röndani. 

Von 

C. K. Osten -Sacken. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 6. Februar 1884.) 

Seit der Publication meines Verzeichnisses von C. Röndani 's entomo- 
logischen Schriften (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1881, p. 337 
bis 344) ist seine Bibliothek verkauft worden, und ich habe diese Gelegenheit 
benützt, um eine von ihm selbst zusammengestellte, beinahe vollständige Samm- 
lung seiner kleineren Schriften zu acquiriren. Diese Sammlung setzt mich in 
den Stand, mein publicirtes Verzeichniss zu berichtigen und zu vervollständigen. 
Da die gegenwärtig bei mir befindlichen Exemplare mancher kleinen, in localen 
Blättern zerstreuten Arbeiten wohl Uuica sind und zugleich für weitere wissen- 
schaftliche Kreise keine Bedeutung haben, so habe ich, um mit denselben ab- 
zuschliessen , neben den Titeln eine kurze Angabe des Inhaltes beigegeben, 
insofern dieselbe im Titel selbst nicht bereits enthalten war. Die Herausgabe 
solcher Daten wird dem künftigen Bibliographen Mühe und Unsicherheit 
ersparen. 

Ich gebe die Berichtigungen und Zusätze in der Reihenfolge der Seiten 
und Nummern meines früheren Verzeichnisses. Mit Ausnahme von Nr, 70 habe 
ich jetzt alle Nummern gesehen, es können also alle mit einem Sternchen ver- 
sehen werden. 

Pag. 338 (2). Die drei Schriften: Istruzione etc., I boschi etc. und 
Appuuti etc. sind uicht-entomologisch. Die folgenden müssen gehörigen Ortes 
eingereiht werden. 

j^.^ niorte di un ragno. — Parma, Giornale La Stagione, 20. Jan. 
1859. (Fang einer Spinne von einem Fonqnlus.) 

95'''** La Caccia o l'Agricoltura; lezione. — Parma, Giornale II Presente, 
19. Febr. 1870. 

95* Risposta alla lettera del Prof. Strobel sull' argomento della Caccia 
t dell' Agricoltura. — Parma, Giornale II Presente, S.März 1870. (Beide Auf- 
cätze haben auf die Frage des Vogelschutzes Bezug.) 

Pag. 339 (3). Nr. 41. Der von mir fraglich unter dieser Nummer aus 
früheren Verzeichnissen angeführte Artikel: Caratteri di due generi nuovi etc. 
muss ganz gt^strichen werden, weil er nicht von Röndani, sondern von A. Costa 
signirt ist, wenn er überhaupt erschienen ist, was nicht ganz sicher zu sein 
scheint. Statt Ann. dei Aspirant! Naturalisti soll es allenfalls heissen: 
Annali Scientifici di Napoli. — In der Rö ndani'schen Schriftensammlung 



118 



C. R. Osten-Sacke n. Berichtigungen und Zusätze. 



befindet sich nämlich ein gedrucktes Blatt von zwei Seiten, ohne Seiten- 
zahlen, welches obigen kleinen Aufsatz enthält und von A. Costa unterzeichnet 
ist. Aus der Fassung erfährt man, dass es ein Nachtrag sei zu Costa 's: Fram- 
menti di Entomologia Napoletana (Annali Scientific! di Napoli 1854, 
vol. I, p. 69 — 91), nämlich Beschreibungen der Gattungen Seilopogon Rond. 
in litt, und Carpomy a Rond. in litt. Aus diesen Gattungen hatte Costa 
in den Fraramenti etc. neue Arten beschrieben, ohne die Gattungen selbst zu 
charakterisiren. (Röndani publicirte diese Gattungen erst zwei Jahre später 
in Prodrom, etc., vol. I, 1856.) Es wäre möglich, dass dieses Blatt ein un- 
publicirt gebliebener Correcturbogen ist. Dieses ist um so wahr- 
scheinlicher, als der betreffende Aufsatz: Caratteri etc. sich in Hagen 's Biblio- 
theca sub voce A. Costa nicht findet, obgleich die Frammenti etc. richtig 
angeführt sind. Die Annali etc. selbst kann ich nicht vergleichen. 

In den Frammenti heisst die eine Gattung Seilopogon; dieser Name 
wurde in dem Aufsatze: Caratteri etc. von Costa in Cheilopogon emendirt, 
was Röndani, Prodrom, etc. I, 1856, auch annahm, aber im Prodrom, etc. IV, 
p. 7, 1861, wieder verwarf, weil er unterdessen gefunden" hatte, Cheilopogon 
sei bereits an eine Fischgattung vergeben. — Auf dem betreffenden Blatte finde 
ich in Röndani's Handschrift die Etymologie von Seilopogon: seZis (margo); 
pogon (barba). 

Nr. 58. Lies: Dipterorum italiae specimen etc. statt Dipterologiae 
italicae etc. 

Nr. 58. Setze zu: (Liparis dispar). 

Nr. 6P'' Derselbe Titel wie Nr. 61 ; der Text verschieden ; erschienen im 
Osservatore della Romagna, Forli, Juli 7 1862. 
Nr. 63. Setze zu: (Thrips). 
Nr. 64. Setze zu: (Chlor ops). 
Nr. 66. Statt: attuale lies dominante. 
Nr. 69. Setze zu: (Ephemer a albipennis). 

Nr. 74. Statt: (Ob entomologisch?) setze: (Äcarus). Der Aufsatz ist 
also eigentlich nicht-entomologisch. 

Nr. 80. Statt: Annali dei Naturalisti setze: Archivio perlaZoologia, 
vol. IV, fasc. 1, Modena 1866. — Nr. 78 und 80 finden sich in den Annali 
unter dem gemeinschaftlichen Titel: Note entomologiche. 

Nr. 82. Setze zu: Asphondylia pruniperda und Lopodytes nov. 
gen. Chalcid. 

Nr. 86. Setze zu: mit Fig. 

Nr. 89. Zeile 2 setze zu: Separat, Parma 1868, p. 8; Zeile 4 streiche: 
wahrscheinlich. 

Nr. 95. Setze zu: {Myina Nees, Anagrus Hai., Bracon spec). 

Nr, 96. Nach: Com. Agr. Parma, Ann. III, Nr. 4, setze zu: (Hier ist der 
Titel einfach L'Ugi; der Text ist derselbe, nur die Diagnose am Ende italienisch 
und nicht lateinisch.) ; 

Nr. 100. Setze zu: (Thrips). 

Nr. 109. Streiche das ganze NB. und setze stattdessen: NB. Vorläufige; 
Notiz zu Nr. 110. 

Nr. HO. Setze zu: Mit Holzschnitten. 

Nr. 122. Setze zu: (Eupelmus cereanus). 

Nr. 123. Setze zu: (Antispila rivillella). Es gibt auch Separata in 
kleinerem Format, in 11 Seiten. 



119 



Zur Biologie des A^iisarthron harbipes Charp. 

Von 

Karl M. Heller in Wien. 
(Mit einem Holzschnitte.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 5. März 1884.) 

Ovum: Alhidum, fusiforme long. 1'2 — 13 mm. 

Larva: Caput quadrato - ohcordatum , margine basali integro, duplo 
latius quam altiu^, supra et infra convexiusculum. Epistoma inßnitum, disco 
leviter impressum, anguli frontales evanidi. Clypem quintuplo latior quam 
longior, marginem frontalem totum explens. Lahrum dimidio latius quam 
longius, rotundatum, clypeo ferme dimidio longius, paene planum, totum, 
praecipue in margine, bariatum. Ocelli duo. Antennae exiguae, marginem 
frontalem vix superantes. Mandibulae capite triplo paene breviores, laevius- 
culae, parte interiore excavata per longitudinem trisulcata, dorso posteriore 
subtiliter rugoso. Mala maxillarum stipiti palpigero inserta. Palpi maxillares 
articidis ternis. Articulus terminalis paulo longior articulo praecedente. Mentum 
quatruplo latius quam longius margine priore breviter trilobo, angulis obtusis. 
Lingua ovata, stipitibus palporum labialium dimidio latior. Pedes palpis ma- 
xülaribus duplo longior es; tibiae cylindricae, in parte externa ante apicem 
sinuatae, longitudinis femorum; ungulae gracillimae, longitudinis tibiarum. 
Annulus prothoracicus annulo octavo äbdominis vix dimidio latior. Annulus 
nonus äbdominis bituberculatus. Spiracula rotundata, minuta. Tubera scan- 
soria äbdominis septena, subtiliter intricato-rugosa, canaliculata. Larva praeter 
piagas scansorias dense breviter pubescens, partes membranaceae corporis 
laeviuseulae, minute rugulosae. Long. 16'3mm. 



120 



Karl M. Heller. 



Nympha: Antennae muricatae, tubera motoria dorsalia dbdominis 
manifesta, rugulosa, stilis pai'ce adspersa. Cerci minuti sed conspicui, 
forcipis instar incurvi. Long. 9 mm. 

Aus der Betrachtung der Larve, besonders aber der Puppe ergibt sich, 
dass das Anisarthron zu den Asemini, nicht, wie Lacordaire (Genera des 



ebenso der schmale und breite Clypeus, welcher ausser dem Anisarthron den 
Larven von Prionus zukommt. 

Schon gegen Ende des Frühjahres 1882 hatte ich das zahlreiche Auf- 
treten dieses Käfers mitten im Weichbilde Wiens beobachtet. Eine Allee von 
jüngeren Rosskastanieubäumen war diesem Thiere zum Opfer gefallen xmd zahl- 
reiche Fluglöcher Hessen erkennen, dass seine zerstörende Thätigkeit schon vor 
einigen Jahren begonnen habe. 2) Die Fluglöcher, welche sich nur auf solchen 
Stellen vorfanden, die von Rinde entblösst waren, hatten eine längliche, oft 
auch kreisrunde Form und zeigten in ihren Grössenverhältnissen so bedeutende 
Verschiedenheit, dass die Durchmesser der grössten oft um das Doppelte die der 
kleinsten übertrafen (4 5 und 2 mm.). 

Mitte Juni erscheint das Anisarthron und wird von Tag zu Tag häufiger. 
Mit Eintritt des Monates Juli verschwindet es plötzlich. Während dieser Zeit 



») Naturhistorisk Tidakrift udgived af Prof. J. C. Schiödte, Kopenhagen, Bd. X. Bei der 
Beschreibung der .4«isar</tro7i-Puppe und Larve folgte ich so weit als möglich dem von Schi0dte 
angegebenen Schema ; so weit als möglich, da ich nur eine ausgewachsene Puppe zur Verfügung hatte. 

*) In der Stettiner Entomologischen Zeitung, 4. Jahrg., 1843, gibt Herr Schmitt p. 107 
das Vorkommen des Anisarthron in Eschenbäunien an. 




Coleopteres IX, p. 55) angibt, zu Callidium zu stellen 
ist. Die Eigenthümlichkeit der bewehrten Fühler und 
der Cerci kommt nämlich nur der Puppe des Tetro- 
yium, Asemum und Anisarthron zu, die Puppe des 
Cyrtomerus, Clytus, Callidium, Rhagium, Astynomus, 
Liopus, Pogonocherus, Batocera, Prosopocera, Mesosa 
und Saperda hingegen haben weder bewehrte Fühler 
noch Cerci. 



Was die Larve betrifft, so besitzt sie im Allge- 
meinen den Charakter der Asemini, jedoch weist sie 
einige Abweichungen auf, die verhindern, sie in der 
von Schi<?dte') veröffentlichten Tabelle einzureihen. 
So ist das Vorhandensein der Augen bemerkenswerth, 
da die Asemini diese Sinnesorgane nicht besitzen, 



Zur Biologie des A)iisarfhron hurhipes Charp. 



121 



bat das befruchtete Weibchen bereits seine Eier in feine Ritzen oder auch in 
alte Fluglöcher abgelegt, wobei es sehr sorgsam zu Werke geht. Ich hatte 
mehrere Weibchen mit nach Hause genommen und bei diesem Geschäfte beob- 
achtet. Die Legeröhre des Anisarthron ist ein zartes, elastisches Chitingebilde, 
sehr beweglich und zugleich ein vorzügliches Tastorgan. Die aus drei Thailen 
bestehende Röhre lässt sich nach Art eines Tubus oft bis zur Länge des ganzen 
Thieres ausdehnen und gleicht in ihrer übrigen Form jener der meisten Bock- 
käfer, nur sind die zwei Lappen, in welche die Spitze ausgezogen ist, verhält- 
nissniässig lang, und das beiderseits sich anreihende dreieckige Tastglied ist 
mit kurzen Borsten schütter besetzt. 

Will nun das Weibchen seine Eier ablegen, so kriecht es entlang des 
von der Rinde entblössten Stammes fort, indem es mit der Legeröhre die über- 
schrittenen Stellen genau untersucht. Rechts und links werden die feinsten 
Risse im Holze befühlt und ihre Tiefe sondirt. Aber nur wenige Spalten werden 
für geeignet befunden und in diesem Falle mit zwei, höchstens vier Eiern be- 
legt. Nachdem ungefähr zehn Eier abgelegt sind, ruht das Weibchen aus, um 
öfters erst nach Stunden sein Werk fortzusetzen. Da die Anzahl der Eier, 
welche die Weibchen enthalten, zwischen 60 und 80 schwankt, so dürfte die 
Ablage sämmtlicher Eier in der Freiheit zwei bis drei Tage erfordern. Die 
Weibchen, die ich beobachtete, verendeten, ehe sie den dritten Theil ihrer Eier 
abgelegt hatten. 

Die Larve, die sich noch im Laufe des Sommers aus dem Ei zu ent- 
wickeln scheint, führt, indem sie parallel zur Längsaxe des Baumes verlaufende 
Gäoge bohrt, ein sehr zerstörendes Dasein. Ist sie ausgewachsen, so verpuppt 
sie sich in geringer Entfernung von der Aussenwandung des Stammes. Die 
Wiege der Puppe ist ein eiförmiger, flachgedrückter Hohlraum, an der Mün- 
dungsstelle des Bohrganges mit Frassmehl ausgekleidet, so dass ein abge- 
schlossenes Gehäuse gebildet wird, in welchem die Puppe frei und in aufrechter 
Stellung ruht. 

Im Juni schlüpft der fertige Käfer aus, der sich nun in schiefer Richtung 
nach oben und aussen hin sein kurzes Flugloch bohrt; jedoch ist das Holz oft 
an der Aussenseite von der Sonne derartig ausgetrocknet und hart geworden, 
dass es ihm nicht möglich ist, ins Freie zu gelangen und er, im Holze ein- 
geschlossen, umkommen muss. Die Anzahl der weiblichen Exemplare, die zur 
Entwicklung gelangt, übertrifft bei Weitem die der männlichen, und zwar 
standen nach 278 Beobachtungen die männlichen im Verhältnisse von 61'67 zu 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 16 



122 



Karl M. Heller. Zur Biologie des Anisarthron barhipes Charp. 



100 weiblichen. Was die Grösse betrifft, so haben auch hier die Weibchen den 
Vorrang; die Länge derselben schwankt zwischen 7 bis 10*5 mm., die der 
Männchen hingegen nur zwischen 6*5 und 9 mm. 

Dieses zarte, gebrechliche Thier, das aber gegen seinesgleichen sehr bissig 
ist, besitzt ausser einem Parasiten, einer kleinen Milbe, namhafte Feinde. Vor 
Allem ist es der Sperling, der mit wahrem Wohlbehagen die sich sonnenden Käfer, 
die nur selten von ihrer Flugfertigkeit Gebrauch machen, vom Stamme abliest. 

Die Ameisen hingegen pflegen den günstigen Augenblick des Ausfliegens 
zu nützen; während sich nämlich der Käfer aus dem Holze herausarbeitet und 
noch theilweise von demselben festgehalten wird, fressen sie ihm bei lebendigem 
Leibe ein Loch in das Brustschild, Auch eine Spinne {Drassus lapidicola Walk.) 
zählt zu den Feinden des Anisarthron, 



123 



Der Bomhyx oder Bomhyl'ms des Aristoteles als Seide 
hervorbringendes Insect. 

Von 

Adolf Keferstein, 

Gerichtsrath a. D. in Erfurt. * 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. März 1884.) 

Unsere erste entomologische Studie betraf den Aristoteles 'sehen Bomhyx, 
mit welchem Namen gedachter Schriftsteller zwei ganz verschiedene Insecten 
benennt, eine Hummelart und einen Seide erzeugenden Schmetterling; sie erschien 
in Ger mar 's Magazin der Entomologie, Bd. III, 1818, p. 8—26. Später, 1831, 
hat Latreille denselben Gegenstand bearbeitet, und in den Annales des sciences 
naturelles, Tom. XXIII, 1831, p. 58, erschienen von ihm Aufklärungen einiger 
Stellen der Arten über die Seidenwürmer oder diejenigen Kerfe, welche daselbst 
bombyx oder vermis heissen, wovon sich eine üebersetzung in der „Isis" von 
Oken, 1835, p. 263 seq. findet. 

Latreille glaubt die Insel Ceos oder Cos, welche im Alterthume be- 
sonders wegen der Kunst der Weberei bekannt war, in einer asiatischen Insel 
zu finden, bespricht eingehend die verschiedenen asiatischen Seidenschmetterlinge 
und erklärt die von Pausanias angegebene ungewöhnliche Lebensdauer des 
Seidenschmetterlings auf eine eigenthümliche Art. Dieser sagt nämlich (Descriptio 
Graeciae ed. Kühnii lib. VI, cap. 26): „Die Fäden, deren sich die Seren zur 
Weberei der Seide bedienen, kommen nicht wie der Byssus von einem Gewächs, 
sondern es entsteht in ihrem Lande ein Wurm, welchen die Griechen Ser, die 
Seren selbst aber ganz anders benennen. Was seine Grösse betrifft, so ist er noch 
einmal so gross wie der grösste Cantharus, übrigens den Spinnen sehr ähnlich. 
Sie füttern diese Thiere sehr sorgsam und machen auch für sie Winter- und 
Sommerwohnungen. Diese selbst verfertigen vermittelst ihrer Füsse, deren sie 
acht haben, so wie die Spinnen, ein Gewebe zwischen den Zweigen. Bis in das 
vierte Jahr ernährt man sie mit einer Art Getreide (eXuixo;), im fünften aber, 
denn länger dauert ihr Leben nicht, wird ihnen grüner Calamus (Schilf) hin- 
gelegt, welcher ihre liebste Speise ist. Wenn sie nun durch diesen Calamus 

16* 



124 



Adolf Keferstein. 



gesättigt sind, so platzen sie auf, da sie zu dick werden, und man findet nach : 
ihrem Tode in ihnen viele Fäden." 

Da nun keine Seidenraupe bekannt ist, die fünf Jahre lebt, so glaubt 
Latreille, sich auf eine Abhandlung von Du Halde stützend, dass Pausanias 
die Seidenraupe mit dem Maulbeerbaum, worauf sie lebt, verwechselt habe. 
Die jungen Sträucher, sagt Du Halde, welche man zu sehr entblättert hat ehe 
sie drei Jahre alt sind, leiden an dieser Erschöpfung, werden schwach und 
bleiben zurück. Im dritten Jahre sind sie am kräftigsten, aber gegen das fünfte 
Jahr, wenn sich die Wurzeln verschlingen, nehmen sie ab. Will man den Baum 
Tehe oder den wilden Maulbeerbaum tauglicher zur Ernährung der zahmen 
Seidenwürmer machen, so muss man ihn anbauen wie den echten Maulbeerbaum 
und Hirse auf das Land säen, wo man ihn etwas weitschichtig gepflanzt hat. 
Die Hirse mildert die Schärfe der kleineu Blätter. Die Würmer, welche sich 
davon ernähren, machen zuerst ihr Gespiunste und ihre Seide ist stärker. Was 
Pausanias vom grünen Schilf sagt, welches die Seren im fünften Jahre ihrem 
Seidenwurm geben, so ist damit das Mark eines Panicum gemeint, woran man 
die Thierchen oder Weibchen heftet, damit sie ihre Eier legen. Das Bersten 
soll wahrscheinlich anzeigen, dass sie nun legen oder das Gespinnst beginnen. 
Seit der fraglichen Abhandlung von Latreille hat die Kenntniss der Natur- 
wissenschaften ungeheure Fortschritte gemacht, und es dürfte wohl an der Zeit 
sein, auch den Aufsatz über den Bombyx einer kritischen Revision zu unter- 
werfen. Wir haben es dabei behufs leichterer Orientirung für das Zweck- 
mässigste erachtet, die betreffenden Stellen der alten Schriftsteller alphabetisch 
in deutscher Uebersetzung wörtlich aufzuführen und an solche die weitere Aus- 
führung anzuknüpfen. 

a) Aristoteles sagt Hist. animal. 5, 19. ed. Sehn. E. 1, H. 6 oder 5, 17, 6: 
„Aus einem grösseren Wurm, der gleichsam Hörner hat und sich vor allen 
anderen auszeichnet, entsteht zuerst nach seiner völligen Verwandlung eine 
Raupe, hieraus ein Bomhylius und aus diesem ein Necydalus. Alle diese Ver- 
wandlungen geschehen binnen sechs Monaten. Von diesen Thieren lösen einige 
Weiber das Gespinnst (die Bombycia) los und haspeln es ab, hernach weben 
sie es wieder. Zuerst soll auf der Insel Cos Pamphila, die Tochter des 
Latois, diese Art zu weben erfunden haben." 

h) Plinius, Hist.^nat. 11, 22. ed. Hard. 2ö; „Es gibt noch eine andere 
Art, wie dieser (der Bomhyx Assyrius) entsteht. Aus einem grösseren Wurme, 
der zwei Hörner hervorstreckt und von ganz besonderer Art ist, entsteht zuerst 
eine Raupe, hernach das, was Bomhylius genannt wird, und aus diesem der 
Necydalus, woraus endlich binnen sechs Wochen der Bombyx entsteht. Sie 
machen nach Art der Spinnen Gewebe, welche zu köstlichen Kleidern der Frauen- 
zimmer gebraucht und Bombycina genannt werden. Zuerst diese abzuhaspeln 
und wieder zu weben hat auf Ceos die Pamphila, Tochter des Latois, er- 
fanden, welcher der Ruhm einer grossen Erfindsamkeit, um die weiblichen Kleider 
so durchsichtig als möglich zu machen, nicht abgesprochen werden kann." 



Der Bombyx oder Bombylitis des Aristoteles als Seide hervorbringendes Insect. 



c) Plinius, Hist. uat. 11, 23. ed. Hard. 27: „Wie man sagt, sollen auf 
der Insel Cos die Cypressen, Terebinthen, Eschen und Eichen Blüthen hervor- 
bringen, die von dem Platzregen herabgeschlageu und von den Ausdünstungen 
der Erde belebt werden. Zuerst aber entstehen kleine und nackte Schmetter- 
linge, die sich bei zunehmender Kälte in einem Gespinnste einschliessen und 
gegen den Winter ein dichtes Gewebe verfertigen, indem sie mit ihren scharfen 
Füssen die Wolle der Blätter abreissen. Diese ziehen sie durch ihre Füsse zu 
Fäden, welche sie bald zwischen den Zweigen ausspannen, gleichsam als wenn 
sie durch einen Kamm gezogen wären. Hiermit umwehen sie sich in einem 
länglichen Gespinnste. Dann werden sie von den Menschen eingesammelt und 
in einer gelinden Wärme mit Kleien ernährt, bis hieraus ganz besondere, mit 
Flügeln versehene Schmetterlinge entstehen, die zu neuen Arbeiten entlassen 
werden. Die angefangenen Gespinnste aber werden im Wasser erweicht und 
mit einer Binsenspindel (junceo fuso) in Fäden gezogen. Es schämen sich auch 
nicht die Männer, diese Kleider als eine leichtere Bedeckung im Sommer zu 
tragen. So sehr sind sie des Panzers entwöhnt, dass ihnen sogar ihr Kleid zu 
schwer fällt. Doch bleiben wir noch weit hinter der assyrischen 
Bombycia zurück." 

d) Solinius (Polyhistor, cap. 13) sagt: „Nach dem Zeugniss des Varro 
wäre von der Insel Ceos zuerst in der Kunst der Weberei (arte lanificae scientiae) 
eine feinere Kleidung zum Schmuck der Weiber ausgegangen." 

e) Eustathius in Iliad. ß. p. 319 sagt, dass die Namen Ceos und Cos 
oft wechselseitig für einander gebraucht sind. 

f) Jul. Pol lux 7, 17 berichtet: „Es werden auch Kleider aus dem Ge- 
spinnste der Bomhyces gemacht; die Bombyces sind aber Würmer, welche Fäden 
verfertigen wie die Spinnen. Manche wollen behaupten, dass auch die Seren 
ihre Gewebe von ähnlichen Thieren sammeln." 

g) Clemens Alexandrinus 7, 17, der da sagt: „Man kann den Weibern 
etwas feinere Kleidung als den Männern gönnen, wenn sie nur nicht gar zu 
durchsichtig und kostbar sind, wie die aus Goldfäden, der indischen Seide 
und der Bombyces, die zu viel Fleiss auf eine so nichtswürdige Arbeit ver- 
wenden. Der Bombyx ist aber zuerst ein Wurm, woraus eine haarichte Raupe 
entsteht, welche in der dritten Verwandlung zu einem Bombylius wird, den 
man auch Necydalus nennt. Dieser spinnt einen langen Faden, so wie die 
Spinnen ihr Gewebe." 

h) Servius, der Interpret des Virgil, macht zu dem Vers „Quid nemora 
Aethiopum molli canentia lana" die Anmerkung: „Bei den Indiern und Seren 
leben auf den Zweigen der Bäume gewisse Würmer, die Bombyces genannt 
werden und nach Art der Spinnen sehr feine Fäden weben, woher die Seide 
oder sericum kommt." 

i) Plinius, Hist. nat. 6, 17, ed. Hard. 20, wo es heisst: „Hinter dem 
Lande der Scythen sind grosse Einöden. Die ersten Menschen, die man nun 
kennt, sind die Seren; berühmt durch die Wolle ihrer Wälder, indem sie die 



126 



Adolf Keferstein 



gleichsam mit Wasser übergossene Oberfläche der Blätter herabkämmen. Daher 
rührt die doppelte Arbeit unserer Weiber, die Fäden abzuhaspeln und wieder 
zu weben (uude geminus feminis labor redordieudi filae rursusque texendi). 

h) Virgil, Georg. II, V. 120 et 121: „Was soll ich die weissen Haine der 
Aethiopier mit ihrer zarten Wolle erwähnen und wie die Seren die feinen Ge- 
spinnste von den Blättern herabkämmen," 

l) Julian Epist. 24: („Diese Feigenart, sagt er, bringt nur unsere Ge- 
gend hervor,) sowie die indischen Waaren und die persische Seide (Tcspaixot-arjps^), 
oder was in dem Lande der Aethiopier erzeugt wird oder werden soll." 

m) Ulpian, Fragm. 23, §. 1, Digest. 34, 2, mit den Worten: »Alle Kleider 
sind wollene und linnene oder seidene oder bombycinische." 

n) Isidor v. Sevilla, Orig. I, XIX. Cap., 22, lässt sich so aus: „Die 
Bombyxkleider kommen von dem Bombyx, einem Wurme, welcher aus einer 
Substanz lange Fäden macht, deren Gewebe Bombycinum heisst und auf der 
Insel Choo verfertigt wird," und sagt weiter in seinem Abschnitte über die 
Wolle (Lib. XIX, Cap. 27): „Die Seide heisse Sericum, weil sie zuerst von den 
Seren geschickt worden sei; in ihrem Lande gebe es Würmchen, von den 
Griechen Bomhyx genannt, welche an Bäumen spinneu, und daher der Ausdruck 
bombyx frondium vermis." 

o) Alexander von Alexandrien, der zwar in dem fünfzehnten Jahr- 
hundert lebte, wo jedoch noch manches Manuscript existirte, was hernach ver- 
loren gegangen ist, sagt Genialium dierum 4, 9: „Es würde mir nicht von der 
Wahrheit abweichend erscheinen, dass die von Insecten hervorgebrachte Seide, 
so wie man sie jetzt hat, den Römern unbekannt gewesen ist, wenn wir nicht 
an mehreren Stellen fänden, dass bei den Indiern und Aegyptern Würmer den 
Coi'schen Bombyx hervorgebracht hätten, die nach Art der Spinnen Fäden 
ziehen." 

p) Basilius hexaemeron homili 8 schreibt: „Was sagt ihr, die ihr dem 
Paulus in Rücksicht derjenigen Veränderung nicht glaubt, von der er sagt, 
dass sie in der Wiederauferstehung bestände, da ihr doch die Veränderung 
lebendiger Thierformen vor Augen habt, sowie man von dem indischen Wurm, 
der zwei Hörner hervorstreckt, erzählt. Dieser verwandelt sich zuerst in eine 
Eaupe, woraus bei fortschreitender Zeit ein sogenannter Bomhyx entsteht. 
Jedoch auch in dieser Gestalt bleibt er nicht, sondern, indem sich die weichen 
Scheiden der Hörner allmälig zu einer Flügelform gestalten, wird endlich ein 
gefiedertes Geschöpf daraus. Wenn ihr nun, o Weiber, die Fäden, die die Seren 
bis zu euch, um jene dünnen und zarten Kleider zu verfertigen, bringen, ab- 
haspelt und wieder webt, so mögt ihr der verschiedenen Veränderungen der 
Gestalten dieses Thieres gedenken, woraus ihr eine gewisse und deutliche Vor- 
stellung über die Auferstehung schöpfen könnt. 

c[) Pausanias, Descriptio Graeciae edit. Kühnii lib. VI, cap. 26, berichtet: 
„Elis ist ein fruchtbares Land, unter Anderem auch an Byssus (Baumwolle). 



Der Bomhyx oder BovilnjUus des Aristoteles als Seide hervorbringendes Insect. 



127 



Man säet Hanf, Lein oder Byssus, je nach dem Boden. Die Fäden, deren sich 
die Seren zur Weberei der Seide bedienen, kommen nicht wie der Byssus von einem 
Gewächs, sondern es entsteht in ihrem Lande ein Wurm, welchen die Griechen 
Ser, die Seren selbst aber ganz anders benennen. Was seine Grösse betrifft, 
so ist er noch einmal so gross als der grösste Gantharus, übrigens den Spinnen 
sehr ähnlich. Sie füttern diese Thiere sehr sorgsam und machen auch für sie 
Winter- und Sommerwohnungen. Diese selbst verfertigen vermittelst ihrer Füsse, 
deren sie acht haben, so wie die Spinnen, ein Gewebe zwischen den Zweigen. 
Bis in das vierte Jahr ernährt man sie mit einer Art Getreide (sAup-o;), im 
fünften aber, denn länger dauert ihr Leben nicht, wird ihnen grüner Calamus 
hingelegt, welcher ihre liebste Speise ist. Wenn sie nun durch diesen Calamus 
gesättigt sind, so platzen sie auf, da sie zu dick werden, und man findet nach 
ihrem Tode in ihnen viele Fäden." 

r) Die Seide oder serica wird nach Suidas voce STjpixr) und Procop (Bell. 
Goth. 4, 17) auch metaxa genannt, und war der Name Serica dem Aristoteles 
zwar fremd, den Gegenstand selbst aber, „die Seide", kannte er schon durch 
die Feldzüge Alexander des Grossen recht gut, und die sogenannten modischen 
und persischen Kleider, wozu auch uoch Aelian Var. bist. 2, 22 in F. 7, 9, 8, 7 
und Curtius, De rebus Alexandri Magni 6, 5, 8, 12 in F. 9, 3 u in med. gehört, 
waren nach Heeren, „Ideen über Politik, Verkehr und Handel der alten Welt", 
Theil I, 1824, p. 108—113, seidene Kleider, ebenso wie die sidonischen des 
Strabo (lib. 15). 

s) Procop endlich. Bell. Goth. 4, 17, berichtet: „Es kamen einige Mönche 
aus ludien, die, da sie hörten, dass Kaiser Justin ian darauf dächte, wie die 
Körner von den Persern keine Seide mehr kaufen möchten, dem Kaiser ver- 
sprachen: sie wollten, was die Seide beträfe, es dahin bringen, dass die Römer 
weder von den Persern, ihren Feinden, noch einem anderen dergleichen Volke 
diesen Handelsartikel nehmen dürften ; sie hätten sich lange in dem volkreichen 
Theile Indiens, der Serinda genannt würde, aufgehalten und daselbst gelernt, 
wie in dem römischen Reiche die Seide gefertigt werden könnte. Auf die mannig- 
fachen Fragen des Kaisers, ob sich die Sache wirklich so verhielte, erwiderten 
die Mönche: Gewisse Würmer wären die Verfertiger der Seide, welche durch 
die Lehrmeisterin Natur zu diesem Werke angetrieben würden, und diese könnten 
zwar nicht lebendig transportirt werden, ihre Entwicklung wäre aber nicht 
schwer, indem sie aus Eiern hervorkämen, deren es eine grosse Menge gebe. 
Diese Eier bedeckten die Leute mit Laub und erwärmten sie so lange, bis die 
Thiere ausschlüpften. Als sie dieses gesagt hatten, wurden sie durch die grossen 
Versprechungen des Kaisers dahin gebracht, dass sie, um ihre Worte mit der 
That zu bestätigen, nach Indien zurückkehrten, und von da brachten sie die 
Eier, die sie auf die vorhin erwähnte Art erhalten hatten, nach Byzanz, aus 
welchen die Würmer entstanden, die mit den Blättern des Maulbeerbaumes 
ernährt werden. Von jetzt an nahm die Kunst, Seide zu verfertigen, im 
römischen Reiche ihren Anfang." 



128 



Adolf Keferstein. 



t) Wie kostbar die Seide zur Zeit des Römerreiches gewesen ist, geht 
daraus hervor, dass Kaiser Aurelian, f 279 n. Chr., seiner Gattin abschlug, 
ein seidenes Kleid zu kaufen, weil solches zu theuer wäre (Flavius Vopiscus in 
Aurelian o). 

In Germar 's Magazin der Entomologie ist die Ansicht ausgesprocheu, 
dass der Aristoteles'sche Seidenschmetterling Bomhyx oder vielmehr Bom- 
bylius unser Bomhyx mori sein dürfte. Bedenkt man jedoch, dass Aristoteles 
weder den Namen Serica oder Seide, noch das Land der Seren, wo nach 
Procop litt, s) Bonibyx mori vorkommt, kaunte, so erscheint diese Annahme 
als hinfällig. Aristoteles kennt, siehe p. 125, die Entwicklungsstufe des 
Insects: „Aus einem grösseren Wurme, der gleichsam zwei Hörner hat, entsteht 
zuerst nach seiner völligen Verwandlung eine Eaupe, hierauf ein Bomhylius 
und aus demselben ein Necydalus, welche Verwandlungen binnen sechs Monaten 
vor sich gehen." Er muss daher dieses Insect gekannt oder die Beschreibung 
von einem Augenzeugen gehört haben, lieber das Vaterland sagt er nichts. 

Es scheint daher ein bekanntes Land gewesen zu sein, das er für nicht 
nöthig hielt besonders zu erwähnen. Auch Plinius, der ihn theilweise wörtlich 
abgeschrieben zu haben scheint, schweigt darüber. Wir glauben daher daraus 
schliessen zu können, dass das Thier in Europa, und zwar in Griechenland 
heimisch war. Hier kommt ein Schmetterling vor, welcher nach unserer Ansicht 
das Aristoteles'sche Insect sein könnte. Es ist Gastropacha Otus Dvnry oder 
Dryophaga Tr., der sich bei Constantinopel, in Griechenland, Dalmatien und 
Kleinasien findet, die Grösse von Gastropacha ^wem/oZm hat und von Hübner, 
Bomhycidae, Tab. LXXIII, Fig. 306 und 307, abgebildet ist. Wir besitzen davon 
eine ausgeblasene Raupe und die Puppe nebst weissem Gespinnst. Die Raupe 
gleicht nach Treitschke der von Quercifolia und erscheint heller oder dunkler 
braungrau gestreift. Auf dem zweiten und dritten Riuge zeichnen sich zwei 
hoch orangeförmige Wülste aus, die recht gut mit Hörnern verglichen 
werden können. Auf dem Rücken zeigt sich ein Längsstreif von gelblichen, 
dunkler eingefassten, zusammenhängenden Schildern. lieber dem Kopfe und zu 
beiden Seiten nächst den Füssen stehen auf weissen Wärzchen weit 
vorragende gelbbraune Haarbüsche, zum Theile mit Knöpfchen ver- 
sehen. Bemerkenswerth ist es, dass Clemens von Alexandrien litt, g) die 
indische Seide von der des Bomcyces unterscheidet und ausdrücklich sagt, dass 
der Bomhyx eine haar igte Raupe habe. 

Die grösste Verwirrung hat Plinius in der oben sub c) angeführten 
Stelle angerichtet. Es dürfte hieraus deutlich hervorgehen, dass Plinius 
zwischen der wahren oder der indischen und der bombycinischen Seide unter- 
scheidet, welch' letztere er für viel geringer erachtet. Noch erzählt Plinius: 
die länglichten Gespinnste des Thieres würden von den Menschen eingesammelt 
und in einer gelinden Wärme mit Kleien ernährt, bis hieraus Schmetterlinge 
entstehen, die zu neuen Arbeiten entlassen werden, die Gespinnste aber im 
Wasser erweicht und zu Fäden gezogen. 



Der Bomhyx oder BomhyVms des Aristoteles als Seide hervorbringendes Insect. 



129 



Latreille (Isis 1835, p. 269) bemerkt hierbei: Wie ist es möglich, 
eingehüllte Insecten mit Kleien zu ernähren? Die Sache verhalte sich wahr- 
scheinlich folgendermassen : ]\[an wählt aus den wilden Gespinnsten einen Theil 
aus, um im Frühjahre eine neue Generation zu bekommen. Ist das Insect aus- 
gekrochen, so gibt man den Männchen die Freiheit, die Weibchen aber werden 
auf etwas Mark von einer Hirsenart (Arundinaceum) befestigt, wo sie be- 
fruchtet werden und Eier legen. Bald hängt man das Büschel Mark mit den 
darausgekrochenen Würmern an einen Ast des bestimmten Baumes; bald schneidet 
man einen Zweig ab, legt ihn in ein Gefäss mit Wasser und hängt das Büschel 
daran. Die Würmchen gehen bald auf die Blätter, und wenn solche fehlen, 
zerstreuen sie sich, um anderswo Nahrung zu suchen. Was sollen aber die 
Kleien dabei? Du Halde antwortet hierauf: Man kann die Würmer mit einer 
Art Mehl ernähren, welches man aus Maulbeerbaumblättern, die im Herbste 
gesammelt werden, fertigt. Man befeuchtet im Frühjahr die Blätter dieses 
Baumes und streut darauf das Mehl oder die Kleie. 

Wir wollen uns mit den Plini aufsehen Würmern nicht weiter befassen, 
sondern nur als Resultat hinstellen, dass auf der Insel Cos ein wilder Bombycium 
oder eine Seidenart gesammelt und verarbeitet wurde, welche lediglich das Pro- 
duct von Gastropacha Dryophaga gewesen sein kann. Cos und Ceos sind synonym 
und erachten wir solche für die griechische Insel dieses Namens. Ebenso wird 
der Ausdruck Bombycia oft als synonym mit Serica gebraucht und bisweilen auch 
unter Bombycio halbseidene Zeuge verstanden; ja ülpian litt, m) scheint unter 
bombycinischen Gewändern baumwollene zu verstehen. 

Aristoteles beziffert die Entwicklungszeit seines Bombyx oder Bomhylius 
auf sechs Monate, und wenn man bedenkt, dass die Raupe von Gastropacha 
Dryophaga eine Zeit lang im Winterschlaf zubringt, so dürfte die angegebene 
Zeit herauskommen. Wenden wir die Aristoteles 'sehe Entwicklungsstufe 
auf Bryophaga an, so dürfte sein Wurm die Raupe vor dem Winterschlaf, seine 
Raupe eine solche nach dem Winterschlaf, der Bonihylius das Gespinnst mit 
der Puppe und der Necydalus der Schmetterling sein. 

Herr Rogenhofer hat die Raupe aus dem Ei gezogen und die jungen 
Raupen mit Blättern von Wallnussbäumen und Cypressen ernährt. 

Wir stützen unsere Ansicht, dass der Aristoteles'sche Bombylius nicht 
Bomhyx mori sein kann, auf folgende Ergebnisse: 

1. Aristoteles sagt: Aus einem grösseren Wurme, der gleichsam Hörner 
hat, entstehe eine Raupe, während die Raupe von Bomhyx mori nur ein kleines 
Hörnchen zeigt. 

2. Unterscheidet Clemens von Alexandrien litt, g) zwischen der in- 
dischen Seide und der Seide der Bomhyces und bemerkt dabei, dass die Bombycia 
aus einer haarigen Raupe entstehe, wogegen die Raupe von Bomhyx mori glatt ist. 

3. Bemerkt Julius Pollux litt, f) dass auch Kleider aus dem Gewebe der 
Bomhyces gemacht würden. Die Bomhyces wären aber Würmer, welche Fäden 
verfertigten wie die Spinnen, und Manche wollten auch behaupten, dass gleichfalls 

Z. B. Ges. Bd. XXXIV. Abb. 17 



130 



Adolf Keferstein. Der Bomhyx oder BomhyUus des Aristoteles. 



die Seren ihr Gewebe von ähnlichen Thieren sammelten, woraus hervorgeht, 
dass er die Serica von der Bombycia unterscheidet. 

4. Beziffert L'Admiral Naauwkeurige Waarneemingen, Amsterdam 1774, 
Taf. IX, p. 6, die Entwicklungszeit des Bomhyx mori vom Ei bis zum Schmetterling 
auf 74 Tage, während der Aristoteles 'sehe Bomhyx sechs Monate erfordert. 

Auffallend ist es, dass Jahrhunderte lang das Wesen der Bombycia, sowie 
die Benützung derselben zu Kleidungsstücken ein Geheimniss geblieben und im 
Laufe der Zeit untergegangen ist. Bedenkt man aber, dass das wesentliche 
Interesse der Bewohner von Cos es gebot, die Sache nicht bekannt werden zu 
lassen, dass aber solches durch die offene Zucht des Bomhyx mori aufhörte, so 
ist es kein Wunder, wenn allmälig die Sammlung der wilden Cos'schen Gespinnste, 
sowie deren Verwendung aufhörte. Uebrigens liefert scheinbar das Gespinnst von 
Dryophaga eine starke, wenn auch nicht so feine Seide wie das von Bomhyx mori. 

Noch erlauben wir uns, eine hierher gehörige Nachricht des Paus an i as 
litt, q) zu besprechen. Es heisst daselbst: „Die Fäden, deren sich die Seren zur 
Weberei der Seide bedienen, kommen nicht wie der Byssus von einem Gewächs, 
sondern es entsteht in ihrem Lande ein Wurm, den die Seren Ser nennen und der 
noch einmal so gross wie der grösste Cantharus, übrigens der Spinne sehr ähnlich 
ist. Die Seren füttern diese Thiere sorgsam und machen auch für sie Winter- 
und Sommerwohnungen. Diese selbst verfertigen mittelst ihrer Füsse, deren sie 
acht haben, so wie die Spinnen, ein Gewebe zwischen den Zweigen. Bis in das 
vierte Jahr ernährt man sie mit einer Art Getreide (eXuixo;), im fünften aber, 
denn länger dauert ihr Leben nicht, wird ihnen grüner Calamus hingelegt, 
welcher ihre liebste Speise ist. Wenn sie nun durch diesen Calamus gesättigt 
sind, so platzen sie auf, da sie zu dick werden, und man findet nach ihrem Tode 
in ihnen viele Fäden." Bomhyx mori kann es nicht wolil sein, denn einestheils 
dauert das Leben nicht fünf Jahre und anderentheils ist uns keine Seidenraupe 
bekannt, welche lebendig ausgeweidet wird, um -aus ihr die darin befindlichen 
Seidenfäden zu entnehmen. 

Aufklärung dürfte sich finden in Eobert Fortune: Yedo and Peking a 
narrative of a journay to the Capital of Japan and China. London, John Murray, 
1863, p. 213 sq. Das Buch enthält eine Mittheilung von Mr. Stevens über die 
von Herrn Fortune gesammelten Insecten; darunter eine bisher nicht bekannte, 
vier Zoll lange Seidenraupe, welche lebendig ausgeweidet wird, 
um zwei, drei Zoll lange Fäden, die sich bis auf fünf Fuss Länge 
ausrecken lassen, aus ihrem Leibe zu nehmen (p. 214). Aus Göttingen 
gelehrte Anzeigen, 49. Stück, vom 19. December 1863, p. 1985. 

Ob und inwieweit es uns geglückt ist, die Verschiedenheit des Aristo- 
teles 'sehen BomhyUus von Bomhyx mori darzuthun, müssen wir den com- 
petenten Sachverständigen überlassen. 



131 



Zwei seltene Giraud'selie Hymenopterengattungen. 

Von 

Dr. H. Reinhard 

in Dresden. 



(Vorgelegt in der Jalires -Versammlung, am 2. April 1884.) 

1. Ammoplamis Gir. 

Von dieser kleinen Crabronidengattung hat Giraud in den Annales de 
la societe entom. de France (IV. Sör., Tom. IX, 1869, p. 470 ff.) zwei Arten 
beschrieben, den Ä. Wesmaeli Gir. und Ä. Perrisi Gir. 

Diese Gattung charakterisirt Giraud folgendermassen : „Tete subquadri- 
latere, elargie et fortement aplatie en avant, mandibules transversales, anteunes 
inserees tres pres de la beuche. Alles superieures: stigma epais, ovoide; une 
cellule radiale tres-courte, beaucoup plus large que lougue; deux cubitales, la 
premiere seule fermde, recevant vers son milieu la nervure recurrente; deux 
discoidales completes et de longueur presque egale. Jambes et tarses saus epines 
ni cils sur les cotes. Abdomen subpetiole." 

Nach Körperbildung und Körpergrösse stimmt diese Gattung ganz über- 
raschend mit der Crabronidengattung Celia Shuck. überein, weicht aber im 
Flügelgeäder sehr erheblich ab, indem sie nur eine geschlossene Cubitalzelle 
und eine kurze und breite Radialzelle hat. 

Von Ä. Wesmaeli fing Giraud eilf Exemplare in der Nähe von Wien, 
darunter nur ein (j^. Von A. Perrisi erhielt er nur ein cT aus Spanien. Von 
beiden Arten konnte er daher nur die Männchen mit einander vergleichen, und 

in der That ist die Gesichtsfärbung ziemlich verschieden; bei A. Wesmaeli sind 

17* 



132 



Dr. H. Reiuh ar d. 



Fühlerscbaft, Kopfschild und Kiefer weisslich, bei A. Ferrisi nicht nur die 
genannten Theile, sondern auch die untere Gesichtshälfte gelb. Die übrigen 
von ihm angegebenen Merkmale bieten wenig Anhalt und sind mehr der Wort- 
fassung als der Sache nach verschieden. 

Dass unter diesen Umständen Giraud beide Formen als verschiedenen 
Arten angehörig auffasste, ist begreiflich, zumal auch ihr Herkommen ein so 
verschiedenes war. 

In der Nähe von Pillnitz bei Dresden fing ich Ende Juli und Anfangs 
August in den Jahren 1881 und 1883 an einer an einem Bergabhange gelegenen, 
kaum 10 qm. grossen und von verschiedenen Kräutern, Verbascum, Änchusa 
und Umbelliferen etc. bewachsenen Stelle, dicht oberhalb eines Weinberges, 
zusammen 35 Stück dieser Gattung, darunter 15 Männchen und 20 Weibchen. 
Schon früher, und zwar im Jahre 1859, hatte ich an einem anderen Orte in 
der Umgebung Dresdens, an einem sonnigen Berghange, das Thier nahe über 
dem Boden schwärmend gesehen, aber bei seiner grossen Flüchtigkeit an heissen 
Tagen nur ein 9 erbeutet. 

Unter den 15 bei Pillnitz gefangenen cT befanden sich 14 mit der Ge- 
sichtsfärbung des Ä. Perrisi und nur eins mit der des Ä. Wesmaeli. Die sorg- 
fältigste Untersuchung der 20 9 bat mir aber kein fassbares Merkmal ergeben, 
um in ihnen zwei Arten zu unterscheiden. Sie variirten zwar etwas in der 
Grösse, wie Giraud angibt, zwischen 2V2 und 3 mm., im Uebrigen aber nicht. 
Ich kann daher nicht umhin, beide Giraud 'sehe Arten in eine zu vereinigen, 
und zwar würde der Ä. Perrisi die Stammart und Ä. Wesmaeli die Varietät 
darstellen. 

Zur Unterstützung dieser Auffassung kann die in der Körperform so 
ähnliche CeJia trogloäytes dienen, bei deren Stammavt ebenfalls das cli® 
untere Gesichtshälfte, Fühlerschaft, Kopfschild und Mandibeln gelb hat, während 
bei der Varietät, wie sie auch Dahlbom beschreibt, dieselben Theile, wenn auch 
in etwas beschränkterem Umfange weiss sind. Die Stammart sowohl, wie diese 
Varietät habe ich in Sachsen gefangen. 

Die Diagnose der Ammoplanus-kvt würde demnach lauten: 

A» Perrisi Gir. ö^, 9- — Long. corp. 2^l2~-3mm. Niger, subtilit 
punctulatus, nitidus, alis hyälinis, stigmate fuscö, hasi palUdo. 

Mas.: Antennis infra, scapo, parte infera faciei, clypeo, mandihulis 
tubercuUs humeralibus flavis, femoribus tibiisque anticis testaceis, Ulis fusc 
maculatis, pedibus posterioribus fuscis. 



Zwei seltene Giraud'sche Ilymenoptereugattungen. 



133 



Femilla: Antennis infra, scapo, clypeo apice, mandibuUs et pedum 
I nteriorum tibiis fusco-testaceis. 
Giraud l. c. p. 473. 

Var. cT- Scapo, orhitis internis infra, clypeo et mandibuUs albidis. 
A. WesmaeJi Gir. l. c. p. 470. 

2. Mormiopterus Gir. 

Unter den Parasiten, welche Giraud aus den Schmetterlingsgallen einer 
algierischen Pflanze, der Limoniastrum Guyonianum, erhielt, befand sich auch 
eine zu den cjclostomen Braconiden gehörige Art, welche er als einer neuen 
Gattung angehörig erkannte. Er hat sie in dem oben citirten Bande der An- 
nales p. 478 beschrieben und Hormiöpterus genannt, weil das Flügelgeäder mit 
dem der G. Hormius in vielen Beziehungen übereinstimmt, und insbesondere, 
weil der nervus parallelus wie in der genannten Gattung interstitial ist. Dagegen 
sind die Fühler sehr dünn und lang, vielgliederig (bis zu 37 Gliedern) und 
fadenförmig, während die von Hormius moniliform sind. Nach der eingehenden 
Beschreibung der einzigen von Giraud aufgestellten Art, des H. Olivieri, gehört 
die Gattung zu den Cyclostomen mit kubischem Kopfe, drei Cubitalzellen und 
interstitialem Parallelnerv. Sie kommt daher neben Dendrosoter zu stehen, 
entbehrt aber der runzeligen Scheitelhöcker, welche dieser Gattung eigen- 
thümlich sind, und zeichnet sich durch die abweichende Form und ausgedehnte 
Sculptur des Hinterleibes aus. 

Von einer dem mir unbekannten Horm. Olivieri der Beschreibung nach 
sehr ähnlichen, aber doch specifisch verschiedenen Art fing ich ein 9 
Juli 1881 in der Nähe von Pillnitz: 

Horm, pictipemiis n. sp. — Long. corp. vix 3mm. Caput subcubicum, 
ertice laevi, subtilissime coriaceo, antennae fere corporis longitudine, tenues, 
I filiformes, multiarticulatae, articidis elongatis, cylindricis. Thorax elongatus, 
' depressiuscidus, mesonoto bisiücato, mesopleuris sidco longitudinali et altero 
oblique descendente, crenulato impressis, metatJiorace exareolato. Abdomen 
I spathulatum, subsessile, segmentis 5 primis et sexti basi subtiliter longitudi- 
\ naliter rimulosis, incisuris profundioribus discretis. Terebra abdominis dimidio 
vix longior, tenuis, apicem versus subclavata. Pedes graciles, coxis posticis 
I antice angulatis. Alae angustae. — Fusco-piceus, antennis basi, abdominis 



134 Dr. H. Reinhard. Zwei seltene Giraud'sche Hymenopterengattungen. 



segmentis 4. et 5. apice pedibusque piceo-t'estaceis, coxis posticis totis femori- 
husque iisdem apice fuscis, alis infuscatis, litura hyalina suh stigmate, hoc 
fusco, hasi palUdo. 

So viel üebereinstimmendes diese Beschreibung des H. pictipennis mit 
der des H. Olivieri Gir. bietet, so ist doch bei der beträchtlicheren Grösse des 
letzteren (5 mm.) und bei der grossen Verschiedenheit des Vaterlandes und dem 
Herkommen an eine Identität beider nicht zu denken. 



135 



Zwei neue Dipteren. 

Von 

Adam Handlirsch in Wien. 
(Mit Tafel V.) 

(Vorgelegt in der Jahres -Versammlung am 2. April 1884.) 

I. Cecidomyia Braueri n. sp. — cT, 9- 

Diese interessante neue Art erzeugt Gallen an . den unterirdischen 
Trieben von Hypericum, perforatum Lin. 

Die Gallen sind fleischig, von röthlichweisser, mehr oder weniger rosen- 
roth angelaufener Färbung. Ihre Gestalt wechselt zwischen länglich- oval 
und fast kugelig. Immer stehen die Spitzen der in die Deformation ein- 
bezogenen Niederblätter etwas von der Oberfläche ab. Die Gallen sind 
4— 6 mm. lang und 3 — 6 mm. breit, je nachdem sie mehr oval oder 
kugelig sind. — Die Deformation betriff't jene unterirdischen Triebe 
von Hypericum perforatum Lin., welche gewöhnlich gehäuft stehen und 
bei gleichbleibender Dicke eine ziemliche Länge erreichen, und besteht 
in einem Stillstande der Axenentwicklung mit Hypertrophie 
der Niederblätter an diesen Trieben. Diese Blätter schwollen nämlich 
fleischig an und bleiben in der Knospenlage. — Nach der Entwicklung 
des Erzeugers schrumpft die früher sehr saftreiche Galle stark ein und 
wird in kurzer Zeit braun und trocken. 

Ich fand die Gallen Anfangs und Ende August 1883 in Frain bei Znaim 
in Mähren an zwei Stellen. Sie komint an sonnigen, trockenen Plätzen 
vor und scheint ziemlich selten zu sein, denn ich traf unter mehr als 
hundert von mir ausgegrabenen jH?/penc«*w-Exemplaren nur gegen zehn 
besetzte. 

Die Larven dieser Gallmücke leben in jeder Galle zu zwei bis fünf, und 
zwar je eine unter einem fleischig gewordenen Niederblatt j es deckt 
jedoch nicht jedes dieser Blätter eine Larve. Zur Verwandlung 
bleiben die Larven in der Galle und verfertigen sich an der Innenseite 



136 



Adam Handlirsch. 



der deformirten Blätter einen schneeweissen, dichtgewebten Cocon, welcher 
von ellipsoider Gestalt, circa 2 mm. lang und nicht ganz 1 mm. breit ist. 
In diesem Cocon bringt der Erzeuger sein Nymphenstadium zu, das, so 
viel ich beobachten konnte, ungefähr vierzehn Tage dauert. Die Imago 
durchbricht den Cocon an seinem oberen Ende in der Weise, dass nach 
dem Ausschlüpfen die Oeffnung unregelmässig gefranst erscheint. Die 
Galle wird ohne Flugloch, einfach durch Durchdrängen zwischen den 
Blättern verlassen. Die Mücken entwickelten sich von Mitte August bis 
Mitte September. 

Die neue Art gehört in die Gattung Cecidomyia Meig. nach der gewöhn- 
lichen Auffassung dieses Genus, und zwar in die Gruppe, in der das 
gestielte, das 9 sitzende Fühlerglieder besitzt. 2) 

Von Hypericum sind meines Wissens blos folgende Dipterocecidien 
bekannt gemacht worden: 

I. Die Blättertaschen an den Triebspitzen von Hypericum humi- 
fusum Lin., erzeugt durch Cecidomyia serotina Winn. — Verwandlung 
in der Erde. 3) 

IL Die Blätterschöpfe an den Triebspitzen von Hypericum perfo- 
ratum Lin. und humifusum Lin., erzeugt durch Cecidomyia hyperici 
Bremi. — Verwandlung in der Galle.^) 
Die folgende Beschreibung der neuen Art musste leider nach trockenen 
Exemplaren angefertigt werden, da die wenigen sich entwickelnden Stücke 
im Zuchtbehälter zu Grunde gegangen waren, bevor ich sie bemerkte. 
Ich behalte mir jedoch vor, bei wiederholter Zucht in diesen Schriften 
eine Beschreibung der Imago nach lebenden Stücken seiner Zeit nach- 
zutragen. 

Kopf braun mit lichter Behaarung. Taster braungelb, ziemlich 
lang. Fühler ungefähr von der Länge des Körpers, 2 + 11 gliederig, 
bräunlich. Geisselglieder gestielt, tonnenförmig; Stiele etwas kürzer als 
die Glieder. Die letzteren tragen eine kurze, dichte Behaarung und 
ausserdem Borstenwirtel, von denen einer an der Basis aus kurzen, dicht 
stehenden Borsten besteht, dann folgt ein zweiter Wirtel aus langen, 
ungleichen Borsten, die besonders an der Innenseite stark entwickelt sind. 
Zwischen diesem Wirtel und dem Ende des Gliedes stehen noch ziemlich 
starke Borsten, bei denen ich jedoch keine bestimmte Anordnung finde. 
Das letzte Fühlerglied ist kürzer als die übrigen, eiförmig zugespitzt und 
trägt ausser der Grundbehaarung nur den kurzborstigen Wirtel an der 



1) Meigen: II liger 's Magazin II, p. 261, 1803. 

*) Cf. Winnertz: Monographie der Gallmücken, Linnaea Ent, VIII, p. 184, 1853. 

3) Winnertz: 1. c. p. 31G, Nr. 97. — v. Bergenstaram und P. Low: Synopsis Ceci- 
domyidarum p. 73, Nr. 393. 

♦) Bremi: Neue Denkschr. d. Schweiz. Ges. VIII, 53, 12. — v. Bergenstamm und 
P. Low: 1. c. p. 48, Nr. 229. 



Zwei neue Dipteren. 



137 



Basis. — Den Thorax finde ich bei meinen Stücken, die, um es noch- 
mals zu betonen, trocken sind, schwarzbraun, glänzend, mit Andeutungen 
von Striemen. Schilde heu braungelb, glänzend, am Eande behaart, 
Brustseiten röthlich graugelb, schütter greis behaart. Der Thorax ist 
massig gewölbt. Beine lang, schlank, gelbgrau; Schenkel- und Schienen- 
spitze, sowie die Tarsen gebräunt; durch kurze Behaarung die ganzen 
Beine schimmernd. Halteren gelbgrau, Keule gebräunt. Flügel graulich 
getrübt, ziemlich stark irisirend, dicht mit grauen Haaren bedeckt; Fransen 
gleichfalls grau. Erste Längsader sehr nahe dem Flügelrande verlaufend 
und in diesen mündend. Dritte Längsader') sanft nach hinten geschwungen 
und in den Flügelrand mündend. Die fünfte Längsader gabelt sich bald 
nach der Mitte ihres Verlaufes und der hintere Ast geht fast senkrecht 
von dem Hauptaste ab in sanftem Bogen gegen den Hinterrand, den er 
nicht ganz erreicht; der Hauptast erreicht den Spitzenrand bei Weitem 
nicht. Die Concavfalte an Stelle der vierten Längsader ist deutlich 
sichtbar. Hinterleib braungrau, mit gelbgreisen Haaren an den Hinter- 
rändern der Segraeute. Haltzange klein, von der Farbe des Hinter- 
leibes. — Länge 15 mm. Flügellänge etwas über 2 mm. 

Q. Das Weibchen hat bedeutend kürzere Fühler, welche 2 -[-12 sitzende, 
tonnenförmige Glieder zeigen. Die Glieder sind ebenfalls dicht kurz 
behaart und zeigen zwei Wirtel von kurzen Borsten. Das Endglied 
ist ebenso lang wie die übrigen, jedoch von eiförmiger Gestalt. Die 
Färbung des Thorax ist wie beim Männchen, doch etwas dunkler, Ab- 
domen fast blutroth. Flügel von denen des Männchens sehr ver- 
schieden: die dritte Längsader ist nämlich nach vorne geschwungen 
und geht viel weiter von der Flügelspitze in den Rand. Der hintere 
Ast der fünften Längsader steht mehr schief auf dem Hauptaste. — 
Länge 2 mm. Flügellänge Tö mm. 

Ich widme diese neue Art meinem verehrten Lehrer, Herrn Prof. Dr. Brauer, 
der diese Widmung als Zeichen meines wärmsten Dankes für die mir 
gewährte Einsicht in die Musealsammlung annehmen möge. 

Die Typen dieser Beschreibung befinden sich in meiner Sammlung. 

II. Clusia Mikii n. sp. — Q. 

cT. Rostgelb mit braunen Striemen und gefleckten Flügeln. Borsten 
sämmtlich schwarzbraun. — Kopf rostgelb; Stirn ziemlich stark glän- 
zend, in der Mitte etwas eingesenkt; Ocellenhöck er pechbraun, glänzend. 
Fühler rostgelb, kurz; erstes und zweites Glied am Vorderrande be- 
borstet; am zweiten Fühlergliede fällt eine längere Borste an der Ober- 
seite besonders auf; zweites Fühlerglied an der Aussenseite über das dritte 
vorgezogen; drittes Glied rundlich, an der Spitze gebräunt; Fühlerborste 



•) Ich halte mich in der Bezeichnung der Flügeladern an die Auseinandersetzungen Herrn 
1 Dr. Brauer 's über den Flügel von Ejndosis. — Cf. Wiener entomoU Zeitung II, 1883, Heft 2, p. 27. 
Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 18 



138 



Adam Haudlirsch. 



ziemlich lang, kurz bewimpert, üntergesicht in der Mitte mit einer 
breiten Rinne und einer braunen Längsstrieme versehen, sonst gelblich, 
silbern schimmernd. Taster länglich, von den Seiten zusammengedrückt, 
fast blattförmig, deutlich vorstehend, gelblich, mit dunklen Börstchen dicht 
besetzt. Die BeborstungdesKopfes besteht aus zwei Scheitelborsten ^) 
jederseits, zwei Paar Ocellarborsten, drei Fraontoorbitalborsten jederseits 
und einem Paare kürzerer, nach vorne gerichteter, sich kreuzender Borsten 
auf der Stirnmitte über den Fühlern, einer sehr starken Knebelborste, 
drei kürzeren Borsten unter derselben und zwei abstehenden Wangen- 
borsten jederseits. Der Rand des Hinterkopfes ist mit kurzen, etwa in der 
Mitte seiner Höhe beginnenden und bei den Scheitelborsten endigenden 
Borsten besetzt. 

Thorax rücken glänzend rostgelb, mit zwei braunen, seitlich gelegenen 
Längsstriemen, die, vorne unscheinbar, nach hinten dunkler werden. 
Ausserdem findet sich vorne eine Spur von zwei genäherten Mittelstriemeu. 
Brustseiten mit einer deutlichen, dunkelbraunen Längsstrieme, welche 
der ganzen Länge des Thorax nach hinzieht, und mit einer kürzeren, 
etwas lichter braunen Strieme darunter, die von der hinteren Grenze der 
Vorderhüfte, unterbrochen durch die Mittelhüfte, bis zur vorderen Grenze 
der Hinterhüfte reicht. Schildchen und Schulter beulen rostgelb, 
Metathoraxrücken glänzend pechbraun. Der Thoraxrücken ist ganz 
mit kurzen, anliegenden Börstchen bedeckt und trägt ausserdem zehn 
Paare von Macrochaeten in folgender Verth eilung: Humeralborste eine, 
Posthumeralborsten zwei, Praesuturalborste eine, Supraalarborsten drei, 
jederseits, und ausserdem drei Paare Praescuteliarborsten, von denen das 
in der Mitte stehende schwächer ist. An den Brustseiten befinden sich 
eine Prothoracal-, drei Mesopleural- und eine Pteropleuralborste jeder- 
seits. Von den Mesopleuralborsten finden sich bei manchen Exemplaren 
vier, immer ist die oberste die grösste. Das Schildchen trägt sechs Borsten, 
von denen vier (zwei äussere längere, zwei innere kürzere) am Rande, 
zwei auf der Scheibe stehen. Das Mesosternum ist vor den Mittelhüften 
auffallender beborstet. 

Das Flügelgeäder gleicht dem von Clusia flava Meig.,^) nur ist die dritte 
Längsader etwas stärker geschwungen als bei dieser Art, die kleine 
Querader steht bei der Me igen 'sehen Art mit ihrem hinteren Ende 
mehr gegen die Spitze zu geneigt, und ihr Abstand von der hinteren 
Querader beträgt bei C. Mikii mehr als die Hälfte der Entfernung 
der hinteren Querader vom Flügelrande, während bei C. flava obiger 
Abstand kaum die Hälfte davon beträgt. Ausserdem ist der letzte 



In der Benennung der Macrochaeten folge ich der von Herrn Baron Osten-Sacken in 
„An essay of comparative Chaetotaxy" aufgestellten Nomenclatur. (Mittheilungen des Münchener 
entoxnol. Vereines, 1881, p. 121 — 138.) — Cf. auch Mik: Sitzungsberichte der k. k. zoolog.-hotan. 
Gesellschaft in V7ien XXXII, 1882, 1. März. 

Von M eigen als Heteromyza flava beschrieben: System. Beschr. VI, 46, 2 (1830). 



Zwei neue Dipteren. 



139 



Abschnitt der fünften Längsader bei C. Mikii kürzer als die hintere 
Querader, bei C. flava bedeutend länger. Die Flügel der neuen Art 
sind gelbgraulich getrübt und mit drei dunkel russbraunen Flecken 
geziert, von denen einer an der Mündung der ersten Längsader in die 
Costa, ein grösserer an der hinteren Querader und theilweise in der 
zweiten Hinterrandzelle sich befindet, und ein dritter, bindenförmiger von 
der Mündung der zweiten bis über die Mündung der vierten Längsader 
geht. Der letztere Fleck ist an der zweiten Längsader am intensivsten 
und säumt, gegen den Spitzenrand von einem ganz schmalen, licht er- 
scheinenden Saum umgeben, den Flügel an dieser Stelle. 

Auch die Beine von C. Mikii haben dieselbe Beschaffenheit wie bei der 
Me ige naschen Art, sie sind gelblich, mit dunklen, ganz kurzen ßörstchen 
vollständig bedeckt, die Tarsen etwas gebräunt. An den Hüften befindet 
sich je eine Reihe dunkler Börstchen, und an den Trochanteren stehen 
ebenfalls einige solche. Die Vorder- und Mittelschenkel tragen an der 
Oberseite mehrere zerstreut stehende Borsten und an der Unterseite eine 
kammartige Reihe von starken, kurzen Borsten wie bei C. flava, 
die Hinterschenkel zeigen nur an der Spitze eine Spur einer solchen 
Kammreihe. Die Schienen tragen Enddorne, von denen besonders einer 
an den Mittelschienen stark entwickelt ist. An den Vorderschienen findet 
sich ein ganz kleines Präapicalbörstchen. Die Tarsen sind einfach. 

Abdomen rostgelb, zweiter Ring oben und an den Seiten mit einem 
kleinen, pechbraunen Fleck, dritter und vierter Ring am Vorderrande mit 
einer breiten, pechbraunen Binde, von denen die am dritten Ringe bis- 
weilen durch eine etwas lichtere, dreieckige Stelle getheilt wird. Diese 
Binden sind nicht sehr scharf gegen die Grundfarbe abgegrenzt. Fünfter 
Ring braungelb. Genitalien kolbig, gegen das Ende gebräunt. Das 
ganze Abdomen ist mit kurzen Börstchen dicht bedeckt; der zweite, dritte, 
vierte und fünfte Ring tragen am Hinterrande eine Reihe von Macro- 
chaeten, und der zweite Ring ausserdem vor dieser Reihe jederseits noch 
mehrere Borsten. Unterseite des Hinterleibes mehr weniger rostgelb. 

Körperlänge 4 — 6mm. Flügellänge 4 — 6 mm. 

9- Das Weibchen unterscheidet sich ausser der etwas erheblicheren 
Grösse vom Männchen durch das Fehlen des Borstenkammes an den 
Vorder- und Mittelschenkeln und durch die konische, rostrothe Lege- 
röhre, welche ungefähr von der Länge des letzten Abdominalsegmentes, 
oben der Länge nach mit einer Rinne versehen und an den gespreitzten 
Endlamellchen mit einem Borstenkranze ausgestattet ist. 

Körperlänge 7-5 mm. Flügellänge 7 mm. 

Clusia Mikii unterscheidet sich von G. flava, die nur an der hinteren Quer- 
ader und am Spitzenrande eine etwas stärkere Trübung zeigt, auf den 
ersten Blick durch die gefleckten Flügel, ausserdem fehlt bei 
0. /?aya die braune Strieme am Untergesicht, es sind die Schulter- 
beulen braun und die Börstchen unter der Knebelborste ganz 

18* 



140 



Adam Handlirsch. 



schwach und klein. Der Thorax dieser Art zeigt nur eine angedeutete 
braune Strieme an den Brustseiten und, in gewisser Richtung besehen, 
eine Spur von Rückenstriemen. 
Die Arten lassen sich durch folgende kurze Diagnosen leicht auseinander- 
halten : 

Clusia flava Meig. l. c. — Alis apice et ad venam transversam posticam 
infumatis tantum, setulis sub vihrissam perparvis, calUs humeralibus 
piceis, facie Stria fusea nulla. 

Clusia Mikii n. sp. — Alis maculis trihus fuscis, setulis sub vibrissam 
distinctis, callis humeralibus flavis, facie Stria fusca. 

Ich fand diese schöne, neue Art, die ich meinem verehrten Lehrer, Herrn 
Prof. Josef Mik widme, in Gesellschaft von Clusia flava Meig., Hetero- 
neura pictipes Zett. und Mycetaulus bipunctatus Fall, in Frain bei 
Znaim in Mähren in der zweiten Hälfte des August 1883 in mehr 
als zwanzig Stücken. Merkwürdigerweise konnte ich nur ein einziges 
Weibchen finden und dieses in copula. Das Thier lebt an faulen 
Strünken von Carpinus betulus Lin. in schattigen Wäldern; wenige 
Exemplare traf ich an einem angefaulten, alten Stamm von Fagus sil- 
vatica Lin. — Die Art ist im Freien schwer zu sehen, da sie im Leben 
fast durchscheinend und durch ihre Färbung dem Aufenthaltsorte sehr 
angepasst ist; sie ist sehr flink, kehrt aber, aufgescheucht, wiederholt an 
dieselbe Stelle zurück, ^) 

Dr. J. R. Schiner fing zwei cf, die mit meinen Exemplaren vollkommen 
übereinstimmen, 1869 in Klosterneuburg (Nieder- Oesterreich) 
unter mir unbekannten Verhältnissen. Diese Exemplare befinden sich in der 
Sammlung des k, k. zoologischen Hofmuseums in Wien unter dem Namen 
Pholeogeton setiger Schin. in litt. Beschrieben hat Schiner die Art 
nirgends. 

Typen der neuen Art befinden sich im k. k. zoologischen Hofmuseum, in 
der Sammlung des Herrn Prof. Mik und in meiner Sammlung. 

Was die systematische Stellung der Gattung Clusia anbelangt, so 
kann ich nach sorgfältigem Vergleiche der Thiere mich nicht entschliessen, 
mit Dr. H. Löw^) zu sagen, dass „Heteromyza flava Meig. 1. c. = Hete- 
roneura spurca Halid. ^) den übrigen Heteroneura-Axten nahe genug stehe, 
um mit ihnen für jetzt noch in einer Gattung vereinigt bleiben zu können". 



1) Veher die ersten Stände vermag ich nichts anzugehen, da es mir hisher nicht gelang, 
aus dem von den Fangplätzen eingetragenen Moder das Thier zu erziehen, obwohl dasselbe höchst 
wahrscheinlich darin lebt, wie schon die Lebensweise von C. flava vermuthen lässt, welche ich 
ebenfalls aus faulem Holze von Carpinus erzog. (Cf. Boie: Stett. Ent. Zeit. 1847, p. 331.) 

Zeitschrift für Entomologie im Auftr. d. Vereines f. schles. Naturkunde zu Breslau, 
13. Jahrg., 1859, p. 11. — Vergl. auch H. Low: Wiener entomol. Monatsschr., Vol. I, 1857, p. 51, 
wo die Unterschiede zwischen Heteroneiira spurca Halid. = Clusia flava Meig, und den genuinen 
Heteroneuren hervorgehoben sind. 

3) Entomol. Mag. I, 171. 



Zwei nene Dipteren. 



141 



Ich bin vielmehr der Ansicht, dass die Aufstellung der Gattung Clusia^) 
durch Haliday^) eine ganz berechtigte ist, und dass diese Gattung in 
Zukunft nicht einmal bei den genuinen Heteroneurinen wird bleiben 
können. Niemand wird z. B., wenn er nach Schiner's Tabellen 3) die 
Gattung Clusia bestimmen Avill, auf „Heteroneurinae" kommen, denn das 
Hauptmerkmal derselben: „der Abstand der beiden Queradern vier- 
bis fünfmal kleiner als der der hinteren Querader vom Flügel- 
rande" kann auf Clusia durchaus nicht angewendet werden. Ausserdem 
unterscheidet sich unsere Gattung von den Heteroneurinen ^sogleich durch 
das Fehlen der abstehenden Präapicalborste an den Hinter- 
schienen. 

Es wird meiner Meinung nach Clusia Halid. mit Heterochroa Schin. *) 
zusammen am besten zwischen die Heteroneurinen und Cordylu- 
rinen zu stellen sein, mag man sie nun zu dieser oder zu jener Gruppe 
im weiteren Sinne ziehen oder sie unter dem Namen Clusiinae als 
gleichwerthige Gruppe betrachten. Am Nächsten stünde diese Gruppe 
den Cordylurinen, von denen sie sich aber ebenfalls leicht durch das 
Fehlen der abstehenden Präapicalborste an den Hinter- 
schienen unterscheidet. Dr. Schiner bringt 1. c. seine neue Gattung 
Heterochroa, obwohl er selbst sagt, dass sie durch das Geäder von allen 
Geomyzinen abweiche und Aehnlichkeit mit den Heteroneurinen 
habe, zu dieser Gruppe. Dass Schiner auch sein Pholeogeton in litt, 
in der Sammlung zu den Geomyzinen reihte, scheint mir zu beweisen, 
dass auch er die Verwandtschaft dieser beiden Thiere erkannte. M eigen 
stellte seine Heteromyza flava ebenfalls zu den Geomyzinen. 

Es zeigt eben obiges Beispiel recht deutlich, wie schwer es ist, die 
Musciden in natürliche, gut abgegrenzte Gruppen zu bringen. 

Heterochroa Schin. 1. c. lässt sich von Clusia Halid. durch Folgendes leicht 
unterscheiden: die S-förmig geschwungene hintere Querader 
steht mit ihrem Hinterende ziemlich schief gegen die Flügelspitze, 
während sie bei Clusia fast senkrecht auf der fünften Längsader 
steht. Bei Heterochroa fehlen die zwei Borsten auf der Stirn- 
mitte über den Fühlern, und es fehlt auch beim Manne an allen 
Beinen die kammartige Eeihe von Borsten; auch ist bei dieser 
Gattung der Thorax reichlicher beborstet, doch kann ich die An- 
ordnung der Macrochaeten nicht vergleichen, weil bei den Novara-Exem- 
plaren die Beborstung nicht gut erhalten ist. Die Fühlerborste ist 
stärker gefiedert. 



1) Den Gattungsnamen Clusia verwirft H. Low schon deswegen, weil er an eine alte 
Pflanzengattung vergeben ist, ein Grund, der mir auf keinen Fall stichhältig erscheint. 
^) Annais of natural history II, 188, 1838. 

Fauna Austriaca II, 1864, p. III. 
*) Novara-Dipteren, Wien 1868, p. 236. 



142 



Adam Handlirsch. Zwei neue Dipteren. 



Interessant ist auch der Parallelismus im Habitus der Arten von 

Heterochroa aus Chile und von Glusia aus Europa: H. picta Schin. 1. c. 

mit gefleckten Flügeln, H. hicolor Schin. 1. c. mit ganz ungefleckten 

Flügeln und C. 3IiJcii mihi mit gefleckten Flügeln, C. flava Meig. 1. c. 

mit leicht be rauchten Flügeln, wovon sich je zwei Arten in der That 

habituell sehr ähnlich sind. 
Schliesslich spreche ich noch Herrn Custos Prof. Dr. Brauer meinen 

wärmsten Dank aus für die mir gewährte Benützung der Originalexemplare 

Schiner's. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel V. 



Fig. 1. Cecidomyia Brauerin. si^.: Flügel des cf. (Vergr.) 

„2. „ „ „ „ Flügel des 9- (Vergr.) 

„ 3. „ „ „ „ Fühlerendglieder des ^. (Vergr.) 

„ 4. „ „ „ „ Fühlerendglieder des 9- (Vergr.) 

„ 5. „ „ „ „ Gallen an Hypericum perforatum Lin. 

(Nat. Gr.) 

„ 6. „ „ „ „ Einzelne Galle. (Vergr.) 

„ 7. „ j, „ „ Gallenschuppe mit dem Cocon. (Vergr.) 

„ 8. „ „ „ „ Verlassener Cocon. (Vergr.) 

„ 9. Clusia Mikii n. sp.: Flügel des cf- (Vergr.) 

„ 10. „ flava Meig.: Flügel des cf, sehr kleines Exemplar. (Vergr.) 

„ 11. Heterochroa picta Schin.: Flügel des cf- (Vergr.) 

„ 12. Heteroneura pictipes Zett. : Flügel des . (Vergr.) 



143 



Beiträge zur Kenntniss der Jugendstadien der Psylliden. 

Von 

Dr. Franz Low in Wien. 
(Mit einem Holzschnitte.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Mai 1884.) 

Während von anderen Pflanzenläusen die festsitzenden, flügellosen In- 
dividuen besser bekannt sind als die geflügelten, kennt man bei den Psylliden 
nur von einer geringen Anzahl, bis jetzt nur ungefähr von einem Drittel der 
bekannten Arten, die flügellosen Jugendstadien. Die Ursache hievon liegt haupt- 
sächlich in der Kleinheit und ünscheinbarkeit dieser Thiere, sowie auch in 
ihrem flachen, dünnen, platt an die Pflanze anliegenden und meist mit dieser 
gleichfärbigen Körper und in ihrem verborgenen Aufenthalte an der Unterseite 
der Blätter, in Blatt- und Zweigachseln, oder zwischen den Falten der jungen, 
an den Triebspitzen befindlichen Blätter und dergleichen mehr, wodurch die- 
selben nicht leicht wahrzunehmen und daher nur mit Mühe aufzufinden sind. 

Aber gerade bei den Psylliden ist die Kenntniss ihrer Jugendstadien und 
des Aufenthaltes derselben von grösster Wichtigkeit, weil wir nur durch diese 
zur Kenntniss der Nährpflanzen dieser Insecten gelangen; denn wir können nur 
jene Pflanze als die Nährpflanze einer Psylliden-Art ansehen, auf welcher wir 
die Eier und Larven derselben beobachten, nicht aber jene, auf welcher wir blos 
die geflügelten Imagines antreff'en, da diese ihre Nährpflanze sehr häufig ver- 
lassen und sich längere oder kürzere Zeit auf anderen Pflanzen aufhalten. 

Ich habe deshalb den Jugendstadien der Psylliden stets besondere Auf- 
merksamkeit zugewendet und möchte durch die nachfolgenden Mittheilungen 
auch Andere zu einschlägigen Beobachtungen anregen, 

I. Beschreibung der Larven von fünf Arten. 

1. AmblyrrJiina cor/nata F. Lw. — Die Larve gleicht im Aussehen 
einer PsyZZa-Larve, ist grün und hat einige sehr bleiche, bräunliche Flecken auf 
dem Kopfe und Bücken, gelbbraune. Flügelscheiden und silbergraue Augen. Die 



144 



Dr. Franz Low. 



Fühler sind etwas länger als die Hälfte der Körperlänge, gelb, am Ende schwarz ; 
die Flügelscheiden verhältnissmässig klein, nach vorn bis zur Wurzel allmälig 
verschmälert, hinten abgerundet, nur bis zum Hinterrande des ersten Abdominal- 
segmentes reichend, am Eande und oben in der Mitte mit einer Längsreihe 
schwarzer Borsten besetzt; die Beine gelblich; die Schienen am Ende mit einem 
Kranze kleiner Dörnchen, aussen mit zwei langen, schwarzen Borsten besetzt 
und so lang als der zweigliederige, an der Spitze braune Tarsus. Das Abdomen 
ist grün, an der Spitze bräunlich, oben mit sechs Längsreihen schwarzer, ab- 
stehender Borsten besetzt, von welchen die äusseren am Eande stehen und so 
lang sind als der halbe Querdurchmesser des Abdomen; der Vorderrand des 
Kopfes ist mit einigen schwarzen Börstchen besetzt. 

Diese Larve lebt einzeln an der Unterseite und in den Achseln der Blätter 
von Cytisus ratisbonnensis Schäff., besonders jener, welche sich nahe dem Boden 
befinden, und verwandelt sich gegen Ende Juni oder Anfangs Juli zum ge- 
flügelten Insecte. Es ist bis jetzt noch nicht bekannt, in welchem Entwicklungs- 
stadium diese Psyllide überwintert. Ich habe Grund zu der Vermuthung, dass 
die Weibchen ihre Eier schon im Herbste absetzen und dann absterben. 

2. JPsylla tilmi Fstr. — Die Larve dieser Art ist der von Psylla pere- 
grina Fstr. sehr ähnlich. Sie ist grün und hat bräunliche Fühler- und Tarsen- 
spitzen, röthliche Augen und bleiche Flügelscheideu, welche in der Mitte mit 
einem gelbbraunen, länglichen Flecken gezeichnet und am Aussenrande mit 
achtzehn bis zwanzig bleichen Borsten besetzt sind. Am Hinterrande ihres 
Abdomen stehen beiderseits der Mitte zehn ziemlich lange, bleiche, nach hinten 
gerichtete Borsten. 

Sie lebt gesellig auf Ulmus campestris L. und effusa W., besonders auf 
letzterer Ulmenart häufig, und besetzt die Blattachseln der jungen Triebe im 
Frühlinge. Aus den ihren After umgebenden Wachsdrüsen sondert sie ein 
weisses Secret ab, welches in Form eines hohlen, wurmförmigen Stranges, der 
den flüssigen Excrementen der Larve den Durchgang gestattet, zum Vorscheine 
kommt. Dieser weisse Strang, welcher die Anwesenheit der in den Blattachseln 
hinter den Nebenblättern verborgenen Larven verräth, verlängert sich fort- 
während, bricht aber in Folge seiner eigenen Schwere zu wiederholten Malen ab 
und erreicht daher keine sehr bedeutende Länge. Ueberdies secernirt diese 
Larve aus den an der Oberseite der letzten Abdominalsegmente befindlichen 
Wachsdrüsen äusserst feine, weisse Fäden, welche zusammen eine sehr lose, 
leichte Flocke bilden. Die Verwandlung der Larve zum vollkommenen Insecte 
geht gewöhnlich im Laufe des Monats Juni vor sich. Eine Ueberwinterung der 
Imagines findet nicht statt. 

3. Trioza maura Fstr. — Larve sehr flach, 2^2^^- ^'<^^S^ 2mm. 
breit, eiförmig, vorne etwas breiter als hinten, ganz kahl, grün, gelb, oder gelb 
mit grünen Fleckchen ; eine vom Vorderrande des Kopfes bis fast zur Abdomen- 
spitze reichende Rückenstrieme, ein Saum rings um den ganzen Aussenrand der 
Larve und drei in der Mitte beiderseits der Rückenstrieme unterbrochene 



Beiträge zur Keuntniss der .Tngendftadien der Psylliden. 



145 



Querbinden, von welchen sich die vordere in der Mitte der Vorderflügelscheiden, 
die mittlere und hintere an den Hinterrändern der Vorder- und Hinterflügel- 
scheiden befinden, schwarzbraun. Augen im Leben roth. Clypeus schwarzbraun. 
Fühler sehr kurz, grün oder gelb, gegen die Spitze hin schwarzbraun, an der 
Uuterseite des Kopfes zwisclien den Augen sitzend. Beine 
einfarbig grün oder gelb. Flügelscheiden sehr gross, 
etwas transparent, die vorderen vorn über den Kopf 
hinausragend. Der Aussenrand der Larve ist ringsum 
mit einer Reihe dicht aneinander liegender, hyaliner, 
seidengläuzeuder, sehr dünner Secretstäbchen gesäumt, 
welche an Länge gleich sind der Breite des schwarz- 
braunen Saumes. 

Sie lebt einzeln an der Unterseite der Blätter 
von Salix alba und purpurea L. und verwandelt sich 
in der Regel erst im October zur Image, welche über- 
wintert. Erst im folgenden Mai und im Juni legen die Weibchen ihre Eier 
ab. Larven dieser Art, welche von parasitischen Hymenoptereu angestochen 
sind, werden ganz schwarz und sind stets nur an der Oberseite der Blätter 
genannter Sdlix-kxten anzutreffen. 

4. Trioza Scottii F. Lw. — Larve sehr flach, 2 mm. lang, 172 mm. 
breit, beinahe elliptisch, ganz kahl, sehr blassgrün, fast farblos. Augen röthlich- 
braun. Fühler kurz, beinahe farblos, mit dunkler Spitze, an der Unterseite des 
Kopfes zwischen den Augen sitzend. Beine sehr blassgrün, fast farblos, mit 
bräunlichen Tarsen. Flügelscheiden, sowie der Rand des Abdomen farblos, 
transparent; erstere vorn bis vor die Augen reichend. Aussenrand der Larve 
ringsum mit einer Reihe dicht aneinander liegender, sehr dünner, glasheller, 
seidenglänzender Secretstäbchen gesäumt, von welchen die am Rande des Ab- 
domens stehenden fast zweimal so lang als die übrigen und ungefähr ein Viertel 
so lang als das Abdomen sind. Ausserdem secernirt diese Larve vom Rande 
des Afters feine, weisse, gekräuselte oder spiralig gedrehte Fäden, welche von 
der Unterseite des von ihr besetzten Blattes herabhängen. 

Sie lebt gesellig an der Unterseite der Blätter von Berberis vulgaris L. 
und verwandelt sich erst von Ende September an bis November zum voll- 
kommenen, geflügelten Insecte, welches überwintert. Die Weibchen legen erst 
im folgenden Juni ihre Eier, welche sie an die Unterseite der jungen, zarten 
Berberis-BYsitteT kleben. Jede Stelle dieser Blätter, auf welche von dem Weibchen 
ein Ei geklebt wird, senkt sich bald darnach etwas ein, so dass das Ei dann in 
einem Grübchen sitzt, dem auf der Oberseite des Blattes ein kleines, rundes 
Höckerchen entspricht. ^) Befinden sich viele solche mit Eiern besetzte Höckerchen 
auf einem Blatte, so krümmt sich dieses mehr oder weniger stark nach unten 




*) Diese Höckerchen der Blätter von Berheris vulgaris L. hat zuerst G. v. Frauenfeld 
(Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellachaft, 1866, p. 979) erwähnt, ihr Entstehen aber irrthümlich 
Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 19 



146 



Dr. Franz Low. 



kahnförmig zusammen, und es ist daher diese Blattdeformation ebenso wie die 
Entstehung der erwähnten Höckerchen eine unmittelbare Folge des Eierlegens 
der Weibchen von Trioza Scottii F. Lw. und nicht des Saugens der Larven 
dieser Art. 

5. Trioza remota Fstr. — Larve flach, 2mm. lang, V/^Toam. breit, 
oben und unten kahl, blassgrün, mit gelben Flecken auf der Mitte des Rückens. 
Augen rothbraun. Fühler und Beine sehr blassgrün, beinahe farblos, an der 
Spitze bräunlich. Erstere sehr kurz, circa so lang als die halbe Kopfbreite, 
an der Unterseite des Kopfes zwischen den Augen sitzend. Flügelscheiden gross, 
vorn bis zum Vorderrande des Kopfes vorgezogen, beinahe farblos, ihr Aussen- 
rand, sowie der des Kopfes und des Abdomen mit einer Reihe dicht aneinander 
stehender, sehr dünner Stäbchen umsäumt, welche aus glashellem Secrete be- 
stehen und von welchen die am Rande des Abdomen sitzenden fast zweimal 
so lang als die übrigen und circa ein Viertel so lang als das Abdomen sind. 

Sie lebt einzeln an der Unterseite der Blätter von Quercus pedunculata 
Ehrh. und sessilifiora Salisb., ohne eine Deformation zu verursachen. Ihre Ver- 
wandlung zum vollkommenen, geflügelten Insecte geht erst in den Monaten 
September und October vor sich. Die Imagines überwintern und sind im fol- 
genden Jahre meist schon an schönen Märztagen auf den um diese Zeit noch 
kahlen Zweigen verschiedener Sträucher und Bäume, insbesondere auf den Nadeln 
von Coniferen wieder anzutreffen. 

II. Verzeichniss derjenigen Psylliden -Arten, deren Jugendstadien 
beschrieben sind. 

Da die biologischen Mittheilungen über Psylliden in der Literatur zer- 
streut und daher nicht für Jedermann leicht zugänglich sind, es für alle Jene, 
welche sich dem Studium der Psylliden widmen, aber wünschenswerth ist, zu 
wissen, von welchen Arten die Jugendstadien noch zu erforschen sind, so habe 
ich es für zweckmässig erachtet, diejenigen Arten, deren Jugendstadien bereits 
bekannt gemacht wurden, im Folgenden zu verzeichnen. 

Livia Juticorum Latr. — Die Larve beschrieb Latreille (Hist. nat. des 
Fourmis etc. 1802, p. 321—325) und F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1881, p. 157). Sie lebt auf Juncus lampocarpus Ehrh., 



dem Saugen der oben beschriebenen Tr«oza- Larve, deren Aufzucht ihm damals nicht glückte, 
zugeschrieben. Dagegen wurde von Friedr. Thomas (Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss., Bd. XL VI, 
1875, p. 442 und 446) nach dem Vorgange bei der Bildung ähnlicher Höckerchen auf den Blättern 
von Aegopodium Podagraria L. (bewirkt durch Trioza aegopodü F. Lw.) und von Lactuca muralis Less. 
(bewirkt durch Trioza fiavipennis Fstr.), deren Entstehen er beobachtete, ganz richtig vermuthet, 
dass auch die Blatthöckerchen von Berheris vulgaris schon durch das Eierlegen der Weibchen 
hervorgerufen werden. 



Beiträge zur Kenutuißs der Jugendstadien der Psylliden. 



147 



nach J. Scott auch auf /. conglomeratus L., und deformirt die Blüthen- 
stände zu beseuförmigen Gebilden. 

Euphyllara oUvina 0. G. Costa {oleae Fousc). — Die Larve dieser auf 
Olea europaea L. lebenden Art wurde von Boyer de Fonscolombe 
(Ann. Soc. Ent. France 1840, p. 101) und Ach. Costa (DegP insetti che 
attacano 1' olivo etc. 1857, p. 35—42) beschrieben und von Letzterem 
tav. IIB, fig. 3—4 auch abgebildet. 0. G. Costa gab in seiner „Mono- 
grafia degp insetti ospitanti suU' ulivo e nelle olive", Napoli 1839, auf 
tav. I, fig. h nur eine sehr mangelhafte Abbildung der Larve. 

JRhhiocola aceris L. — Bezüglich der Larve dieser Art und deren Lebens- 
weise vergl. F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1879, 
p. 559). Sie lebt auf Acer campestre, pseudoplatanus und platanoides L. 

Rh* ericae Curt. — Die auf Calluna vulgaris Salisb. lebende Larve dieser 
Art wurde von F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 
1879, p. 560, Taf. XV, Fig. 10) beschrieben und abgebildet. 

Rh, succincta Heeg. — lieber die Larve und Entwicklung dieser Art sieh 
Heeg er (Sitzungsber. d. Akad. d. Wisseusch. Wien, Bd. XVIII, 1855, 
p. 43, Taf. IV, Fig. 2—3) und F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. 
Gesellschaft 1881, p. 163). Sie lebt auf Buta graveolens L. 

JRh. Targionii Licht. — Ueber die Larve dieser Art macht Lichtenstein 
(Ann. Soc. Ent. France (5), T. IV, 1874, Bull. p. CCXXVIII) nur einige 
wenige Angaben. Sie lebt auf Pistacia lentiscus L. und verursacht 
Rollung und Runzelung der jungen Blätter. 

Rh. speciosa Flor. — Die Larve und deren Lebensweise beschrieb F. Low 
(Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1881, p. 165). Sie lebt auf 
den Blättern von Populus nigra L. und pyramidalis Roz. und verursacht 
Rollung derselben. 

Aphalara nervosa Fstr. — Die Larve wurde beschrieben von J. Scott 
(Entom. Monthlj Mag., vol. XIX, 1882, p. 20). Sie lebt auf Ächillea Müle- 
folium L. 

Ap7i. picta Zett. — Ueber die Larve und deren Lebensweise vergl. F. Low 
(Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1879, p. 562, Taf. XV, Fig. 14). 
Sie lebt auf Leontodon hastilis L. 

PsyUopsis fracchiicola Fstr. — Die Larve beschrieb F. Low (Verhandl. d. 
k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1877, p. 138). Sie lebt auf den Blättern 
von Fraxinus excelsior L., ohne eine Missbildung derselben zu verur- 
sachen. 

Ps. fraxini L. — Die Larve dieser Art wurde von G. v. Frauenfeld 
(Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1864, p. 690) beschrieben. 
Sie lebt in blasig aufgetriebenen Randrollen der Blätter von Fraxinus 
excelsior L. 



148 



Dr. Franz Low. 



Calophya rhois F. Lw. — Bezüglich der Larve dieser Art sieh F. Low 
(Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1878, p. 599). Sie lebt auf 
Rhus cotinus L. und verursacht Eunzelung der Blätter. 

Psylla hrevimitennata Flor. — Beschreibung der Larve gaben G. v. Frauen- 
feld (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1866, p. 978) und 
F. Low (ibid. 1876, p. 204). Ihre Nährpflanze ist Sorbus Äria L. 

jPs. pyri L. — Die auf Pyrus communis L. lebende Larve dieser Art wurde 
schon von Degeer (M^m., T. III, 1773, p. 141, pl. IX, fig. 1, 2, 5) be- 
schrieben und abgebildet. 

Ps, pyricola Fstr. — Die auf Pyrus Malus L. und communis L. lebende 
Larve dieser Art beschrieb J. Curtis (Gard. Chronicle 1842, p. 156, 
Fig.) und J. Scott (Entom. Monthly Mag., vol. XIX, 1883, p. 205). 

JPs, pyrastriF. Lw. — Ueber die Larve dieser Art vergl. F. Low (Verhandl. 
d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1877, p. 147). Sie lebt auf Pyrus 
Malus L. 

JP«. crataegi Schrk. {costatopunctata Fstr.) — Die auf Crataegus oxyacantha L. 
lebende Larve dieser Art beschrieb F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1879, p. 571). 

JPs» pyrisuga Fstr. {pyri Schmdbg. nec L.) — Ueber die Larve dieser Art und 
deren Lebensweise vergl. Schmidberger (Beitr. z. Obstbaumzucht etc. I, 
1827, p. 179—195), Kollar (Naturg. d. schädl. Ins. 1837, p. 282), Goureau 
(Ins. nuisibles 1862, p. 34—35) und F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1879, p. 568). Sie lebt auf Pyrus communis L. 

Fs, peregrina Fstr. — Beschreibungen der auf Crataegus oxyacantha L. 
lebenden Larve dieser Art gaben F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. 
Gesellschaft 1879, p. 573) und J. Scott (Entom. Monthly Mag., vol. XVII, 
1880, p. 65). 

JPs. mali Schmdbg. — Die Larve beschrieb Schmidberger (Beitr. z. Obst- 
baumzucht etc. IV, 1836, p. 186—199) und Kollar (Naturg. d. schädl. 
Ins. 1837, p. 284). Sie lebt auf Pyrus Malus und communis L. 

JPs, ulmi Fstr. — Ueber die Larve dieser Art sieh oben p. 144. 

jRs. viburni F. Lw. — Die auf Viburnum Lantana L. lebende Larve dieser 
Art wurde von F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 
1876, p. 195) beschrieben. 

JPs» visci Curt. {ixophila F. Lw.) — Ueber die Larve dieser auf Viscum album L. 
lebenden Art sieh F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 
1862, p. 108, Taf. X^, Fig. 6—8, und 1879, p. 574). 

JPs. alni L. — Die Beschreibung der Larve dieser Art lieferte schon Degeer 
(Mem., T. III, 1773, p. 148, pl. X, fig. 8-18). Eine Abbildung derselben 



Beiträge zur Kenntniss der Jugendstadien der Psylliden. 



149 



gab ausser Degeer auch F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesell- 
schaft 1876, Taf. II, Fig. 26). Sie lebt an den Triebspitzen von Alnus 
glutinosa Grtn. und incana DC. 

Ps, Försteri Flor. — Die Larve wurde von F. Low (Verhandl. d, k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1876, p. 201, Taf. II, Fig. 27) beschrieben und abgebildet. 
Sie lebt an den Triebspitzen von Älnus glutinosa Grtn. und incana DC. 

Ps, huxi L. — Bezüglich der Jugendstadien dieser auf Buxus sempervirens L. 
lebenden Art vergl. ßeauraur (Mera., T. III, 1737, p. 351—362, pl. XXIX, 
Fig. 3—12), Westwood (Gard. Chronicle 1852, p. 517, fig.), F. Low 
(Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1881, p. 169) und J. Scott 
(Entom. Mouthly Mag., vol. XVIII, 1881, p. 18). 

Ps. pruni Scop. — Die Larve beschrieb F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1876, p. 205). Sie lebt auf Prunus domestica und 
spinosa L. 

Ps. alaterni Fstr. — Die Beschreibung der Larve dieser auf Rhamnus Ala- 

ternus L. lebenden Art gab F. Low (Verhandl. d, k. k. zoolog.-botan. 

Gesellschaft 1879, p. 576). 
Ps, melanoneura Fstr. (crataegi Fstr. nec Schrk.) — Die Larve hat F. Low 

(Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1876, p. 208) beschrieben. 

Sie lebt auf Crataegus oxyacantha L. 

Ps, nigrita Zett. {pineti Flor.) — Die Larve wurde von F. Low (Verhandl. 
d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1877, p. 136) beschrieben. Sie lebt auf 
Salix purpurea L. 

Ps, rhamnicola Scott. — Die Beschreibung der Larve dieser Art lieferte 
J. Scott (Entom. Monthly Mag., vol. XV, 1878, p. 67). Ihre Nährpflanze 
ist Rhamnus cathartica L. 

Ps, salicicola Fstr. — Die Larve dieser Art hat F. Low (Verhandl. d. k. k. 
zoolog.-botan. Gesellschaft 1876, p. 200, Taf. II, Fig. 23—25) beschrieben 
und abgebildet. Sie lebt auf Salix caprea und aurita L. 

Ps, iteophila F. Lw. — Eine Beschreibung der Larve gab F. Low (Verhandl. 
d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1876, p. 198). Die Nährpflanze der- 
selben ist Salix incana Schrk. 

Amhlyrrhina cognata F. Lw. — Ueber die Larve dieser Art sieh oben 
p. 143. 

Spanioneura Fonscolombei Fstr. — Die Larve beschrieb J. Scott (Entom. 
Monthly Mag., vol. XVI, 1879, p. 85). Ihre Nährpflanze ist Buxus sem- 
pervirens L. 

Arytaina fjenistae Latr. — Eine Beschreibung der Larve lieferte J. Scott 
(Entom. Monthly Mag., vol. XVII, 1880, p. 132). Deren Nährpflanzen 
sind Sarothamnus scoparius Wim. und Ulex europaeus L. 



150 



Dr. Franz Low. 



Aryt. adenocm'pi F. Lw. — Die Larve wurde von F. Low (Verhandl. d. 
k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1879, p. 553) beschrieben. Sie lebt auf 
Ädenocarpus commutatus Guss. {cebennensis DC). 

Alloeoneura radiata Fstr. — Die Larve beschrieb F. Low (Verhandl. d. 
k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1881, p. 168). Ihre Nährpfianze ist Cytisus 
nigricans L. 

Homotoma ficus L. — Ueber die Larve dieser auf den Blättern von Ficus 
carica L. lebenden Art haben geschrieben: Reaurnur (M^m., T. III, 1737, 
p. 351— 362, pl. XXIX, fig. 17—20) und G. v. Frauenfeld (Verhandl. 
d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1867, p. 801). 

Trichopsylla Walkeri Fstr. — Bezüglich der Larve dieser Art vergl. G. v. 
Frauenfeld (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1861, p. 169, 
Taf. HD, Fig. 7) und F. Low (ibid. 1876, p. 209—210). Sie lebt auf 
Rhamnus cathartica L. und verursacht Blattranddeformationen. 

Trioza centranthi Vall. {Neilreichii Frfld.) — Ueber die Larve dieser Art 
machten Mittheilungen: Vallot (Mem. Acad. Sc. Dijon 1828—1829, p. 106), 
G. V. Frauenfeld (Verhandl. d, k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1861, 
p. 689) und Edm. Andrö (Ann. Soc. Ent. France [5], T. VIII, 1878, 
p. 80—81, pl. I, fig. 5—7). Sie lebt auf Gentranthus ruber DC. und 
Valerianella dentata Poll, und bewirkt Deformation der Blätter und 
Blüthen. 

Tr. chenopodii Reut. — Von der Larve dieser Art gibt Reuter (Entom, 
Tidskrift 1881, p. 162, Fig.) Beschreibung und Abbildung. Sie lebt auf 
Chenopodium- und Atriplex- Arten. 

Tr* Scotfii F. Lw. — Ueber die Larve dieser Art sieh oben p. 145. 

Tr, albiventris Fstr. — Die Larve beschrieb F. Low (Verhandl. d. k. k. 
zoolog.-botan. Gesellschaft 1879, p. 582). Sie lebt auf Salix alba L., 
purpurea L. und Husseliana Sm. 

Tr, marg inepunctata Flor. — Von der Larve dieser auf Bhamnus Ala- 
ternus L. lebenden Art gibt F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. 
Gesellschaft 1879, p. 583) eine Beschreibung. 

Tr, rJiamni Schrk. — Ueber die Larve dieser auf Bhamnus cathartica L. 

lebenden Art schrieben: Schrank (Fauna boica II, 1, 1801, p. 141) und 

F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1876, p. 211). 
Tr, remota Fstr. — Ueber die Larve dieser Art sieh oben p. 146, 
Tr, urticae L. — Die Larve hat schon Degeer (Mem., T. III, 1773, p. 134, 

pl. IX, fig. 17 — 26) beschrieben und abgebildet. Sie lebt auf Urtica dioica 

und urens L. 

Tr, erithml F. Lw. — Die Larve beschrieb J. S cott (Entom. Monthly Mag., 
vol. XIX, 1882, p. 64). Ihre Nährpflanze ist Crithmum maritimum L. 



Beiträge zur Kenntnitis der Jugendstadien der Psylliden. 



151 



Tr. maura Fstr. — Die Beschreibung und Abbildung der Larve dieser Art 
sieh oben p. 144. 

IV. striola Flor. — Die Larve beschrieb F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1879, p. 580). Deren Nährpflanze ist Salix capreali. 

Tr. senecionis Scop. {silmcola Frfld.) — lieber die Larve dieser Art sieh 
G. V. Frauenfeld (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1861, 
p. 170) und F. Low (ibid. 1879, p. 587). Sie lebt auf Senecio nemorensis L. 

Tr, aegopodii F. Lw. — Die Larve hat F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1879, p. 584) beschrieben. Sie lebt auf Aegopodium 
Podagraria L. und verursacht Blattdeformationen. 

Tr, cliiv/sanfltemi F. Lw. — Eine Beschreibung der Larve dieser auf Chry- 
santhemum Leiicanfhemum L. lebenden Art gab F. L ö w (Verhandl. d. 
k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1879, p. 592). 

Tr, cirsii F. Lw. — Bezüglich der Larve dieser auf Cirsium Erisühdles Scop. 
lebenden Art vergl. G. v. Frauenfeld (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. 
Gesellschaft 1866, p. 980) und F. Low (ibid. 1881, p. 266). 

Tr, mtinda Fstr. (nec Flor.) — Ueber die Larve dieser Art sieh G. v. 
Frauen feld (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1866, p. 979). 
Sie lebt auf Knautia silvatica Dub. 

Tr, cerastii H. Lw. — Ueber die Larve machten Mittheilungen: Herrn. Loew 
(Stettin, ent. Zeitg. 1847, p. 344, Taf. I, Fig. 2—3) und F. Low (Verhandl. 
d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1879, p. 591). Sie lebt auf Cerastium 
triviale Lk. und semideeandrum L. und verursacht Missbildungen der 
Blätter, Blüthen und Triebe. 

Tr, rumicis F. Lw. — Die Larve beschrieb F. Low (Verhandl. d, k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1879, p. 558). Ihre Nährpflanze ist Rumex seutatus L., 
dessen Blätter und Blüthen durch ihr Saugen missbildet werden. 

Tr, flavipennis Fstr. — lieber die Larve dieser Art machte F. Low (Ver- 
handl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft 1871, p. 843—846) Mittheilungen. 
Sie lebt auf Lactuca muralis Less. 

Tr, proxima Flor. — Die Larve dieser auf Hieracium Pilosella L. und pra- 
tense Tsch. lebenden Art hat F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. 
Gesellschaft 1873, p. 141—143, Taf. II C, Fig. 7—8) beschrieben und ab- 
gebildet. 

Anmerkung. Eine von mir ausgeführte zweite Zucht der auf 
den vorgenfyinten Hieracien lebenden jTn'o^a - Larven , aus welchen ich 
nicht, wie von der ersten Zucht, blos weibliche, sondern auch männliche 
Imagines erhielt, hat ergeben, dass diese der Trioza proxima Flor, 
angehören. Es beziehen sich deshalb die (1. c.) von mir gebrachten 



152 Dr. Franz Low. Beiträge zur Kenutniss der Jugendstadien der Psylliden. 

Mittheilungen nicht, wie der Titel derselben besagt, auf Trioza flavipennis 
Fstr., sondern auf die Tr. proxima Flor. 

Tr. dispar F. Lw. — Die Larve beschrieb F. Low (Verhandl. d. k. k. zoolog.- 
botan. Gesellschaft 1879, p. 592). Sie lebt auf Taraxacum officinale Wigg. 
und Leontodon hastilis L. 

Tr. hinotata F. Lw. — Von der Larve dieser auf Hippophae rhamnoides L. 
lebenden Art gab F. Low (Wien, entom. Zeitg. II, 1883, p. 85) eine 
Beschreibung. 



153 



Die ersten Stände einiger Lepidopteren. 

Beschrieben von 

Alois F. Kogenhofer. 



(Vorgelegt in der Versammlung .am 5. März 1884.) 

1. Erehia Gerne Hb. var. Spodia Stdg. 
{Psodea Freyer 121.) 

Erwachsen 26 mm. lang. 

Kopf gelbbraun, dicht dunkel punktirt und mit kurzen, steifen, blass- 
gelben Haaren besetzt, Clypeusrand gewulstet, etwas gebräunt, Mandibeln gelb- 
lich; sechs Ocellen in einem Bogen, die drei oberen sehr nahe aneinander, die 
zwei obersten klein, das dritte das grösste, die nächsten drei einzeln, ungefähr 
je 0"5 mm. von einander entfernt, schwarz mit glasheller Mitte. 

Körper gleichmässig mit kurzen, weissgelben, ziemlich steifen Haaren 
besetzt. Farbe lehmgelb, mit bräunlichem Dorsal- und jederseits zwei Lateral- 
streifen, von denen der obere etwas schwächer ist. Jeder Eückenring, der erste 
und letzte ausgenommen, hat zwischen den Seitenlinien vier aus braunen Punkten 
bestehende Querlinien, auf denen in Eeihen die weissgelben, kurzen Haare stehen. 

Lüfter klein, schwarz, die am ersten und vorletzten Einge die grössten, 
ober denselben vom ersten bis dritten Einge eine laterale, gleichgefärbte, ab- 
gesetzte Linie. 

Ueber den Füssen ein dunkel chocoladegefärbter, breiterer Streif. 

Bauch und Füsse etwas heller gefärbt, kürzer behaart, ersterer mit einer 
beiderseits durch die Füsse unterbrochenen, bräunlichen Linie. Brustfüsse mit 
dunkleren Spitzen und je einem brauneu Flecken hinterwärts. Die oberen After- 
spitzen sehr kurz. 

Puppe 14mm. lang, glatt, blass schalgelb (wie beiilf. Galathea), Augen, 
Kussel und Fussscheiden braun gerandet, Flügel dem Eippenverlaufe nach, 



I. siehe diese Verhandlungen, Bd. XXV, 1875, p. 797. 
Z. B. Ges. Bd. XXXIV. Abb. 



20 



154 



Alois Rogenhofer. 



gegen den Band zu etwas stärker, braun gestriemt, am Scheitel ein schwärz- 
licher, viereckiger, am Vorderrücken vier schwächere, in einer Keihe stehende 
Fleckchen. Hinterleib am ersten Rückensegment vier bräunliche Strichelchen 
in einer Querlinie, die übrigen Segmente (zwei bis sieben), mit Ausnahme der zwei 
letzten einfärbigen, mit einer Doppelreihe von je sechs ziemlich dicken, braunen 
Punkten, die auf dem zweiten bis vierten Ringe über den rothbraunen Lüftern 
durch grössere, etwas dunklere Flecken verdeckt werden; Bauchringe jederseits 
nur mit zwei etwas helleren Punkten besetzt, Afterspitze dicklich, hornbraun, 
etwas glänzend, grubig punktirt, am Ende schwarz, mit einigen kleinen Häkchen 
besetzt, an der Bauchseite mitten eine Rinne. 

Liegt in einer kleinen Grube in der Erde. 

Ei verhältnissmässig gross, rund, glatt, glänzendweiss. 

Die Raupe wurde von meinem Freunde H. Vincenz Dorf me ister aus 
Eiern erzogen, „die ein bei Aflenz (Ober-Steiermark') gefangenes Q in der 
Zahl von beiläufig fünfzig Stücken im Juli legte, aus denen nach circa zehn 
Tagen die Räupchen schlüpften; die Mehrzahl derselben ging aber ein, vier 
Stücke jedoch wuchsen ziemlich schnell, und zwar so, dass sie im September 
nämlichen Jahres die Puppen und Ende des nächsten Octobers die Schmetterlinge 
(zwei cT und zwei 9) lieferten, von denen die cf grössere Augenflecken auf der 
Oberseite der Flügel haben als die im Freien gefangenen Stücke. Die übrigen noch 
am Leben gebliebenen Raupen überwintern in der vorletzten oder einer noch frü- 
heren Häutung, und ist der Umstand, dass diese vier so abnorm schnell wuchsen, 
wohl nur auf Rechnung der Zimmerzucht zu setzen, indem sie bei einer Durch- 
schnittstemperatur von circa 15*^ R. immer im Dunkeln waren, wo sie lieber 
fressen. Im rauheren Alpenklima überwintern wohl sicher alle Raupen". 2) 

In der Gefangenschaft nehmen die Raupen Festuca- Arten (meist ovina) 
und Poa annua als Futter. 

Die Spodia-Üm^e hat viel mehr Aehnlichkeit mit jener von E. Medea, 
die nur Einen abgesetzten, breiteren Seitenstreif hat, als mit der ihr näher ver- 
wandten E. Medusa (die grasgrün ist), welche beide Arten bei Aflenz zusammen 
fliegen, erstere in Uebergängen zur Hippomedusa. Das Zusammenvorkomme 
beider spricht auch für die ganz gerechtfertigte Trennung beider Arten (Staudin 
ger^s Katalog d. Lepid. 1871, p. 24, Nr. 299). 

2. Zygaena hrizae Esp. 

Erwachsen 19 mm Länge. 

Kopf klein, schwarz, neben dem Stirndreieck, das hell gerandet, pech 
braun, Mandibeln schwarz, Fühler auf lichtem Grunde, sechs Ocellen, seh 
klein, weisslich, in einem Kreise, die unterste getrennt, die drei oberen nah 
beisammen. 



1) Circa 1000 Meter hoch, am südSstliclien Abhänge des Hochscliwabs gelegen. 
") Nach H. Vincenz Dorfmeister's Mittheilung. 



Die ersten Stände einiger Lepidopteren. 



155 



Leib grünlichgelb, in den Riiigeinschnitten etwas schwärzlichgrau; jeder 
Ring, ausgenommen der erste, hat nahe dem vorderen Segmentrande am Rücken 
zwei rundliche, sammtschwarze, glatte Flecken, hinter diesen je einen runden, 
hellgelben, auf dem feine, schwarze Punkte, aus welchen theils schwarze, theils 
weissliche Haare entspringen, stehen. 

Ober und unter den hellen, breit schwarz gerandeten Lüftern je eine 
Reihe gleichbehaarter Wärzchen, desgleichen auch zwei Reihen etwas kleinerer 
über den Füssen; diese sind nur weisslich behaart. Der Rücken bis zur schwach 
angedeuteten Subdorsallinie ist dicht mit feinen, schwarzen, unbehaarten 
Punkten besäet. 

Brustfüsse schwarz, vor denselben ein schwarzer Strich ; Bauch und Füsse 
etwas heller, die fusslosen Ringe mitten mit zwei kleinen, behaarten Wärzchen., 
Die Raupe erinnert etwas an jene von Z. laeta. 

Die Puppe schmutziggelb, mit schwärzlichen Flügel-, Fuss und Fühler- 
scheiden, Afterspitze kugelig abgerundet, glänzendbraun, mit zwei flachen 
Höckerchen am Cremanter, oben schwach chagrinirt. Das Gespinnst von der 
Form jenes der Z. scdbiosae, glänzend silberweiss, flach, mit zwei schwachen 
Leisten gegen die Mitte. 

Die Raupe, eine Entdeckung meines langjährigen Freundes Ambros 
Barts cht, lebt im Mai auf den Blättern von Cirsium arvense L. in Holz- 
schlägen des Wienerwaldes. Z. hrizae ist selten und sehr local in der Um- 
gebung Wiens, bei Hainbach, beim Holländerdörfel nächst Neuwaldegg, weiter in 
Nieder-Oesterreich bei Gösing nahe Krems und im sogenannten Spittelwalde 
bei Bruck a/L. 

Die oben erwähnten feinen schwarzen Punkte auf der Rückenfläche, 
die in keiner Beschreibung erwähnt werden, kommen nicht bei allen Zygaena- 
Raupen vor, ich bemerkte selbe bei folgenden: Z. scabiosae, exulans (sehr stark), 
trifolii, lonicerae und filipendulae, bei denen dieselben durch die tiefschwarze 
Fleckenzeichnung verdeckt werden, peucedani und lavandulae; sie fehlen bei 
Z. 3[inos, punctum, occitanica, carniolica und formosa. Ungefärbt, hell (wie 
eingestochen) erscheinen diese Punkte bei Z. achilleae, meliloti, fausta, sedi 
und Ganymedes, bei laeta sieht die Dorsalfläche wie fein chagrinirt aus. 

3. Setina roscida S. V. 

Länge der erwachsenen Raupe 20 mm. 

Kopf glänzend schwarz, kurz und sparsam greis behaart, Stirndreieck 
und Clypeus pechbraun gerandet; Ocellen fünf im Halbkreise, pechbraun. 

Leib. Die Färbung, ein schmutziges Graubraun, das ziemlich dicht mit 
nnregelmässigen, gelblichen Flecken bedeckt ist, erinnert sehr an jene von Bryo- 
phila raptricula Hb., oder noch mehr an die Futterpflanze dieser und der vor- 
erwähnten Art, an Farmelia (Xanthoria) parietina L. Die Dorsale aus ziemlich 

20* 



156 



Alois Rogenhofe r. 



breiten, guramigutgelben Flecken, die in den Einschnitten etwas getrennt sind, 
bestehend, ebenso die Seitenlinie (stigmalis). Jeder Ring hat acht in einer 
Querreihe stehende, sammtschwarze , rundliche Warzen, ziemlich dicht mit 
circa 3 mm. langen schwärzlichen Haaren, die theilweise zart gefiedert sind, 
besetzt, und jedes Haar steht auf einem glänzend schwarzen Pünktchen; nur 
die drei ersten Ringe haben sechs Warzen, da die der Dorsale zunächst liegenden 
breiter sind und so aussehen, als ob sie aus zwei kleineren zusammengeschmolzen 
wären (dadurch dürften sich die Setina-Uau-pm von jenen der Lithosien leicht 
unterscheiden lassen). 

Die Lüfter stehen in der Seitenlinie (stigmalis), sind hell und fein schwarz 
gerandet. Bauch wie die Beine und Nachschieber röthlichgrau, letztere zart 
behaart, Krallen pechbraun, innen heller. 

Rosenb erger beschreibt im Correspondenzblatt des Naturforschervereines 
zu Riga, XX. Bd., 1874, p. 44, die Raupe von Set. Kuhlweinii Hb., die in vielen 
Stücken mit jener der vorliegenden übereinstimmt. Weitere Beobachtungen der 
ersten Stände, namentlich über die südlichen Formen, wie alpestris Z., würden 
mehr Aufklärung über diese Gruppe bringen. 

Puppe 9 mm. lang, honiggelb, glatt, schwach glänzend, mit abgestumpftem 
Ende, letzte Rückensegmente zart behaart, Cremanter mit einer schwachen Rinne; 
sie ruht in einem weisslichen, mit den Haaren vermischten leichten Gespinnste 
zwischen ihrer Futterpflanze, Parmelien, an Felsen und Steinen; im Kalk- 
gebiete der südlichen Umgebung Wiens, wo sie von mir und meinem Freunde 
V. Dorf meist er Ende April und Mai aufgefunden wurde, Puppenruhe vier 
Wochen. 

Das Ei ist rundlich, glatt, weiss. 

4. LifJiosia cereola Hb. ^) 
Erwachsen 17 mm. Länge. 

Kopf glänzend schwarz, klein, sparsam mit schwärzlichen Haaren besetzt. 
Clypeus wulstig, hell beborstet und gerandet, Fühler kurz, pechbraun; Ocellen 
klein, pechbraun, in einem Halbbogen, die drei oberen näher beisammen, die 
zwei unteren weiter getrennt. 

Leib grau röthlichbraun, in den Seiten etwas heller, erster Ring mit 
sechs in einer Reihe knapp am Kopfe stehenden schwarzen, kurz behaarten 
Wärzchen, die übrigen Ringe, mit Ausnahme des letzten, an dem die Wärzchen 
dieselbe Anordnung wie am ersten zeigen, haben ausser den in gleicher Reihe 
befindlichen sechs Wärzchen, gerade in der gelben Rückenlinie, jederseits ein 
hinter dem ersten und zweiten Warzenpaare stehendes, etwas breiteres Wärzchen. 



^) Das bislang unbekannte und selir seltene ^ beschrieb Zell er, Stettiner entomologische 
Zeitung, XXXVIII. Bd., 1877, p. 429. 



Die ersten Stände einiger Lepidopteren. 



157 



Knapp hinter dem Kopfe beginnend jederseits eine citronengelbe Eückenlinie 
(L. subäorsalis), die bis zum After reicht; Lüfter sehr klein, schwarz gerandet 
iperitrema ^) schwarz), das am ersten Ringe grösser mit gelblicher Mitte. Ueber 
den Füssen eine etwas heller gelbe Fleckeubinde {L. infrastigmalis Weism.^), 
unter welcher meist auf hellerem Grunde auf jedem Ringe ein kleineres, behaartes 
Wärzchen steht. 

Brustfüsse durchscheinend horubraun, mit dunklerer Spitze; Bauchfüsse 
etwas heller, seitlich behaart. Bauch licht röthlichgrau, die fusslosen Ringe in 
der Mitte behaart. 

Puppe 8 mm. lang, hell bräunlichgelb, glatt, After spitze stumpf, ohne 
Auszeichnung, mit schwach rinnenartigem Einschnitt; in einem leichten, mit 
wenig Haaren gemischten Gespinnste. 

Die Raupe wurde von mir im Juni erwachsen bei Schluderbach 3) (Ost- 
Tirol), an Steinen auf Parmelia (parietina?) fressend gefunden und im Juli 
die Imago (9) daraus erzogen. 

5. Gnophos serotinaria S. V,, Hb. 
Länge der erwachsenen Raupe 32 mm. 

Kopf rundlich, Scheitel wenig eingeschnitten, ockergelb, mit blassröth- 
lichen Fleckchen, mit kurzen, einzelnen, schwärzlichen Haaren besetzt, Clypeus- 
rand, Mandibeln und Fühler gelblich; fünf Ocellen in einem Bogen, die zwei 
oberen gleich weit von einander, die drei unteren nahe beisammen auf dunklem 
Grunde mit hellerer Cornea; bei einem jungen, kaum halbgewachsenen Stücke 
sind sämmtliche Ocellen glänzend schwarz. 

Leib ziemlich dick, walzig, vorne wenig verjüngt, hell ledergelb, dicht 
mit grauröthlichen Atomen und Strichelchen bestreut, glatt, am vierten bis 
neunten Ringe neben der schwach angedeuteten Dorsale je ein hellgelbes, rundes, 
unbehaartes Wärzchen (in den früheren Häutungen nicht bemerkbar), am eilften 
Ringe an derselben Stelle, aber näher beisammen, zwei kleine, hellgelbe Fleisch- 
spitzen, und am vorletzten eineQuerreihevonachtkleinen, gleichgefärbten Spitz chen. 

Auf dem vierten bis achten Ringe, neben der Rückenmitte, je ein brauner, 
dreieckiger Fleck, innen gelb begrenzt, scharf am Vorderrande eines jeden Seg- 
mentes. Lüfter gelblich, schwarz gerandet, Bauch etwas weisslicher, in der Mitte 
des vierten bis siebenten Ringes ein rundlicher, brauner Fleck, Brustfüsse horn- 
braun, iBauchfüsse und Nachschieber von der Farbe des Leibes, mit braunen 
Hakenkränzen. 

Puppe 13mm. lang, honigbraun, glatt, glänzend, mit matteren Flügel- 
scheiden und Ringeinschnitten, dunklerem Aftersegmente, etwas chagrinirt, Spitze 



1) Berg, Horae soc. roBS. 1876, p, 168, nennt die Umrandung: peritrema. 

Weißmaun, Studien zur Descendenztheorie II, 1876. 
ä) Siehe diese Verhandlungen, XX VII. Bd., 1877, p. 494. 



158 



Alois Rogenhof er. Die ersten Stände einiger Lepidopteren. 



abgerundet, Cremanter mit zwei längeren, convergirenden Mittel- und vier kür- 
zeren Seitenhäkchen besetzt; ruht in einem lockeren, mit etwas Erde vermischten 
Gespinnste. 

Ei tonnenförmig, schwach längsrippig, mit feinem, dichten Netze zwischen 
den Eippen, hellröthlich. 

Die Raupe, von Herrn Vincenz Dorfmeister in Steiermark aus Eiern 
gezogen, wurde in der Gefangenschaft mit Taraxacum officinale gefüttert; im 
Freien dürfte sie, wohl wie die meisten Gnophiden, auf Flechten leben. 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen Gesellschaft 

in Wien. 

Herausgegeben ron der Gesellschaft. 

jrnhrsangieS'I. 

XXXIV. Band. — II. Halbjahr 

(Versammlung am 4. Juni, 2. Juli, 1. Octöber, 5. November, 3. December.) 
Mit 9 Tafeln (Taf. VI— XIV) und 3 Holzschnitten. 

Ausgegeben Anfangs April 1885. 



Wien, 1885. 

im Inlande besorgt durch A. Hölder, k. k. Hof- und üniversiläts- Bnchhändler. 
Für das Ausland in Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 

Druck von Adolf Holzhausen, 

k. k. Hof- und Universitäts-Buchdrucker in Wien. 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen GesellschaFt 

in Wien. 

Ueranggegeben von der Gesellschaft. 
XXXIV. Band. 

(Mit l4t Tafeln.) 
Ausgegeben Anfangs April 1885. 



Wien, 1885. 

Im inlande besorgt durch A. Hölder, k. k. Hof- nnd Dniversitats-Bucbhändler. 
For das Ausland io Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 



Druck von Adolf Holzhausen, 
h. k. Hof- und Universitäts Buchdrucker in Wien, 



Inhalt. 



Seite 

Stand der Gesellschaft VII 

Lehranstalten und Bibliotheken, welche die Gesellschaftsschriften beziehen XXXIX 
Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, mit welchen Schriftentausch 

stattfindet XLI 

Periodische Schriften, welche von der Gesellschaft angekauft werden . XL VIII 

Sitzungsberichte. 

Versammlung am 2. Jänner , . . . 3 

„ „ G. Februar 4 

„ „5. März 6 

Jahres -Versammlung am 2. April 7 

Versammlung am 7. Mai 16 

„ „ 4. Juni 19 

„ 2. Juli 20 

„ „1. October 22 

„ „5. November 23 

„ „ 3. December 26 

Anhang: Werke, im Jahre 1884 der Gesellschaft geschenkt ..... 29 



Wis:seiischaftliclie Abhandliangen. 
Zoologischen Inhaltes: 

Brauer F.: Entomologische Beiträge. (Mit Tafel X.) Abb. 269 

Dräsche Ritter v. Wartinberg: Ueber einige Molguliden der Adria. 

(Mit Doppeltafeln VI und VII und 1 Holzschnitte.) .... Abb. 159 

a* 



IV 



Inhalt. 



Seite 

Feiler Fr. v.: Mittheiluiig zur Naturgeschichte der Pauropoden Sitzb. 20 

Handlirsch A.: Zwei neue Dipteren. (Mit Tafel V.) Abb. 135 

Heller K. M. : Zur Biologie des Anisarihron harhi'pes. (Mit 1 Holz- 
schnitte.) Abb. 119 

Keferstein A. : Der Bomhyx oder Bomhylius des Aristoteles als Seide 

hervorbringendes Insect Abb. 123 

Keyserling E. Graf: Neue Spinnen aus Amerika. VI. (Mit Tafel XIIL) Abb. 489 

Kohl F. F.: Die Gattungen der Pompiliden. (Mit Tafel II.) . . . Abb. 33 

— Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. I. (Mit Tafel VIII 

und IX.) Abb. 171 

— — II. (Mit Tafel XI und XII.) Abb. 327 

Kreitbner E. : Massenhaftes Auftreten des Kohlweisslings bei Wien Sitzb. 27 
Low Fr. : Beiträge zur Kenntniss der Jugendstadien der Psylliden. (Mit 

1 Holzschnitte.) Abb. 143 

— Bemerkungen über Cynipiden Abb. 321 

— Bemerkungen über die Fichtengallenläuse. (Mit 2 Holzschnitten.) Abh. 481 
Möschler H. B.: Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden 

Lepidopteren Abh, 273 

Osten-Sacken C. E. : Berichtigungen und Zusätze zum Verzeichnisse 

der entomologischen Schriften von Caraillo Rondani . . . Abh. 117 

— Verzeichniss der entomologischen Schriften von Hermann Low Abh. 455 

Pelz ein A. v. : Ueber eine Spechtschmiede Sitzb. 6 

— Vorläufige Mittheilungen über die Abstammung des Haushundes Sitzb. 21 
Reinhard H.: Zwei seltene Giraud 'sehe Hymenopterengattungen . Abh. 131 
Reitter E.: Bestimmungs- Tabellen der europäischen Coleopteren. X. 

(Nachtrag zu dem V. Theile.) Abh. 59 

Rogenhof er A.: Die ersten Stände einiger Lepidopteren. II. . . Abh. 153 

— Ueber Chimaera (Atychia) radiata Abh. 563 



Botanischen Inhaltes: 

Beck G. : Aufruf an die Botaniker Nieder-Oesterreichs .... Sitzb. 17 
— und Br eidler J.: Trochobryuni nov, gen. Seligeriacearum. (Mit 

Tafel III.) Abh. 105 

Burger stein A. : Ueber einige physiologische und pathologische Wir- 
kungen des Kampfers auf die Pflanzen, insbesondere auf Laub- 
sprosse Abb. 543 

Hackel E. : Ruscus Hypoglossum L., ein neuer Bürger der Flora von 

Niederösterreich Sitzb. 21 

Heimerl A.: Floristische Beiträge. (Mit Tafel IV.) Abh. 95 



Inhalt. 



V 



Seite 

Müll 11 er M. F.: Hieracium imdoides T. in Niederösterreich. . Sitzb. 19 
Pfurtscheller P. : Beiträge zur Auatomie der Coniferenhölzer. (Mit 

Tafel XIV.) Abh. 535 

So IIa F. R. : Phytobiologische Beobachtungen auf einer Excursion nach 

Lampedusa und Linosa Abh. 465 

Voss W. : Materialien zur Pilzkunde Kraius. IV. (Mit Tafel I.) . . Abh. 1 

Zahlbruckner A.: Neue Beiträge zur Kenntiiiss der Lenticellen . Abh. 107 



VI 



Inhalt. 



Verzeichniss der Tafeln. 

Seite 

Tafel I. Voss W.: Materialien zur Pilzkunde Krains. IV 32 

„ II. Kohl F. F.: Die Gattungen der Pompiliden 58 

„ III. Breidler J. und Beck G.i Trochöbryum novum genus Seli- 

geriacearum 106 

„ IV. Heimerl A.: Floristische Beiträge 104 

„ V. Handlirsch A.: Zwei neue Dipteren . . . . . . . . . 142 

„ VI— VII. Dräsche Dr. R. Freiherr v.: lieber einige Molguliden 

der Adria 169—170 

„ VIII— IX. Kohl F. F.: Die Gattungen und Arten der Larriden 

Autorum. 1 268 

„ X. Brauer Prof. Dr. F.: Entomologische Beiträge 272 

„ XI— XII. Kohl F. F.: Die Gattungen und Arten der Larriden 

Autorum. II 453 — 454 

„ XIII. Keyserling E. Graf: Neue Spinnen aus Amerika. VI. ^) . . 534 
„ XIV. Pfurtscheller Dr. P.: Beiträge zur Anatomie der Coniferen- 

hölzer 542 



>) Bei der kleineren Figur 6 fehlt der Buchstabe a. 



Stand der Gesellschaft 

am Ende des 

Jahres 1884. 



Protector : 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft. 

Im Jahre 1885. 

Präsident! (Gewählt bis Ende 1885.) 
Seine Durclilaucht Fürst Josef Colloredo-Mannsfeld. 

Vicepräsidenten: (Gewählt bis Ende 1885.) 

P. T. Herr Brunner C. v. Wattenwyl. 
„ „ Kornhuber Dr. Andreas v. 
„ „ Latzel Dr. Robert. 
„ „ Mayr Dr. Gustav. 
„ „ Pokorny Dr. Alois. 
„ „ Reichardt Dr. Heinrich W, 

Secret'äre : 

P. T. Herr Beck Dr. Günther. (Gewählt bis Ende 1888.) 
„ „ Wettstein Dr. Richard v. (Gewählt bis Ende 1889.) 

Eechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1888.) 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 

Ausschussräthe: 
P. T. Herr Bergeustamm Julius v. 
„ „ Haimhoffen Gustav Ritter v. 
„ „ Mayr Dr. Gustav. 
„ „ Ostermeyer Dr. Franz. 
„ „ Pelz ein August v. 
y, „ Reichardt Dr. Heinrich. 
„ „ Reu SS Dr. A. Ritter v. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. 



(Gewählt bis Eode 1885.) 



X 



Mitglieder. 



*. T. 


Herr 


T hürnen Felix Freiherr v. 


(Gewählt bis Ende 






Bartsch Franz. 


(Gewählt bis Ende 






Fuchs Theodor. 






» 


» 


Kolazy Josef. 




» 


» 


» 


Künstler Gustav. 


» 




» 




Müll n er M. Ferdinand. 










Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr „ 


» 


» 




Steindachner Dr. Franz. 










Wachtl Friedrich. 










Aberle Dr. Carl. 


(Gewählt bis Ende 






Braun Heinrich. 










Brauer Dr. Friedrich. 










Brunner 7. Wattenwyl Karl. 






» 


}) 


T» i • T\ Ali? 1 

Burgerstein Dr. Alfred. 






» 




L-iaus Dr. Karl. 




>» 






Csokor Dr. Johann. 










Dräsche Dr. Richard Freiherr v. 




» 






Hauer Franz Ritter v. 


» 






» 


Kern er Dr. Anton Ritter v. 




» 






Kornhuber Dr. Andreas v. 


» 


» 






Latzel Dr. Robert. 


» 


» 


» 


» 


Low Dr. Franz. 






V 


» 


Low Paul. 


» 


» 




» 


Pokorny Dr. Alois. 


» 








Rogenhofe r Alois Friedrich. 








W 


Stur Dionys. 








w 


Türk Rudolf. 








» 


Vogl Dr. August. 










Wiesner Dr. Julius. 




» 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren tKaufmann Josef, Kolazy Josef. 
Die Pflaiizensammlung ordnen die Herren: Braun Heinrich, Müllner M., Oster- 

mayer Dr. Franz, Preyer Leopold, Zukal Hugo. 
Die Betheilung von Lehranstalten mit Naturalien besorgt Herr Josef Kolazy. 
Die Bibliothek ordnet Herr Franz Bartsch. 
Das Archiv hält Herr Paul Low im Stande. 



Amtsdiener : 

Herr Frank Cornelius, VIH., Florianigasse 31. IH. 



Mitglieder. 



XI 



Die Druckschriften der Gresellschaft werden überreicht: 

Im Inland e. 

Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Ki'onprinzen und Erzherzoge Kudolf. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Karl Ludwig. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge A Ihr echt. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Karl. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Salvator. 

Im Auslande. 

Seiner Majestät dem Kaiser von Deutschland. 10 Exemplare. 
Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 4 Exemplare. 
Seiner königl. Hoheit dem Prinzen zu Sachsen-Coburg. 
Dem souverainen Johanniter-Orden. 



SubTentionen für 1885. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
Von dem hohen niederösterreichischen Landtage. 
Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



b* 



XII 



Mitglieder. 



Mitglieder im Auslande. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, liabcn 

den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 

P. T. Herr Adams Arthur London. 

„ „ Adams Henri, Hann. Viilas, Notting Hill (W.) . London. 

„ „ A g a s s i z Dr. Alexander, Director d. Museums N. A. Cambridge. 

„ „ Albini Dr. Josef, Caval., Universitätsprofessor . Neapel. 

„ „ All man Dr. George James, Prof, 21 Manor PI. Edinburgh. 

„ „ Alvarez Dr. Louis, Prof u. Director d. Mus. . Bahia. 

„ „ Andrd Ed., Ingen., 21 Boul. Bretonier, Cöte d'or Beaume. 

„ An gas Georg Fr London. 

„ „ Angelrodt Ernst v., Missouri St. Louis. 

10 „ „ Ardi s sone Fr., Prof d. Bot. d. höh. Agric.-Schule Mailand. 

„ Arnold Dr. Ferd., k. Appellationsr., Sonnenstr. 7 München. 

„ „ Artzt A., k. Vermess. -Ingenieur, Voigtland . . Plauen. 

„ „ Aschers on Dr. Paul, Prof d. Bot. a. d. Univ. Berlin (SW.). 

„ „ Baden Dr. Ferdinand, Zahnarzt Altona. 

„ „ Bail Dr. Th., Prof. u. Director der Realschule Danzig. 

„ „ Baillon Ernst, Prof an d. k. Porst- Akademie . St. Petersburg. 

„ „ Baillon H., Prof d. Naturg. a. d. med. Fac. . Paris. 

„ „ Bain Dr. Mac, Marine -Arzt Edinburgh. 

„ Baird Spencer, Prof, Secr. der Smitsh.-Instit. Washington. 

20 » „ Balfour Dr. Hutton, Prof, 27, Moorleith Row. Edinburgh. 

„ „ Ball Valentin, Geolog, Trinity College . . . Dublin. 

„ „ Bamberger Georg, Apotheker, Schweiz . . . Zug. 

„ „ Barbey William, Canton Vaud, Schweiz . . . Vallegres. 

„ „ Barboza J. Rodriguez Rio-Janeiro. 

„ „ Barboza du Bocage Jos., Direct. d. naturh. Mus. Lissabon. 

„ „ Bark er Dr. John, Mus. Coli, of Surgeon . . . Dublin. 

„ Bary Dr. A. de, Prof d. Bot. a. d. Universität Strassburg. 

„ „ Bates H. W., Esq., 11. Carleton-Road (N) . . London. 

„ 5, Beling Theodor, Porstmeister am Harz . . . Seesen. 

30 „ „ Bell ardi Dr. Luigi, Professor Turin. 

„ „ Beneden Eduard v., Uiiiv.-Prof, Rue Nyston 26 Lüttich, 

„ „ Bennet Dr. G., Esq Sidney. 



Mitglieder. 



XIII 



P. T. Herr Berchou Dr. Ernest, Director (Gironde) . . . Pouillac. 

Bcrdau Felix, Prof. am Polytech. G. Lublin . Pivlawy. 

„ ., Berg Dr. Carl, Uuiversitäts-Professor .... Buenos-Ayres. 

„ Berg Dr. E., Hofratli St. Petersburg. 

^ Berggren Sven, Professor an der Universität . Upsala. 

„ Bergh Dr. Rudolf, Oberarzt, Stormgade 19 . . Kopenhagen. 

., Betta Edoardo, Nobile de Verona. 

„ Beathiu Dr. Hein., Steindamm 29, St. Georg . Hamburg. 

., „ Bignone Felix, Apotheker Genua. 

„ ., Bigot Jacques, Rue Cambon 27 Paris. 

„ Blanchard Dr. Emil, Professor, Mus.-Director Paris. 

„ Blanchet Ch Lausanne. 

„ „ Blasius Dr. Wilhelm, Director am zool. Museum Braunschweig. 

,, „ Blasius Dr. Rud., Stabsarzt a.D., Petrithor-Pr. 25 Braunschweig. 

„ Boek Christ., Prof. an der Universität .... Christiania. 

„ „ Bolivar Don Urrutia Ignazio, C. de Atocha 22 Madrid. 

„ „ Bommer Dr. J. E., Prof. d. Bot, u. Gustos . Brüssel. 

„ Bonizzi Dr. Paul, Prof. an der Univers. . . Modena. 

„ „ Bonorden Dr. H. F., Rgts.-Arzt, R.-B. Minden Herford. 

„ ., B n V u 1 i r Comte Henri, Rue de TUniversite 1 5 Paris, 

j, „ Boschniak Nik., Vicar d. serb. Klosters in . Grabovacz. 

„ Bo wring John j., Esq London. 

„ „ Brandt Dr. Eduard, Prof. d. med.-chir. Lehranst. St. Petersburg. 

„ ., Branzda Dr. D., Prof. d. Botanik a. d.Universität Bukarest. 

„ Brendegani Vinc, Rect. d. Kirche St. Rochus Verona. 

„ Bretschneider Dr. Ed., Arzt d. k. russ. Ges. Peking. 

„ „ Brot Dr. A., Professor, Malagnou 6 Genf. 

„ Bruce Dr. Samuel, 43, Kensington Gard. Sq. . London. 

Bruhin P. Th., Rev. Ohio, U.-St Columbus. 

,, „ Bruyn Arie Johannes de, Regimentsthierarzt . Zütpheu. 

„ „ Buchenau Dr. Fr,, Director u. Prof. d. Realsch. Bremen. 

Buchinger Dr. F., Director des Waisenhauses Strassburg. 

„ Burmeister Heinrich, Einsbüttel, Eichenstr, 22 Hamburg. 

„ Burmeister Dr. Herrn., Dir. d. naturh. Mus. . Buenos-x4.yres. 

,, ., Buse L. H., bei Arnheim, Niederlande. . . . Renkom. 

,, „ Busk Dr. George, Burlington-house .... London. 

„ „ CabanisDr. Joh. Lud,, ersterCustos amk. Museum Berlin. 

„ Canestrini Dr. Johann, Prof. an d.Universität Padua. 

,, „ Carp enterDr. Will., 8, Queens-Rd,, Primrose hin, London. 

„ „ Carte Dr, Alex., Dir. of the Mus. R. Society . Dublin. 

„ „ Cartier Robert, Hochw., Pfarrer, Cant. Solothurn Oberbucbsiten. 

„ „ Caruel Theodor, Professor der Botanik . . . Florenz. 

, „ Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ „ Castracane degli Antelminelli, Fran9. Conte . Rom. 



XIV 



Mitglieder. 



P. T. Herr Chiari Gerhard Kitter v., k. u. k. General-Consul Trapezunt. 

„ „ Cohn Dr. Ferdinand, Prof. d. Bot. a. d. Univ. . Breslau. 

„ „ Cogniaux Dr. A., Prof. b. Brüssel Jodoigne. 

80 „ „ Coldharn James G., Dir. of Christch. school. . Cawnpore. 

„ „ Co 11 et Robert, Dr. phil., bei Christiania . . . Homansby. 

„ „ Colosanti Dr. Josef, Assist, d, Pathologie . . Rom. 

„ „ Conrad Paul, Schiffscapitän a. D Bremen. 

„ „ Conwentz Dr. H., Dir. d. westpreuss. Prov.-Mus. Danzig. 

„ „ Cox C. James, Dir. d. naturhist. Museums . . Sidney. 

„ „ Crepin Fran<?ois, Director des botan. Gartens . Brüssel. 

„ „ Crosse H., Rue Tronchet 25 Paris. 

„ „ Cunha da Dr. Gerson, Director of asiat. soc. . Bombay. 

„ „ Dana James, Connecticut, N.-Am New-Haven. 

90 „ „ Davidson Dr. George, W., 13 Union-Place . . Edinburgh. 

„ „ Davidson Thomas London. 

„ „ De Candolle Alphons, e. Professor der Botanik Genf. 

„ „ Degenkolb Herrn., Rittergutsbesitzer bei Pirna Rottwegendorf. 

„ „ Deshayes Dr. G. Paul, Prof., Place royale 18 Paris. 

„ „ Desnoyers Johann, Bibliothecaire du Musee . Paris. 

„ Deyl Johann, Apotheker, Bosnien Travnik. 

„ „ Dingler Dr. Herm., Custos d. k. Herbars . . München. 

„ „ Doderlein Dr. Pietro, Prof. an der Universität Palermo. 

„ „ Doenitz Dr. Wilh., Assist, am naturhist. Mus. Berlin. 

100 n » Dohrn Dr. Anton, Prof., Vorstand d. zool. Station Neapel. 

„ „ Dohrn Dr. Carl A., Präs. des entom. Vereines Stettin. 

„ „ Dohrn Dr. Heinrich, Stadtrath Stettin. 

„ „ Douglas J. W., Esq., 8 Beaufort gard., Lewisham London (SE.) 

„ „ Douille August, Marine -Wundarzt, Martinique St. Pierre. 

„ „ Drude Dr. Oscar, Prof. u. Director d. bot. Gartens Dresden. 

,, Du Rieu W. N., Conserv. an d. Bibliothek . . Leyden. 

Eden F. W. van Harlem. 

„ „ Edwards Harry Wm., West-Virginien .... Coalburgh. 

„ „ Eichler Dr. A. W., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Berlin. 

110 „ Eidam Dr. Eduard, Assist, a. d. Lehrkanzel f. Bot. Breslau. 

„ „ Eliot Karl W., Prof. Boston. 

„ „ Ellen rieder Dr. C. v., Off. d. Gezondheit, Java Buitenzorg. 

„ Elliot Walter, Hawik N. B., Schottland . . Wolfelee. 

„ Ellis J. B., Esq., New Jersey, U.-St Newfield. 

„ „ Emery Med. Dr. Carl, Üniv.-Professor . . . Bologna. 

j, Engler Dr. Adolf, Prof. der Bot. an der Univ. . Breslau. 

„ ErscholTNikol., Wassili Ostroff 12. Lin. 15. Haus St. Petersburg. 

„ „ Eulen stein Dr. Theodor Dresden. 

„ „ Fahrer Dr. Johann, k. Stabsarzt München. 

120 „ „ Fairmaire Leon, Directeur de rhöpital St. Louis Paris. 



Mitglieder. 



XV 



P. T. Herr Falk Dr. Alfred, Professor an der Universität . Lund. 

„ „ Famintzin Dr. A,, Professor St. Petersburg. 

„ „ Fanzago Filipp, Prof. d. Zool. a. d. Universität Sassari. 

„ „ Farie James, Secr. geol. Soc. Andersonian Univ. Glasgow. 

„ „ Fatio Dr. Victor, Rue Massot 4 (N.) .... Genf. 

^ Fauvel Albert, Secr. Soc. fran9. d'Entom. . . Caen. 

„ „ FerreiraMan.Lag., Vice-Präsesd.hist.-geog.Inst. Rio Janeiro. 

j, „ Finsch Dr. Otto, Director am naturh. Museum Bremen. 

„ „ Fischer Dr. Karl, pr. Arzt Sidney. 

„ „ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ „ Folin F. Marquis de, Praes. soc. d. scienc. et artes Bayonne. 

„ „ Fontaine Cesar, Naturalist, Prov. Hainaut . . Papignies. 

„ „ Fontaine Julius de la, Göns, du Musee belg. Univ. Gent. 

^ „ Forel Dr. August, Dir. d. Irrenanst. Burghölzle b. Zürich. 

„ „ Forst Gr., Kaufmann Halberstadt. 

„ „ Fournier Dr. Eug., Gen. See. d. soc. bot. . . Paris. 

„ „ Frass Dr. Oskar Fr., Professor, Urbanstr. 13 . Stuttgart. 

„ „ Frey Dr. Heinrich, Prof. a. d. Universität . . Zürich. 

„ „ Frey-Gessner Emil, Mus.-Cust.,RueDecandolle Genf. 

„ „ Fries Th. M., Professor a. d. Universität . . Upsala. 

„ „ FriestadtR. F., Adjunct an der Universität . Upsala. 

„ „ FrietzeR., Apotheker, Reg.-Bez. Oppeln . . Rybnik. 

„ „ Garcke Dr. Aug., Prof. u. Cust. am k. Herbar Berlin. 

„ „ Gemminger Dr. Max, Adjunct am zool. Mus. München. 

„ „ Gerard W. K. Esq., 4 Waverley Place U.-S. . New- York. 

„ „ Gernet Karl, R.V., k. r. Geheimrath, Haus Lissitzin St. Petersburg. 

„ „ Gerstäcker Dr. Adolf, Universitäts-Professor . Greifswald. 

„ „ Goebel Dr. Carl Strassburg. 

„ „ Gobert Dr. Emil, Naturalist, Dep. Landes . . Mont-de-Marsan. 

„ „ GonzenbachJ. Guido, Professor Smyrna. 

„ „ Graells, D. Mariano de la Paz, Dir. d. z. Mus. Madrid. 

„ „ Grathwohl Wilhelm Fidelis, Grosshändler . . München. 

„ „ Gray As a, Prof. a. Haward College, N.-Am. . Cambridge. 

„ „ Grönland Dr. J., b. Jüterbog, landw. Akademie Dahme. 

f, „ Grote Radclilfe A., Prof. of nat. sc, N.-Am, . Buifalo. 

„ „ Günther Dr. Albert, Direct. am brit. Museum London. 

„ „ Guillaud Dr. A., Prof. agrcge ä la fac. de med. Montpellier. 

„ „ Guir ao D. Angel, y Navarro, Prof., C. del Prado 24 Madrid. 

„ „ Haast Dr. Julius, Director des Cauterbury Mus. Christ Church. 

„ „ Haber haue r Josef, Naturalist Taschkend. 

„ „ HaeckelDr. Ernst, Prof. d. Zool. a. d. Univ. . Jena. 

„ „ Hagen Dr. Hermann, Prof. am Mus. zu Boston Cambridge. 

„ „ Halfern Friedrich v., bei Aachen Burtscheid. 

„ „ Hance Dr. M. H. F., Esq., Vice-Consul . . . Whampoa. 



XVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Hanley Syl., Hanley-Road 1. Hoarseway Eise . London. 

„ „ Hans Wilhelm, Lausitz Herrenhut. 

„ „ Harold Edgar Freiherr v., Barrerstrasse . . . München. 

„ „ Harz Dr. Carl, Prof. d. Centr.-Thierarzneischule München. 

„ „ Haskins Dr. Alfred L., 98, Boylston Street . Boston. 

170 „ „ Hasskarl Dr. J. K., Rheinpreussen .... Cleve. 

„ „ H a u s e r F., k, Lieut. i. I. Fuss-Artill.-Reg. Bothmer Ingolstadt. 

„ Haussknecht Dr. Karl, Prof. der Botanik . . Weimar. 

„ „ Hedemann W.V., Nova Isaakjewzkiaja 22, Quill St. Petersburg. 

„ „ Hedenus Th., Apotheker bei Leipzig .... Neuraudnitz. 

„ „ Heldreich Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Gartens Athen. 

„ „ Heller v. Hellwald Friedr., Red. d. „Ausland" Stuttgart. 

„ „ Herder Dr. F. v., Bibliothekar a. k. bot. Garten Petersburg. 

„ „ Heurck Henri v., Professor Antwerpen. 

„ „ Heuser Dr. P., Diakonissenhaus-Arzt, Westphal. Bielefeld. 

180 „ „ Heyden Dr. Luc. v., Schlossstr. 54, Bockenheim b. Frankfurt a. M. 

„ „ Heynemann F Frankfurt a. M. 

^ „ Hiendlmayr Ant, Kaufm,, Schwanthalerstr. 10/3 München. 

„ „ Hieronymus Georg E., Prof. der ünivers. Arg. Cordova. 

„ Hildebrand Dr. F., Prof. d. Botanik, Breisgau Freiburg. 

„ „ Hille Dr. Louis, Hessen Marburg. 

„ „ Hoeme Alfons, Villa Elisabeth, bei Dresden . Ob.-Blasewitz. 

„ „ Ho ff mann Dr. Hermann, Prof. d. Botanik . . Glessen. 

„ „ Holmgren Aug. Emil, Prof. der Forstschule . Stockholm. 

„ „ Holzner Dr. Georg, k. Prof., b. Freising. . . Weihenstephan. 

190 „ „ Homeyer Ferd. Eugen v., Pommern .... Stolp. 

„ „ Hop f f garten Georg Max Bar. V., b. Langensalza Mülverstedt. 

„ „ Horn Georg H. M. D Philadelphia. 

„ „ Humbert Alois v., 11 rue de FHötel de Ville . Genf. 

„ 5, Huxley Dr. Thom. Henry, Prof., Royal Institut London. 

„ „ Irigoya Don Simon, Director des Museums . Lima. 

„ „ Jablonski Max, Gutsbesitzer Berlin. 

„ „ Jäckel Johann, Pfarrer, Baiern Windsheim. 

„ „ Janisch Karl, Hüttendirect., bei Seesen, Harz . Wiihelmshütte. 

„ „ Janni Josef, k. u. k. Consular-Agent .... Bombay. 

200 „ „ Jermy Gustave, Professor, Texas San Antonio. 

„ „ Jessen Dr. Karl, Prof. d. Bot. an der Universität Berlin. 

„ „ Jons so n Joh., a. d. Universität Upsala. 

„ „ Joseph Dr. Gustav, Docent, Neue Antoaienstr. 6 Breslau. 

„ „ Just Dr. Leopold, Prof. a. Polytechnicum . . Karlsruhe. 

„ „ Kahil Constantin, k. u. k. österr. Vice-Consul . Damiette. 

„ „ Keyserling Graf Eugen ........ Gross-Glogau. 

„ „ Kinberg Joh. Gustav, Prof. Stockholm. 

„ „ Kirchenpauer Dr., Senats-Präsident u.Bürgerm. Hamburg. 



Mitglieder. 



XVII 



P. T. Herr Kirchner Dr. Oskar Hohenheim. 

„ „ Kirsch Th., entom. Custos d. zool. Museum . Dresden. 

„ „ Koch Dr. Ludwig, prakt. Arzt, Cramer-Klettstr. Nürnberg. 

„ „ Koch Dr. Ludwig, Professor d. Universität . . Heidelberg. 

„ „ Kock J. V., k. Major, Gelderland bei Nymwegen Hess. 

„ „ Koepert Otto, stud. rer. nat., Auerstrasse 2 . S.-Altenburg. 

„ „ Koerber Dr. G. W., Prof. a. d. Universität . Breslau. 

„ „ Kölliker Dr. Albert v., Prof. an der Universität Würzburg. 

„ „ Körnicke D. Friedr., Prof., bei Bonn .... Popelsdorf. 

„ Kraatz Dr. G., Vorst, d. ent. V., Linkstr. 28 (W.) Berlin. 

Kr au SS Dr. Ferd., Prof., Director d. k. z. Museums Stuttgart. 

„ Krau SS Dr. Hermann, prakt. Arzt, Hafnerg. 3 . Tübingen. 

.. Kraus Dr. M. C, Baiern, b. Ansbach .... Triesdorf. 

„ „ Kriechbaumer Dr. Josef, Adj. a. k. zool. Mus. München. 

„ „ Krüper Dr. Theobald, Custos am Museum . . Athen. 

„ Kubary Johann C Hamburg., 

„ „ K ü h n Dr. Julius, Dir. d. landw. Instituts, Geh. Rath Halle a/S. 

„ „, Kuhn Dr. Max, Louisenstrasse 67 (NW.) c . . Berlin. 

„ Knntze Dr. Otto, Eutritsch 197 bei .... Leipzig. 

„ „ Laboulbene Alexander, Prof., Rue de Lille 11 Paris. 

„ „ Landerer Fr. X., Apotheker Athen. 

„ „ Lange V., Hofr., Chef der Telegraphen- Station . Odessa. 

„ „ Lanzi Dr. Matteo, Primararzt Rom. 

„ „ Layard E., Secretär, Südamerika Para. 

„ „ Lea Isaac, Präsid. d. Acad. of nat. scienc. . . Philadelphia. 

„ „ Le Comte Theophil, Belgien Lesines. 

„ „ Leder Hans, Naturalist, Elisabethpol, Caucasus . Helenendorf. 

„ „ Lefevre Theodor, Ingenieur, Rue de Pont neuf 10 Brüssel. 

„ „ Leibold Dr. Friedrich, Apotheker Santiago. 

„ Leidy Dr. Josef, Professor d. Universität . . . Philadelphia. 

,. Le Jolis Auguste, Präs. d. nat.-hist. Vereines . Cherbourg. 

„ ,. Letzner K., Hauptlehrer, Nicolaistrasse . . . Breslau. 

„ „ Leuckart Dr. Rudolf, Hofr., Prof. d. Universität Leipzig. 

„ ,, Leuthner Dr. Franz Basel. 

„ „ Lichtenstein J., Boulv. jeu de Paume 243 . . Montpellier. 

,, „ Lilljeborg Dr. Wilh., Professor d. Universität Upsala. 

„ „ Lindberg Dr. S. 0., Prof., Finnland .... Helsingfors. 

„ „ Lindeman Dr. Eduard R. v., Hofratb, Professor Odessa, 

p „ Lindemann Dr. Carl, Prof. d. landw. Akademie Moskau. 

„ „ Linhart Dr. Wenzel, Professor Würzburg. 

„ „ Lischke Dr. C. E., geh. Ob.-Regier.-Rath . . Elberfeld. 

I „ „ Lobscheid Dr. W. S., b. Bunzlau, Pr.-Schlesien Gnadenberg. 

„ „ Legan M. Thomas, Esq., Californien .... Sacramento. 

„ Los cos y Bemal, Senor Don, Spanien . . . Castel Serao. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. C 



XVIII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Loven Dr. S., Professor Stockholm. 

„ „ Low Dr. Ernst, Dessauerstr. 5 Berlin. 

„ „ Lütken Dr. Chr. Friedr., Insp. d. zool. Museums Kopenhagen. 

„ „ Mac Lachlan Rob., Westview Clarendon K., London (SE.). 

„ „ Magnus Dr. Paul, Professor, Bellevuestr. 8 . . Berlin. 

„ „ Malz ine F. de, Eue de Moulin 11 Brüssel. 

„ „ M änderst jerna Alex, v., k. General, b. Warschau Radom. 

260 » » Manzoni Dr. Angelo, bei Bologna Lugo. 

„ „ Marchai E., Conservator am botanischen Garten Brüssel. 

„ „ Marcusen Dr. Prof., k. Staatsrath, Lüttichaust. 10 Dresden. 

„ „ Marion A. F., Prof. d. Zool., Allee des Capucines 4 Marseille. 

„ „ Marsson Dr. Th Greifswalde. 

„ „ Martens Dr. Ed. v., Custos a. k. Mus., Professor Berlin. 

„ „ Martins Charles, Prof. und Dir. d. bot. Gartens Montpellier. 

„ „ Mayer Heinrich, Grosshändler Trondhjem. 

„ „ May et Valery, Professor Montpellier. 

„ „ Maximowicz Carl, Collegien-Rath St. Petersburg. 

270 „ „ Mazarredo D. Carlo de, Bergingenieur . . . Manila. 

„ „ Medem Niki., Freih., k. r. Gen. d. Artillerie . St. Petersburg. 

„ „ Meneghini Dr. Jos. Com., Professor d. Botanik Pisa. 

„ Mengelbier Wilhelm, Kaufmann Aachen. 

„ „ Merk Carl München. 

„ „ Meves W., am königl. Museum Stockholm. 

„ „ Meyer Dr. Adolf Bernh., Direct. d. k. zool. Mus. Dresden. 

„ „ Meyer Dr. Carl, Assistent am eidgen. Polyt. . Zürich. 

„ „ Milne-Edwards Alph., Prof. a. naturh. Mus. . Paris. 

„ „ Möbius Dr. Karl, Prof. an der Universität . . Kiel. 

280 5j n Moeschier Heinr. B., Bes. d. Kronförstchen b. Bautzen. 

„ „ Möhl Dr. H Cassel. 

„ „ Mohnike Dr. 0. G., Gesundheitsoffic, Java . Surabaja. 

„ „ Möller J. D., bei Hamburg Wedel. 

„ „ More A. G. Esq., royal Dublin society (Stdch.) Dublin. 

„ „ Moore Thom. J., F. L. Ph. S. Cur. a. Derby Mus. Liverpool. 

„ „ Moquin- Tandon Dr. G,, Prof. a. d. faculte d. sc. Besan9on. 

„ „ Morawitz Aug., Cust. d. ent. Abth. d. zool. Mus. St. Petersburg. 

„ „ Morawitz Dr. Ferd., Wosnessensky-Prosp. 33 . St. Petersburg. 

„ „ Morren Ed., Prof. und Director d. belg. hört. . Lüttich. 

290 „ n Mosling Svend, Adjunct an der Realschule. . Trondhjem. 

„ Motta Dr. Maia, Prof. der med. Facultät . . . Rio Janeiro. 

„ „ Mousson Alb., Professor, Zeltweg Zürich. 

„ Müller Ernst, Pr.-Schlesieu, bei Namslau . . Mittel -Wilkau. 

„ „ Müller Baron Dr. Ferdinand, Direct. d. bot. Gart, Melbourne. 

„ „ Müller Dr. Karl, Barfüsserstr. 8 Halle a/S. 

„ „ Müller Karl, Rector a. d. lat. Schule .... Trondhjem. 



Mitglieder. 



XIX 



Herr Müller Dr. N. J., Prof. d. Porst- Akademie . . Minden. 

„ Naegeli Dr. Heinrich, prakt. Arzt Rio Janeiro. 

„ Nägel i Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Universität München. 

„ Naumann Alexander, Sachsen Zittau. 



„ Neubauer Joh., S. J. Nordwood, Australien . Adelaide. 

„ Noerdlinger D.H., p. Ob. -Forstrath, Professor Hohenheim. 

„ Noerner Dr. Karl, Kaiserstrasse 8, Anhalt . . Dessau. 

„ Nolcken Baron J. H. W., Halwichshof, Curld. b. Friedrichstadt. 

„ Nylander Dr. Wilhelm Paris. 

„ Oehl E., Dr. d. Med., am Collegium Ghislieri . Pavia. 

„ Oertzenv. Eberhard Athen. 

„ Ornstein Dr. Bernard, Chefarzt d. gr. Armee . Athen. 

„ Osteii-Sackeu Karl Robert, Freih. v., Wredeplatz Heidelberg. 

„ OnlianiuiB., Soc. des amis d. nat. (p. H.L. Kittler) Moskau. 

Owen Richard, Esq., Professor London. 

,j Packard Dr. A. S., Prof., Rhode Island, N.-Am. Providence. 

„ Palmän Dr. Johann Axel, Prof. a. d. Univ. . . Helsingfors. 

„ Pancic Dr. Josef, Prof. d. Naturg. d. Hoclischule Belgrad. 

„ Pardozy Sastron, Senor Don Castellote. 

„ Pasqual e Josef, Prof., Strada anticilia 13 . . Neapel. 

„ Passerini Dr. Giov., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Parma. 

Patze C. A., Stadtrath und Apotheker. . . . Königsberg. 

„ Pauls en Don Ferd., Chile Santiago. 

„ Pavesi Dr. Peter, k. Professor an der Universität Pavia. 

P e c k Ch. H., Esq., State Botanist, New- York, U.-St. Albany. 

„ Pereira Dr. Jose, Secretär d. k. med. Akademie Rio Janeiro. 

„ Perez Areas, Don Laur., Prof. der Zoologie . Madrid. 

„ Peters Wilhelm, b. A. Hirschwald, Buchh. . . Berlin. 

„ Pfeffer Dr. W., Prof. d. Botanik Tübingen. 

„ P fitz er Dr. Ernst, Prof. d. Botanik .... Heidelberg. 

„ Philippi Dr. R. A., Prof. und Direct. a. Museum Santiago. 

„ Prantl Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Forstlehranst. AschafFenburg. 

„ Preadhomme de Borre Alfred, Secr. soc. ent. Brüssel. 

„ Pringsheim Dr. N., Prof., Bendlestr. 13 (W.) . Berlin. 

„ Pul lieh Dr. Georg, Hochw Rom. 

„ Purchas Arth., G. Rever Auckland. 

„ Puton Dr. A., Departement Vosges Remiremont. 

„ Puxty W. C, Lehrer a. Erdington Orphanage . Birmingham. 

„ Rad de Dr. Gustav, Staatsrath, Direct. des k. Mus. Tiflis. 

„ Radlkofer D. Ludw., Prof. d. Bot. a. d. Univ. München. 

„ Ramsay Eduard Prirson, Esq., Curator of Mus. Sidney. 

,, Ransonnet Eug. Freih., k. k. Leg.- Secr. a. D. München. 

„ Raskovich Michael, Prof. an der Hochschule . Belgrad. 

„ RavenelH. W., Esq., Süd- Carolina .... Aiken. 



XX 



Mitglieder. 



P. T. Herr ßeess Dr. Max, Prof. d. Botanik a. d. Univers. Erlangen. 

„ „ Regel Dr. Eduard, Direct. d. k. botan. Gartens Petersburg. 

„ „ Rehm Dr. H., k. Gerichtsarzt Regensburg. 

„ „ ReinhardDr. H., g.Ob.-Med.-Rath, Johannisg. 14 Dresden. 

„ „ Reinhardt Dr. Otto, Ob.-Lehr., Orauienstrasse 45 Berlin. 

„ „ Reinsch Dr. Paul Friedrich, Üniv.-Docent . . Erlangen. 

„ „ Renard Dr. Carl v.,Vicepräsidentd. nat.Gesellsch. Moskau. 

„ Reuter Dr. Otto Moranal, Univ.-Prof., Finnland . Helsingfors. 

„ „ Rey Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 Leipzig. 

350 „ „ Ribbe Heinrich, Naturalist, bei Dresden . . . Blasewitz. 

„ „ Richiardi Dr. Sebasi, Prof. d. Naturg. d. Univ. Bologna. 

„ „ Roberts Dr. Alfred, Esq Sidney. 

„ Robertson David, 4, Regent Park terrace . . Glasgow. 

„ „ Roffiaen Francois, Vicepräs. d. malac. Gesellsch. Brüssel. 

„ „ Röder Victor von, Oekonom, Herzogth. Anhalt Hoym. 

„ „ Römer Dr. Ferd., Prof. an der Universität . . Breslau. 

„ „ Rösler Dr. Carl Friedr. Herrn Japan. 

„ „ Ross D. Milton, AI. Esq., Canada Toronto. 

„ „ Rütimey er-Frankhausen Karl L., Professor Basel. 

360 w » Rutot A., p. Staatsbahn-Ingenieur Brüssel. 

„ „ Sabatier Dr. Med. Armand, Prof. Zoolog. . . Montpellier. 

„ „ Saccardo Pierre Andrea, Prof. d. Botanik . . Padua. 

„ „ Sachsl Leopold, k. u. k. Vice-Consul .... Philippopel. 

„ „ Sadebeck Dr. Rieh., Prof., Ober-Bergfelde 16a Hamburg. 

„ „ Sandb erger Dr. Fridolin, Prof. d. Mineralogie Würzburg. 

„ „ Sander Dr. Julius, Arzt an der Charite . . . Berlin. 

„ „ Sars Dr. G. Ossian, Professor Christiania. 

„ „ Saussure Henri de, City 24, Tertasse . . . Genf. 

„ „ Schäffer Ignaz Ritter v., k. u. k. Gesandter. . Washington. 

370 „ „ Schenk Dr. A., p. Hofrath und Prof. d. Botanik Leipzig. 

„ „ Schieferdecker, Dr. der Med., Sanitätsrath . Königsberg. 

„ „ Schierbrand Curt Wolf v., 2. I. Johannisplatz Dresden. 

„ „ Schiff Dr. Moriz, Prof. a. d. Hochschule . . Florenz. 

„ „ Schilling Hugo, Naturalist Hamburg. 

„ Schliephake Dr.K., Fab.-Dir., Thür. b. Osterfeld Waldau. 

„ „ Schmeltz J. D. E., Conservator am ethn. Mus. Leyden. 

„ „ Schmid Anton, Privat Regensburg. 

„ „ Schmitz Dr. Friedrich, Docent d. Botanik, Univ. Halle a/S. 

„ „ Schnabl Dr. Johann, Krakauer Vorstadt 63. . Warschau. 

380 n Schneider W. G., Dr. phil Breslau. 

„ „ Schnitzer Dr., Sanitätsarzt, Albanien .... Antivari. 

„ „ Schroeter Dr. J., k. Oberstabsarzt Rastatt. 

„ „ Schübler Dr. Christ. Fried., Dir. d. bot. Gart. Christiania. 

„ „ Schüch Dr. G. de Capanema, Professor, geh. Rath Rio Janeiro. 



Mitglieder. 



XXI 



P. T. Herr S chulze Dr. Franz Eilh., Prof. ii. Dir. d. zool.Mus. Berlin. 

„ r, Schwager Conrad, k. Geolog, Marsstrasse 37 . München. 

Schweinfurt Dr. Georg Cairo. 

„ Sclater Ph. Luttley, Secr. zool. Soc. Hannov. Sq. London. 

Scott John, 37, Manor Grove Lee London (SE.). 

390 - Scott Robert Henry v., Scr. ß. geol. S. of Irl. Dublin. 

Scudder Samuel, Prof., Harvard College, U.-St. Cambridge. 

„ Seebold Th., Ingenieur b. Krupp Bilbao. 

Segeth Carl Dr., Arzt, Chile Santiago. 

Seidel C. F., Serainarstrasse 6 Dresden. 

„ „ Seidlitz Dr. Georg, Docent d. Anat. a. der Univ. Königsberg. 

Selys Longchamps Bar. de, Sen., Mitgl. d. Akad. Liege. 

Semper Dr. Carl, Prof. an der k. Universität . Würzburg. 

„ Semper Georg, van der Schmissen- Allee 5 . . Altona. 

Seoane de Lopez Dr. Vi ct., Advocat, Span. Galiz. Coruna. 

400 . „ Sharp ey Will., 33 Woburn PI, Rüssel Sq. 80 London. 

- Siebold Dr. Theod. v., k. Hofr., e. Prof., Karlstr. 1 München. 

„ ,, Sign or et Dr. Victor, Rue de Rennes 46 . . . Paris. 

„ Simonsen Carl Ludw., Adj. an der Realsch. . Trondhjem. 

r S kinner Maj., Grosvenor Place England . . . Bath. 

„ Smirnoff Michael, Schulrath, Hahnstr. 24 . . Tiflis. 

Frau Smith Anna Maria, Road Clifton Bristol. 

Herr Sodiro P. Alois S. J., Prof. d. Bot., Ecuador . Quito, 

n Sohst C. G., Fabriksbes., grüner Deich 77 . . Hamburg. 

„ So IIa Dr. Rüdiger Felix, Assist, a. bot. Gart. . Messina. 

410 " « S olms -Laub ach Dr. Her. Graf, Prof. d. Bot. Göttingen. 

„ Sorauer Dr. Paul, Dirig.d. pflanz. -phys.Versuchsst. Proskau. 

„ „ Sousa Jose' Augusto de, am Museum zu . . . Lissabon. 

„ „ Spängberg Dr. Jacob, Lehrer am Gymnasium Sundsvali. 

„ n Spegazzini Dr. Carlo, Assist, a. bot. Garten . Buenos-Ayres. 

„ „ Speyer Dr. Adolf, Hofrath, Fürstenth. Waldeck Rhoden. 

„ „ Speyer August, Fürstenthum Waldeck . . . Arolsen. 

„ „ Stainton Henry, Mountsfield Lewisham bei. . London (SE.). 

„ „ Stangenwald Dr. Hugo, Sandwichs-Ins. . . Honolulu. 

„ „ Staudinger Dr. Otto, Villa Diana bei Dresden Blasewitz. 

420 „ „ Stearns Robert E. C S. Francisco. 

„ „ Steenstrup Dr. J. Japetus Sm., Museal-Director Kopenhagen. 

„ „ Steiner Leon v., Dr. d. Med Bukarest. 

n „ Stierlin Gustav, Dr. d. Med Schaffhausen. 

„ „ Strassburger Dr., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Bonn. 

« „ Strobel Pelegrino v., Univers. -Professor . . . Parma, 

r n S tu der Dr. Bernhard, Professor, Inselg, 132 . Bern. 

„ „ Sullivant William S,, Ohio, Nordamerika . . Columbus. 

„ „ Suringar Dr. W. F. R., Rector Leyden. 



XXII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Taczanowsky L., Conservator am Museum . Warschau. 

430 „ „ Targioni-Tozzetti Cav. Adolf, Univ.-Prof. . Florenz. 

r n Teixeira Dr. Carlos, pr. Arzt Rio Janeiro. 

„ ^ Terracciano Dr. Nicolo, Dir. d. k. Gart, zu . Caserta. 

„ Thomas Dr. Friedr., herzogl. Professor, b. Gotha Ohrdruff. 

„ „ Thomas Eichard, Fabr.-Dir., Haus Maluschin Moskau. 

^ „ Thomsen Allen, Prof., 3 College Court., High-Str. Glasgow. 

„ ,^ Thoren Dr. Tamerlan, Prof. a. d. Universität . Upsala. 

Todaro Agostino, Prof., Dir. d. bot. Gartens . Palermo. 

„ „ Trail Dr. Jam. H. W., Univ.-Prof. d. Botanik, 

Schottland Aberdeen. 

Turner Wil., M. B., Univ.-Prof. d. Anat. . . . Edinburgh. 

440 „ ^ Ty er mann John S., England Falmouth. 

„ „ Uechtritz R. v., Klostergasse le Breslau. 

„ ^ Ungern-SternbergDr. Franz Freih. v., Prof. Dorpat. 

„ Urban Dr. J., 1. Assist, a.bot. Garten, Potsdstr. 750 Berlin (W.). 

„ Uricoechea D. Ezech., Präs. d. naturw. Ges. . St. Fe de Bogota. 

„ „ Verrall G. H., Sussex Lodge, England . . . Newmarket. 

n ,1 Veth Moriz, Fabriksbesitzer, Fürstenth. Reuss . Gera. 

5, „ Vincent G., Conservator a. naturhist. Museum Brüssel. 

^ r, Vitorchiano P. Angelico da, apost. Missionär. Tinos. 

r, n Vogt Karl, Professor Genf. 

450 „ „ Volger Dr. Otto, Professor Frankfurt a. M. 

« Vullers Dr. D., Univ.-Prof. u. geh. Studienrath Glessen. 

n Wall ace Alfr., Rüssel Esq., Frith Hill Godalming London. 

r Waltl Dr., Professor Passau. 

„ Warming Dr. Eugen, Universitäts-Professor . Kopenhagen. 

„ Weddel Hektor A Poitiers. 

„ ^ Weinland Dr. Fr., Württemberg Esslingen. 

„ n Weisbach Dr. August, k.k. Stabsarzt und Director 

des österr.-ungar. National-Spitals .... Constantinopel. 

„ „ Weiss flog Eugen, Strehlener-Strasse 7 . . . Dresden. 

Wenzel Hugo, k. Schulinspect., Kröben, Posen. Rawitsch. 

460 » ^, West Tuffen London. 

t, „ Westerlund Dr. Karl Agardh, Schweden . . Ronneby. 

„ „ Westwood John Obadiah, Prof. a. d. Universität Oxford. 

„ Weyers Josef Leopold, Rue Laeken 51 . . . Brüssel. 

„ „ White Buchanan, Esq., Annat Lodge .... Perth. 

„ Wilde Sir Will., Vice-Präs. of the Irish Acad. Dublin. 

„ Winkler Moriz, bei Neisse . . . Giesmannsdorf. 

„ Winnertz Johann Crefeld, 

„ „ Wocke Dr. M. T., Klosterstrasse 87b .... Breslau. 

„ „ Wood-MasonJ., Esq., Curator Ind. Museum . Calcutta. 

470 „ „ Woroniu Dr. M., Professor St. Petersburg. 



Mitglieder. 



XXIll 



Herr Wright Dr. Percival, Prof. d. Bot., Trinity Coli. Dublin. 

„ Wulp F. M. van der, Princes Marie straat 14 . Haag. 

„ Zickendrath Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki . Moskau. 

„ Zimmermann Dr. Her., Bürgerschul-Lehrer . Limburg a/L. 

„ Zirigovicli Jakob, k. u. k. Vice-Consul . . . Adrianopel, 

r Zwiedinek- Südenhorst Jul. , Freiherr von, Constantinopel. 



XXIV 



Mitglieder. 



Mitglieder im Inlande. 

P. T. Herr Aberle Dr. Carl, k. k. Reg.-Rath, Bäckerstr. 8 . Wien. 

„ „ Adamovic Vincenz, Bürgerscliul-Director . . Ragusa. 

r, , Als eher Alois, städt. Lehrer, II., Holzhauserg. 7 Wien. 

„ . Altenberg Felic, Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 

„ r, Ambrosi Franz, Bibliothekar Trient. 

„ ApfelbeckV.,frstl.Ob.-Först.,Croat.b.Kopreinitz Ludbregh. 

„ ~ Aren stein Dr. Josef, Gutsbesitzer Gloggnitz. 

„ „ Arne th Alfr. V., k. k. Dir. d. geh. Staatsarch., Exc. Wien. 

r ArnhartLudw., Volksschul-Lehrer,Döblingerstr.3 Währing. 

10 „ v> Äusserer Dr. Anton, Prof. a. 1. k. k. Staatsgymn. Graz. 

„ Äusserer Carl, e. Professor, Steiermark . . . Lichtenwald. 

r « Aust Carl, k. k. Bezirksgerichts -Adjunct . . . Hainburg a/D. 

„ „ Bachinger Aug., Prof. Land.-Real-Gymn., N.-Oe. Horn. 

„ r Bachinger Isid., Professor Wr.-Neustadt. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Bürgermeister, Nr. 68 Nussdorf. 

„ r, Badini Graf Frz. Jos., k. k. Telegraphenbmt. . . Triest. 

„ „ Bäumler Johann A., Dürrmauththor 96 . . . Pressburg, 

r, „ BanowskyRaim., Cand.prof., IV., Louiseng. 14/11 Wien. 

„ „ B ann Warth Theod., Lithogr.,VII., Schottenfeldg, 78 Wien. 

20 „ „ Barbieux August, Fabriksbes., P. Maria Rast . Oberlembach. 

„ BartschFranz,k.k.Fin.-Ob.-Comm.,III. Salmg.l4 Wien. 

„ Bartscht Ambros, k. k. Revid., Hauptstr. 40. IL Hernais. 

„ „ Beer Berthold, Stud. med., VIIL, Langegasse 42 Wien. 

„ „ BeckDr. Günther, Assist. a.bot.Hofcab.,Herreng.l4 Währing. 

„ „ B enda Franz, Hochw., P. Provlncial, VIIL . . Wien. 

„ Bergenstamm Julius, Edl. von, IL, Tempelg. 8 Wien. 

V „ B ermann Josef, Kunsthändl., Gartenbauges.-Geb. Wien. 

„ „ B etzwar Dr. Anton, IV., Favoritenstrasse 17. IL Wien. 

„ r. Biesok Dr. Georg, k. k. Gymnas.-Prof., Mähren Strassnitz. 

30 p r Biro Ludwig, Eutomolog, k. Phylloxera-Institut Tasnäd. 

„ „ Bisching Dr. Ant., Com.-Ob.-Realschul-Prof., IV. Wien. 

„ „ Bittner Dr. Alex., III., Ob. Weissgärberstr. 14. IL Wien. 

„ Blasig Josef, Professor, III., Radetzkystr. . . Wien. 

„ Boehm Dr. Josef, k. k. Prof., VIIL, Skodag. 17 Wien. 

„ „ Bohatsch Albert, IL, Schreigasse 6 . . . . Wien. 

„ „ Bohatsch Otto, V., Ziegelofengasse 3 . . . . Wien. 

„ „ Bonetta Ferdinand, St. Barbarag. 252 . . . Fiume. 



Mitglieder. 



XXV 



P. T. HoiT Brauer Dr. Friedrich, Custos am k. k. zool. Hof- 

cab. u. Prof. d. Zool. au d. Univ., I., Wollzeile 23 Wieu. 

40 ^ „ Braun Heinrich, III., Hauptstrasse 8 . . . . Wien. 

„ „ Breidler J., Architekt, Hubergasse 12 . . . . Ottakring. 

BreitenlohnerDr. J., Prof.d.Hochsch. f.Bdcltr. Wien. 

„ „ Bruck Otto, Freih. v., b. österr.-ungar. Lloyd . Triest. 
„ B runu er V. Watte nwyl Carl, k. k. Minist.-Rath 

im Handelsminist., IV., Theresianumg. 25 . . Wien. 

^ „ Brunn er Franz, Südbahn-Beamter Wieu. 

Brusina Spiridion, Prof. u. Dir. d. zool. Museums Agram. 

„ Bubela Johann, Mähren (Lasky) Wsetin. 

Buchmüller Ferdinand, Privat, VII., Burgg. 108 Wien. 

„ ,. BurgersteinDr.Alfred,Gymn.-Prof.,IX.,Hörlg.l5 Wien. 

V) „ „ Car Dr. Lazar, Adjunct am zoolog. Museum . Agram. 

„ „ Cassian Joh. Ritt, v., Dir. d. Dampfschitf-Ges. Wien. 

„ Gel er in Dominik, Mag. Pharm., FV., Hauptstr. Wien. 

^ „ Chimani Dr. Ernst v., k. k. Ober- Stabsarzt, III., 

Metternichg. 9 Wieu. 

Chimani Carl, Exped.-Dir. k. k. Obersthof.-Amt Wien. 

Christen Severin, P. Hoch w., Gym. -Prof., Kämt. St. Paul. 

„ Chy zer Dr. Cornel, k. Physikus, Zempliner Com. S. a. Ujhely. 

„ „ Cidlinsky Carl, k. k. Postofficial, II., Valeriestr. 4 Wien, 

Claus Dr. Carl, k. k. Prof. d. Zool., Hofrath . Wien. 

„ CoUoredo-Mansfeld, Fürst Josef zu, Durchl. . Wien. 

60 „ „ Conrad Sigmund, Hochw., IV., Alleegasse 20 . Wien. 

„ „ Csato Joh.v., Gutsbes. u. Vicegespann, Siebenb. Nagy-Enyed. 

„ „ Cserey Lucas Adolf, Gymn. -Professor .... Stuhlweissenburg. 

„ C s er n i Adalb., Prof. a. kath. Ob. -Gymn., Siebenb- Karlsburg. 

„ „ C s k r Dr. Johann, Prof. a. k. k. Thierarznei-Inst. Wien. 

„ „ Cypers Victor Landrecy von, bei Hohenelbe . Böhm.-Harta. 

„ „ Czech Theod. V., Dr. d. M., Ungarn, Cm. Szoluok Tasnäd Szantö. 

„ „ Cz er m ak Johann, Hochw., Gymn.-Director, VIII. Wien. 

„ „ Czoernig Carl, Freih. v., k. k. Ober-Finanz-Rath Triest. 

„ „ Daday Dr. Eugen v., Doc. f. Zoologie a. d. Univ. Klausenburg. 

10 „ „ DallaTorre Dr. Carl v., Prof., Meinhardtstr. 12 Innsbruck. 
„ „ Damianitsch Martin, p. k. k. Gen.- Auditor, 

L, Elisabethstr. 9 1 Wien. 

„ „ Dautwitz Friedrich, k. k. Hofbau -Verwalter . . Schönbrunn. 

„ „ De decek Josef, Prof. d. Realschule, Karolinenthal Prag. 

„ „ Demi Arnold, Dr. med., Hauptstrasse 11 . . . Hietzing. 

„ „ Deschmann Carl v., Custos am Landes-Museum Laibach. 

„ „ Deschmann Dr. Georg, Gymn.-Prof., Böhmen Prachatitz. 

„ „ Dewoletzky Rudolf, Stud. phil, IX, Wasag. 26 Wien. 

, Doli Eduard, Realschul-Direct., L, Ballgasse . Wien. 



Z. Ges. B. XXXIV. d 



XXVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Dorfinger Johann, bei Wien Nr. 28 . . . . Salmannsdorf. 

80 „ „ Dorf nie ist er Vincenz, IX., Nussdorferstr. 25 . Wien. 

„ „ Dräsche Dr.Rich.Freih. v.Wartinberg, Giselastr. 13 Wien. 

„ „ Dzieduszycki Graf WJadimir, Franziskanerpl. 45 Lemberg. 

„ „ E berstaller Josef, Privat Kremsmünster. 

„ „ Eckhel Georg v., Grossbändler, Via di Vienna2 Triest. 

„ „ Effenberger Dr. Josef, prakt. Arzt .... Hietzing. 

„ „ Egg er Ed., k. k. Finanzcomm., III., Jacquing. 5 Wien. 

„ „ Egger Graf Franz, Kärnten, am Längsee . . . Treibacb. 

„ „ Egger Graf (irustav, Kärnten, P. Launsdorf . . St. Georgen. 

„ „ Eggerth Carl, Badeinhaber, Gumpendorferstr. . Wien. 

90 Eggerth Carl j., Stud. med., VL, Dürerg. 14 . Wien. 

„ „ Ehrenberg Hern-., Buchh., III., Apostelgasse 2 Wien. 

EichenfeldDr. Mich. R.V., VIII., Josefstädterstr.ll Wien. 

„ „ Eichler Wilh. Ritter v. Eichkron, k. k. Hofrath Wien. 

„ „ EmichGust.Rit.v.Emöke,k.Truchs., Sebastianipl.7 Biida>Pest. 

„ Engelhardt Victor, stud. Chem., VII., Zieglerg.27 Wien. 

„ „ Entz Dr. Geza, Prof. d. Zool. a. d. Univers. . Klauseuburg. 

„ „ Erdinger Carl, Hochw., Domherr und Canonicus St. Pölten. 

„ „ Ettingshausen Dr. Const., Freih., k. k. Prof. Graz. 

„ „ Eysank V., Marienfels M., Apoth., Rothenthurmstr. Wien. 

100 „ „ Farmady P. Martiniao, Hochw., Provincial . . Pressburg. 

„ „ Feichtinger Alex., Dr. d. Med., Stadt-Physik. . Gran. 

„ Fei 11 er Franz v.. Privat, VII., Sigmundsg. 13 III Wien. 

Fekete Fidelis v., Kapuziner-Ordens- Quardian . Totis. 

„ Felder Dr. Cajetan Freih. v., I., Schottengassel Wien. 

„ .. Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Buda-Pest. 

„ „ Figdor Gustav, Grosshändler, II., Praterstr. 8 Wien. 

„ „ Fiedler Leo, Cand. phil Wien. 

„ „ Finger Dr. Josef, e. Professor, L, Naglergasse 1 Wien. 

„ „ Finger Julius, Sparcassebeamter, Hptstr. Nr. 68 Unter-Meidling. 

HO „ „ Fischbacher Alois, Cooperator, III. ,Weissgärber Wien. 

„ ,1 Fitzner, fürsti. Reuss'scher Obergärtner, N.-Oe. Ernstbrunn. 

„ „ F erster Dr. Leop., Prof. a. k. k.Thierarz. -Institute Wien. 

„ „ Förster J. B., Chemiker, X., Laaerstrasse 20 . Wien. 

„ „ Frank Dr. Jobann, Advocat, L, Operngasse 8 . Wien. 

„ „ Franz Carl, Dr. d. Med., Mähr., Post Zastawka Rossitz. 

„ Frey n Josef, Civil-Ingenieur, III., Karmeliterg. 21 Prag. 

„ „ Friedrich Dr. Adolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. 

„ „ FriesachDr.Carlvon,k. k.Prof.,Strassoldostr.900 Graz. 

„ „ Pritsch Dr. Anton, Prof. u. Cust. a. naturh. Mus. Prag. 

120 » r? Fritsch Josef, Privatier, Eichwaldthorstr. 16 . Teplitz. 

„ „ Frivaldszky Johann v., 1. Custos am Nat.-Mus. Buda-Pest. 

„ „ Fruwirth August, Gutsbesitzer, P. Lilienfeld . Freiland. 



Mitglieder. 



XXVII 



P. T. Herr Fruwirth Carl, IV., Technikerst. 9 Wien. 

„ „ Fruwirth Eduard, Eisenb. -Ingenieur Linz. 

„ Fuchs Franz, Lehrer, N.-Oe., an d. March . . Zwerndorf. 

y, „ Fuchs Josef, k. Eath, III., Hauptstrasse 67 . . Wien. 

Fuchs Theodor, 1. Cust. a. k. k. Hofmin.-Cab. Wien. 

Fugger Eberh., Professor d. Ob.-Realschule . . Salzburg. 

„ Fürstenberg Friedr., Landgraf zu, Cardinal, Em. Olraütz. 



„ Gall Eduard v., erzherzogl. Secr., Favoritenstr. 18 Wien. 

GanderHieronym., Hchw., Pfarrer, P. Sillian, Tirol Inner- Vielgraten. 

„ G an gib au er Ludwig, Assist, a. k. k. zool. Hofe. Wien. 

„ Gaunersdorfev Johann, Prof. d. Franc. -Joseph. Mödling. 

Gebauer Jul., k. k. Kriegscomm.i.P., Kircheng. 80 Breitensee. 

Geitler Leop., k. k. Art.-Lieut., Rennweg-Kaserne Wien. 

„ Gerlach Benjamin, Hochw., Dir. d. Gymn. . . Stuhlweissenburg. 

„ Glo wacki Julius, Prof. a. Land. -Real-Gymnasium Pettau. 

G ob an z Alois, k. k. Forstverwalt., Fleimlhal, Tirol Cavalese. 

Godeffroy Dr. Richard, Chem. des Apoth.-Ver. Wien. 

„ Goldschmidt Moriz, Ritt, v., L, Opernring 6 . Wien. 

„ Gör lieh Cajetan, Ober-Lehrer d. Volksschule . Hainburg a/D. 

„ Göth Friedrich, Mag, Pharmac Zala-Egerzseg. 

„ Gr ab acher Dr. Anton, k. k. Bezirksarzt . . . Krems. 

„ Grave' Heinr., Civil-Ingen., Fünfhaus, Blütheng. 7 Wien. 

„ Gr äffe Dr. Eduard, Inspcctor d. k. k. zool. Station Triest. 

„ G redler Vincenz, Hochw., Gymn. -Prof. u. Direct. Bozen. 

„ Gremblich Julius, Hochw., Gymn. -Prof., Tirol Hall. 

„ Grimus Carl R. v. Grimburg, k. k. Real-Prof. Innsbruck. 

,. Grob ben Dr. Carl, Prof. d.Zool.,VIIL, Laudong. 10 Wien. 

Grunow Albert, Chemik. d. Metallwfab., N.-Oe. Berndorf. 

Grzegorzek Dr. Adalb., Hochw., Probst . . . Bochnia. 

„ Gsangler Ant., Hochw., Rect. d. Piaristen- Colleg. Krems. 

„ Gugler Josef, k. k. Schul-Insp., VllL, Lederorg. 8 Wien. 

„ Haberler Frz. Ritter v., Dr.jur., L, Bauernmarkt 1 Wien. 

„ Hab ich Otto, Fabrikant, Stiftsgasse 64 *. . . Hernais. 

„ Hackel Eduard, Gymnasial-Professor .... St. Pölten. 

Hacker P. Leopold, Hchw., Pfarrer, Post Kottes Purk, N.-Oe. 

Hack spiel Dr. Jos., k. k. Gym.-Dir., Altstadt . Prag. 

Hagenauer Franz, I., Bäckerstr. 4 Wien. 

„ Haider Dr. Joh., k. k. Stabs- Arzt a.D. . . . Znaim. 
„ Haimhoffen Gustav Ritt. v.Haim, k.k. Reg.-Rath 

u. Dir. d. Minist. -Zahlamtes, VII., Breiteg. 4 . Wien. 

rt Haläcsy Eugen von, Dr. med., VII., Schrankg. 1 Wien. 

Haller Carl, Dr. med., k. k. Regierungsrath . Wien. 

„ Handlirsch Adam, III., Heugasse 1 . . . . Wien. 

„ Handlirsch Anton, Pharraaceut, III., Heug. 1 Wien. 

d* 



Mitglieder. 



r Handtke Robert, Prof. des Landes-Proseniinars St. Pölten. 

Hanel Alois, Dechant, Böhmen Saaz. 

Hanf Blasius, Hchw., Pfarrer, P.Neumarkt, Ob. -St. Mariahof. 

Hantken Max Ritt. v. Prudnik, k. Prof., Univ. Buda-Pest. 

Ha rd egg Carl, p. k. k. Militär- Arzt, Neug. 169 Graz. 

Harn er Dr. Ig., k. k. Stabsarzt i. P., Hildegardg. 5 Baden. 

Hartinger Aug., Hof-Lithogr., Mariahilferstr. 49 Wien. 

Haszlinski Friedr., Prof. d. Naturgeschichte . Eperies. 

Hatschek Dr. Berthold, Docent a. d. Universität Wien. 
Hauer Franz R. v., k. k. Minist.-Rath, Intendant 

d. k. k. naturh. Museen, I., Canovagasse 7 . Wien. 

H a u c k Dr. F., k. k. Telegraphbmt., Via Rosetti 229 Triest. 

Hay e k Gust. v., k. k. Reg. -Rath, III., Marokkanerg. 3 Wien. 

Haynald Dr. Ludwig, Cardinal- Erzbischof, Excell. Kalocsa. 

Heeg Moriz, Bankbeamter, II , Circusg. 35a . . Wien. 

Heger Rudolf, Apotheker, Galizien, P. Przeworsk Kanczuga. 

Heiden Leopold, Armenrath, VII,, Kandelg. 30 . Wien. 

Heid mann Alberik, Hochw., Abt des Stiftes . Lilienfeld. 
Heider Dr. Arthur Ritter v., Docent f. Zoologie 

a. d. Univ., Mailfredyg. 4 Graz. 

Heid er Dr. Karl, Assistent a. d. Universität . Wien. 

Heimerl Anton, Suppl. Realschule Fünf haus . Wien. 

H e i n Dr. Isid., k. k. Prim.- Arzt, IX., Nussdorferstr. 39 Wien. 

Heinze Hermann, k. k. Fregatten- Capitän . . Pola. 

Heinzel Ludwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. 3 Wien. 

Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesit2;er, N.-Oe. Gaming. 

HelfertDi. Josef Alex. Freih. v., geh. Rath, Exc. Wien. 

Heller Dr. Camill, k. k. Prof. d. Zool., Universität Innsbruck. 

Helm Dr. Jos. R.v., k. k. Hofrath, I., Schottenhof 13 Wien. 

Helm Dr. Vincenz, Ritter v., k. k. Ministerialrath Wien. 

Hepperger Dr. Carl v Bozen. 

Her man Otto v., Reichstags- Abgeordneter . . Buda-Pest. 

Hetschko Alfred, Prof. d. Lehrerbildung£janstalt Bielitz. 
Hibsch Josef E., Prof. d. h. landw. Lehranstalt Tetschen-Liebwerda. 

Hinter waldner J. M., k. k. Bez.-Schul-Insp. Hernais. 

Hirc Carl, Volksschullehrer, Croatien .... Buccari. 

Hirn er Josef, Kaufmann, VI., Nelkengasse 1 . Wien. 

Hitschmann Hugo, Redact., Dominik. -Bastei 4 Wien. 

Hizdeu B. v., Realitäten-Besitzer b. Wien . . Hacking. 

Hoefer Franz, Fachlehrer d. Bürgerschule . . Bruck a/L. 

Hoernes Dr. Rudolf, Prof. d. Geologie, Univers. Graz. 
Hoffmann A.v.Vestenhof,k.k.Hauptm. 14.I.-Reg. Mähr. -Weisskirch. 

Hoffmann Julius, Prof.., I., Schottenbastei 7 . Wien. 

Hohenbühel Lud. Frh., p. k. k. Sect.-Chef, Tirol Hall 



Mitglieder. 



XXIX 



P. T. Herr Holuby Jos. Ludw., ev. Pfarr., Post Väg-Ujhely Nemes-Podhragy. 

„ Holzhausen Adolf, Biichdr.-Bes., VII., Breiteg. 8 Wien. 

„ „ Holzinger Dr. Josef B., Advocat, Picalschlg. 6 Graz. 

„ „ Horniuzaki Constantin v., Untere Herrengasse Czernowitz. 

., „ Hornung Carl, Apotheker, Siebenbürgen, Marktpl. Kronstadt. 

„ „ Horväth Dr. Geyza v., Sovesz-ucza 18 ... . Buda-Pest. 

„ „ Hub er Eduard, Dr. Med Wien. 

„ „ H u e m e r Dr. Ignaz, k. k. Reg.-Arzt, 10. Feldj.-Bat. Hainburg a/D, 

„ „ Hu SS Armin, Professor am evaDg, CoUeg. . . Eperies. 

„ „ Huter Rupert, Hochw., Cooperator, Tirol . . Srerzing. 

„ „ Hutten-Klingenstein, Mor. V., k.k.Rittrn.a.D. Wien. 

„ Hy rtl Dr. Josef, k. k. Hofr., Prof. i. P., Kircheng. 2 Perchtoldsdorf. 

„ „ Jablonsky Vincenz, Gyranas. -Professor . . . Krakau. 

,, ., Junovicz Rudolf, k. k. Realschul-Director . . Sereth. 

., „ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Professor d. Botanik Buda-Pest. 

,, „ Jurinac Adolf E., Prof. a. Gymn., Croatien . Warasdin. 

,, „ Just Benedict, L.-Gymn. -Professor Baden. 

., ,, Kalchbrenner Carl, Pastor, i. d, Zips . . . Wallendorf. 

„ Karny Hugo, k. k. Official, Josefstädterstr. 27. Wien. 

„ Karpelles Dr. Ludwig, Margarethenstrasse 67 . Wien. 

Kasp ar Rudolf, Hochw. Dechant,b. Hullein, Mähr. Holeschau. 

,, „ Kaufmann Josef, IV., Neumanngasse 5 . . . Wien. 

„ „ Keller AI., Bürgerschullehrer, VI., Mollardg. 21 Wien. 

„ „ Kempny Peter, Cand. d. Med., VII., Burgg. 54 Wien. 

„ „ Kerry Richard, Dr. phil, L, Walfischgasse 12 . Wien. 

„ Kerner Dr. Ant., Ritter v. Marilaun, Prof. der Bot. Wien. 

„ „ Kerner Josef, k. k. Kreisgerichts-Präsident . . Wiener-Neustadt. 

„ „ Kimakowicz Mauritius von, Siebenbürgen . . Hermannstadt. 

„ „ Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht .... Wien. 

„ Kissling P. Benedict, Hochw., Coop., N.-Oe. . Kottes. 

„ „ Kittel August, pr. Arzt, N.-Oe., Post Atzenbruck Michelhausen. 

„ „ Kittel Dr. med. Franz, Königl. Weinberge 68 Prag. 

„ „ Klein Julius, Prof. d. Botanik, Josefs-Polytechn. Buda-Pest. 

„ Klemensiewicz Dr. Stanislaus, Prof. a. Gymn. St. Anna, Krakau. 

„ ,, Klob Dr. AI., Hof- u. Ger.-AdF.,L,Maxirailianstr.4 Wien 

„ „ Km et Andreas, röm.-kath. Pfarrer b. Schemnitz Prencuw. 

„ „ Knapp Josef Arm., Custos d. Apothekervereines Wien. 

,, „ Knauer Dr. Blasius, k. k. Gymn. -Prof., Albertg. 23 Wien. 

„ König Dr. Heinrich, k. Gerichtsarzt, Mühlgasse Hermannstadt. 

„ Koch Dr. Ad., Gym.-Prof., I., Johannesgasse 18 Wien. 

., Koelbel Carl, Assist, a. zool. Hofe, IX., Wasag.28 Wien. 

„ Kolazy Josef, k. k. Min.- Official, VI., Kaunitzg.6/b Wien. 

., Kolbe Carl, k. k. Auscult., IV., Margarethenstr, 31 Wien. 

„ „ Kolombatovic Georg, k.k.Prof.d. Ob. -Realschule Spalato. 



XXX 



Mitglieder. 



P. T. Herr Körners Carl, Kastner, üngv. Com., P. Csap . Salamon. 

,, „ König'swarter Moriz, Freiherr von .... Wien. 

„ „ Kopecky Josef, k. k. Gymnas. -Professor . . . Pisek. 

„ ^ Korlewic Anton, Professor am croat. Ober-Gymn. Fiume. 

„ „ Kornhuber Dr. Andr. v., k. k. Prof. d. Technik Wien. 

„ „ Kotschy Dr. Eduard, Advocat, Gemeindeg. 6 . Fünfhaus. 

„ „ Kowäcs Adalbert, Prof. d. Naturw. a. Gymnasium Marmaros Sziget. 

„ „ Kowacs Friedrich, Stud. med., VIII., Laudong. 41 Wien. 

260 „ „ Ko war z Ferd,, k. k. Telegraphenbeamter, Böhmen Franzensbad. 

„ „ Krahulec Dr. Samuel, See., Kleingasse 7. . . Wien. 

„ KrafftDr.Guido,k.k.Prof.d.Techn.,IIL,Seidelg.l4 Wien. 

„ „ Krankel Dr. Josef, k.k.Stabsarzt,III.,Eennweg37 Wien. 

,, „ K ras an Fr., k. k. Prof. II. Gymn., Kroisbachg. 12 Graz. 

„ „ Krasser Fridol. E., stud. ehem. VII., Neustiftg. 38 Wien, 

„ „ Kraus-Elislago Rudolf v., Josefstädterstr. 21 Wien. 

,, „ Kreithner Eduard, Apotheker, Nussdorferstrasse Heiligenstadt. 
„ „ Kremer Hermann Ritter von Auenrode, Beamter 

am orientalischen Museum, I., Börsegasse 3 . Wien. 

Kriesch Johann, Prof. am Josefs-Polytechnicum Buda-Pest. 

270 .. .. Krist Dr. Josef, k. k. Cust. d. phys. Gab., Lagerg. 1 Wien. 

Krone Wiih., k. k. Prof. d. St.-Realsch., b. Wien Fünfhaus. 

Krueg Julius, Doct. d. Med., b. Wien .... Döbling. 

Kulczynski Ladislaus, Prof. a. St. Anna-Gymn. Krakau. 

Künstler Gust. A., Realitätenbes., Sobieskig. 25 Wien. 

Kunz Ed., k. k. Min.-Beamt., IX., Rossauerlände 19 Wien. 

Laj er Ferdinand, Prof. der Naturw. am Obergymn. Fünfkirchen. 

Langer Dr. Carl, k. k. Hofrath, Prof. a. d. Univ. Wien. 

Latzel Dr. Robert, k. k. Gyra.-Prof., Hegelg. 3 Wien. 

Lazar Matthäus, k. k. Gymn.-Professor . . . Görz. 

280 „ „ Leisser Johann, Lehrer, IV., Neumanng. 5 . . Wien. 

Leitenberger Heinr., k. k. Realschul-Professor Trautenau. 

Leitgeb Ludwig, P., Capitular des Stiftes . . Göttweih. 

Leithner Dr. Franz, Advocat Krems. 

Lenhossek Dr. Josef v., Universitäts-Professor Buda-Pest. 

Lenk Dr. Job., Arzt d. öst.-ung. Lloyd,Via carinthia 5 Triest. 

L eonhar dl Adolf Freih., Gutsbes. bei Wittingau Platz. 
Lewandowsky Dr. Rudolf, e. k. k. Oberarzt u. 

Prof. am Milit.-Mädch. -Pensionat, Karlsg. 40 . Hernais. 

Liechtenstein Joh., reg. Fürst von und zu . Wien. 

Liechtenstern Franz Frh., k. k. Hptrn. a. D. Monfalcone. 

290 Lih otzky Moriz, Magistratsbeamter, Martiustr. 60 Währing. 

Lind pointner Anton, Hochw., regul. Chorherr St. Florian. 

Lipp er t Christ., Minist.-Rath i. k, k. Ackerb.-Min. Wien. 

Low Franz, Dr. d. Med., 43 bei Wien .... Heiligenstadt. 



Mitglieder. 



XXXI 



P. T. Herr Low Franz, Dr. cl. Med., IV., Haiii^tstr. 47 II. . Wien. 

„ Low Paul, IV., Hauptstr. 47 Wien. 

Lorenz Dr. Lud. v. Liburnau, III., Beatrixg. 25 Wien. 

Lostorfer Adolf, Dr. med., I., Spiegeig. 4 . . Wien. 

Ludwig Dr. Ernst, Professor a. d. Universität . Wien. 

Lukätsy P. Thomas, Hochw., Franc. -Ord.-Pr. . Eisenstadt. 

Lutz Josef, k. k. Beamter, IV., Schleifmühlg. 1 Wien. 

Maßek Franz, k. Steuerbeamter, in Croatien . Warasdin. 

Madaräsz Dr. Julius v., Adjunct a. Nat.-Mus. Buda-Pest. 

Majer Mauritius, Hochw., C. 0. Capit., Veszp. Cm. Zirc. 

Maly Franz, k. k. Hof- Gärtner, Belvedere . . Wien. 

Mandl Dr. Ferdinand, IL, Asperngasse 1 . . . Wien. 

Mann Jos., a. k. k. zool. Hofcab., IIL, am Canal 17 Wien. 

Marchesetti Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museums Triest. 
Marenzeller Dr. Emil v., Custos am k. k. zoolog. 

Hofcabinete, L, Donnergasse 1 Wien. 

Margo Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie a. d. Univ. Buda-Pest. 

Marschall Gf. Aug., Schönbrunner Hauptstr. 152 Ob.-Meidling. 

Masch ek Adalbert, fstl. Rohan. Gartendirector Sichrow. 

Massapust Hugo, Prof. a. d. Hand. u. naut. Akad. Triest. 

Matz Maximilian, Hochw., Pfarrer, N.-Oesterr. . Stammersdorf. 

Maupas Peter Doimus, Erzbischof, Excellenz . Zara. 

Mayerhof er Carl,k.k.Hof-Operns.,Friedrichstr.4 Wien. 

Mayr Dr. Gustav, Professor, III., Hauptstr. 75 . Wien. 

Menghin Alois, städt. Volksschullehrer . . . Meran. 

Metzger An+.. Spare. -Beamt., III., Geusaug. 9/11 Wien. 

Mich Dr. Josef, Dir. d. k. k. Lehrerbiklungsanst. Troppau. . 

M i c h 1 Ant. , Realsch.-Prof., III., Sophienbrückeng. 4 Wien. 

Miebes Ernest, Hochw., Rector am Piar.-Colleg. Prag. 

Mihailovic Vict, Hochw., Professor am k. Gymn. Zengg. 

Mik Jos., Prof. a. akad. Gymn., Marokkanerg.3,II.50 Wien. 

M ik s c h Dr. Carl, Real-Prof., IX., Währingerstr. 66 Wien. 

Miller Ludwig, Adjunct im k, k. Ackerbau-Minist. Wien. 

Mitis Heinr. Ritt v., k. k. Mil.-Offic, Poststrasse 94 Penzing. 
Mojsisovics Dr. August v. Mojsvar, k. k. Prof. 

d. Zool. a. d.techn. Hochschule, Sparbersbachg.25 Graz. 

Möller Dr. M. Jos., Adjunct a. d. forstl. Vers.-Stat. Mariabrunu. 

Moser Dr. Carl, k. k. Professor d. Staats- Gymn. Triest. 

Much Dr. Matthä^, VIII., Josefsgasse 6 . . . Wien. 

Müller Florian, Hochw., Pfarrer, b. Marchegg . Groissenbrunn. 

Müller Hugo M., Grünangergasse 1 Wien. 

Müller Jos., Smichov, Inselgasse 434 .... Prag. 

Müller Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt .... Bregenz. 

Müllner Michael F., Neugasse 39 Rudolfsheim. 



XXXII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Nader Dr. Josef, emer. Primararzt, Göthestr, 42 Graz. 

y, „ Natt er er Ludwig, IL, kleine Stadtgutgasse 3 . Wien. 

„ „ Nedwed Gar], Ingenieur Wien. 

Nemethy L. V., Hochw., Caplan, IV., Schwurplatz 2 Buda-Pest. 

340 „ „ Netuschill Frz., k. k. Hauptm., mil.-geogr. Inst. Wien. 

Neuf ellner Carl, k. k. Ees.-Lieut., V., Rüdigerg. 6 Wien. 

Neugebauer Leo, Prof. d. k. k. Mar.-Realsch. Pola. 

Neumann Dr. Philipp, prakt. Arzt Lugos. 

Neumayr Dr. Melch., Univ.-Prof. d. Paläontologie Wien. 

Nickerl Ottokar, Dr. d. M., Wenzelsplatz 16 . Prag. 

Novak Giam Battista, Volksschullehrer auf Lesina Brusje. 

Novotny Dr. Steph., Herrschafts-Arzt, Neutr. Com. Komjath. 

Nowicki Dr. Max., Prof. d. Zool. a. d. Universität Krakau. 

Nürnberger Clemens, Heil. Geistgasse 12 . . Troppau. 

350 „ Nycklicek Expeditus P., Gyranasial-Professor . Trautenau. 

Oberleitner Frz., Pfarrer, Ob.-Oe., P. Dirnbach St. Pankraz. 

Obermann Dr. Johann, Prof., IL, Taborstr. 24 Wien. 

Ofenheim Victor Ritter v. Ponteuxin . . . , Wien. 

Ofenheimer Anton Nasice. 

s t e r m e y e r Dr.Frz.,Hof-u.Ger.- Adv.,Bräunerstr. 11 Wien. 

Otto Anton, VIIL, Schlösselgasse 2 . . , . Wien. 

P ach er David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Obervellach. 

Palacky Dr. Johann, Docent a. d. Universität . Prag. 

Palm Josef, Prof. am Gyranas., Ob.-Oe., Innkreis Ried. 

360 Palmai Emil, Stud. agr., IL, Roberthof . . . Wien. 

P a n 1 c z ekDr. Jos., P. Gr.-Tapolcsan, Neutr. Com. Tawornak. 

Papi-Balogh Peter v., Com. Csanad .... Mezö'hegyes. 

Paszitzky p]duard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Fünfkirchen. 

Paszlavszky Jos., Real-Prof., II. Bez., Hauptg.4 Budapest. 

Paul in Alfons, Supplent a. k. k. Obergymn. . Laibach. 

Paulinyi Paulin, Hochw., Seelsorger, Siebenb. Maros-Väsärhel3^ 

Pechlaner Ernst, Cand. prof Innsbruck. 

P eitler Anton Josef v., Hochw., Bischof, Exc. . Waitzen. 
P eli k an V, Plauenwald Anton Freiherr von, k. k. 

Vice-Präs. u. Fin.-Land.-Dir. i. P., Seilerstätte 12 Wien. 

370 „ „ Pelzeln Aug. v., 1. Custos a. k. k. zool. Hofcab. Wien. 

Pesta Aug., k. k. Finanz-Miaist.-Vice-Secretär Wien. 

Petter Dr. Alexander, Custos d. städt. Museums Salzburg. 

Peyritsch Dr. Joh., Prof. d. Botanik a. d. Univ. Innsbruck. 

Pfeiffer Anselm, Hochw., Prof am Gymnasium Kremsmünster. 

Pfurtscheller Päd, Dr. phil., III., Hetzg. 26 Wien. 

Pichl er Johann, Realschul-Professor, Mähren . Prossnitz. 

Pickl Josef, Oberwavdein im k. k. Punzirungsamte Wien. 

PilarDr. Georg, Prof. u. Dir. a. miner.-geolog. Mus. Agram. 



Mitglieder. 



XXXIII 



P. T. Herr Pipitz Dr. F. E., Humboldtshof, Götliestrasse 7 Graz. 

„ „ Plason Dr. Adolf v., k. k. Sectiousrath . . . Wien. 

„ „ Platz Josef Graf, k. k. Stattbalterei-Beamter . Brünn. 

„ Plenker GeorgFrh.v., k.k.Miu.-Kath, I., Seilerst.l Wien. 

„ Pokorny Dr. Alois, k. k. Keg.-Kath, kl. Sperlg. 2 Wien. 

„ Pokorny Eman., Präfect a. k. k. Theresianum Wien. 

„ Polak Dr. J. E., I., Bibergasse 1 Wien. 

„ Polifka Simon, Suppl., II., Taborstrasse 46 . Wien. 

„ Porm Dr. Adolf, Bürgerschuldirector, k. Rath . Zwittau. 

„ PospischillJoh., Hocliw. Domh., Kleinseiterg. 29 Prag. 

„ Poszve'k Gustav, Gyranasial-Professor .... Oedenburg. 

„ Prandtstetter Franz v., Apotheker, N.-Oe. . Pöchlarn. 

„ Preissmann Ernest, k.k.Aich-Insp., Burgring 16 Graz. 

„ Preyer Leop., k.k. Eechuungseleve, III., Gärtnerg. Wien. 

„ Prinz 1 August, Oekonomiebesitzer, N.-Oe. . Ottenschlag. 

„ PfihodaMor.,k.k.Mil.-Beamt.i.P.,Schikanederg.2 Wien. 

„ ProchaskaLeop.,grfl.Zichy.Schlossgtner., N.-Oe. Hainburg a/D. 

„ Raimann Leopold, n.-ö. Ld.-Beamt., Johanng. 9 Währing. 

„ Raimann Rudolf, stud. phil., Johannesgasse 9 Währing. 

„ Rakovac Dr. Ladislav, Secretär d. k. Landes-Reg. Agram. 

Rath Paul, Hochw., III., Rennweg 27 ... . Wien. 

,, Rathay Emerich, Prof. d. ön.-pom. Lehranst. . Klosterneuburg. 

„ Rauscher Dr. Robert, p. k. k. Finanzrath . . Linz. 

,, Rebel Hans, Drd. jur., I., Helferstorferstrasse 9 Wien. 

„ Redtenbacher Josef, VI., Caserngasse 11 . . Wien. 

„ ReichardtDr.Heinr. Wilh., Gustos u. Leiter d. k.k. 

bot. Hofcab., Univ.-Prof., VIII., Auerspergstr. 5 Wien. 

„ Beinisch Oscar, Fabrikant, Böhmen .... Warnsdorf. 

„ Reisinger Alexand., p. Director, Ottakringstr. 82 Hernais. 

„ Reiss Franz, prakt. Arzt Kierling. 

„ Re Itter Edmund, Naturalist, Ungargasse 12 . Mödling. 

„ Res s mann Dr. juris F., Kärnten Malborgcth. 

„ Reuss Dr. Aug. Leop. Ritt, v., I., Wallfischg. 4 Wien. 

„ Reuth P. Emerich L., Hochw., Eisenburg. Com. Nemet-Ujvär. 

„ Rhein dt Albert, Professor Kronstadt. 

„ Richter Ludw. (Adr. L. Thiering), Mar. Valeriag. 1 Buda-Pest. 

„ Richter Dr. Vincenz, Gutsbesitz., Taborstr. 17 Wien. 

„ Richter Carl, Dr. phil., II, Taborstrasse 17 . Wien. 

„ Rimmer Franz, Präfect St. Pölten. 

„ Rinnböck Josef, Privat, Hauptstrasse 14 . . Simmering. 

„ Robert Franz v., I., Zedlitzgasse 4 Wien. 

„ Robic Sim., Hchw., Administr., Krain, P. Zirklach Ulrichsberg. 

„ Rock Dr. Wilhelm, IIL, Geologengasse 3. . . Wien. 

„ Rösler Dr. L., Prof. d. k. k. chem.-phys. Vers.-Stat. Klosterneuburg. 

B. Ges. B. XXXIV. 6 



XXXIV 



Mitglieder. 



P. T. Herr Rogalski Dr. Anton Ritter von Wien. 

„ „ Rog-enhofer Alois Friedrich, Gustos am k. k. 

zool. Hofcabinete, VIII., Josefstädterstrasse 19 Wien. 

„ „ Rollet Emil, Dr. d. Med., L, Opernring 7 . . Wien. 

„ „ Römer Julius, Professor, Siebenbürgen . . . Kronstadt. 

„ Ronniger Ferd., Buchhändler, Rothethurmstr. 17 Wien. 

„ „ Rossi Ludwig, k. k. Landw.-Lieutenant . . . Agram. 

„ „ Rossmanit Dr. Theod. Ritt. V., k. k. Gen.-Secr. d. 

Börsekammer, I., Börseplatz 3 Wien. 

„ „ Rothschild Albert, Freiherr v Wien. 

430 „ „ RottensteinerFranz,Wirtschfts.-Dir.,P.Weitersf. Fronsburg. 

„ „ RupertsbergerMth.,Hw.,Pf.,P.Micheld.,N.-Oe. Nied.-Ranna. 

„ Saga Dr. Carl, Graben I. Nr. 13 Prag. 

„ „ Sajö Carl, Gymnasial-Professor, b. Gödöllö . . Veresegy-Baz. 

„ SandanyF.J.jk. k. Pol.-Comm., I., Seilerstätte 10 Wien. 

„ „ Saxinger Eduard, k. Rath Linz. 

„ „ Schaar Schmidt Dr. Julius, am botan. Garten Klausenburg. 

„ Schaf er Joh., Hochw., Pfarrer, b, Zirkniz, Krain Grahovo. 

„ „ Schaitter Ignaz, Kaufmann Rzeszow. 

„ „ Schaub Robert Ritt, v., L, Fleischmarkt 6 . . Wien. 

440 Schauer Ernst, Kr. Zloczow, Post Brody . . Pieniaki. 

„ „ Scheffler Carl, Sparcasse-Ob. -Beamter . . . Wien. 

„ „ Scher fei Aurel, Apotheker, Post Szepes M. . . Felka. 

„ „ Scherks Alex., Ob.-Berginspect., I., Canovag. 7 Wien. 

„ „ Scheuch Ed., Beamter der österr.-ung. Bank . Wien. 

„ „ Schiedermayr Dr. Carl, k. k. Statth.-Rath . Linz. 

„ Schieferer Michael, Heinrichsg. 6 Graz. 

„ „ Schiffner Rudolf, Gutsbes., II., Ferdinandstr. 29 Wien. 

„ „ Schleicher Wilhelm, Oekonomiebes., N.-Oe. . Gresten. 

„ „ Schlereth Max, Freih. v., ak. Maler, Kircheng. 39 Heruals. 

450 Fi-au Schloss Nathalie, IX., Peregringasse 1/3 . . Wien. 

„ Herr Schlott er G., k. k. Hauptm. i. 4. Mob. Bat. Dalm. Sutomore. 

„ „ Schmerling Anton Ritter v., geh. Rath, Excell. Wien. 

„ Fräul. Schmid v. S chmidsfelden Caroline, Hagenau Braunau Ob.-Oe. 

„ Herr Schmölz Leopold, k. k. Forstmeister .... Mürzzuschlag. 

„ „ Schneider Josef, Cand. prof., VIIL, Lenaug. 9 Wien. 

., y, Schreiber Dr. Egyd, Director d. Staats-Realsch. Görz. 

„ „ Schreiber Mathias, Lehrer Krems a/D. 

„ „ Schroff Dr. D.Carl Ritt. v.,Carl-Ludwigs-Rg. 8, II Graz. 

„ „ Schuler Karl, Fabrikant, Mähren Weisskirchen. 

460 „ Schulzer V. Müg genburg Stef., p. k; k. Hptm. Vinkovce. 

,, „ Schuster Carl, Naturalist, VI., Gumpendorfstr. 62 Wien. 

„ „ Schütz Dr. .Jak., Privat-Doc. an der Universität Prag. 

„ „ Schwab Adolf, g. Apotheker, Mähren .... Mistek. 



Mitglieder. 



XXXV 



P. T. Herr S ch waighofer Ant, Doct. d.Phil., III, Hetzg. 20 Wieu. 

„ ^ Schwarz Gust. E. V. Mohrenstern, Praterstr. 23 Wien. 

„ „ Schwarz-Senborn Wilh. Freih. v., Excellenz Wien. 

„ Schwarzel Felix, Oek. b. Böhm.-Dcutschbrod . Bastin. 

„ Schwarzenberg Fürst Joh. Adolf, Durchlaucht Wien. 

Schwöder Adolf, Bürgerschuldirector, Mähren . Eibenschütz. 

17(1 Sebisanovic Georg, Dir. d. k. Oberrealschule . Semlin. 

Sedlitzky Dr. Wenzel, Apothek.,Westbahnstr. 19 Wien. 
„ „ Seckendorf Arthur, Frh.v., k. k. Reg.-Eath, Prof. 

U.Vorst, d. k.k. forstl.Versuchsl., VlII., Florianig.l Wien. 

„ „ Senoner Adolf, III., Marxergasse 14 ... . Wien. 

„ „ Siegel Moriz, Civil-Ingen., V., Hundsthurmstr. 68 Wien. 

„ Siegmund Wilhelm j., Böhmen Eeichenberg. 

„ „ Sigl üdiskalk, P., Hochw., Gymnas.-Director . Seitenstetteu. 

„ „ Simkovics Dr. Ludwig, Professor Arad. 

„ ^ Simouy Dr. Friedr., k. k. Prof., Salesianerg. 13 Wien. 

„ „ Simony Dr. Oscar, a. Prof. d. Hochschule f.Bodenc. Wien. 

480 n n Skofitz Dr. Alexander, V., Mühig. 1 . . . . Wien. 

„ Spaeth Franz, I., Freiung 6 Wien. 

„ r Stäche Dr. G., k. k. Ob.-Bergr. d. geol. Reichsanst. Wien. 

Stauf er Vinc, Hochw., Bibliothekar im Stifte Melk. 

,, Stänzl Vincenz, k. k. Bez. -Schulinspector, Mähren Zlabings. 

„ r Steindachner Dr. Fr., Dir. d. k. k. zool. Hofcab. Wien. 

„ r, Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats-Gymnas. . Klagenfurt. 

„ „ Stellwag Dr. Carl v. Carion, k. k. Univ-Prof. Wien. 

„ Stenz 1 Anton, Dr. Med., IX., Alsbachstr. 4 . . Wien, 

Sternbach Otto, Freiherr v., k. k. Obristlieut. Kremsier. 

490 „ „ Stieglitz Franz, Hochw., Dechant, Innkreis . Eberschwang. 

„ „ Stöger Wilh., erzh. Forstmeister bei Berndorf . Hernstein. 

„ „ Stöger Franz, Lehrer, b. Wien Mauer. 

r „ Stöhr Dr. Adolf, phil., IX., Marianneng. 12 . . Wien. 

„ „ Stohl Dr. Lukas, fürstl. Schwarzenbg. Leibarzt Wien. 

n n Stoitzner Johann N., Oberlehrer, N.-Oe. . . Weikertschlag. 

„ „ Storch Dr. Franz, Pongau .St. Johann. 

„ „ S trän sky P. Franz, Hochw., Post Polna, Böhmen Schlapenz. 

Strauss Josef, städt. Marktcommiss., Waagg. 1 Wien. 
„ S treinsb er g Christ. Edler V., niederöst. Landes- 

Revident, VIII., Laudongasse 12 Wien. 

^^-^^ „ „ S tr ob 1 Gabriel, P., Hochw., Gymnasial-Professor Melk. 

^ .. Ströbitzer Martin, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. . . Frankenfels. 

S tu d nizka Carl,k. k.Art.-Hptm. Z.-Dep., Kleinseite Prag. 

Stummer Jos. R. v., Präs. d. pr. K. Fd.-Ndbahu. Wien. 

Stur Dionys, k.k. Ob.-Bergrath d. geol. Reichsanst. Wien. 

T Stussiner Josef, k.k. Postofficial, Neugasse 5 . Laibach. 



XXXVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr S u e s s Dr. Eduard, k. k. Uaiv.-Prof., Novarag. 49 Wien. 

„ „ Ö van da Stefan, Punzg.-Beamt, Gurnpendstr. 63 Wien. 

,, SzyszyJowicz Ignaz Ritt. V., Assist, a. bot. Inst. Krakau. 

„ ., Tempsky Friedrich, Buchhändler Prag. 

510 „ „ Then Franz, Präfect a. d. k. k. Theres. Akademie Wien. 

,, Thürnen Felix, Freiherr von, k. k. Adjuuct der 

forstlichen Versuchs- Station Görz. 

„ „ Tief Wilhelm, Gymnasial-Professor Villach. 

„ Tobisch J. 0., stud.med.,VIII., Josefstädterstr. 53 Wien. 

„ „ Tomasser Ubald, Chorherr, Steiermark . . . Vorau. 

„ TomekDr. Josef, fürstl. Leibarzt, b. Prohnsburg Riegersburg. 

„ ,, Torri Bruno, Opaticka ulice 16 Agram. 

„ „ ToulaDr.Frz.,k.k.Prof.d.techn.Hochsch.,Kirchg.l9 Wien. 

„ „ Traxl er Rudolf, Böhmen Josefstadt. 

„ „ Treuinfel s Leo, Hochw., Gymnas. -Prof., B. O.-P. Meran. 

520 „ „ Tromba Johann, Apotheker Rovigno. 

„ ,, Troyer Dr. Alois, Advocat, Stadt Steyr. 

„ „ Tscherniki Carl, k. k. Hofgävtner Innsbruck. 

„ „ Tschörch Franz, k. k. militär.-techn. Official , Wien. 

„ „ Tschusi Vict. R. zu Schmidhoffen, b. Hallein Tännenhof. 

„ Türk Rudolf, k. k. Sect.-Rath i. P., Lagerg. 1 . Wien. 

„ Uhl Dr. Eduard, VL, Mariahilferstr. Ib . . . Wien. 

Unterhuber Dr. Alois, Prof. am Real- Gymnas. Leoben 

„ „ Urban Em., e. k. k. Prof., Beckergasse 23 . . Troppau. 

„ „ Valenta Dr. A,, k. k. Reg.-Rath u. Spitalödirector Laibach. 

530 r r, Valle Anton, Adjunct am städt. Museum . . . Triest. 

r „ Vi eh aus Claudius, Hochw., Ötifticapitular . . Kremsmünster. 

„ „ Vielguth Dr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oesir. Wels. 

„ Viertl Adalb., k. k. Hauptm. i. P., Frauziskg. 18 Füufkirchen. 

„ Vodopic Mathias, Bischof Eminenz, Dalmatien . Ragusa. 

, Vogel Franz A., k. k. Hofgärtner Laxenburg. 

„ VoglDr. Aug., k. k. Uüiv.-Prof., IX., Petrarcag. 1 Wien. 

„ „ Vojtek Rieh., Apotheker, VI., Eszterhazyg. 18 B Wien. 

„ . Voss Wilh., k. k. Professor d. Staats-Ob.-Realsch. Laibach. 

„ „ WagnerF.R. V. Kremsthal, C. phil.,Karmeliterpl. 4 Graz. 

540 „ Wagner Bernard. P., Hochw., Prof. a. Ob.-Gymn. Seitenstetten. 

„ WachtlFriedr.,k.k. Oberförster, VIII., Tulpeng. 3 Wien, 

n « Wajgel Leop., Prof. am k. k. Ober-Gymnasium Kolomea. 

„ Wal In er Dr. Ignaz, k. Professor Oedenburg. 

„ Walter Julian, Hchw. P. 0. P., Gym.-Prof , 892 II Prag. 

„ Walz Dr. Rudolf, IV., Carolineng. 19 ... . Wien. 

„ „ Watzel Dr. Cajetan, Director d. Ober-Realsch. . Böhm.-Leipa. 

n Wawra Dr. Hein. R.v. Fernsee, e.k.k.Mar.-Stabsarzt Wien. 

Wei glsp erger Fr., Hchw., Pfarr., P. Atzenbruck Michelhausen. 



Mitglieder. 



XXXVII 



P. T. Herr Weinke Franz Carl, Dr. d. Med., Tuchlauben 7 Wien. 

550 „ „ Weiser Franz, k. k. Laudesgerichtsrath . . . Wien. 

„ Weiss Dr. Adolf, Regier.-Rath, k. k. Univ.-Prof. Prag. 

„ „ Werner Wilh., Ob.-Lehrer, bei Rottes, Nied. -Oest. Park. 

r, r Weszelovzky Dr. C, k. Sanitätsr., Arvaer Com. Arva Varallja. 
„ „ Wettstein Dr. Rieh. Ritt. V, Westersh eim, I., 

Helf erste rf er sg. 18 Wien. 

„ „ Wierer Lud. v.Wierersberg, Bz.-Ger.-AdjuDct Altensteig,N.-Oe. 

Wierzejski Dr. Ant,, Prof. d. k. k. Ob.-Roalüch. Krakau. 

Wiesbaur Job., Hchw. S. J„ Prof. a. Seniinar Böh.-Mariaschein. 

Wiesner Dr. Jul., k. k. Univ.-Professor d. Bot. Wien. 

„ Wilczek Haus Graf, Exeellenz, geh. Rath . . Wien. 

560 „ „ Wilhelm Dr. Gustav, Prof. a. d. tech. Hochschule Graz. 

„ Witting Eduard, VII., Zieglerg. 27 Wien. 

„ „ Woloszczak Dr. Eustach, Ass. d. Lehik. f. Bot. Wien. 

„ Wyplel Martin, Caud. prof., IV., Trappelg. 2 Wien. 

Zabeo Alfons Graf, IX., Berggasse 9 . . . . Wien. 

Zahlbruckner Dr. Alexander, VIII., Ledererg. Wien. 

Zapalowicz Dr. Hugo v., IV., Schikanederg. 6 Wien. 

Zareczny Dr. Stan., Prof. am III. Gymn. . . Krakau. 

« Zivotsky Josef, ev. Katechet, I , Weihburggasse 9 Wien. 

„ Zukal H., Fachschullehrer, III., Pragerstrasse 5 . Wien. 

^'0 ^ ^ Zwiflhofer Frz., Buchhalter d. böhai. Sparcasse Prag. 

Irrthümer im Verzeichniss und Adressänderungen wollen dem Secretariate 
zur Berücksichtigung gütigst bekannt gegeben werden. 



XXXVIII 



Mitglieder. 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



1. Durch den Tod: 



P. T. Herr Asbjöi'D seil P. Christian. 

„ Bilimek Dominik. 
„ „ Boutelou Esteban. 
„ „ Brehm Dr. Alfred. 
„ Biinz Franz. 

„ „ Czermak Wenzel. 
„ „ Engelmann Dr. Georg. 
,, Eugerth Wilhelm Freih. V. 

Esmark Lauritz, 
., .. Fe hiner Carl. 
„ ,, FischerDr.A.v. Waldheim. 
., Förster Dr. Arnold. 

„ „ Goeppert Dr. Heinricli. 

„ Hampe Dr. Clemens. 
„ „ Hart mann Carl. 

„ Jeffreys J. Gwyn. 
,, Keferstein Adolf. 

KodermannCölest.Hochw. 



P. T. Herr Kund rat Josef. 

„ „ Moesta Dr. Friedrich. 

„ „ Noestelberger Franz. 

„ „ Perty Dr. Max. 

„ „ P e tri no Otto Freiherr. 

„ Pirazzoli Eduard. 

„ Poetsch Dr. Ignaz. 

„ „ Koretz Dr. Albert v. 

„ „ Koseuthal Ludwig v. 

„ „ Büppel Dr. M. Eduard. 

,, „ Saunders S. Smith. 

,, „ Schioedte J. C. 

„ „ Schmid Dr. Julius. 

., „ Setari Dr. Franz. 

Sinei ch Johann. 

„ ,; Staes Cölestin. 

„ Zelebor Josef. 



2. Durch Austritt; 



P. T. Herr Brosche Eduard. 
., „ Dürr Julius. 
„ „ Leinkauf Dr. Johann. 
„ Rottensteiner Franz. 



P. T. Herr Schuöcker Eduard. 
„ Weinzierl Dr. Theodor. 

„ Zebra wsky Theophil. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages 
durch Postnachnahme: 



P. T. Herr Anker Rudolf. 
„ „ Dörfler Ignaz. 
„ Fiedler Leo. 



T. Herr Kollar A. 

, „ Trstenjak Davorin. 



Lehranstalten und Bibliotheken 



XXXIX 



Lehranstalten nnd Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 

Gegen Jahresbeitrag-. 

Bozen: K. k. Staats-Gymnasiuni. 

Brixen: Fürstb. Gymnasium Vinceiitinum. 

Brünn: K. k. 1. deutsches Ober-Gymnasium. (Nchn.) 

Burghausen (Baiern) : Unterrichts- u. Erziehungs-Austalt der englischen Fräulein. 
Dornhirn (Vorarlberg): Conimunal-Unter-Realschule. 
Görz: Landesmuseura. 

„ K. k. Ober-Realschule. 

„ K. k. Ober-Gymnasium. (Q.) 
Graz: K. k. 1. Staats -Gymnasium. 
10 „ K. k. Üniversitäts-Bibliothek. 
Güns: K. kath. Gymnasium. (P. f.) 
Kalksburg: Convict der P. P. Jesuiten. 
Klagenfurt: K. k. Ober Gymnasium. 

Klausenbiirg : Land wirth schaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Königgrütz (Böhmen): K. k. Staats-Gymnasium. (P. f.) 
Laibach: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 

„ k. k. Staats- Ober-Realschule. 
Lemberg: Zoolog. Museum der k. k. Universität. (Nchn.) 
Leoben: Landes- Mittelschule. 
20 Linz: Oeffentl. Bibliothek. 

„ Bischöfliches Knaben-Seminar am Freinberge. 
Marburg: K. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfliches Knaben-Seminar. 

Martinsberg bei Raab: Bibliothek d. e. Benedictiner-Erzstiftes. (Nclm.) 

Nassod: Griech.-kath. Ober-Gymnasium. 

Obei'-Hollabrunn: Landes-Realgymnasium. 

Oedenburg: Evang. Lyceum. 

„ K. kath. Ober-Gymnasiura, 
Olmütz: K. k. Studien-Bibliothek. 
30 „ K. k. Ober-Realschule. 
Bettau: Landes-Realgymnasium. 
Pilsen: K. k. deutsche Staats-Realschule. 

Prag: K. k. deutsches Gymnasium der Altstadt, Franzensquai 8. (Nchn.) 
K. k. deutsche Lehrerbildungsanstalt. 
., K. k. deutsches Neustädter Gymnasium, Graben 20. 
j, K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nchn.) 



XL 



Leliranstalten und Bibliotheken. 



Prag: Gesellschaft für Physiokratie in Böhmen, Wenzelsplatz 16. 
Frzibram: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 
Meiclienherg (Böhmen): K. k. Ober-Realgymnasium. 
40 med (Ob.-Oesterr.) : K. k. Staats-Ober-Gymnasium. 
Roveredo: Städt. Museal-Bibliothek. (M. cittadino.) (P.) 
Bzeszow: K, k. Ober- Gymnasium. 
Salzburg: K. k. Gymnasium. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Schässburg: Evang. Gymnasium. 
Stockerau : Landes-Realgymnasium . 

Tabor: Höhere landwirthsch. -industrielle Landes-Anstalt. (p. f.) 
Temesvar: K. Ober-Gymnasium. 
Teschen: K. k. Staats-Realschule. 
50 Tr Oppau: Landes -Museum. (Nchn.) 

„ K. k. Staats- G3^mnasium. (Buchh. Gollmann.) 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Villach: K. k. Real- Obergymnasium. 

Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, L, Christinengasse 1. 
„ Oesterr. Apotheker -Verein. 
„ Bibliothek der k. k. techn. Hochschule. 

„ Kaiser Franz Josefs-Gymnasium der Innern Stadt, Hegelgasse. 
„ Leopoldstädter k. k. Staats- Ober-Realschule, IL, Vereinsgasse 2L 
„ Museum botan. der k. k. Universität, III., Rennweg 14. 
60 „ Staats-Ünter-Realschule, V., Rampersdorferg. 20. 
„ Zool.-bot. Bibl. d. k. k. techn. Hochschule. 
Wiener- Neustadt : Landes-Lehrer-Pro-Seminar. 



Unentgeltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Graz: Akademischer Leseverein. 
Prag: Akademischer Leseverein. 

„ Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Wien: K. k. Hof bibliothek. 

„ Communal-Gymnasium Gumpendorf. 
70 „ „ „ Leopoldstadt. 

„ „ Ober-Realschule Gumpendorf, VI., March ettigasse. 

„ „ „ „ I., Schotteubastei 7. 

„ „ Wieden. 

„ k. k. Universitäts-ßibliothek. 
„ Landesausschuss- Bibliothek. 



Wissenschaftliche Anstalten. XTjI 



Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 

Oesterreich -Ungarn. 

Aussig ajElhe: Naturwissenschaftlicber Verein. 
Bregenz: Landes-Museims -Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. 
Buda-Pest: K. ungar. Akademie der Wissenschaften. 
„ „ geologische Anstalt. 

„ „ „ geologische Gesellschaft. 

„ Ungar, naturwissenschaftlicher Verein. 
„ Redaction der naturhistorischen Hefte des Nat.-Museums. 
10 Czernoiüitz: Verein für Landescultur im Herzogthum Bukowina. 
Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 

„ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 
Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 
„ Ferdinandeum. 

„ Akademischer Verein der Naturhistoriker. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 

„ K. k. Gesellschaft z. Beförderung d. Ackerh. und d. Industrie in Kärnten 

20 Leipa, Böhm.-: Nordböhmischer Excursions-Club. 
Linz: Museum Francisco-Carolinum. 

„ Verein für Naturkunde. 
Poprad: Ungarischer Karpathen -Verein (Bibliothekar A. Muni eh). 
Prag: K. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturhistorischer Verein „Lotos". 
Pressburg: Verein für Naturkunde. 
Beichenberg: Verein der Naturfreunde. 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 
„ Deutscher und österreichischer Alpenverein. 
30 Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trcntschiner Comitats. 
Triest: Societä adriatica di scienze naturali. 

„ Societa d'orticultura del Littorale. 
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein an der Universität. 
„ K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 
„ K. k. geographische Gesellschaft. 
„ K. k. geologische Keichsanstalt. 
„ K. k. Gesellschaft der Aerzte. 

Z. ß. Ges. B. XXXIV. f 



XLII 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Wien: Oest. Reichs-Forstverein. 

40 „ Redaction der österr. bot. Zeitschrift. 

„ Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

„ Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

„ Naturw. Verein an der k. k. technischen Hochschule. 

Deutschland. 

Altenhurg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 
Anndberg-BuchhoU : Verein für Naturkunde. 
Augsburg: Naturhistorischer Verein, 
Bamberg: Naturforschender Verein. 

Berlin: Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 
„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 
50 „ Berliner entomologischer Verein. 

Deutsche entomologische Gesellschaft. 
„ Jahrbücher des k. botan. Gartens und Museums. 
5, Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Rügen. 
„ Redaction des Archives f. Naturgeschichte. (Nicolai'sche Buchhandlung.) 
y, Redaction des Naturforscher. 

„ Redaction der entomologischen Nachrichten (Friedländer). 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preuss. Staaten. 
Bonn: Naturhistorischer Verein d. preuss. Rheinlande und Westphalens. 
Braunschweig: Verein für Naturwissenschaft. 
60 Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 

„ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar i. Elsass: Society d'histoire naturelle. 
Danzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Darmstadt: Verein für Erdkunde. 

Donau-Eschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 

Dresden: Gesellschaft Isis. 
70 „ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 

Dürkheim: Poliichia (Naturw. Verein d. bairischen Pfalz). 

Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 

Emden: Naturforschende Gesellschaft. 

Erlangen: Biologisches Centralblatt. 

„ Physikalisch-medicinische Societät. 

Frankfurt a. M.: Senkenbergische naturforschende Gesellschaft. 
„ Redaction des Zoologischen Gartens. 

Freiburg i. B.: Naturforschende Gesellschaft. 

Fulda: Verein für Naturkunde. 
80 Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. (Buchh. Richter.) 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLIII 



Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 
Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Halle a. d. S.: Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Redaction der Natur. 

„ Kaiserl. Leopold. Carolin, deutsch. Akad. d. Naturforscher. 

Hamburg -Altona: Naturwissenschaftlicher Verein. 

„ Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

90 ^ Naturhistorisches Museum der Stadt Hamburg. 

Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesarnmte Naturkunde. 
Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 
Heidelberg: Naturhistorisch-medicinischer Verein. 
Jena: Medicinisch- naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg: Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Redaction der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. 
„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 
100 „ Redaction d. Botan. Zeitung (Verlagsbuchh. Arth. Felix, Königsstr. 18, b). 
Redaction d. zoologischen Anzeigers (W. Engelmann). 
„ Mittheilungen der zoologischen Station in Neapel (Dr. Dohrn). 
Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthum Lüneburg. 
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Mannheim: Verein für Naturkunde. 

München: Königl. bairische Akademie der Wissenschaften. 
Münster: Westfälischer Provinz. -Verein für Wissenschaft und Kunst. 
Neisse: Philomathie. 

Neu-Brandenburg : Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 
110 Nürfiberg: Naturhistorische Gesellschaft. 
Offenbach: Verein für Naturkunde. 
Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Passau: Naturhistorischer Verein. 
Hegensburg: Zoologisch-raineralogischer Verein. 

„ Königl. bairische botanische Gesellschaft. 

Sondershausen : Irmischia. 
Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Würtemberg. 
Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
120 Zwickau: Verein für Naturkunde. 

Schweiz. 

Aigle: Societe botanique Murithienne. 
Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

f* 



XLIV 



WissenecLaftliclie Austalten. 



Bern: Allgem. Schweiz, naturforscheude Gesellschaft. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische entomologische Gesellschaft. 
Chur: Naturforschende Gesellschaft. 
Genf: Societe' de physique et d'histoire naturelle. 
Lausanne: Societe' vaudoise des sciences naturelles. 
Neufchdtel: Socie'te des sciences naturelles. 
130 „ Societe murithienne de Valais. 

St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 

Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
Christiania: Vetenskabs Sällskapet. 

„ Universitäts-Bibliothek. 
Gothenburg: K. Vetenskabs Sällskapet. 
Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske videnskabernes Selskab. 

Lund: K. Universität. 
140 Stockholm: K. Vetenskaps Akademie. (Buchh. M. W. Samson & Wollern 
d. R. Hartmann in Leipzig.) 
„ Entomologiske Tijdskrift. 

Tromsö: Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
Upsala: Vetenskaps Societät. 
„ K. Universität. 

Holland. 

Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenschappen. 

„ Koninklijke Zoologisch Genootschap Natura Artis Magistra. 
Gent: Natura, Mandschrift voor Naturwetenschappen. 
Haag: Nederlandsche Entomologische Vereeniging. 
150 Harlem: Musee Teyler. 

„ HoUandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Rotterdam: Nederlandsche Dierkundige Vereeniging. 

Utrecht: Provincial Utrechtsche Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 

Belgien. 

Brüssel: Academio Royale des sciences, des lettres et des beaux arts de Belgique. 
(Commission des echanges internationeaux.) 
„ Societe Royale de ßotanique de Belgique. 
„ „ entomologique de Belgique. 

„ „ malacologique de Belgique. 



WiBseusebaftüobe Austalten 



XLV 



Brüssel: Societe Beige de Microscopie. 

Liege: Redaction de la Belgique Horticole. (Morren, ä la Boveiie 1.) 
160 „ Societe Royale des Sciences. 

Luxenibourg: Societe des Sciences naturelles du Grand-Ducbe de Luxenibouig. 
„ »de Botanique du Grand-Duche de Luxembourg. 

Grossbritannien. 

Belfast: Natural History pbilosophical Society. 
Dublin: Royal Irish Acadeniy. 

„ Geological Society. (Trinity College.) 

„ Royal Society. 
Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 

„ Geological Society. 

l'O Glasgow: Natural history society. 
London: Entomological Society. 

„ The Eutoraologist. 

„ Entomologist's Monthly Magazine. 

„ Geological Society. 

„ Linnean Society. 

„ Record of zoological Literature. 

„ Royal Society. 

„ Royal raicroscopical society. (Kings College.) 
„ Zoological Society. 
180 Manchester : Literary and pbilosophical Society. 

Neiücastle uiion Tyne: Tyneside Naturalist's Pield club. 

Perth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D. Annat Lodge). 

Russland. 

Charkow: Gesellschaft der Naturforscher an der kaiserl. Universität. 
Dorpat : Naturforscher- Gesellschaft. 

Ekatherinenburg : Societe ouralienne d'amateurs des sciences naturelles. 
Heising fors: Finska Vetenskaps-Societeten. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica (Brockhaus). 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellschaft der Naturforscher. 
190 Petersburg: Academie Imperiale des sciences. 
„ Kaiserlicher botanischer Garten. 

„ Revue mensuelle d'Entomologie par M. W. Dokhtourow. 
„ Societas entoraologica rossica. 

Biga: Naturforschender Verein. 

Italien. 

Bologna: Accademia delle scienze. 
Florenz: Societä entomologica italiana. 



XL VI 



Wibsenschaftliche Anstalten. 



Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societa di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucca: Accademia luccbese di scienze, lettere ed arti. 
200 Mailand: Societa italiana di scienze naturali. 

„ Istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 

„ Societa crittogamologica italiana. 
Modena: Societa dei naturalisti. 

„ Accademia di scienze, lettere ed arti. 
Neapel: Accademia delle scienze. 
Padua: Societa veneto-trentina di scienze naturali. 

Palermo: KeaP Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. (via Ruggiero). 

„ Societa di Acclimazione. 
Pisa: Societa toscana di scienze naturali. 
210 „ Societa malacologica italiana. 

„ Eedazione del nuovo Giornale botanico. 
Born: EeaP Accademia dei Lincei. 

„ Societa italiana delle scienze (Piazza S. Pietro in Vincoli 5). 

„ Jabrbücber des botanischen Gartens (Prof. Pirotta). 
Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 
Verona: Accademia di Agricoltura, commercio ed arti. 

Frankreich. 

Amiens: Societe Liime'enne du Nord de la France. 
Bordeaux: Societe Linneenne (2 rue Jean Jacques bei.). 
Caen: Societe Linneenne de Normandie. 
220 „ Annuaire du Mus^e d'histoire naturelle. 
Cherhourg: Societe des sciences naturelles. 
Dijon: Academie des sciences, arts et belles-lettres. 
Lille: Societe des sciences de l'agriculture et des arts. 
Lyon: Academie des sciences, belles-lettres et arts. 
„ Societe d'agriculture. 

„ Societe botanique de Lyon (palais des arts, place des terreaux). 
„ Societe Linneenne de Lyon. 
Nancy: Societe des sciences. 
„ Academie de Stanislas. 
230 Paris: Journal de Conchiliologie. 

„ Nouvelles archives du Musee d'histoire naturelle. 

„ Socie'te botanique de France. 

„ Societe' entoraologique de France. 

„ Societe zoologique de France (7 rue des grands Augustin). 
Rouen: Societe des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Lissabon: Academia real das sciencias. 



Wisseuschaftliclie Anstalten. 



XLVII 



Spanien. 

Coimbra: Sociedad Broteriana (Boletiu annual). 
Madrid: Sociedad espanola de historia natural. 

Asien. 

Batavia: Bataviaasch Genotschap van Künsten en Wetteuschappen. 
240 „ Nataurkundige Vereeniging in Nederlandisch-Indie. 
Cdlcutta: Asiatic Society of Bengal. 
Shanghai: Asiatic Society, north China branch. 

Afrika. 

Alexandrien: L'Institut Egyptien. 

Amerika. 

a) Nordamerika. 

Boston: American Academy. 

„ Society of Natural History. 
Brooklyn: Entomological Society. 
Buffalo: Society of Natural Sciences. 

Cambridge: American Association for the advancement of science. 
„ Museum of comparative Zoology. 

250 „ Entomological Club Psyche, Organ of the (p. G. Dimokin Paris). 

Cap Rouge (Canada): Naturaliste canadien, par Abbe Pro van eher. 
Columhus: Geological Survey of Ohio. 

„ Ohio State Board of Agriculture. 
St. Francisco: Californian Academy of Natural Sciences. 
New-Haven: American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 

St. Louis: Academy of science. 

Madison: Wisconsin Academy of Sciences, Arts and Letters. 
Montreal: Geological and natural history Survey of Canada. 
260 „ Royal Society of Canada. 
New-Orleans: Academy of Sciences. 
Newport: Orleans' County Society of Natural Sciences. 
New -York: Society of Natural History (olim Lyceum). 

„ Bulletin of the Torrey Botanical Club. 
Philadelphia: Academy of Natural Sciences. 

„ American Entomological Society. 

„ American Philosophical Society. 

„ Zoological Society of Philadelphia. 

Quebec b. London: Canadian Entomologist by W. M. Saunders (Ontario). 
270 Salem: American Naturalist. 
„ Essex Institute. 



XL VIII 



Von der Gesellscbaft angekaufte Schriften. 



Toronto: Canadian Institute. 

Washington: Departement of Agriculture of the Unit. Stat. of N. America. 
„ Smithsonian Institution. 

„ United States commission of fisch and fisiieries. 

„ United States Geological Survey. 

ü) Mittel- und Südamerika. 

Buenos-Äyres: Museo publico. 

„ Sociedad cientifica argeatina. 

Cordoha: Acaderaia nacional di ciencias exactas a la Universidad. 
280 Mexico: Sociedad mexicana de historia natural. 
^ Museo nacional mexicana. 
Rio Janeiro: Museo nacional. 
„ „ Archivio de Museo nacional de (E. Mellier, rue Seguier 17, Paris). 

Australien. 

Adelaide: Philosophical society. (South austral. institute.) 
Sidney: Linnean society of New South Wales. 
„ Royal society of New South Wales. 



Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Bibliotheca della Zoologia e Anatomia comparata da Itaha per L. Came- 

rano e M. Lessona. 
Claus C Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wien 

und der zoologischen Station in Triest. 
Flora und Fauna des Golfes von Neapel. 

Zoologischer Jahresbericht. Herausgegeben von der zoologischen Station 
in Neapel. 



Wiener entomologische Zeitung. 

Botanischer Jahresbericht. Herausgegeben von Dr. E. Koeline (früher 
Dr. L. Just). 

Botanisches Centraiblatt. Herausgegeben von Dr. Oscar Uhlworm. 
Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Herausgegeben von A. Engler. 



Sitzungsberichte. 



Versammlung am 4. Juni 1884 



Vorsitzender: Herr Dr. Franz Low. 



Neu eiDgetretene 

P. T. Herr 

Lindemann Dr. Carl, Secretär der natur- 
forschenden Gesellschaft u. Professor der 
landwirthschaftl. Akademie in Moscau 

Kulczynski Ladislaus, Prof. am St. Anna- 
Gymnasium. Krakau 



Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 

Gustos A. Rogenhofer, v. Renard. 
Dr. St. Zareczny, V. Jablonski. 



Herr Prof. F. Brauer erläuterte seine Untersuchungen über 
einen Gastrus des sumatranischen Rhinoceros, der wahrscheinlich 
eine neue Gattung (Gyrostigma) bilden dürfte, und jene über die 
Dauer und Art der Verpupp ung von Hirmoneura obscura, (Siehe 
Abhandlungen, Seite 269.) 



Herr M. F. M ü 1 1 n e r demonstrirte das von ihm am Lassing- 
falle aufgefundene, für die niederösterreichische Flora neue Hie- 
racium inuloides Tausch, dessen Standort als der südlichst gelegene 
und der einzige in den Alpen bisher bekannte besonderes Interesse 
verdient. 



Secretär Dr. G. Beck unterzog die jüngst von Prof. Dr. 
0. Drude veröffentlichte Floreneintheilung der Erde einer aus- 
führlichen Besprechung und hob die Wichtigkeit dieser Arbeit 
für pflanzengeographische Arbeiten eingehend hervor. 



Z. B. Ges. B. XXXIV. Sitz.-Ber. 



D 



20 



Versammlung am 2. Juli 1884. 



Secretär Custos A. Rogen hof er besprach die von Bridge- 
mann und Fitch bearbeiteten englischen Ophioniden, worauf 
er in Nachfolgendem die Beobachtungen F. v. Feile r's über 
einen neuen Pauropus aus Oesterreich vorlegte : 

Mittheilung zur Naturgeschichte der Pauropoden. 

Unter den von mir gesammelten Pauropoden, sämmtlich aus Nieder- 
österreicli stammend, befindet sich auch ein Exemplar des Brachypauropus hamiger 
Latzel der schwach chitinisirten Form, mit neun Fusspaaren und eilf Kücken- 
schildern, mit den (? Q) Genitalanhängen etwas unterhalb dem zweiten Fuss- 
paare. Auch die stark chitinisirte Form kommt in Niederösterreich vor, und 
ich sammelte ein Exemplar mit acht Fusspaaren und einer Exuvie. Diese beiden 
letzteren Exemplare unterscheiden sich durch die Ausführung und den Grad der 
Chitinisirung so sehr von dem genannten Exemplare der schwach chitinisirten 
Form, dass ich, so lange mir nicht weitere Exemplare vorliegen, welche auf 
Uebergänge der einen Form in die andere hinweisen, mich nicht mit Sicherheit 
dahin aussprechen kann, es lägen da nicht zwei Arten vor, von denen jede den 
Häkchenschmuck trägt, also jede Art „hamiger" ist. Wenn es mir gelingt, 
weitere Exemplare dieser interessanten Gattung aufzufinden, werde ich mir 
erlauben, eine Mittheilung über meine Beobachtungen zu machen. 



Versammlung am 2. Juli 1884. 

Vorsitzender: Herr Gustos August v. Pelzeln. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
^' P. T. Herren 

Kunze Eduard, Staatsbeamter in Wien, JX., 

Eossauerlände Nr. 19 Prof. H. Zukal, M. Heeg. 

S cherks Alexander, Oberberginspect., Wien, 

I., Canovagasse 7 J. Pickl, M. F. Müllner. 



Eingesendete Gegenstände: 
150 Stück Insecten von Herrn F. Kohl. 

Eine Collection adriatischer Conchylien und Meerthiere von Herrn Baron 
F. Lichtenstern. 



1) Sollten etwa die zwei Geschlecliter durch die verscliiedene Chitinisirtmg dififeriron ? 
Dae wäre doch vorderhand noch sehr zu bezweifeln. 



Angust V. Pel zeln. 



21 



Vorsitzender Herr Gustos A. v. Pelz ein machte vorläufige 
Mittlieilungen über seine Studien hinsichtlich der Abstammung 
des Haushundes. 

Unter den zahlreichen und mannigfaltigen Racen wären, nach Aus- 
scheidung jener Formen, welche auf pathologischen Momenten beruhen, wie 
Bulldog, Bullenbeisser, Mops und Dachshund, folgende fünf Hauptgruppen zu 
unterscheiden: wolfs ähnliche Hunde, schakal ähnliche Hunde, Windhunde, 
Jagdhunde, Pudel und Seidenhunde. 

Die erste dürfte wohl, wenigstens zum grossen Theile, dem Wolf, die zweite 
dem Schakal ihren Ursprung verdanken, auch die Windhunde scheinen von ver- 
schiedenen Schakalarten abgeleitet werden zu können. Hinsichtlich der Jagd- 
hunde ist kein nahestehendes, wildes Thier bekannt, aber Eacen dieser Gruppe 
reichen bis ins hohe Alterthum hinauf, wie Darstellungen auf egyptischen 
Monumenten zeigen. 

Die Pudel und Seidenhunde dürften Abkömmlinge der Jagdhundgruppe 
sein, welche durch Zucht und klimatische Einflüsse modificirt worden sind. Die 
letzteren begünstigen bekanntlich in den Mittelmeerländern, woher diese Racen 
stammen, die Woll- und Seidenhaarbildung in hohem Grade. 

Eine ausführlichere, mit Belegen versehene Darstellung wird für später 
in Aussicht gestellt. 



Secretär Gustos A. Rogen hofer legte nachfolgende einge- 
langte Arbeiten vor: 

Ritter Baron Dräsche v. Wartinberg: Ueber einige 
Molguliden (Ascidien) der Adria, mit zwei Tafeln. (Siehe Ab- 
handlungeu; Seite 159.) 

Mö schier M. B. : Die Nordamerika und Europa gemeinsam 
angehörenden Lepidopteren. (Siehe Abhandlungen, Seite 273.) 

Kohl F. F.: Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. I, 
mit zwei Tafeln. (Siehe Abhandlungen, Seite 171.) 

Derselbe besprach schliesslich die neuerlich von Dr. Kriech- 
baumer herausgegebenen gesammelten Abhandlungen Klug 's 
über Blattwespen in einem Quartbande, mit colorirter Tafel. 



D* 



22 



Veisammluug am 1, October 1884. 



Versammlung am 1. October 1884. 

Vorsitzender: Herr Prof. Josef Mik. 



Neu eingetretene Mitglieder: 
P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

Horn Georg. Philadelphia den Ausschuss. 

Kl ob Dr. Alois, Hof- und Gerichtsadvocat, P. T. Herren 

Wien, L, Maximilianstrasse 4 ... M. F. Müllner, Dr. F. Ostermcyor. 
Gesellschaft für Physiokratie in Prag, Wen- 
zelsplatz 16 den Ausschuss. 



Herr Dr. Franz Low theilt Beobachtungen über Cynipiden 
mit, und zwar die Resultate von Versuchen, welche die Zusammen- 
gehörigkeit von Chilaspis L'öwii Wachtl und Chilaspis nitida Gir. 
beweisen, und Beobachtungen, welche es als höchst wahrscheinlich 
erscheinen lassen, dass Neuroterus aprilinus Gir. und N. Schlech- 
tendali Mayr Generationen einer und derselben Art sind. (Siehe 
Abhandlungen, Seite 321.) 



Secretär Gustos A. Rogenhofe r legte an eingelaufenen 
Manuscripten vor: 

P. F. Kohl: II. Theil der Gattungen und Arten der Lar- 
riden Aut.y welcher 9 Genera mit 82 Arten behandelt und zwei 
Tafel Abbildungen enthält. (Siehe Abhandlungen, Seite 327.) 

Er erwähnt, dass L. G an gib au er eine chronologische Auf- 
zählung der sämmtlichen seit Linne 's Systema natura, ed. X, 
1758 bisher aufgestellten Coleopterengattungen der europäischen 
Fauna in Aussicht stellt, unter Namhaftmachung der zuerst be- 
schriebenen, sogenannten typischen Art jeder Gattung. Er zeigt, 
dass der heutige Usus in der coleopterologischen Nomenclatur, 
auf jene sogenannten typischen Arten die Namen der alten Gat- 
tungen zu beziehen, zu Verwirrungen führt, die ein Weiterarbeiten 
in der descriptiven Coleopterologie fast unmöglich machen. Nie- 
mandem fällt es heutzutage ein, sich im System an Linne, 



A. Rogeuhofer. 



23 



Geoffroy oder Fahr i eins auzuschliessen, wir halten uns viel- 
mehr an die Systematik der neueren Monographen. Gattungen 
sind doch nur der Ausdruck einer systematischen Eintheilung, 
und wenn wir die neueren systematischen Eintheilungen annehmen, 
so acceptiren wir doch die herkömmlichen Gattungsnamen nur 
im Sinne der Monographen, niemals aber im Sinne der alten 
Autoren, da unsere heutigen Gattungen ganz andere sind als die 
alten. Es ist somit gar kein Grund vorhanden, Necrophoriis in 
Silpha, Cercyon in Coccinella, Donacia in Leptura, Lampyris in 
Canthans, HydropJiilus in Dytiscus^ Anohium in ByrrJius, Byrrhus 
in Cistela etc. umzuwandeln, wie solche Aenderungen bei Durch- 
führung des von C r o t c h aufgegriffenen und in der Coleopterologie 
von Heyden, Reitter und Weise acceptirten Nomenclatur- 
gesetzes in der Anzahl von einigen hundert nothwendig würden. 

Weiters theilte der Secretär mit, dass ihm Herr Prof. 
Bisching Samen, die in einer Tiefe von neun Meter in Masse 
beim Baue der neuen kaiserlichen Burg gefunden wurden, über- 
geben hat, die sich bei genauer Untersuchung als jene von Sarn- 
huciis nigra L. herausstellten. Schliesslich zeigte der Vortragende 
die vier ersten Lieferungen des Werkes „Die exotischen Schmet- 
terlinge" von Dr. Staudinger und Langhans vor, die sich 
sowohl durch billigen Preis als gelungene Ausführung der Tafeln 
vortheilhaft auszeichnen. 



Versammlung am 5. November 1884. 

Vorsitzender: Herr Präsiclent-Stenvertreter Ä. Pelikan 
Freiherr v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder : 

TT -^is Mitglied bezelclmet durch 

r. 1. Herr -r, rn tt 

P. T. Herren 

Raimanü Rudolf, Stud. plillos., Währing, 

Johannesgasse 9 L. Raimann, J. Kaufmann. 

Schreiber Math., Volksschullehr. in Krems J. Bergenstamm, A. Rogenhofer. 
P.Wagner Bernard, Prof. d. Naturgesch. 

am Ober- Gymnasium zu Seitenstetten P. G. Strobl, J. Kaufmann. 



24 



Versammlung am 5. November 1884. 



Anschluss zum Schriftentausche: 
Naturhistorisches Museum der Stadt Hamburg. 

Jahrbücher des botanischen Gartens in Kom (Director Prof. Pirotta). 



Eingesendete Gegenstände: 

JRuscus Hypoglossum L. von Herrn Prof. E. Hackel. 
7 Centurien Pflanzen für Schulen von Herrn E. Witting. 
3 „ Insecten von Herrn Jos. Kolazy. 
7 „ „ von Herrn A. Handlirsch. 

Eine grosse Partie Mollusken aus der Adria von Herrn Baron v. 
Lichtenstern. 



Herr Dr. F. Leuthner erläuterte in eingehender Weise 
die interessanten morphologischen Verhältnisse der indischen 
Lucaniden. 



Secretär Dr. G. Beck überreichte eine Arbeit von Dr. R. So IIa 
in Messina über die Vegetationsverhältnisse der Inseln Lampedusa 
und Linosa (siehe Abhandlungen, Seite 465), besprach sodann das 
Vorkommen der von Herrn Prof. E. Hackel entdeckten, für 
Niederösterreich neuen Pflanze Ruscus Hypoglossum L. und zeigte 
die für das niederösterreichische Landesherbar eingesendete 
Pflanze vor. 

Nach Prof. Hacke Ts Angaben wächst Ruscus Hypoglossum L. im Minich- 
walde, oberhalb Kreisbach, nächst Wilhelmsburg. Der Standort liegt ungefähr 
acht Minuten nord-nord westlich von der in der Specialkarte als „Zehethofer- 
höhe" bezeichneten Kuppe in einem hochstämmigen, schattigen Buchenwalde 
bei circa 550 Meter Meereshöhe, mit Untergrund von Flysch.^) Leider ist er 
von geringer Ausdehnung; ich konnte die Pflanze kaum über 150 Schritte in 
der Länge und 50 Schritte in der Breite verfolgen und schätze den Bestand auf 
60—80 Exemplare. Sie leidet off'enbar unter dem alljährlich im Spätherbste 
über sie hinweggehenden Rechen der Streusammler, dem auch die sonstige 
Armuth des Standortes an Pflanzen zum Theile zuzuschreiben sein dürfte. An- 
dererseits hat gerade dieser Umstand zur botanischen Entdeckung des Stand- 



^) Die Lage und BeschafFenlieit des Staudortes schliesst jeden Verdacht eines blos sub- 
spontanen Vorkommens aus. 



Pelikan v. Plauenwald. 



25 



ortes geführt. Den Landleuteii fiel die anfangs November scharlaclirothe, grosse 
Beere auf den sattgrünen Cladodien beim Streusammeln auf und die Bauern- 
burschen machten sich daraus eine Zierde ihrer Hüte. In dieser Verwendung 
fiel die Pflanze dem Herrn Gutsbesitzer Igler in Göblasbruck bei Wilhelmsburg 
auf, der sich für die Natur lebhaft interessirt; er eruirte den Fundort, sandte 
mir ein Exemplar zur Bestimmung ein und Hess mich auf den Standort führen. 

Der nächste Standort unserer Pflanze ist bekanntlich Pressburg, und es 
wird sich nun zeigen, ob sie nicht auch noch in anderen Theilen des Wiener- 
Waldes wächst. Jedenfalls ist der neue Standort nördlich der Alpen von grossem 
pflanzengeographischen Interesse, da er ein neues Glied in die spärliche Zahl 
jener südeuropäischen Arten einführt, welche wahrscheinlich seit der präglacialen 
Zeit nördlich der Alpen wohnen und die Eiszeit an einigen wenigen Orten 
überdauert haben. Ich gebe mich der Hofi'nung hin, dass eben dieses Interesse 
auch die sammelnden Botaniker veranlassen wird, den Bestand an Exemplaren 
auf dem beschränkten Standorte möglichst zu schonen. 



Secretär Custos A. Rogenhofer besprach unter gleich- 
zeitiger Vorlage eine von Osten-Sack en verfasste Uebersicht 
der dipterologischen Arbeiten H. Löw's nach 1861. (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 455.) 



Nach dem von den Scrutatoren geprüften Wahlergebnisse 
erscheinen folgende Herren zu Ausschussräthen wiedergewählt: 

F. Brauer. 
H. Braun. 

C. Erunner v. Wattenwyl 
Dr. A. Burgerstein. 
Dr. C. Claus. 
Dr. J, Czokor. 
Dr. R. Freiherr v. Dräsche. 
F. Ritter v. Hauer. 
A. Ritter v. Kern er. 

Neugewählt : 
Dr. Carl Aberle. 



Dr. A. Kornhub er. 
Dr. R. Latzel. 
Dr. Franz Low. 
Paul Low. 
Dr. A. Pokorny. 
Dr. Stur. 
R. Türk. 
Dr. A. Vogl. 
Dr. J. Wiesner. 



A. F. Rogenhofer. 



26 



Versamralung am 3. December 1884. 



Versaiiimluiig am 3. December 1884:. 

Vorsitzender: Herr Präsident-Stellvertreter A. Pelikan 
Freiherr v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P- Herl- \ T. Herren 
Karpelles Dr. Ludwig, Wien, V., Marga- 
rethenplatz 7 H. Braun, A. Heimerl. 

P. Schaf er Johann, Hochwürden, Pfarrer 

in Grahovo bei Zirknitz, Krain . . . P. S. Robic, J. Stussiner. 



Eingesendete Gegenstände : 

8 Centurien Coleopteren von Herrn J. Lutz. 

2 „ Lepidoptereu von Herrn 0. Bohatsch. 

Eine Partie Pflanzen von Herrn Dr. Eessmann. 



Herr Dr. P. Pf ur tschell er eröffnete die Vorträge durch 
Bekanntgabe seiner Resultate über die Untersuchung der ana- 
tomischen Verhältnisse des Holzes verschiedener Coniferengat- 
tungen, mit einer Tafel. (Siehe Abhandlungen, Seite 535.) 



Herr Dr. F. Low setzte die Unterschiede und Synonymie 
der schon von Clusius (1583) gekannten, aber später wieder 
verwechselten Fichten - Galllaus- Arten auseinander, die sich in 
Chermes ahietis L. und Ch. strohüobia Kltb. scheiden lassen. (Siehe 
Abhandlungen, Seite 481.) 



Prof. Dr. A. Bur gerstein sprach über die physiologische 
und pathologische Wirkung von Kampferlösungen auf die Pflanzen. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 543.) 



Eduard Kreithner. 



27 



Herr Dr. F. Leuthner gab eine Uebersicht der dimor- 
phischen Verhältnisse der asiatischen Lucaniden, namentlich aus 
der Gruppe der Dorciden. 



Secretär Gustos A. Rogenhofer legte nachfolgende ein- 
gelangte Aufsätze vor: 

Die Beschreibung neuer Spinnen aus Amerika, mit einer 
Tafel (6. Fortsetzung), von E. Grafen Keyserling. (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 489.) 

Neue Standorte niederösterreichischer Pflanzen aus der Um- 
gebung von Bruck a/L. von F. Höf er. 

Nachricht über massenhaftes Auftreten des Kohlweisslings 
in der Nähe Wiens von Ed. Kreithner. 

Au den nächst Penzing am Wienflusse gelegeneu Gemüsegärten beob- 
achtete ich seit Jahren das übermässige Auftreten von Pieris brassicae; all- 
jährlich krochen die Kaupen in zahlloser Menge auf den benachbarten Wegen 
und Strassen, um einen passenden Ort zur Verwandlung zu suchen. 

Umsonst bemühten sich die armen Gärtner, die bereits kahlgefressenen 
Kohlpflanzen von den Raupen zu befreien; doch gegenüber diesen Massen war 
alle Mühe vergebens. 

Bei meiner üebersiedlung im September d. J. nach Heiligenstadt hatte 
ich Gelegenheit, an den vis-ä-vis der Apotheke und den in der Nähe befind- 
lichen zahlreichen Gemüsegärten die Verwüstungen dieser Art zu beobachten. 
Trotzdem tagsüber zahlreiche Personen emsig die erwachsenen ßaupen absuchten 
und vertilgten, so war die Menge derselben doch derart, dass trotz der viel höher 
gelegenen breiten Fahrstrasse die jenseits derselben gelegenen Häuser dicht mit 
Ptaupen bedeckt waren, welche hier die Puppenruhe suchten. Selbst in die 
Wohnungen drangen zahlreiche Raupen ein und war man nicht im Stande, die 
Massen von den Häuserwänden auch nur einigermassen wegzuschaffen. Noch 
jetzt hängen Tausende von Puppen an den Häusern, hier bequem und ungestört 
überwinternd. Die dunkle Färbung zahlreicher Puppen zeigt zum Glücke jetzt 
schon, dass deren kleine Feinde, die Schlupfwespen, nicht müssig gewesen. 

Rathlos sehen die Gärtner und Bewohner diesem Uebel zu. Leider finden 
diese Leute keine Belehrung darüber, auf welche Weise einem solchen Massen- 
auftreten von vorneherein entgegenzutreten ist, daher ich darauf aufmerksam 
machen will. 

Der Kohlweissling (JPleris brassicae L.) 

lebt als Raupe im Sommer und Herbste insbesondere auf allen Arten von Kohl, 
ferner auf Rettig, Senf, Kresse etc. Die Schmetterlinge legen ihre Eier in 
Klümpchen an eine Stelle auf die untere Blattfiäche der Pflanzen, woran man 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Sitz.-Ber. E 



28 



Versammlung am 3. December 1884. 



beim Aufsuchen leicht die gelben Klümpchen entdeckt, welche man in ein 
Gefäss wirft und dann verbrennt. Durch Absuchen dieser Klümpchen nun beugt 
man dem zahlreichen Auftreten der Eaupen vor und die Mühe wird später 
glänzend belohnt. 

Die Zeit nun, wann die Eier abzusuchen sind, zeigen die weissen Schmet- 
terlinge selbst an. Der Gärtner braucht nur darauf zu achten, wann die Falter 
über den Kohlpflanzen zu fliegen aufhören. Dann aber sind auch die Eier 
bereits abgelegt und können diese bequem abgesucht werden. Dadurch werden 
die Raupen nie zahlreich auftreten, da die wenigen Eierklümpchen, welche 
übersehen wurden, nicht viel Raupen liefern und diese wenigen dann nicht 
schädlich werden. 

Es würde mich freuen, wenn diese Notiz ihren Zweck erfüllen würde und 
vielleicht auch entfernter wohnende Gärtner dadurch Belehrung und Nutzen fänden. 



Ferner zeigte der Vortragende einen durch Se. Durchlaucht 
den Herrn Präsidenten übermittelten jungen Colymbus septentrio- 
nalis L. vor, der auf einem Teiche bei Opocno Mitte November 
erlegt wurde. 

Schliesslich erläuterte derselbe die Synonymie von Atychia 
radiata O., deren Vaterland bislang unbekannt war und nun als 
asiatisch nachgewiesen werden kann. (Siehe Abhandlungen, Seite 563.) 



Das Resultat der Wahl von sechs Vicepräsidenten für das 
Jahr 1885 gab der Herr Vorsitzende zum Schlüsse bekannt; es 
wurden gewählt die Herren: C. ßrunner v. Watten'wyl, 
A. Kornhuber, R. Latze 1, G. Mayr, A. Pokorny und 
W. H. Reichardt. 



Anhang. 



29 



Anhang. 



^We r k e , 

welche der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft im Jahre 1884 
geschenkt wwden. 

1. Dräsche Dr. Rieh. V. Die Synascidien der Bucht von Rovigno. Wien 1883. 4^'. 

Vom Verfasser. 

2. Preudhomme de Borrs A. La feuille qui se transforme en insecte. 1883. 

Vom Verfasser. 

3. ülicny Jos. Bericht über bei Brünn gesammelte Myriopoden. Brünn 1883. 

Vom Verfasser. 

4. Gonzalez Frag OSO Rom. Apuntes para la Flora de la Provincia de Sevilla. 

Criptogamas. Madrid 1883. Vom Verfasser. 

5. Berg Carlos. Notas sinonimicas acera de algunos coleöpteros y lepido- 

pteros. 1883. Vom Verfasser. 

6. Preudhomme de Borre A. Note sur les Glomerides de la Belgique. 

Bruxelles 1884. Vom Verfasser. 

7. Barboza Rodrigues J. Rutaceae. Juss. Esenbeckia fasciculata. Nob. 

Vom Verfasser. 

8. — Structure des orchidees. Rio de Janeiro 1883. Vom Verfasser. 

9. — Australian Museum. Sydney 1883. 

10. Haberlandt Fried. Zur Kenntniss des seidenspinnenden Insectes und 

seiner Krankheiten. Wien 1869. Von H. Rogenhofer, 

11. Mocsäry Alex. Chrysididae faunae hungaricae. Leipzig 1882. 

Von H. Rogenhofer, 

12. Ungar Dr. F. und Kotschy Dr. E. Die Insel Cypern, ihrer physischen 

und organischen Natur nach, mit Rücksicht auf ihre frühere Ge- 
schichte. Wien 1865. 

13. Karsten Dr. H. Chemismus der Pflanzenzelle. Wien 1869. 

14. Schenk Dr. L. Lehrbuch der vergleichenden Embryologie der Wirbel- 

thiere. Wien 1874. 

Gleich Nr. 12 und 13 von Herrn General- Auditor v. Damianitsch. 

E* 



30 



Anhang. 



15. Preudhomme de Borre A.TentamencatalogiGlomeridarum.Bruxellesl884. 

Vom Verfasser. 

16. Pini Napoleone, Novita malacologiche. — Nuove forme di Clausilie italiane. 
Note malacologiche sulla fauna italiana. 

ün po di luce sulla Hyalina obscurata Porro. Vom Verfasser. 

17. Herder Ferd. v. Plantae Raddeanae monopetalae. Heft VI. 

Vom Verfasser. 

18. Peyl Theodor. Die Reblaus {Phylloxera vastatrix Plancbon) und der 

Wurzelpilz des Weiustockes {Dematophora necatrix R. Hartig), zwei 
Weinstockfeinde. Prag 1884. Vom Verfasser. 

19. Kolombatovic G. Aggiunte ai vertebrati publicati nei Programmi degli 

anni scolastici 1879 — 1882. Spalato 1884. Vom Verfasser. 

20. Lanzi Cav. Matteo. Le diatomee rinvenute nel hago Trajano, nello stagno 

di Maccarese e loro adjacenze. 
II parassita del Morbillo. Vom Verfasser. 

21. Saint Lager Dr. Des origines des sciences naturelles suivies de remar- 

ques Sur la nomenclature zoologique. Paris 1883. Vom Verfasser. 

22. Rossi Ljudevit. Biographie von Josef Schlosser. Vom Verfasser. 

23. Vukotinovic Ludovico de F. Formae Quercuum croaticarum in ditione za- 

grabiensi provenientes. Agfam 1883. Vom Verfasser. 

24. Clar Dr. Conrad. Ueber Boden und Klima des oberitalienischen Gebietes 

mit Rücksicht auf die Winterstationen. Graz 1884. Vom Verfasser. 

25. Geddes Patrick. A restatement of the cell theory with applications to 

the Morphology, Classification and physiology of protists, plants 
and animals together with an hypothesis of cell structure and an 
hypothesis of contractility. Vom Verfasser. 

26. Darwin Ch. Insectenfressende Pflanzen, aus dem Englischen übersetzt 

von J. Vict. Carus. Stuttgart 1876. Von A. Rogenhof er. 

27. Klug Dr. Fr. Gesammelte Aufsätze über Blattwespen, herausgegeben von 

Dr. Kriechbaume r. Berlin 1884. 

In Tausch von Dr. Kriechbaum er. 

28. Drude Dr. Oskar. Die Florenreiche der Erde. Gotha 1884. 

Vom Verfasser. 

29. Dalla Torre Dr. C. W. v. Bibliographia hymenopterologica. 

Vom Verfasser. 

30. Berg Carlos. Addenda et emendanda ad Hemiptera argentina. Buenos- 

Ayres 1884. 

— La Simbiosis. Buenos-Ayres 1884. Vom Verfasser. 

31. Schomburgk R. Report on the progress and conditiou of the botanic 

Garden and government Plantations Adelaide during the year 1883. 

Vom Verfasser. 



Anhang. 



31 



32. Voss Wilhelm. Versuch einer Geschichte der Botanik in Krain (1754 bis 

1883) I. Hälfte. Laibach 1884. Vom Verfasser. 

33. Zukal Hugo. Flechtenstudien. Wien 1884. Vom Verfasser. 

34. Maren Zell er Dr. Emil v. Zur Kenntniss der adriatischen Anneliden, 

III. Beitrag. Wien 1884. Vom Verfasser. 

35. Brusina Spiridion. Die Neritodonta Dalmatieus und Slavoniens nebst 

allerlei malacologischen Bemerkungen. Frankfurt a/M. 1884. 

Vom Verfasser. 

36. Höf er Franz. Wörterbuch der niederösterreichischen Pflanzennamen. 

Bruck a/L. 1884. Vom Verfasser. 

37. Leconte und Horn. Classification of the Coleoptera of North- America. 

Von den Verfassern. 

38. Wachtl Fritz A. Die doppelzähnigen europäischen Borkenkäfer. 

Eine neue und eine verkannte Cecidomyide. Vom Verfasser. 

39. Gadeau de Kerville und Latzel. Les myriapodes de la Normandie. 

Von Professor Latzel. 

40. Blasius Prof. Dr. Wilh. Zur Geschichte der Ueberreste von Alca impennis L. 
Der japanische Nörz {Foetorius Itatsi Temm.) in seinen Beziehungen zu den 

übrigen Arten der Gattung Foetorius. Bamberg 1884. 
Eliobius Tancrei n. sp., ein neuer Moll-Lemming oder Wurfmoll aus dem 
Altai. Vom Verfasser. 

41. Bergh Dr. Kud. lieber die Verwandtschaftsbeziehungen der Onchidien. 

Leipzig 1884. Vom H. A. Kogenhofer. 

42. Becker M. A. Hernstein in Niederösterreich, II. Th., I. Halbband. Wien 1884. 

Im Auftrage Sr. kais. Hoheit des H. Erzherzogs Leopold. 

43. Garbini Dr. Adriano. Manuale per la tecnica moderna del microscopio etc. 

Verona 1885. Vom Verfasser. 

44. Redtenbacher Josef. Uebersicht der Myrmeleoniden-Larven.- Wien 1884. 

Vom Verfasser. 

45. Bonomi Agostino. Avifauna tridentina. Rovereto 1884. 

Vom Museo civico di Rovereto. 

46. Kern er A. Schedae ad floram exsiccatam austro-hungaricam IIL Edifc. 

anni 1883. Viiulobonae 1884. Vom Verfasser. 

47. Preudhomme de Borre A. Tentamen catalogi Lysiopetalidarum, Juli- 

darum, Archjulidarum, Polyzonidarum atque Siphonophoridarura 
hucusque descriptarum. Bruxelles 1884. 

— Note sur les Julides de la Belgique suivie de la description d'une 
espece nouvelle par le Dr. Latzel. 

— De la validit^ specifique des Gyrinus Colymbus Er., distinctus Aubd, 
caspius Menetrips, libanus Aube et Suffriani Scriba. Vom Verfasser. 

48. Braithwaite R. The british Moss flora. Part VIII. Vom Verfasser. 

49. Holmberg Dr. Eduardo Ladislao. La Sierra de Curä-Malal. Buenos- 

Ayres 1884. Vom Verfasser. 



32 



Anhang. 



50. Blasius Prof. Dr. Wilh. üeber die neuesten Ergebnisse von Herrn F. J. 

Grabowsky's ornith ©logischen Forschungen in Südost-Borneo. 
Naumburg 1884. 

— lieber Vogel-Brustbeine. 

— lieber einen vermuthlich neuen Trompeter- Vogel von Bolivia (Psophia 
cantatrix Boeek). Vom Verfasser. 

51. Lanzi M. Fungi in ditione florae romanae enumerati. Roma 1884. 

Vom Verfasser. 



Abhandlungen. 



159 



üeber einige Molguliden der Adria. 

Von 

Dr. Richard Freiherrn v. Dräsche. 

(Mit Doppeltafeln VI und VII und 1 Holzschnitte.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Juli 1884.) 

Unter den einfachen Ascidieu sind es besonders die Molguliden, welche 
durch ihr unscheinbares, monotones Aeussere sich der Aufmerkf^amkeit der 
Forscher mehr oder weniger entzogen haben. Ein grosser Theil der Art- 
beschreibungen, besonders jener der amerikanischen Zoologen, ist zur Bestim- 
mung kaum zu verwenden. Theils wurden ausschliesslich äussere, meist sehr 
schwankende Cbaraktere benützt, theils wohl auch verschiedene Arten auf Grund 
ihrer gleichen Form zu einer und derselben Species zusammengeworfen. Nur 
die Beschreibungen von Heller, Kupffer, Traustedt, Herdmau und ins- 
besondere von H. de Lacaze-Duthiers entsprechen dem Stande der Wissen- 
schaft. In der grossen Monographie der Molguliden der französischen Küste, 
hauptsächlich der atlantischen (Histoire des Ascidies simples des cotes de France, 
Archives de Zoologie experim., vol. III et VI), hat uns der letztangeführte Gelehrte 
eine überreiche Fülle der interessantesten Details mitgetheilt und in den Stand 
gesetzt, die Molguliden unserer Küste kritisch mit jenen der Westküste Frank- 
reichs zu vergleichen. H. de Lacaze theilt die Molguliden in die zwei Unter- 
familien der Molgulidae anurae und Molgulidae urodelae, je nachdem der 
Embryo ungeschwänzt oder geschwänzt ist. Erstere wird durch die einzige 
Gattung Anurella repräseutiii, in die zweite Unterfamilie fallen die Gattungen 
Molgula, Ctenicella und Eugyra. Der Gründer dieser beiden ünterabtheilungen 
gibt selbst zu, dass es ihm nicht gelang, irgend welche andere entscheidende 
Unterschiede zwischen den Gattungen Anurella und Molgida zu finden, es dem- 
nach bei der Unkenntniss der Larvenzustände unmöglich sei zu entscheiden, 
welchem der beiden Genera eine Art angehöre. Bei den wenigen Species, welche 

Z. B. Ges. B .XXXJV Abh. 21 



160 



Richard v. Dräsche. 



wir überdies von den Gattungen Ctenicella und Eugyra kennen, scheint es mir 
noch keineswegs ausgeschlossen, dass auch diese ihre Arten mit geschwänzten 
und ungeschwänzten Larven besitzen. Mir dünkt es deshalb zweckmässiger, 
die Gattung Änurella so lange mit Molgula vereint zu lassen, bis nicht wirk- 
liche, durchgreifende Gattungsunterschiede an den erwachsenen Thieren auf- 
gefunden werden. 

Heller beschreibt aus der Adria nur vier Arten von Molguliden (Unter- 
suchungen über die Tunicaten des adriatischen und Mittelmeeres, III. Abth., 
Denkschrift d. k. Akad. d. Wissensch, XXXVII. Bd., 1877, p. 25-31, Taf. VI 
und VII), denen ich zwei neue Arten hinzufügen kann, von denen die eine der 
bisher weder im Mittelmeere, noch in der Adria vertretenen Gattung Eugyra 
angehört. Die von mir untersuchten Exemplare stammen theils aus dem k. k. 
Hof-Museum, theils wurden sie von mir bei Rovigno gedredget. 

1. Eugyra adriatica n. sp. Taf. VI, Fig. 1—3. 

Aeusseres. Körper kugelig bis eiförmig, dicht mit Schlamm incrustirt. 
Grösste Länge 18 mm., grösste Breite 15 mm. Die beiden Oeffnungen stehen 
dicht nebeneinander, die Siphonen sind bei allen von mir untersuchten Exem- 
plaren gänzlich eingezogen. Die Testa ist sehr dünn, durchscheinend und an 
der Oberfläche mit zahlreichen, feinen Haftfäden versehen. 

Der Mantel ist zart, durchsichtig, mit sehr schwacher Muskulatur. 

Tentakeln sind in grosser Zahl und verschiedener Grösse vorhanden. 
Ich konnte davon circa sechzig zählen. Die grösseren Tentakeln sind massig 
verzweigt, die kleineren sind drehrund und unverzweigt. In der Anordnung der 
Tentakeln konnte ich keine irgendwie bemerkbare Regelmässigkeit erkennen. 

Der Dorsaltuberkel ist elliptisch. Seine Flimmerrinne ist hufeisen- 
förmig mit nach rechts gewendeter OefFnung; die Arme sind nicht eingerollt. 

Die Dorsalfalte ist glattrandig und schmal. 

Der Kiemensack ist ungefaltet und zeigt beiderseits sieben breite 
innere Längsrippen. Die linksseitigen Rippen schliessen sich ziemlich breit an 
die hintere Verlängerung der Dorsalleiste an. Die Rippen werden aussen von 
sechs schmalen Quergefässen gekreuzt. In jedem der so begrenzten quadratischen 
Fach werke kommen die zwei Hälften der nebeneinanderstehenden Spiraltrichter 
zu liegen. Entsprechend den sechs Querlamellen existiren sechs Querreihen von 
derlei stark nach innen gerichteten Trichtern. An den beiden Seiten des Endo- 
styls jedoch findet man die Anzahl der Trichter verdoppelt, und zwar fallen 
genau in den Raum zwischen je zwei Quergefässen zwei Spiralen, welche sich 
nicht allein durch ihre Grösse, sondern auch dadurch von den übrigen Trichtern 
unterscheiden, dass ihre Umgänge bedeutend steiler gewickelt sind und mehr 
nach innen vorragen. Jede Spirale besitzt über zwölf Umgänge, die jedoch an 
ihrer Basis oft unterbrochen und selbst wieder in kleine Schnörkel gekrümmt 
sind; ja die den Kiemensack bildende Doppelmembran ist hier auch stellen- 
weise gar nicht durchbrochen (Taf. VI, Fig. 1). Die von den Querlamellen zu 



Ueber einige Molguliden der Adria. 



161 



der Spitze der Trichter führenden Radiärgefässe sind ziemlich uuregelmässig. 
Links und rechts vom Endostyl, zwischen diesem und der Läugsreihe kleiner 
Trichter findet mau jene kurzen, queren, sich intensiv färbenden Muskelbündel, 
deren Lacaze-Duthiers (1. c. Bd. VI, p. 656, Taf. XXVII, Fig. 5 m) bei Eugyra 
areuüsa erwähnt. 

Verdauungsorgane. Der Oesophagus hat seine Oeffnung im Kiemen- 
sacke ungewöhnlich weit nach vorne gerückt. In den Magendarm mündet die 
grosse gefaltete Leber. Der Darm bildet eine von rechts nach links liegende, weit 
offene Schlinge und mündet ein gutes Stück oberhalb des Oesophagus in die 
Cloake. Das Afterende ist au der Kieme angewachsen. Der Rand des Anus 
ist auf der freien Seite nach hinten umgeschlagen und zerschlitzt, auf der 
gegenüberliegenden mit grossen, gestielten Papillen versehen (Taf. VI, Fig. 3). 

Die Geschlechtsorgane liegen links, innerhalb der Eingeweide- 
schlinge. Sie stellen einen flaschenförmigen Körper vor, welcher sich in den 
mächtigen Oviduct fortsetzt, der zuerst senkrecht zur Dorsalfalte verläuft, sich 
sodann aber fast unter rechtem "Winkel umbiegend zur Cloake fortsetzt. Die 
Hodenlappen sitzen rings um das blinde Ende des Ovariums und münden mit 
zahlreichen Oeffnungen in den Peribranchialraum (Taf. VI, Fig. 2). 

Die bisher bekannten Vertreter der Gattung Euyyra sind Eug. arenosa 
Hancock, glohosa Hancock, pilularis Verill, kerguelensis Herdman, symetrica 
v. Dräsche. 

Von Eugyra arenosa Hancock, von welcher Speeles wir eine ausgezeichnete 
Beschreibung von H. de Lacaze-Duthiers besitzen (1. c), unterscheidet sich 
unsere Art hauptsächlich durch ihren Kiemensack und die Geschlechtsorgane. 
Die Spiralen bei Eug. arenosa sind viel regelmässiger und viel mehr nach innen 
gerichtet. An den Seiten des Endostyls fallen hier drei und nicht zwei Spiralen 
zwischen die Quergefässe. Die Genitalorgane bei Eug. arenosa liegen nicht in 
der Darmschlinge, sondern quer über derselben (1. c. p. 657, Taf. XXVII, Fig. 2). 
Bei Eug. glohosa Hancock (Ann. and Mag. of Natural History, 4. serie, vol. VI, 
1870, p. 367) ist die Lage dieselbe. Hancock 's Beschreibung ist zu unvoll- 
ständig, um weitere Unterschiede hervorheben zu können. Was die Eugyra 
pilularis Verill betrifft, so ist die Diagnose zu ungenügend, um auf die Merk- 
male dieser Art näher eingehen zu können. 

Eugyra kerguelensis Herdman (Report on the tunicata during the voyage 
of H. M. S. Challenger, p. 81, Taf. VI, Fig. 4—9) besitzt keine Haftfäden und 
hat einen anders geformten Dorsaltuberkel, die Trichter sind viel derber und 
sehr seicht, Ueber Verdauungs- und Genitalorgane gibt der Autor leider 
nichts an. 

Eugyra syrnetrica v. Dräsche (in dem noch nicht veröffentlichten Berichte 
über die zoologische Ausbeute der österreichischen Expedition nach Jan Mayen 
1882/83) ist durch ihre doppelten Geschlechtsorgane von allen bisher bekannten 
Eugyren hinlänglich unterschieden. 

Fundort: Bay von Muggia bei Triest. Gesammelt von Dr. v. Mareuzeller. 

21* 



162 



Richard v. Dräsche. 



2. Molgula Hellerii ii. sp. Taf. VI, Fig. 4—10. 

Gymnocystis amptdloides v. Beneden. Heller, Untersuchungen über die 
Tunicaten des adriatischen und Mittelmeeres, III. Abth., p. 25—27, Taf. VI, 
Fig. 4—13. 

Aeusseres. Der Körper ist länglich eiförmig, seitlich etwas zusammen- 
gedrückt. Das den Siphonen entgegengesetzte Ende, oft etwas gespitzt, bildet 
die kurze Ansatzfläche. Die beiden Siphonen sind terminal, kurz und divergiren 
nach aussen. Der Cloakensipho ist etwa doppelt so lang wie der Branchial- 
sipho, dessen Oeffnung von sechs Längswülsten mit schneidiger Kante umgeben 
ist; auf der Kante sitzen vier bis fünf nach hinten gekrümmte Zähnchen 
(Taf. VI, Fig. 10a und 10 ö). Diese eigenthümliche Verzierung der Ingestions- 
ölfnung, welche Heller entgangen zu sein scheint, fand ich bei allen von mir 
untersuchten Exemplaren vor. Der Cloakensipho ist deutlich vierlappig, meist 
quergerunzelt (Taf. VI, Fig. 5). 

Die Testa ist knorpelig, massig dick, etwas uneben und zeigt jene eigen- 
thümliche Zeichnung, welche Heller (1. c.) treffend beschrieben. Das grösste 
der von mir untersuchten Exemplare hatte 37 mm. Länge und 22 mm. Breite. 

Der Mantel ist durchsichtig und trägt eipe sehr unbedeutende Musku- 
latur, die rechts etwas stärker ist. 

Tentakeln konnte ich circa dreissig zählen. Sie sind von verschiedener 
Grösse, bis 4 mm. lang und mässig verzweigt (Taf. VI, Fig. 9). 

Der Dorsaltuberkel ist von ovaler Form, mit der grösseren Axe von 
vorne nach hinten. Die Wimperrinne ist hufeisenförmig, mit nach rechts ge- 
wendeter Oeffnung, ihre Enden entweder gar nicht oder nur wenig eingerollt, 
und dann nur das vordere Horn. Das Ganglion ist lang und sehr schmal 
(Taf. VI; Fig. 8). Die Dorsalfalte ist breit und glattrandig. Der Endostyl ragt, 
über die Pericoronalfurche. 

Die Kieme besitzt jederseits sieben Falten, deren Verlauf jedoch auf 
He 11 er 's Abbildung (Taf. III, Fig. 9) nicht ganz meinen Beobachtungen ent- 
spricht. Der vordere Theil der Kiemenfalten verläuft nämlich fast parallel zur 
Dorsalfalte, erst weiter hinten beginnen sie sich unter rechtem Winkel gegen 
die Dorsallinie zu biegen. Die Falten tragen fünf bis acht Längsleisten sowohl 
an der äusseren als an der inneren Fläche, und zwar nimmt sowohl die Breite 
als die Anzahl der Gefässe der Ventral- zur Dorsalseite zu. Die Quergefässe 
sind recht breit. Zwischen ihnen bildet die meanderartig durchbrochene Kieme 
je eine grosse, sackförmige Einstülpung in die Falten. Dieser Sack theilt sich 
nahe dem blinden Ende der Falte in zwei Theile, von denen jeder derselben 
an der Spitze noch eine Einbuchtung zeigt. Zwischen den grossen Quer- 
gefäGsen erster Ordnung sieht man noch solche zweiter, dritter und vierter 
Orduung (Taf. VI, Fig. 7). 

Die Verdauungsorgane liegen links. Der Oesophagus führt in den 
mit einer gefaltenen Leber versehenen Magendarm. Die Eingeweideschlinge ist 
nicht weit offen. Der Enddarm legt sich an Magendarm und Oesophagus an 
und mündet ein gutes Stück vor dem Mundo in den Cloakenraum. Der Anus 



Ueber einige Molgnlideu der Adrin. 



163 



ist glattrandig, der innere Eingang zum Cloakensipho ist mit einer schmalen 
zickzackförmigen Falte versehen. Die Niere liegt auf ihrem gewöhnlichen 
Platze (Taf. VI, Fig. 4). 

Die Geschlechtsorgane liegen symmetrisch rechts vor der Niere und 
links vor der Eingeweideschlinge in Gestalt flaschenförmiger Drüsen (Taf. VI, 
Fig. 4). Die beiden sehr langen Oviducte münden knapp an der Mittellinie in 
den Cloakenraum. Das Ende des Oviducts ist erweitert und seine Mündung 
mit einer schildförmigen Klappe verschlossen. Die Hodenfollikel münden durch 
mehrere kurze vasa deferentia in den Peribranchialraum. 

Fundort. Mir standen drei Exemplare von Pola und Rovigno zur Ver- 
fügung. Heller gibt als weitere Fundorte Triest und Lesina an. In seiner 
grossen Arbeit über die Molguliden hat uns H. deLacaze-Duthiers eine 
geume Beschreihnng de'T Ascidia ampuUoides Yon Beneden (welche Hancock 
als Molgula erkannte) gegeben, und zwar standen ihm die Originalexemplare 
zur Verfügung. Ein Blick auf Tafel XXII dieser Abhandlungen (1. c. Bd. VI) 
zeigt,, dass die He 11 er 'sehe Speeles mit der echten Molgida ampulloides gar 
nichts gemein hat. Der Kiemensack hat hier sechs Falten, die Tentakel sind 
viel mehr verästelt und die Structur der Kieme ist vollständig abweichend, kurz 
es ist keinerlei Aehnlichkeit vorhanden als die ebenfalls knorpelige Beschaffen- 
heit der Testa. welche Giard benützte, um seine Gattung Gymnocystes (Ar- 
chives de Zoologie experim., Bd. I, p. 402) zu charakterisiren. Inwieweit die 
He 11 er 'sehe Art etwa mit Gymnocystes comosa Giard verwandt ist, lässt sich aus 
der dürftigen Diagnose nicht entnehmen. De Lacaze und auch Kupffer 
erwähnen auffallenderweise nichts von der He 11 er 'sehen Speeles, welche ich, 
da sie nun namenlos dasteht, nach ihrem Entdecker zu benennen vorschlage. 

3. Molgiila ettprocta n. sp. Taf. VI. Fig. 11—16. 

Aeusseres. Form eiförmig, hinten abgestutzt. Die Siphonen fand ich 
stets bis auf kurze Höcker eingezogen. Die Bronchialöffnung ist terminal, sechs- 
lappig, manchmal an ihrer Mündung mit ebensoviel Längswülsten versehen, 
die vierlappige Cloakenöffaung ist rückenständig. Die ganze Oberfläche der 
Tunica ist mit feinem Sand und kleinen Muschelfragmenten incrustirt. Sie ist 
undurchsichtig und pergamentartig. Länge bis 15 mm., Breite bis 12 mm. 
(Taf. VI, Fig. 11, 12, 15). 

Der Mantel ist dünn und durchscheinend. Bei dem von der Testa 
befreiten Thiere bemerkt man, dass der Cloakensipho dreimal so lang als der 
andere ist. 

Die Tentakeln sind stark verästelt; ich konnte deren nur sechs zählen, 
von denen besonders drei durch ihre ungewöhnliche Länge auffielen. Die Um- 
gebung der Siphonen war übrigens bei allen mir zugänglichen Exemplaren so 
stark contraliirt, dass ich nicht sicher bin, ob nicht mehr Tentakeln vorhanden 
sind; aus demselben Grunde kann ich über die G<*stalt des Dorsaltuberkels 
nichts mittheilen. 

Die Dorsalfalte ist schmal und glattrandig. 



164 



Richard v. Dräsche. 



Der Kiemensack hat jederseits sechs Falten, deren jede vier bis fünf 
Längsgefässe trägt. Der Bau der Kieme erinnert sehr an jenen von Molgula 
Helleri, mit dem einzigen Unterschiede, dass die in die Falten ragenden Aus- 
sackungen an der Spitze höchstens zweigetheilt und nicht wie bei der eben 
genannten Art viergetheilt sind (Taf. VI, Fig. 16). Ein ausgezeichnetes Merkmal 
jedoch zeigen die hinteren Enden der Falten, welche nicht von Stigmen durch- 
brochen sind. Dieselben zeigen nämlich an ihrem freien Ende eine Reihe von 
unregelmässigen Züngelchen (Taf. VI, Fig. 16), die mitunter besonders auf der 
linken Seite der Kieme selbst fadenförmig v/erden. Aehnliche Bildungen be- 
schreibt H. de Lacaze von CteniceUa Lancepiaini (1. c. Taf. XXIII, Fig. 8, 
p. 608), mit dem Unterschiede jedoch, dass hier es die Enden der inneren Längs- 
leisten sind, welche in spitze Anhänge auslaufen, während in unserem Falle es 
die hinteren Enden der undurchbrochenen Faltenmembran sind. 

Verdauungsorgane. Der Mund ist mit einer nach hinten gerichteten 
halbmondförmigen, gerunzelten Falte umgeben (Taf. VI, Fig. 14). In den Magen- 
darm mündet ein grosses, gefaltetes Leberorgan. Der Darm biegt sich zuerst 
nach hinten, dann unter rechtem Winkel schräg nach vorne und schliesslich 
nochmals unter rechtem Winkel, parallel dem Magendarm, um dann eine wenig 
offene Schlinge zu bilden und, sich fest an den Anfangsdarm anschliessend, in 
der Höhe des Oesophagus in die Cloake zu münden. Der After ist nach aussen 
von einem Kranze von neun bogenförmig angeordneten fleischigen Lappen um- 
geben. Nach innen, gegen die Kieme zu, sitzen an seinem Rande zwei hohe, 
ungleich breite Wülste, welche an der Kieme befestigt sind (Taf. VI, Fig. 13). 

Die Geschlechtsorgane liegen symmetrisch in Gestalt flaschenförmiger 
Säcke links vor dem Darm und rechts vor der grossen, wurstförmigen Niere. 
Der kurze Oviduct mit glatter OefFnung liegt terminal, das kurze vas deferens 
am Ende des ersten Dritttheiles der Drüse (Taf. VI, Fig. 14). 

Fundort. Zwei Exemplare aus Pola, gesammelt von Dr. v. Maren- 
zell er, ein Exemplar von mir bei Rovigno gedredgt. 

Durch die Anhänge an den hinteren Enden der Kiemenfalten sowohl, als 
durch den merkwürdig verzierten Anus ist die vorliegende Art genügend von 
allen bisher gekannten und genauer beschriebenen Molguliden unterschieden. 

Die Gegenwart der Kiemenanhänge ist übrigens ein Charakter, der speciell 
den Ctenicellen eigenthümlich zu sein scheint, von welcher Gattung sich unsere 
Art jedoch durch die Ungetheiltheit ihrer Siphonallappen sowohl, als durch den 
Mangel einer Cloakenklappe unterscheidet. 

4. CteniceUa appendiciilata Heller, non Lacaze. Taf. VII, Fig. 17—25. 

Molgala appendiculata Heller, Untersuchungen über die Tunicaten des 
adriatischen und Mittelmeeres, III. Abth., Denkschrift d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. XXXVII, 1877, p. 29, Taf. VII, Fig. 1—7. 

H. de Lacaze hat in seiner Monographie der Molguliden eine Art von 
Banyuls-sur-Mer (Mittelmeer) beschrieben (1. c. Bd. VI, p. 633, Taf. XXV 
und XXVI), welche er mit Heller 's Molgula appendiculata identificirt. Eine 



Ueber einige Molgaliden der Adria. 



165 



genaue Untersuchung der adriatischen Art hat mich jedoch überzeugt, dass die 
Art des französischen Gelehrten von ihr, obwohl sehr ähnlich, doch entschieden 
zu trennen ist. Hauptsächlich sind es die grosse Aehnlichkeit der Kieme, die 
zerschlitzten Siphonallappen, welche Lacaze bestimmten, beide Species zu ver- 
einigen. Die nicht ganz genauen Zeichnungen Heller 's von der Kieme und der 
Dorsalfalte gaben wohl zu diesem leicht zu entscliuldigeudeu Irrthume Veran- 
lassung. Immerhin gebührt Heller das Verdienst, auf die zerschlitzten Siphonal- 
lappeu und die mit ihnen Hand in Hand gehende gezähnte Dorsalfalte behufs 
Errichtung einer neuen Gattung aufmerksam gemacht zu haben (1. c. p. 30); 
wenn de Lacaze von ihm als einen Gelehrten spricht „qui a accepte avec 
tant de facilite des genres qui n'existent pas" (1. c. p. 648), so kann dem nur 
erwidert werden, dass Heller bei der Aufstellung neuer Genera eine höchst 
lobenswerthe Zurückhaltung zeigte, welche volle Nachahmung verdient. 

Aeusseres. Die Lacaze 'sehe Mittelmeer- Art erreicht die Grösse eines 
Hühnereies, während Heller 's Species kaum 3 cm. Körperlänge überschreitet. 
Das kantige Aussehen der beiden Siphonen ist jedenfalls nur im contrahirten 
Zustande so auffallend, bildet jedoch einen wichtigen Unterschied von der 
Mittelmeer-Art. Heller 's Zeichnungen (1. c. Fig. 1 und 4) sind in dieser Hin- 
sicht keinesfalls übertrieben. De Lacaze erwähnt: „Je n'ai jamais pourtant 
rencoutre les sillons que j'ai signales avec la forme aussi accusd que Pa dessiuee 
M. Heller dans sa planche VIL flg. 1 et 4« (1. c. p. 644). 

Die zerschlitzten Siphonallappen sind sehr auffallend, besonders wenn man 
die aufgeschnittenen Siphonen von innen betrachtet. Jene des Cloakensipho sind 
fadenartig, dünn, ihre Basis liegt in einer Linie; die des Branchialsipho sind 
fleischiger, etwas kegelartig geformt und entspringen in verschiedener Höhe 
(Taf. VII, Fig. 24 a und 24&). 

Die Afterklappe besteht aus zwei Lappen. Präparirt man die Eing- 
membran, deren hinteres Ende die Klappe bildet und welche weiter nichts als 
eine Einstülpung der äusseren Tunica ist, aus dem Cloakensipho, so sieht man, 
dass der die beiden Klappen trennende Spalt auf der einen Seite weiter nach 
vorne geht (Taf. VH, Fig. 20). 

Die Tentakeln sind sehr wenig verzweigt. Die beiderseits des Stammes 
sitzenden Aeste sind meist nur kurze konische Auswüchse, die gegen die Spitze 
des Schaftes zu länger werden und nur selten wieder verzweigt sind (Taf. VlI, 
Fig. 23). De Lacaze zeichnet einen stark verzweigten Tentakel (1. c. Taf. XXV, 
Fig. 6), der mit unserer Abbildung nur wenig Aehnlichkeit zeigt. 

Der Hypophysentuberkel (Taf. VII, Fig. 21) ist mit dem von de 
Lacaze (1. c. Taf. XXV, Fig. 7) gezeichneten sehr ähnlich. Die Form der 
S-förmig gekrümmten Hypophysen- Wimperfurche scheint jedoch bei verschiedenen 
Individuen sich nicht ganz gleich zu verhalten. Die aussergewöhnlich stark ent- 
wickelte Hypophysendrüse konnte ich auch an der adriatischen Art constatiren. 

Der Kiemensack zeigt jederseits sieben Falten, welche im Allgemeinen 
von hinten nach vorne an Zahl der Längsrippen (vier bis sieben) und Breite 



166 



Richard v. Drasch 



zunehmen. Das hintere Ende jeder Falte heftet sich mittelst eines dünnen Fort- 
satzes rechts an eine Leiste, welche die MandölFnung im Bogen umgibt und 
sich dann ventralwärts an den Endostyl auschliesst, links an die Verlängerung 
der Dorsalfalte. Diese Fortsätze, welche ich der Kürze halber „Faltenstiele" 
nennen will, nehmen von vorne nach hinten bedeutend an Länge zu (Taf. VII, 
Fig. 18 und 19). So weit ist der gröbere Bau der die Mundöffnung umgebenden 
Theile der Kieme ident mit denen der de Lac aze 'sehen Art (1. c. p. 636, 
Taf. XXV, Fig. 5). Bei stärkerer Vergrösserung bemerkt man jedoch, dass die 
freien, nach vorne gewandten Enden der Faltenstiele mit Zungen und faden- 
förmigen Anhängen versehen sind, welche, entsprechend der Länge der Falten - 
stiele, nach hinten au Zahl zunehmen. In der Gegend des dorsalen Endes der 
hinteren Längsgefässe jeder Kiemenfalte bemerkt man ebenfalls constaut einen 
Complex von zwei bis vier Züngelchen. Weiters ist noch hervorzuheben, dass 
die von den hinteren Seiten der Faltenstiele entspringenden Capillargefässe ein 
unregelmässiges, oft in ebene Spiralen und Schnörkel gewundenes Netzwerk mit 
knopfartigen Auswüchsen bilden. Die dorsalen, das heisst hinteren Enden der 
inneren Längsgefässe oder Rippen sind meist lanzettartig zugespitzt. Von allen 
diesen Verzierungen der Kieme erwähnt de Lacaze bei seiner Art nichts. 

Die Dorsal falte (Taf. VII, Fig. 22) ist mit Ausnahme ihres vordersten 
Theiles in ihrer ganzen Ausdehnung gezähnt oder mit fadenförmigen Anhängen 
versehen, was jedoch meist erst bei stärkerer Vergrösserung ersichtlich ist. 
Heller (1. c. p. 31) erwähnt: „Die nur wenig vorspringende Dorsalfalte ist am 
Rande, besonders nach rückwärts, mit dünnen, am Ende abgerundeten Fort- 
sätzen versehen und verläuft links neben der Schlundöffnung zum Hinterende 
der ersten Kiemenfalte, wo die erwähnten Anhänge auch sichtbar sind." Die 
Anhänge an den Faltenstielen werden von ihm nicht erwähnt, seine Figur 6, 
Tafel VII ist mir nicht ganz klar geworden. De Lacaze gibt von der Mittel- 
meer-Art an, dass der hintere Theil der Dorsalfalte gesägt sei. Die Zeichnung, 
welche er von demselben gibt (1. c. Taf. XXV, Fig. 7) zeigt keinerlei üeber- 
einstimmung mit unseren Beobachtungen. 

Was die innere Structur der Kieme anbelangt, so zeigen beide hier er- 
örterten Arten eine auffallende Aehnlichkeit. Auf Tafel VII, Figur 17 habe ich 
eine HOfach vergrösserte Zeichnung \on einem kleinen Kiemenstück der adiia- 
tischen Art gegeben. Das Bild wurde nach einer 280fachen, durch die Cameva 
lucida gezeichneten Vergrösserung eines gelungenen, mit Hämatoxylin gefärbten 
Präparates angefertigt, so dass ich hoffen kann, dass es eine besonders genaue 
Vorstellung des besprochenen Organes gibt. Die rechts gelegene Kiemenfalte 
ist in ihrer natürlichen Lage gelassen und von innen, das heisst vom Kiemen- 
raume aus betrachtet, gezeichnet, die links gelegene Falte ist nach links um 
einen Winkel von ISO*^ umgelegt, so dass man nicht allein die Falte von aussen 
sieht (also von jener Seite, welche bei normaler Lage dem Beschauer nie er- 
sichtlich ist), sondern auch das zwischen den beiden Falten gelegene unregel- 
mässige Netzwerk {fuseau intermddiaire de Lacaze 's). Eine Vergleichung mit 
der in derselben Stellung gezeichneten Kieme der de Lacaze'schen Art (1. c. 



Ueber einige Molgnliden der Ädria. 



167 



Taf. XXVI, Flg. 1) wird dadurch erleichtert. Jede Falte besitzt aussen und 
innen eine gleiche Anzahl innerer Längsgefässe oder Rippen (cötes de Lacaze's). 
Während jedoch die auf der Innenseite der Falten gelegenen Rippen sehr breit, 
wenn auch weuig nach innen ragend sind, erreichen die äusseren Rippen fast 
nur den vierten Theil der Breite. Es ist dies ein sehr wichtiges Merkmal, 
welches der de Lacaze'schen Art abzugehen scheint. In dem intermediären 
Räume treten noch zwei bis drei uuregelmässige, schmale, oft blind endigende 
Rippen auf. Die grossen, breiteu Quergefässe erster Ordnung ziehen sowohl 
quer über die Falten, als auch über den intermediären Theil der Kieme. Zwischen 
je zweien dieser Gefässe liegen parallel mit ihnen noch sieben Gefässe, und zwar 
ein starkes Gefäss in der Mitte, welches wir zweiter Ordnung nennen wollen 
und welches sich an eine intermediäre Rippe ansetzt, zwei schmälere Quer- 
gefässe dritter Ordnung zwischen einem Gefässe erster und zweiter Ordnung 
und vier fadenförmige Gefässe vierter Ordnung zwischen primären und tertiären 
einerseits und tertiären und secundären andererseits. Zwischen je einem pri- 
mären und dem secundären Quergefässe 
liegt nun parallel mit ihnen ein langer 
Trichter, der an dem Rücken der Falte sich 
in zwei Nebensäcke spaltet. Die Stigmen 
sind parallel mit den Längsgefässen und 
spiralförmig, senkrecht auf die Falte ge- 
wunden, wie auch de Lacaze bei seiner 
Art (1. c. Taf. XXVI, Fig. 4) abbildet. Dass 
die Trichter wirkliche Spiralen bilden, wird 
leicht ersichtlich, wenn man an den Seiten 
derselben bei tieferer Einstellung des Mi- 
kroskops die optischen Durchschnitte der 
(auf der Zeichnung) nach ab wärts steigenden 
Theile der Capillarröhren als kleine Kreise zu sehen bekommt. De Lacaze spricht 
in seiner Beschreibung (1. c. p. 637—638) von vier Trichtern, welche von der 
Spitze bis fast zur Basis getrennt zwischen zwei Quergefässen erster Ordnung 
zu liegen kommen. Wenn nun diese Beobachtung richtig ist, woran zu zweifeln 
mir kein Recht zusteht, so wäre hier ein weiterer Unterschied zwischen den 
Kiemen beider Arten zu finden. Andererseits möchte ich wohl doch hervor- 
heben, dass ein Irrthum sehr leicht möglich ist, wenn man nicht genau auf 
die optischen Durchschnitte der rückgehenden Spiralen achtet. Der intermediäre 
Raum ist, ähnlich wie dies von der Lacaze'schen Art beschrieben, von grossen, 
ovalen Stigmen durchbrochen. 

Die Verdauungsorgane. Der kurze Oesophagus führt in den von einer 
grossen, ungelappten Leber bedeckten Magendarm (Taf. VII, Fig. 25). Die 
Darmschlinge ist wenig geöffnet, der After ist glatt. Die Niere ist verhältniss- 
mässig klein und bedeckt das Herz, welches an seinen beiden gegenüberliegenden 
Enden zwei starke Gefässe dorsal- und ventralwärts sendet. Die Eingeweide 
zeigen von der Lacaze'schen Art nichts Abweichendes. Von den stark in die 

Z. H. OeH. B. XXXIV. Ahh. 22 




1. Falten im normalen Zustande. 

2. Linke Falte nmgelegt. 

a. Innere Faltenseite. 

b. Aeussere Faltenseite, 
0. Intermediärer Raum. 



168 



Richard v. Drasch 



Augen fallenden Gefässen erwähnt Lacaze nichts. Heller bildet das Gefäss- 
system (1. c. Taf. VII, Fig. 3) ab. 

Die Geschlechtsorgane liegen in Form von zwei gedrungenen Beuteln 
links und rechts, weit von der Cloakenmündung entfernt. Der kurze Oviduct und 
das vas deferens münden knapp neben einander an der Spitze des Organes. Die 
Lage des vas deferens scheint nicht constant zu sein, da Heller (1. c. 
Taf. VII, Fig. 5) dasselbe in die Mitte der Drüse zeichnet, ähnlich wie bei 
der Lacaze'schen Art. 

Nach den eben gegebenen Beschreibungen erscheint es gerechtfertigt, die 
Lacaze 'sehe Art aus dem Mittelmeere von Hell er 's adriatischen Speeles zu 
trennen und für erstere den ursprünglich derselben von H. de Lacaze zuge- 
dachten Namen „Ctenicella Korotneffii'^ (1. c. p. 645) zu acceptiren. Fassen wir 
die wichtigsten Merkmale zusammen, so unterscheidet sich Ct. appendiculata 
von Ct. Korotneffli durch ihre geringere Grösse, stark entwickelte Siphonalkanteu, 
wenig verzweigte Tentakeln, durch die Verschiedenheit der Rippenbreite an den 
äusseren und inneren Faltenseiten, die stark zerschlitzte Dorsalfalte und endlich 
durch die Anhänge der Faltenstiele. 



Ueber einige Molguliden der Adxia. 



169 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel VI. 

. 1. Eagyra adriatica n. sp. Stück einer Kieme von innen (Vergr. 35). 

2. „ „ Eingeweide, die linke Kieme ist weggeschnitten 

(Vergr. 3). 

3. „ „ Enddarm mit den Afterpapillen (Vergr. 8). 

4. Molgula Hellen. Eingeweide, der Kiemensack ist gänzlich entfernt. 

(Vergr. 3-5). 

5. „ „ Von der linken Seite, natürl. Grösse. 

6. „ „ Mündung des Oviduct (Vergr. 60). 

7. „ „ Ein Theil der Kieme von innen (Vergr. 32). 

8. „ „ Hypophysen-Tuberkel (Vergr. 15). 

9. „ „ Ein Tentakel (Vergr. 25). 

10«. „ „ Cloakenölfuung, von vorne gesehen (Vergr. 3). 

10 ö. „ „ Ein Lappen der Cloakenöffnung von der Seite (Vergr. 3). 

11. Molgula euprocta n. sp. Thier von der Testa befreit, von links (Vergr. 6). 

12. „ „ Thier von der Testa befreit, von rechts (Vergr. 6). 

13. „ „ Enddarm mit Analpapillen (Vergr. 32). 

14. „ „ Eingeweide mit einem Stück der rechten Kieme (Vergr. 4). 

15. „ „ Von der rechten Seite, natürl. Grösse. 

16. „ „ Hintere Enden von zwei rechtsseitigen Kiemenfalten 

(Vergr. 30). 

Tafel VII. 

17. Ctenicella appendiculata Heller. Ein Theil der Kieme von innen. Die 

Kiemenfalte rechts, von der nur ein Theil 
gezeichnet ist, befindet sich in ihrer natüf- 
lichen Lage. Die Kiemenfalte links wurde nach 
links umgeschlagen, um ihre Längsleisten zu 
zeigen und das intermediäre Feld blosszulegen 
(Vergr. 140). 

18. „ „ Kieme in der Umgebung der Mundöffnung 

(Vergr. 7). 

19. „ „ Der hintere Theil von vier linksseitigen Kiemen- 

falten, um die Anhänge der Faltenstiele zu 
zeigen (Vergr. 30). 

22* 



170 



Richard v. Dräsche. Ueber einige Molguliden der Adria. 



Fig. 20. Ctenicella appendiculata Heller. Afterklappe , aus dem Cloakensipho 

herausgelöst, von der Seite (Vergr. 15). 

„ 21. „ „ Hypophysentuberkel (Vergr. 70). 

„ 22. „ „ Hinterer Theil der Dorsalfalte (Vergr. 30). 

„ 23. „ „ Ein Tentakel (Vergr. 25). 

„ 24 a. „ „ Cloakenölfnungvon innen mit dem zerschlitzten 

Eande (Vergr. 6), 

„ 24 &. „ „ Branchialöffnung von innen (Vergr. 6). 

„ 25. „ „ Eingeweide nach Hinwegnahme der Kieme 

(Vergr. 2-5). 



171 



Die Gattungen und Arten der Larriden Autorum, 

Von 

Franz Friedrich Kohl 

in Wien. 

(Mit Tafel VIII und IX.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Juli 1884.) 
I. 

Vorliegende Arbeit behandelt alle jene Hymenopterengattungen, welche 
von den Autoren jemals zu den Larriden (Leacli) gerechnet worden sind, dazu 
noch die Gattungen Trypoxylon und Nitela, welche sich bisher im Systeme noch 
keine natürliche Stelle zu erringen vermochten ; sie stehen, wie sich nachweisen 
lässt, in sehr enger Verwandtschaft zu den Larridengattungen Pison und Sylaon. 

Aus Gründen, die in der Einleitung vorgebracht werden, wurde die 
Familienbezeichnung Larridae aufgehoben. Von jeder Gattung, einschliesslich 
der exotischen, habe ich eine Beschreibung entworfen, gleichfalls von den palä- 
arktischen (manchmal nur europäischen) Arten. Jede Beschreibung enthält 
auch Angaben über Lebensweise und geographische Verbreitung, sowie die 
Synonymie. Zur Erleichterung der Bestimmung soll eine analytische Tabelle 
der Gattungen, und im Anschlüsse an jede Gattungsbeschreibung eine Tabelle 
zur Bestimmung der Arten dienen. Mein Wunsch, auch die exotischen Arten 
zu behandeln, scheiterte bei der Unmöglichkeit, die Typen zur Einsicht zu er- 
halten, an dem Wüste der zahlreichen unzulänglichen, sehr häufig nicht einmal 
zur sicheren Erkennung der Gattung ausreichenden Beschreibungen, und ich 
musste mich begnügen, auf die Artbeschreibungen ein blosses Verzeichniss der 
sämmtlichen bisher beschriebenen Arten einer Gattung folgen zu lassen. Auch 
glaubte ich den Hymenopterologen damit einen Dienst zu leisten, jene Be- 
schreibungen, welche eine Gattung oder eine Art am unzweideutigsten erkennen 
lassen, in der Synonymenliste mit durchschossenen Lettern zu kenn- 
zeichnen. Was die Nomenclatur betrifft, so hielt ich die Ansicht fest, dass man, 
um nicht durch unfruchtbare Prioritätsdeuteleien Wirrwarr hervorzurufen, nur hin- 
reichend verbürgte, das ist solche Namen verwenden soll, die durch ausreichende 
Beschreibungen geschützt sind. In Fällen, wo die Identität durch Typen fest- 
gestellt werden konnte, wurden Namen für prioritätsberechtigt angesehen. 



172 



Franz Friedrich Kohl. 



Die benützte Literatur erhielt ich durch die liebenswürdige Vermittlung 
bekannter Fachgenossen (Prof. Dr. Fr. Brauer, Prof. Dr. Dalla-Torre, Emil 
Frey-Gessner in Genf, P. Dir. V. Gredler, Prof. Dr. K. Heller in Inns- 
bruck, Dr. L. V. Heyden in Frankfurt, Dr. Kriechbaume r, Assist. AI. Mo- 
csäry in Budapest, Gustos A Rogenhofer in Wien, Hr. de Saussure in 
Genf) und umfasst 156 Arbeiten, eine Zahl, die Anspruch auf Vollständigkeit 
macht. Das untersuchte Materiale befindet sich theils in den Sammlungen der 
Museen von Berlin {Tachysph. fluctuatus Gerst.), Bern, Budapest, Genf, Inns- 
bruck, Wien und Zürich, theils im Privatbesitze bekannter Entomologen: 
V. Aichinger (f), L. Fairmaire, Frey-Gessner, C. Jullian in Marseille, 
J. Lichten stein, Schmiedekuecht in Kahla, H. Tournier in Genf (Peney). 
Bei der Untersuchung kamen zwei Lupen in Verwendung: eine Cylinderlupe 
mit 12facher (L, a) und eine zusammengesetzte Lupe mit 45facher (L. h) Ver- 
grösserung. 

Die Arten, von denen mir die Typen zu Gesicht gekommen sind, wurden 
an passender Stelle mit (!) gekennzeichnet. Es sind dies Typen von Aichinger, 
Chevrier (durch Tournier), Dahlbom (durch Heyden), Destefani (durch 
Tournier), Gerstäcker, Mocsäry und Saussure. 

Die Typen der in dieser Arbeit beschriebenen Arten befinden sich zum 
grössteu Theile in den Sammlungen des k. k. zoologischen Hofcabinetes in Wien. 

Allen Herren, welche mich in dieser Arbeit irgendwie unterstützten, sei 
hiemit der beste Dank ausgedrückt, vor allen den Herren: Prof. Dr. Fr. Brauer 
in Wien, Emil Frey-Gessner in Genf, Dr. Luc. v. Heyden in Frankfurt, 
Dr. Kriechbau mer in München, AI. Mocsäry in Budapest, AI. Rogen- 
hofer in Wien, Regierungsrath Dr. Steindachner in Wien, Henri de Saus- 
sure in Genf und Henri Tournier in Peney. 



Die Larriden werden in der Systematik als eine Familie oder Unter- 
familie der Grab Wespen (Fossoria) angeführt. Leach stellte diese Familie im 
Jahre 1817 auf; nach ihm wurde sie von verschiedenen Autoren im Ganzen 
nicht weniger als zwanzigmal beschrieben, i) Alle diese Beschreibungen zu er- 
örtern würde zu weit führen, doch sei erwähnt, dass die Familie in den aller- 
wenigsten Fällen übereinstimmend aus den nämlichen Gattungen zusammen- 
gestellt wurde. Eine Erklärung für die verschiedene Auffassung der Larriden 
liegt darin, dass die Autoren in Ermangelung durchgreifender und wirklicher 
Familienmerkmale gezwungen waren, die Familie auf das Zusammen treJffen 
mehrerer Merkmale, auf die Combination von Charakteren zu gründen. Solche 
Merkmale sind: 1. der Ausschnitt in der unteren Aussenkante der Oberkiefer, 

1) Samouelle (1819), Newmann (1835), Blanchard (1840), Westwoo d (1840), Le 
Peletier (1845), Dahlhom (1835, 1845), Eversmann (1849), Wesmael (1851), Schenck 
(1857), Smith (1858), T a s c h e nh e rg (1857, 1866, 1870), Thomson (1871, 1874), Radoszkowsky 
(1877), Saunders (1880), Patton (1881), Provancher (1883). 



Die Gattuugeu und Arten dt»r Larriden Auf. 



173 



2. die eiuspornigen Mit.telschionen, 3. die Convergenz der Netzaugen gegen den 
Scheitel hin, 4. die Form der hinteren Nebenaugen, 5. das Vorhandensein einer 
„Anhangszelle" in den Vorderflügeln. 

Prüft man diese Merkmale auf den Werth, so kommt man zur Ueber- 
zeugung, dass sie sich, wenn sie auch zum Tbeile einer ganzen Reihe von Gat- 
tungen zukommen, dennoch nicht zur Begründung einer Familie eignen, sondern 
höchstens in die Gattuugsbeschreibungen hineinpassen. 

Wollte man das unter 1. angeführte Merkmal der Oberkiefer, da es einer 
grossen Anzahl von Gattungen (3Iorpliota, Larraxena, Larva, Notogonia, Pia- 
getia, Tachgsphex, Tachyte.9, Prosopigastra, Gastrosericus, Dinetus, Palarus, 
Tachyrkostus, MiscopJius, Solierella) zukommt, zur Abgrenzung einer Familie 
verwenden, so müssten Liris und Pardliris, dann Sylaon und Nüela von 
dieser ausgeschlossen bleiben, da bei ihnen der Oberkieferausschnitt fehlt. 

Diese Lostrennung von Liris und Paraliris wäre eine ganz unnatürliche 
und gewaltsame, da sie gerade von jenen Gattungen entfernt würden, die man 
als die typischen anerkennt, nämlich von Larva Fabr. und Notogonia Costa. 
Mit diesen wurde Liris (vielleicht auch Paraliris?) von Smith und anderen 
Autoren wegen der nahen Verwandtschaft bis in die jüngste Zeit in der Sammel- 
gattang „Larrada"' Smith vereinigt. Andere, dem Typus Larva ferner stehende 
Genera, wie Tachyrkostus, Solierella, Miscophus Jur. etc. hingegen müssten 
dann bei der Zusammenstellung der Larriden Aufnahme finden. 

Bei Solierella Spin, kommt ein Oberkieferausschnitt vor, bei Sylaon 
Picc. und Nitela Latr. aber, die doch, wie weiter unten bei der Behandlung 
dieser Gattungen nachgewiesen werden wird, aufs Engste mit jener verwandt 
sind, ist keiner bemerkbar. Es wäre nun gewiss unzulässig, Solierella den Lar- 
riden einzuverleiben, dagegen ihre allernächsten Verwandten auszuscheiden. 

In den erwähnten Fällen wiederholt sich ein Merkmal bei entfernteren 
Verwandten, welches viel näheren fehlt; hiemit verliert es selbstverständlich die 
Bedeutung eines Familiencharakters. 

Noch werthloser ist das Merkmal der einspornigen Mittelschienen; dass 
seine Bedeutung von dem Zusammentreffen mit gewissen anderen Merkmalen 
abhängig gemacht wurde, muss sofort schon Zweifel an seinem natürlichen Werth 
erregen. Nur ein einziger Mittelschienensporn ist übrigens bei der Mehrzahl der 
Grabwespen entwickelt, seien es nun Gattungen mit oder ohne Oberkieferaus- 
schnitt, mit convergenten oder divergenten Netzaugen, mit oder ohne Anhangs- 
zelle an der Radialzelle der Vorderflügel. Die cf bei Dinetus, einer Form, 
welche man aus dem Familienverbande der typischen Larridengattungen nicht 
ausscheiden könnte, haben merkwürdiger Weise gar keinen Mittelschienensporn, 

Ferner wurde bei der Feststellung der Larriden von einigen Autoren die 
Erscheinung beachtet, dass die Augen gegen den Scheitel hin convergiren. Man 



Wesmael bringt dieses Merkmal bei der Zusammenfassung seiner Larriden (p. 167 S. Rev. 
crit. 1851), hat aber dann Unrecht, wenn er die Gattung Aslatus mit zwei Mitt» lschienenspornen auch 
dazurechnet. 



174 



Franz Friedrich Kohl 



kann bei den Fossorien Formen beobachten, bei denen die Angen gegen den 
Scheitel hin stark divergiren, solche, bei denen sie bis zur vollkommenen Be- 
rührung convergiren, und dazwischen Formen, welche alle Abstufungen in dem 
Grade der Augenannä.herung repräsentiren; daher ist man nicht im Stande, in 
dieser Hinsicht eine Grenze zu ziehen. 

Es lässt sich wohl nicht läugnen, dass die als Larriden bezeichneten Gat- 
tungen — besonders gilt dies von den genuinen Gattungen : Larva, Notogonia, 
Tachytes, Tachysphex etc. — vorwiegend convergente Augen haben; bedenkt 
man jedoch, dass die Augenconvergenz 1. bei den Geschlechtern, 2. bei den 
Arten einer und derselben Gattung, wo sie ganz gute Dienste zur Artbestimmung 
leistet, 3. bei den verschiedenen Gattungen wechselt, so rauss sie als Familien- 
charakter ganz werthlos erscheinen. Es wäre auch unrichtig, zu glauben, Gat- 
tungen mit grösserer Augenannäherung müssten auch nothwendig in näherer 
Verwandtschaft zu einander stehen. Wollte man beispielsweise zu den Larriden 
nur Genera mit convergenten Augen stellen, so würde Lyroda Say (= Mor- 
phota Smith), eine den genuinen Larriden (Tachysphex, Tachytes, Larra, Noto- 
gonia, Liris) nachweisbar sehr nahe verwandte Gattung, gewaltsam ausgeschlossen, 
da bei ihren Arten die Innenränder der Augen fast parallel verlaufen; dagegen 
müssten ferner stehende Gattungen mit convergenten Augen, z. B, Palarus oder 
Astatus, herangezogen werden. 

Bei Larridengattungen, bei denen die Scheitelbreite in Folge der starken 
Annäherung der Augen stark reducirt ist, sind die Nebenaugen unregelmässig 
länglich und flach, und es scheint, als ob diese aussergewöhnliche Form der 
Nebenaugen in Beziehungen zu der Convergenz der Netzaugen stünde. Dies 
dünkt mich auch um so wahrscheinlicher, als ich bei Palar us- Ai-ten mit gerin- 
gerer Augenannäherung die hinteren Ocellen in der Form schon der normalen 
runden und gewölbten nahestehend (P. latifrons Kohl) oder vollkommen normal 
(P. orientalis Kohl) gefunden habe, während bei Arten mit grosser Annäherung 
(P. flavipes Fabr.) langgestreckte und flache Ocellen, wie bei Tachytes, Larra etc. 
vorkommen. 

Nur durch diese Annahme kann man sich auch erklären, dass bei Lyroda 
und Dinetus, Gattungen mit ganz unbedeutender Augenconvergenz oder fast 
parallelen Innenrändern der Augen, von denen erstere doch die ausgesprochenste 
Verwandtschaft zu Larra und Tachytes, letztere zu Gastrosericus Spin, hat, die 
hinteren Nebenaugen eine normale Gestalt haben, während sie bei den Ver- 
wandten flach und gestreckt sind. 

Eine Ausnahme von den erwähnten Beziehungen macht nur Astatus; 
dass sie bei dieser Gattung nicht herrschen, ist für mich nur ein neuer Beweis 
für meine Anschauung, dass Astatus dem Complexe der eigentlichen Larriden- 
gattungen nicht sehr nahe, vielleicht ferner steht als manche andere Grabwespen- 
gattung, die man noch nie versucht hat, zu den Larriden zu zählen, jedenfalls 
aber ferner als irgend eine andere von den in dieser Arbeit behandelten Gat- 
tungen. Zu dieser Ansicht bringen mich auch andere Eigenthümlichkeiten von 



Die Gattunpen und Alton dor Larriden Ant. 



IIb 



Astatus, als: die zweispornigen Mittelschienen, der Bau des Hinterleibes u. s. w. 
Thomson gründete für Astatus sogar eine eigene Familie. 

In Folge der Bedeutungslosigkeit des Augenabstandes für die Abgrenzung 
einer Familie verliert auch die Form der hinteren Nebenaugen jeden Werth als 
Familiencriterium. 

Auch das Vorhandensein einer Anhangszelle in den Vorderflügeln kann 
nicht als Merkmal zur Festhaltung einer Larridenfamilie dienen; denn es kommen 
Anhangszellen bei verschiedenen unter sich nicht besonders eng verwandten 
Gattungsgruppen, z. B. bei Crabro (s. 1.) und Oxyhelus vor. 

Sämmtliche Merkmale, welche den Autoren zur Abgrenzung der Larriden 
gedient hatten, haben sich als hinfällig erwiesen; auch wollte es mir trotz der 
sorgfältigsten Untersuchungen an einem überaus reichen Materiale einheimischer 
und exotischer Grabwespen nicht gelingen, Merkmale zu einer schärferen Charak- 
terisirung aufzufinden, und so kam ich zu dem Resultate: 1. dass sich in 
der Systematik eine natürliche Larridenfamilie nicht abgrenzen 
lässt und die von den Autoren zu den Larriden gerechneten Gat- 
tungen nur als eine Gruppirung von mehr weniger nahe verwandten 
Grabwespengattungen aufzufassen sind, die zu Gattungen anderer 
Grab wespen-Subfamilien zum Theile nicht weniger verwandt sind 
als unter sich, 2. dass auch die anderen Sp hegidenfamilien (ünter- 
familien), als: die Nyssoniden, Pemphredoniden, Bembeciden etc. 
keinen Anspruch auf Natürlichkeit machen können, wie etwa die 
'Pompiliden, Scoliiden, Mutilliden, Formiciden u. s. w. Ich betrachte 
die Sph egiden als eine an Gattungen reiche Hy menopterenfamilie, 
in welcher neben nachweisbar sich enger aneinanderschliessenden 
Gattungen (Gattungscomplexe) isolirte stehen. Solche Gattungs- 
complexe bilden beispielsweise die Untergattungen von Crabro, die 
der Gattung Pison entstammenden Genusformen: Parapison, Aula- 
cophilus und Trypoxylon, ferner die Gattungen Nitela, Sylaon 
und Solierella, die Gattungen Larra, Notogonia, Liris, Paraliris 
und Larraxena und die diesen wieder sehr nahestehenden Gat- 
tungen Piagetia, Tacliytes, Tachysphex, Prosopigastra, die Gruppe 
der Gattungen Ammophila (s. 1.), Pelopoeus, Trigonopsis, Podium 
und Spliex. Von dem letzterwähnten Complexe sind Ammophila 
und Spliex (s. 1.) im Begriffe, sich selbst wieder in Gattungen auf- 
zulösen. Als Beispiele isolirter Gattungen können gelten: Oxy- 
belus, Miscophus, Tachyrliostus, Astatus, Philanthus, Bothyno- 
stethus. 



Die Gattungen, welche zur Besprechung gelangen, sind in natürlicher 
Anordnung folgende: Pison, Subg. Parapison, Atdacophilus, Trypoxylon, Solie- 
rella, Sylaon, Nitela, Miscophus, Larra, Notogonia, Liris, Pardliris, Larraxena, 
Dalara, Piagetia, Lyroda, Tachytes, Prosopigastra, Tachysphex, Gastrosericus, 
Dinetus, Palarus, Tachyrliostus, Bothynostethus. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh, 23 



176 



Franz Friedrich Kohl. 



Pison, Aulacophilus und Trypoxylo7i bilden, wie oben bemerkt, einen 
Complex aufs Engste aneiuanderschliessender Gattungen (Gattungscomplex von 
Pison), welchem sich ein anderer, aus den Gattungen Solierella, Sylaon, Nitela 
gebildeter (Gattungscomplex von Solierella) anreiht. Grösser als der verwandt- 
schaftliche Abstand, zwischen diesen beiden Gattungsgruppen ist der Abstand 
des Gattungscomplexes von Solierella von den genuinen Larridengattungen. 
Miscophus steht ziemlich isolirt zwischen beiden, scheint sich aber mehr zur 
Gattungsgruppe Solierella hinzuneigen. Als die genuinen Larridengattungen 
können gelten Larva, Notogonia, Liris, Paraliris, Larraxena, Dalara, Piagetia, 
Lyroda, Tachytes, Prosopigastra, Tachysphex, Gastrosericus und Dinetus. 

Die darauffolgenden Gattungen Palarus, Tachyrhostus, besonders aber 
Ästatus und Bothynostethus stehen mehr isolirt. 

Was den Werth der genannten Gattungen betrifft, so muss bemerkt werden, 
dass er durchaus kein gleicher ist. So Hessen sich die Gattungen Notogonia, 
Liris, Paraliris, obschon ihre Unterschiede, so viel ich an einem grossen Ma- 
teriale durch Untersuchung erfahren habe, recht beständig sind, am Ende auch 
als Untergattungen von Larva auffassen; dasselbe gilt von Pison, Pavapison, 
Aulacophilus und Tvypoxylon. Viel grösser ist der Werth von den Gattungen, 
deren nächste Verwandte entweder noch nicht aufgefunden worden sind oder 
nicht mehr existiren, so dass ihre Stellung eine isolirte ist. 

Palarus aus der Nähe der genuinen Larriden zu bringen, wie Gerstäcker 
bei der Besprechung der systematischen Stellung von Oxybelus in seiner vor- 
züglichen Arbeit über Oxybelus will, ist durchaus unstatthaft, da die Eigen- 
thümlichkeiten, wodurch sich Palarus auszeichnet, nicht den Werth besitzen, 
den ihnen Gerstäcker beilegt; dies lehrt die Untersuchung einer grösseren 
Arten- und Individuenzahl. Auch scheint es mir unstatthaft, nach einer Summe 
uummerirter Verschiedenheiten oder Aehulichkeiteu über den Grad der Verwandt- 
schaft zu entscheiden, so lange man nicht diese Merkmale auch auf ihre Wich- 
tigkeit geprüft hat. Ein Dutzend solcher Merkmale wiegen zusammen oft nicht 
so viel als irgend ein anderes, scheinbar unbedeutendes. Das Nähere über die 
Stellung von Palarus bei der Besprechung dieser Gattung. 

Bestimmuligstabelle der Oattuiigen. 

1 Innenseite der Augen ohne Ausranduug (Augen nicht nierenförmig). Die 
Häkchen des Retiuaculums bilden eine zusammenhängende Reihe. Radial- 
zelle der Vorderflügel mit oder ohne Auhangszelle 6 

— Innenseite der Augen ausgerandet (Augen nierenförmig). Die Häkchen 
des Retiuaculums bilden zwei Gruppen. Radialzelle gestreckt, ohne An- 
hangszelle. [Gattungsgruppe von Pison.] 2 

2 Vorderflügel mit einer oder zwei Cubitalzellen, je nachdem die zweite 
entschieden ausgeprägt oder nur mehr durch die Reste des unter- 
gegangenen Geäders angedeutet, manchmal kaum sichtbar ist. [Hieher 
gehören Gattungen, welche durch das Verschwinden der mittleren drei- 



Die Gattungen nnd Arten der Larriden ^4?«^. 



177 



eckigen Cubitalzelle aus der folgcDdeii Gattung hervorgegangen und 
deren Cubitalzellen durch eine aus der Vereinigung der ehemaligen beiden 
mittleren Cubitalqueradern entstandene Querader getrennt sind.] . . 3 

- Vorderflügel mit drei Cubitalzellen, die mittlere dreieckig und gestielt. 
Einmündung der Discoidalqueradern sehr veränderlich. [Stararagattung 

der drei folgenden Genera.] Gen. Pison Spin. 

3 Zweiter Hinterleibsring von normaler Länge 

Gen. Pison (Subg. Parapison Smith) 

- Zweiter Hinterleibsring stielförmig gestreckt 4 

4 Venenrohre der zweiten (respective dritten des Pison- Flügels) Cubital- 
querader, zweiten Discoidalquerader und des zwischen der zweiten Cubital- 
und zweiten Discoidalzelle gelegeneu Theiles der Cubitalader vollkommen 

Gen. Aiilacophiliis Smith 

- Venenrohre der zweiten Cabitalquerader, zweiten Discoidalquerader und 
des zwischen der zweiten Cubital- und der zweiten Discoidalzelle gele- 
genen Theiles der Cubitalader mehr weniger, oft bis zur Unkenntlichkeit 
aufgelöst Gen. Trypovcylon Latr. 

5 Vorderflügel mit einer Cubitalzelle. [Oberkiefer ohne Ausschnitt im 
Unterrande.] Gen. Nitela Latr. 

- Vorderflügel mit zwei Cubitalzellen, Beine bedornt, manchmal nur in 
schwachem Grade; Oberkiefer nahe der Mitte ihrer Unterkante mit einem 
Ausschnitte 6 

- Vorderflügel mit drei Cubitalzellen 8 

6 Radialzelle der Vorderflügel ohne Anhangszelle; zweite Cubitalzelle ge- 
stielt. Endsegment ohne Pygidialfeld, kegelförmig. [Augen in geringem 
Masse gegen den Scheitel convergent; hintere Nebenaugen von normaler 
Bildung, rund und gewölbt. Gestalt klein.] . . . Gen. Miscophus Jur. 

- Radialzelle der Vorderflügel mit einer Anhangszelle. — Radialader in ihrer 
Fortsetzung über die Radialzelle hinaus manchmal undeutlich, erloschen. 

— Zweite Cubitalzelle sitzend. Endsegment mit einem Pjgidialfelde . 7 

7 Die zweite Cubitalzelle nimmt beide rücklaufende Adern auf; die Basal- 
ader trifft in ziemlicher Entfernung hinter der durch die Schulterquerader 
abgeschlossenen inneren mittleren Schulterzelle auf die Medialader. In 
den Hinterflügeln endigt die mittlere Schulterzelle vor dem Ursprünge 
der Cubitalader. Hintere Nebenaugen länglich verflacht, nach hinten 
einander sehr genähert. Fühler der cf normal. Mittelschienen der 
einspornig Gen. Gastrosericus Spin. 

- Die erste Cubitalzelle nimmt noch die erste, die zweite Cubitalzelle die 
zweite rücklaufende Ader auf. Die Basalader trifft mit der Schulter- 
querader zusammen. In den Hinterflügeln entspringt die Cubitalader an 
der mittleren Schulterzelle, und zwar in einiger Entfernung vor ihrem 
Abschlüsse. Hintere Nebenaugen regelmässig rund, gewölbt, von ein- 
ander merklich entfernt. Fühler des spiralig gedreht. Mittelschienen 

der ungespornt Gen. Dinetus Jur. 

23* 



178 Frauz Friedrich Kohl. 

8 Radialzelle ohne Anhaiigszelle; Augen gegen den Scheitel zu divergent. 
Zweite Cubitalzelle gestielt; sie nimmt beide Discoidalqueradern auf. 
Beine schwach bedornt, mit einem einzigen Mittelschienensporn. After- 
segment mit einem grossen, flachen, behaarten Pygidialfelde. Oberkiefer 
ohne Ausschnitt in ihrer TJnterkante .... Gen. Bothynostethus Kohl 



— Radialzelle mit einer Anhangszelle. Innere Augenränder parallel oder 

* gegen den Scheitel hin convergent 9 

9 Beine, abgesehen von den Schienenspornen, unbewehrt, höchstens mit 
Spuren von Dörnchen. Obere Afterklappe (Q) kegelförmig, ohne Pygidial- 
feld. [Hintere Nebenaugen rund und gewölbt. Zweite Cubitalzelle gestielt. 
Anhangszelle schmal.] 10 

— Beine deutlich bewehrt. Obere Afterklappe mit einem Pygidialfelde . 11 



10 Die erste Cubitalzelle nimmt die erste, die zweite Cubitalzelle die zweite 
Discoidalquerader auf. Oberkiefer ohne Ausschnitt in ihrem Unterrande 

Gen. Sylaon Picc. 

— Die zweite Cubitalzelle nimmt beide Discoidalqueradern auf. Oberkiefer 
mit einem Ausschnitte in ihrem Unterrande 

Gen. SoUerella Spin. (= Nitelopsis Saund.) 

11 Hintere Nebenaugen rund gewölbt und deutlich 12 

— Hintere Nebenaugen länglich, flach und meistens undeutlich .... 14 

12 Oberkiefer ohne Ausschnitt in ihrem Unterrande. Augen beim auf dem 
Scheitel zusammenstossend. Die Schulterbeulen reichen bis zu den Flügel- 
schuppen hinauf. Schienen der Mittelbeine mit zwei Spornen 

Gen. Astatus Latr. 

— Oberkiefer mit einem deutlichen Ausschnitte in ihrem Unterrande. Augen 
beim nicht zusammenstossend. Die Schulterbeulen reichen nicht bis 
zu den Plügelschuppen hinauf. Schienen der Mittelbeine mit einem 
einzigen Sporne 13 

13 Radialzelle schmal abgestutzt, Anhangszelle klein. Mittelsegment viel 
kürzer als das Dorsulum. Cubitalader 1 verläuft an der ersten, 2 an 
der zweiten Cubitalzelle. Fühler kurz, gegen die Spitze verdickt, mehr 
weniger keulenförmig Gen. TachyrJiostus Sauss. 

— Radialzelle breit abgestutzt, Anhangszelle gross. Mittelsegment von der 
Länge des Dorsulum. Cubitalzelle 2 nimmt beide rücklaufende Adern 
auf. Fühler fadenförmig, verhältnissmässig laug 

Gen. Lyroda Say (= 3Iorphota Smith) 

14 Dritte Cubitalzelle an der Radialader breiter als an der Cubitalader. 
[Zweite Cubitalzelle dreieckig oder kurz gestielt; Oberkiefer mit einem 
tiefen Ausschnitte. Mittelsegment viel kürzer als das Dorsulum. Hinter- 
leibsringe fast wie bei Gerceris eingeschnürt.] . . Gen. JPalarus Latr. 

— Dritte Cubitalzelle an der Radialader schmäler als an der Cubitalader 15 

15 Zweites Hinterleibssegment fast stielförmig gestreckt. Pronotum auf- 
fallend verengt Gen. Piagetia Ritsema 



Die Gattuugen und Arten Jor Larriden Aut. 



179 



— Zweites Hiuterleibssegmeiit uornial, uicht stieltormig gestreckt. Prouotum 
nicht auffallend verengt 16 

lö Gesicht mit leisteuartigen Auftreibungen an den inneren Augenrändern. 
Mittelsegment verhältnissmässig lang, manchmal länger als das Dorsulum 17 

— Gesicht ohne kantige Erhebungen längs der inneren Augenränder. [Mittel- 
segment meist sichtlich kürzer als das Dorsulum.] 20 

17 Oberkiefer mit einem Ausschnitte in ihrem Unterrande 18 

— Oberkiefer ohne Ausschnitt im Uuterrande. [Pronotumwulst unter das 
Niveau des Dorsulum herabgedrückt.] 19 

18 Pronotumwulst nicht oder nur unbedeutend unter das Niveau des Dor- 
sulum herabgedrückt. Oberkiefer an ihrem Innenrande unbezahnt. Ven- 
tralplatte des dritten Hinterleibsriuges regelmässig. Pygidialfeld (9) 
unbehaart, am Ende ohne stiftenartige Börstcheu. Ausseuseite der Vorder- 
schienen bedorut. Klauen nicht auffallend laug . . . Gen. Larva Fabr. 

— Pronotumwulst schmal, unter das Niveau des Dorsulum herabgedrückt, 
besonders an seineu Seiten. Oberkiefer an ihrem Innenrande mit einem 
Zahne bewehrt. Ventralplatte des dritten Hinterleibsringes meistens 
mit einer Erhabenheit in der Mitte und seitlich daran mit je einem 
flachen, ovalen, matten Eindrucke. Pygidialfeld (9) bei frischen 
Stücken mit einem reifartigen Tomente belegt und nahe dem Ende 
mit kurzen, nach hinten gerichteten, stiftenartigen Börstchen. Ausseu- 
seite der Vorderschienen unbedornt. Klauen langgestreckt 

Gen. Notogonia Costa 

19 Pygidialfeld (Q) mit kurzen Haaren bekleidet und am Ende mit stiften- 
artigen Börstchen. Dorsalringe dicht befilzt oder wenigstens fein bereift. 
Mittelsegment hinten abgestutzt, steil abfallend. Aussenseite der Vorder- 
schienen bedornt Gen. Liris Fabr. 

— Pygidialfeld (9) nnd die Dorsalringe, welche mit zerstreuten, sehr deut- 
lichen (L. a) Punkten behaftet sind, abgesehen von vereinzelten, län- 
gereu Haaren, nackt und glänzend. Mittelsegment hinten abgerundet, 
uicht steil abfallend. Aussenseite der Vorderschienen unbedornt 

Gen. Paraliris Kohl 

20 Wimpernkamm der Vordertarsen (9) aus starren, ziemlich kurzen Dornen 
gebildet. Pygidialfeld (cf , 9 ) "^^^ einem kurzen Haarfilz bedeckt. Tracht 
bienenartig. [Vorderschenkelbasis der ^ nahezu ausnahmslos ohne Aus- 
randung.] Gen. Tachytes Pz. 

— Wimpernkamm der Vordertarsen aus sehr langen, biegsamen Borsten 
gebildet. Pygidialfeld (cf, 9) nackt. Tracht nicht bieuenartig ... 21 

21 Stirne mit einem kräftigen, glänzend glatten, rundlichen Wulste in 
gleichem Abstände von dem vorderen Nebenauge und der Fühlerbasis. 
Vorderschenkel bei den cj^ ohne Ausrandung. Beine schwächlich, Hinter- 
leib auffallend grob punktirt Gen. Prosopigastra Costa. 



180 



Franz Friedrich Kohl. 



— Stiriie ohne centralen Wulst,, höchstens mit zwei kleinen Höckerchen 
hart ober der Fühlerbasis. Schenkelbasis der Vorderbeine bei den cT 
deutlich ausgerandet. Beine verhälttiissmässig ziemlich kräftig. Hinter- 
leib nicht grob punktirt Gen. TachyspheiK Kohl. ') 



Gen. Pison Spin. (Taf. VIII, Fig. 1—3.) 
(to, Tit'aov). 

Ahjson Spin., Ins. Lig. spec. nov., t. II, Fsc. IV, p. 253 1808 

Pison Spin, (et Jiirine in lit.), Ins. Lig. spec. nov., t. II, Fsc. IV, p. 2.55 1808 

Tachyhulus Lutr., Gen. Crust. et Ins., t. IV, p. 75, CDXCVI 1809 

Nephridia Brülle, Ann. soc. ent. France, t. II, p. 408 1833 

Pisonitus Shuck., Trans. Ent, Soc. Lond., vol. II, p. 79 1837 

Pison Shuck., Trans. Ent. Soc. Lond., vol. II, p. 73 1837 

Pison Blanchard, Hist. uat. d. Ins., t. III, p. 360 1840 

Pison Lep., Hist. nat. Ins. Hym , t. III, p. 229, 2. Genre 1845 

Pison Spin., Hist. fis. y pol. Chile, Gay. ZooJ., t. VI, p. 325 1851 

Pisonoides Smith, Journ. Proc. Linn. Soc, vol. II, p. 104 (unbeschrieb. Subg. = Parapison Sm.) 1857 

Parapison Smith, Trans. Ent. Soc. Lond., p. 298, pl. VI, üg. 6 (Subg.) 1869 

Pisonitus Smith, Trans. Ent. Soc. Load., p. 298, pl. VI, fig. 7 1869 

Pison Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli {Ann. VI), p. 81 1871 

Pison et Pisonitus Smith, Trans. Zool. Soc. Lond., t. VII, p. 187—188 1872 

Pison Sidn. Sm. Saunders, Trans. Ent. Soc. Lond., pl. III, p. 411 1873 

Pisonitus Sidn. Sm. Saunders, Trans. Ent. Soc. Lond., pl. III, p. 412 1873 

Pison Patton, List North. Am. Larr. (Proc. Bost. Soc. Nat. Hist., vol. XX, p. 385) .... 1880 

Taranga Kirby, Trans. Ent. Soc. Lond., pl. II, p. 201 (Subg. = Parapison) 1883 



Kopf so breit oder breiter als das Bruststück. Oberkiefer von geringer 
Grösse, unter das Kopfschild hereingerückt, ohne Ausschnitt im Unter- 
rande. Die Augen reichen bis zur Oberkieferbasis und stehen bei den mir 
bekannten Arten am Kopfschilde weiter von einander ab als auf dem Scheitel 
und erscheinen in Folge eines Ausschnittes in ihrem Innenrande 
nieren förmig. Neben äugen regelmässig rund und gewölbt; sie 
stehen in einem gleichschenkeligen Dreiecke, die beiden hinteren einander näher 
als eines der hinteren dem vorderen, auch liegen sie vor der Linie, die man 
sich an den Hiuterrändern der Netzaugen quer über den Scheitel gezogen denkt. 
Fühler mittelinässig lang, hart am oberen Kopfschildrande eingefügt, ihre In- 
sertionsstellen von einander meistens so weit entfernt als eine Insertionsstelle 
vom benachbarten Auge. Geissei faden-, seltener keulenförmig; vom zweiten 
Gliede an, welches regelmässig das längste ist, werden die Glieder zusehends 
kürzer. Endglied stumpf kegelförmig. 

Hinterwulst des Pronotums so ziemlich im gleichen Niveau mit dem 
Dorsulum oder unter dieses ein wenig herabgedrückt. Die Schulterbeulen reichen 
nicht bis zur Flügelbasis zuiück. Mittelsegment kürzer als das Mesonotum, 



Die Gattungen Larraxena Smith und Dalara Kits, wurden in obiger Tabelle nicht auf- 
genommen, da sie mir nur aus den Beschreibungen und nicht durch Autopsie bekannt sind. 



Die Gattungt^n und Arten der Larriden Aiit, 



181 



nicht in Felder getheilt; liinten ist es an den Seiten abgerundet und fällt steil, 
aber nicht senkrecht ab. Radialzelle der Vorderflügel lang, lanzett- 
lich, zugespitzt, ohne A n Ii an gszelle. Cubitalzell en sind nur zwei 
oder drei vorlianden; bei drei Cubitalzellen ist die mittlere drei- 
eckig und langgestielt. Was den Verlauf des Geäders überhaupt, insbesondere 
den der Discoidalqueradern betrifft, so herrscht bei dieser Gattung nicht jene 
Beständigkeit, wie man sie von anderen Gattungen, z. B. Tachj/ffphex, TacJiytes 
u. s. w.. wo sie sogar Anhaltspunkte zur Artunterscheidung liefert, gewohnt ist, 
sondern eine bei Grabwespengattungen seltene Veränderlichkeit. Mir sind in 
Hinsicht des Discoidalqueraderverlaufes bei Pison folgende Fälle zu Gesichte 
gekommen: 

1. Die erste Discoidalquerader trifft vor dem Ende der ersten Cubitalzelle 
auf die Cubitalader; die zweite Discoidalquerader mündet hinter der Mitte der 
zweiten Cubitalzelle. 

2. Die erste Discoidalquerader trifft vor dem Ende der ersten Cubitalzelle 
auf die Cubitalader, während die zweite am Ende der zweiten Cubitalzelle mündet 
und mit der zweiten Cubitalquerader zusammeustösst. 

3. Die erste Discoidalquerader verläuft wie im ersten und zweiten Falle; 
die zweite Discoidalquerader mündet deutlich hinter der zweiten Cubitalquerader 
in die dritte Cubitalzelle. 

4. Die erste Discoidalquerader trifft genau auf das Ende der ersten Cubital- 
zelle und mit der ersten Cubitalquerader zusammen, während die zweite noch 
vor dem Ende der zweiten Cubitalzelle verläuft. 

5. Die erste Discoidalquerader verläuft wie im vierten Falle, die zweite 
genau im Ende der zweiten Cubitalzelle. 

G. Die erste Discoidalquerader verläuft wie im vierten Falle, die zweite 
hinter der zweiten Cubitalquerader an der dritten Cubitalzelle. 

7. Die erste Discoidalquerader trifft hinter der ersten Cubitalquerader, 
die zweite vor der zweiten Cubitalquerader auf die zweite Cubitalzelle.^) 

1) Shtickard errichtet in seinem Aufsätze „üescr. of new exot. Acul. Hyin." (Trans. Eut, 
Soc. Lond., vol. II, 1837, p. 79) unter dem Namen Pisonitus für den ersten der sieben oben ver- 
zeichneten Fälle eine eigene „Division", welche Smith im Jahre 18G9 (Trans. Eut. Soc. Lond.) 
zur selbstständigen Gattung erhebt. Smith hat mit der Erhebung von Pisonitus zur Gattung, 
deren Werth für die Systematik er durch andere, entscheidendere Merkmale nicht zu begründen 
vermochte, keinen glücklichen Griff gethau; denn wollte man dem Beispiele von Smith folgen, 
raüstiten auch die übrigen sechs Fälle in gleiclier Berechtigung mit Gattungsnamen bedacht werden; 
die Folge davon wäre aber, dase beim Bestimmen das eine Exemplar einer Art zu dieser, das andere 
derselben Art za jener der aufgestellten Gattungen gerathen würde. Bedenkt man noch, dass sehr 
oft sogar die Flügel eines und desselben Individuums ungleich geädeit sind, so erscheint die Noth- 
wendigkeit geboten, Pisonitus als Gattung und als „Division" aus der Systematik zu entfernen. 

Die Glosse der zweiten Cubitalzelle ist ebenfalls verschieden und um so geringer, als sich 
der Stiel — in der Art und Weise, wie Dr. Adolph („Ueber abnorme Zellbilduug einiger Hyrae- 
uoplerenflügel", Nov. Act. Deutscli. Akad. Naturforsch., Bd. XLI, P. II, Nr. 4, p. 318) den Vorgang 
bei Bildung der Zellenstiele schildert — auf Kosten der Seitenschenkel der dreieckigen Zelle in 
der Richtung gegen die Cubitalader verlängert. Zu dem, was Adolph über die Bildung gestielter 
Zellen sagt, muss hinzugefügt werden, dass in dem Masse, als sich der Stiel verlängert und die 
Zelle verkürzt, auch die beiden Schenkel schiefer gegen die Cubitalader einfallen und mit dieser 



182 



Franz Friedrich Kohl. 



Bei den Arten mit zwei Cubitalzellen {Parapison Smith) mündet die erste 
Discoidalquerader in die erste, die zweite in die zweite Cubitalzelle. Die Basal- 
ader triifft meist genau im Abschlüsse, selten vor oder hinter dem Abschliisse 
der inneren mittleren Schulterzelle auf die Medialader. Die Zahl der Frenal- 
häkchen, welche zwei Gruppen bilden, ist nach der Grösse der Arten sehr 
schwankend. Die Cubitalader der Hinterflügel entspringt hinter dem 
Abschlüsse der inneren mittleren Schulterz eile, also näher dem Flügel- 
raude, an der Medialader. Bewehrung der Beine sehr dürftig, Mittel- 
schienen mit einem einzigen Sporne. Aussenseite der Vorderschienen 
mit winzigen Dörnchen oder ganz und gar unbedornt. Mittelhüften von ein- 
ander ein wenig abstehend. 

Der zweite Hinterleibsring hat ober seiner Basishälfte eine linienartige Ver- 
tiefung, welche meistens inmitten eines ausgedehnten, flachen Eindruckes liegt, und 
ist an den Seiten an der Stelle, wo die Dorsalplatte auf den Bauchring über- 
greift, gekantet. Der Endrand der Dorsalringe zeigt mitunter eine kräftige 
Depression und besonders der zweite Ring eine entschiedene Neigung zur Ver- 
längerung und Abschnürung. Endring beim Q kegelförmig, ohne Py- 
gidialfeld, beim kürzer, bogenförmig oder gerade abgestutzt. 

Die meisten Pison-Arten sind ganz schwarz, nur einige an den Beinen 
oder auch am Körper andersfarbig. Der Körperfilz ist weiss, auch messing- oder 
goldgelb glänzend, und tritt mitunter reichlich, auf dem Hinterleibe sehr oft in 
Form von Filzbinden auf. 



in der nämlichen Weise verschmelzen. Mit der Verkürzung der zweiten Cubitalzelle ist somit auch 
stets deren Verschmälerung im Gefolge und mit der Verschmälerung eine Aenderung im Verlaufe 
der Discoidalqueradern. Bei Pison liegt die Ursache des so sehr wechseluden Verlaufes der 
Discoidalquerader wohl nur in der Veränderlichkeit der zweiten Cubitalzelle. 

Bei einem mir zu Gebote stehenden Stücke einer Pison-Art hat sich auf dem rechten Flügel 
(Taf. VIII, Fig. 2) der Zellstiel in abnormaler Weise bis zur unteren concaven Cubitallinie, welche 
ihm im weiteren Vorrücken wie eine Barriere hinderlich gewesen ist, verlängert, und von den 
ursprünglichen Venenrohren der ersten und zweiten Cubitalquerader sind, da die untere concave 
Cubitallinie sehr knapp an der Cubitalader hinstreicht, als Spuren nur zwei winziger Stümpfcheu 
übrig geblieben; bei weiterem Fortschreiten solcher Verhältnisse müssten diese durch den resor- 
birenden Einfluss der concaven Cubitallinie von der Cubitalader weggefegt werden und so endlich 
spurlos verschwinden. Der Flügel würde dann in Hinsicht auf die Cubitalzellenzahl vollkommen zwei- 
zeilig erscheinen. Im vorliegenden Falle erscheint also der rechte Flügel bei einer echten Pison-kri 
bis auf unbedeutende Venenrudimente aussergewöhnlicher Weise zweizeilig, während im linken 
Flügel die zweite Cubitalzelle zwar noch vorhanden, aber auf ein Minimum reducirt ist. Untersucht 
mau die von Smith aufgestellte Gattung Parapison (Trans. Ent, Soc. Lond. 18G9), so hat man bei 
deren Arten nichts Anderes vor sich als Pisoji-Arten mit Flügeln, welche in erwähnter Weise 
die zweite Cubitalzelle vollständig eingebüsst haben. Während sich aus dem Pison-Flügel die 
Flügel von Parapison ohne grosse Schwierigkeiten entwickeln konnten, hat die Umgestaltung der 
plastischen Merkmale in Folge deren thatsächlichen Beständigkeit bei Pison keinen Schritt gemacht, 
was zur Charakterisirung einer Gattung veranlassen könnte. Darum zögere ich nicht, auch Parapison 
(als Untergattung) zu Pison zu ziehen, umsomehr, als die Parapison- kxiQn in den nämlichen Regionen 
wie die Pison- krien vorkommen und mit ihnen die Lebensweise gemein haben. 

Die Gattung Taranga Kirby (Trans. Ent. Soc. Lond., pl. II, p. 201, 1883) ist, wie man aus 
der Beschreibung des Autors nicht schwer entnehmen kann, synonym mit Parapison. 



Die (lattungen uiirJ Arten der Larriden Ant. 



183 



Die Artunterschiede liegen bei Pison 1. in der Gesichtsbilduug, die zum 
Theile von dem Verhältnisse der Augenanuäherung beim Kopfschilde zu der 
auf dem Scheitel bedingt wird, 2. in der Fühlergeisselbildung und dem Längen- 
verhältnisse der Fühlerglieder, 3. in der Art der Punktirung oder Runzelung 
des Gesichtes, Thorax, Mittelsegmentes und Abdomens, 4. in der Bildung des 
Kopfschildes, des Collare. Auch die Färbung, die Dicke der Beine und die 
Flügel bieten manchmal Anhaltspunkte bei der Bestimmung. 

Lebeusweise. lieber das europäische P. atrum Spin, berichtet Sidney 
Smith Saunders (Trans. Ent. Soc. P. III, 1873, p. 413), dass er dessen Puppen- 
gehäuse bei Prevesa in Albanien in Brombeerstengeln getroffen habe. Der Zweig, 
welcher sie barg, war bis in eine Tiefe von 9 — 10 Zoll hohl; eine Puppe lag 
am Grunde, einen Zoll weit davon berührten sich zwei, dann wieder zwei von 
diesen weniger als einen Zoll weit entfernt; die sechste lag einen halben Zoll 
höher. Die Zellen wurden durch dünne Querscheidewände aus Lehm getrennt. 
Die Gehäuse der Puppen waren grau, runzelig, ziemlich gebrechlich und durch 
ein zartes Gewebe an den Wandungen des Ganges befestigt; sie enthielten blass- 
strohgelbe Pseudopuppen mit stark eingeschnürten Segmenten und gegen die 
Körpermitte hin gekrümmtem Kopfe. Länge der Puppe 8 mm. bei 3 mm. Dicke. 
Das fertige Insect erscheint Ende Juni und im Juli. 

Lichtenstein berichtet ebenfalls, das P. atrum aus Brombeerstengeln 
erzogen zu haben (Ann. Ent. France, 5. sör., t. IX, p. 43, 1879) und bestätigt in- 
soweit die Angaben Saunders. 

Aehnlich wie bei P. atrum ist die Lebensweise von P. rugosum Smith. 
Nach Hörne (Trans. Zool. Soc. Lond,, t. VIII, 1872) nistet es in den Löchern 
von altem Holz, z. B. in Schraubenlöchern von Thürpfosten, und füttert seine 
Larven mit Spinnen. 

Andere exotische Arten, wie P. erythropus Kohl (= Parapison rufipes 
Smith) aus Indien und P. nitidum Smith (Journ. Proc. Linn. Soc. zool. III, 1859, 
p. 160, Tab. V, fig. 10 et 11, Q — non P. nitidum Smith, Trans. Ent. Soc. Lond., 
1869, p. 299, Nr. 2, 9 bauen Gehäuse aus Lehm, ähnlich wie die Odynerus- 
Arten. Vom ersteren erzählt Hörne (I.e.), dass es im September und October, 
nie weit vom Wasser entfernt, eine Menge Zellen an die Spitze eines hängenden 
Gegenstandes, z. B. an die Ranken von Schlinggewächsen, an hängendes Stroh 
oder vertrocknete aufgerollte Blätter heftet (Taf. IX, Fig. 9 und 10). Das Innere der 
Zellen wird durch eine ursprünglich klebrige, seidenartige Substanz ausgekleidet, 
die den Zweck hat, das Gehäuse zu festigen und es vor Zerstörung durch Nässe 
zu schützen. Die kugelförmigen Zellen sind im Vergleich zum Körper des In- 
sectes sehr gross, locker aneinandergefügt, jedoch innerlich mit einander in 
Verbindung, und werden mit einer beträchtlichen Anzahl (in zwei Zellen zählte 
Hörne achtzehn) ganz kleiner, graugrüner Spinnen versorgt. 

Auch erwähnt Hörne, dass ein kleines, Pmp/ire^Zo w-artiges Insect mit 
sehr ähnlicher Puppe von der Zelle des Pison Besitz ergreife. Die Erscheinungs- 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 24 



184 



Franz Friedricli Kohl. 



periode des entwickelten Thieres ist der März und der April, fällt also mit dem 
Wiedereintreten der Wärme zusammen. 

Das Pison nitidum Sm., ebenfalls aus der orientalischen Region, gibt 
seinen Zellen, die es aus schwarzer Lehmerde verfertigt, eine unregelmässig 
abgerundete Form und gleichen denen von Zethus Bomandinus Sauss. Innen 
sind sie geglättet und werden mit kleinen, Jagdspinnen ähnlichen Arachniden 
(oft über zwanzig an der Zahl) gefüllt. 

Alle übrigen über die Lebensweise von Pison-Avten gemachten Angaben, 
wie die Brulle's (über P. xanthopus), Blanchard's, sind unbegründete Ver- 
muthungen. 

Nach Obigem gibt es also Pison-Arten, welche nach Art der Trypoxylonen 
1. entweder in hohlen Zweigen oder Bohrlöchern nisten, oder 2. Nester aus Lehm 
bauen. Es wäre nun interessant zu wissen, ob sie sich die Höhlungen in den 
Zweigen selbst anfertigen, oder bereits vorhandene benützen, oder bei ein und 
derselben Speeles beides der Fall sein kann, und ob die näpfchenbauenden 
Pison-Arten nicht auch in Löchern nisten und ihre Bauthätigkeit nur auf das 
Verdeckein der Zellen beschränken. Bei der Pison so nahestehenden Gattung 
Trypoxylon gibt es Arten (z. B. Tr. figulus L.), welche je nach Bedürfniss 
selbst Zweige und altes Holz aushöhlen, oder verlassene Bohrlöcher anderer 
Insecten zur Anlegung der Zellen verwenden, deswegen scheint es nicht unwahr- 
scheinlich, dass ein ähnliches Verhältniss auch bei Pison-Avten vorkommt. 

Geographische Verbreitung. Von den 54 bekannt gewordenen Arten 
kommen 2 auf die paläarktische Region (1 auf Europa), 4 auf die äthiopische, 
7 auf die orientalische, 30 auf die australische, 19 auf die ueotropische und 
1 auf die nearktische. 

l. Pison alrum Spin. 



Älyson ater Spin., Ins. Lig. spec. nov. aut. rar., t. II, Fase. IV, p. 253, t. III, flg. 12, 9 • ^808 

Pison Jurini Spin., Ins. Lig. spec. nov. aut. rar., t. II, Fase. IV. p. 256, 1808 

Tachyhulus niger Latr., Gen. Crust. et Ins., t. IV, p. 75, ^ ^^^^ 

Pison Jurinii Lep. et Serv., Bncycl, Meth., t. X, p. 143, Nr. 1 1825 

Pison ater Shuck., Trans. Ent. Soc, t. II, p. 75, Nr. 1 1837 

Pison niger Blanchard, Hist. nat. des Ins., t. III, p. 360 1840 

Pison Jurinei Lep., Hist. nat. Ins. Hym., t. III, p. 280, Nr. 1, (-f , 9 ^^^^ 

Pison ater Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli (Annuar. VI), p. ai 1871 



Long. 7— 10 mm. cf. Nigrum; palpi testacei; alae affumato-hyalinae; 
tarsi apicem versus paulum rufescentes. Calearia nigro-fusca. Facies infra 
argenteo-tomentosa. Corpus compactile. Clypeus in medio dentis instar pro- 
ductus. Oculi in vertice antennarum quam flagelli articuU secundi longitudine 
inter se duplo plus distant; articulus secundus primo sesqui longior. Frons 
convexiuscula dense et grosse punctata. Dorsulum et mesopleurae nitida et 
subdense punctata (L. a). Femora punctulata praesertim antica (L. h). Seg- 
mentum medianum breviusculum, punctatum in medio areae dorsalis impressione 



Die Gattungen und Arten der T^arriden Auf.. 



185 



lata, transverse striata, longitudinali instructa. Segmenta abdominis sequentia 
evidenter punctata, in margine postico argenteo-tomentosa. 
Q mihi ignota. 

Gallia, Uelvetia, Italia, Älbania. 

Schwarz. Taster lehmgelb. Tarsen gegen das Ende zn ein wenig rötlilich. 
Schieneusporue schwarz oder schwarzbraun. Flügel fast gleichmässig angedunkelt. 

Kopfschild und der darangrenzende Theil des Gesichtes mit weissem Filze 
besetzt. 

Körper von gedrungenem Bau. Kopfschild (cf) in der Mitte 
in eine zahnartige Spitze vorgezogen. Die Stirne ist deutlich ge- 
wölbt, sehr gedrängt und grob, fast runzelig gegittert punktirt; 
auch der Scheitel und die kräftigen Wangen sind punktirt, aber weniger dicht. 
Die Nebenaugen liegen nicht in Vertiefungen; der Abstand eines Neben- 
auges von dem benachbarten Facettauge beträgt die Länge des 
eigenen Durchmessers, sein Abstand von der Linie, die man sich am Hinter- 
rande der Facettaugen quer über den Scheitel gezogen denkt, etwas mehr. Die 
geringste Entfernung der Facettaugen am Scheitel entspricht 
etwa der doppelten Länge des zweiten Fühlergeisselgliedes, welches 
selbst l'5mal so lang als das erste ist. Hinterwulst des Pronotum an 
den Seitenecken abgerundet. Der Mesothorax glänzt einigermassen , da seine 
Punktirung viel weniger dicht als die auf der Stirne ist; zwischen den Punkten 
kann man deutlich kleine, glatte Zwischenflächen wahrnehmen. An den Vorder- 
flügeln wird die erste Discoidalquerader von der zweiten Cubitalzelle allermeist 
hinter deren Anfang, die zweite Discoidalquerader in deren Ende aufgenommen, 
obwohl in Betreff dessen auch Unregelmässigkeiten vorkommen. Die Beine sind 
im Einklang mit dem derben Körperbau dieser Wespen kräftig, ihre Schenkel 
punktirt, was bei genauerer Besichtigung an den von Haarfilz entblössten, ab- 
geflogenen Stücken auch schon die Lupe a erkennen lässt. 

Das Mittelsegment ist kurz, hinten abgerundet, allenthalben deutlich und 
ziemlich dicht punktirt (L. a), Punktirung an den Seiten und auf der abstür- 
zenden Fläche gedrängter. Die Horizontalfläche besitzt in der Mitte eine breite, 
flache Längsvertiefung, welche quergestrichelt, an den Seiten von glänzenden 
Leisten eingerahmt und in ihrer Mitte meist selbst wieder von einer erhabenen 
Längslinie durchzogen wird. 

Die übrigen Hinterleibsringe besitzen an den Hinterrändern wie die 
meisten Pisow-Arten sehr schwache Einschnürungen und sind in mässiger Dichte 
punktirt; ihre Punkte sind rein gestochen (L. a) und nehmen nach dem After- 
segmente hin mehr und mehr an Dichte und Feinheit zu. Das Endsegment 
ist breit abgestutzt. 

Das 9 ist mir unbekannt, dürfte aber anderen Pisow-Arten analog kaum 
nennenswerthe Unterschiede in der Sculptur aufweisen, etwa die Kopfschild- 
bildung ausgenommen. 

Geographische Verbreitung: Genua (Spin.), Frankreich (Lichten- 
stein), Albanien (Saunders), Syra (Erber), Schweiz (bei Nyon, Chevrier). 

24* 



186 



Franz Friedrich Kohl. 



Verzeichuiss der bisher beschriebenen JP/sow, -Arten: 

(Parapison) agile Smith. Q. Reg. III, Subreg. 2. Ceylon. 

Parapison agüis Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 300, Nr. 4, 9. 
JP. areolatum Spin. Reg. V, Subreg. 1. Chile. 

Pison aureolatum Spin.: Hist. fis. y pol. de Chile. Zool. VI, 1851, 327, Nr. 2. 
JP. (Pisonitiis) cirgentatum Shuck. 9 Reg- H, Subreg. 4. Mauritius. 

Pison argentatus Shuck. : Trans. Ent. Soc. Lond, II, 1837, 79, Nr. 9, 9 . 
f*. atrum Spin, ö^, 9- ^^S- I> Subreg. 2. Italia, Gallia^ Helvetia, Graecia. 

Pison atrum Spin. : Ins. Ligur. II, 1808, 253. 
JP. auratum Shuck. 9 . Reg. II, Subreg. 3. Cap. 

Pison auratus Shuck. : Trans. Ent. Soc. Lond. II, 1837, 78, Nr. 7, 9 • 
JP, aurifex Smith. Q, Reg. VI, Subreg. 2. Australia. 

Pison aurifex Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 293, Nr. 26, 9, cf. 
F. basale Smith. 9 • I^eg. VI, Subreg. 2. Australia. 

Pison basale Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 292, Nr. 24, 9. 
JP. chilense Spin. Reg. V, Subreg. 1. Chile. 

Pison chilensis Spin.: Hist. fis. y pol. Chile. Zool. VI, 1851, 326, Nr. 1, 
Taf. I, Fig. 6. 

JP. collare Kohl. 9 • ß^g. VI, Subreg. 2. Australia. 

Pison collare Kohl: Verhandl. d, k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, XXXIII 
1883, 336, Nr. 2, 9. 
JP. conforme Smith. cT. Reg. V, Subreg. 3. Mexico. 

Pison conformis Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 297, Nr. 35, 9- 
JP. convexifrons Taschenb. 9- Reg. V, Subreg. 2. Nova Friburg, Rio Janeiro. 
Pison convexifrons Taschenb. : Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XXXVI, 
1870, 18. 

P. decipiens Smith, . Reg. VI, Subreg. 2. Champion-Bay. 

• Pison decipiens Smith : Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 295, Nr. 29, 
JE*, dimidiatum Smith, . Reg. VI, Subreg. 2. Champion-Bay. 

Pison dimidiatus Smith: Trans, Ent. Soc. Lond. 1869, 295, Nr. 30, (f. 
JP. (Parapison) erythrocerus Kohl, 9- Reg, VI, Subreg. 2. Australia. 

Parapison ruficornis Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 300, Nr. 3, 9- 
P. (Parapison) erythropus Kohl. 9- Reg. III, Subreg. 1. India. 

Parapison rufipes Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 299, Nr. 2, 9. 

Parapison rufipes Smith: Trans. Zool. Soc. Lond. VII, 1872, 188, Taf. XXI, 
Fig. 1«. 9. 

JP. fahricator Smith. 9 • Reg. III, Subreg. 3. Hong Kong. 

Pison fahricator Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 297, Nr. 34. 
JP. fasciatum Kohl. 9 • Reg. V, Subreg. 3. (?) Mexico. 

Pison fasciatum Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, XXXIII, 
1883, 339, Nr, 3, 9. 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



187 



fenestratiim Smith. Q . Reg. VI, Subreg. 2. Australia. 

Fison nitidus Smith: Trans. Ent. Soc. Loiid. 1868, 248, 9 (non 1859). 

Pison fenestratus Smith: Ibid. 1869, 290. 
festivum Smith. 9- R^g. VI, Subreg. 2. Champion-Bay. 

Pison festirus Smith: Traus. Eut. Soc. Loud. 1869, 295, Nr. 31, 9- 
P, fiavopictum Smith. Reg. V, Subreg. 2. Ega, Brasilien. 

Pison flavopictus Smith: Journ. Entom. I, 1861, 80. 
jP. fuscipenne Smith. 9 • Reg- VI, Subreg. 2. Champion-Bay. 

Pison fuscipennis Smith: Trans. Eut. Soc. Loud. 1869, 294, Nr. 28, 9- 
P, liospes Smith. 9, cf- I^eg. VI, Subreg. 3. Sandwich-Inseln. 

Pison hospes Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. XIV, 1879, 676, 9- 

Pison hospes Smith : Descr. n. sp. Hym. 1879, 139. 
P. insulare Smith. 9 • Reg- VI, Subreg. 3. New-Hebrides. 

Pison insidaris Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 297, Nr. 33, 9. 
P, iridipenne Smith. cT. Reg. VI, Subreg. 3. Honolulu. 

Pison iridipennis Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. XXIV, 1879, 676. 

Pison iridipennis Smith: Descr. u. sp. Hym. 1879, 139, c^. 
f. laeve Smith. 9- Reg. IV, Subreg. 3, Georgia. 

Pison Z«ms Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 317, Nr. 21, 9. 
P. laetum Smith. Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Ega. 

Pison laetum Smith: Journ. of Entom. I, 1861, 80. 
P. maculipenne Smith. 9 • Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Ega. 

Pison maculipennis Smith: Journ. of Entom. I, 1861, 80, 9- 
* Pison maculipennis Smith: Ann. et Mag. of N. H. (4) XII, 1873, 295, 9- 
P. inarginatum Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 2. Australia. 

Pison marginatus Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 314, Nr. 8, 9- 
P. morosum Smith. 9 • Reg- VI, Subreg. 1 et 4. Nova Seeland et Nova Guinea. 

Pison morosus Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 317, Nr. 17, 9- 

Pison morosus Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. VIII, 1864, 85, 9- 
P. nitidum Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Aru, Key, Mysol, Ternate. 

Pison nitidus Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. III, 1859, 160, 
Taf. V, Fig. 10 et 12, 9. 

Pison nitidus Maindr.: Ann. Soc. Ent. Fr. (5), IX, 1879, 181, 9. 
P. obliquum Smith. 9- Reg- VI, Subreg. 2. Van Diemensland. 

Pison ohliqaus Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 316, Nr. 15, 9. 
P. (Parapison) ohliteratum Smith. 9 - Reg. III, Subreg. 4. Borneo. 

Pisonoides ohliteratus Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. II, 1857^ 
104, 9. 

P. ohscurum Shuck. 9> cT- Reg- II, Subreg. 3. Cap. 

Pison obscurus Shuck.: Trans. Ent. Soc. Lond. II, 1837, 75, Nr. 3, 9. cT- 
(Nach Smith [Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 290] synonym mit P. xan- 
thopus Brülle.) 

P. pallidipalpe Smith. 9- Reg- VI, Subreg. 1. Ceram. 

Pison pallidipalpis Smi^h: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. VII, 1863, 35, 9- 



188 



Franz Friedrich Kohl. 



P. Paraense Spin. 9 . Keg. V, Subreg. 2. Para, Brasilia. 

Pison Paraensis Spin.: Mem. Accad. sc. Torino (2) XIII, 1853, 58, Nr. 40. 
P, Peletieri Gouill. 9. Eeg. VI, Subreg. 2. Austral. bor. 

Pison Peletieri Gouill.: Eevue zool. IV, 1841, 322, note. 

Pison Peletieri Gouill.: Ann. Soc. Ent. Fr. X, 1841, 311. 
P, perplexum Smith. cT. Eeg. VI, Subreg. 2. Australia. 

Pison perplexus Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 314, Nr. 9, ^. 
P. 2nlosum ^rnith. Q. Eeg. V, Subreg. 2. Brasilia, Ega. 

Pison pilosus Smith: Ann. et Mag. of N. H. (4) XII, 1873, 295, 9- 
P. punctifrons Shuck. 9- Reg. III, Subreg. 1 et 2. India oder St. Helena. 

Pison punctifrons Shuck. : Trans. Ent. Soc. Lond. II, 1837, 77, Nr. 5, 9 . 
P. punctulatufu Kohl. Eeg. VI, Subreg. 2. Pek. Downs. 

Pison punctulatum Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. XXXIII, 
1883, 336, cf, 9. 

P, regale Smith. 9- Reg. I, Subreg. 4. China bor., Ning-pa-fo. 

Pison regalis Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1852, 34, Taf. VIII, Fig. 9, 9. 
jP. (Pisonitus) rtificorne Smith (non Parapison ruficorne Smith, vide P. ery- 
throcer US Hohl). 9- Eeg. VI, Subreg. 2. Australia, Mac Inthyre Eiver. 
Pison ruficornis Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 315, Nr. 12. 
P. (Pisonitus) rufipes Shuck. (non Smith! vide erythropus Kohl). 9- Reg. VI, 
Subreg. 2. Van Diemens Island. 
Pison rufipes Shuck. : Trans. Ent. Soc. Lond. II, 1837, 79, Nr. 8, 9 . 
P, (Pisonitus) rugostim Smith. 9- Eeg. III, Subreg. 1. India, Maipuri. 
Pison rugosus Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 313, Nr. 3, 9. 
Pisonites rugosus Smith: Trans. Zool. Soc. Lond. VII, 1872, 188, Taf. XXI, 
Fig. 5 a, 9. 

PI separatiim Smith, . Eeg. VI, Subreg. 2. Champion-Bay. 

Pison separatus Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 294, Nr. 27, (j^. 
P. simillimum Smith, cf. Eeg. VI, Subreg. 2. Australia. 

Pison simillimum Smith: Trans. Ent. Soc. Lond., 1869, 292, Nr. 25, 
P. Spinolae Shuck. 9, cT- Eeg. VI, Subreg. 2. Sidney, Van Diemensland. 

Pison Spinolae Shuck.: Trans, Ent. Soc. Lond. II, 1837, 76, Nr. 4, 9- 

Pison australis Sauss. : Möm. Soc, Phys. Geneye XIV, 1854, 11, Tab. I, 
Fig. 2, 9 ! 

Pison Tasmanicus Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 316, Nr. 14, 

Pison Spinolae Sauss.: Eeise d. „Novara", Zool. II, 1867, 66, Nr. 2, 9! 
P. suspiciosum Smith. 9 • Reg. III, Subreg. 4. Singapore. 

Pison suspiciosus Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. II, 1857, 104, 9- 
P. tahitense Sauss. 9. cT- Eeg. VI, Subreg. 3. Otahiti. 

Pison tahitense Sauss.: Eeise d. „Novara", Zool. II, 1867, 65, Nr. 1, 9» c?! 
P. tibiale Smith, . Eeg. VI, Subreg. 2. Austral. occid. 

Pison tibialis Smith: Trans. Ent. Soc. Lond., 1869, 292, Nr. 23, J'. 
P. tuberciifatum Smith, c^. Eeg. VI, Subreg. 4. Nova Seelandia. 

Pison tuberculatus Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 296, Nr. 32, 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



189 



P. vestifum Smith. 9- Reg. VI, Subveg. 4. Australia. 

Pison vestitus Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, 315, Nr. 10, Q. 
P. Westwoodii Shuck. 9. Reg. VI, Subreg. 2. Van Diemensland. 

Pison Weshüoodii Shuck.: Trans. Ent. Soc. Lond. II, 1837, 77, Nr. 6, 9- 
P, xanthopus Brülle. 9- Reg- II, Subreg. 2. Guinea. 

Nephrodia xanthopus Brülle: Ann. Soc. Ent. Fr. IL 1833, 409, 9. 

Pison xanthopus Shuck.: Trans. Ent. Soc. Lond. II, 1837, 75, Nr. 2, 9. 

Pison obscurus Shuck.: Trans. Ent. Soc Lond. II, 1837, 75, Nr. 3, cT, 9 
(sec Smith). 

Gen. Aulacophilus Smith 

(auXa^ — 6 — <ptXo; — ). 

Aulacophilus Smitb, Descr. of new Gen. and Exot. Hym. (Trans. Ent. Soc. Lond., p. 305, 

pl. VI, Fig. 4, 4 a, 46) 1869 

Diese Gattung kenne ich zwar nicht aus eigener Anschauung, aber die 
gute Smith 'sehe Beschreibung und die Abbildungen, die zu dieser gehören, 
lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass Aulacophilus eine Pat-apison- Art 
mit stielförmig verlängertem zweiten Hinterleibsring, also die Uebergangsgattung 
von Pison zu Trypoxylon ist. 

Ich lasse hier die Beschreibung Smith 's in deutscher Uebersetzung folgen: 

„Kopf so breit als das Bruststück, Augen breit, ihr Innenrand tief ausgeschnitten ; die 
Nebenaugen in einem gleichseitigen Dreiecke auf dem Scheitel; Fühler an der Basis des Kopf- 
schildes eingefügt und von einander ebensoweit wie vom Innenrande der Augen entfernt. Vorder- 
rand des Kopfschildes abgerundet; Oberkiefer zahnlos, am Ende spitzig. Fühler gegen ihr Ende 
hin verdickt, Schaft verkehrt kegelförmig, zweites Glied (erstes Geisselglied) fast kugelförmig. 
Bruststück länglich eiförmig, Hinterwulst des Pronotura („collare") quer, mit bogenförmigem Hinter- 
rande; Mittelsegment („metathorax") länglich, hinten abgerundet. Beine einfach. Vorder- und 
Mittelschienen mit einem einzigen Enddorne. Vorderflügel mit einer verlängerten ßadialzelle 
(„c. marginal") und zwei Cubitalzellen („c. submarg."), die erste doppelt so lang als die zweite; 
die erste Cubitalquerader („recurr. nervure") vereinigt sich mit der ersten Discoidalquerader 
(„transv. med. nerv."), die zweite wird in einiger Entfernung davon von der zweiten Cubitalzelle 
aufgenommen. Hinterleib herzförmig gestaltet; zweiter (Segm. med. eingerechnet!) Hinterleibsring 
(„the first segm.**) zu einem länglichen Stiele umgeformt, welcher sich am Ende keulenaitig 
verdickt." 

Bis jetzt ist eine einzige Art bekannt geworden: 
Aul, vespoides Smith. 9 • Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Aulacophilus vespoides Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1869, 305, Q, Taf. IV, 
Fig. 4a, 4b. 

Gen. Trypoxylon Latr. 



< Sphex Linn., Syst. Nat., t. T, Ed. X, Holm. p. 569, Gen. 216 17.58 

< Sphex Linn., Syst. Nat , t. J, P. II, Ed. XII, Vind. p. 941, Nr. 24.5 1766 

< Sphex Fabr., Syst. Ent., p. 346, Nr. 109 • 177.5 

< Sphex Fabr., Mant. Ins., t. I, p. 274, Nr. 15 1785 

< Sphex Gmelin, C. L. Syst. Nat., Ed. XIII, vol. I, P. V, p. 2727, Nr. 11 1789 



190 



Franz Friedrich Kohl. 



< Sphex Villers, C. L. Faun. Suec. descript. auct., p. 221 1789 

< Sphex Fabr., Ent. Syst., t, II, p. 198 1793 

Trypoxylon Latr., Free. Car. gen. Ins 1796 

Trypoxylon Fabr., Syst. Piez., p. 180, Nr. 29 1804 

Trypoxylon Latr., Hist. Nat. gen. part. Crust. Ins., t. XIII, p. 310 1805 

Trypoxijlon Panz., Krit. Revis. Insectenk. Deutsch!., Bdch. II, p. lOG 1806 

Äpius Jur., Nouv. meth. de class. Hym., t. I, Hym. p. 140 1807 

Trypoxylon Latr., Gen. Crust. et Ins., t. IV, p. 75 1809 

Trypoxylon Lep. et Serv., Encycl. Meth., t. X, p. 749 1825 

Trypoxylon Shuck., Ess. indig. foss. Hym, Lond., p. 114, Nr. 1 1837 

Trypoxylon Blanch., Hist. nat. Ins., t. III, p. 360 1840 

Trypoxylon Herr. Schaff., Nomencl. entom. Ins., 2, Heft, p. 53 1840 

Trypoxylon Westwood, Intr. med. Classif. Ins. Syn. Gen. Brit. Ins., p. 79 1840 

Trypoxylon Labram et Imhoff., Ins. d. Schweiz, III. Bdch 1842 

Trypoxylon Dhlb., Disp. meth. spec. Scand., P. I, 5. Pam., 27. Gen 1842 

Trypoxylon Dhlb., Hym. enr., t. I, p. 508, 59. Gen. u. Tab. exam. syn. gen. 59. Gen. . . . 1845 

Trypoxylon Lep., Hist. nat. Ins. Hym., t. III, p. 224, 1. Gen 1845 

Trypoxylon Eversm., Faun. Hym. Volg. Ural (Bull. Mose. IV, p. 414, Gen. 37) 1849 

Trypoxijlon Wesm., Rev. crit. Hym. fouiss. Belg. (Bull. Acad. r. Belg., t. XVII, Nr, 10, p, 106) 1852 
Trypoxylon Schenck, Nass. Grabwesp. (Jahrb. Ver. Naturk. Herz. Nassau, 12. Heft, p. 20 u. 38, 

1. Gen., Fig. VII, VIIl) 1857 

Trypoxylon Taschenb., Schlüssel z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. ges. Naturw. X.) 1857 

Trypoxylon Smith, Cat. Brit. Acul. Hym., p. 116, Gen. 1, Tab. VI, Fig, 6 1858 

Trypoxylon Taschenb,, Hym. Deutschi., p. 155, Gen. 7, et p. 184, Gen. 7 1866 

Trypoxylon Packard, Revis. Foss, Hym. North Amer. (Proc. Ent. Soc. Phil., vol. VI, p. 412) 1867 

Trypoxylon Thoms., Opusc. Ent. Fase. II, p. 250 1870 

Trypoxylon Costa, Prosp. sist. Imen, ital, (Ann, VI), p. 46 1871 

Trypoxylon Thoms., Hym. Scand., t. III, p. 251 • 1874 

Trypoxylon Taschenb., Nyss. und Crabr, d. zool. Mus. Univ. Halle (Zeitschr. f. d. ges. Naturw., 

Bd, XI [XLV], p. 370) 1875 

Trypoxylon Radoszk., Fedsch. Reise, Turkest. Zool. Th. Spheg. p. 67 (in russischer Sprache!) 1877 
Trypoxylon Edw, Saunders, Syn. Brit. Heterog. Foss. Hym. (Trans. Ent. Soc. Lond., P. IV, 

p. 277, pl. VIII, fig. 44) 1880 

Trypoxylon Provancher, Faun. Ent. Cauada, Hym. p. 669, Nr. 14 1883 



Der Kopf ist so breit oder ein wenig breiter als der Thorax, ähnlicli wie 
bei Pison gebildet. Oberkiefer ohne Ausschnitt am unteren Aussen- 
rande. Die Augen berühren die Oberkieferbasis und stehen am Kopfschilde 
weniger oder ebensoweit auseinander als auf dem Scheitel ; diesbezüglich herrscht 
grosse Abwechslung bei den Arten. Innenrand der Augen wie bei Pison aus- 
gerandet, die Ausrandung verschieden tief und weit. Nebenaugen regelmässig 
rund und gewölbt, die beiden hinteren einander meistens mehr genähert als 
eines der hinteren dem vorderen. Fühler mässig lang, im Tode schwach gebogen, 
manchmal, und zwar bei den Männchen in stärkerem Grade als bei den Weibchen, 
keulenförmig. Das Endglied fast immer verlängert, beim 9 wenig, 
beim in der Regel stark, und übertrifft an Länge in sehr vielen 
Fällen das zweite Geisselglied, welches sonst als das längste Glied 
der Geissei gelten kann. Kopfschild sehr verschieden gestaltet. Hinterwulst 
des Pronotum von verschiedener Mächtigkeit, entweder in gleichem Niveau mit 
dem Dorsulum oder ein wenig unter dieses herabgedrückt. Die Schulterbeulen 
reichen nicht an die Flügelschuppen heran. 



l>ie Gattiiiigeu und Avtftü der Larriden Auf. 



191 



lu den Hiuterflügeln entspricht die Cubitalader hinter dem Abschlüsse 
der inneren mittleren Schulterzelle an der Medialader. Das Retinaculum 
beginnt an der Stelle, wo die Radial ad er die Randader trifft; seine 
Häkchen werden wie bei Pison durch eine Lücke in zwei Gruppen 
gesondert, ein Merkmal, welches für eine nahe Verwandtschaft zu dieser Gat- 
tung spricht, da es meines Wissens bei anderen Grabwespen- Gattungen nicht zu 
finden ist. 

Die Bewehrung der Beine ist sehr dürftig; an den Mittel- und 
Hinterschienen bemerkt mau aussen meistens Dörnchen, welche öfters bis zur 
ündeutlichkeit klein und unter einer kurzen Pubescenz versteckt und nicht auf- 
fällig sind. Mittelschieuen einspornig. Den Vordertarsen fehlt ein Wim- 
pernkamm. Klauen ungezähnt, ihre Ballen von ziemlicher Entwicklung. Die 
Mittelhüften stehen ein wenig von einander ab. 

Die Radialzelle der Vorderflügel ist lang, lanzettlich, am 
Ende zugespitzt, eine Anhangszelle somit nicht entwickelt. Abgesehen 
von den basalen Flügelzellen und der äusseren mittleren S chulter- 
zelle zeigt sich unreine einzige Cubital- und eine einzige Discoid al- 
zelle^) nebst den Spuren einer erloschenen Cubitalquerader, Discoidalquerader 



1) Bei der BeBcbreibung der Gattung Pison (p. 181) wurde erörtert, auf welche Weise 
deren Flügelgeäder die mittlere, gestielte Cubitalzelle verlieren kann, eine Umgestaltung, die zur 
Untergattung Parapison Smith geführt hat. Durch die Neigung des zweiten Hinterleibsringes, sich 
zu verlängern, wie sie bei vielen Pison- und Parapison- kxtQix zu beobachten ist, wird auch der Weg 
zu einer Pison-ähnlichen Form mit gestieltem Hinterleibe vorgezeichnet; eine solche kommt in der 
Natur thatsächlicb vor und ist von Smith (Descr. of new Gen. and Spec. of Exot. Hym., Trans. 
Ent. Soc. Lond. p. 305, 18C9) als AulacopMlus beschrieben worden. Dächte man sich, dass bei der 
Gattung AulacopMlus durch weiter fortgeschrittene Vereinfachung des Geädernetzes folgende drei 
Stücke verschwänden: a) die Cubitalquerader, durch welche ihre zweite Cubitalzelle gegen die 
Flügelspitze hin abgeschlossen wird, h) die zweite Discoidalquerader, c) der zwischen der zweiten 
Cubital- und zweiten Discoidalzelle gelegene Theil der Cubitalader, so hätte man einen Flügel mit 
einer einzigen Cubital- und einer einzigen Discoidalzelle vor sich. Einen solchen Flügel findet man 
in der Natur wirklich vor, nämlich bei der Gattung Trypoxylon. Mau sieht auch, und besonders 
bei grösseren Formen mit dunklen Flügeln, recht deutlich die Reste der untergegangenen Venen- 
rohre. Trypoxylon ist durch Abzwoiguug unmittelbar a,m Aulacopfiilus oder Parapison 
und mittelbar aus IHson liervorgegangen. Wenn diese Behauptung richtig sein soll, so muss 
die untergegangene Cubitalquerader (zweite Cubitalquerader im Trypoxylon-'ElxLgQl) der dritten 
Cubitalquerader des Pjsoji-Flügels entsprechen, während die recente erste Cubitalquerader in der 
bei der Besprechung von Pison (p. 181) erklärten Weise, daher auch ohne Hinterlassung von Spuren 
einer zweiten Cubitalquerader, aus der Vereinigung der ersten und zweiten Cubitalquerader des 
P«>ön-Flügel8 entstanden ist. Dass die untergegangene Cubitalquerader wirklich der dritten bei 
Pison entspricht, geht sowohl aus ihrer grossen Entfernung vom „kritischen Punkte" hervor, welcher 
sich nach Erfahrung immer in der nächsten Nähe der zweiten Cubitalquerader befindet, als auch 
aus ihrer grossen Entfernung von der Einmüudungsstelle der erloschenen Discoidalquerader. Diese 
mündet nämlich, wie die vielen Grabwespenflügel zur Genüge zeigen, immer in beträchtlicher Ent- 
fernung von der dritten Cubitalquerader. Der stielförmigen, gestreckten Gestalt des zweiten und 
auch dritten Hinterleibsringes kann übrigens für sich allein kein besonderer Werth zuerkannt 
werden, nicht der eines Gattungsmerkmales ; das lehrt uns die stielförraige Gestalt des zweiten 
Hinterleibsringes bei den Untergattungen von Crahro, vorzüglich aber der Umstand, dass der Grad 
dieser Verlängerung und Verdünnung bei den Arten einer und derselben Gattung, z. B. gerade bei 
Tnjpoxylun selbst, sehr schwankt. Beachtet man überdies die zwischen Pison und Trypoxylon 
Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 25 



192 



Franz Friedrich Kohl. 



und des bei der Bildung einer ehemaligen zweiten Cubital- und zweiten Discoidal- 
zelle betheiligten, nunmehr erloschenen Cubitaladerstückes. 

Mittelsegment hinten abgerundet, mitunter durch Runzeln in undeutliche 
Felder getheilt. Der übrige Hinterleib ist langgestreckt, keulen- 
förmig, der zweite, oft auch der dritte Eiug stielförmig gestreckt. 
Der zweite Ring hat oben oft eine Längsfurche, unten bei einigen Arten im 
männlichen Geschlechte einen derben, nach hinten gebogenen Haken, End- 
segment ohne Pygidialfeld, beim Q kegelförmig zugespitzt, beim 
abgestutzt. 

Die Trypoxylon- Avten sind meistens schwarz, seltener zum Theile roth 
oder gelb; die Tarsen der Hinterbeine sind bei mehreren Arten weisslich. 
Körperfilz weisslich, braun, aber auch silber-, messing- und goldglänzend. 

Bei der Unterscheidung der Arten hat man die Bildung des Kopfschildes, 
die Entfernung der Fühler unter sich und vom Augenraude, das Verhältniss 
des Augenabstandes am Scheitel zu dem am Kopfschilde, den Grad der Stirn- 
wölbung, die Form des Augenausschnittes, die Sculptur der Stirne, des Meso- 
thorax und Mittelsegmentes, das Längenverhältniss des zweiten und dritten 
Hinterleibsringes, die Form der Hinterschenkel und erst in letzter Reihe die 
Färbung der Pubescenz des Körpers und der Beine zu berücksichtigen. 

Die Lebensweise der Trypoxylon -Arten ist so ziemlich die nämliche 
wie die der Pison-Arteu, wodurch auch die nahe Verwandtschaft dieser Gattung 
verbürgt erscheint. Die Trypoxylonen nisten, so viel bekannt geworden ist, wie 
die Formen von Pison entweder im Innern von Zweigen verschiedener Gewächse, 
oder in verlassenen Bohrlöchern alten Holzes — in diesem Falle werden die 
Zellen mit Lehm abgeschlossen — oder sie erbauen förmliche Lehmnester, welche 
an beliebige Gegenstände festgeheftet werden ; auch die Sitte, die Larven mit 
Spinnen zu versorgen, hat Trypoxylon mit Pison gemein. Unsere einheimischen 
Arten: Tr. figulus L., attemiatum Sm. und clavicerum Lep. nisten in ver- 
lassenen Bohrlöchern oder in selbstausgehöhlten Gängen im Marke verschiedener 
Sträucher. Zu den näpfchenbauenden Arten gehört das exotische (Indien) 
Tr. rejector Sm. Home, dem wir auch die Kenntniss über die Lebensweise 
zweier exotischer Pison verdanken, sagt von ihm, dass es sich im September 



herrschende Aehnlichkeit in der Bildung des Kopfes, des Mittel- und Endsegmentes, die Augen- 
ausraudung, welche sonst noch ausser AtilacopMlus und dem mir unbekannten Pseudo - Nysson 
keiner Sphegidengattung zukommt, die Beschaffenheit der Beine, besonders aber die oben ange- 
führte Eigenthüiulichkeit des Refcinaculums, so muss all dies von meiner Ansicht über die Ab- 
stammung der Gattung Tri/poxylon überzeugen. Selbst die Lebensweise von Piso?i-Arten, nämlich 
deren Vorliebe, Lehmnester zu errichten oder wenigstens die Zellen mit Lehmmassen zu Kcliliesseu 
und die Larven mit Spinnen zu versorgen, ist auf Trypoxylon übergegangen. 

Selbstverständlich kann kein Zweifel mehr darüber herrschen, zu welcher Gesellschaft von 
Gattungen Trypoxylon gehört. Pison, Parapison, Aulacophilus und Trypoxylon bilden einen Complex 
enge verwandter Gattungen. Dieser Complex reiht sich durch natürliche Verwandtschaft und manclie 
Analogien einem anderen an, welcher den Uebergaug zu den genuinen „Larrideiigattungen" ver- 
mittelt und von den Gattucgeu Solierella Spin. {= Nitelopsis Saund.), Sylaon Picc. und NUela Latr. 
gebildet wird. 



Die Gattungen nnd Arten der Larriden Ani. 



193 



und October Zellen aus Lehin und Sand errichte und diese an geschützten 
Stelleu an Halmen von Gräsern befestige. 

Geographische Verbreitimg. Trypoxylon- Arten kommen in allen Re- 
gionen vor. Bis jetzt sind 74 beschrieben worden ; 7 bewohnen die paläarktische 
Region, 5 die afrikanische, 8 die orientalische, 7 die australische, 12 die neark- 
tische und 36 die neotropische. Eine Art findet raan in der paläarktischen und 
äthiopischen Region zugleich. 

Bestiinmimgstjibelle der europäischen Tryp oocy Ion 'kvien, 

1 Mittel- und Hintertarsen schwarz 2 

— Mittel- und Hintertarsen weiss oder lehmgelb, oder in Folge dichter 
Pubescenz silberweiss 5 

2 Stirne mit einem prägnanten, wappenschildförmigen Eindrucke. Kopf- 
schildrand von erheblicher Breite und gleichmässig. Dorsulum glänzend, 
deutlich und sparsam punktirt. Mittelsegment oben und hinten grob- 
runzelig. [Hinterleib schlank. Länge 7 — 12 mm.] 

Tr, scutatuni Chevr. (4) 

— Stirne ohne wappenschildförmigen Eindruck. Kopfschildrand unscheinbar, 
nur in der Mitte mehr vorgezogen. Dorsulum mikroskopisch feinrunzelig 
und ziemlich dicht punktirt, fast matt. Mittelsegment oben und hinten 
mit Runzelstreifen versehen, jedoch nicht grobrunzelig 3 

3 Vorderbeine schwarz. Der Abstand der Augen ist am Scheitel so gross 
als am Kopfschilde oder wenigstens deutlich kleiner als doppelt so gross. 
Endglied der Fühler beim sehr bestimmt gekrümmt 4 

— Vorderschienen an ihrer Vorderseite und Vordertarsen lebmfarben. Der 
Abstand der Augen ist auf dem Scheitel doppelt so gross als am Kopf- 
schilde. Endglied der Fühler beim sehr schwach gekrümmt. [Mittel- 
partie des Kopfschildrandes ausgerandet. Fühler kurz und stark keulen- 
förmig verdickt. Der zweite Hinterleibsring kürzer als der dritte und 
vierte zusammengenommen. Länge 5 — 10 mm.] 

Tr, clavicei'um Lep. et Serv. (3) 

4 Mittelpartie des Kopfschildrandes gerade abgestutzt. Der Abstand der 
Augen ist am Scheitel und am Kopfschilde ungefähr gleich gross. End- 
glied der Fühler beim so lang als die drei vorhergehenden Glieder 
zusammen. Zweiter Hinterleibsring kürzer als die beiden folgenden Ringe 
zusammengenommen. [Länge 6 — 12 mm.] . . . Tr. figulus Linn. (1) 

— Mittelpartie des Kopfschildrandes ausgerandet. Der Abstand der Augen 
ist auf dem Scheitel sichtlich grösser als am Kopfschilde, jedoch nicht 
doppelt so gross. Endglied der Fühler beim cT so lang als die vier 
vorhergehenden Glieder zusammen. Zweiter Hinterleibsring so lang als 

25* 



194 



Franz Friedrich Kohl. 



Tr, ammophiloides Costa (5) 



die beiden folgenden Ringe zusammengenonimen und sehr verdünnt. 



— Hinterleib zum Theile lehmgelb. [Länge 5 mm.] 

Tr, ammophiloides Costa (5) 

1. TrypoQcylon figulus Linn. 

Spbex figulus Linn., Syst. Nat., t. I, Ed. X, Holm, p. 570, Nr. 9 1758 

Sphex figulus Linn., Faun. Suec, p. 411, 16.50 1761 

Sphex figulus Linn., Syst. Nat., t. I, p. 942, Nr. 11 • 1766 

Sphex figulus Fabr., Syst. Ent., p. 347, Nr. 6 ..... 1775 

Sphex fuliginosa Scop., Ent. Carn., Nr. 711 1763 

Sphex Figulus Fabr., Spec. Ins., t. L P- 414, Nr. 10 1781 

Sphex leucostoma Schrank, Enum. Ins. Austr., p. 381, Nr. 771 1781 

Sphex figulus Fabr., Mant. Ins., t. I, p, 274, Nr. 15 1785 

Sphex fuliginosa Eossi, Faun. Etrusc., t. II, p. 63, Nr. 817 1790 

Sphex figulus Christ., Naturg., Classif. u. Nomencl. d. Ins., p. 291 1791 

Sphex figulus Fabr., Ent. Syst., t. II, p. 203, Nr. 19 . . 1793 

Trypoxylon figulus Fabr., Syst. Piez,, p. 181, Nr. 2 1804 

Trypoxylon figulus Latr., Hist. Nat. gen. part. Crust. Ins., t. XIII, p. 310 1805 

Apius figulus Jur,, Nouv. meth. de class. Hym., t. I, Hym., tab. IX, g. 8 1807 

Sphex leucostoma Illig., Faun. Etrusc. it. ed., vol. II., p. 63, Nr. 817 . . 1807 

Trypoxylon figulus Shuck., Ess. on the indig. foss. Jlym. Lond., p. 114, Nr. 1 1837 

Trypoxylon figulus Blanch., Hist. nat. des Ins., t. III, p. 360 1840 

Trypoxylon figulus Zetterst., Ins. Lapp., p. 445, Nr. 1 1840 

Trypoxylon figuhis Lahr, et Imhoff, Ins. d. Schweiz, III. Bdch 1842 

Trypoxylon figulus Dhlb., Disp. meth. spec. Scand., P. I 1842 

Trypoxylon figulus Guer , Icon. regn. anini. Ins., pl. LXXl, fig. 3 1843 

Trypoxylon figulus Dhlb., Hym. Eur , t. I, p. 280, Tab. exam. syu. spec. Crabr., p. 509, Nr. 2 1845 

Trypoxyloji figulus Lep., Hist. nat. Ins. Hym., t. HI, p. 228, Nr. 2, , Q 1845 

Tnjpoxylon figzilus Eversra., Faun. Hym. Volgo-Ural. (Bull. Mose, p. 414, Nr. 1) 1849 

Trypoxylon Figulus Schenck, Jahrb. d. Ver. t. Naturk. Herz. Nassau, 12. Heft, p. 132, 

Nr. 1, cf, 9 1857 

Trypoxylon figulus Tascheub., Schlüss. z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss. X) .... 1857 

Trypoxylon figulus Smith, Cat. Brit. Acul. Hym., p. 117, Nr. 1, cf , Q 1858 

Trypoxylon figulus Taschenb., Hym. Deutschi., p. 184, Nr. 2 1866 

Trypoxylon Figulus Thoms., Opusc. Ent., Fase. II, p. 250, cf» Q 1870 

Trypoxylon figulus Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli (Ann. VI), p. 184 1871 

Trypoxylon Figulus Thoms., Hym. Scand., t. III, p. 251, cT, Q 1874 

Trypoxylon figulus Eadoszk,, Fedtsch. Heise n. Turkest., p. 68, Nr. 1 1877 

Trypoxylon figulus Edw. Saund., Trans. Ent. Sog. Lond., P. IV, p. 278, Nr. 1, cT, 9 • - • 1880 

Long. 6 — 12 mm. , 9 • Nigrum, pedes concolores, calearia testacea. Älae 
leviter fumatae. Clypeus arcuate truncatus in medio apice mutieus. Frons 
convexiuscula , subtilissime coriaceo-rugulosa dense punctulata (L. b.); pari 
modo dorsulum. Segmentum m,edianum in area dorscdi suleo vago instructum, 
oblique striatum; latera fere aciculate striolata. Segmentum secundum petioU- 
forme longitudine segmenti tertii et quarti brevius. 



Die Gattungen nnd Arten der Larriden Aitt. 



195 



cf. Long. 6—11 mm. Flageiii articulus apicalis suhuncinatus, articulis 
antecedentibus trihus nnitis longitudine aequalis. Segmentum anale rede 
truncatum. 

9. Long. 8 — 12 mm. Segmentum supraanale linea longitudinali tenuis- 
sima instructa. 

Kopfschild vorue iinvollkommeu bogenförmig, mit einer äus- 
serst schmalen Randleiste, die nur in der Mitte und daselbst in 
geringer Breitenausdehnung vorgezogen und gerade abgestutzt 
erscheint; beiderseits von dem abgestutzten Mittelrande bemerkt man eine 
sehr seichte Bucht. Die geringste Entfernung der Augen am Scheitel 
entspricht ungefähr jener unterhalb der Fühlerbasis. Stirne leder- 
artig, mikroskopisch feinrunzelig, dicht punktirt (L. h), matt, mit feiner Pu- 
bescenz bedeckt, ganz schwach gewölbt. Fühler schwarz, schwach gekrümmt, 
ihr Schaft kurzer als das zweite Geisseiglied, Endglied kegelförmig, beim 
Q von der Länge des zweiten, beim (J'aber von der Länge der drei 
vorhergehenden Glieder, viel spitzer als beim 9 und sichtlich 
gekrümmt. Die Stirne drängt eine mit einer kurzen Längskante, die erhabene 
Fortsetzung der deutlichen, vertieften Stirulinie, versehene Erhebung zwischen 
die Basis der Fühler herein. Die Fühler sind am Grunde in sichtlicher Ent- 
fernung von einander eingefügt. Hinterwulst des Pronotum verhältnissmässig 
stark, mit einem deutlichen, linieuartigen Quereindrucke und stumpfen Schulter- 
ecken. Mesonotum und Mesopleuren mikroskopisch feinrunzelig und unter der 
Lupe h dicht und deutlich sichtbar punktirt; unter der Lupe a erscheinen diese 
Theile mattglänzend und die Pünktchen nur schwer bemerkbar. Spuren des 
untergegangenen Geäders kräftig. Die Zahl der in zwei Gruppen getheilten 
Flügelhäkchen beträgt dreizehn. Horizontalpartie des Mittelsegmentes mit einem 
sehr flachen, querrunzeligen Eindrucke, im Uebrigen mit schräg nach hinten 
aussen verlaufenden Längsstreifchen. Mittelsegmentseiten schief von unten nach 
oben gestrichelt; diese Strichelung ist von nadelrissigem Aussehen und sehr fein 
(L. a). Der übrige Hinterleib ist gestreckt, keulenförmig, das zweite Seg- 
ment, wenn die Ringe regelrecht eingezogen sind, höchstens so 
lang als das dritte und die Hälfte des vierten zusammengenommen, 
hat oben eine Längsfurche, die in ihrer Länge wechselt, was auch von folgender 
Art gilt. Auf dem Endsegmente des Q sieht man oben der ganzen Länge nach 
sich eine sehr feine Linie hinziehen; am Ende wird sie zu einem feinen Kielchen. 
Beim ist das Endsegment gerade abgestutzt, an grossen Exemplaren scheint 
es fast ein wenig ausgerandet. 

Die Lebensweise von Tr. figulus ist zum Theile schon früh bekannt 
geworden. Lin n^ citirt (1. c.) darüber die Beobachtungen Bergmann's; diese 
wurden besonders durch Dufour (Ann. soc ent. France IX, p. 31, 1840) und 
Giraud ergänzt. Tr. figulus hält sich an Orten auf, wo sich ihm gute Ge- 
legenheit bietet, zu nisten; so auf Schilf, Hollunder, Berberitzen, Johannisbeer- 
und Brombeersträuchern, au Eichen, durchlöcherten Balken u. s. w. In der 



196 



Franz Friedrich Kohl. 



Wahl seiner Brutstätten ist es eben nicKt wählerisch; in den wärmeren Monaten 
des Jahres (Mai bis Septenaber) höhlt es sich im Marke der genannten Pflanzen- 
arten Gänge aus, die ihm zur Anlage von Kammern dienen; häufig bedient es 
sich auch der you anderen Insecten verlassenen Bohrgänge in altem Holze. 
Prof. Dr. G. Mayr und Gustos Eogenhofer erzogen es aus Eichengallen 
(Taf. IX, Fig. 4) der Cynips Kollari, wo es den verlassenen Gang dieser 
Gallwespe benützt hatte. Einmal sah ich diese Art an Fichtenbalken unter 
einem zirpenden Geräusch bohren. Die Weite der Gänge beträgt ungefähr 
2"5 mm. und entspricht der Grösse und dem Entwicklungsbedürfnisse des Thieres; 
ihre Wandungen bestehen selbstverständlich nur dann aus dem Mark eines be- 
wohnten Zweiges, wenn jenes nicht ganz entfernt werden musste, um die nöthige 
Weite der Zellen zu erzielen. 

Im Grunde des Ganges wird ein längliches Ei abgesetzt, dazu das Larven- 
futter gelegt, welches aus mehreren kleinen und verschiedenartigen Spinnen 
besteht. 18 — 25 mm. weit davon wird der Gang durch eine 1 — 2 mm. dicke 
Querscheidewand aus Lehm abgeschlossen, und so die erste Zelle abgeschlossen. 
An dieser Querscheidewand wird ein zweites Ei abgesetzt, in der nämlichen 
Weise wie früher mit Spinnen versorgt und der Gang neuerdings durch eine 
Lehrawand abgeschlossen, die von der ersteren ebenfalls 18 — 25 ram. weit ent- 
fernt ist und den Raum der zweiten Zelle abschliesst. Auf die zweite Zelle 
folgt meistens eine dritte, vierte, fünfte u. s. w. Die grösste Zahl der bisher 
in einem und demselben Markgange beobachteten Zellen ist acht. 

Die Larven sind fusslos, blassgelb und etwa einen Monat nach dem Aus- 
schlüpfen 6—7 mm. lang und 1*5 mm. dick. Am kleinen Kopfe sitzen die un- 
deutlichen Fresswerkzeuge: eine schuppenförmige Oberlippe, die paarigen, horn- 
artigen , dunklen Oberkiefer und darunter in Form von drei Wärzchen die 
Maxillen und die Unterlippe; kleine Fortsätze au diesen mögen zum Tasten 
dienen. Die Körpersegmente (ohne Kopf dreizehn) treten in Folge tiefer Ein- 
schnürungen deutlich hervor. Die Verpuppung geht im August und September 
vor sich; in diesem Zustande überwintert auch das Insect. Die Puppenhülle 
ist 9 — 12 mm. lang, 2— 2*5 mm. dick, fein seidenartig, schmutzigweiss und durch 
feine Seidcnfädchen an die Wandungen des Ganges geheftelt, vor dem Ende 
etwas verengt, welches der gegen den Grund des Bohrganges gerichteten Quer- 
scheidewand anliegt und selbstverständlich flach abgestutzt erscheint. Der 
Puppentheil zwischen der Einschnürung und dem abgestutzten Ende ist an- 
gedunkelt, oft mit schwärzlichen Längsstreifchen geziert. Das andere Ende ist 
convex und steht in einigem Abstände von der anderen Zellenquerwand. Im 
Zellraume kann man ausser der Puppe noch Reste von Spinnen, die Excremente 
der Larve und kleine Markstückchen wahrnehmen. 

Die Puppe selbst ist weisslich und tritt im März oder im April in ähn- 
licher Weise wie bei anderen Aculeaten und den Ichneumoniden aus dem Stadium 
der Pseudo-Nymphe (Siebold) in das der Nymphe.') Das vollendete Insect 

1) Dufour beschreibt in dem oben citirten Werke eingebend den Uebergaug in das 
eigentliche Nyinphenstadium bei Tnjp. fig. 



Die Gattungen und Arten der Larriden Auf. 



197 



erscheint bei uns nicht selten schon Mitte April und ist bis Octobev eine der 
häufigsten Hymenopteren. 

Interessant ist von diesem Trypoxylon auch die grosse Aehnlichkcit der 
Lebensweise mit jener von Diplüehus Westw. (CmoMt«s- Arten), besonders der 
des D. unicolor. Die überraschende Aehnlichkeit der Bedürfnisse führt diese 
beiden Grabwespeu überall zusammen, was viele Autoren zur Ansicht verleitet 
hat, dass JDiphlehus parasitisch bei Trypoxylon wohne. Auch Dufour hatte 
diese Ansicht; Giraud widerlegte sie (Ann. soc. ent. France, 4. ser., t. VI, p. 474, 
1866). Als sichere Parasiten der Töpferwespe können gelten: Chrysis cyanea L., 
Chr. obtusidens Duf. (Ann. soc. ent. France 1840, p. 37), Foenus affectator Auct., 
Oryptm gyrator, Cr. odiferator Nees, JEphialtes divinator Rossi, EjjJi. tnediator 
Grav. und Eurytoma rubicola. 

Geojrraphische Verbreitung. Trypoxylon figulus ist in Europa mit Aus- 
nahme des äussersten Nordens fast überall beobachtet worden. In den Alpen 
trifft man es auch über die subalpine Region bis zu 2000 Meter s. m. verbreitet. 

2. Try2)oxylon attenuatmn Smith. 

Trypoxylon attennatum Smith, List of tlie specim. of Brit. Anim. in the coli, of the Brit. 

Mus., P. IV, Hym. acul. Append., p. 120, cf, 9 1851 

Trypoxylon attenuatum Smith, Cat. of Brit. Acul. Hym., p. 119, Nr. 3, cT, 9 1858 

Trypoxylon aUenuatuvi Schenek, Zus. u. Berichtig. Nass. Grabwesp. (Jahrb. d. Ver. f. Naturk. 

Herz. Nassau, 16. Heft), p. 151, Nr. 2, (J, 9 1861 

Trypoxylon attenuatum Thoran., Opusc. Eutom. Ofv. Sver. Kofst., p. 250, Nr. 2 1870 

Trypoxylon attenuatum Thoms., Hym. Scand., t. III, p. 253, Nr. 2 1874 

Trypoxylon attenuatum Edw. Sauuders, Syn. of Brit. Foss. Hym. (Trans. Ent. Soc. Lond., 

P. IV, p. 278, Nr. 3, cTj 9) 1880 

Long. 6—10 mm. cf, 9 • Nigruyn, pedibuä concoloribus, calcaribus testaceis. 
Alae leviter fumatae. Clypeus subarcuate truncatus in apice medio subbiden- 
tatus. Frons, thorax et segmentum medianum pari modo ut in specie praecedente 
sunt sculpturata. Segmentum abdominis subeompressi secundum petioliforme 
tenue, valde elongatum, longitudine segmenti tertii et quarti. 

cf. Long. 6 — 8 mm. Flagelli articulus subuncinatus longitudine articulis 
q.uatuor antecedentibus unitis aequalis. Segmentum anale recte truncatum. 

9- Lo7ig. 7 —10 mm. Segmentum, anale linea longitudinali teniiissima 
instructa. 

Anglia, Scandinavia, Germania, Alpes Tirolis et Helvetiae, Sicilia. 

Ist der vorigen Art sehr ähnlich und trotzdem leicht davon zu trennen. 
Seine Gestalt ist in allen Theilen (Beine, Fühler) gestreckter und 
zierlicher; die unbedeutend vorgestreckte Mittelpartie des Kopf- 
schildrandes ausgerandet, daher fast zweizähnig. Die Fühler 
nähern sich an ihrem Grunde mehr; ihr Endglied ist beim cT, bei 
d eni es leicht die Länge der vi er Verberg eh enden Glieder zus ammen- 
genommen einnimmt, länger, übrigens ebenfalls gekrümmt. Stirne 
gewölbter. Augenabstand auf dem Scheitel deutlich grösser als in 



198 



Franz Friedrich Kohl. 



der Kopfschildgegend. Der zweite Hinterleib srin g ist entschieden 
dünner und länger, was zugleich mit dem Umstan de, dass der Hin- 
terleib in stärkerem Grade seitlich zusammengedrückt aussieht, 
diesen auch viel schlanker erscheinen lässt. Der zweite Hinter- 
leibsring erreicht nämlich, vorausgesetzt, es seien die Segmente 
im Tode normal eingezogen, reichlich die Länge der beiden darauf- 
folgenden Glieder zusammengenommen. 

geographische Verbreitaug. Tr. attenuatum, von dem Smith angibt, 
dass es im Marke von Rosenstöckeu und ähnlichen Gewächsen {Buhns Saund.) 
nistet, ist durchaus nicht häufig, wenn es gleich verbreitet zu sein scheint. 
Wahrscheinlich ist es von manchen Autoren nicht erkannt und mit Tr. figulus 
zusammengeworfen worden, darum in den Verzeichnissen fast nirgends zu finden. 
In England soll es nach Saunders nicht selten vorkommen (Bristol, ßeigate, 
Common [Smith]; Cobham [Saunders]), in Scandinavien ziemlich selten 
(Thomson). Aus Deutschland wurde es durch Kirschbaum bekannt (Weisel 
beim Rhein). Frey, Gessner und Tournier sammelten es in der Schweiz, 
ersterer bei Sierre (^^7)' Mornex ('^7) und Genthod ('Vs)» letzterer bei Peney. 
Klobenstein, 1200 Meter s. m., und St. Justina (^Ve) t>ei Bozen in Tirol. Sicilien 
(Frey-Gessner). 



3. Trypoacylon clavicerum Lep. et Serv. 



Trypoxylon clavicerum Lep. et Serv., Encycl. Meth., t. X, p. 750, Nr. 1 1825 

Trypoxylon clavicerum Shuck., E.ss. on the ind. foss. Hym. Lond., p. 118, Nr. 3 1837 

Trypoxylon tibiale Zetterst., Jus. Lapp., p. 46G 1840 

Trypoxylon clavicerum Dhlb., Hym. Eür., t. 1, p. 279. Tab. exam. syn. spec. Orabr., p. 509, 

Nr. 1, cT» 9 18*5 

Trypoxylon clavicerum Lep., Hiat. Nat. Ins. Hym., t. IJI, p. 229, Nr. 3, cT» 9 1845 

Trypoxylon clavicerum Scbenck, Grabwesp. Herz. Nassau (Jabrb. d. Ver. f. Naturk. Herz. Nassau, 

12. Heft, p. 133, Nr. 2, cT, 9] • • • • • 1857 

Trypoxylon clavicerum Taschenb., SchlüsB. z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. ge.s. Naturwiss. X) ... 1857 

Trypoxylon clavicerum Smith, Cat. of. Brit. Acul. Hym., p. 118, Nr. 2, Cj , 9 1858 

Trypoxylon clavicerum Taschenb., Hym. Deutschi., p. 184, Nr. 1 1866 

Trypoxylon clavicerum Thoms., Opusc. Entom., Fase. 11, p. 250, Nr. 3 1870 

Trypoxylon clavicerum Costa, Ana. Mus. zool. Univ. Napoli (Ann. VI), p. 46 1871 

Trypoxylon clavicerum Thoms., Hym. Scand., t. III, p. 253, Nr. 3 1874 

Trypoxylon clavicerum Edw. Saunders, Syn. Brit. Heterog. Foss. Hym. (Trans. Ent. Soc. Lond., 

P. IV, p. 278, Nr. 2, cf, 9) 1880 



Long. 5— 10 mm. cf, Q. Nigrum, tibiae anteriores in parte antico, tarsi 
anteriores et genua omnia testacea; calcaria paUida aut fusca. Antennae 
hreveSy clavatae, in c? multo crassiores quam in Q. Chjpeus in apice media 
hidentatae. Oculi in vertice duplo ijIus distant quam infra antennas. Venae 
spuriae alarum anteriorum minus clarae. Frons, thorax et segmentum me- 
dianum simili modo ut in speciehus praecedentibus sculpturata. Abdominis 
segmentum secundum petioliforme latius. 



Die Gattungen und Arten der Larrideu Auf. 



199 



cT. Long. 5 — 7 mm. FlagelU articulus apicalis crassus, paulum curvatus, 
Jongitudine articulis antecedentibus tribus aequalis. Segmentum anale fere 
rede truncatum. 

9- Long. 6 -10 mm. Segmentum anale linea mediana distincta. 
Europa. 

Ist durchschnittlich kleiner als Tr. attenuatum Smith und in vieler Be- 
ziehung, z. B. dem kräftigeren Bau, der Gestalt des zweiten Hinterleibssegmentes, 
dem Tr. figulus L. näher verwandt als jenem. Von Tr. figulus unterscheidet 
es sich 1. durch die weit geringere Grösse, 2, die durch eine Aus- 
randung in der Mittelpartie des Kopfschildes geh ildeten stumpfen 
Zähnchen, 3. durch die grössere Divergenz der Augen (während der 
geringste Abstand der Augen auf dem Scheitel bei Tr. figulus dem geringsten 
Abstände der Augen unten am Kopfschilde gleichkommt, ist er bei clavicerum 
am Scheitel doppelt so gross), 4. durch die kurzen, keulenförmigen, beim 
ganz besonders verdickten Fühler (ihr Endglied ist beim sehr 
dick und nur ganz wenig gekrümmt), 5. die schwächeren Spuren des unter- 
gegangenen Flügelgeäders, 6. den verhältnissmässig breiteren 
zweiten Hinterleibsring, 7. die Färbung der Beine. Die Vorderseite 
der Vorderschienen, die Vordertarsen und sämmtliche Kniee sind lehmfarben. 

Das Längenverhältniss des zweiten Hinterleibsringes ist ungefähr das 
nämliche wie bei figulus. Während bei figulus sich die Gesichtsfläche ziemlich 
gleichmässig dehnt, erscheint die Stirnpartie des Gesichtes bei cla- 
vicerum mehr aufgequollen, und oberhalb der Fühlerbasis erstreckt sich 
zu beiden Seiten eine deutliche Impression in schiefer Richtung bis über die 
Augenausrandung hinauf, ein Merkmal, in welchem sich clavicerum mehr atte- 
nuatum nähert. 

Von Tr. attenuatum weicht clavicerum, besonders durch die durch- 
schnittlich geringere Grösse, die grössere Augendivergenz, die viel kür- 
zeren und dickeren Fühler {<^, 9)» die geringere Länge und die unbedeutende 
Krümmung des Endgliedes der Fühler beim cT, den viel derberen und kürzeren 
zweiten Hinterleibsring und endlich in der Färbung der Beine ab. 



4 Trypoxylon sciitatum Chevr. 

I Trypoxylon scutatus Chevrier, Hymen, nouv. ou rar. du Basßiu du Leman (Mitth. d. Schweiz. 

ent. Gesellfich., Bd. II, Nr. G, p. 231, Q) 18Ü7 

Trypoxylon saitigerum Tasclienb., Hymen. Krgänz. z. früh. Arb. (Zeitschr. f. d. gas. Naturw. , 

Bd. V [LIII], p. 780, Nr. 14, ) 1881 

Long. 7 — 13 mm. cf , 9 • Nigrum, pedes concolores, calcaria pallida. Alae 
subhyalinae. Clypei margo arcuatus. Oculi in vertice sesqui plus quam infra 
antennas inter se distant. Frons impressione scutiforme distinctissime mar- 
ginata instructa. Dorsulum nitidum sparse punctatum (L. a). -Area dorsalis 
et postica segmenti mediani rude rugosa in media longitudinaliter impressa; 
latera transverse striata. Segmenta abdominis reliqua elongata, praecipue 

Z B. Geg. B. XXXIV. Abh. 26 



200 



Franz Friedrich Kohl, 



seg7n. secundvm tertiim etiamque quartum ; segm. secundum ienue tertio pauJo 
longius. 

cf. Long. 7— 9 mm. Flagelli articulus apiealis longitudme articulis 
antecedentibus tribus aequalis, quam flagelli articulo secundo multo longior, 
paulum C'urvatus. Segmcntum anale rede truncatus. 

9- Long. 9 — 12 mm. Segmentum anale linea mediana distineta. 

Tr. scufatum Chevr. ist eine schlanke scLwarze Art, fast so gross wie 
Tr. figulus, vor allen europäischen Arten durch einen tiefen, schild- 
förmigen Ein druck an der Stirne auffallend gekennzeichnet. Dieser 
Eindruck wird von vier Kauten umschlossen; die beiden unteren Kanten stossen 
unter einem Winkel zusammen und setzen sich in einen Kiel fort, der sich zwischen 
die Basis der sehr nahe aneinander eingefügten Fühler hereindrängt; jede der 
beiden anderen Kanten läuft dem Innenraude des naheliegenden Auges parallel, 
und zwar in einer Entfernung von ihm, welche der Entfernung der beiden hin- 
teren Nebenaugen untereinander nahezu gleichkommt. Weiter oben an der Stirne 
verlassen sie die eingeschlagene Richtung, neigen sich in einem Bogen gegeji- 
einander bis zu ihrer Vereinigung hinter dem vorderen Nebenauge, so dass dieses 
in die obere Partie des Schildes hineinfällt. Die Schildfläche selbst ist punktirt 
und von den Seiten gegen die Mitte hin vertieft. 

Von den Punkten, wo diese beiden letzterwähnten Kanten mit den früher 
erwähnten in einem scharfgezeichneten, ein wenig mehr als 90^ betragenden 
Winkel sich treffen, gehen auch Kanten gegen die Augenausrandungen ab, ver- 
lieren sich aber, noch ehe sie in diese hineindringen. 

Eine Verwechslung mit Tr. figulus L. ist auch wegen anderer Unterschiede 
nicht leicht möglich. So unterscheidet sie sich von dieser 1. durch den viel 
breiteren, entschieden abgesetzten und gleichmässig verlaufenden 
Kopfschildrand, 2. die grössere Annäherung der Augen unterhalb 
der Fühler, 3. das weniger gekrümmte Pühlerendglied beim cf, 
4. die Sculptur des Kopfes, Dorsulums und der Mesopleuren (diese 
Theile sind bei scutatus glänzend, mit stärkeren und nur dünn gesäeten Punkten 
besetzt), 5. durch die grobe, stellenweise zerknittert runzelige 
Sculptur der oberen und hinteren Mittelsegmentfläche, 6. die viel 
gröbere Str eifun g der Mittelsegmentseiten, 7. den schlanken, seit- 
lich mehr zusammengedrückten Hinterleib, dessen zweiter, dritter, 
wohl auch vierter Ring mehr verdünnt und gestreckt erscheinen, 
8. die dünnen Beine. Der Hinterwulst des Pronotums wird wie bei Tr. figulus 
oben von einer Querrinne durchzogen, doch greift seine Vorderkante nicht wie 
bei diesem in der Mitte spitz nach hinten. 

Von Tr. attenuatum weicht scutatum ebenfalls durch die Stirnbildung, 
die Gestalt des Kopfschildes, das kürzere Fühlerendglied beim die Sculptur 
des Kopfes, Thorax und Mittelsegmentes ab. Tr. clavicerum endlich ist etwas 
kleiner, hat eine verschiedene Färbung der Beine, viel dickere Fühler, eine andere 
Gesichtsbildung und Sculptur, einen dickeren Hinterleib u. s. w. 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



201 



Geographische Terbreitnug. Tr. scutafum ist eine seltene Art und 
wurde von dem verstorbenen Schweizer Entomologen Friedr. Chevrier bei 
Genf entdeckt; Gessuer fand sie ebenfalls in der Nähe von Genf bei Genthod, 
Tourüier bei Peney (%). Taschenberg beschrieb sie (1881) nach einem in 
der Sammlung des Uuiversitäts-Museums zu Halle befindlichen, aus Nord-Afrika 
(Abyssinien) stammenden Stücke unter dem Namen Tr. scutigerum. 

5. Trypoxylon ammophiloides Costa. 

Tnjpoxylon ammophiloides Costa, Ann. Mus. zool. üniv. Napoli (Ann. VI), p. 47, Nr. 3 . . . 1871 

„ Gracile, nigrum, ahdominis segmentis primis tribus et quarti hasi, pälpis 
pedibusque totis fulvo-testaceis ; antennis clavatis; metanoto subtilissime striölato; 
dl. antic. cellulae cuhitalis angulo externa recto cf. — Long. corp. mill. 5; 
exp. al. mill. 

Eine durch die Färbung des Hinterleibes und der Beine, sowie durch die 
viel feinere Strichelung des Mittelsegmentes von der vorigen verschiedene Art. 
Sardinia. 

Trypoxylon ammophiloides ist mir aus eigener Anschauung nicht bekannt, 
scheint aber nach den Costa'schen Angaben eine gute, wahrscheinlich seltene 
mediterrane Art zu sein. 

6. Trypodcylon albipes Smith. 

„9- Länge 8mm. (472'")- Schwarz; Gesicht mit einer hell silberglän- 
zenden Pubescenz bedeckt; Mandibeln und Taster blass lehmfarben; Beine fein 
silberweiss behaart. Bruststück mit einer spärlichen, feinen Pubescenz bedeckt, 
welche am Ende des Metathorax (Mittelsegraentes) auf der Brustseite und an 
den Hüften am dichtesten und glänzendsten erscheint; der Mesothorax und das 
Schildchen ist glatt und glänzend; an der Basis des Metathorax ist ein derb 
netzrunzeliger und mit einer tiefen, mittleren Längsrinne versehener herzför- 
miger Raum abgegrenzt; zu beiden Seiten des eingeschlossenen Raumes ist der 
Metathorax quergefurcht; Flügel glashell mit irisirendem Glänze, Flügelschuppen 
lehmgelb. Basis und äusserste Spitze der Schienen blass röthlichgelb. Tarsen 
weiss, ihre Endglieder schwach rostfarben. Hinterleib langgestreckt; die beiden 
ersten Ringe (respective Segment zwei und drei) von der Länge des Thorax; 
Basalsegment dünn. Der Hinterleib ist vollständig mit einer feinen, silber- 
weissen Pubescenz bedeckt, welche in gewissem Lichte besonders an den Seiten 
deutlich hervortritt." 

Albanien. 

Diese Smith 'sehe Art, in deren Beschreibung ebenso wie bei der vorigen 
Art feinere kritische Angaben fehlen, scheint doch eine selbststäudige Form zu 
sein; mir ist sie unbekannt. 

26* 



202 Franz Friedricli Kohl. 

Verzeichniss der bisher beschriebeuen Arten vou Tri/poocylon* 

T. acciimiilator Smith. 9- ^^S- HI» Subreg. 1. India. 

Trypoxylon accumulator Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1875, p. 38, 9- 
T. alhipes Smith. 9- Reg. I, Subreg. 2. Albania. 

Trypoxylon alMpes Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 377, 
Nr. 4, 9. 

T. alhitarse Fabr. 9, c^. Reg. IV, Subreg. 2 u. 3. California, U.-Stat., Mexico 

(Sauss.), Brasilia? (Smith). 
Trypoxylon alhitarse Fabr.: Syst. Piez. 1804, p. 180, Nr. 1. 
Trypoxijlon alhitarse Dahlb.: Hym. Eur. T. 1845, p. 286 u. 509, Nr. 6, ^. 
? Trypoxylon alhitarse Pel. : Hist. nat. Ins. Hym. III, 1845, p. 228, Nr. 1, 

Taf. XXVII, Fig. 3, Q, c^. 
Trypoxylon alhitarse Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturw. XLV, 1875, 

p. 371, Nr. 1, 9, cT. 
Trypoxylon alhitarse Sauss. : Reise d. „Novara", Zool. II, Zool., 1867, p. 76, 

Nr. 1, 9 j cT (var. mexicana Sauss.). 
T. ammophiloides Costa, cf . Reg. I, Subreg. 2. Sardinia. 

Trypoxylon ammophiloides Costa: Ann. Mus. Zool. Napoli 1871, p. 47, 

Nr. 3, . 

T. annulare Dahlb. Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon annulare Dhlb.: Hym. Eur. I, 1845, p. 282 u. 509, Nr. 3. 
Trypoxylon annulare Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Natur wissensch. XLV, 
1875, p. 373, Nr. 5, 9. 
T. annulipes Taschenb. . Reg. V, Subreg. 2. Venezuela. 

Trypoxylon annulipes Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XLV, 
1875, p. 377, ö^. 
T. armatum Taschenb. cf . Reg. V, Subreg. 2. Venezuela. 

Trypoxylon armatum Taschenb. : Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XLV, 
1875, p. 377, c^. 

T, mireovestitum Taschenb. . Reg. V, Subreg. 1, Mendoza. 

Trypoxylon aureovestitum Taschenb. : Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 
'xLV, 1875, p. 376, Nr. 10, cT- 
T. aurifrons Shuck. Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Santarem. 

Trypoxylon aurifrons Shuck.: Ess. ind. foss. Hym. 1837, p. 112, Nr. 2. 
Trypoxylon aurifrons Dahlb.: Hym. Eur. I, 1845, p. 285. 
T. attenuatum Smith. Q, cT- Reg. I, Subreg. 1. Eur. bor. et centr. 

Trypoxylon attenuatum Smith: Catal. Brit. Hym. Mus. 1851, p. 120, 9> Ö^- 
T. aztemmi Sauss. 9> cT- Reg- V, Subreg. 3. Mexico, Pueblo viejo, Tampico. 
Trypoxylon aztecum Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 80, 
Nr. 11, 9, cT (excl. var. ö"). 
T. Bahiae Sauss. Q . Reg. V, Subreg. 2. Bahia. 

Trypoxylon Bahiae Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 80, 
Nr. 10, 9. 



Die Galtungen umi Arten der Larriden Aut. 



203 



T. hicolor Smith. 9- ßeg. III, Subreg. 4. Siugaporo, Java. 

Trypoxylon hicolor Smith: Catal. Hym. Biit. Mus. IV, 185<i, p. 377, 
Nr. G, 9- 

T. brasilianutn Sauss. 9- Reg. V, Subreg. 2. Bahia. 

Tnjyoxylon Brasilianum Sauss. : Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 84» 
Nr. 19, Q. 

T. brevipenne Sauss. 9 • Reg- Subreg. 2. Guinea. 

Trypoxylon hrevipenne Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 85, 
Nr. 20, Taf. IV, Fig. 50, 9. 
T. califot'niciim Sauss. 9 • Reg- IV, Subreg. 2. California. 

Trypoxylon californicum Sauss. : Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 78, 
Nr. 6, 9. 

T. cmnaatum Say. . Reg. IV, Subreg. 3. Indiana. 

Trypoxylon carinatus Say: Boston Journ. I, 1837, p. 374, Nr. 3, 

Trypoxylon carinatus Lee. : Say, Compl, Writ. II, 1859, p. 757, Nr. 3, . 
r. chichitneciuii Sauss. 9 • Reg. V, Subreg. 3. Mexico. 

Trypoxylon chichimeciim Sauss. : Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 83, 
Nr. 16, Taf. IV, Fig. 48, 9. 
r. clavaturn Say. 9. Reg. IV, Subreg. 3. U.-St. 

Trypoxijlon clavatus Say: Boston Journ. I, 1837, p. 374, Nr, 2. 

Trypoxylon clavatus Lee: Say, Compl. Writ. I, 1859, p. 756, Nr. 2. 

Trypoxylon clavaturn Pack. : Proc. Ent. Soc. Philadelphia VI, 1867, p. 414, 9 • 
T. clavicerimi Pel. et Serv. 9» cT- Reg- 1, Subreg. 1 u. 2. Europa. 

Trypoxylon clavicerum Pel. et Serv. : Enc. Mäth. X, 1811, p. 750, Nr. 1, 9 > cf • 
r. collinmn Smith. 9, cf". Reg. IV, Subreg. 3. Florida. 

Trypoxylon collinum Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 381, 
Nr. 21, 9. 

Trypoxylon collinum Pack.: Proc. Ent. Soc. Philadelphia VI, 1867, 
p. 415, cf. 

T, coloratmn Smith, (f. Reg. III, Subreg. 4. Borneo, Sarawak. 

Trypoxylon coloratum Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. II, 1857, 
p. 106, ^. 

T. coloratum Taschenb. 9» d"- Reg- V, Subreg. 1. Mendoza = mutatiini m. 
Trypoxylon coloratum Taschenb. : Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 
•XLV, 1875, p. 376, Nr. 9, 9, cf- 
r. colfmibianum Sauss. 9 • Reg. V, Subreg. 2. Columbia, Caraccas. 

Trypoxylon columhianum Sauss. : Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 80, 
Nr. 9, Taf. IV, Fig. 46, 9- 
T. elegimtuluni Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Makassar. 

Trypoxylon elegantulum Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. V, 1860, 
p. 84, Nr. 2, 9. 

T. elongatum Smith. cT. Reg. II, Subreg. 2. Sierra Leone. 

Trypoxylon elongatum Smith : Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 378, Nr. 7. 



204 



Franz Friedrich Kohl. 



T. errans Sauss. 9- Reg- H, Subreg. 4. Mauritius, Brasilia. 

Trypoxylon errans Sauss.: Reise d. „Novara", Zool.II, 1867, p. 84, Nr. 18, Q. 
T. excavatum Smith. 9, ^. Reg. V, Subreg. 4. Jamaica, St. Thomas, Cuba. 

Trypoxylon excavatum Smith : Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 380, 
Nr. 17, 9, cf- 

Trypoxylon excavatum Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 79, 

Nr. 8, Taf. IV, Fig. 49. 
Trypoxylon excavatum Pack.: Proc. Ent. Soc. Philadelphia VI, 1867, 

p.414, 9, cf- 

T. exunium Smith. 9. Reg. VI, Subreg. 1. Aru, Key. 

Trypoxylon eximium Smith: Journ. of Proc, Linn. Soc Zool. III, 1859, 
P- 161, 9- 

T. fabricator Smith. 9, cT- Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Ega, Catagallo. 

Trypoxylon fabricator Smith : Ann. et Mag of N.-H (4) XII, 1873, p.lOl, 9 , cT. 
T. ferox Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Makassar, Celebes. 

Trypoxylon ferox Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. V, 1860, p. 84. 
Nr. 3, 9. 

T. figulus Linn. 9- cf- Reg- I, Subreg. 1 u, 2. Europa. 

Sphex figulus Linn.: Syst. Nat. Ed. 10°, I, 2, 1758, p. 570, Nr. 9. 

Sphex figulus Linn.: Faun. Suec. Ed. 2^, 1761, p. 411, Nr. 1650. 
T. frigidum Smith. 9? (f- Reg. IV, Subreg. 4. Hudsons-Bay. 

Trypoxylon frigidum Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 381, 
Nr. 22, 9. 

Trypoxylon frigidum Pack.: Proc. Ent. Soc. Philadelphia VI, 1867, 
p. 415, 9,cr- 

T. frontale Smith. 9. Reg. II, Subreg. 1. Africa. 

Trypoxylon frontale Smith : Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 378, Nr. 8, Q . 
T. fugax Fabr. Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon fugax Fabr.: Syst. Piez. 1804, p. 182, Nr. 4 
Trypoxylon fugax Dahlb. : Hym. Eur. I, 1845, p. 281 u. 509, Nr. 5. 
Trypoxylon fugax Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XLV, 
1875, p. 374, Nr. 7. 
T. f uscipenne Fabr. Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon fuscipenne Fabr. : Syst. Piez. 1804, p. 181, Nr. 3. 
Trypoxylon fuscipenne Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XLV, 
1875, p. 372, Nr. 3. 
T. gracile Taschenb. 9 • Reg- V, Subreg. 2. Venezuela. 

Trypoxylon gracile Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XLV, 
1875, p. 377, Nr. 12, 9- 
T. gracilescens Smith. 9« Reg. VI, Subreg. 1. Makassar, Celebes. 

Trypoxylon gracilescens Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. V, 1860, 
p. 85, Nr. 4, 9. 



Die Gattungen nnd Arten der Larriden A^tt. 



205 



T. gracilUmiim Sniitli. . Reg. VI, Subreg. 1. Mysol. 

Trypoxylon gracillivium Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. VII, 1863, 
p. 35, Nr. 2, cf • 
T. Javanum Taschenb. . Reg. III, Suhveg. 4. Java. 

Trypoxylon javanum Tascheiib. : Zeitschr. f. d, ges. Naturwissenscli. XLV, 
1875, p. 878, Nr. 13, ^. 
T. intrudens Smith. 9- R^?- HI» Subreg. 1. Mainpuri, Ind. Nid. Prov. 

Trypoxylon intrudens Smith: Trans. Zool. Soc. Lond. VII, 1872, p. 188, 
Nr. 1, 9. 

T. lactitarse Sauss. . Reg. V, Subreg. 3. Mexico. 

Trypoxylon lactifarse Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 81, 
Nr. 13, d'. 

T» faevifrons Smith. 9- Rpg- V, Subreg. 2. Brasilia, Ega. 

Trypoxylon laevifrons Smith. : Ann. et Mag. of N.-A. (4) XII, 1873, p. 101, 9 . 
T, luteitarse Sauss. 9- Reg. V, Subreg. 3. Mexico. 

Trypoxylon luteitarse Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 82, 
Nr. 14, Taf. IV, Fig. 47, 9. 
T, mexicanum Sauss. 9 » cf- Reg- Subreg. 3. Mexico. 

Trypoxylon mexicanum Sauss : Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 78, 
Nr. 4, Taf. IV, Fig. 45, 9 . 
T. neglectum Kohl. cT. Reg. V, Subreg. 3. Carolina mer. 

Trypoxylon neglectum Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 
XXXIII, 1883, p. 340, Nr. 1, Taf. XVIII, Fig. 3, cf- 
T, nitidum Smith. 9- R^g- V, Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon nitidum Smith : Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 379, 
Nr. 15, 9- 

T, niveitarse Sauss. cf. Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon niveitarse Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 81, 
Nr. 12, c^. 

T. ohsonator Smith. Reg. I, Subreg. 4. Japan, Hiogo. 

Trypoxylon ohsonator Smith: Trans. Eiit. Soc. Lond. 1873, p. 194. 
T. oimatum Smith. 9- Reg- V> Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon ornatum Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 380, 
Nr. 16, 9. 

T. palliditarse Sauss. Reg. V, Subreg. 1 et 2. Brasilia, Argentina. 

Trypoxylon palliditarse Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p, 77, 
Nr. 2, 9, cT. 

Trypoxylon rostratum Taschenb. : Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch, XLV, 

1875, p. 371, Nr, 2. 
T, pennsylvmiicuni Sauss. 9- Reg. IV, Subreg. 3. Pennsylvania. 

Trypoxylon pennsylvanicum Sauss, : Reise d, „Novara", Zool, II, 1867, 

p. 82, Nr, 15, 9- 



206 



Franz F r ie d r ich K o hl. 



T. petiolatum Smith. Q. Reg. III, Subreg. 4. Borneo, Sarawalc. 

Trypoxylon petiolatum Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc Zool. II, 1857, 
p. 105, Q. 

T. pileatum Smith. 9- Reg. III, Subreg. 1. Madras. 

Trypoxylon pileatum Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 377, 
Nr. 5, 9- 

T. placidum Smith. Q. Reg. VI, Subreg. 1. Mysol. 

Trypoxylon placidum Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. VII, 1863, 
p. 35, Nr. 1, Q. 

T. politum Say. Reg. IV, Subreg. 3. New Jersey, Pennsylvania, Illinois. 
Trypoxylon politus Say: Boston Journ. I, 1837, p. 373, Nr. 4. 
Trypoxylon politus (Lee): Say, Compl. Writ. II, 1859, p. 756, Nr. 1. 
Trypoxylon politum Pack.: Proc. Ent. Soc. Philadelphia VI, 1867, p. 413. 
T. providmn Smith. Q. Reg. VI, Subreg. I. Batchian. 

Trypoxylon providum Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. V, 1860, 
p. 125, Nr. 1, 9. 
T. punetulatuni Taschenb. 9- Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon punctulatum Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 
XLV, 1875, p. 372, Nr. 4, 9- 
T. rejector Smith. 9- Reg. III, Subreg. 1. Mainpari, N.-W. Prov. 

Trypoxylon rejector Smith: Trans. Zool. Soc. Lond. VII, 1872, p. 189, 
Nr. 2, Taf. XXI, Fig. 4, 9. 
T. JRogenhoferi Kohl. 9, cT. Reg. V, Subreg. 2. Ypanema, St. Paulo. 

Trypoxylon EogenJwferi Kohl: Verhandl. d. k. k. zool. -bot. Gesellsch. 
Wien XXXIII, 1883, p. 342, Nr. 2, Taf. XVIII, Fig. 4. 
T. rubrocinctum Pack. 9 • Reg. IV, Subreg. 3. Delaware, Virginia. 

Trypoxylon rubrocinctum Pack.: Proc. Ent. Soc. Philadelphia VI, 1867, 
p. 416, 9. 

T. rufinianum Spin. Reg. V, Subreg. 2. Parä. 

Trypoxylon riifimanum Spin.: Mem. Accad. sc Torino (2) XIII, 1853, 
p. 59, Nr. 42. 

T. riifosignatum Taschenb. cj^. Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon rufosignatum Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 
XLV, 1875, p. 374, Nr. 8, cf • 
T. rugifrons Smith 9 • Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Trypoxylon rugifrons Smith: Ann. et Mag. of N.-A. (4) XII, 1873, p. 100, 9. 
T. scutatum Chevr. 9> cT- Reg. I, Subreg. 2. Eur. mer. Reg. II, Subreg. I. 
Abyssinia. 

Trypoxylon scutatus Chevr.: Mittheil. Schweiz, ent. Gesellsch. II, 6, 1867, 
p.231, 9. 

Trypoxylon scutigerum Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. LV, 
1881, p. 780, Nr. 14, cT- 



Die Gattungen und Arten der Larriden Auf. 



207 



i'. scHtiferum Taschenb. Q . Reg. V, Subre^. 2. Brasilia. 

Trypoxylon scutifenim Taschenb. : Zeitsclir. f. d. ges. Naturwisseusch. XLV, 
1875, p. 379, Nr. Q. 
1\ subhnpressmn Smith, . Reg. V, Subreg. i. St. Domingo. 

Trypoxylon subimpressum Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1850, p. 380, 
Nr. 18, J". 

T, mcclnctam Cress. 9- Reg. V, Subreg. 1. Cuba. 

Trypoxylon succinctum Cress. : Proc. Eut. Soc. Philadelphia IV,1865, p. 149, 9 • 
T. superbum Smith. 9 • R^g- V, Subreg. 2. Brasilia, Ega. 

Trypoxylon sicperbum Smith : Ann. et Mag of N.-H. (4) XII, 1878, p. 100, 9 . 
T, texense Sauss. 9 • Keg. IV, Subreg. 3. Texas. 

Trypoxylon texense Sauss. : Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 77, Nr. 3, 9 • 
T. foffeciim Sauss. 9- Reg. V, Subreg. 3. Mexico, Orizaba. 

Trypoxylon toltecum Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 83, 
Nr. 17, 9. 

T, tridenfatiini Pack. 9- Reg. IV, Subreg. 3. New- York, New- Jersey. 

Trypoxylon tridentatum Pack.: Proc. Ent. Soc. Philadelphia VI, 1807, 
p. 417, 9. 

T, raff um Smith. 9- Reg- V» Subreg. 2. Brasilia, St, Paulo. 

Trypoxylon vacjum Smith: Ann. et Mag. of N.-H. (4) XII, 1873, p. 99. Q. 
T. Xfintianiim Sauss. Q, cf. Reg. IV, Subreg. 2. California, St. Lucae. 

Trypoxylon Xantianum Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 78, 
Nr. 5, 9, d"- 

Gen. Solierella Spin. (Taf. VIII, Fig. 6). 
(S oller, nom. propr.) 

.-^oUere.lla Spin., Hist. Chile, Gay, Zool., t. VI, tab. II, fig. 5a, 5?^, 5c 1851 

SoJierel/a Smith, Cat. Hym. Ins. Brit. Mus., p. IV, p. 312, pl. VIII, flg. 2 1856 

Niteliopsis Sidn. Sra. Saunders, Trans. Ent. Soc. Lond., p. III, p. 410 1873 

Statur klein, gedrungen. Kopf ein wenig breiter als das Bruststück, 
Oberkiefer mit einem Ausschnitte in der Mitte ihres Unterrandes, 
am Ende zugespitzt. Kopfschild kurz; Fühler kräftig, knapp am oberen 
Kopfschildrande eingefügt, von einander fast ebensoweit als von den Augen 
abstehend. Geisseiglieder gedrungen, länglich, und mit Ausnahme des ersten 
kleineren in der Länge nur wenig verschieden. Endglied bei den 9 stumpf 
kegelförmig, bei den zugespitzt. Augen nur sehr massig convergent, Scheitel 
daher von ziemlicher Breite; der Unterrand der Augen erreicht die 
Oberkieferbasis. Nebenaugen regelmässig rund; sie bilden in ihrer Stellung 
ein gleichseitiges oder gleichschenkeliges Dreieck. Die beiden hinteren liegen 
nur wenig vor der Linie, welche man sich an den Hinterrand der Netzaugen 
und über den Scheitel gelegt denkt. 

Hinterwulst des Pronotum mit dem Dorsulum nahezu in gleichem Niveau. 
Die Schulterbeulen reichen nicht bis zu den Flügelschuppen hin. Dorsulum von 

Z. B. Gen. Bd. XXXIV. AbU. 27 



208 



Franz F i- i f fl r i c h K o )i 1 . 



beträchtlicher Länge. Bei Sol. miscophoides SpinJ) (Hist. Chile, Gay, t. VI, 
p. 352, Taf. II, Fig. 5, 1851) erscheint das Mittelseginent hinten in schräger 
Eichtung abgeschnitten und eine Kante trennt seine abstürzende Fläche von 
den Seiten; auf dem Horizontaltheile wird durch zwei nach hinten convergente 
Runzelleisten ein grosses, trapezförmiges Feld abgegrenzt, welches in der Mitte 
von einer Längslinie durchzogen und an den Seiten von einem weissen Filze 
— ähnlich wie bei Dinetus — eingerahmt wird. Die erwähnten Runzelleistchen 
greifen auch auf die abstürzende Fläche über und vereinigen sich nicht weit 
oberhalb der Stelle, wo das zweite Segment an das Mittelsegment geheftet erscheint. 

Die Radialzelle ist abgestutzt, lanzettlich, ihre Anhangszelle deutlich, 
ohne besonders gross zu sein. Cubitalzellen kommen drei vor; die erste 
davon ist viel grösser als die beiden folgenden zusammengenommen, die zweite 
dreieckig, gestielt, und nimmt die erste Discoidalquerader vor 
ihrer Mitte, nicht weit hinter ihrem Anfange, die zweite hinter 
ihrer Mitte auf; die dritte Cubitalzelle ist ein wenig schräg gestellt. Das 
Frenum der Hinterflügel beginnt am Ursprünge der Radialader und besteht aus 
einer einzigen Häkchengruppe. Bei Sol miscophoides zeigen sich zehn Häkchen. 
Die Cubitaiader der Hinterflügel entspringt in erheblichem Abstände hinter dem 
Abschlüsse der mittleren Schulterz eile, näher dem Spitzenrande des Flügels. 

Beine wie bei Fison, Nitela und Sylaon sehr schwach bewehrt. Schienen 
an der Aussenseite mit Spuren von Dörnchen. Mittelschienen einspornig. 
Vordertarsen ohne Wimpernkamm. Klauen und Klauenballen mässig entwickelt. 
Hinterleib kräftig, der zweite Dorsalriug an seiner Basis flach eingedrückt, mit 
einer vertieften Längslinie in der Mitte, an den Seiten nicht gekantet. End- 
segment (Q) kegelförmig wie bei Fison, ohne Pygidialfeld, nicht gegen die 
Bauchseite hin eingezogen wie bei Sylaon. 

Diese erst in zwei Arten bekannt gewordene Gattung unterscheidet sich 
von der ihr nächst verwandten Gattung Sylaon Picc. besonders durch die Aus- 
randung an der unteren Kante der Oberkiefer und den Verlauf der Discoidal- 
queraderu im Vorderflügel. 

S. Sidn. Smith Saunders beschreibt eine Gattung iVMiopsis (Trans. 
Ent. Soc. Lond., p. III, p. 410, 1873), welche ich nicht aus eigener Anschauung 
kenne; aus der guten Beschreibung und aus den Vergleichen, welche Saunders 



Ich keune SoUerella miscophoides Spin. — ein Stück (9) befindet sich in den Samm- 
lungen des k. k. zoologischen Hof-Cabinetes in Wien — und finde, dass wohl die Ab- 
bildung der Spinola 'sehen Arbeit, nicht aber auch die Beschreibung allenthalben genau darauf 
stimmt. Während nämlich die Figur des Flügelgeäders in Uebereinstimmung mit der lateinischen 
Gattungsdi-ignose („areolis aibitctUhiis irihus, jivima et secunda siejillatim nervum recurrentem exc.ipien- 
tibus") und dem von mir geprüften Stücke deutlich zeigt, dass die zweite Cubitalzelle beide Discoidal- 
queradcrn aufnimmt, heisst es im spanischen Texte: „?« primera (cehliUa) mayor que las dox 
sefjuientcs reunidas, rccihiendo la primera nerviosidad recurrente ü corta disfunria, de su extreinidad ; 
kl segiindo imiy chiqnUa, peciolada, recibiendo la segunda recurrente ?m j)oco man allä del metZio". 
Wahrscheinlich hat sich Spinola im Texte geirrt; doch ist wohl auch möglich, dass die erste 
Discoidalquerader bei SoUerella in veränderlicher Weise bald in die erste nnd bald in die zweite 
Ciibitalzelle mündet, 



Dio Gattungen uud Aiteu <lcr Livnideii .1«/. 



209 



mit deu nahe verwandten Gattungen Nitela uud Pison anstellt, geht aber die 
Synonymie von Niteliopsis mit SoliereUa zur Genüge hervor. 

Lebensweise. Was mau in dieser Hinsicht von SoliereUa weiss, be- 
schränkt sich auf die spärlichen Angaben, welche Saundcrs (von Niteliopsis) 
macht. Die europäische Art {S. pisonoides Saund.) lebt in dürren Brombeer- 
zweigen. Die Puppeugehäuse sind von einem blass lehmfarbigen Stoffe, länglich 
eiförmig, runzelig und ziemlich gebrechlich. Im Monat Juli bricht das voll- 
kommene Insect hervor. Eine kleine, 4 mm. lange Goldwespe (Homälus nanus 
Saund., Trans. Ent. Soc. Lond., p. III, 1873, p. 411) ist als Parasit von dieser Art 
zu verzeichnen. 

Geographische Verbreitung. S. miscoplioides bewohnt die neotropischo 
liegion (Chili), S. pisonoides die jonischen Inseln Corcyra und Leucadia; letztere 
dürfte im mediterran-paläarktischen Gebiete wohl weiter verbreitet sein. 

1. SoliereUa pisonoides Saund. 

Nitdopsis pisonoidüs Saund., Trans. Ent. Soc, p. III, p. 410 187ü 

„Nigra, nitida; mandibiilis apice castaneis; clypeo in utroque sexii pilis 
albidis serieeis circumcincto ; protlioracis linea interrupta alba; scutelli lineola 
vel punctis duohiis alhidis ; calcaribus tarsisque pallidis, Iiis apice nigrescentibus. 
Femina. Long. corp. 5 — 6 mm. JExpans. alarum S — 10 mm. 

MaSj similis at minor, antennis apice acutis, 13-articidatis. Long. corp. 
4— 5 mm. 

Hdbitat in Insulis Jonicis (Corcyra et Leucadia) rubis exsiccatis. 
Imagines mense Julio maturatae.'^ 

Gen. Sylaon Piccioli (Taf. VIII, Fig. 5 ; Taf. IX, Fig. 8). 

(auXacov). 

Si/aon Piccioli, Bull. soc. ent. ital. ann. I, p. 283, tab. I, fig. 2 1869 

Silaoyi Costa, Ann. Mus. Zool. Univ. Napoli (Ann. VI), p. 82 1871 

Avimosphe,eidmm Kohl, Yerhaudl. d. k. k. zool.-l)ot. Gesellßch. Wien, 1877, p. 701 1878 

Statur klein. Der Kopf übertrifft das Bruststück an Breite. 

Aussenrand der Oberkiefer ohne Ausschnitt. Kopfschild kurz, 
in der Mitte erhaben und mit einer Längskante versehen, beim zugleich mit 
der angrenzenden Partie der Stirne silberfilzig behaart. Augen oval, an ihrer 
Innenseite nicht ausgerandet, von einander weit abstehend, gegen den Scheitel 
nicht convergent, ihr ünterrand an die Oberkieferbasis stossend. Stirne und 
Scheitel ohne wulstige Auftreibungen. Nebenaugen deutlich und rund, in ein 
fast gleichseitiges Dreieck gestellt, Fühler fadenförmig, kräftig und kurz, knapp 
am Kopfschilde eingefügt; ihre Glieder sind in der Länge wenig verschieden; 
das erste und zweite Glied ist ein wenig kürzer als die folgenden, das Endglied 
beim scharf zugespitzt und kürzer als das vorletzte Glied, beim Q länger 
und normal konisch und stumpfspitzig. Pronotumwulst quer, mit dem Dorsulum 
fast in gleichem Niveau. Die Schulierbeulen reichen nicht zur Flügelbasis zurück. 

27* 



210 



Franz Friedricli Kolil 



Scliildclien auffallend gross, halb so lang als das Dorsulum, rechteckig uud von 
geringer Convexität. Hinterschildchen schmal, linear. Mittelsegment an seinen 
Hinterecken abgerundet, hinten steil abfallend. Auf seiner Horizoutalfläche, 
welche merklich kürzer als das Dorsulum ist, erscheint durch zwei Runzeln ein 
grosses, halbellipsenförmiges Feld abgegrenzt, welches mit seinem Ende auf die 
abfallende Hinterfläche übergreift. Die Flügel sind verhältnissmässig gross. 
Die Radialzelle der Vorderflügel ist gross, breit lanzettlich, am Ende abge- 
stutzt und hat eine Anhangszelle. Cubitalzellen sind drei entwickelt; 
die erste ist viel grösser als die beiden folgenden zusammengenommen, die 
zweite deutlich gestielt, ein wenig kleiner als die dritte, die dritte schief 
gestellt und an der Radialader schmäler als an der Cubitalader, Die erste 
Discoidalquerader mündet in die erste Cubitalzelle, ein wenig vor 
deren Ende, die zweite Discoidalquerader jenseits der Mitte der 
zweiten Cubitalzelle. Die Basalader vereinigt sich mit der Schulterquerader 
oder trifft ausnahmsweise in höchst unbedeutender Entfernung vom Abschlüsse 
der inneren mittleren Schulterzelle auf die Medialader. In den Hinter- 
flügeln fällt der Ursprung der Cubitalader nicht mit dem Ab- 
schlüsse der mittleren Schulterzelle zusammen, sondern liegt ein 
wenig vor dem Ende der über die Schulterzelle hinausreichenden 
Verlängerung der Medialader. Bei der einen bekannten Art zähle ich 
sieben Frenalhäkchen. Beine schlank, aber nicht in dem nämlichen Grade wie 
bei Nitela, ihre Bewehrung unbedeutend. Mittelschienen einspornig, 
ausserdem Mittel- und Hinterschienen mit einigen wenigen, wegen ihrer Klein- 
heit nur schwer (L. i») bemerkbaren Dörnchen besetzt. Hinterschienen etwas 
länger als Vorder- und Mittelschienen. Metatarsus der Vorderbeine fast ein 
wenig länger als die drei folgenden Glieder zusammengenommen, ohne Wimpern- 
kamm. Metatarsus der Mittelbeine an Länge den drei folgenden Gliedern zu- 
sammengenommen gleich, und Metatarsus der Hinterbeine kürzer als die drei 
folgenden Glieder. Klauenballen kräftig entwickelt, Klauen spitzig und ungezähnt. 
Hinterleib sehr fein und dicht punktirt (L. b), matt glänzend. Der zweite Hinter- 
leibsring oben an der Basis ähnlich wie bei Nitela, Prosopigastra, Tachy- 
rJiostus etc. mit einem ausgedehnten Längseindrucke behaftet. Das After- 
segment hat kein Pygidialf eld, ist kegelförmig, beim 9 grösser 
und spitzer als beim cT und, indem es nicht nur herabhängt, son- 
dern sogar ein wenig gegen die Bauchseite hereingezogen ist, 
erscheint die Hinterleibsspitze gekrümmt. 

GeogTJipliische Verbreitung. Von Sylaon ist eine einzige Art bekannt; 
diese bewohnt die mediterran-paläarktische Region. 



1. Sylaon compeditus Piccioli. 

Silaon compeditus Ticcioli, Descr. d'un nuov. gen. dlraen. fam. Sfec, p. 283, Taf, I, Fig. 1, 2, 9 1860 

Silaon compeditus Costa, Ann. Mus. Zool. Univ. Napoli (Ann. VI), p. 82 1871 

Ammosphtcidiuvi Helleri Kohl, Hymeuopt. Beitr. (Verhancll. d. k. k. zool. -bot. GesellBch. V^^ien, 

J877), p. 701, cf"» 9 18'^ 



Die Gattungen und Arten der Larrideu ÄJit. 



211 



Long. 0—4 5 mm. Niger; prothorax, jtostscutellum, tibiae et nonnunquam 
tarsi albide picta. Alarum squamulae hruneae. Calcaria pallide flava. Alae 
hyalinae in Umho apicali paidum infumatae; stigma et venae luteo-fusca. 
Frons punctato-rugosa , genae subaciaäato-rugosae (L. h). Metathorax in 
dorsulo confertim (L. b, sub L. a vix visib.) in pleuris fortius punctatus. 
Segmenti mediani area dorsalis subreticulate rugosa, rugis longitudinalibus 
praevaJentibus; area decliva, postica irregidariter transversim rugosa (L. a); 
latera segm. mediani longitudinaliter rugoso-striatae. Abdomen subnitidum 
punctulatum. 

cT. Long. 3— 4 mm. Clypei margo apicalis in medio dentis instar pro- 
diictus. Segmentum anale mutice conicum, non recurvuyn. 

Q. Long. 3 5— 4-5 mm. Clypei margo muticus. Segmentum anale acute 
conicum, recurvum. 

Italia, Tirol, merid., Gallia merid. 

Schwarz. Taster schmutziggrau bis dunkelbraun. Oberkiefer schwarz, 
vor der Spitze . lehmgelb oder pechroth. Tarsen schwarzbraun, mitunter der 
Metatarsus und die zwei folgenden Glieder der Mittel- und Hinterbeine weisslich. 
Auf dem Bruststücke sowohl wie an den Beinen treten Zeichnungen 
in Form von Fleckchen und Linien auf, welche sich verschieden com- 
biuiren: 1. cf, weisslich sind zwei punktartige Fleckchen oder eine Linie auf 
dem Hinterschildchen, sowie Makeln hinten, hart an der Basis der Hinterschienen; 
2. , stimmt mit der Comb. 1 überein; indessen zeigen auch die Mittelschienen 
an ihrer Basis hinten einen kleinen, weissen Fleck; 3. c?, zur Zeichnung der 
Comb. 1 treten zwei weisse Seitenfleckchen auf dem Hinterwulste des Pronotum ; 
■1. cT, Comb. 3, in der Zeichnung der Beine jedoch wie 2; 5. cj^, 9, ausser den 
Zeichnungen von 4 sind auch die Schulterbeulen weiss (diese Zeichnungscom- 
bination scheint die häufigste zu sein). 

Der Kopfschild ist kurz, seine Mittelpartie erhaben, von einer Längskante 
durchzogen, welche hinauf bis zum Fühlergrunde, herab bis zum äussersten 
Rande zieht. Dieser ist beim cf in eine sehr scharfe, leicht ersichtliche (L. a) 
und als Fortsetzung der Kante erscheinende Spitze vorgezogen, während er 
beim 9 bogenförmig verläuft. Stirne massig gewölbt, körnig gerunzelt. 
Die Nebenaugen, welche ein gleichschenkeliges Dreieck bilden und sehr wenig 
vor der an den Hinterrändern der Facettenaugen gezogen gedachten Querlinie 
stehen, sind vom Hinterhauptsrande etwas mehr entfernt, als ihre doppelte 
Entfernung von dem benachbarten Facettenauge beträgt. Backen fein und 
unregelmässig nadelrissig gerunzelt. Die Fühler sind verhältnissmässig dick, 
die Schäfte kurz. Die weissbereiften Geissein verdicken sich bis zu den vor- 
letzten Gliedern ein wenig und sind porös rauh. Das erste Geisselglied ist 
kugelig und ebenso wie das zweite um etwas kürzer als die folgenden; das End- 
glied beim 9 stumpf kegelförmig und länger als das vorletzte, beim cT sehr 
entschieden und scharf zugespitzt und kürzer als das vorletzte Glied. Stirne, 
Kopfschild und spärlich auch die Wangen beim sind mit einem silberweissen, 
aber nicht dichten Haarfilze bedeckt. 



212 



Prauz Friedrich Kohl. 



Das Mesoiiotum erscheint dicht, unter der Lupe a wenig merklich, unter 
der Lupe b deutlich punktirt. Au seiner Basis sieht man zwei Linien, deren 
Länge nicht viel mehr als ein Drittheil der Länge des Dorsulums beträgt; 
durch sie wird die Stelle angedeutet, an die sich der grosse Längsmuskel des 
Thorax ansetzt. Metathoraxseiten dicht punktirt, ihre Punktirung gröber 
als die des Notum. Schildchen gross und wie das Notum punktirt. Mittelsegment 
kürzer als der Metathorax, hinten steil, aber nicht senkrecht abstürzend. Das 
grosse, durch Eunzeln abgegrenzte halb elliptische Feld seiner 
Horizontalfläche wird von einigen unregelmässig angeordneten, 
manchmal divergirenden Längsrunzeln durchzogen; im schwächeren 
Grade der Entwicklung zeigen sich auch Querrunzelchen. Seiten des Mittel- 
segmentes der Länge nach runzelstreifig. Abstürzende Fläche unregelmässig 
querrunzelig, in der Mitte mit einer flachen Grube. Die übrigen Hinterleibs- 
ringe sind sehr fein punktirt (L, b), die hinteren feiner als die vorderen. 

Die Bruststückseiten, die Sternen, sowie die Dorsalringe des Hinterleibes 
werden von einem durch sehr kurze weisse Härchen gebildeten Filze mehr 
weniger reich bedeckt. 

Geographische Verbreitung. Im wärmeren Alpengebiete Süd-Tirols, so bei 
Gries (7—8), bei Klobenstein (1200 Meter s. m. ^^/-j) und Kollern (1250 Meter s. m. Vs), 
Ungarn (Sajo), Toscana (Piccioli), Umgebung von Neapel (Emery), in Frank- 
reich bei Toulouse (durch Rudow zur Einsicht mitgetheilt). 

Gen. Nitela Latr. (Taf. VIII, Fig. 7, 8). 



Nitela Latroille, Gen. Crust. et Ins., t. IV, p. 77 1805) 

Niiela Olivier, Eucycl. meth. Hist. nat. Ins., t. VIII, p. 205 1811 

Nitela Bhiuchard, Ilist. nat. Ina., t. III, p. 360 1810 

Nittla Dahlb., Disp. meth., p. I, p. 6, 29. Gen 184.2 

Nitela Dlilb., Ilym. Eur., t. I, Tab. exam. syn. spee. Crabr., p. 511, 64, Gen., et Tab. exam. 

syn. geu. Crabr., 64. Gen 1845 

Nitela Pel., Eist. nat. Ins. Hym., t. III, p. 209, 12. Gen 1845 

Nitela Scheiick, Grabwesp. NaSvsau's (Jahrb. d. Ver. f. Naturk. Herz. Nawaau), p. 18 und 108, 

IV. Gen. (Taf. I, Fig. 6) 1857 

lYitela Taschenb., Schlüssel z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. gea. Naturwisseusch. X), p. 100, 27. Gen. 1857 

Nitela Taschenb., Hym. Deutschi., p. 155 und 183, 5. Geu 1866 

Nitela Thoms., Opusc. eutom , Fase. II, p. 231 1870 

Nitela Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli (Ann. VI), p. 48 1871 

Nitela Sidn. Sm. Saunders, Trans. Eut. Soc. Lond., p. III, p. 412 1873 

Nitela Tlioms., Hym. Scand., t. III, p. 179 und 205 18TI 

Nitela Taschenb., Nyss. u. Crabr. Mus. Univ. Halle (Zeitschr. f. d. ges-. Naturwisseusch., 

Bd. XI [XLV], p. 308) 1875 



Körper klein und schwarz. Kopf quer, von ähnlicher Bildung wie bei 
Solierella Spin, und Sylaon Picc. Oberkiefer ohne Ausrandung an 
ihrem Unter ran de, am Ende zwei spitzig, innere Spitze kürzer; Inneurand 
ungezähnt. Augen gegen den Scheitel ein wenig convergent; ihr unterer Rand 
erreicht nicht vollkommen die Oberkieferbasis. N e b e n a ug e n normal, rund, 
gewölbt, fast in einem gleichseitigen Dreiecke. Fühler in beträchtlichem 



Die Gattungen und Arten der Larriden Auf. 



213 



Abstaude von einander, dem Kopfschilde eingefügt, fadenförmig; interessant 
ist die bei Grabwespen ungewohnte Länge des ersten Geissei- 
gliedes, welches den folgenden Gliedern an Länge nicht nachsteht. 

Ober jeder Fühlerinsertion dehnt sich eine flache, dem Beweguugs- 
bedürfnisse des Fülilerschaftes entsprechende Vertiefung aus. Kopfschild in der 
Mitte erhaben, der ganzen Länge nach mit einer Kante versehen, nach den 
Seiten dachförmig abfallend. Diese Kante setzt sich auch über den unteren 
Stirntheil fort und trennt die Fühlergruben. 

Der Hinterwulst des Pronotums stellt nur wenig unter dem Niveau des 
Dorsulums, ist oben durch eine lineare Quervertiefung in zwei Leisten geschieden, 
von denen sich die vordere winkelig nach hinten erweitert und daselbst die 
Querrinne unterbricht. Die Epimeren des Mittelbrustsegmentes erscheinen durch 
eine senkrechte Kerblinie von den ihnen eingelagerten Episternen und durch 
eine horizontale von dem Sternura getrennt. 

Radialzelle der Vorderflügel gestreckt, mit einer kleinen Anhangszelle. 
Flügelmal klein. Cubitalzelle ist nur eine entwickelt, ungefähr von der 
Grösse der Radialzelle, von rhomboidischer Gestalt; sie wird von der ersten 
Cubitalquerader geschlossen und nimmt die erste Discoidalquerader an ihrer 
hinteren Aussenecke auf. Discoidalzelle ist eine einzige vorhanden; sie ist 
rhombisch. Die Basalader trifft weit hinter dem Abschlüsse der inneren mitt- 
leren Schulterzelle auf die Medialader; das Venenrohr der Vena postica 
(V. submed.) ist an seiner Endhälfte, welche die äussere mittlere 
Schulterzelle von unten begrenzt, in starker Resorption begriffen, 
in Folge dessen stark verblasst und durch die concave Submedial- 
linie noch vor Abschluss der äusseren mittleren Schulterzelle 
zugleich mit dem unteren Theile der zweiten Schulter querader 
vernichtet, so dass die untere Aussenecke der äusseren mittleren 
Schulterzelle an derjenigen Stelle in einer weiten Lücke geöffnet 
erscheint, wo die concave Sub mediallinie austritt. An den Hinter- 
flügeln ist das Geäder in Folge einer Resorption, die in der 
Richtung vom Saume gegen die Basis durch die Abschnürung der 
Venenrohre erfolgt sein muss, erloschen, so dass man ausser der 
Rand- und Unterrandader und den ebenfalls in Auflösung begrif- 
fenen basalen Rest der Vena postica kein Geäder m ehr wahrnimmt. 
Geblieben sind nur noch die Convexlinien, auf welchen die Venenrohre gelegen. 

Beine schlank, fast ganz unbewehrt; Tarsen dünn; Mittelschienen mit 
einem einzigen Sporne. Mittelsegment so lang als das Dorsulum; seine hintere 
steil abstürzende Fläche von der Rückenfläche und den Seiten durch scharfe 
Kanten abgetrennt. Zweiter Hinterleibsring oben mit einem starken Längsein- 
drucke; Aftersegment konisch zugespitzt, Dorsaltheil oben ein wenig 
abgeplattet, ohne Pygidialfeld; Ventralplatte (9) seitlich zusammengedrückt, 
kielförmig. Bei den cT ist das Aftersegment stumpf und viel kürzer. 

üeber die Lebensweise von Nitela ist man verhältnissmässig gut 
unterrichtet, was bei der Kleinheit und relativen Seltenheit der Thiere nicht zu 



214 



Franz Friedrich Kolil. 



erwarten war; Sehen ck') vermuthet eine parasitische Lebensweise, da er diese 
Wespchen von Mai bis in den Herbst an alten, von Insecten durchlöcherten 
Pfosten, Baumstämmen, Zäunen und Garteuthüren in Gesellschaft anderer 
kleiner Grabwespen und Bienen {Passaloecus, Stigmus, Trypoxylon, Crahro, 
Prosopis etc.) getroffen und durch Bohrlöcher aus- und einschlüpfen gesehen 
hat, ohne dass es ihm gelungen ist, auch nur einmal ein mit Larvenfutter 
beladenes Exemplar zu beobachten. 

Nach dem, was aus folgenden Beobachtungen von Giraud hervorgeht, 
bewahrheitet sich die Vermuthung Schenck's nicht. Giraud sah in der Nähe 
von Wien Nitela in grosser Anzahl an einem alteu, zum Theile verdorrten 
Baume (Acer cam'pestre). Die Nestlöcher waren bis zur Höhe von mindestens 
sechs Meter längs des Stammes und der Hauptäste vertheilt. Sehr selten soll 
sich Nitela in Brombeersträuchern einnisten. Im Marke eines sehr dünnen 
Brombeerzweiges (aus Fontainebleau) fand Giraud einen ganz engen und 
regelmässigen Gang mit vier durch verschimmelte Häufchen von Nahrungsresten 
und Excremeuten abgesonderten Zellen, und in einer dieser Wiegen einen sehr 
kleinen Cocon, von dem er folgende Beschreibung liefert: 2) „Die Puppe ist 
5 mm. lang, fast walzenförmig, an ihren beiden Enden, welche frei sind und 
mit den als Scheidewand dienenden Stoffen nicht zusammenhängen, abgerundet 
und ein wenig verjüngt, blassroth, lichter als das Mark, ganz undurchsichtig 
und ohne Glanz, aus einem dichten Gewebe, ohne sichtbares seidiges Gefäde 
und so morsch, dass sie beim geringsten Drucke zerbricht. In der fünften Zelle 
lag ein anderer rother, pergamentartiger, ein wenig glänzender und wenig 
durchscheinender Cocon von der nämlichen Länge; er enthielt eine Chrysis 
cyanea als Schmarotzerin. Es ist mir noch nicht gelungen, mit Sicherheit 
die Insecteugattung zu bestimmen, welche zur Versorgung des Nestes gedient 
hat, aber die Restchen von Beinen und Fühlern in den Zwischenräumen und 
in einer noch gaiiZ mit allerdings vom Schimmel unkenntlich gemachten Vor- 
rathe gefüllten Zelle lassen mich annehmen, dass es die Larven einer Homoptere 
waren. Das Auskriechen erfolgte am 21. und 23. Juni (Paris)." 

Auch Edw. Sm. Saunders beobachtete Puppengehäuse von Nitela und 
schreibt darüber: 3) „Sie waren glänzend, von dunkel fleischrother Farbe, gegen 
das Afterende hin dunkler, locker in getrennten Schlupfwinkeln des Markes und, 
so viel ich bemerkt habe, nicht in regelmässigen Reihen angebracht." 

Von der Gattung Nitela citirte man bisher eine einzige Art, N. Spinölae 
Latr. Diese halte ich für eine Mischspecies, da ich unter meinem Materiale, 
das fast ausschliesslich in Mittel- Europa gesammelt wurde, zwei Arten finde; 
diese können wegen ihrer Aehnlichkeit leicht zusammengeworfen werden, und 
ich zweifle nicht daran, dass so mancher Autor bei der Beschreibung oder der 
Bestimmung von N. Spinölae Latr. beide Arten oder vielleicht gar nur die 

*) Zubätze und Berichtig, zu den Nassauschen Grabwetipen (.Jahrb. d. Ver. f. Naturk. Herz. 
Nassau, XVI. Heft, p. 142, 18ß4). 

Ins. qui hab. les tig. sech. de la Rouce (Ann. Soc. Eni. Franc, IV. ser., t. VI, iSGfi). 
„On the hab. and ecou. of cert. Hyra. Ine." otc. (Trans. Ent. Soc. Loud , P. III, 1873j. 



Die Gattungen nnd Arten der Larriden Auf. 



215 



verkannte Art, von der ich jüngst in den Verhandlungen der k. k. zool.-bot. 
Gesellschaft in Wien, 1883, p. 15 („Neue Hymenopteren des k. k. zoologischen 
Hof-Cabinetes in Wien") eine Beschreibung geliefert habe, vor sich gehabt hat. 
Welche von beiden Arten die iV^. Spinolae Latreille's ist, kann dessen An- 
gaben nicht entnommen werden; auch die meisten übrigen Beschreibungen von 
N. Spinolae sind zu ungenau, als dass man nachweisen könnte, welche von 
beiden Arten in den einzelnen Fällen gemeint ist; deswegen habe ich für die 
häufigere Art, deren Stirne und Mesonotum zart punktirt ist und auf welche 
wenigstens die Dahlbom'sche (Hym. eur. I, p. 297) und Thomson 'sehe (Opusc. 
ent. p. 239, 1871, Hym. Scand. III, p. 205) Beschreibung unzweifelhaft stimmt, 
den Namen Spinolae'' beibehalten, ohne dass ich jedoch die Sonderung der 
bekannt gewordenen Fundortsnotizen, wie es wünschenswerth gewesen wäre, habe 
vornehmen können; für die abgetrennte Art habe ich den Namen fallax gewählt. 

Besieht man den Vorderflügel von Nitela genau, so wird man bemerken, 
dass sich die untere concave Cubitallinie und die obere concave Discoidallinie 
in einem etwas hinter der einzigen Cubitalquervene liegenden Punkte („krit. 
Punkt" Adolph.) bis zur Vereinigung einander genähert haben; ausserdem 
sieht man schwache Spuren einer untergegangenen zweiten Discoidalquervene 
und eine nur mehr durch eine „convexe Linie" angedeutete Cubitalquerader als 
Rest eines ehemaligen reicheren Venennetzes. Diese erloschene Cubitalquerader 
mündet vorne ungefähr in der Mitte des längeren Radialaderschenkels und hinten 
ziemlich weit saumwärts von dem kritischen Punkte entfernt. Ich halte diese 
Cubitalquerader für die primäre dritte Cubitalquerader, da sie viel zu weit vom 
kritischen Punkte entfernt auf die Cubitalader trifft, denn nach Erfahrung liegt 
dieser bei Aculeatengattungen mit drei Cubitalquervenen in der Nähe der zweiten 
Cubitalquervene. Es ist nun die Frage, was aus der primären zweiten Cubital- 
quervene geworden ist. Da man davon keine Spur wahrnehmen kann und die 
erste Discoidalquerader vor der ersten recenten Cubitalquervene mündet, so 
glaube icli annehmen zu sollen, dass diese recente Cubitalquerader durch 
Verschmelzen aus der primären ersten und zweiten Cubitalquerader in analoger 
Weise wie bei der nahe verwandten Untergattung von Pison entstanden ist, 
welche Smith als eigenes Genus „Parapison" hingestellt hat. Diese Anschauung 
gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn man berücksichtigt, dass auch bei Sylaon 
und Solierella, welche Nitela in allen anderen Dingen, wie in der Kopfbildung, 
der Beschaffenheit der Beine und des Endsegmentes und wohl auch in der 
Lebensweise ausserordentlich nahe stehen, die Vereinigung der ersten und zweiten 
Cubitalquerader schon weit fortgeschritten ist, weshalb die zweite Cubitalzelle 
deutlich gestielt erscheint. Nach Art der Einmündung der zweiten Discoidal- 
querader steht Nitela der Gattung Sylaon am nächsten und bildet mit dieser 
und Solierella einen Complex aufs engste verwandter Gattungen. 

Resumirt man die Phasen, in welchen sich der Nitela-F\üge\ bei seiner 
Umwandlung aus dem früheren Zustande bis zu dem heutigen befand, so ergibt 
sich: Ursprünglich hatte er drei Cubitalzellen, die mittlere davon war gestielt; 
nach und nach wurde er zweizeilig, indem die zweite Cubitalzelle in Folge der 

Z. P.. Gfs. H XXXIV. \l)h. 28 



216 



Franz Friedrich Kohl. 



Verlängerung des Zellstieles (durch Verschmelzen der ersten und zweiten Cubital- 
quervene) verschwand. Die obere concave Discoidallinie und die untere concave 
Cubitallinie näherten sich mehr und mehr und schnitten die Cubitalader an; 
von dieser Stelle aus erfolgte nun die Auflösung eines Theiles der Cubitalader, 
der zweiten (respective dritten) Cubitalquerader, der Discoidalquerader u. s. w. 
bis zum jetzigen Zustande des Flügels. 

1. Nitela Sjnnolae Dhlb. 



?Nifela Spinolae Latr., Gen, Crust. et Ins., t. IV, p. 77 ■ 1809 

? Nitela Spinolcm Olivier, Encycl. raeth. Hist. nat. Ins., t. VIII, p. 205 1811 

? Nitela Spinolae Blanchard, Hist. nat. Ins., t. III, p. 3G0 1840 

\ Nitela Spinolae Dhlb., Hym. Eur„ t. I, p. 297, Nr. 180, cT, 9 1845 

7 Nitela Spinolae Lep., Hist. nat, ins. Hym., fc. III, p. 210, Q Atl., pl. XXVII, fig, 1 .... 1845 
? Nitela Spinolae Scheuck, Nass. Grabwesp. (Jahrb. d. V^r, f, Naturk. Herz. Nassau, 12. Heft), 

p. 209, C?, 9 • 1857 

? Nitela Spinolae Taschenb., Schlüss, z. Best. etc. (Zeitschr. f. d. ges. Naturw. X), p. 100 . 1857 

? Nitela Spi7iolae Taschenb., Hym. Deutschi., p. 183, cT^ 9 1866 

Nitela Spinolae Thomson, Opusc. entom., Fsc. II, p. 239, Nr. 1 1870 

? Nitela Spinolae Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli (Ann. VI), p. 49, Nr. 1 1871 

Nitela Spinolae Thomson, Hym. Scand,, t. III, p. 205, Nr. 1, , 9 1874 



Long. 4 — 6 mm. cf, 9- Suhaeneo - nigra aut nigra; tibiarum calcaria 
pallide testacea; alae cineruscenti-hyalinae, venae nigro-fuscae. Frans et meso- 
notum suhtilissime rugulosa et dense punctulata (L. b) ; genae aciculato-strio- 
latae. Oculi in vertice plus quam longitudine flagelli articuli secundi et tertii, 
sed minus quam long, primi, secundi et tertii inter se distant. Mesopleurae 
paullum sculpturatae, fere politae. Area dorsalis segmenti mediani reticulate 
rugosa aut longitudinaliter striata - rugosa ; latera langitudinaliter rugis sub- 
regularibus striata; truncatura transverse rugosa (L. a). Abdominis segmenta 
sequentia nitida. 

Europa. 

Schwarz, mit geringem Erzschimmer. Schienensporne blass lehmgelb. 
Flügel graulich wasserhell, Geäder schwarzbraun. Kopf von der Breite des 
Bruststückes. Mittlere Kopfschi klpartie am Vorderraude quer abgestutzt, mit 
scharfen Seitenecken. Die geringste Entfernung der Augen auf dem Scheitel 
beträgt ein wenig mehr als die Länge des zweiten und dritten Geisselgliedes 
zusammengenommen, aber weniger als die der drei ersten Geisselglieder. Die 
hinteren Nebenaugen nähern sich stark den Facettenaugen, so dass die Ent- 
fernung von diesen etwa den Durchmesser eines Nebenauges ausmacht. Wangen 
fein nadelrissig. Stirne etwas gewölbt, ausserordentlich fein, nur 
unter der Lupe b noch sichtbar gerunzelt und dicht punktirt; ihre 
Mitte wird von einer Linie durchzogen, welche in den meisten Fällen weniger 
in das Auge fällt als bei der folgenden Art. Mesonotum in ähnlicher 
Weise wie die Stirne punktirt; Pleuren glänzend, fast poliert, nur mit 
geringen Spuren von Pünktchen und feinen Runzelchen (L, b). Mittelsegment 
an den Seiten bald mehr bald weniger regelmässig und etwas spärlich längs- 



Die Gattungen und Arten der Larriden Auf. 



217 



runzelig gestreift, auf der abstürzenden Fläche unregelmässig querrunzelig, auf 
seiner Horizontalfläche deutlich und unter der Lupe a leicht sichtbar uetzartig 
gerunzelt, manclunal läugsrunzelig gestreift, mit unbedeutenden Querrunzelchen 
zwischen den Längsstreifen, Die übrigen Hinterleibsringe sind glänzend, mit 
ungemein feinen Püuiitchen, denen Härchen entwachsen, sehr dünn besetzt (L, b). 

Geographiüiche Verbreitung. Nach Dahlbom in Gothland (Ys)- lu 
der Schweiz sammelte sie Frey-Gessuer bei Genthod am Genfersee, Meyer- 
Dür um Burgdorf und Touruier um Peney (Vio)- In deii Tiroler Alpen fing 
ich sie bei Landeck (^^7) und auf dem Mittelgebirge von Bozen bei Kollern 
(7. 8, 1250 Meters, m.)- Wien (Giraud). Während diese Fundorte für N. Spinolae 
Kohl als sicher gelten, findet man in den verschiedenen Arbeiten Fuudortsauf- 
zeichnungen, von denen sich nicht mit Gewissheit angeben lässt, für welche 
von beiden Arten, für Spinolae oder fallax, sie zu gebrauchen sind ; die Mehr- 
zahl davon hat wahrscheinlich doch für erstere Art zu gelten. 

Scandinavien : Höberg (Westro-Gothia, Gyllenhal), Aräs Wermlandiae 
(Zetterstedt), Wadstenalöt in Ostro-Gothia ('^7); Deutschland: Herrstein 
(ö^, 9» Tischbein), Umgebung von Berlin (Euthe, Stein), Münden (cT, Q, 
Wissmann), Weilburg und Wiesbaden (Schenck), Halle (^Ve—^Vv? Taschen- 
berg), Bamberg (Funk); Frankreich: Paris bei St. Germaiu, Fontaineblau; 
Italien: Genua (Spinola). 

2. Nitela fallax Kohl. 

NUela fallax Kohl, Neue Hymenopt. d, k. k. zool. Hof-Cab. Wien (Verbandl. d. k. k. zoo).-bot. 

GeBellscb., Bd. XXXIII, p. 331), d^, 9 1883 

Long. 4 — 6 min. 9« Suhaeneo- nigra aut nigra; tihiarum calcaria 
pallide lutea; alae cinerascenti-hyalinae, venae nigro-fuscae. Facies evidenter 
subreticulato-rugosa (L. b), non punctulata; tempora („genae") aciculato- 
striolatae. Ocidi in vertice quam longitudine flagelli articuli secundi et tertii 
plus sed quam long, primi, secundi et tertii inter se minus distant. Dorsulum 
evidenter transverse striato-rugosum (L. a); scutellum longitudinaliter et sub- 
tiliter rugosum (L. b). Pleurae mesothoracis paulum sculpturatae, fere politae. 
Area dorsalis segmenti mediani reticulato-rugosa ; latera segm. med. rugis sub- 
regularibus longitudinaliter striata; truncatura transverse rugosa (L. a). Äb- 
dominis segmenta nitida. 

In alpibus tirolensibus. Vindobona (Mus. zool. Vindobon.). 

N. fallax unterscheidet sich in beiden Geschlechtern von JV^. Spinolae 
Latr. in hervorragender Weise durch die Sculptur. Die Stirne ist nicht 
punktirt, sondern deutlich netzrunzelig; noch auffallender und 
schon unter der Lupe a leicht wahrnehmbar sind die Runzel- 
streifen, welche quer über das Dorsulum streichen; dieses ist bei 
N. Spinolae ebenfalls punktirt. Schildchen mit feinen (L. b) Längsrunzelcheu. 
Runzeln auf dem Horizontalthe ile des Mittelsegmentes netzartig, 
zerknittert und gröber als in den meisten Fällen bei N. Spinolae. 

28* 



218 



Franz Friedrich KohL 



N. fallax erkenne ich in sechs männlichen und drei weiblichen Stücken 
Trotzdem ich noch nicht im Stande war, auch andere unterscheidende Merkmale 
aufzufinden, halte ich diese Art für eine gute, da die Sculptur bei den Nitela 
nächst verwandten Gattungen^grosse Beständigkeit zeigt und sämmtliche neun 
Stücke vollkommen miteinander übereinstimmen. 

Ich entdeckte sie in Tirol bei Gummer im Eggenthaie (2. September), 
1200 Meter s. m., und bei Klobenstein auf dem Ritten, 1200 Meter s. m. Ein 
von Giraud bei Wien erbeutetes Stück befindet sich in den Sammlungen des 
k. k. Hof-Naturaliencabinetes in Wien. Auch die eine und die andere 
Fundortsangabe von N. Spinolae in den Werken der Autoren dürfte N. fallax 
für sich beanspruchen können. 

Gen. Miscophus Jur. (Taf. VIII). 



Miscophus Jnrine, Nouv. meth. clasB. Hym., p. 205 1807 

Miscophus Latr,, Gen. Crust. Ins., t. IV, p. 72, Nr. CDXCIII 1809 

Miscophus Shuck., Ess. Foss. Hym., p. 90 1837 

Miscophus Blanchard, Hist. nat. d. Ins., t. III, p. 357 1840 

Miscophus Herr, Schaff., Nomencl. entom., p. 54, Taf. V, Fig. 31 1840 

Miscophus Westwood, Intr. mod. classif. Ins., vol. II, Syn. Gen. Brit. Ins., p. 81 1840 

Miscophus Dhlb., Disp. meth,, p. I, 5, Fam. Teraphr., p. 4, 19, Gen 1842 

Miscoijhus Dhlb., Hym. Eur., t, I, Tab, exam. syn. spec, Larr., 50. Gen 1845 

Miscophus Lep., Hist. nat. ins. Hym., t, III, p, 237, 3. Gen 1845 

Miscophus Schenck, Beschr, d, in Nassau aufgef. Grabwesp. (Jahrb. d, Ver. f. Naturk, Herz. 

Nassau, 12. Heft, p. 22 und 195, 3. Gen 1857 

Miscophus Tascheub., Schlüss. z. Bestimm. (Zeitschr. f. d, ges. Naturw. X), 23. Gen., p, 96 , 1857 

Miscophus Smith, Cat. Brit. foss, Hym., p. 90, 2. Gen 1858 

Miscophus Taschenb., Hym. Deutschi., IX. Fam, Sphec. p. 156 und 202, 30, Gen 1866 

Miscophus Costa, Ann, Mus. zool. Univ. Napoli (Ann, IV), p. 81 et 94 1867 

Miscophus Thoms., Opusc. entom., Fsc. II, Ofv, Sver. Rofst., p. 242 , 1870 

Miscophus Thoms., Hym. Scand., t. III, p. 216 et 220 1874 

Miscophus EadoKzk, Fedtsch. Reise nach Turkest., p, 22 (in russischer Sprache) 1877 

Miscophus Edw, Saund., Syn. Brit, Het. Foss. Hym. (Trans. Ent. Soc, Lond,, p. IV), p, 249 et 250, 

pl. VII, Fig. 20 1880 



Hieher gehören Arten von 3 — 10 mm. Länge, schwarzer oder schwarzer 
und rotheiv^ Färbung. Oberkiefer mit einem Ausschnitte nicht weit 
von der Mitte ihrer unteren Aussenkaute, unbezahntem Innen- 
rande und einfacher Endspitze. Kopfschild und Gesicht bei den 9 schwach, 
bei den cT dichter weissfilzig. Fühler fadenförmig, hart an der Basis des Kopf- 
schildes in ziemlichem Abstände von einander eingefügt, im männlichen Ge- 
schlechte kürzer und kräftiger. Augen im Leben oft grün, gegen den 
Scheitel nur in geringem Masse oder gar nicht convergent. Die 
Stirne ist wulstfrei, in der Regel ziemlich flach. Die Nebenaugen sind alle 
drei gleich mässig rund gestaltet, regelmässig, sitzen vor der Linie, die 
man sich am Hinterrande der Netzaugen und quer über den Scheitel gezogen 
denkt, und bilden in ihrer Stellung zu einander bald ein gleichseitiges, bald 



Die Gattungen nud Arten der Larridcn ,4m/. 



219 



ein gleichschenkeliges Dreieck. Der Pronotuinwulst ist gut entwickelt und liegt 
gar nicht oder nur ganz wenig unter der Fläche des Dorsulums. Die Vorder- 
flügel besitzen zwei Cubitalzellen, die zweite ist dreieckig und 
gestielt; die erste D iscoidalqu erader mündet an der ersten Cubital- 
zelle, nahe am Verlaufe der ersten Cubitalquerader, die zweite an 
der zweiten nahe am Verlaufe der dritten Cubitalquerader. Das 
Randmal ist klein, die Radialzelle ist lanzettlich zugespitzt, an Grösse bei den 
verschiedenen Arten verschieden, oft nicht grösser als die kleine zweite Cubital- 
zelle. Die Radialader der Hinterflügel, daher auch die Spitze der vorderen 
Schulterzelle, ist kurz; die Cubitalader entspringt weit hinter dem 
Abschlüsse der inneren mittleren Schulterzelle, näher der Flügel- 
spitze. Die Bewehrung der Beine ist sehr wechselnd, bei gewissen 
Arten {M. ctenopus Kohl) deutlich und lang, besonders der aus kräftigen, langen 
Wimpern gebildete Vordertarsenkamm, bei anderen aber kurz und unansehnlich. 
Die Mittelhüften stehen einander ein wenig näher als bei Tachysphex. Mittel- 
schienen einspornig. Klauenballen mittelgross. Mittelsegment nicht in 
Felder abgetheilt, von verschiedener Länge, manchmal länger als breit. 
Aftersegment bei den 9 spitz-, bei den (j^ abgestutzt kegelförmig; bei beiden 
Geschlechtern vermisst man das Pygidialfeld. 

Die cT unterscheiden sich von den Q ausser den gewöhnlichen Ge- 
schlechtsunterschieden durch die dickeren Fühler, den schwächeren und kürzeren 
Tarsenkamm, wenn man überhaupt noch von einem solchen sprechen will, und 
das stumpfe Endsegment« 

Die Artunterschiede liegen in der Clypeusform, in der Beschaffenheit der 
Fühler, der Stellung der Nebenaugen, in der Sculptur des Gesichtes und Meso- 
thorax, in der Dicke der Wangen und der Erhebung der Stirne, in der Be- 
dornung der Beine, der Grösse der Radialzelle, der Flügeltrübung, in der Länge 
und der Sculptur des Mittelsegmeutes und erst in letzter Linie in den Färbungs- 
verhältuissen, 

lieber die Lebensweise kann bei dieser scharf begrenzten und im Systeme 
ziemlich isolirt stehenden Gattung nur das Wenige bemerkt werden, was von 
dem Miscoi)hus hicolor bekannt geworden ist; dieser nistet im Sande und trägt 
Spinnen ein; hierin dürften wohl auch die anderen Arten übereinstimmen. 

Geographische Verbreitung. Von den 11 bekannt gewordenen Arten 
stammt eine einzige aus dem neotropischeu Amerika, während die übrigen 10 
Bewohner der 1. und II. Subregion des paläarktischen Gebietes und für dieses 
eigenthümlich sind. 

Bestiiumuiigstabelle der paläarktischen Miscophiis-ArU^u, 

9- 

1 Flächenraum der zweiten gestielten Cubitalzelle etwa so gross wie der 
der Radialzelle. [Vorderes Nebenauge von den hinteren weiter als diese 
von einander entfernt. Flügel fast wasserhell mit breit und dunkel 



220 



Franz Friedrick Kohl. 



getrübtem Spitzeurande. Mittelsegmeiit verbältnissmässig lang, oben 
lederartig, matt. Wimpernkamm der Vorderbeine lang. Schwarz. Länge 
6—7-5 mm.] M. gallicus Kohl (4) 

— Flächenraum der zweiten gestielten Cubitalzelle kleiner als der der 
Radialzelle 

2 Kopf und Bruststück stark bronzeglänzeud, stellenweise poliert. Stirne 
mit einer tiefen Mittellinie, gewölbter als bei einer anderen Art. [Vor- 
deres Nebenauge von den hinteren nahezu ebenso weit als diese von ein- 
ander entfernt. Mittelsegment lang. Flügel glashell auch an ihrem 
Rande. Wimpernkamm der Vorderbeine lang. Hinterleib und Beine 
mehr weniger gelblichroth, stellenweise schwärzlich, stark befilzt. Länge 

6 V2 -^7-5 mm.] M, pretiosus {Q^) 

— Kopf und Bruststück dunkel mit geringem Erzschimmer oder heller erz- 
farbeu, in diesem Falle aber nirgends polirt 3 

3 Vordertarsenkamm sehr lang und kräftig. Wangen schmächtig; Stirne 
fast flach. Vorderes Nebenauge von den hinteren viel weiter als diese 
unter sich entfernt. Mittelsegment gestreckt, seine Hinterecken scharf. 
Die übrigen Hinterleibssegmente und die Beine ganz oder wenigstens 
grösstentheils roth. [Länge 8— 9 mm.] .... M» ctenopus Kohl (5 2) 

— Vordertarsenkamm kurz und schwach; Wangen ziemlich kräftig; Stirne 
von mässiger Wölbung. Vorderes Nebenauge von den hinteren weniger 
weit als diese unter sich entfernt. Beine schwarz. Hinterleib schwarz 
oder schwarz und roth 4 

4 Punktirung der Stirne und des Scheitels gedrängt, fast lederartig (L. b). 
Mittelbrustseiten deutlich dicht punktirt (L. &) 5 

— Punktirung der Stirne und des Scheitels zwar dicht, aber nicht gedrängt 
und nicht lederartig (L. b). Mittelbrustseiten nur undeutlich und sehr 
schwach sculpturirt, fast glatt, daher stark glänzend. [Dorsalfläche des 
Mittelsegmentes von schrägen Längsruuzeln durchzogen. Hinterleib 
schwarz oder roth und schwarz. Länge 4—6 mm.] M, concolor Dhlb. (3) 

5 Hinterleib roth und schwarz. Punktirung des Dorsulums, Schildchens 
und Hinterschildchens gedrängt (L. b). [Dorsalfläche des Mittelsegmentes 
fast netzartig, wie zerknittert, uuregelmässig gerunzelt, oder nur an 
ihrem vorderen Dritttheile, seltener der ganzen Länge nach mit nach 
hinten stark divergirenden Längsrunzeln versehen. Länge 5 — 9 mm.] 

M. bicolor Jur. (1) 

— Hinterleib ganz schwarz. Punktirung des Dorsulums, Schildchens und 
Hinterschildchens zwar dicht, jedoch nicht gedrängt (L. b). [Dorsalfläche 
des Mittelsegmentes von schrägen Längsruuzeln besetzt. Länge 5 — 6 mm.] 

M, niger Dhlb. (2) 

1) M. pretiosus kommt wohl auch in Stücken mit vorwiegend schwarzem Hinterleih vor. 
Bei der Veräuderlichkeit des Flügelgeäders ist es möglich, dass os Stücke von M. ctenopus 
gibt, bei denen die Radialzelle wie im Flügel von M. gallicus die Grösse der zweiten Cubitalzelle 
nicht oder nur unbedeutend übertrifft. 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



221 



1 Flächeuraum der Radialzelle so gross wie der der gestielten Cubitalzelle. 
[Hinterbruststück lang, oben lederartig, feinkörnig und matt (L. h). 
Flügel fast wasserliell mit stark und breit getrübtem Spitzenrande. Be- 
dornung der Beine deutlicli. Vorderes Nebenauge von den hinteren 
weniger weit als diese von einander entfernt. Schwarz. Länge 0—6*5 mm.] 

M, gallicus Kohl (4) 

— Flächenraum der Radialzelle grösser als jener der gestielten Cubitalzelle 2 

2 Die hinteren Nebenaugeu stehen einander näher als eines derselben dem 
vorderen. Mittelsegmeut hinten mit starken Seitenecken. [Kopf und 
Thorax lederartig gerunzelt. Flügel hell, am Spitzenrande breit und 
stark getrübt. Bedornung deutlich. Mittelsegment so lang als am 
Grunde breit. Beine und die Hinterleibsringe, das Mittelsegment aus- 
genommen, lichtroth. Länge 6—7 mm.] . . . 31. ctenopus Kohl (5) 

— Die hinteren Nebenaugen stehen in den Ecken eines gleichseitigen Drei- 
eckes oder so, dass die hinteren von einander weiter abstehen als eines 
derselben vom vorderen. Mittelsegment hinten ohne scharfe Seitenecken 3 

3 Kopfschild fast ganz flach. Kopf und Thorax lederartig gekörnelt. Mittel- 
segment so laug als am Grunde breit, lederartig, körnig gerunzelt. [Flügel 
wasserhell mit schwach getrübtem Rande. Bedornung der Beine sehr 
deutlich. Hinterleib und Beine röthlich pechfarben mit angedunkelten 
Stellen. Länge 5*5 mm.] M. italicus Costa?^) 

— Kopfschild in der Mitte deutlich gewölbt. Kopf und Thorax punktirt. 
Mittelsegment kürzer als am Grunde breit, mit Längsrunzelstreifen ver- 
sehen oder netzrunzelig. [Bedornung der Beine wenig merklich.] . . 4 

4 Punktirung der Stirne und des Scheitels gedrängt (L. h), Aussehen dieser 
Theile daher fast lederartig, Mittelbrustseiten dicht punktirt .... 5 

— Punktirung der Stirne und des Scheitels zwar dicht, aber nicht gedrängt, 
Aussehen dieser Theile nicht loderartig. Mittelbrustseiten nur undeutlich 
und schwach sculpturirt, fast glatt und von ziemlichem Glänze. [Dorsal- 
fläche des Mittelsegmentes von schrägen Längsrunzeln durchzogen. Hinter- 
leib meist roth und schwarz. Länge 4—6 mm.] M» concolor Dhlb. (3) 

5 Hinterleib roth und schwarz. Punktirung des Dorsulums, Schildchens 
und Hinterschildchens gedrängt (L. h.). Dorsalfläche des Mittelsegmentes 
fast netzartig zerknittert, gerunzelt, seltener mit schrägen Längsrunzeln 
versehen. [Länge 4*5 — 6'5 mm.] M» hicolor Jur. (1) 

— Hinterleib ganz schwarz. Punktirung des Dorsulums, Schildchens und 
Hinterschildchens zwar dicht, jedoch nicht gedrängt (L. h). Dorsalfläche 
des Mittelsegmentes von schrägen, oftmals undeutlichen Längsrunzel- 
streifchen durchzogen. [Länge 4—5 mm.] .... M» niger Dhlb. (2) 



•) Es schien mir unstatthaft, auf ein einziges Stück eines männlichen Miscoplms (aus Syracus), 
welcher wahrscheinlich der mangelhaft beschriebene M. italicun Costa ist, eine neue Art zu gründen. 



222 



Franz Friedrich Kohl. 



1. Miscophus hicolor Dhlb. 

Miscoplms hicolor Jur., Nouv. metb. Hym., pl. XI, 25. Geu., 1807 

Larva dubia Panz., Faun. Ins. Germ., IG. Heft, 14. Bl., Q 1808 

Miscoplms hicolor Latr., Geu. Crust. et Ins., t. IV, p. 72, Q 1809 

Miscophus hicolor Guer., Dict. Class. Hist. Nat. X, p. 032 

MiscojjJius hicolor Shuck., Ess. Brit. Foss., p. 92, Nr. 1 • . . 1837 

Miscoplms hicolor Blanch,, Hist. nat. Ins., t. III, p, 357 • . . . 1840 

Miscophus hicolor Smith, Zoologist II, p. 697, cT, $ 1840 

Miscophus hicolor Dhlh., Ilyra. Eur., t. I, p. 235, Nr. 135 et 4GG, Nr. 1, Q 1845 

Miscophus hicolor Lep., Hist. nat. ins. Hym., t. III, p. 237, Nr. 1, pl. XXVII, Fig. 6, cf, Q 1845 

Miscophus hicolor Stephens, III. Brit. Ent. Mand., vol. VII, p. 12, pl. XLII, flg. 3, 9 ... . 184G 
Miscopthus hicolor Schenck, Grabwesp. Nassau (Jahrb. d. Ver. f. Naturk. Herz. Nassau, 12. Heft, 

p. 196 et 316, cf» 9) 1857 

Miscoplms hicolor Taschenb., Schlüss. z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. ges. Naturw. X), p. 97 . . 1857 

Miscophus hicolor Giraud, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Geaellsch. Wien, p. 446, cT, Q . . . 1858 

Miscophus hicolor Smith, Cat. brit. foss. Hym., p. 91, Nr. 1, cf , Q, pl. III, fig. 4 (Q) . . . 1858 

Misco2jhus hicolor Taschenb., Hym. Deutschi., IX. Fam., p. 202, Nr. 1, 9 1866 

Miscoplms hicolor Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli (Ann. IV), p. 94, — Var. a = 9 «* var. c 1867 
Miscoplms hicolor Edw. Saund., Syn. Brit. Het. Foss. Hym. (Trans. Ent. Soc. Lond., p, IV), 

p. 250, d^, 9 1880 

Long. 4'5 — 8 mm. cf, 9- Niger, äbdomen in parte anteriore rufum. 
Caput et thorax subaenea; alae sübhyalinae, in apice obscuriores. Frons sub- 
plana microscopice rugulosa, confertim punctulata (L. a, b), subopaca. Dor- 
sulum et scutellum confertim punctata (L. a), mesopleurae densissime punctata, 
rugulis paucis punctaturae intermixtis. Area radialis quam areola cubitalis 
secunda petiolata midto major. Tibiae parce spinulosae. Pecten tarsale fere 
deest. Area dorsalis segmenti mediani reticulate rugosa, rugae longitudinales 
nonnunquam paulum praevalent ; segmenti mediani pleurae longitrorsum striate- 
rugosae. Cetera abdominis segmenta subtilissime punctulata (L. b). 

cf. Long. 4 5—6-5 mm. Clypei medius margo parvus, mutice subtrian- 
gularis. Abdominis segmentum secundum et tertium rufa. 

9- Long. 5 —8 mm. Clypei medius margo subarcuate truncatus. Ab- 
dominis segmentum secundum, tertium et quartum rufa. 

Variat 9 abdominis segmento quarto ut in (j^ nigro. 

Schwarz, mit leichtem Erzschimmer. Beim cT ist das zweite und dritte, 
beim 9 das zweite, dritte und vierte Hinterleibssegment braunroth. Die Flügel 
sind schmutzig wasserhell, am Spitzenrande fast bis zur zweiten Cubital- und 
zweiten Discoidalzelle zurück bräunlich getrübt. 

Die Mittelpartie des Kopfschildes erscheint leicht angeschwollen, hat einen 
schmalen, jedoch nicht undeutlichen Rand, welcher beim 9 in einem Bogen 
von ziemlicher Ausdehnung verläuft, beim cf dagegen nur klein ist und stumpf- 
dreieckig vortritt. Das zweite Fühl ergeisselgl ied übertrifft beim Q 
das erste um das Doppelte an Länge. Die Nebenaugen bilden in 
ihrer Stellung zu einander ein gleichschenkeliges Dreieck, welches 
bei oberflächlicher Anschauung auch für ein gleich seitiges ge- 
halten werden könnte: die beiden liinteren sind von einander 



Die Gattungen und Artin der Larriden Auf. 



223 



weniger weit entfernt als eines der hinteren vom vorderen. Die 
Stirne ist mikroskopisch feingerunzelt und gedrängt punktirt, 
ziemlich matt; diese Punktirung kann unter der Lupe a eben noch wahr- 
genommen werden. Aehnlich, nur etwas gröber, ist die Punktirung 
des Dorsulums und des Schildchens, besonders aber die der Meso- 
pleuren. Stellenweise kann man an den Mesopleuren kleine, kurze Runzel- 
streifchen wahrnehmen (L. b). Die Radialzelle der Vorderflügel über- 
trifft die zweite Cubitalzelle erheblich an Grösse. Die Zahl der 
Frenalhäckchen finde ich schwankend, kleinere Stücke zeigen nur neun, zehn 
und eilf, grössere auch zwölf und dreizehn. Die Bewehrung der Beine ist 
, schwach, die Schienendörnchen sind ganz unansehnlich, auch die 
Bedornung der Vordertarsen ist derart, dass man kaum von einem 
Tarsenkamm reden kann. 

Die Rückenfläche des Mittelsegmentes ist netzartig, oft wie zerknittert 
gerunzelt; manchmal herrschen unregelmässige Längsrunzeln vor. Die Seiten 
sind längsrunzelig gestreift. Die Länge des Mittelsegmentes ist bei M. bicolor 
und bei den folgenden Arten sichtlich geringer als dessen Breite an der Basis. 

Der zweite Hinterleibsring hat oben an der Basis einen linienartigen Längs- 
eindruck, der nicht bei allen Individuen die nämliche Länge zeigt. Unter der 
Lupe b erscheinen die Hinterleibsringe vom zweiten (incl.) an fein punktirt; 
diese Pünktchen sind blos die Ursprungsstellen ganz kurzer, niedergedrückter, 
höchst unscheinbarer Härchen. 

Lebensweise. M. bicolor zeigt sich auf Sandhügeln und baut im Sande. 
Verwandte Bedürfnisse führen ihn dort mit Tachysphex-Arten zusammen; be- 
sonders leicht ist er beim Fang mit kleineren Stücken (cf ) von T. pectinipes 
zu verwechseln. Auch an unübertünchten Mauern huscht das Wespchen herum 
und sucht in deren Löchern Spinnen, womit es die Brut versorgt. Nach Giraud 
(„Note sur un Hymenoptere nouveau du genre AmpuL etc., Verhandl. d. k. k. 
zool.-bot. Gesellsch. in Wien, 1858, p. 446) trägt M. bicolor die Spinnen Äsagena 
serratipes Sehr., Theridium signatum Walken, und Phalangium phaleratum Panz. 
ein. Diese Angaben dürften richtig sein, wenigstens wurden mir mehrere von 
dieser Wespe abgejagte Spinnen von fachmännischer Seite als Asagena serratipes 
bestimmt. 

Geographische Verbreitung. In der L und IL Subregion der paläark- 
tischen Region verbreitet. England selten: Chobdam, Weybridge, Coombe Wood, 
Sandhurst (Shuck., Smith, Saunders). In Skandinavien scheint M. bicolor 
zu fehlen. Deutschland: Glogau in Schlesien (Zeller), Rixdorf bei Berlin (20/7, 
Dh Ib.), Umgebung von Berlin (Ruthe und Stein), Halle ("/ß— 2%, Taschen- 
berg), Kelsterbach bei Frankfurt a/M., Hedemünde (Wissmann), Bamberg 
(Punk). Oesterreich : Wien (Giraud), Mödling (Scheffer). Tirol: Mühlau (6/10), 
Zirl (Ve), Mutters (^/e), Letz bei Zams im Ober-Innthale (^Vv); Weissenstein 
bei Windisch-Matrei (Vs)» üntertilliach bei 1300 Meter s. m. (^Vs)» Gries bei Bozen 
auf Evonymus japonicus (^^7), Riva (7?), Mezzolago im Val di Ledro (V7), 

Z. B. Ges. P.. XXXI V. Abb. 29 



224 



Franz Friedrich Kohl. 



Klobenstein bei 1200 Meter (8). Schweiz: Bois des freres, Sierre (26/7, Frey- 
Gessner), Nyon (Chevrier), Peney (V7, ^^7, Tournier), Burgdorf (Meyer- 
Dür), Zürich (Dietr. Samml.). Belgien: bei Brüssel selten (Wesmael). 
Frankreich: Paris (Lep.). Italien: in Toscana ziemlich häufig (Piccioli), 
Susa (Giraud). 

2. Miscophus niger Dhlb. 

Larra spuria Dhlb., Exerc. Hyra. ad ill. faun. Suec, p. 56, Nr. 7 183.3 

Miscophus niger Dhlb., Hym. Eur., t. I, p. 236, Nr. 136, cf , 9> et p. 466, Nr. 2, cf , Q 1845 
Miscophus spuriiis Dhlb., Hym. Eur., t, I, p. 237, Nr. 138, cT, $ • Tab. exani. sy n. 

spec. Larr., p. 466, Nr. 4, c^, Q 1845 

Miscophus niger Schenck, Beschr. d. iu Nassa u auf gef. Grabw esp. (Jahrb. 

d. Ver, f. Naturk. Herz. Nassau, 12. Heft, p. 196, Nr. 1) 1857 

Miscophus spurius Schenck, Beschr. d. in Nassau aufgef, Grabwesp. (Jahrb. d. Ver. f. Naturk. 

Herz. Nassau, 12. Heft, p. 196, Nr. 2) .... 1857 

Miscophus niger Taschenb., Schlüss. z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. ges. Naturw. X), p. 97 , . 1857 

Miscoxihus spurius Taschenb., Schlüss. z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. ges. Naturw. X), p. 97 . 1857 

Miscojyhus niger Taschenb., Hym. Deutschi., IX. Fam. Sphec, p. 202 und 203, Nr. 4 ... . 1866 

Miscophus spurius Taschenb., Hym. Deutschi., IX. Fam. Sphec, p. 202 und 203, Nr, 2 ... 1866 

Mis cophus niger Thoms., Opusc. Entom., Fsc. II, p. 242, Nr. 1, cf, $ 1870 

Miscophus niger Thoms., Hym. Scand., t. III, p. 222, Nr. 2, cf, Q 1874 

Miscophus niger Radoszk., Fedtsch. Reise in Turkest., p. 23, Nr. 1, 1877 

Long. 4—6 mm. Niger; Caput et thorax subaenea. Alae subhyalinae, 
in margine apicali ohscuriores. Frons microscopice rugulosa et confertim 
punctulata (L. b), subopaca. Dorsulum et scutellum dense — minime vero con- 
fertim punctata (L. b) ; mesopleurae dense punctatae, punctaturae ruguUs inter- 
mixtis. Area radialis alarum anteriorum quam areola cubitalis secunda petiolata 
major. Pecten tarsale pedum anteriorum fere deest. Area dorsalis segmenti 
mediani rugis longitudinälibus, irregularibus, paulum obliquis strigosa; segmenti 
mediani pleurae longitrorsum striate rugosae. 

cf . Long. 4 — 5 mm. Clypei margo medius parvus, mutice subtriangularis. 

9. Long. 4'5—6mm. Clypei margo medius subarcuate truncatus. 

Miscophus niger ist eine kleine, schwarze Art, pechroth sind nur zum 
Theile die Oberkiefer und die Spitze des Fühlerschaftes. Von M. bicolor ist er 
ausser durch die geringere Grösse durch die etwas seichtere Punktirung des 
Schildchens (L. b), die der Länge nach zum Theile schräg nach aussen ver- 
laufenden Runzelstreifen der horizontalen Mittelsegmentfläche und durch die ganz 
schwarze Hinterleibsfärbung verschieden. 

Die abstürzende Mittelsegmentfläche ist wie bei M. bicolor mit queren 
Ruuzelstreifen besetzt und wird durch eine Längsrinne, die Fortsetzung einer 
geraden Runzel, welche die Horizontalfläche halbirt, getheilt. Dasselbe gilt wohl 
auch von M. bicolor. 

Leichter als mit M. bicolor ist M. niger wegen seiner Kleinheit mit 
M. concolor Dhlb. zu verwechseln. M. concdlor ist viel glätter, glän- 
zender; dieSculptur auf der Stirne ist nicht wie bei niger gedrängt, 



Die Gattungen und Arten der Larrideu Auf. 



225 



auch die des Dorsulums viel dünner. Besonders glänzend er- 
scheinen bei concolor die Mesopleuren. In der Sculptur des Mittel- 
segmentes steht niger dieser näher als bicolor. 

In der Lebeusweise gleicht 31. niger der vorigen Art. Ich fing ihn immer 
an Saudplätzen, in der Nähe von Mauern, wo er sich an windfreien heissen 
Sommertageu emsig herumtummelt. Zuerst tritt er im Mai, am häufigsten im 
Juni und Juli auf; einzelne Weibchen kann mau noch Ende September und 
Anfangs October beobachten. 

Geographische Verbreitung. Diese Art ist aus Ceutral-Europa bekannt 
und geht bis zum Polarkreise. In der Mediterranregion wurde sie ausser im 
südlichen Tirol meines Wissens uoch nicht beobachtet. In Folge ihrer geringen 
Grösse und ihrer ausserordentlichen Flüchtigkeit ist sie nur schwer bemerkbar 
und wird uicht sehr oft gesammelt. Daher glaube ich auch, dass sie im Mittel- 
meergebiet da und dort noch wird gefangen werden. 

Von England kennt man M. niger uicht. Scandinavien: Ostro-Gothia in 
Wadstena Löt, Medbamraäng (Zetterst.), Bahusia bei Uddevalla (Gylleuhal, 
Marklin); Skanien uicht weit von Lund, cf, 9 (Dahlbom), beim Dorfe Glösbo 
in Gestricia (^^s, Dahlbom), in Saudgräben bei Stendjörke, Gothland (cf, $, 
7, Dahlbom), Finland, bei Ule&berg (6^^ n. Br., Nylander). Deutschland: 
Hedemünde (9, Wissmann), Welliugholthausen ("/s, Sickman n '), Jungfern- 
heide und Rixdorf bei Berlin {^'l-;, -^/-j, Dahlbom), Umgebung von Berlin (nach 
Ruthe und Stein häufig), Halle C/s—^Vsj Taschenb.). Oesterreich: Türken- 
schanze bei Wien (Rogenh of er), in Tirol bei Zams (^VvX bei Bozen {^/q — '^g)» 
Klobenstein (1200 Meter, 8). Schweiz: St. Moriz im Oberengadin (Morawitz), 
Bois des freres (*%o> 9)- 



3. Miscophus concolor Dhlb. 

Miscophus concolor Dhlb., Hym. Eur., t. I, p. 236, Nr. 137, , 9> et Larr., p. 466, 

Nr. 3, cf , 9 1845 

Miscophus concolor Schenck, Beschr. d. in Nassau aufgef. Grabwesp. (Jahrb. d. Ver. f. Naturk. 

Herz, Nassau, 12. Heft, p. 196, Nr. 2, et p. 316, (^) 1857 

Miscophus concolor Taschenb., Schlüss, z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. ges. Naturw. X), p. 97 . 1857 

Miscophus concolor Taschenb., Hym. Deutschi., IX. Farn., p. 203, Nr. 3 1866 

Miscophus concolor Costa, Ann. Mus. zool. Napoli (Ann. IV), p. 95 1867 

Mi scophus concolor Thoms., Opusc. entom., Fsc. II, p. 243, Nr. 2, cT, 9 . . . . 1870 

Miscophus concolor Thoras., Hym. Scand., t. III, p. 221, Nr. 1, cf, 9 1874 

Long. 3 — 6 mm. cf, 9 • Niger, caput et thorax subaenea et subglabra, 
pedes et antennae nonnunquam rufo-picea; mandibulae et segmentum abdominis 
secundum rufa, aut rufo-picea. Alae subhydlinae. Frans subconvexa, dense 
non tarnen eonfertim punctulata, subnitida. Dorsuluni et scutellum punctulatum 
(L. b). Ocelli posteriores inter se paulo plus distant, quam quorum unus ab 



Verzeichniss der bei Wellingholthausen bisher aufgefundeneu Raubwespen mit biologischen 
uud literarischen Notizen (V. Jahresb. d. natunviss. Vereines zu Osnabrück), Franz Sickmann, 1883. 

29* 



226 



Franz Friedrich Kohl. 



ocello anteriore. Mesopleurae subpölitae. Area dormlis segmenti mediani longi- 
trorsum striate-rugosa. Tibiae parce spiniilosae ;tarsi atitici hrcvissimeaculeati 9 • 
Area radialis alarum anter. quam areola cubitalis secunda multo major. 
(j^. Long..3~5 5 mm. 

9. Long. 4'5 — 6 mm. Chjpei margo medius rede truncatus. 

31. concolor ist die kleinste bekannte Miscophiis- Avt, überhaupt eine der 
kleinsten Grabwespen. Schwarz. Kopf und Thorax schwach erzfarben. Ober- 
kiefer pechroth. Fühler schwarz oder dunkel pechroth bis pechgelb. Zweitor 
Hinterleibsring roth. Beine schwarz oder röthlich. Am nächsten verwandt ist 
31. niger Dhlb.; von ihm unterscheidet er sich durch die seichtere 
Punktirung der Stirne, den fast gerade abgestutzten Kopfschild- 
rand beim Q, welcher bei niger schwach bogenförmig verläuft, die 
glänzenden, fast glatten, weil nur sehr mangelhaft s culpturirten 
Mesopleuren und die Färbung des Hinterleibes. 31. hicolor ist 
viel grösser, durchschnittlich fast doppelt so lang, seine Stirne gedrängt 
punktirt, daher von mattem Aussehen, auch die Punktirung des Mittel- 
bruststückes ist viel dichter, ein Unterschied, welcher besonders an den Pleuren 
auffällt. In der Sculptur des Mittelsegmentes gleicht 31. concolor dem 31. niger; 
es ist oben nicht wie bei 31. hicolor unregelmässig gerunzelt, 
sondern mit Längsrunzelstreifchen besetzt, die sich zum Theile 
gegen die Seiten hin biegen. In der Ausdehnung der rothen Farbe auf 
dem Hinterleibe soll 31. concolor variiren. 

Die Lebensweise ist von der des 31. hicolor wohl nicht verschieden ; 
Näheres weiss man nichts darüber. 

Geographische Verbreitung. Skandinavien: Lackalänga bei Lund ('Vs» 
1836) 9, Glösbo in Gestrizien, 25/g, 1840 (Dahlbom), Wadstena Löt, Ostro- 
Gothia 9 (Dahlbom). Deutschland: Rixdorf bei Berlin (cT, 9, Dahlbom), 
Umgebung Berlins (Ruthe und Stein), Mombach (Schenck), Wellingholt- 
hausen CVs' Sickmann), Bamberg (Funk). Belgien: bei Brüssel (Wesm.). 
Schweiz: Peney (2^6' Vt» ^Vt» Tournier). Italien: Ligurien, Umgebung von 
Neapel (Costa). 



4. Miscophus gallicus Kohl. 

7 Miscophus aier Lep. (nou v. d Lind 1), Hist. uat. lue. Hym., t. III, p. 238, Nr. 2, 9 • • • '^^^^ 
Miscophus gallicus Kohl, Verhandl. d. k. k, zool.-bot. Gesellsch. Wien, XXXIII. Bd., p. 347, 

Nr. 1, cT, 9 1883 

Long. 6— 7' 5 mm. cT, 9- Niger; mandibulae in medio et antennaritm 
scapus antice flavescentia. Alae hyalinae, in margine apicali late infuscatae, 
venae nigro-fuscae. Areola cubitalis secunda magnitudine areae radiali circiter 
aequalis. Pedes spinulosi. Frons et thorax opaca, coriacea, suhtilissime et 
confertim punctulata (L. h) puhe cineria pruinosa. Segmentum medianum 
suhelongatum — longitudo ejus latitudini hasali aequalis ■— coriaceo-opacum 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



227 



et velut cetera abdominis segmenta cinereo-snhpnUnosum, arca dorsalis linea 
tenui mediana divisa, truncatura rugis curvatis tmnsversis et supernc foveola 
instmcta. 

cf. Long. — 6'5mm. Facies subplana, quam in 9 paullulum con- 
vexior. Occlli posteriores ab ocello anteriore quam inter sc paullo minus 
distant. Flagelli articulus secundus quam primus tantummodo sesqui longior. 

9. Long. 6 5 — 7 5 mm. Facies fere plana, tantummodo paullulum con- 
vexa. Ocelli posteriores ah ocello anteriore quam inter sc plus distant. Än- 
tennarum flagelli articulus secundus quam iwimiis duplo longior. Pecten tarsale 
magnum. 

Massilia (Gallia); Peney (Helvetia). 

Schwarz. Oberkiefer in der Mitte und Fühlcrscliaft an seiner Vorderseite 
j^elblicb. Flügel wasserliell mit schwarzbraunem Geäder, am Spitzonrande bis 
nahe an die Zellen heran stark schwärzlich getrübt. Kopf und Thorax, in 
geringerem Masse auch der Hinterleib, wird von einem graulichen Tonicnte zart 
reifartig überzogen. 

Q. Die mittlere Kopfschildpartie ist mit einem breiten Eande versehen, 
welcher fast gerade, nur sehr schwach bogenförmig verläuft, und wird von den 
Seitenlappen des Clypeus beiderseits durch einen Einschnitt getrennt. Gesicht 
fast flach, nicht stärker gewölbt als bei folgender Art {31. ctenopus Kohl). 
Fühler massig lang, ihr zweites Geisseiglied kaum mehr als zwei- 
mal so lang als das erste. Die hinteren Nebenaugen sind unter 
einander weniger weit entfernt als vom vorderen, bilden also 
übereinstimmend mit ilf. ctenopus in ihrer Stellung ein spitzes, 
gleichscheukeliges Dreieck. 

Gesicht und Bruststück matt lederartig, unter der Lupe b fein und ge- 
drängt punktirt. Die Sculptur liegt wegen der erwähnten reifartigen Befilzung 
bei frischen Stücken nicht offen zu Tage. Die Radialzelle der Vorder- 
flügel ist klein, hat ungefähr die Grösse der gestielten zweiten 
Cubitalzelle. Die Bewehrung der Beine viel stärker als bei 
M. bicolor Jur., der Tarsenkamm des ersten Paares gut entwickelt, lang, 
wenn auch nicht so lang und seine Dornen nicht so kräftig wie bei 31. ctenopus. 
Das Mittelsegraent ist graulich bereift, ähnlich wie bei ctenopus gebildet und 
sculpturirt, lang, seine Länge kommt etwa seiner grössten Breite an 
der Basis gleich; hinten fällt es steil ab. Die abfallende Fläche zeigt bogen- 
förmig gekrümmte Querrunzeln und in der Mitte der oberen Hälfte eine Grube. 
Die Dorsalfläche wird durch eine Mittellinie halbirt und erscheint wie die Mittel- 
segmentseiten unter der Lupe a lederartig und matt, unter der Lupe h ganz 
fein körnig gerunzelt. Zum Unterschiede von ctenopus mag noch erwähnt werden, 
dass die Kantenrunzel zwischen der Dorsalfläche und dem abstürzenden Theile 
keine scharfen Seitenecken bildet. Die übrigen Hinterleibsringe zeigen nichts 
Erwähnenswerthes . 

Das sieht dem 9 sehr ähnlich, nur ist die Mittelpartie des Kopf- 
schildes in stärkerem Masse bogenförmig, die Stirne convexer, die Fühlergeissel, 



228 



Franz Friedrich Kohl. 



deren zweites Glied kaum mehr als r5mal so lau g als das erste ist, 
dicker. Die hinteren Nebenaugen sind von einander gerade noch bemerkbar 
weiter entfernt als eines derselben vom vorderen. 

Von M. bicolor unterscheidet sich M. gallicus durch die schwarze Färbung, 
den schlankeren Bau, den breiteren Kopfschildrand, die flachere Stirne, die 
Stellung der Nebenaugen Q , die feinere Sculptur des Kopfes und Bruststückes 
und die stärkere Haarbereifung dieser Theile, die viel kleinere Radialzelle, die 
schärfer abgesetzte Flügelrandtrübung, die stärkere und längere Bedornung der 
Beine, das gestrecktere, lederartige Mittelsegment und endlich die schwarze Körper- 
färbung. In allen diesen Punkten, mit Ausnahme des letzterwähnten, unter- 
scheidet er sich auch von M. niger Dhlb. (= spurius Dhlb.). 

M. ctenopus steht dem M. gallicus entschieden am nächsten, ist aber 
nicht leicht zu verwechseln, da er eine andere Färbung, einen viel kräftigeren 
und noch längeren Tarsenkamm, schärfere Hinterecken des Mittelsegmentes 
besitzt; das zweite Fühlergeisselglied der 9 ist bei ctenopus sichtlich länger 
und die Radialzelle um etwas, wenn auch nicht so viel grösser als bei bicolor 
und dessen nächsten Verwandten. 

Geographische Verbreitung. Diese Art wurde mir von Herrn Camille 
Jullian aus Marseille mitgetheilt. Herr Tournier fing sie in der südwest- 
lichen Schweiz bei Peney. 

Es ist wohl möglich, dass 31. gallicus mit M. ater Lep. -) identisch ist. 
Die Beschreibung Lepeletier's gibt aber über die eigentlich entscheidenden 
Merkmale: die Form der Stirne, die Stellung der Nebenaugen, die Grösse der 
Radialzelle, die Bedornung der Beine, keinen Aufschluss. Ob die Form Van 
der Linden 's, welcher die Bezeichnung „M. ater'' schuf, mit dem M. ater 
Lepeletier's identisch ist, kann nach dem Texte nicht eruirt werden. 

5. Miscophus ctenopus n. sp. 

Miscoplms ctenopus Kohl, Verh. d. k. k. zool.-bot. Üesellech. Wien, XXXIII, p, 349, (j^, 9 . 1883 
Miscophus Manzonii Grib., Ann. Mus. civ. stor. nat. Genova, vol. XX, p, 386, Nr, 12, 9 • • ^^84 

Long. 6— 9 mm. cf, 9- Niger; caput, thorax et segmentum medianum 
subaenea, pube albida pruinosa. Calla humer alia, alarum squamulae, man- 
dibulae, antennarum scapus et subtus pedicellum flava. Abdominis segmenta 
pallide rufa, nonntmquam ex parte indeterminate nigricantia; pedes rufi, 
femora supra nonmmquam nigra. Älae fere hyalinae, anteriores in margine 
apicali late infuscatac; venae luteae. Areola cubitalis secunda Ciuam area 



1) M. ater Lep., Hist. nat. Ins. Hym., t. III, p. 238, Nr. 2, 9 • — „CaptU nigrum, anticepraesertim 
argenteo pubesceiis. Antennae nigrae. Thorax omnis niger, argenteo suhpubescens. Metathorax supra 
suhrugosiis; sulco unico longitudinali dorsali impresso. Abdomen omnino nigrum. Pedes nigri, 
argenteo suhvillosi. Alae hyalinae, apice fuscae, nervuris, puncto marginali squammaque nigris. 9 • 
Paris. — Synonymum Lindenü cum dubio affero. Mihi enim prohaUle videtur a Lindenio habitum 
pro distincta fore nostrum Miscophum atrum, raiione habita ex metathoracis sulco dorsali unico."' 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



229 



radialis minor. Pedes evidentissime spinulome, spinulae nigrae. Frons con- 
fertim punctulata (L. 6), coriacea, thorax coriaceo-rugulosa (L. h) velut frons 
fere opaca. Segmentum medianum elongatum, coriaceum, longittidine latitudini, 
basali aequalis; truncatura postica rugis transversis arcuatis instructa. 

. Long. 6 — 7 mm. Ocelli postei'iorcs ah anteriore quam inter se plm 
distant. Flagelli articulus secundus quam primus sesqtii longior. Frons 
subplana. 

Q . Long. 7—9 mm. Ocelli posteriores ah ocello anteriore quam inter se 
evidenter plus distant. Antennae tenues; flagelli articulus secundus quam 
primus duplo et dimidio longior. Frons fere plana. Pecten tarsale validum 
et maximum. 

Tor; Arahia septentrionalis. 

Kopf, Thorax und Mittelsegment nicht undeutlich erzfavben. Oberkiefer, 
Vorderrand des Kopfschildes, Fühlerschäfte, Unterseite des ersten Geisselgliedes, 
Schulterbeulen und Flügelschuppen gelb. Hinterleib, das Mittelsegment aus- 
genommen, lichtroth, an den hinteren Segmenten stellenweise schwärzlich au- 
gelaufen. Beine ebenfalls hellroth, mit schwarzer Bedornung, die Hüften, die 
Oberseite der Schenkelringe und manchmal in unbestimmter Ausdehnung" auch 
die Oberseite der Schenkel schwarz. Nach allen Anzeichen dürfte die Färbung 
bei dieser Art abändern, wenn sich auch annehmen lässt, dass die rothe Färbung 
an den Beinen und auf dem Hinterleibe vorherrschend bleibt. 

9. Der Kopfschild r and ist breit, viel breiter als bei M. hicolor; 
die Mittelpartie des Kopfschildes hat ungefähr die nämliche Querausdehuung wie 
bei diesem und bildet einen flachen Bogen, welcher beiderseits durch einen Ein- 
schnitt von den Seitenlappen des Kopfschildes getrennt wird und in der Mitte 
nicht so weit wie bei hicolor vorspringt. 

Die Fühler sind dünner als bei hicolor; das zweite Geisael- 
glied ist etwa 2*5mal so lang als das erste, bei M. hicolor etwa zweimal. 
Die Stirne ist viel flacher, matt, unter der Lupe & sehr fein und gedrängt 
punktirt. Die Nebenaugen stehen in den Ecken eines spitzen, gleich- 
schenkeligen Dreieckes; die Entfernung der hinteren unter sich 
ist grösser als die eines von ihnen vom benachbarten Netzauge^ 
aber viel geringer als die Entfernung vom vorderen Nebenauge. 
Die lederartige, durch eine gedrängte Punktirung hervorgerufene Sculptur des 
Thorax und der Stirne wird von einem kurzen, ziemlich dichten weisslichen 
Toment bedeckt, ohne jedoch die mattgrüne Erzfarbe des Bruststückes voll- 
kommen zu verhüllen. Den unteren Theil des Gesichtes überdeckt eine reichere 
weisse Befilzung. Die lehmgelb geäderten Vorderflügel sind fast wasserhell, am 
Spitzenrande sehr breit, bis zu den Zellen heran stark braun getrübt. Öie 
Radialzelle ist zwar lileiner als bei M. hicolor, indessen bei den 
vorliegenden Stücken an Fläche doch noch grösser als die gestielte 
zweite Cubitalzelle. Die Beine sind schlank und durch ihre lange, reiche 
Bedornung vor den meisten anderen Miscoplius - kxiQ.Ti ausgezeichnet. Der 



230 



Franz Friedrich Kohl. 



Wimpernkamm der Vordertarsen wird von sehr langen, kräftigen 
und ein wenig gebogenen Wimpern gebildet; vier sitzen auf dem Meta- 
tarsus; die erste davon ist kurz und nicht auffallend, die drei fol- 
genden aber sind lang, besonders die beiden letzten, welche fast 
die Länge des Gliedes haben, dem sie anhaften. Die beiden folgenden 
Tarsenglieder tragen je einen sehr langen, zur Kammreihe zählenden Wiraper- 
dorn. Auch die übrigen Tarsen und die Schienen weisen eine kräftige 
Bedornuug auf, welche durch ihr Schwarz von der rothen Farbe der 
Glieder schroff absticht. Das Mittelsegment ist gestreckt, viel länger als 
bei M. bicolor, ungefähr in dem nämlichen Läugenverhältnisse wie bei M. gdl- 
licus; es ist etwa so lang als an seiner Basis breit; hinten fällt es sehr steil, 
fast senkrecht ab. Die Sculptur des Mittelsegmentes ist eine lederartige, run- 
zelig feinkörnige (L. 1)); nur die abstürzende Fläche hat einige derbe, gebogene 
Querrunzeln; die Kante, welche beim Uebergange der Horizontalfläche zur ab- 
stürzenden Fläche gebildet wird, ist sehr scharf und bewirkt an den Seiten die 
Bildung einer Ecke, welche wahrgenommen wird, wenn man das Mittelsegment 
von der Seite besieht. 

Die übrigen Hinterleibsringe tragen eine kurze Haarbefilzung, welche häufig 
abgerieben ist. Das gleicht dem 9 ausserordentlich; es hat die nämliche 
Farbe und Sculptur und Form des Mittelsegmentes; es ist aber kleiner, seine 
Stirne etwas gewölbter, wenn schon noch ziemlich flach, seine Fühler 
sind kürzer und dicker; das zweite Geisseiglied ist etwa doppelt so 
lang als das erste. Die hinteren Nebenaugen stehen vom vorderen 
nicht ganz so weit ab wie beim 9» obwohl sie von ihm deutlich 
weiter entfernt sind als von einander. Die Bedornung der Beine 
ist gleichfalls stark, stärker als beim 9 von 31. bicolor, nur fehlen 
die Wimperdornen auf dem Metatarsus des ersten Fusspaares. 

Costa beschreibt einen Miscophus itaUcus^) aus der Umgebung von 
Neapel, Radoszkowsky einen M. sericeus^) von Egypten, welche vielleicht 
mit M. ctenoims nahe verwandt sind; leider sind die Beschreibungen für eine 
sichere Deutung ganz unzulänglich. 



1) 31. italicus Costa (Aun. Mus. zool. Napoli [Aan. IV], p. 94, Nr. 2, 1867). „Niger, hre- 
vissime cano piiherulus; dbdominis segvientis primis trihus rufis, metanoto in dorso suhtilissime punc- 
iulato-coriaceo, stilculo medio longitudinali, truncatura postica transverse striata; alis cinereo-hyalinis, 
apicelate fumatis. 9- Long. corp. 6 mm., expans al. 10 mm. — Simile a primo aspotto al M. hicolor, 
dal quäle difterisce essenzialmente pel dorso del raetatorace non aftato rugoao, ne reticolato ; bensi 
fiaamente coriaceo, con un distinto solco longitudinale nel mezzo. Trovato nelle adjacenze di 
Napoli etc." 

2) M. sericeus Radoj-zk. (Comptes rend. d, Hyra. rec. en Egypte et Abyss. [Hör. soc. ent. 
rOBS., t. XII, p. 134, Nr, 54, 1876]). „Niger, capite thoraceque nlbido-tectis ; antennis articulo primo, 
pedibus ahdominisque segmentis tribus primis ferriigineis. Alis liyalinis, in medio apicis fumatis, nervis 
hdeis. Long. 6 mm. — La tete et le corselet couverts d'un duvet ties-court, comrae de la poussiere, 
d'une couleur blauchätre. La base des antennes et lee pieds ferrugiaeux. Les trois premiers sogments 
abdoiniuaux ferrugineux, avec im duvet soyeux argente. La moitie basale des ailes transparentes, 
la moitie apicale forteraent enfumee; nervurps ferruginenses. Var. Troisieme segment, hanches, 
cuis«eH et nervures des ailes noirs." 



Die Gattungen und Arteu der Larriden Aut. 



231 



6. Miscophus pretiosus Kohl. 

MUcuithm prdiosus Kolil, Verh. d. zool.-bot. Gesellßcb. Wien, XXXllI. Bd., p. 351, Nr. a, 9 1*^83 

Long. 7 mm. Q. Caput, thorax et scgmentum medianiim aenea, nitida, 
pro parte polita. Mandibidae et antennarum scapi flava. Abdomen, segm. 
medianum exceptum, et pedes luteo-picea, ex parte nigricantia. Älae omnino 
hyalinae, venae palUdae. Frans convexiiiscula, polita, linea frontali profunda 
impressa. Antennarum flagelU articulus secundus quam primus duplo et di- 
midio longior. Ocelli in trigonum aequilaterale dispositi, posteriores ab oculis 
quam inter se non plus distant. Dorsulum et mesopleurae nitida in locis 
detritis polita. Area radialis alarum anteriorum areolam cubitalem magnitudine 
superat. Pedes evidenter spinulosi; pecten tarsale pedum anteriorum magnum. 
Segmentum medianum siüjelongatum, longitudo ejus latitudini basali aequalis; 
area dorsalis coriaceo rugulosa (L. b), pleurae oblique rugulosae (L. b), trun- 
catura trunsverse striata. Cetera abdominis segmenta tomento brevi flavo-albido 
obtecta. — ignotus. 

Corfu (Mus. caes. Vindob.). 

Lebhaft erzfarben. Oberkiefer und Fühlerschäfte gelb, Taster und 
Kopfschildrand braun, Schulterbeulen braungelb. Hinterleib — das Mittelseg- 
meut abgerechnet — und Beine gelblich pechfarbeu; sowohl Hinterleib als die 
Schenkel zum Theile angedunkelt. Die Färbung der Beine und des Hinterleibes 
ist sicher sehr veränderlich. Bedornung schwarz. Flügel vollständig wasserhell, 
ohne Randtrübuug, ihr Geäder blass lehmgelb. Kopfschild silberglänzend, gegen 
die Stirue hin gelblich behaart. 



M. tnaritirmis Smith (Cat. Erit. Foss. Hym. 1858, p. 91): „ilf. nige,r, capite, thoraceque 
nifjto-aeneis, alis apicis fuscis. — Q- 2V2— 2'/*'", schwarz; Kopf und Thorax gläuzond und mit 
schwachem Kupferschimmer, dicht und fein puuktirt; Stirne mit linearem Eindrucke zwischen dem 
vorderen Nebenauge und der Fühlerinsertion. Thorax mit einem auf dem Mesothorax schwach bis 
zur Mitte des Dorsuluma fortgesetzten Linieneindrucke in der Mitte des Collare. Mctathorax 
schwarz, mit centraler Läugslinie, welche zur Grube am Kande der abstürzenden, dicht quer- 
gestreiften Fläche läuft. Basis des Metathorax mit einigen unregelmässigeu, schrägen Streifen. 
Flügel bräunlich, glashell, mit rauchigem Apicalrande, Hinterleib glänzend, sehr fein punktirt, 
niuterrand des ersten und zweiten Segmentes schwach zusammengedrückt, (j^ 2— 2V4'", vom Q 
durch die schwächere Silberbehaarung dsB Gesichtes verschieden. Thorax oft mehr kupfern." 
(Deal, 1856.) 

Zu den in diosor Arbeit behandelten paläarktischen Arteu ist nur noch eine einzige 
amerikanische Art hinzuzufügen : M. exoticus Tascheub. (Larr. u. Bemb. Mus. Halle [Zeitschr. f. d. 
ges. Naturw. XXXVl, p. 317, Nr. 3, 1870]). „Aeneo-nüjer, pro partihus argenteo-sericeus ; mandibulis 
ttstactis; alis 1ujalini.s poaüct fumatis. Long, ß-ömm. Q . Mio de Janeiro. — Schwarz, besonders auf dem 
sehr fein punktirteu Mittelrücken mit Erzschimmer, Gericht, Hinterkopf, Prothorax und besonders 
die Seiten des übrigen Thorax, mehr oder weniger auch die Beine, mit kurzen, anliegenden Silber- 
haaren, aber nicht dicht bedeckt. Der Metathorax ist durchaus sehr fein quergerunzelt, auf dem 
Kückentheile so fein, dass man ihn auch nadelrissig nennen könnte; durch diesen und den 
abschüssigen Theil geht eine tiefe Läugsfurche, und zwar ohne Unterbrechung in der Grenze 
^ beider Theile. Der an der Spitze ziemlich kolbige Hinterleib ist ausserordentlich fein punktirt; 
die Hinterhälfte der Vorderflügel merklich getrübt. Die Kinnbacken sind in ihrer grössten Aus- 
dehnung gelbroth.'' 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 30 



232 



Franz Friedrich Kohl. 



Rand der mittleren Kopfschildpartie sehr schwach gebogen, fast gerade 
abgestutzt, an den Seiten abgerundet; beiderseits wird die Mittelpartie des Kopf- 
schildrandes von den Seitentheilen durch einen Einschnitt abgesondert. Die 
Stirne wird von einem tiefen Längseindrucke durchzogen; zu beiden 
Seiten von ihm erhebt sie sich in polster artiger, polirt glänzender 
Wölbung. Die Nebenaugen stehen in einem fast gleichseitigen 
Dreiecke; die Entfernung der hinteren unter einander ist so gross 
als die Entfernung eines derselben vom benachbarten Netzauge 
und kaum grösser als die vom vorderen. Der Scheitel, vorzüglich aber 
der Raum zwischen den Nebenaugen, ist mit fuchsbraunem Tomente bedeckt. 
Die Wangen sind dicker als bei M. ctenopus und äusserst schwach gerunzelt, 
der Grund, warum sie nicht polirt aussehön. 

Das Dorsulum und die Mesopleuren glänzend, sehr fein und spärlich ge- 
runzelt, stellenweise polirt. Radialzelle grösser als die zweite Cubitalzelle. Beine 
deutlich bedornt, wie bei M. gallicus, Dornen schwarz. Tarsenkamm der 
Vordertarsen lang; Metatarsus mit vier Kammwimpern, davon die 
beiden ersten kurz; Kammwimpern des zweiten und dritten Tarsen- 
gliedes sehr lang, viel länger als das Glied selbst, dem sie anhaften. 

Das Mittelsegment hat das nämliche Längen verhältniss wie 
bei M. gallicus, ist oben sehr fein gerunzelt, lederartig, die Runzelchen der 
Quere nach gestellt (L. h), seine Seiten sind fein, schräg aufwärts undeutlich 
nadelrissig gerunzelt (L. &); die abstürzende Fläche hat grössere Querrunzeln. 
Die übrigen Hinterleibsringe sind mit einem weisslichgelben Haarfilze reifartig 
bedeckt, die Hinterränder der Ventralplatten mit einzelnen starren Börstchen 
besetzt. 

Diese Art ist besonders durch die Stirnbildung, die Sculptur, den Erzglanz 
und die ganz wasserhellen Flügeln ausgezeichnet. Corfu. 

Verzeiclmiss der bisher beschriebenen 3Iiscophus-Xvten, 

M. atev Pel. 9. Reg. I, Subreg. 2. Gallia. 

Miscophus ater Pel.: Hist. Nat. Ins. Hym. HI, 1845, p. 238, Nr. 2, 9 (non 
M. ater v. d. L.!). 

M* hicolor Jur. 9> cT- Reg- 1» Subreg. 1 und 2. Europa. 

Miscophus hicolor Jur.; Nouv. möth. Hjm. 1870, Taf. XI, Fig. 25, cT. 
M, concolor Dhlb. cT. Reg. I, Subreg. 1 und 2. Europa. 

Larra spiuria Dhlb.: Exerc. Hym. 1833, p. 56, Nr. 7. 

M. ctenopus Kohl. cT, ^- Reg. I, Subreg. 2. Tör. 

Miscophus ctenopus Kohl: Verhandl. d. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 
XXXm, 1883, p. 349. 
ilf. exoticiis Taschenb. Q. Reg. V, Subreg. 2. Rio Janeiro. 

Miscophus exoticus Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XXXVI, 
1870, p. 317 (17), Nr. 3, 9. 



Die Gattungen und Arten der Larriden Auf. 



233 



M. gallicus Kohl. Q, cf. Keg. I, Subreg. 1 und 2. Gallia, Helvetia. 

Miscophus gallicus Kohl: Verhaudl d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 
XXXIII, 1883, p. 348. 
M. italiciis Costa. Reg. I, Subreg. 2. Napoli. 

Miscophus italicus Costa: Ann. Mus. Zool. Napoli IV, 1867, p. 94, Nr. 2, 
M. maHtimus Smith. Q, cf. Reg. I, Subreg. 1. Anglia. 

Miscophus mariUmus Smith: Catal. Brit. Foss. Hym. 1858, p. 91, 9> cT- 

Miscophus maritimus E. Saund. : Trans. Ent. Soc. Lond., 1880, p. 251, Nr. 2. 
M. niger Dhlb. 9» cf- Reg- I, Subreg. 1 und 2. Europa. 

Miscophus niger Dhlb. : Hym. Eur.1, 1845, p. 236, Nr. 136, p. 466, Nr. 2, 9 , d". 
M» pretiosus Kohl. 9 . Reg. I, Subreg. 2. Corfu. 

Miscophus pretiosus Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 
XXXIII, 1883, p. 351, 9. 
M* seHceus Radoszk. Reg. II, Subreg. 2. Aegyptia- 

Miscophus sericeus Radoszk. : Hör. Soc. Ent. ßoss. XII, 1876, p. 134, Nr. 54. 

Gen, Larra Fabr. 



< Sphex Rossi, Faun. Etrusc, t. II . • . 1790 

< Larra Fabricius, Eut. Syst., t, II, p. 220 1793 

Larva Latr., Prec. caract. gen. ins., p. 116, 17. Gen 1796 

< Larra Fabricius, Syst. Piez., p. 219 1804 

< Pompilus Fabr., Syst. Piez., p. 219 1804 

Larra Latr., Hist. nat. gen. et part. des Crust. et Ins., t. III, p. 335 1802 

< Larra Latr., Hist. nat. gen. et part. des Crust. et Ins., t. XIII, p. 295, 393. Gen 1805 

Larra Panzer, Krit. Revis., II. Bd., p. 127 1806 

Liris Iiiig., Edit. Faun. Etrusc. II, p. 101 1807 

Larra Latr., Gen. Crust. Ins., t. IV, p. 70, 491. Gen 1808 

Larra Lamark, Hist. nat. d'anim. s. vert. IV, p. 116 . . • 1817 

Larra Samouelle, Entom. Comp, introd. Knowl. Brit. Ins., p. 276 1819 

Larra Dufour,, Rech. anat. phys. s. 1. Orth. Hym. et Neur., p. II 1834 

Larra Shuck., Ess. indig. foss, Hym,, p. 87 1837 

Larra Blanchard, Hist. nat. des Ins., t. III, p. 356 1840 

Larra Herr. Schaff., Nomencl. entom,, p. 54 1840 

Larra Westwood, Introd. mod. Classif, Ins., vol. II, Syn. Gen. Brit. Ins., p. 81 1840 

Larra Dhlb,, Disp. meth., p. I, 3. Farn. Larr., p. 3, 13. Gen 1842 

< Larra Dhlb., Hym. Eur., t. 1, Tab. exam. syn. spec. Larr., p. 471, et Tab. exam. syn. 

gen. Larr 1845 

< Tachytes Lep., Hist. nat. Ins. Hym., t, III, p. 239 1845 

Larra Eversm,, Faun. Hym. Volg. Ural., Bull. Nat. Soc. Mose, t. III, p. 386 1849 

Larra Spin., Hist. fis. y pol. Chile, Gay. Zool., t. VI, p. 322 1851 

< Larrada Smith, Cat. Hym. Ins. Brit. Mus., p. 274 1856 

Larra Taschenb., Schlüss. z. Bestimm. (Zeitschr. f. d. ges. Naturw. X), p. 85, 8. Gen. . 1857 

Larra Schenck, Beschr. d. i. Nassau aufgef. Grabwesp., p. 198 1857 

Larra Taschenb., Hym. Deutschi., 9. Fam. Sphec, p. 158 et 199, 26. Gen 1866 

< Larrada Saussure, Reise d. Freg. Nov., Bd. II, p. 73 . 1867 

Larra Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli (Ann. IV), p. 80 et 81 1867 

< Larrada Taschenb., Larr. u. Bemb. d. zool. Mus. Halle, p. 1 d, Sep 1870 

Larra Radoszk., Fedtsch. Reise in Turkest., p. 23 1877 

< Larra Patton, Proc. Bost. Soc. Nat. Hist., vol. XX, p. 385 1880 

30* 



234 



Franz Friedrich Kohl. 



Zur Gattung Larva gehören Thiero von 10—24 mm. Länge und ziemlich 
kräftiger Gestalt. Kopf ein wenig breiter als der Thorax; Oberkiefer mit 
einem Ausschnitte unweit der Mitte ihrer Unterseite; Spitze der Kiefer 
einfach, deren Innenrand ungezähnt. Gesichtsfilz ärmlich, nie besonders auf- 
fallend. Fühler ziemlich kräftig. Das zweite Geisseiglied übertrifft die übrigen 
an Länge. Augen gegen den Scheitel zu convergent, ihre Convergenz 
aber nie sehr bedeutend; Zwischenraum zwischen den Augen auf dem 
Scheitel daher immer ziemlich gross. Längs der inneren Augenränder 
dehnen sich auf dem Gesichte leistenartige Wülste aus, die sich un- 
gefähr in ihrer Mitte am stärksten erheben und daselbst durch einen über der 
Mitte der Stirne aufgetriebenen Querwulst verbunden werden. Dieser Querwulst 
theilt das Gesicht in zwei vertiefte Felder; in dem unteren bemerkt man 
flache Eindrücke, denen sich die Fühlerschäfte anschmiegen können, im 
oberen liegen die Nebenaugen. Das vordere Nebenauge ist normal 
rund, gewölbt und liegt weit vor den beiden hinteren, welche 
ganz flach, länglich, einander genähert und höchst undeutlich 
sind. Der Hinterwulst des Pronotums verläuft quer, gerade und ist nicht 
oder nur in sehr geringem Masse unter das Niveau des Dor- 
sulums herabgedrückt. Die Randzelle der Vorderflügel ist breit 
abgestutzt und mit einer Anhangszelle ausgestattet. Cubital- 
zellen sind drei entwickelt; die erste ist so gross oder noch grösser als 
die beiden folgenden zusammengenommen, die zweite trapezisch oder, wenn die 
erste und zweite Cubitalquerader an der Radialader einander sehr genähert sind, 
subtriangulär und nimmt beide rücklaufende Nerven auf, die dritte schief ge- 
stellt, hinten ein wenig gegen den Flügelrand hin ausgezogen. Das Retinaculum 
beginnt wie bei den drei folgenden Gattungen vor dem Ursprünge der Radialader, 
näher der Flügelbasis; die Anzahl der Häkchen ist in der Regel sehr gross, bei 
grossen Arten reicht sie bis zu 45. In den Hinterflügeln entspringt die 
Cubitalader nach dem Abschlüsse der Submedialzelle an der Me- 
dialader. Die Beine sind von mässiger Länge, kräftig, die Schenkel dick; die 
Bedornung ist kräftig. Mittelhüfteu weit von einander abstehend. 
Mittelschienen einspornig. Vorderschienen, abgesehen von dem Endsporne 
und einigen Enddornen, an der Aussenseite ziemlich reichlich bedornt und an 
der Mitte ihrer Innenseite mit einem einzelnstehenden Dorne bewehrt. 

Der Wimpernkamm wird von einer bescheidenen An zahl nicht 
sehr langer, aber starker Dornen gebildet. Hinter schienen ohne 
förmliche Längskanteu, wie sie bei den beiden folgenden nächst- 
verwandten Gattungen auftreten. Klauen und ihre Ballen von mässiger 
Entwicklung. Das Mittelsegmont ist so lang oder länger als das Dorsulum, 
gestreckt, oben flach, fällt hinten sehr steil, an den Seiten, welche in der Längen- 
richtung parallel verlaufen, senkrecht oder nach unten sogar ein wenig sich 
nähernd, ab, hat daher im Allgemeinen eine parallelopipedische Gestalt. Felder 
sind auf dem Mediärsegmente nicht abgegrenzt. Die übrigen Hinterleibsringe 
sind in ihrer Gesammtlängc bei den 9 meistens länger als der Kopf, der Thorax 



Die Gattangon und Arten dor Larridon Aut. 



235 



und das Mittelsegment zusammengenommen, abgesehen von den schwachen 
und unterbrochenen Filzbinden an den Hinterräuderu, glatt, wie 
polirt glänzend, nicht wie bei den Q von Notogonia und Liris 
fein und dicht bereift oder gar feiufilzig. Bauchring des dritten 
Segmentes von regelmässigem Bau oline basale Erhebung. Auf der 
oberen Afterklappe ist ein Pygidialfeld entwickelt; es hat beim Q die Form eines 
Dreieckes, dessen Seiten sanft nach aussen gebogene Kanten sind, träg't keine 
Filzbekleidung und am Ende keine Borstenstäbchen. Beim ist der 
Hinterleib schwach filzig bereift; das Aftersegment ist trapezisch und erscheint 
wie bei Tachysphex- und Tachytes-Avten am Ende ausgerandet. In Botreff der 
Sculptur und Puuktiruug mag erwähnt werden, dass sie bei Larva derber ist 
als bei den Arten von Notogonia und Liris. 

Die Gattung Larva — Larvada Smith — wurde meistens, selbst von 
jüngeren Autoren, im weiteren Sinne genommen und umfasste in der Regel auch 
die beiden nächstfolgenden Gattungen (Notogonia, Livis). Während sie Lepe- 
letier (Hist. uat. Ins. Hym., t. III, p. 239, 1845), wahrscheinlich durch die grosse 
Aehulichkeit des Flügelgeäders verleitet, zudem noch mit der Gattung Tachytes 
Panz. und Tachysphex Kohl zu seiner Sammelgattung Tachytes vereinigt, hält 
Dahlbom (Hym. Eur., t. I, 1845) und später Patton (List of North Amer. 
Larr. 1880) wenigstens die Gattung Livis davon getrennt. Die durch Larva 
nigra y. d. L. repräsentirte Gattung trennte erst Costa im Jahre 1867 (Prosp. 
sist. Imen. ital.) unter der Bezeichnung Notogonia ab. Ich halte sowohl Noto- 
gonia als auch Liris und die ebenfalls verwandte und neu aufgestellte Gattung 
Paraliris für recht brauchbare, wenn auch der Lavva und einander sehr nahe 
verwandte Genera, was eine Zusammenstellung der unterscheidenden Merkmale 
darthun dürfte. 

Von Notogonia unterscheidet sich die Lavva dieser Abhandlung: 1. durch 
die plumpere Gestalt und die dickereu Beine; 2. den kürzeren Kopfschild; 3. die 
an ihrer Innenkante nicht bezahnten Oberkiefer; 4. die im Allgemeinen viel 
geringere Augenconvergenz und die dadurch bedingte grössere Ausdehnung des 



Die Gattung Larva wurde im Jahre 1793 (Ent. Syst., t. II, p. 220, Nr. 44) von Fabricius 
errichtet. Da ein Theil iarra- Arten des Fabricius nicht gedeutet werden konnte, der übrige 
Thoil, Larra iclmmmoniformis ausgenommen, von Latroille im Jahre 1804 (Genera Crust. et 
Ins. IV, p. 100) als eigene Gattung (Stizus) abgetrennt wurde, so muss die Bezeichnung Larra für 
die durch die noch übrig gebliebene L. ichneuvioniformis repräsentirte Gattung erhalten werden. 
Die Mehrzahl der Autoren sind in diesem Sinne vorgegangen, nicht so aber Klug (Symb. phys.) 
und Smith (Cat. Hym., p. IV, 1856, p, 274), welche von der Ansicht auszugehen scheinen, dass 
die Bezeichnung Larra der durch die Larra vespiformis repräsentirten Gattung gebühre, weil 
Fabricius mit dieser die Keihe der Larra-Arten eröffnet hatte. Dieser Umstand ist zwar nicht 
zu läugnen, aber es liegt in ihm nicht zugleich die Erklärung, dass durch L. vespiformis der Typus 
von Zarra vorgezeichnet Bei ; dies kann auch kaum bewiesen werden, da sich Fabricius hierüber 
nirgends ausspricht, die Gattungsbeschreibung von Larra nicht auf Stizus allein passt und es gewiss 
absurd wäre, davon für eine Art eine Prioritätsberechtigung ableiten zu wollen, dass sie im Texte 
einige Zeilen weiter voran steht als eine andere. Zudem wäre es auch ganz gegen das übliche 
Vorgehen in den Fällen, wo die Saramolgattung eines älteren Forschers in raehroro Gattungen 
aufgelöst werden muss. 



236 



Franz Friedrieb Kohl. 



Scheitels; 5. besonders die Form des Vorderbruststückes; 6. die kleineren Klauen 
und die Bedornung der Vorderschienen ; 7. den verhältnissmässig längeren Hinter- 
leib; 8. die Glätte und den Glanz des Hinterleibes beim Q ; 9. die normale Bildung 
des dritten Ventralringes; 10. die Beschaffenheit des Pygidialfeldes (9), welches 
unbefilzt ist und an seiner Spitze keine Borstendörnchen trägt. 

Die Artunterschiede liegen hauptsächlich in dem Grade der Fühlerdicke, 
der Forni des Pronotumwulstes, der Punktirung oder Eunzelung des Mesothorax, 
in der Form und Sculptur des Mittelsegmentes, der Beschaffenheit der oberen 
Afterklappe, in dem Grade der Flügeltrübung und in der Färbung des Hinter- 
leibes. Die Unterscheidung der Speeles ist wie bei Notogonia mit Schwierig- 
keiten verbunden. 

Greograpliisclie Verbreitung. Wie viele Arten von Larra im engeren 
Sinne auf die einzelnen Regionen entfallen, kann so lange nicht bestimmt 
werden, so lange nicht die Arten der Gattung Larrada (im Smith 'sehen Sinne) 
gedeutet sind. Von diesen trifft es 15 Arten auf die paläarktische Region, 22 auf 
die äthiopische, 22 auf die orientalische, 34 auf die neotropische, 17 auf die 
nearktische und 25 auf die australische. 

Was über die Lebensweise von Larra bekannt geworden ist, beschränkt 
sich auf eine kurze Notiz von Radoszkowsky und Sichel („Ess. d'une monogr. 
des Mutill. de l'anc. Contin." 1870, p. 12 et p. 73) und vielleicht auch auf das, 
was M. Maindron über Larra modesta Smith („Notes p. serv. ä FHistoire des 
Hym. de l'Archip. Ind. et de la Nouv.-Guin.", Ann. Soc. Ent. de France, 5. s^r., 
t. IX, 1879) berichtet. „Vielleicht" sage ich deswegen, weil Larrada modesta 
von Smith nicht derart beschrieben worden ist, dass man entscheiden könnte, 
ob diese Grabwespe wirklich zur Gattung Larra dieser Abhandlung, oder zu 
Notogonia oder zu Liris gehört. Sollte sie auch zu einer der letzteren Gat- 
tungen gehören, so ist die Wiedergabe der Beobachtungen über ihre Lebens- 
weise doch wohl auch hier am Platze, weil sich Notogonia und Liris in ihrem 
Nestbau und ihren Lebensgewohnheiten von Larra nicht wesentlich unterscheiden 
dürften. 

Maindron berichtet p. 76: „Die Lebensweise von Larrada modesta 
Smith ist jener der Gattung Pelopoeus sehr ähnlich. Das Nest, welches ich 
in einem Hause der Stadt Ternate zwischen den Brettern einer Jalousie 
angebracht sah, hatte 50 mm. Länge bei einer mittleren Breite von 20 mm. 
Dieser kleine Bau war aus schwarzer Erde fein zusammengeklebt; seine Form 
war länglich und unregelmässig; er enthielt vier Zellen, deren Anwesenheit 
sich auch aussen an der vorderen Nestfiäche durch ebensoviele Erhabenheiten 
kundgab. Diese Zellen waren sehr unregelmässig und durch sehr dicke Scheide- 
wände von einander getrennt; ihre Innenwandungen waren geglättet und von 
jener Art Klebestoff ausgefüttert, mit dem die Sphegiden ihre Bauten zusammen- 
kitten, um sie gegen Feuchtigkeit und vor Zerbröckelung zu schützen. Eine 
von den Zellen war an der Seite mit einer Oeffnung versehen, welche dem ent- 
wickelten Thiere als Ausgang dienen mochte. Seit einiger Zeit hatte ich eine 
Larrada um das Nest hin und herfliegen sehen; sie flog hinein und schnell 



Die Gattungt n und Arteu der Larriden Azit. 



237 



wieder heraus, endlich fing ich sie. Anfangs glaubte ich, dass das Insect noch 
an dem Neste arbeite, wurde aber dann von dieser Anuahnae abgebracht, nachdem 
ich den Bau bei genauer Prüfung ganz vollendet und mehrere Zellen reichlich 
mit Spinneu versorgt fand. Es ist klar, dass dieses Insect wie viele Hjmeno- 
pteren, und wie ich es bei Pclopoeus beobachtet habe, nur darauf bedacht war, 
die von einem Thiere derselben Art augehäuften Stoffe zu einem neuen Baue 
zu benützen. Jede Zelle enthielt sieben bis acht kleine, gelähmte Spinnen, 
welche sich in durchaus wohlbehaltenem Zustande befanden und meistens ein 
Lebenszeichen gaben, indem sie ihre Beine schwach bewegten, wenn man sie 
stach. Zwei von diesen Zellen waren von Puppen besetzt, eine enthielt eine 
todte Larve und die andere Reste des Insectes, das vor der Reife zu Grunde 
gegangen war. Die Puppen sind länglich, regelmässig, unterscheiden sich nur 
durch ihre Körperform von jenen eines Pelopoeus, mit dem sie die Farbe und 
das Gewebe gemein haben. Diese Cocons sind 12 mm. lang und 3 — 4 mm. breit. 
In einer Zelle dieses Nestes waren also die Reste des vollkommenen Insectes, 
das vor dem Ausschlüpfen gestorben war, und welches ich für identisch halte 
mit dem Imago, das ich beim Hin- und Herfliegen im Neste gefangen hatte; 
endlich entdeckte ich an dem Hinterleibe einer Spinne eine sehr junge, kaum 
1 mm. lange Larve, die sie eben zu verzehren anfing. Die erwachsene Larve 
ist 4 mm, lang und IV2 breit, ihre Farbe blassgelb, ins Röthliche, mit 
feinen weissen Tupfen. Der Körper ist in dreizehn geränderte, an den Seiten 
ausgerandete Ringe gegliedert. Die zehn mittleren haben Stigmen. Der After 
ist zweilappig, der Kopf ein wenig durchscheinend, weiss, die Mundwerkzeuge 
dunkler, in die Länge gezogen; Kopfschild stark ausgehöhlt. Die Stelle, welche 
die Netzaugen einnehmen werden, ist angedeutet, und auf der Stirne sieht man 
zwei Nebenaugenrudimente. Der Kopfschild stellt eine halbkreisförmige Aus- 
randung dar, deren Krümmung nach aufwärts gerichtet ist. Die Lippe ist quer, 
die Oberkiefer sind bogenförmig und zweizähnig, die Unterkiefer abgerundet und 
unbewaffnet. Die Unterlippe ist klein und abgerundet. Die allgemeine Gestalt 
des Kopfes ist von der dev PeJopoeus-LdH'VQ verschieden; denn hei Larrada ist 
er verlängert und die zusammengesetzten Augen lassen sich durch zwei Er- 
höhungen errathen, bei Pelopoeus hingegen ist der Kopf breiter als lang und 
gleichmässig abgerundet, da der Scheitel keine Erhebung zeigt. Wie alle 
Sphegiden-Larven ist auch diese an der Vorderseite eingekrümmt, und die 
Brustringe sind leicht gegen die merklich breiteren Abdominalringe gebeugt. 
Indessen zeigt sich keine so entschiedene Verschmälerung der Tboraxringe gegen 
den Kopf hin als bei den Larven von Spliex; sie ist massiger, und die Segmente 
sind mehr ausgerandet als bei den meisten Insecten derselben Familie. Eine 
amerikanische derselben Gattung hat nach Smith (Trans, ent. 1852, 2. ser., 
t. III) verschiedene Gewohnheiten, soll aber mit unserem Insect die Gewohnheit, 
äussere Nester zu bauen, theilen, was bei den Sphegiden eine seltene Thatsache 
ist. Dieses Hymenopteron, welches Bat es in Süd -Amerika beobachtet hat, 
baut ein aus Pflanzenresten zusammengeklebtes Nest, Das Nest wird an ein 
Blatt befestigt und soll nach Angabe des Autors einem Schwammstücke gleichen." 



238 



Franz Friedrich Kohl. 



Larva anathema Rossi. 

Sphex anathema ßossi, Faun. Etruöc, t. II, p. 65, Nr. 822, Q 1700 

Larra ichmumoniformis Fahr., Ent. Syst., t. II, p. 221, Nr. 4, 1798 

Larra ichneumoniformis Coqueb., lllustr. Icon. Ins., p. 53, tab. XII, fig. 10, 9 1801 

Larra anathema Coqueb., lllustr. Icon. Ins., p. 53, tab. XII, fig. 11, 1801 

Larra ichneumoniformis Pauz., Fauu. Ins. Germ., 76. Heft, fol. 18, 9 • • ' 1801 

Larra ichneumoniformis Fabr., Syst. Piez., p. 220, Nr. 4, (^f 1804 

Pompilus teutonus Fabr., Syst. Piez., p. 194, Nr. 34, 9 1804 

Larra ichneumoniformis Latr., Hist. nat. gen. et part. des Crust. et Ins., t. XIII, p. 296 . 1805 

Liris anathema Ulig., Edit. Faun. Etrusc. II, p. 101, Nr. 822, 9 1807 

Larra anathema Latr., Gen. Crust. et Ins., t. IV, p. 70 1809 

Larva anathema Shuck., Ess. indig. foss, Hym., p. 87,. Nr, 1 1837 

Larra anathema Blanchard, Hist. nat. des Ins., t. III, p. 357 1810 

Lavva ichneumoniformis Westwood, Introd. mod. Classif. Ins., vol. II, p. 197, fig. 82, 14 . 1840 

: Larra anathema Dhlb., Hym. Eur., t. I, p. 136, Nr. 68, cT? 9 » et p. 472, Nr. 1, cf > 9 • 1845 

Tachytes anathema Lep., Hist. nat, Ins. Hym,, t, III, p, 254, Nr. 17, 9 1845 

Larra anathema Eversm,, Faun, hym, Volg. Ural (Bull. Mose), t. III, p. 386 1849 

Larra anathema Taschenb., Schlüss. z. Bestimm. (Zeitschr. f. d, ges. Naturw. X), p. 85, cf, 9 1857 

Larra anathema Schenck, Beschr. d. i. Nassau aufgof. Grabwesp., p. 198, cT, 9 1857 

Larra anathema Taschenb., Hym. Deutschi., p. 199, cf , 9 1866 

Larra anathema Costa, Ann. Mus, zool, Univ, Napoli (Ann, IV), p. 81, cf, 9 1867 

! Tachytes grandis Chevrier. Hym. div. du Base, du Lem. (Schweiz, euth. Mitth.), Nr. 12, 

p. 508, cT 1872 

Larva anathema Kadoszk., Fedtsch, Eeise in Türk., p, 30, Nr, 1 . • 1877 

Long. 10— 24: mm. 9- Nigra; scajjus antice, jglerumque etiam tarsi 



obscure rufo-picea. Alarum fuscanim squamulae piceae. Segmentum secundum 
tertium et nonnunquam quartum rufa. Clypeus latus, antice subarcuatim, 
fere recte truncatus. Äntennae crassiusculae. Spatium suprafrontale dense 
imnctatum (L. a), spatium infrafrontale politum nitidissimus. Collare antice 
praerupte, non tarnen directe ad perpendiculum abscissum. Thorax dense, in 
pleuris paido sparsius punctatus. Segmentum medianum in area dorsali linea 
mediana instructum, dense punctulatum, puncta rugulis intermixtis; latera sub- 
nitida minus dense punctata; truneatura transverse irregulariter rugosa (L. a). 

cf. Long. 10 — 18 mm. Area pygidialis trapeziformis xmnctata. Ab- 
dominis segmenta non polita, pubescentia brevi pruinosa ad margines posticos 
einer eo-pubescentia. Oculi in vertice longitudine antennarum flagelli articuli 
primi, secundi et tertii inter se distant. 

9 ■ Long. 16 — 24 mm. Area pygidialis triangularis convexiuscula polita 
nitida, punctulis quam sparsissimis punctata (L. a). Abdomen, segmentum 
7nedianum exceptum, politum nitidum ad marginem posticum segmentorum in 
lateribus argenteo-pubescens. Oculi in vertice longitudine antennarum flagelli 
articuli secundi et tertii distant. 

Variat abdomine toto nigro. 9 • Long. 20 — 22 mm. (Var. melanaria Kohl, 
Raubwesp. Tirols.) 

In Europae, Asiae et Africae regionibus mediterraneis. 

Schwarz. Die Vorderseite des Fühlerschaftes und die Tarsenglieder sind 
oft dunkel pechroth. Am Hiuterleibe ist in der Regel nur das zweite und dritte 



Die Gattungen und Arten der Larriden Äut. 



239 



Segment selten, mehr oder weniger auch das vierte Segment roth. Uebrigens 
variirt diese Art mit ganz schwarzem Hinterleibe. (Var. melanaria Kohl.) 

9 . Der Kopfschild ist sehr breit, aber kurz, punktirt, verläuft vorne nur 
sehr schwach bogenförmig, so dass mau ihn fast gerade abgestutzt nennen 
könnte; an seinem Vorderrande ist eine Randleiste abgesetzt. Der geringste 
Abstand der Augen am Scheitel beträgt die Länge des zweiten 
und dritten Geisselgliedes zusammengenommen. Die Fühler sind 
kräftig; ihr erstes Geisseiglied kommt an Länge etwa dem letzten gleich. Der 
unter dem queren Stirnwulst liegende Gesichtsraum, dem sich der Fühlerschaft, 
dessen Länge etwa der Länge der beiden ersten Geisselglieder entspricht, an- 
schmiegen kann, ist ausserordentlich schön polirt und glänzend. Der obere 
Gesichtsraum, in welchem die Nebenaugen liegen, ist deutlich punktirt (L. a), 
auch die Wangen sind punktirt, aber feiner. Der Hinterwulst des Pro- 
notums fällt vorne steil, jedoch nicht wie bei L. sumatrana K., einer 
sehr nahe stehenden Art, senkrecht gegen den Pronotumhals ab. Die 
Punktirung des Dorsulums ist dicht, aber noch nicht gedrängt zu nennen (L. a), 
jene der Mesopleuren um einen Grad dünner. Die Horizontalfläche des Mittel- 
segmentes ist dicht punktirt und zugleich auch gerunzelt; in der Mitte wird 
sie von einer erhabenen Linie durchzogen. Die Mittelsegmentseiten fallen senk- 
recht ab, glänzen stärker als irgend ein Theil des Mesothorax, und zwar des- 
wegen, weil sie viel dünner und feiner, fast wie die Seiten des Pronotumhalses 
punktirt sind. Die hinten abfallende Fläche ist sehr unregelmässig gerunzelt 
oder ungleich steifrunzelig; die Runzeln laufen dann von aussen gegen die 
Mittelrinne hin, sind nicht vollkommen quergestellt, sondern beiderseits etwas 
schief nach oben gerichtet. Die übrigen Hinterleibsringe sind beim 9 polirt 
glänzend, glatt, ohne Punktirung. Die Dorsalplatten werden hinten, seitlich, 
von einem weissen Filze bekleidet. Das Pygidialfeld ist ein wenig convex, drei- 
eckig, seitlich durch Kiele abgegrenzt, an deren Innenseite ein schmales Rinnchen 
läuft, polirt glänzend, und zwar nicht undeutlich (L. a), aber sehr ärmlich 
punktirt; nicht weit von der Endspitze nimmt man eine Neigung zu 
einer Längsf ältelung wahr. Beim ist der Hinterleib mit einer feinen 
Pubescenz ausgestattet, nicht polirt glänzend. Ueber die Hinterränder der 
Dorsalringe ziehen sich ununterbrochene graulichweisse Filzbinden. Die obere 
Afterklappe ist trapezförmig und punktirt. Es sei ausserdem vom (j^ erwähnt, 
dass seiue Fühler in der Mitte am dicksten sind, sich gegen die Spitze hin 
mehr als beim Q verjüngen, die geringste Augenentfernung am Scheitel die 
Länge der drei ersten Geisselglieder ausmacht und die Punktirung der Mittel- 
segmentseiten gröber ist. 

Ueber die Lebensweise von Larra anathema habe ich nirgends etwas 
Näheres verzeichnet gefunden. Nach Sichel und Radoszkowsky (Monogr. 
d. Mutill. de l'anc. Cont., Hör. Soc. Ent. Ross. 1870, p. 12 und 73) soll bei 
L. anathema die Mutilla stridula Rossi (= coronata F.) schmarotzen; dieser 
Umstand scheint mehr dafür zu sprechen, dass L. anathema im Sande nistet 
und nicht nach Art von Pelopoeus freie Lehmnester baut. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 31 



240 



Franz Friedricli Kohl. 



Geographische Verhreitmig. Wenn der Angabe Ti scbbein's (Verzeichn. 
d. b. Herrstein im Fürstenthume Birkenfeld aufgef. Mordwesp., Stett. Ent. Zeit., 
Bd. IX, 1850), dass L. anathemahei Herrstein, sowie der Angabe Lepeletier's. 
dass sie am Senegal vorkomme, kein Irrtbum zu Grunde liegt, so würde sich 
ihr Verbreitungsgebiet, da sie ausserdem sowohl in Spanien als auch in Tur- 
kestan (Radoszkowsky, Fedtsch. Reise n. Turkest. 1877) zu finden ist, un- 
gefähr zwischen dem 16. Grad und 54. Grad nördlicher Breite und dem 10. Grad 
und 90. Grad östlicher Länge ausdehnen. In diesem Gebiete liegen die Fund- 
orte: Oran (Lep.), Tanger, Barcelona, Montpellier (Sichel), Toulon, Nyon 
(Chevrier), Umgebung von Bozen (Gummer V91 Gries, St. Justina ^^/-j, Rodlerau 
^2/7, Rentsch auf Foeniculum "/v), Levico bei Trient (Kohl), Räkoson, Szeged, 
Debreczen, Zilah (Ungarn 7, 8, Mo es.), Mehadia, Amasia (Mann). Ferner wurde 
sie aus Dalmatien (Frauen fei d), aus dem Gebiete der unteren Wolga (E vers- 
mann), Toscana (Rossi), überhaupt dem ganzen continentalen Italien (Costa) 
und aus Sicilien und Sardinien bekannt; auf Sicilien und Sardinien soll sie 
nach Costa selten sein. 



Verzeichniss der bisher beschriebenen Larra-Arten. 

(Larra wird hier im Sinne der Larrada Smith 's genommen; wo die engere Gattung ganz un- 
zweifelhaft festgestellt werden konnte, wurde sie in Parenthese hinzugefügt.) 

L. abdominalis Guer. Reg. II, Subreg. 1. Abyssinien, 

Larra abdominalis Guer. : Voy. eu Abyss. IV, 6. Ins., p. 358, Taf. VIII, 
Fig. 7. 

L. acuta Patton. Reg. IV, Subreg. 3. Waterbury. 

Larra acuta Patton: Proc. Boston Soc. N.-H. XX, 1880, p. 390. 
L* aediJis Smith. 9- ^^g- VI, Subreg. 1. Celebes. 

Larrada aedilis Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. III, 1858, p. 16, 
Nr. 3, 9. 

L, aethiops Smith (non Cress.). 9 • Reg. V, Subreg. 2. St. Paulo. 

Larrada aethiops Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873, p. 56, 9- 
L, aethiops Cress. (non Smith). cT. Reg. IV, Subreg. 3. Colorado. 

Larrada aethiops Cress.: Proc. Ent. Soc. Philadelph. IV, 1865, p. 465, 9- 

Larra aethiops Patt.: Bull. Un. Geol. Surv. V, 1879, p. 354, c^. 
L, agilis Smith. Q. Reg. II, Subreg. 1. Gambia. 

Larrada agilis Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 284, Nr. 34, 9. 
L. Alecto Smith. 9 • Reg- HI, Subreg. 4. Singapore. 

Larrada Alecto Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. II, 1857, p. 103, 
Nr. 6, 9. 

L, americana Cress. (non Sauss.). cf . Reg. IV, Subreg. 3. Texas. 

Larrada americana Cress.: Trans. Amer. Ent. Soc. IV, 1872, p. 214, cf. 



Die Gattungen und Arten der Larriden Äut. 



241 



i. americana Sauss. (iioa Cress.). 9» cf • R^g- V. Subreg. 2. Venezuela (Caracas), 
Brasilia. 

Larrada americana Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 74, 
Nr. 4, 9, cT- 

L» ampliitennis Smith. Reg. I, Subreg. 4. Japonia. 

Larrada amplipennis Smith: Trans. Ent, Soc. Lond., 1873, p. 193, cf. 
analis Fabr. Reg. IV, Subreg. 3. Carolina, Delawara. 
Larra analis Fabr. : Syst. Piez. 1804, p. 220, Nr. 8. 
i. (Larra) anathema Rossi. 9, cT- Reg- 1» Subreg. 2. Eur. merid., Afr. bor. 
Sphex anathema Rossi: Fauu. Etrusc. II, 1791, p. 65, Nr. 822, 9- 
angustata Tascheub. 9- Reg- V, Subreg. 2. Lagoa santa. 

Larrada angustata Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturw. XXXVI, 1876 
(p. 6), Nr. 12. 

L, antica Smith, . Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Amazon. 

Larrada antica Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 287, Nr. 45, cT- 
i. appendiculata Taschenb. 9 • Reg. V, Subreg. 2. Congonh. 

Larrada appendiculata Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 
XXXVI, 1870, p. 7, Nr. 15, $. 
L. nrcuata Smith. 9 • Reg- 1^» Subreg. 4. Canada. 

Larrada arcuata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 293, Nr. 64, 9 . 
i. argentata Palis. Reg. IV, Subreg. 3. Ünit.-Staat. 

Larra argentata Palis: Ins. Afr. et Amer. 1805, p. 119, Taf. III, Fig. 9. 

Lyrops argentata Say: Journ. N.-H. I, 1836, p. 370. 
L, argyrea Smith. 9- Reg- III, Subreg. 1. Ind. bor. 

Larrada argyrea Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 276, 
Nr. 8, 9- 

L. (Notogonia) argyropyga Costa. 9» cf- Reg- !> Subreg. 2. Aegyptia. 

Notogonia argyropyga Costa: Atti d. Accad. fis. e mat. Napoli VII, 1875 
(p. 16), 9, d^- 

i. aterrima Smith. 9- Reg- H, Subreg. 3. Cap. (Reg. I, Subreg. 2. Tunis 
[Megerdah]?). 

Larrada aterrima Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 282, 
Nr. 27, 9. 

? Larrada aterrima Gribodo: Ann. Mus. Civ. Genova XV, p. 402, 1880, cf. 
L» (Liris) aurata Fabr. 9> cf- Reg- H, Subreg. 2 und 3. Gambia, Cap. Reg. III, 
Subreg. 1—4. India, Sumatra, Java, Philippinen. Reg. VI, Subreg. 1. 
Celebes. 

Sphex aurata Fabr.: Ent. Syst. II, 1793, p. 213, Nr. 64. 
Pompilus auratus Fabr.: Suppl. Ent. Syst. 1798, p. 250, Nr. 25. 
Liris aurata Fabr.: Syst. Piez. 1804, p. 228, Nr. 3. 
Lyrops auratus Guer.: Icon. Regn. Anim. III, 1843, p. 440! 
Liris aurata Dhlb. : Hym. Eur. I, 1845, p. 135. 

Tachytes opulenta Pel.: Hist. Nat. Ins. Hym. III, 1845, p. 246, Nr. 7, 9, cf. 



242 



Franz Friedrich Kolil, 



X. aurifrons Smith. Reg. VI, Subreg. 1. Celebes. 

Larrada aurifrons Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. III, 1858, 
p. 16, Nr. 4, . 
L* Belfragei Cress. 9 • I^^g- Subreg. 3. Texas. 

Larrada Belfragei Cress.: Trans. Amer. Ent. Soc. IV, 1872, p. 215, 9. 
L. (Liris) Braueri Kohl. 9» cT- Reg. I, Subreg. 2. Tor. 

Larra (Liris) Braueri Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien 
XXXIII, 1883, p. 256, Nr. 2, ^. 
L. (Liris) brunneipes Cress. Reg. IV, Subreg. 3. Colorado. 

Liris brunneipes Cress. : Trans. Amer. Ent. Soc. IX, 1881, Proc. p. III. 
L. campestris Smith. 9 • Rög. V, Subreg. 2. Brasilia, Villa nuova. 

Larrada campestris Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 286, 
Nr. 42. 

X. canescens Smith. 9- Reg. IV, Subreg. 3. Georgia. 

Larrada canescens Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 292, 
Nr. 62, 9. 

L, carbonaria Smith. 9 • Reg- HI» Subreg. 4. Singapore. 

Larrada carhonaria Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. II, 1857, 
p. 102, Nr. 2, 9. 
JL» chrysobapta Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Celebes, Tondano. 

Larrada chrysobapta Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. VI, 1861, 
p. 56, 9. 

JD. chrysonota Smith. 9 • Reg- VI, Subreg. 2. Champion Bay. 

Larrada chrysonota Smith: Trans. Ent. Soc. Lond., 1869, p. 305, 9- 
£. (Notogonia) ciliata Smith. 9- Reg. II, Subreg. 3. Cap. 

Larrada ciliata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 283, Nr. 31, 9. 
L, clypeata Smith. 9 - Reg- VI, Subreg. 3. Neu-Caledonia. 

Larrada clypeata Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873 (p. 11), Q. 
L, coelesiina Smith. 9- Reg. HI, Subreg. 3. China, Hong-Kong. 

Larrada coelestina Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873 (p. 11), 9- 
jL. conspicua Smith. Q. Reg. III, Subreg. 1. India. 

Larrada conspicua Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 276, 
Nr. 7, 9. 

L, coronalis Smith. 9 • Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Villa nuova, Amazon. 

Larrada coronalis Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 287, 
Nr. 43, 9- 

i. Cowani Kirby. Reg. VI, Subreg. 4. Neu- Seeland. 

Larrada Cotoani Kirby: Trans. Ent. Soc. p. 200, 1883. 
jL. crassipes Smith. 9» cT- Reg. VI, Subreg. 2. Austral. mer. 

Larrada crassipes Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873 (p. 12), 9. 
L, Croesus Smith. 9- Reg. H, Subreg. 1. Gambia. 

Larrada Croesus Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV,1856, p. 284, p. 35, 9. 



Die Gattungen and Arten der Larriden Äut. 



243 



L, decorata Smith. Q . Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Parä. 

Larrada decorata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 287, 
Nr. 44, 9. 

L. (Notogonia) deplanata Kohl. Q. Reg. III, Subreg. 2. Ceylon. 

Notogonia deplanata Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 
1883, p. 358, Nr. 2, 9- 
L. diaholica Smith. Q. Reg. II, Subreg. 2 und 8. Sierra Leone, Port Natal. 

Larrada diaholica Smith: Ann. et Mag. N.-H. XII, 1873 (p. 11), 9- 
L, distincta Smith. 9 , . Reg. IV, Subreg. 3. New-York. 

Larrada distincta Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 292, 
Nr. 60, 9- 

Larra distincta Patt. : Proc. Boston Soc. N.-H. XX, 1880, p. 390, 9 , cJ". 
L, distinguenda Spin. 9 > cT- Reg- V> Subreg. 2. Cayenne. 

Larra distinguenda Spin.: Ann. Soc. Ent. Fr. X, 1841, p. 112, 9> cf- 
L» diversa Walk. 9 • I^^g. I, Subreg. 2. Cairo. 

Larrada fersa Walk.: List, of Hym. Egypt. 1871, p. 21, Nr. 105, 9, cf(?)- 
L, divisa Patt. 9 • Reg. IV. Subreg. 3. Kansas. 

Larra divisa Patt.: Bull. IT.- St. Geol. Surv. V, 1879, p. 368, 9. 
L, docilis Smith. 9 • Reg. I, Subreg. 4. Japonia, Hiogo, Hakodadi. 

Larrada docilis Smith : Trans. Ent. Soc. Lond. 1873, p. 192, 9 • 
L. (Liris) ducalis Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Makassar. 

Larrada ducalis Smith : Journ. of Proc. Linn. Zool. V, 1860, p. 84, 9 • 
L, Erebus Smith. 9 • Reg. I, Subreg. 4. Japonia, Hiogo. 

Larrada Erebus Smith: Trans. Ent. Soc. Lond. 1873, p. 193, 9- 
i. exilipes Smith. Reg. III, Subreg. 1. Ind. bor. 

Larrada exilipes Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 278, 
Nr. 13, . 

L, extensa Walk. Reg. III, Subreg. 2. Ceylon. 

Larrada extensa Walk. : Ann. et Mag. of N.-H. (3) V, 1860, p. 504. 
L. facilis Smith. 9 • Reg. V, Subreg. 2. Ega. 

Larrada facilis Smith : Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873, p. 56. 
i. fasciata Smith. 9 • Reg. V, Subreg. 2. St. Paulo, Amazon. 

Larrada fasciata Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873, p. 55. 
L, (Notogonia) femorata Sauss. 9, cf- Reg. VI, Subreg. 2. Nova Hollandia, 
Tasmania. 

Tachytes femorata Sauss.: Mem. Soc. Phys. Geneve XIV, 1, 1854, p. 20, 

Nr. 9, Taf. I, Fig. 6, cT ! 
Larrada femoralis Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 285, 

Nr. 38, 9. 

Larrada femoralis Sauss.: Reise d. Novara, Zool. II, 1867, p. 74, Nr. 2, 

ö^, 9. 



244 



Franz Friedrich Kohl. 



X. ferOQC Smith. Q. Reg. II, Subreg.? Africa. 

Larrada ferox Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873 (p. 11), Q. 
L. ferrugineipes Pel. 9- ßeg- H, Subreg. 1. Senegal, Congo. 

Tachytes ferrugineipes Pel.: Hist. nat. Ins. Hym. III, 1845, p, 248, 
Nr. 11, 9. 

L, festinans Smith. 9, • Reg. VI, Subreg. 1. Celebes. 

Larrada festinans Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. III, 1858, p. 17, 
Nr. 7, Q, ö^. 

i. fuUginosa Dhlb. 9 , cf • Reg. V, Subreg. 4. Cuba. 

Larra fuUginosa Dhlb. : Hym. Eur. I, 1845, p. 138 und 472, Nr. 3, 9 , c^. 

? Larrada Dahlbomi Cress. : Proc. Ent. Soc. Philadelphia IV, 1865, p. 138. 
i. funer ea Smith: 9- Reg. VI, Subreg. 1. Waigiou. 

Larrada funerea Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. VII, 1863, 
p. 34, 9. 

J/. fulvipes Smith. Q . Reg. V, Subreg. 2 und 4. Brasilia, Jamaica, St. Domingo. 
Larrada fulvipes Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 288, 
Nr. 47, 9. 

L, fulviventris Guer. Reg. V, Subreg. 4. Cuba. 

Lyrops fulviventris Guer.: Iconogr. Regn. Anim. III, 1843, p. 440. 

Lyrops fulviventris Sagra: Hist. Cuba VII, 1857, p. 320, Taf. XVIII, Fig. 9. 
L. gastrica Taschenb. 9> cT- Reg- V, Subreg. 2. Parana, Panda Orient, 
Venezuela. 

Larrada gastrica Taschenb. : Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XXXVI, 
1870 fp. 5), Nr. 10, 9, cT- 
L, glabrata Smith. 9- Reg- VI, Subreg. 1. Celebes. 

Larrada glabrata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 279, Nr. 14, 9. 
L, (Liris) haemorrhoidalis Fabr. 9> cf- Reg- 1, Subreg. 2. Aegyptia, Eur. 

merid. Reg. II, Subreg. 1 und 2. Sierra Leone, Gambia, Mozambique. 
Pompilus haemorrhoidalis Fabr.: Syst. Piez. 1804, p. 198, Nr. 55. 
L* Jaculator Smith. 9- Reg- III, Subreg. 1. Bengal. bor. 

Larra jaculator Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 279, Nr. 15, 9- 
X. (Notogonia) Japonica Kohl. 9- Reg- 1, Subreg. 4. Japonia. 

Larra (Notogonia) japonica Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.- bot. Geselfsch. 
Wien, XXXIII, 1883, p. 357, 9. 
L, ignipennis Smith. 9 • Reg- V, Subreg. 4. St. Domingo. 

Larrada ignipennis Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 288, 
Nr. 48, 9- 

Larrada ignipennis Cress. : Proc. Ent. Soc. Philadelphia IV, 1865, p. 137, 9- 
L. (Notogonia) insularis Sauss. 9- Reg- III, Subreg. 3. Nicobaren. 

Larrada insularis Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 73, 
Nr. 1, 9! 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



245 



L. irrorata Smith. 9- Re?- H» Subreg. 1. Senegal. 

Larrada irrorata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 284, Nr. 33, 9. 

L. laboriosa Smith. 9- T^^g"- m> Subreg. 4. Philippinen. 

Larrada laboriosa Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 278, 
Nr. 12, 9. 

Zr. laeinfi'ons Smith. 9- R^g- I^» Subreg. 3. Florida. 

Larra Jaevifrons Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 291, Nr. 57. 
L. laterisetosa Spin. Keg. V, Subreg. 2. Brasilia, Parä. 

Larra laterisetosa Spin.: Mem. Accad. sc. Torino (2), XIII, 1853, p. 58, 
Nr. 41. 

X. limpidipennisi Smith. 9 • Reg. V, Subreg. 1. Parä. 

Larrada litripidipennis Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873, p. 57. 
L. hictuosa Smith. 9 • Re»- Subreg. 2 und 4. St. Domingo, Brasilia. 

Larrada luctuosa Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 289, 
Nr. 50, 9. 

L, (Liris?) luteipennis Cress. cf. Reg. V, Subreg. 4. Cuba. 

Liris luteipennis Cress.: Trans. Amer. Ent. Soc. II, 1869, p. 293, cf. 

L, (Liris) magnifica Kohl. Q. Reg. VI, Subreg. 2. Nord-Australien. 

Larra (Liris) magnifica Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. 
Wien, XXXIII, 1883, p. 256, Q. 

L, mansiieta Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Gilolo. 

Larrada mansueta Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. VIII, 1864, 
p. 84, Nr. 2. 

L, maura Fabr. 9 • Reg. III, Subreg. 4. Tranquebar. 

Sphex maura Fabr.: Ent. Syst. II, 1793, p. 212, Nr. 55. 

Pompilus maurus Fabr.: Suppl. Ent. Syst. 1798, p. 247, Nr. 11. 

Liris maura Fabr.: Syst. Piez. 1804, p. 230, Nr. 10. 

Larrada maura Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 277, Nr. 9. 

L, (Larra) melanojytera Kohl. 9- Reg. II, Subreg. 4. Mauritius. 

Larra melanoptera Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 
XXXIII, 1883, p. 253, 9- 

L. memnonia Smith. 9- Reg.I, Subreg. 2. Aegyptia. Reg. II, Subreg. 1. Senegal. 
Larrada Memnonia Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 281, 
Nr. 25, 9. 

L. mendax Smith. Q. Reg. VI, Subreg. 1. Gilolo. 

Larrada mendax Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. VIII, 1864, p. 84, 
Nr. 3, 9. 

L, modesta Smith. 9, cf- Reg. VI, Subreg. 1. Aru, Salwatty. 

Larrada modesta Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. III, 1858, 
P. 159, 9, c^. 



246 



Franz Friedrich Kohl. 



jL. montana Cress. Q. Reg. IV, Subreg. 3. Colorado. 

Larrada montana Cress.: Proc. Ent. Soc. Philadelphia IV, 1865, p. 465, 9. 

Larrada parvula Cress. : Ibid. p. 465, ^T. 
i. (Notogonia) nigra Lind. Q, ^. Reg. I, Subreg. 1 und 2. Eur., Afr. bor. 

Larva nigra Lind.: Nouv. Mem. Acad. Bruxelles IV, 1827, p, 23, Nr. 6, 
9, c^. 

L. nigricans Smith. 9- ßeg. I, Subreg. 4. Nagasaki. 

Larrada nigricans Smith: Trans. Ent. Soc. Lond., 1873, p. 192, Q. 
L, (Notogonia) nigricans Wölk. 9, (f. Reg. I, Subreg. 2. Cairo, Hör TaminaL 

Latra nigricans Walk.: List of Hym. Egypt. 1871, p. 21, Nr. 102, 9, cT. 
L. nigripes Sauss. 9- Reg. VI, Subreg. 2. Tasmania. 

Larrada nigripes Sauss.: Reise d. „Novara", Zool. II, 1867, p. 74, Nr. 3. 
L, nigrita Pel. 9> cT- Reg- 1> Subreg. 2. Oran, Madeira. 

Tachytes nigrita Pel. : Hist. Nat. Ins. Hym. III, 1845, p. 240, Nr. 2, 9 , cT. 
L. nitidiuscula Smith. 9 • ^^eg. V, Subreg. 4. Brasilia, Santarem. 

Larrada nitidiuscula Smith: Catal, Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 289, 
Nr. 51, 9. 

L. nuda Taschenb. 9 • Reg- Subreg. 2. Venezuela. 

Larrada nuda Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XXXVI, 
1870 (p. 5), Nr. 6, 9- 
L» ohliqua Smith. 9- Reg. II, Subreg. 3. Cap. 

Larrada ohliqua Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 281, Nr. 26, 9. 
i. pagana Dhlb. 9> d^- Reg- V, Subreg.? Ins. St. Cruz. 

Tachytes pagana Dhlb.: Hym. Eur. I, 1845, p. 132, 9, cT- 

? Larra hicolor Fabr. : Syst. Piez. 1804, p. 112, Nr. 12. \ 

?Larra hicolor Dhlb.: Hym. Eur. I, 1845, p. 471, 
Nr. 15. 

? Larra americana Sauss. : Reise d. „Novara", ZooL II, 
1867, p. 74. j 
L, pallipes Smith, cf. Reg. II, Subreg.? Afrika. 

Larrada pallipes Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 282, Nr. 28, cf. 
L. pensylvanica Balis. Reg. VI, Subreg. 3. Florida. 

Larra pensylvanica Palis: Ins. Afr. et Amer. 1805, p. 118, Taf. III, Fig. 8. 
L. personata Smith. 9^ cf- Reg. VI, Subreg. 1. Celebes. 

Larrada personata Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. III, 1858, 
p. 16, Nr. 4, 9, cf- 
L. plebeja Taschenb. Q, cf. Reg. V, Subreg. 2. Lagoa Santa. 

Larrada pleheja Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. XXXVI, 
1870 (p. 4), Nr. 5, 9, cf- 
L* polita Smith. 9 - Reg. HI, Subreg. 4. Borneo, Sarawak. 

Larrada polita Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. II, 1857, p. 102, 
Nr. 4. 



Patton : Proc. Boston 
Soc. N.-H.XX, 1880. 



Die Gattungen und Arten Her Larriden .1«^ 



247 



L, polita Taschenb. Reg. V, Subreg. 2. Cogonh. 

Larrada polita Taschenb.: Zeitsclir. f. d. ges. Naturwissens cli. XXXVI, 
1870, p. 3, Nr. 3. 
jL. pruinosa Smith. 9- Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Ega. 

Larrada pruinosa Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873, p. 56. 
L, (Larra) psilocera Kohl. 9- Reg. VI, Subreg. 2. Austral. 

Larra psilocera Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, XXXIII, 
1883, p. 355, 9- 
L, punctata Smith. Q. Reg. II, Subreg. 3. Cap. 

Larrada punctata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 282, 
Nr. 29, 9. 

L. qiiadvifaseiata Smith. 9 • Reg- V, Subreg. 2. Brasilia, Santarem. 

Larra qiiadrifasciata Smitli : Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 289, 
Nr. 52, 9. 

L, ruhella Smith. Q . Reg. II, Subreg. 2. Fernando Po. 

Larrada rubella Smith : Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 280, Nr. 19, 9 . 
jL. riihricata Smith, 9 • Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Para. 

Larrada rubricata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 286, Nr. 41, 9 . 
L. rufipes Smith. 9> cT- Reg. VI, Subreg. 1. Celebes. 

Larrada rufipes Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. III, 1858, p, 17, 
Nr. 6, 9, c^- 

L. sahulosa Smith. Q. Reg. VI, Subreg. 1. Ceram. 

Larrada sabulosa Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. VII, 1863, p. 35, 9- 
L. semiargentea Taschenb. 9 • Reg. V, Subreg. 2. Amer. merid. 

Larrada semiarcjentea Taschenb.: Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch, 
XXXVI, 1870 (p. 3), Nr, 4, 9- • 
L, semirufa Cress. 9 • Reg- IV, Subreg. 3. Colorado. 

Larrada semirufa Cress.: Proc. Ent. Soc, Philadelphia IV, 1865, p. 464, 9. 

Larra semirufa Pack.: 1. Rep. U.-S. Ent. Comn. 1878, p. 318, Fig. 55 u. 56. 

L, sericea Smith. 9- Reg. II, Subreg. 1. Gambia. 

Larrada sericea Smith: Catal. Hym. Brit, Mus. IV, 1856, p. 285, Nr. 36, 9. 

L, simillima Smith. 9- Reg- II, Subreg.? Africa. Reg. III, Subreg. 1. Indien. 
Larrada simillima Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 275, Nr. 5, 9- 

L. solstitialis Smith. 9 • Reg- H, Subreg. 3. Port Natal. 

Larrada solstitialis Smith : Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 283, Nr. 30, 9 . 

L, subfasciata Walk. 9- Reg- II, Subreg. 1. Dahleck. 

Larrada subfasciata Walk.: List of Hym. Egypt. 1871, p. 21, Nr. 103. 

L. subpet/iolata Smith. 9 • Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Villa nova. 

Larrada subpetiolata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 290, 
Nr. 53, 9. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 32 



248 



Franz Friedrich Kohl. 



L, suhtesselafa Smith. 9- R^g- HI» Subrog. 1 und 4. India, Sumatra, Java. 
Larrada subtesselata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 277, 
Nr. 11, Q. 

L, (Larva) sumatrana Kohl. Q. Reg. III, Subreg. 4. Sumatra. 

Larva sumatvana Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 
XXXIII, 1883, p. 354, Q. 
L. sycoraoc Smith. Q. Eeg. III, Subreg, 4. Borneo, Sarawak. 

Lavvada syeovax Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. II, 1857, p. 102, 
Nr. 3, 9. 

L. tarsata Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Batchian. 

Lavvada tarsata Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Suppl. IV, 1860, 
p. 124, 9. 

X. tenehrosa Smith. 9 - R^g- ^> Subreg. 2. Brasilia, Ega. 

Lavvada tenehvosa Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873, p. 56, 9. 
X. temiicornis Smith. 9- Reg. IV, Subreg. 2. California. 

Larrada temiicornis Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 293, 
Nr. 63, 9- 

L» terminata Smith, cf . Reg. IV, Subreg. 3. Trenton-Falls. 

Larvada tevminata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 291, Nr. 58. 
L. teocana Cress. 9 • Reg. IV, Subreg. 2. Texas. 

Larvada texana Cress.: Trans. Amer. Ent. Soc. IV, 1872, p. 214, 9- 
Tj, tisiphone Smith. 9- Reg- HI» Subreg. 4. Borneo. 

Lavvada Tisiphone Smith: Journ. of Proc. Linn. Soc. Zool. II, 1857, 
p. 103, Nr. 5, 9- 
L, tisiphone Smith. 9- Reg. I, Subreg. 4. Nagasaki. 

Lavvada Tisiphone Smith: Trans. Ent. Soc. Lond, 1873, p. 193, Q. 
L» trifasciata Smith. 9- Reg. V, Subreg. 2. St. Domingo. 

Lavvada tvifasciata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p, 290, 
Nr. 54, 9- 

L. tristis Smith. 9- Reg. HI, Subreg. 4. Borneo. 

Larrada tristis Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 277, Nr. 10; 9- 
L, iruncatn Smith. 9- Reg. V, Subreg. 2. Brasilia. 

Jjavvada tvuncata Smith: Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 290, Nr. 35, 9 • 
Ij» vestita Smith. 9- Reg. HI, Subreg. 1. India bor. 

Lavvada vestita Smith: Ann. et Mag. of N.-H. XII, 1873 (p. 11), 9- 
Li, vigilans Smith. 9 • Reg. III, Subreg. 3. China. 

Lavvada vigilans Smith : Catal. Hym. Brit. Mus. IV, 1856, p. 279, Nr. 16, 9 . 
L» vindeoc Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Batchiau. 

Lavvada vindex Smith : Journ. of Proc. Linn. Soc. Suppl. IV, 1860, p. 123, 9 • 
L» vimUenta Cress. Reg. V, Subreg. 4. Cuba. 

Larvada vinulenta Cress.: Proc. Ent. Soc. Philadelphia IV, 1865, p. 138. 
X. Vollenhovia Rits. Reg. II, Subreg. 2. Nieder- Guinea. 

Lavvada Vollenhovia Rits.: Tijdschr. v. Entom. XVII, 1874, 194, Taf. XI, 
Fig. 5. 



Die Gattungen uud Arten der Lavridfn Auf. 



249 



Gen. Notogonia. 



< Tachrjtes Dhlb., Hym. Eur., t. I, Tab. exam. yyn. spec. Larr., p. 4Ü8, 28. Geu 1845 

< Tachytes Lep., Hist. nat. Ins. Hym., t. III, p. 239 1845 

< Tachijtes Saues., Mel. Ilyra. (Mem. Soc. Phys., Fase. I, Geneve), p. 20, Gruppe III . . . 1854 

< Larrada Smitb, Cat. Hym., p. IV, p. 274 1856 

< Taclnjtts Scbenck, Jabrb. d. Ver. f. Naturk. Nassau, XII, 189 1857 

< Tachytes Tatcbenberg, Schlüss. z. Bestimm, d. i. Dcutscbl. aufgef. Mordwesp. (Zeitscbr. 

f. d. ges. Naturwiös. X), p. 83 1857 

< Tachytes Taschenberg, Hym. Deutschi., 9. Farn. Spbec, p. 200 1866 

< Larrada Sauss., Keise d. österr. Freg. „Novara", ßd. II, p. 73 1867 

Notogonia Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli (Ann. IV), p. 80 et 82 1867 

< Larrada Taschenberg, Larr, u. Bemb. d. zool. Mus. Halle (Zeitschr. f. d. ges. Naturw., 

Bd. XXXVI), p. 1 1870 

Larra Patton, List of North Amer. Larr. (Bost. Soc. Nat. Hist., vol. XX), p. 385 ... . 1880 



Kopf ein wenig breiter als das Bruststück. Oberkiefer mit einem 
Ausschnitte in der Nähe der Mitte ihrer unteren Aussenkante und 
einem Zahne am Innenrande zwischen der Mitte und der Basis. 
Oberkieferspitze einfach. Gesichtsfilz ärmlich, nie besonders auffallend. Fühler 
schlanker als bei voriger Gattung, ihr zweites Geisselglied länger als die übrigen. 
Augen gegen den Scheitel hin convergent; Convergenz beim cf grösser als 
beim Q, bei den verschiedenen Arten verschieden, im Allgemeinen stärker als 
bei Larra. Bezüglich der leistenartigen Auftreibungen auf der Stirne und der 
Beschaffenheit der Nebenaugen stimmt Notogonia mit Larra und beiden fol- 
genden Gattungen überein. Der Hinterwulst des Pronotums ist schmäler 
als bei Larra und zum Unterschiede davon unter das Dorsulum 
herabgedrückt, und zwar gegen die Seiten hin stärker als in der 
Mitte, so dass es fast dreieckig aussieht. 

Vorderflügel wie bei Larra, mit einer breit abgestutzten und mit einer 
Anhangszelle ausgerüsteten Eadialzelle, drei Cubitalzellen von den nämlichen 
Form- und Grössenverhältnissen wie bei Larra; die beiden Discoidalqueradern 
endigen an der zweiten Cubitalzelle, bei manchen Arten in einem Punkte an 
der Cubitalader. Die Beine sind verhältnissmässig länger als bei den Larra- 
Arten, daher die fast Pompüus-?iTtige Tracht, kräftig bedornt. Mittelhüften 
von einander weit abstehend. Mittelschienen einspornig. Vorderschienen, ab- 
gesehen von ihren Enddornen und einem nicht weit von der Mitte ihrer Innen- 
seite sitzenden Dorne, unbewehrt. Der Wimpernkamm der Vordertarsen (Q) 
wird von einer nur mässigen Anzahl von Dornen gebildet, welche meistens nicht 
besonders lang sind und nur bei ganz wenigen Arten, z. B. Notogonia (Larrada) 
ciliata Smith (Cat, Hym., P. IV, p. 283, Nr. 31, 1856) eine aussergewöhnliche 
Mächtigkeit erreichen. Die Hinterschienen zeigen zwar nicht immer, 
aber doch bei den allermeisten Arten zwei scharfe Längskanten, 
denen Dornen aufsitzen. Die Klauen sind sehr lang, länger als bei 
Larra, in seltenen Fällen nicht weit von der Basis ihres Innenrandes mit einem 
Zahne versehen, die Ballen klein. Das Mittelsegment ist so lang oder länger 
als das Dorsulum, gestreckt, von parallelopipedischer Form, also wie bei Larra. 

32* 



250 



Franz Friedrich Kohl. 



Die übrigen Hinterleibsringe sind, vorausgesetzt, das« sie nicht unnatürlich 
auseinandergezogen sind, zusammengenommen etwa so lang als Kopf, Bruststück 
und Mittelsegment. Sie werden von einem feinen Eeif oder auch einem 
förmlichen Filze überzogen, darum sieht der Hinterleib nie so 
recht polirt glänzend aus, selbst bei abgeflogenen Stücken nicht. 
Das dritte Ventralsegment der 9 liat in der Mitte, näher der Basis, 
eine Convexität, deren Grösse und Form bei den Arten ungemein 
schwankt; häufig erscheint das Segment fast zu einem Kiele zu- 
sammengedrückt, welcher steil gegen den zweiten Ring abfällt. 
Zu jeder Seite der Wölbung sieht man einen mehr oder weniger ausgedehnten 
ovalen, flachen Eindruck von matter Farbe. Diese Eindrücke sind immer vor- 
handen, wenn die Convexität bedeutend ist, und gestatten den Trochanteren der 
Hinterbeine eine freiere Bewegung. Die cf zeigen diese Verhältnisse der dritten 
Ventralplatte gar nicht oder nur sehr schwach. 

Die obere Affcerklappe besitzt ein Pygidialfeld; es ist beim 9 wie bei 
Larm geformt und von einem mehr weniger feinen, manchmal subtil 
reifartigen Filz überzogen, welcher sich leicht abnützt, daher bei 
abgeflogenen Stücken wenig oder gar nicht mehr wahrzunehmen 
ist; am Ende des Pygidialfeldes sieht man einige steife Borsten- 
stäbchen nach hinten starren. Die obere After klappe des cT ist trapezisch, 
oft nicht unbeträchtlich gewölbt und am Ende ausgerandet. Die Punktirung 
ist viel feiner als bei Larra-kxim. Notogonia wurde im Jahre 1867 durch 
Costa (Ann. Mus. zool. Univ. Napoli, Ann. IV) von Larva abgetrennt. 

Von Larra unterscheidet sie sich 1. durch den Zahn an der Innenkante 
der Oberkiefer, 2. den längeren Kopfschild, 3. die grössere Annäherung der 
Augen am Scheitel, 4. besonders die Bildung und Stellung des Pronotums, 
5. die Art der Bedornung der Vorderschienen, die längeren Klauen, meistens 
auch die scharfkantigen Hinterschienen, 6. die Wölbung auf dem dritten Bauch- 
ringe (9), 7. den reifartigen Filz auf den Hiuterleibsringen (9)> 8. das fein 
befilzte Pygidialfeld (9). 

Von Liris, welcher Notogonia noch näher steht als Larra, unterscheidet 
sie sich 1. durch den Kiefer ausschnitt, den man bei Liris vermisst, 2. den ein- 
zähnigen Innenrand der Kiefer, 3. den Mangel einer Bedornung an der Aussen- 
seite der Vorderschienen (9). 

Auch mit Paraliris ist nicht leicht eine Verwechslung möglich, wenn 
man berücksichtigt, dass Paraliris keinen Ausschnitt am Unterrande der Ober- 
kiefer, einen unbefilzten, mit kräftigen Depressionen gekennzeichneten Hinterleib, 
ein nacktes Pygidialfeld, vor allem aber eine andere Mittelsegmentform besitzt. 

1. Notogonia pompiliformis Panz. 



? Larra nigra Latr., Hist. nat. gen. et part. Crust. et Ins., t. XIII 1805 

Larra pompiliformis Panz., Faun. Ins. Germ. Init., 106. Heft, 17. Bl., 9 ("on 89. Heft, 

13. Bl., 180.5) 180S 



Die Gattungpu nnrl Arten der Larriden AuL 



251 



Tachytcs nigra v. d. Lind , Observ. 1825 

Tachytes nigra Lep., Bist. nat. Jus. Hyra., t. III, p. 212, Nr. 3, cJ', 9 1845 

Tachytes pompiliformis Dhlb., Hym. Eur., t. I, p. 130, Nr. G6, Q, et p. 4G9, Q . 1845 
Tachytes pompiliformis Schenck, Beschr. d. i. Herz. Nassau aufgef. Grabwesp. (Jahrb. d. Ver. 

f. Naturk. Herz. Nassau, 12. Heft, p. 132, Nr. 1, cT» 9 1857 

Tachytes pompiliformis Tascheub., Schlüss. z. Bestimm, d. i. Deutschi, aufgef. Mordwesp. 

(Zeitschr. f. d. ges. Naturw, X), p. 84 1857 

Tachytes pompiliformis Taschenb., Hym, Deutschi., 9. Fam. Spec, p. 201, 9 1866 

Notogonia nigra Costa, Ann. Mus. zool. Univ. Napoli (Ann. IV), p. 82, cT, 9 1867 

Long. 8— 12 mm. cT, 9- Nigra. Älae subinfuscatae ad apicem ohscu- 
riores. Pedes nigri, tarsi apicem versus paulo rufescentes. Corpus cinereo- 
imherulum, fasciis tribus abdominis einer eis. Dorsulum antice in medio sulco 
tenui et brevi, lineolis dudbus internis valde approximatis formato, in- 
structum, densissime punctulatum. 3Ietapleurae transverse striatae aut sub- 
striatae. Segmentum medianum coriaceum, opacum; area dorsalis subreticulate 
rugosa; latera striata (L. a). 

Long. 8 — 10 mm. Oculi in vertice quam longitudine flagelli articuli 
primi et secundi paululo plus inter se distant. 

9 . Lo7ig. 9—12 mm. Oculi in vertice longitudine flagelli articuli secundi 
inter se distant. Areae pygidialis vage punctatae tomentum cinerascens saepe 
plus minusve detritum. 

Europa mediterranea et ex parte centralis; Africa et Asia mediterranea. 

Schwarz. Taster braun. Endglieder der Tarsen dunkel pechroth oder 
auch ganz schwarz. 

Die geringste Entfernung der Auge n auf dem Scheitel beträgt 
beim 9 die Länge des zweiten Fühlergeisselgliede s, während sie 
beim cT ein wenig mehr als die Länge des ersten und zweiten 
Geisselgliedes zusammengenommen, aber weniger als die des 
zweiten und dritten ausmacht. Das Endglied ist beim 9 kaum länger 
als das Pedicellum. Vom vorderen Nebenauge zieht sich eine Furche nach 
unten, welche aber den Querwulst an der Stirne nicht vollständig überwindet. 
Das Dorsulum ist matt glänzend, vorne in der Mitte, also hinter 
der Dreiecksspitze des Pronotumwulstes zum Unterschiede von 
der folgenden Art nicht eingesenkt, die beiden mittleren Linien 
auf dem Dorsulum sind einander so nahe, dass sie eine linienartig 
schmale Furche bilden, während sie sich bei der folgenden Art 
in deutlichem Abstände von einander befinden. Die Punktirung des 
Dorsulums ist sehr dicht, unter der Lupe a schwer und übrigens nur dann 



1) Bis jetzt wurde in Verzeichnissen die Artbezeichnung .„nigra v. d. L." verwendet. Diese 
kann vor der Panzer 'sehen „pompiliformis"' (lOG. Heft, 17. Bl., 1808) keinen Vorzug geniessen, 
weil sie bereits von Latreille (1805 1. c.) für eine „Zan-a" vergriifen worden ist, die aber nicht 
gedeutet werden kann (ee ist ebenso leicht möglich, dass die L atr eille'sche Larva nigra mit 
Tachysphex nitida Spin, als mit Not. pomjnliformis dieser Arbeit identisch ist). Dass Panzer eine 
andere verwandte Grabwespe ebenfalls unter dem Namen „Lurra pompiliformis"' (89. Heft, 13. Bl., 
1805) beschreibt, hat nichts zu bedeuten, denn sie gehört zu einer anderen Gattung. 



252 



Franz Friedrich Kohl. 



bemerkbar, wenn der feine, grauliche, schwach bräunelnde Haarfilz, der auf dem 
Dorsulum liegt, abgenützt ist. Da die Punktirung trotz ihrer sehr grossen 
Dichte noch immer nicht eine gedrängte genannt werden kann, worunter ich 
diejenige meine, bei welcher die Pünktchen nur mehr durch dünne Scheide- 
wände von einander getrennt werden, und weil die Pünktchen sehr zart sind 
(L. h), so erscheint das Dorsulum bei abgeflogenen Stücken immerhin noch 
etwas glänzend. Die vereinigten Epimeren und Episternen des Metathorax sind 
von vorne nach hinten runzelig gestreift, unterhalb der Hinterflügel deutlicher 
als weiter unten. 

Das Mittelsegment ist fast glanzlos. An dessen Seiten ziehen sich Runzel- 
streifen in schräger Richtung nach oben; diese sind zwar nicht spärlich, aber 
auch nicht hart an einander gedrängt, so dass zwischen je zwei noch eine dritte 
von derselben Dicke Platz hätte. Die Horizontalfläche ist netzrun- 
zelig; es treten jedoch oft die Querrunzeln mehr hervor. Die hintere 
Fläche stürzt sehr steil ab, ist mit queren Runzelstreifen versehen und in der 
Mitte längsgefurcht. 

Die Erhebung des dritten Bauchringes und zu dessen Seiten die ab- 
geflachten, opaken Stellen sind bei dieser wie bei der folgenden Art gut 
sichtbar. Die Filzbekleidung der Pygidialfläche ist sehr häufig zum Theile 
wenigstens abgestossen und auf der nunmehr glänzenden Fläche sieht man 
einzelne Punkte (L. a). 

Lebensweise. Lichtenstein berichtet in den Bull. d. Ann. Soc. Ent. 
de France, ser. V, t. III, 1873, XV, über „Tachytes pompilifonnis Panz. = nigra 
Latr.": „Ich sah dieses Insect im Sande graben und darin 10 — 12 cm. lange 
Gänge machen; am Grunde derselben legte es eine kleine runde Zelle an, in 
welche es vier oder mehr kleine, 1 cm. lange Heuschrecken, die mir Chortipus- 
Larven, wahrscheinlich von Ch. variabilis oder Ch. pratorum zu sein schienen, 
schleppte. Einer der Heuschreckenlarven war das Ei von Tachytes zwischen den 
beiden Vorderbeinen an der Brust angeklebt." 

Ob nun Lichtenstein unter dieser „Tachytes pompiliformis'^ wirklich 
die hier beschriebene Art oder eine der schwarzen Tachysphex-YorrnQn meint, 
dies zu entscheiden fehlen Anhaltspunkte. Doch scheint es eine der letzteren 
gewesen zu sein, da N. pompüiformis sonst Larven von Gryllus einträgt. 

Geographisclie Verlbreitnng. Im wärmeren Europa, Nord- Afrika und 
West-Asien. Wien (Hofcab. W.), Ofen (Anker, W. Hofcab.), Nagyvärad bei 
Pest (8, Mo CS.), Mehadia (Manu, W. Hofcab.), Jekateriuoslaw (Bramson), 
Sarepta, Spalato (W. Hofcab.), Halle (Taschenb.), Thüringen (S ch mied ekn.), 
Perleberg (Rudow), Peney bei Genf (Tournier), Corsica (Mann), Marseille 
(C. Jullian), Oran, Saintes (Lep.), Tanger, Sicilien (Costa, Frey-Gessner), 
Prov. Neapel (Costa), Toscana (Piccioli), Piemont (Garbiglietti), Spanien 
(verbreitet). 

Nach Taschenberg soll JSfot. pompiliformis auch in Neu -Freiburg 
(Brasilien) vorkommen, was wohl mit Recht zu bezweifeln ist. 



Die Gattungen und Arten der Larriden Auf. 



253 



2. Notogonia nigrita Lep. 

Tachijtes nigrita Lep., Hißt. nat. Ins. Hym., t. III, p. 241, Nr. 2, , 9 1845 

Tachyies nigrita Lucas, Explor. scient. Alger., t. III, p. 247, pl. XIII, flg. 10 1849 

Loyig. 10—16 mm. Nigra, dlae fuliginosae, violascentes. Corpus fuliginoso- 
pruinosum, fasciis tribus cinereis paiilum conspiciiis dbdominis. Dorsulum 
densissime punctulatum antice in media paulo impressum; lineae musculares 
2 internae sulci linearis instar non approximatae. Metapleurae coriaceae. 
Segmentum medianum coriaceo-opacum ; area dorsalis in medio ruga tenuissima 
longitudinali divisa, striis suhitilibus liaud densissimis transverse striata; 
latera fere aciculatim oblique striolata. 

cf. Long. 11 — 13 mm. Oculi in vertiee longitudine articuU secundi et 
dimidiati primi inter se distant. 

9 . Long. 14—16 mm. Oculi in vertiee longitudine articuli secundi 
flagelU inter se distant. Äreae pygidialis tomentum fuscum nonnunquam detritum. 

Europa et Äfrica mediterranea. 

Ist der vorigen Art ähnlich, aber grösser, mit dunkelbraunem, nicht 
graulichem Tomente bedeckt, was der Art bei dem Ümstande, dass die 
grauen Filzbinden unscheinbarer sind, eine viel dunklere Tracht verleiht. Das 
Dorsulum ist vorne in der Mitte in ziemlicher Ausdehnung seicht 
sattelförmig eingedrückt; die beiden mittler en Muskellinien, durch 
welche aussen die Stellen angedeutet sind, wo sich innen die Längsmuskeln des 
Mesothorax ansetzen, liegen in deutlichem Abstände von einander. 

Die Punktirung des Dorsulums erscheint um einen Grad derber als bei 
Not. poynpiliformis, was freilich durch Beschreibung nicht recht anschaulich 
zu machen und nur bei sorgfältigem Vergleich unter einer Lupe (L. b) zu 
erkennen ist. Die Trübung der Flügel ist stark schwärzlich, fast dunkler als 
bei Larra anatlicma Rossi, viel dunkler als bei N. pompiliformis. Ich besitze 
ein Stück, angeblich aus Ungarn, welches ich hieher zählen möchte, das aber 
lichtere Flügel besitzt. Das Mittelsegment ist matt, viel feiner sculp- 
turirt als bei der verglichenen N. pompiliformis; seine Seiten sind 
sehr fein schräg nach oben nadelrissig gestrichelt; die Horizontalfiäche wird 
von feinen, schwach ausgesprochenen Runzelstreifen quer durchzogen und durch 
eine Längslinie halbirt. Die Kante, welche die Dorsalfläche mit der steil ab- 
fallenden Fläche bildet, ist durch eine kräftige Runzel gekennzeichnet; auch 
der üebergang der Mittelsegmentseiten zur Dorsalfläche ist stellenweise durch 
einige kurze, gröbere Runzeln, welche sich plötzlich unter den feineren ver- 
lieren, ausgezeichnet. Das Ventralsegment, sowie die Augenentfernung am 
Scheitel sind von der nämlichen Beschaffenheit wie bei N. pompiliformis. Das 
Eudsegment des cf erscheint beträchtlich stärker als bei N. pompiliformis 
ausgeschnitten. 

Geographische Verbreitung. Oran (Lep.), Constantine, Bona, Lacalle 
(Lucas), Alicante in Spanien, Cypern, Ungarn (?). 



254 



frauz Fiiodrich Kohl. 



3. Notogonia japonica Kohl. 

Notogonia japonica Kolil, Verliandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, XXXIII. Bd., p, 357, 

Nr. 1, Q • 1882 

Long. 9 — 11mm. 9- Nigra; tarsi apicem versus rufescentes. Alae sub- 
hydlinae. Abdominis segm. 2, 3 et 4 einer eo-marginata. Oculi in vertice lon- 
gitudine flagelli articuU secundi et primi dimidiati inter se distant. Meta- 
pleurae distincta striato-rugosae. Segmentum medianum supra et in lateribus 
grossius reticulato-rugosum. Area p>ygidialis pube cinerea obtecta. Segmentum 
ventrale tertium gibbosum subcompressum, areis ovalibus deplanatis conspicuis. 
ignotus. 

Japan, Kioto (Bor et s leg. 1875). 

Durchschnittlich ein wenig kleiner als JSf. pompiliformis Panz. (= nigra 
V. d. L.). Die Länge des zweiten Fühlergeisselgliedes ist etwa um die Hälfte 
des ersten Geisseigliedes kleiner als der geringste Abstand der Augen auf dem 
Scheitel. Der Thorax ist dicht punktirt, die Punkte sind tiefer gestochen und 
ein wenig grösser als bei N. pompiliformis oder nigrita Lep., obschon noch 
immer fein und an Stellen, welche ihres ins Bräunliche gefärbten Tomentes 
entblösst sind, unter der Lupe a sichtbar. Die Sculptur des Mittelsegmentes 
ist viel gröber als bei den erwähnten Arten, nicht nur oben netzrunzelig, sondern 
auch an den Seiten, wo jedoch die schrägen Querrunzeln das Uebergewicht 
behalten. 

Die Erhabenheit und die opaken ovalen Flecken des dritten Bauchringes 
sind deutlich. Die obere Afterklappe überzieht ein grauer Filz, unbekannt. 
Japan. 



_Gen. Liris Fabr. 



Liris Fabr., Syst. Piez., p. 227, Nr. 40 1804 

Liris Dhlb., Disp. meth. Spec. Scand., p. I, 3. Fam, Larr 1842 

Liris Dhlb., Hym. Eur., t. I, Tab. exatn, syn. spec. Larr., p. 471, 29. Gen. et Tab. . . . 1845 

< Tachytes Lep., Hist. nat. ins. Hym. III, p. 239 1845 

Liris Patton, List of Nortli-Amer. Larr. (ßost. Soc. Nat. Hist. XX, p. 385) 1880 

Kopf ein wenig breiter als das Bruststück. Oberkiefer ohne einen 
Ausschnitt in der Mitte ihrer Aussenkante; ihr Innenrand zeigt 
zwischen der Mitte und der Basis zwei Zähne. Die Filzbehaarung auf 
dem Gesichte ist reich, bedeckt zumeist dessen Sculptur, zieht sich über den 
Scheitel hinauf und hängt mit dem Filze der Wangen zusammen. Fühler wie 
bei Notogonia; auch die Convergenz der Augen ist wie bei Notogonia. Die 
inneren Augenränder werden wie bei beiden vorangehenden Gat- 
tungen von leistenartigen, wulstigen Auftreibungen begleitet, 
welche selbst wieder durch einen Querwulst verbunden sind und auf diese Weise 
zwei Räume begrenzen. Die hinteren Nebenaugen sind ebenfalls wie bei Larra 



Die Galtungen nnd Arten der Larriden Aut. 



255 



und Notogonia flach, länglich, schwer wahrzuuehmen und liegen weit hinter 
den vorderen, regelmässig runden und gewölbten Nebenaugen, Der Hinter- 
wulst ist wie bei Notogonia und Paraliris, nämlich schmäler als 
bei Larva, unter das Niveau des Dorsulums herabgedrückt, und 
zwar gegen die Seiten hin stärker als in der Mitte, dreieckig. Die 
Flügel sind ganz wie bei Notogonia. Beine verhältnissmässig ein wenig länger 
als bei Xarra-Arten, fast so lang als bei Notogonia. Mittelhüften weit von 
einander abstehend. Bedornung der Beine im Ganzen kräftig. Mittelschienen 
einspornig. Vorderschieneu, abgesehen von ihren Enddornen und einem ein- 
zelnen, nicht weit von der Mitte der Innenseite sitzenden Dorne, mit einigen 
kurzen, aber leicht bemerkbaren Dornen bewehrt. Wimpernkamm wie bei 
Notogonia. Die Hinter schienen zeigen an der Hinterseite wie die 
meisten Notogonia- kTiom zwei deutliche, scharfe Längskanten, 
denen Dornen entspringen, und ausserdem eine oder zwei meist minder scharfe 
Kanten; diese letzteren sind unbedornt, weil sie an der Seite der Schienen 
liegen, welche dem Hinterleibe angeschmiegt werden kann. Die Fussklauen 
sind wie bei Notogonia lang und gestreckt. Auch das Mittelseg- 
ment und die Ventralplatte des dritten Segmentes zeigen den 
nämlichen Bau wie diese Gattung; die Erhabenheit auf dem dritten 
Bauchringe tritt mitunter, z. B. bei Liris ducalis Smith, wo sie wie bei Nysson 
oder Gorytes gerade und kegelförmig ist, noch viel auffälliger hervor. Die 
Hinterleibsringe werden, wohl in der Regel auch das Bruststück 
und Mittelsegment an vielen Stellen von einem reifartigen, oft 
metallisch glänzenden Haarfilz oder einer gröberen, kurzen, an- 
liegenden Behaarung überdeckt. 

Das Analsegment (9) hat ein flaches, dreieckiges Pygidial- 
feld, das in ähnlicher Weise wie bei Tac/i?/^es -Weibchen mit 
kurzen Härchen besetzt ist, und am Ende die Borstenstäbchen wie 
Notogonia. 

Den Hauptunterschied von Notogonia bildet die Beschaffenheit der Ober- 
kiefer und die Bedornung der Vorderschienen. Mit Larra ist sie noch weniger 
leicht zu verwechseln wegen der Bildung des Pronotums, der Beschaffenheit der 
Oberkiefer und des Pygidialfeldes, der geringeren Scheitelbreite u. s. w. Von 
Paraliris endlich weicht sie ab durch ihre Bedornung der Vorderschieneu, den 
Bau des Mittelsegmentes und die Beschaffenheit des Hinterleibes und dessen 
Pygidialfeldes. 

Geographische Verbreitung. Die Artenzahl von Liris scheint nicht 
gross zu sein; mit Sicherheit kann ich sechs iarra-Arten hieher rechnen; davon 
sind zwei Bewohner des mediterran-paläarktischen und auch äthiopischen Ge- 
bietes, eine andere, Liris aurata Fabr., sogar Bewohnerin dreier Hauptregionen, 
der äthiopischen, orientalischen und eines Theiles der australischen Region. 
Ferner leben zwei Arten, wie es scheint, ausschliesslich in der australischen und 
eine einzige sichere Liris-Avt in der nearktischen Region. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 33 



256 



Franz Friedvicli Kohl. 



1. Lirls Iiaemorrhoidalis Fabr. 



Pompilus haemorrhoidalis Fabr., Syst. Piez., p. 198, Nr. 55 1804 

Liris Savignyi Spin., Corapt. rend. Hym. rec. en Egypte (Ann. Soc. Eut. France, t. VII, 

p. 476, Nr. XXVI) 1838 

Lyrops haemorrJioidalis Guer., Xeon. regn. anim., t. III, p. 439, Q 1843 

Lyrops aureiventris Guer., Icon. regn. anim., t. III, p. 440, pl. LXX, Fig. 9, (^f 1843 

Liris oricJialcea Dhlb., Hym. Eur., t. I, p. 135, cT 1845 

Liris Savignyi Dhlb., Tab. exam. syn. spec. Larr., p. 471, cf, Q 1845 

Tachytes illudens Lep., Eist. nat. ins. Hym., t. III, p. 249, Nr. 12, 9 1845 



Long. 18 — 25 mm. 9- Nigra; antennarum articuli basales, mandibulae 
ex parte, palpi, alarum squamulae, pedes — eoxae, trochanteres et femorum hasis 
plerumque nigra excepta — margines segmentorum, segmentum sextum et sep- 
timum (9) ferrugineo-rufa. Capitis, thoracis et abdominis maxima pars 
tomento denso, aurichalceo sericea. Älae lutescentes apicem versus ab initio 
areae radialis et areolae cubitalis secundae nigricantes, in margine apicdli 
obscuriores ; veneae luteae. Oculi in vertice longitudine flagelU articuli secundi 
et trientis primi inter se distant. Metapleurae coriaceae. Latera segmenti 
mediani striate rugosa (L. a) ; rugae ad aream dorsalem coriaceam crassescentes. 
Segmentum ventrale subcompresse-gibbosum utrinque aream deplanatam ovalem 
gerens; segm. ventr. quartum et quintum nitida, satis vage punctata; puncfatura 
segm. ventr. sexti et septimi densior (9). 

cf. Long. 15 — 20 mm. Mihi ignotus. Articulus seeundus tarsorum 
posteriorum dilatatus et complanatus (s. Guer. l. c). 

Europa, Asia et Africa mediterranea (Hispania, Sicilia, Syria, Aegyptia) 
et Africa tropica (Tette, Guinea). 

L. haemorrhoidalis ist die schönste und grosste Larride Europas. In Folge 
eines sehr dichten, schön messinggelb glänzenden Filzes, welcher fast den ganzen 
Kopf, Thorax und Hinterleib bedeckt, ist bei ihr weder die Sculptur, noch die 
Farbe des Integumentes überall sichtbar. Filzfrei sind fast nur die Metathorax- 
und Mittelsegmentseiten, sowie die Ventralringe mit Ausnahme der abgeflachten 
Stellen auf dem dritten Ringe. Selbstverständlich reibt sich dieser Haarfilz ab; 
zuerst verliert er sich an den der Abnützung mehr preisgegebenen Stellen, 
während er an den geschützteren, z. B. auf dem Gesichte, vorne an den Wangen, 
auf dem Pronotumwulst, den Seiten des Dorsulums, in den Vertiefungen um 
das Schildchen herum, an den Seiten der Dorsalflächen des Mittelsegmentes 
verbleibt. Der Körper ist der Hauptsache nach schwarz. Rostroth sind die 
Taster, zum grössten Theile die Oberkiefer, die vier Basalglieder der Fühler, 
die Flügelschuppen, die Beine — die Hüften, Schenkolringe und die Schenkel- 
basis sind meist schwarz — die Hinterränder der Hinterleibsringe, übrigens die 
beiden Endringe fast ganz. In der Ausdehnung des Roth ist diese Art wohl 
auch veränderlich. Die Flügel sind gelblich tingirt, am Rande in ziemlicher 
Breite, nämlich auch über die ganze Radial-, zweite und dritte Cubitalzelle aus- 
gedehnt, rauchfärbig. Die rauchige Trübung selbst ist von dem Abschlüsse 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



257 



der Radialzelle und der äussersten unteren Spitze der dritten Cubitalzelle an 
bis zum Rande hin viel dunkler. 

Die Augenentferuung auf dem Scheitel beträgt um ein Dritt- 
theil des Pedicellum mehr als die Länge des zweiten Geisseigliedes. 
Dorsulum vorne in der Mitte, also oberhalb der Dreieckspitze des Pronotum- 
wulstes eingedrückt; in der tiefsten Stelle des Eindruckes liegen einander sehr 
nahe gerückt, aber nicht etwa wie bei Not. pom])iliformis Panz. zusammen 
eine lineare Furche darstellend, die beiden mittleren Linien, die Ansatzmarken 
der Längsmuskel. An abgeriebenen Stücken sieht man auf dem Dorsulum und 
dem Schildchen unter der Lupe h sehr dicht und deutlich gestochene feine 
Punkte, welche wohl die Ursprungsstelle der Filzhävchen waren. Die Metapleuren 
sind lederartig; die Seiten des Mittelsegmentes sind der Quere nach, gegen die 
Horizontalfläche ein wenig schräg, runzelig gestreift. Die Runzelstreifen sind 
deutlich, nur massig dicht angeordnet und verdicken sich in der Nähe der 
Seitenkanten der lederartig sculpturirten Dorsalfläche, die ungefähr so lang als 
breit ist; die abfallende Fläche ist sehr steil, ohne senkrecht zu sein, und wird 
in der Mitte von einer Furche durchschnitten. Der dritte Bauchring ist deutlich 
convex, vorne wie zusammengedrückt, beiderseits mit einem grossen, flachen 
ovalen Flecke behaftet, welcher noch von Haarfilz überzogen wird, da er der 
Abnützung weniger ausgesetzt ist als die convexen Partien. Auf dem fünften 
und sechsten Ringe sieht man sehr zerstreut sitzende Pünktchen, während die 
Punktirung des siebenten Ringes viel dichter ist. 

Das kenne ich nicht. Gue'rin behauptet von ihm, dass das zweite 
Tarsenglied der Hinterbeine in auffallender Weise verbreitert und plattgedrückt 
sei, was beim 9 nicht der Fall ist. Die Details über die Lebensweise sind noch 
nicht erforscht. 

Geographische Verbreitung: L. Jiaemorrhoidalis gehört zur mediterran- 
paläarktischen und äthiopischen Region. Sicilien (Mann C), Spanien (Waltl.), 
Egypten (Galam), Cairo (Lep.), Tette, Senegal (Gerstäcker), Syrien. 

L 2. Liris Braiiei'i Kohl. 

Liris Braiieri Kohl, Verhandl. d. k. k, zool.-bot. Gesellscli. Wien, XXXIII. Bd., p. 356, 

Nr. 2, d^, 9 1883 

Long. 15— 21mm. cf, Q. Atra, pedes concolores, tarsi apicem versus 
rufescentes; variat pedihus piceo-rufis. Antennarum articuU basales rufi. Caput, 
pronotum et cf dorsulum ex parte tomento aureo vestita. Alae fuliginosae, 
in apice ohseuriores, violascentes. Metapleurae coriaceae, paulum rugosae. 
Segmenti tnediani latera striate rugosa (L. a). 

cf . Long. 15 — 19 mm. Oculi in vertice longitudine flagelli articuli secundi 
inter se distantes. Segmentum ventrale tertium tumidum, valde convexum, 
qiuirtum et quintum in medio longitudinaliter late impressa. Segmenti secundi, 
tertii, cßiarti et f[uinti depressio postica tomento cinereo fasciatim vestita. 
Segmentum anale in apice excisum. 

33* 



258 



Franz Friedrich Kolil 



9 . Long. 18 — 21 mm. Oculi in vertice longitudine flagelli articuU quarti 
inter se distant. Segmenta ventralia subnitida, quartum et quintum satis vage, 
sextum et septimum densius punctata. Segmenti secundi, tertii et quarti de- 
pressio postica puhe cinerea vestita. Area pygidialis puhe obscuro-ferruginea 
ohtecta. 

Tor (Ärabia). 

Steht der bekannten Liris aurata Fabr. sehr nahe, ist aber doch leicht 
von ihr zu trennen. Thorax und Hinterleib in Folge einer schwarzbraunen 
Bereifung mattschwarz. Kopf, Pronotum stellenweise, beim <^ auch das Dor- 
sulum, aber nur schwach, mit goldgelbem Haarfilz bedeckt. Flügel rauchig 
schwarz, mit lebhaftem violettem Schiller. Pygidialfeld (9) mit rostbraunen 
Härchen bedeckt. 

Depression auf dem Hinterrande des zweiten, dritten und vierten Einges 
beim 9 ^i^d auch des fünften beim cf init schwachem grauem Filze reifartig 
bedeckt. Fühler und Beine sichtlich dünner als bei L. aurata und 
haemorrhoidalis. Basalglieder der Fühler mehr oder weniger geröthet. 

Die geringste Entfernung der Äugen auf dem Scheitel be- 
trägt beim 9 entschieden weniger als die Länge des fünften, etwa 
nur die des vierten oder fünften, beim etwa die des zweiten 
Fühlergeisselgliedes. Die Sculptur des Mittelbruststückes ist wegen der 
Haarbekleidung nicht sichtbar. Metapleuren lederartig, mit einigen schrägen 
Runzelstreifchen. Mittelsegment matt, oben lederartig, an den Seiten deutlich 
querrunzelig gestreift; Runzelstreifen am üebergange zur Dorsalfläche kräftig. 
Die mässig glänzenden Bauchringe sind fein und zerstreut, an den Endringen 
gröber punktirt; die Pünktchen sitzen ähnlich wie bei L. aurata in einer 
mikroskopisch feinen Eunzelung. Die Behaarung des oberen Afterklappenfeldes 
(9) ist rostbraun. Beim erscheint das Analsegment ausgeschnitten. 

Der Unterschied von L. aurata liegt in der dunkleren Be- 
reifung des Körpers, dem fast ganz schwarzen, nur beim schwach 
gelbfilzigen Mesothorax, der schwärzlichen oder höchstens dunkel 
pechrothen Färbung der Beine, in dem geringeren Augenabstande 
und den dünneren Fühlern und Beinen. 

Arabien (Tor).i) 



1) Mir unbekannte, zum grösseren Theile wohl nicht zu deutende Larra-Avten {Larrada 
Smith) aus der paläarktischen Fauna: 

Jjarra amplipennis Smith. 

Larrada ampUpenni/i Smith: Trans. Ent. Soc, Lond., p. 193, 1873. 

„(^. Length 6"'. Black, with the two basal segments of the abdom. red. Head wider than 
the thorax; the face covered with silvery-white pubescence, mandibles shiaing and obscurely 
ferruginous at their tips. Thorax opaque, finely and very closely punctured; wings fuscous, the 
posterior pair hyaline at their base; the tegulae obscurely testaceous; the nervures dark brown; 
the matath. with a thin cinereous pubescence. Abdomen slightly shining and thinly covered 
with cinereous pubescence, observable in certain light?, as are also the brigi.t silvery fascivo on 
the apical margins of the segments. — Hiogo (Japan)." 



Die Oattiingen und Arten dor Lairidon Ant. 



259 



Gen. Paraliris Kohl. 
(~apa — Liris.) 

Paraliris Kohl, Verhandl. d. k. k. zool.-l)ot. Gesellsch., p. 361 1883 

Kopf breiter als das Bruststück. Oberkiefer ohne einen Ausschnitt 
an der unteren Aussenkante. Gesichtsfilz ein wenig reicher als hei Larva 
und Noiogonia. Fühler schlanker als bei Larva. Augen gegen den Scheitel 
hin fast noch mehr convergent als bei Notogonia und Liris. Längs der inneren 
Augenränder verlaufen wie bei den drei vorigen Gattungen kräftige Wülste, 
welche durch einen Querwulst verbunden werden ; auch bezüglich der Lage und 
Form der Nebenaugen herrscht das nämliche Vorhältniss ; das vordere ist rund 



Larva (Notogonia) argyropyga Costa Ach. 

Notogonia argyropyga Costa: Att. Acad. scienze fis. e raat. Napoli, VII, Mem. eetratt., 
p. 16, ^, 9' 1875. 

„iV. nigra cinereo-pübescens, chjpeo, orhitis et segmentis aidominalibus 1 — 4 , 1 — 3 Q in 
margine postico vaivulaque anaU dorsali cano-sericeo villoso-micantiius ; alis cinereo-Jiyalinis , apice 
fumatis; metanoto subtilissime coriaceo, truncatura postica transversim striata, sulcoque longitudinati 
notata. femoribus posticis infra basi elato angulatis, ultra anguhim excavatis. Basso Egitto (Cairo)." 

Larva diversa Walk. 

Larrada diversa Walk.: List of Hyra. Egypt., p. 21, Nr. 105, 9» 1871. 

„Black, with eilYery cinereous tomentum. Head silvery in front and behind. Mandibl. 
hlack. Metathorax finely and transversly ftriated, with a slight longitudinal furrow. Petiole 
black, very short. Abdomen red, elongate oval, a little, longer than the thorax, with three eilvery 
patches on each side; second segra. with a black oblique streak on each side; fourth flft and 
sixth segm. black. Legs red; coxae and femora black, the latter with red tips; forse tarsi with 
long Blender black spines. Wings pellncid; veins black, testaceons at the base. 

cT? Abdomen elongate-elliptical, not black towards the tip. Femora red, black above 
towards the base; fore tarsi withont spines. Length of the body 5—6"'. Cairo." 

Zavva docilis Smith. 

Larrada docilis Smith: Trans. Ent. Soc. Lond., p. 192, cf, 9» 1873. 

„Q. Length 6'". Black, slightly shining, wings subhyaline. Head: the Vertex with a 
Single ocellus placed in a smoath depression, above which are two small tnbercles; the clypeus 
covered with silvery pile. Thorax: the proth. and mesoth. impunctate ; the metathorax abruptly 
truncate, and finely transversely strigose above; the tegulae rufo-piceous ; the wings fulvo-hyaliue; 
the nervures ferruginous. Abdomen: the three basal segm, have a glittering silvery pile on their 
apical margins, only observable in certain lights; the apical segmeut opaque, and ferruginous at 
its apex. The legs and sides of the thorax have a fine glitlering cinereous pile. — • This sex 
only dilfers in having the mandibles and the scape in front pale ferruginous; the anterior tibiae 
and all the tarsi, rufopicous. Hiogo, Hakodadi." 

Larva erebus Smith. 

Larrada Erebus Smith: Trans. Ent. Soc. Lond., p. 193, 9> 1873. 

.,9- Length 6V2'". Black, the wings subhyaline, the nervures dark fuscous. The head 
shining; a single ocellus sitnated in a deep frontal irregulär depression; the scape robust and 
compressed; the anterior margin of the clypeus broadly angular; the mandibles dark ferruginous 
and fringed with ferruginous hairs; the cheeks with a thin cinereous pubesceuce. Thorax: opaque, 
and closely and finely punctured; the metath. abruptly truncate and finely ruguboso ; transversely 
so above; the legs with a fine cinereous pile; the apical Joint of the tarsi testaceous ; the 
clawB pale. Abdomen shining and impunctate. Hiogo." 



260 



Franz Friedrich Kohl. 



und gewölbt, die beiden hinteren sind einander genähert, flach und länglich, 
undeutlich und stehen vom vorderen sehr weit ab. 

Hinterwulst des Pronotums ist wie bei Notogonia und Liris 
unter das Do rsulum her abgedrückt, dreieckig, unterscheidet sich hierin 
somit von Larva. Beine lang, wie bei Notogonia, ihre Schienen nicht 
kantig, Mittelhüften von einander weit abstehend. Mittelschienen einspornig. 
Die Dornen an den Beinen sind nicht zahlreich, aber laug, dünn und sehr spitz. 
Die Vorderschienen tragen nur Euddornen; bei der einzigen Art, auf 
welche diese Gattung gegründet wird, fehlt selbst der Dorn an der Mitte der 
Innenseite, ob immer, müsste erst die Erfahrung lehren. Klauen lang, Flügel- 
zellbildung wie bei den drei vorhergehenden Gattungen. Das Mittelsegment 
gestreckt, länger als das Dorsulum, flachgedrückt; seine Rückenfläche 
bildet mit den Seitenflächen und der abfallenden Hinterflächo 
keine Kanten, geht vielmehr in entschiedener Rundung in sie über. 



Iiarra tnemnonia Smith. 

Larrada Memnonia Smith: Cat. Hym. Brit. Mus. IV, p. 281, Nr. 25, 2, 1856. 

„Q. Length 1"'. Black: the face covered with silvery puheeiceuce, the mandibles obscurely 
rufo-piceous ; the apical joints of the palpi pale testaceous. The thorax covered with a flne silvery 
pile, as well as the legs ; the tarsi and apex of the tihiae ferruginoua; tbe wiugs falvo-hyaline, 
the nervures and tegulae behind rufo-testaceous ; the scutellum smooth and shiuning; the meta- 
thorax finely transversely striated, and having a central abbreviated carina not extending to the 
verge of the truncatiou, the Striae coarser at the sides, the truncation also coarsely striated. The 
apical margins of the segraents of the abdomen with fasciae of changeable silvery pile. Egypt ; 
Senegal." 

Ziarra nigricans Smith (non Walk.!). 

Larrada nigricans Smith: Trans. Eut. Soc. Lond., p. 192, 1873. 

„Q. Length S'/*'". Black, wings subhyaline, the nervures black. Head fiuely shagreened, 
the face Avith silvery pubescence; the mandibles ferruginous towards, their apex, with the tips 
black. Thorax shagreened, with the metath. rugulose; the legs with flue cinereous pile, which is 
very bright, and dense on the posterion tibiae within; it is also very bright on the tarsi. Abdora. 
smooth and shining; with silvery fasciae ou the posterior margins of the segments, observable 
only in certain lights. The cf does not differ in any material respect from the $ • Nagasaki. 
Z,arra (Notogonia) nigricans V7alk. (non Smith!) 

Larrada nigricans Walk.: List of Hym. Egypte, p. 21, Nr. 102, cf, 9> 1871. 

„Black, dull, with cinereous tomentum. Head a little broader than the thorax, silvery in 
front and behind. Petiole very short. Abdomen elliptical in the male elongate-oval in thefemale. 
Length of the body 4—6'". This species is a little smaller and has paler wings than L. nigrita, 
which it much resembles. Cairo, Hör Taminab." 
Iiarra tisiphone Smith. 

Larrada tisijyhone Smith: Trans. Ent. Soc. Lond., p. 192, 1873. 

„Q . Length 6"'. Black, the wings flavohyaline ; the nervures testaceous as well as the 
posterior margin of the tegulae. Head opaque, with a fiae silvery pubescence on the face; the 
cheeks have also a silvery pubescence. The thorax opaque, with the mesothorax only slightly 
shinning and impunctate, depressed anteriorly and with two improssed lines entending to the disk; 
the metath. transversely striated above; the sides of the truncation also striated in the same 
manner; the legs shining, and with a changeable silvery pile; the posterior tibiae with some 
bright fulvous pubescent pile at their apex Avithin. Abdom. smooth and shining, with changeable 
silvery fasciae on the apical margins of the segments, only observable in certain lights; the apical 
segm, opaque, except at its basal margin. Nagasaki," 



Die Gattungen nnd Arten der Larriden Ant. 



261 



Hinterleib (zweiter bis siebenter Ring) so lane^ als Kopf, Thorax 
und Mittelsegnient zusammengenommen, wohl mit längereu ab- 
stehenden Haaren ausgestattet, aber nicht befilzt, daher glänzend, 
und seine sehr dünne, aber etwas derbe Punktirung recht augen- 
fällig (L, a). Der dritte Bauchring ist leicht gewölbt, jedoch ohne förmliche 
Erhebung, beiderseits mit glatten, glänzenden Stellen ausgestattet, auf welchen 
die Trochanteren der Hinterbeine hin- und herspielen dürften. Pygidialfeld 
geformt wie bei den beiden vorhergehenden Gattungen, aber ohne stifte n- 
artige Borsten am Ende und wie bei Larra unbefilzt. 

Paraliris unterscheidet sich von Larra: 1. durch den Mangel des Ober- 
kieferausschuittes, 2. die grössere Convergenz der Augen, 3. die Form des 
Pronotumwulstes, 4. die Bedornung der Vorderschienen, 5. die Form des Mittel- 
segmentes, 6. die Depressionen an den Endrändern der Hinterleibsringe. 

Von Notogonia weicht Paraliris ab: 1. durch den Mangel des Ober- 
kieferausschnittes, 2. durch die Form des Mittelsegmentes, 3. durch die un- 
bereiften, nackten Hinterleibsringe, speciell das nackte Pygidialfeld, welches auch 
derBorstenstiftchen am Ende ganz und gar ermangelt, 4. die kräftigen Depressionen 
der Hinterleibssegmente. 

Am nächsten steht offenbar Liris dieser Gattung, da sie einander in der 
Beschaffenheit der Oberkiefer gleichen, sonst fast in den nämlichen Punkten 
wie Notogonia und Paraliris von einander abweichen. In der Bedornung der 
Vorderbeine scheint mir Paraliris der Gattung Notogonia näher zu kommen. 

Bekannt ist nur eine einzige Art: 
P. KriecJibaumeri Kohl. 9- Reg. II, Subreg. 3. Cap. 

Paraliris Krieclibaumeri Kohl: Verhaiidl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. 
Wien, p. 862, 9, 1883, (Type im k. zoologischen Museum in München.) 



Gen. Larraxena Smith. 

Larraxtna Smith, Descr. of new spec. of Exot. Hym. in the Brit. Mus. (Mag. of Natur, Hist., 

vol. VII, ser. II, p. 30) 1851 

„Kopf ein wenig breiter als das Bruststück, vorne niedergedrückt; das 
vordere Nebenauge liegt in einer Stirnvertiefung, die beiden hinteren sind un- 
deutlich; die Netzaugen nähern sich sichtlich auf dem Scheitel. Fühler faden- 
förmig, das Basalglied sehr stark verdickt, an der Basis des queren Kopfschildes 
eingefügt. Oberkiefer bogenförmig. Thorax länglich, Mittelsegment („meta- 
thorax") verlängert, hinten abgestutzt. Die Vorderflügel mit einer appendicu- 
lirten Anhangszelle und drei Cubitalzellen; die zweite Cubitalzelle ist dreieckig, 
gestielt und nimmt die zwei rücklaufenden Nerven auf; die erste Cubitalzelle 
ist so gross wie die zweite und dritte zusammen; die dritte ist schmal und 
schräg gestellt. Die Beine sind von mässiger Länge, die Schienen und Tarsen 
kräftig bedornt, die Tarsen länger als die Schienen. Der Hinterleib ist gestreckt." 
— Brasilien. 



262 



Franz Friedrich Kolil. 



Larraxena ist mir unbekannt und scheint den Gattungen Larva, Noto- 
gonia, Liris, wohl auch Tachytes, verwandt zu sein; indessen ist die Smith'sche 
Beschreibung viel zu ärmlich, als dass man dieser Gattung eine sichere Stelle im 
System anweisen könnte. Es kann auch sein, dass Smith eine Notogonia vor 
sich hatte, bei welcher die zweite Cubitalzelle dreieckig und schwach gestielt 
ist; ich kenne einige Notogonia- Arien, bei denen dies der Fall ist; dieses Ver- 
hältniss allein, welches blos in einem grösseren Grade von Annäherung zweier 
Cubitalqueradern beruht, würde nicht zur Aufstellung einer neuen Gattung 
berechtigen. 

Bis jetzt ist erst eine Art bekannt geworden: 
L. 2>rinceps Smith. Q . Keg. V, Subreg. 2. Brasilien. 

Larraxena princeps Smith: Mag. Nat. Hist. V. VII, Ser. II, p. 30, 1851. 

Gen. Darala C. Eitsema. 

Darala C. Ritsema, Not. fr. the Leyden Museum, vol. VI, p. 81 1884 

Eitsema veröffentlichte die Beschreibung dieses Genus zu einer Zeit, 
als diese Abhandlung im Manuscripte bereits fertig vorlag; es war mir daher 
nur mehr möglich, eine deutsche Uebersetzung des Originaltextes anzuschliessen; 
die Gattung ist mir unbekannt: 

„Kopf quer, viel breiter als der Thorax, hinten am Scheitel ausgerandet, 
hinter den Augen erweitert; Gesicht deutlich vortretend, mit verschiedenen Ein- 
drücken versehen, die Ecken unter den Augen winkelig ausgezogen; Augen stark 
convergent (Gesichtsform unten viel breiter als oben), gross, bis hart an die 
Oberkiefer reichend, Innenrand gerade; ein einziges Nebenauge deutlich aus- 
geprägt; Fühler fadenförmig, knapp ober der Kopfschildbasis eingefügt, der 
Schaft ein wenig verdickt und an den zwei Enddritttheilen ein wenig verbreitert 
und zusammengedrückt, ein bischen länger als das erste und zweite Geisseiglied 
zusammengenommen; das dritte und vierte Geisselglied an der äussersten Basis 
deutlich eingekerbt, das fünfte ebenso, aber in sehr schwachem Grade; vom 
zweiten bis zum zehnten nimmt die Länge der Glieder gleichniässig ab, das 
eilfte oder End-Segment ist so lang als die beiden vorhergehenden Glieder zu- 
sammengenommen. Oberkiefer gebogen, sehr schlank und langgestreckt (ihre 
Spitze erstreckt sich beinahe bis zur Mitte der Augen [unteren Augenrandes? 
Kohl]), aussen nicht ausgeschnitten, aber innen ungefähr am zweiten Dritttheile 
ihrer Länge mit einem Zahne versehen. Prothorax schmäler als der Meso- 
thorax, in einem tieferen Niveau und schief gegen eine Querrinne abstürzend, 
der Hinterrand fast winkelig nach hinten geneigt; Mesothorax sehr gewölbt; 
Metathorax etwas verlängert, vorne so breit als lang, gegen die abstürzende 
Fläche abschüssig; das Metanotum ist seitlich von einer scharfen Eunzel ein- 



>) Die Bezeichnung Darala ist bereits im Jahre 1859 von Walker für eine Bombyciden- 
Gattung vergeben worden (Walker, Journ. of Linn. Soc. 187, 185!)). 



Die Gattungen und Arten der Larrideu Aut. 



263 



gefasst, welche in einen kurzen Zahn endigt. Mittelschienen mit einem einzigen 
Endsporne. Vorderliügel mit einer Radialzelle, welche abgestutzt und mit einer 
Anhangszelle versehen ist, und mit drei Submarginalzellen, deren erste ein 
wenig länger ist als die beiden folgenden zusammengenommen, die zweite, welche 
beide rücl;laiifende Venen vor der Mitte ihrer Basis aufnimmt, verengt sich gegen 
die Radialzelle hin; die dritte ist halbmondförmig, Hinterleib kurz, breitoval, 
sehr gewölbt, besonders an der Basis, beträchtlich schmäler als der Thorax, 
gestielt, der Stiel aber sehr kurz. 

Diese Gattung stimmt in mancher Hinsicht mit Larrada überein, ist 
aber doch verschieden durch den Mangel des Ausschnittes an der Aussenseite 
der Oberkiefer, durch die Form des Metathorax und die des Hinterleibes etc." 

D. Schlegeln C. Rits. cT. Reg. III, Subreg, 3. Sumatra. 

Darala Schlegeln C. Rits.: Not. fr. the Leyden Mus., vol. VI, p. 82, 1884, ■ 

Gen. Piagetia Ritsema. 
(Piaget, nom. propr.) 

Piagetia Ritsema, Entomologist's Monthly Magazine, vol. IX, p. 121—123 1872 

Piageüa Ritsema, Tijdschr. v. Entora. Ned. ent. Ver., vol. XVII, 2. deel, p. 195 1874 

Kopf ähnlich gebildet wie bei Tachysphex, welcher dieser Gattung nahe 
steht, etwas breiter als das Bruststück. Oberkiefer mit einem breiten Ausschnitte 
vor der Mitte des Aussenraudes. Augen gross, oval, gegen den Scheitel zu mässig 
convergent. Vorderes Nebenauge normal rund, gewölbt. Hintere Nebenaugen 
länglich, verflacht, daher undeutlich und wie bei Tachysphex, Tachytes etc. an 
Wülsten liegend. Fühler fadenförmig, beim <^ zwölf-, beim Q dreizehngliedrig. 
Pronotum tief unter das Niveau des Dorsulums herabgedrückt, vorne halsartig 
verengt. Das Mittelsegment ist etwas kürzer als das Mesonotum, verschmälert 
sich nach hinten und stürzt sehr steil ab; seine Hintereckeu sind abgerundet. 
Die Radialzelle ist breit, breit abgestutzt, die Anhangsz eile daher 
ebenfalls breit, scheint aber zu fehlen, wenn die Fortsetzung der Radialader 
über die Radialquerader hinaus schwachspurig oder manchmal fast gar nicht 
mehr bemerkbar ist. Von den drei C ubitalz eil en ist die erst^ so lang und 
so gross als die beiden übrigen, die mittlere, welche die beiden Discoidalquer- 
adern aufnimmt, trapezisch, die dritte schräg gestellt, jedoch nicht zungenförmig 
ausgezogen. Discoidalzellen sind zwei vorhanden. Die Hinterflügel, deren vor- 
dere Schulterzelle sich nicht so sehr gegen den Spitzenrand ausstreckt wie bei 
Larva, Kotogonia, Tachysphex u. s. w., haben ein verhältnissmässig kurzes 
Frenum. Bei der einzigen mir bekannten Art besteht dieses aus zehn Häkchen. 

Schienen und Tarsen bewehrt. Wimpernkamm der Vordertarsen vorhanden, 
aber schwach und kurzwimperig. Mittelschienen mit einem einzigen 
Sporne bewehrt. Hinterleib in Folge der stielartigen Verschmälerung des 
zweiten Hinterleibsringes keulenförmig, also ähnlich gestaltet wie bei Mhopalum, 
oder noch vielmehr wie bei Trypoxylon. Das zweite Segment übertrifft nämlich 

Z. B. Üe8 Bd. XXXIV. Abh. 34 



264 



Franz Friedrich Kohl. 



jeden der drei folgenden, die auch nach hinten an Dicke zunehmen, an Länge; 
vom fünften Segmente weg nimmt der Hinterleib in der Dicke wieder rasch ab. 
An der Afterklappe ist beim Q ein deutliches dreieckiges und fast 
flaches Pygidialfeld ausgebildet. Die Beschaffenheit des Analsegmentes 
bei den cT kenne ich nicht aus eigener Anschauung; nach brieflicher Mittheilung 
des Herrn Ritsema in Leyden, dem wir die Kenntniss dieser Gattung ver- 
danken, ist die obere Afterklappe bei P. Woerdeni dreieckig, mit abgerun- 
deter Spitze, bei P. Jftitsemae ^ hinten abgestutzt und seicht ausgerandet, bei 
beiden Arten matt. Bei den kommt nach Ritsema an den Schenkelringen 
der Hinterbeine ein nach aussen gerichteter Dorn vor; ob sich dieses Merkmal 
als generelle Auszeichnung erweisen wird, kann erst die Folge lehren. 

Geographische Yerhreituug*. Bis jetzt kennt man, einschliesslich der 
folgenden asiatischen^ Art, erst drei Arten, nämlich noch eine afrikanische und 
eine aus Java. Lebensweise unbekannt. 

1. Piagetia odontostoma Kohl. 

Piagetia odontostoma Kohl, Verbandl, d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, p. 31, Q 1883 

Long. 7— 9 mm. Q. Nigra; palpi, mandibularum pars media, dlarum 
squamulae, genua, tihiarum latera externa, calcaria et tarsi omnes pallide 
flava. Segmenti analis apex rufescens. Akte aeque hyalinae. Clijpei margo 
anticus spinis quatuor acutis armatus. Oculi longitudine flagelli articidi 
secundi, tertii et qiiarti distant. Dorsulum fere politum. Facies, mesopleurae, 
segmentum medianum argenteo-sericea. Segmentum medianum in lateribus 
oblique, in dorso transverse striate-rugosum. Area pygidialis segmenti analis 
nitida, punctis paucis instructa. 

cf ignotus. 

Tor (Mus. zool. Vienn.). 

Schwarz. Taster, Flügelschuppen, Basis der Costal- und Subcostalader, 
Schenkel an der Kniespitze, Aussenseite der Schienen und die ganze Bedornung 
lichtgelb. Oberkiefer in der Mitte und Fühlerschaft vorne an der Spitze lehmgelb. 

Kopfschild kurz, aber breit, vorne abgestutzt und mit vier spitzen 
Zähnen bewehrt (Taf. IX, Fig. 1). Die Entfernung der Fühler an ihrer 
Basis ist geringer als die eines Fühlers vom benachbarten Auge und beträgt 
etwa die Länge des zweiten Fühlergeisselgliedes ; das erste Geisseiglied ist etwas 
kürzer als das zweite, das zweite so lang als das dritte oder die nächstfolgenden 
Glieder. Stirne fein und dicht, unter Lupe a nicht mehr unterscheidbar punktirt, 
wenig glänzend, in der Mitte bis zum Fühlergrunde von einer deutlichen Mittel- 
linie durchzogen. Die geringste Entfernung der Augen am Scheitel beträgt die 
Länge des zweiten, dritten und vierten Geisseigliedes zusammengenommen. Dor- 
sulum glänzend polirt, unbedeutend punktirt, vorne mit einem feinen, greisen 
Filze überdeckt, welcher daselbst die Art der Sculptur nicht recht deutlich 



Die Gattungen und Arten der Larriden Aui. 



265 



erkennen lässt; auch die sehr dicht punktirten, fast lederartigen Mesopleuren 
sind mit einer leichten weissen Pubescenz bedeckt. Das Mittelsegment ist an 
den Seiten schräg nach aufwärts und auf seiner Horizontalfläche der Quere 
nach mit Runzelstreifen besetzt, welche verhältnissmässig grob und nichts 
weniger als zahlreich sind (L. a). Abstürzende Fläche mit einer tiefen Grube 
in der Mitte und an den Seiten mit vereinzelten uuregelmässigen Querrunzeln. 
Flügel gleichraässig wasserhell, ihr Geäder blass lehmgelb. Die Be- 
dornung der Schienen und Tarsen der zwei hinteren Beinpaare ist ziemlich 
auffällig; der Wimpernkamra des ersten Vordertarsengliedes aus fünf schwäch- 
lichen, blassen Wimpern gebildet, welche vom Gliede fast dreimal an 
Länge übertroffeu werden. Die beiden folgenden Glieder führen, soweit ich es 
wahrnehmen kann, je zwei Kammwimpern, die ihnen in der Länge gleichkommen. 
Der Metatarsus der vier Hinterbeine ist schwach gekrümmt, kurz, etwa so lang 
als das Klauenglied, an den Mittelbeinen ein wenig länger als der Schienensporn, 
an den Hinterbeinen ungefähr so lang als der längere der beiden Sporne; die 
übrigen Tarsenglieder sind an der Innenseite gegen das Ende hin verdickt, so 
dass sie, von der Seite betrachtet, gekrümmt aussehen. 

Der übrige Hinterleib ist glänzend, nicht punktirt, das Pygidialfeld drei- 
eckig, polirt, glatt und glänzend, mit einigen wenigen Pünktchen versehen, seine 
Spitze schwach abgestutzt. 

P. odontostoma unterscheidet sich von P. Mitsemae Rits. 
durch die ganz verschiedene Kopfschildbildung (ein mittlerer 
Längskiel fehlt bei odontostoma vollständig und der Clypeus ist 
sehr flach)^ die Sculptur des Mittelsegmentes, die wasserhellen 
Flügel, die Färbung der Beine, die Form der Hiuterschenkel. Diese 
bilden nahe an der Basis ihres Unterrandes keinen Winkel, wie 
ihn die von Ritsema dem Texte beigegebene Figur c zeigt. F. Woer- 
deniUits. unterscheidet sich sowohl in den vorerwähnten Punkten, 
als auch noch in der Farbe des Bruststückes. 

Geographische Verbreituug, P. odontostoma wurde von Frauenfeld 
bei Tor in Arabien gefangen. Die Typen, zwei 9) befinden sich jetzt in den 
Sammlungen des Hof-Naturaliencabinetes in Wien. 

Verzeichiiiss der bisher beschriebenen Plag etia- Arten. 

r. Ritsemae Rits. , 9 . Reg. III, Subreg. 4. Soerabaya auf Java. 

P. Bitsemae Rits.: Ent. Monthl. Mag., t. IX, 1872, p. 120, Fig. & et c, d"» 9- 
J\ odontostoma Kohl. 9- Reg- I, Subreg. 2. Tor (am arab. Meer). 

P. odontostoma Kohl: Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 1883, 
p. 31, Q. 

P. Woerdeni Rits. Reg. II, Subreg. 2. Congo- Gebiet. 

P. Woerdeni Rits.: Ent. Monthl. Mag., t. IX, 1872, p. 121, Fig. b et c, cf- 
P. Woerdeni Rits. : Tijdschr. v. Entom., D. XVII, 1874, p. 197, Taf. XI, Fig. 6. 

34* 



266 



Franz Friedrich Kohl. 



Gen. Lyroda Say. 

Lyroda Say, Journ. Nat. Eist. Bost., vol. I, Nr. 3, p. 370 1836 

Morphofa Smith, Cat. Hym, las. Brit. Mus., P. IV, p. 293 1856 

Morphota Smith, Journ. Proc. Linn. Soc, vol. III, p. 17 1858 

Lyroda Say, Compl. writ. Entom. North-Amer., vol. II, p. 755 1859 

Morphota Taschenherg, Zeitschr. f. d. ges. Naturw. Halle, t. XXXVI, p. 8 (d. S.) 1870 

Lyroda Patton, List North-Amer. Larr. (Proc. Bost. Soc. Nat, Hist., vol. XX, p. 385 et 386) . 1880 

Zu dieser artenarmen Gattung gehören Grabwespen von kleiner bis mittel- 
grosser Statur. 

Kopf breiter als der Thorax. Oberkiefer mit einem Ausschnitte, 
nicht weit von der Mitte ihrer Aussenkante. Kopfschild und die untere 
Partie des Gesichtes silberfilzig behaart. Fühler fadenförmig, beim Q ?;wölf-, 
beim (f dreizehngliederig. Augen gross, oval, ohne Ausrandung, mit fast 
geradem Innenrando, gegen den Scheitel nicht namhaft convergent, Stirne 
und Scheitel breit, ohne Wülste oder leistenartige Auftreibungen. 
Nebenaugen rund und deutlich, auch die hinteren, welche mit dem 
vorderen etwas grösseren ein flaches Dreieck (* . •) bilden. 

Vorderbrustrücken vorne in charakteristischer Weise hals- 
artig verengt, hinten zu einem Wulste aufgeworfen, welcher in 
Folge von zwei flachbogigen Ausschnitten an seiner Oberseite 
drei nach hinten gerichtete Höcker zeigt und mit dem Dorsulum 
in einem Niveau liegt. Mittelsegment von der Länge des Mesonotum, hinten 
steil, fast senkrecht abstürzend, an seinen Hinterecken abgerundet. Flügelgeäder 
sehr ähnlich dem von Larra. Vorderflügel mit einer deutlich abgestutzten Radial- 
zelle und einer Anhangszelle, ferner mit drei Cubitalzellen, von denen die zweite, 
trapezförmige, welche beide Discoidalqueradern aufnimmt, und die dritte schräge, 
an der unteren Aussenecke unbedeutend ausgezogene, zusammengenommen, an 
der Cubitalader nicht ganz so lang erscheinen als die erste Cubitalzelle. Die 
Basalader trilft mit der Schulterquerader zusammen. Schienen kantig und wie 
die Tarsen bedornt. Wimpernkamm am ersten Gliede des vordersten Fusspaares 
kurz und schwachdornig. Mittelschienen einspornig. Klauenballen zum Unter- 
schiede von Larra und Notogonia, übereinstimmend mit Tachysphex und Ta- 
chytes, sehr gross. Hinterränder der Hinterleibsringe zum Theile mit silber- 
glänzendem Filze belegt. An der oberen Afterklappe der 9 ist ein grosses, 
dreieckiges Pygidialfeld entwickelt, welches flach, seitlich scharf gekantet und 
mit kurzen Härchen besetzt ist. 

lieber die Lebensweise dieser exotischen Gattung weiss man noch nichts; 
der Hauptsache nach mag sie wohl mit den ihr nächst verwandten Gattungen 
übereinstimmen. Bekannt sind bis jetzt erst acht Arten, davon gehört eine 
einzige der östlichen Erdhälfte, der Australregion an, die sieben anderen zählen 
zum Theile zur neotropischen (vier Speeles), zum Theile zur nearktischen Fauna. 

1) Lyroda ist der Gattung TachyUs und Tachysphex sehr nahe verwandt und davon durch 
die regelmässige Form der hinteren Nebenaugen, sowie die fast parallel verlaufenden Innenränder 
der Netzaugen verschieden. 



Die Gattungen und Arten der Larriden ^4«/. 



267 



Verzeichniss der bisher beschriebenen Ly roda- Avten» 

ly. caliptera Say. Reg. IV, Subreg. 3. Indiana. 

Lyroda caliptera Say: Bost. Journ. Nat. Hist., vol. I, N. 4, p.373, Nr. 6, 1837. 

Lyroda caliptera Say : Compl. writ. Eni North- Araer., vol. II, p. 755, 1859. 
L, couciuna Smith. Q . Reg, V, Subreg. 2. Brasilia (Tapajos). 

Morphota concinna Smith : Cat. Hym. Br. M., p. IV, p. 294, Nr. 2, 1856. 
L. fasciata Smith. Q . Reg. V, Subreg. 2. Brasilia (Santarem). 

Morphota fasciata Smith: Cat. Hym. Br. M., p. IV, p. 294, Nr. 1, 185G. 
L. formosa Smith. 9- Reg. VI, Subreg. 1. Celebes. 

Morphota formosa Smith: Journ. Proc. Linn., vol. III, p. 17, Nr. 1, 1858. 
harpactoides Smith. 9 • I^^g. V, Subreg. 2. Brasilia. 

M. harpactoides Smith: Cat. Hym. Br. M., p. IV, p. 294, Nr. 3, 1856. 
L, subita Say. Reg. IV, Subreg. 3. Indiana. 

Lyroda subita Say: Bost. Journ. Nat. Hist., vol. I, N. IV, p. 372, Nr. 5, 1837. 

Lyroda subita Say: Compl. writ. Ent. North- Amer., vol. II, p. 755, 1859. 
i. tridens Taschenb. 9. Reg. V, Subreg. 2. Lagoa Santa. 

Morphota tridens Taschenb. : Zeitschr. f. d. ges. Naturw. Halle, t. XXXVI, 
p. 8, 1870. 

L» triloha Say. Reg. V, Subreg. 3. Indiana. 

Lyroda triloba Say: Bost. Journ. Nat. Hist., vol. I, N. IV, p. 372, Nr. 4, 1837. 
Lyroda triloba Say: Compl. writ. Ent. North-Amer., vol. II, p. 755, 1859. 



268 



Franz Friedrich Kohl. Die Gattungen und Arten der Larriden Aut. 



Erklärung der Abbildungen. 
Tafel VIII. 

Fig. 1. Flügelgeäder von Pison. 
„ 2. Vorderflügel von Pison im Uebergange zum Subg. Parapison Smith. 
„ 3. „ „ Subg. Parapison. 

„ 4. Flügelgeäder von Trypoxylon. 
„ 5. „ „ Sylaon. 

„ 6. „ „ SoliereUa, 

„ 7. „ „ Nitela. 

„ 8. Kopf von Nitela. 
„ 9. Flügelgeäder von Miscophiis. 
„ 10. Kopf von Miscophus hicolor Jur. 
„11. „ „ Lyroda. 
„12. „ „ Notogonia. 

Tafel IX. 

Fig. 1. Kopf von Piagetia. 
„ 2. „ „ Trypoxylon figulns L. 
„3. „ „ Pison nitidum Smith. 
„ 4. Hinterleib von Trypoxylon figulus L. 

„ 5. Geöffnete Puppenhüile von Trypoxylon figulus in einer von Gynips 

Kollari verlassenen Eichengalle (Mayr). 
„ 6. Brutgang von Trypoxylon figulus in einem Sambucus-Stengel (Mus. Caes. 

Rogenhofer). 

„ 7. Verlassene Puppenhülle von Trypoxylon figulus in einem Bibes-Stengel 
(Mayr). 

j, 8. Hinterleib von Sylaon. 

„ 9 und 10. Lehmnester von Pison erythropus Koh\ (nach Home und Smith). 
„11 und 12. „ „ „ nitidum Smith „ « » » 
„ 13, 14 und 15. „ „ TrypoxylonrejectorSm. „ ,, „ „ 



269 



Eiitomologisehe Beiträge. 

Von 

Prof. Dr. Friedrich Brauer. 

(Mit Tafel X ) 

(Vorgelegt in der Versainralung am 4. Juni 1884.) 

I. Gyrostigma sumatrensis n. (x. et sp. 

die Magenbrerase des eumatrensischen Nashorns. 

üeber die in Rhiuoceros- Arten lebeuden Magenbremsen haben wir ver- 
schiedene Nachrichten. Die erste Nachricht brachte Hope in den Transactions 
der Londoner entomologischen Gesellschaft, vol. II, pl. XXII, p. 259, 1840, und 
Owen nannte die Larve Oestms rhinocerontis. — Joly reiht ohne Grund 
die Larve in die Gattung Hypoderma, was entschieden falsch ist. 

Im Jahre 1847 berichtete Delegorgue (Voyage dans l'Afrique australe. 
tab. II, p. 355) über das massenhafte Vorkommen von Bremsenlarven im Magen 
von Rhinoceros bicornis und simus. Alle diese Larven sind aber nie näher 
untersucht und beschrieben worden. 

Vor kurzer Zeit verendete im Thiergarten zu Hamburg ein eben an- 
gekommenes, erwachsenes Khinoceros sumatrensis, und bei der Section fand man 
im Magen viele Larven der Magenbremsen, von denen ich einige durch die Güte 
des Herrn Gercke, sowie durch, die Bemühungen des Dr. Kräpelin von dem 
Director des zoologischen Gartens Dr. Bolau zur Untersuchung erhielt. 

Ohne einer anderen Beschreibung dieser Larven vorgreifen zu wollen, 
erwähne ich hier nur zur Erläuterung des Objectes, dass die in Rhinoceros-Arten 
lebenden Magenbremsenlarven sich von den Gasti'ophilus -L&vven der Pferde 
wesentlich unterscheiden und wohl einer sehr ähnlichen, aber sicher verschie- 
denen Gattung angehören dürften. Die noch unbekannte Imago dürfte ebenso 
hinreichende Unterschiede zeigen, wie das schon bei den Larven der Fall ist. 



270 



Friedrich Brauer. 



Die Hauptunterschiede sind für die Larven aus dem Bhinoceros suma- 
trensis im dritten Stadium: 

1. Die Arkaden der Hinterstigmen bilden jederseits drei im Zickzack 
gewundene Bänder, welche dicht neben einander in einer halbrunden 
Platte vereint sind, also nicht drei concentrische Halbringe wie bei 
allen Gastrophilus-L?LYYeii. 

2. Zwischen dem fünften und sechsten, sechsten und siebenten, siebenten 
und achten, und achten und neunten Segmente (die Larve als zwölf- 
ringelig gerechnet) in der Laterallinie je ein spindelförmiger, mit 
Dornwarzen bewehrter Zwischenwulst. (Fehlt bei Gastrophilus.) 

3. Vom dritten bis eilften Segmente vorne drei alteruirende Gürtel von 
Dornenwarzen, von denen die am Vorderrande sehr gross sind, die 
anderen successive kleiner werden. Bei Gastrophilus -L2i.YYen im 
dritten Stadium kommen nur eine bis zwei alteruirende Reihen 
vor. Merkwürdigerweise zeigen die Gastrophilus-Lsn-yen im zweiten 
Stadium nach Numan mehr Dornengürtel. 

Am Munde erscheinen die hakigen und zwischen diesen die geraden 
Kiefer wie bei den Gastrophilus-LdbYYm. Die Fühler sind ebenso ähnlich ge- 
baut, doch könnte hier leicht ein Irrthum entstehen. Der Fühlerknopf ist von 
einem Chitinringe eingefasst, der nicht ganz geschlossen ist, und innerhalb der 
umfassten Endfläche liegen zwei ocellenartige Punkte. Bei Gastrophilus-LsiYYen 
wird von mir nur ein ocellenartiger Chitinring angegeben, es entspricht dieser 
aber dem Ringe des Fühlerknopfes und erst in der von diesem umfassten End- 
fläche liegen auch hier zwei kleine, ocellenartige Ringe, die bisher noch nicht 
erwähnt wurden. Bei gewöhnlicher, drei- bis viermaliger Vergrösserung sieht 
man diese sogenannten Ocellenringe nicht und nur den einfachen Chitin- 
ring am Fühlerende. 

Länge der Larve 31 mm.. Breite in der Mitte 11 mm. 

Im Jahre 1868 zeigte mir Gerstäcker während meiner Anwesenheit in 
Berlin eine mit Gastrophilus verwandte Larve, welche aus Afrika stammte, 
deren Wohnthier aber unbekannt war. Die Ansicht der Stigmen der mir vor- 
liegenden Larve aus dem sumatrensischen Nashorn macht es mir zweifellos, dass 
die afrikanische Larve (deren Arkaden waren ebenfalls im Zickzack gewunden) 
auch aus einem Rhinoceros stammte, so dass die in verschiedenen Rhinoceronten 
lebenden Magenbremsen wohl verschiedenen Arten, aber einer Gattung an- 
gehören dürften. Die Verwandtschaft der Equiden und Rhinoceronten und deren 



i 



Eutoinologieclie Beiträge. 



271 



ähnliche Darmhältnisse dürften die Ursachen des ausschliesslichen Vorkommens 
von Magenbremsen in dieser Ordnung sein. 

Es wäre leicht, aus den Excrementeu von JUhinoceros reife Larven zu 
erhalten und sie zu ziehen. 

II. Hirrnoneura obscura Mg. 

Es ist jetzt durch Beobachtung festgestellt, dass die im Juni aus dem 
Balge der ausgefresseneu Bhizotrogus-Fnp'pe herausbohrende reife Hirmoneura- 
Larve in der Erde als solche überwintert und die Verpuppung erst im nächsten 
Frühjahre (Mai) erfolgt. Die Hirrnoneura braucht sonach zu ihrer Entwicklung 
zwei Jahre und die näcliste Generation erscheint erst im dritten Sommer. Ferner 
hat dieselbe sogenannte Flugjahre und daraus resultirt auch die augebliche 
Seltenheit der Fliege, da sie nur kurze Zeit schwärmt und auch mitunter Flug- 
jahre durch andere Momente ausfallen dürften. So war das Jahr 1882 ein 
Flugjahr, 1883 fanden sich viele reife Larven der Fliegen in den Bkizotrogus- 
puppen, aber keine oder nur sehr wenige Fliegen (vier Nymphenhäute wurden 
mit Mühe dort gefunden, wo sie im Vorjahre iu Menge lagen), 1884 sind zahl- 
reiche Nymphen vorhanden und muss dieses Jahr nun zu einem Flugjahre i) 
werden (Juli, August), wenn die Nymphen nicht durch andere Verhältnisse zu 
Grunde gehen. Ich erlaube mir in dieser Hinsicht auf meine Arbeiten, über 
Hirrnoneura aufmerksam zu machen: l. Beleuchtung der Ansichten F.Wachtl's, 
Wien, 1880, bei Holder. 2. Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch, math. 
uat. Gl., Bd. LXXXVIII, 1883, p. 865. 



1) Diese Vermuthung hat seither ihre volle Bestätigung gefunden. Schon Ende Juli wurden 
zahlreiche Nymphenhäute gefunden und am 3. August in den Vormittagsstunden viele Weibchen 
beim Eierlegen angetroffen. 



Z. B. GeB. B. XIllV. Abh. 



36 



272 



Friedrich Brauer. Entoraologiscbe Btiträge. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel X. 

Fig. I. Larve von Gyrostigma sumatrensis, von der Bauchseite, zweimal vergr. 
„ 2. „ „ „ „ seitliche Ansicht. 

„ 3. Eine hintere Stigmenplatte der Larve mit den gewundenen Schlitzen, 

circa zwanzigmal vergrössert. 
„ 4. Kopfende der Larve, von der Seite, circa zwanzigmal vergrössert. 
„ 5. Dasselbe von vorne. 
„ 6. Mundhaken und Fühler derselben. 



273 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden 

Lepidopteren. 

Von 

H. B. Mos Chi er 

(Krön - Förstchen bei Bautzen). 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2, Juli 1884.) 

Bei dem steigenden Interesse, welches die europäischen und nordameri- 
kanischen Lepidopterologen für die Kenntniss der Faunen beider Welttheile 
zeigen, dürfte es an der Zeit sein, eine Zusammenstellung derjenigen Arten, 
welche beiden Faunen eigenthümlich sind, zu versuchen. 

Dass mit diesem Versuche etwas Erschöpfendes nicht geschaffen werden 
kann, ist selbstverständlich; es muss vorläufig genügen, einen Grund gelegt zu 
haben, auf welchem weiter zu bauen ist. Speyer und Zeller haben bereits 
werthvolle Vorarbeiten in Betreff der Noctuinen und Microlepidopteren geliefert, 
und ausserdem hat Packard in seiner trefflichen Geometrinen-Monographie, 
Strecker in seinem bis jetzt leider unvollendet gebliebenen Verzeichnisse der 
nordamerikanischen Macrolepidopteren, Fernald in seinem Katalog der Tor- 
tricina, Lord Walsingham in Illustr. Lep. het. coli, britt. Mus., pt. IV, 1879, 
p. 76, alle auch in Europa vorkommenden Arten der nordamerikanischeu Fauna 
angeführt. Ausserdem fand ich manche brauchbare Notizen in Staudinger 's 
Arbeiten, Leder er 's Aufsätzen über Pyralidinen und in Guen^e's und in 
B ois du val 's Werken, sowie in den Aufsätzen nordamerikanischer Entomologen 
in verschiedenen transatlantischen Zeitschriften. 

Die Schwierigkeiten, das in Nordamerika vorhandene literarische Material 
sich zu beschaffen, hat bereits Zell er hervorgehoben, und ich bin in Betreff 
desselben allerdings auch auf das beschränkt geblieben, was ich durch die 
Liberalität dortiger Autoren zugesendet erhalten habe. 

Der von Zell er so sehr beklagte Uebelstand, von Amerika blos oder 
vorzugsweise schlechtes Material an Schmetterlingen zugesendet zu erhalten, ist 
nach meinen Erfahrungen nur noch in geringem Grade vorhanden, und ich muss 
es zum Lobe unserer transatlantischen Collegen aussprechen, dass sich dieselben 
in neuerer Zeit bemühen, möglichst gute und reine Exemplare zu senden. 

35* 



274 



H. B. Möschl er. 



Mit welchem Fleisse in Nordamerika in den letzten zehn Jahren gesammelt 
worden ist, davon legt die New Check List von Grote beredtes Zeugniss ab; 
die Menge der neu entdeckten und publicirten Arten, besonders unter den 
Heteroceren, ist ganz gewaltig. 

Was das zu vergleichende Material an Schmetterlingen selbst anbelangt, 
so war ich allerdings auf meine Sammlung angewiesen, da Speyer, wie er mir 
schrieb, seine Nordamerikaner weggegeben hat. Zeller 's Sammlung leider 
nach England verkauft worden ist und Staudinger 's reiches Material bei 
meinem letzten Besuche bei ihm erst theilweise geordnet war. Indessen habe 
ich weitaus die meisten Macrolepidopteren in natürlichen Exemplaren ver- 
gleichen können, bei den Microlepidopteren, mit Ausnahme der Pyraliden, war 
ich dagegen fast ganz auf die Angaben Anderer angewiesen. Bei allen Arten, 
welche ich nicht selbst in Natur vergleichen konnte, habe ich dies bemerkt und 
dieselben durch ein vorgesetztes Sternchen bezeichnet. 

Eine Art (Metrocampa margaritaria) habe ich mitaufgenommen; dieselbe ist 
von Grote in seiner New Check List mit europäischen Arten zusammenfallend 
bezeichnet worden, doch ist deren Identität mit Perleta Guen. mir nicht unzweifelhaft. 

Am dürftigsten erscheint mein Verzeichniss in Betreff der Tineiden. Von 
diesen ist meines Wissens noch kein Verzeichniss ^) der nordamerikanischen Arten 
publicirt worden; Chamber's Beschreibungen sind, wie Prof. Frey sehr richtig 
einmal in der Stett. entom. Zeitung (1873, p. 201) aussprach, völlig werthlos, 
und so bleiben mir nur Zell er 's Arbeiten zur Benützung übrig. Wenn diese 
Familie einmal einen tüchtigen Bearbeiter in Nordamerika gefunden haben wird, 
oder wenn hinreichendes Material in europäische Sammlungen gelangt sein wird, 
so dürfte sich die Zahl der beiden Faunen eigenthümlichen Arten aus dieser 
Familie bedeutend vermehren. 

Zu bedauern und das Auffinden solcher Arten erschwerend ist, dass 
Grote in seiner die ganzen Heteroceren, mit Ausnahme der Tineiden, um- 
fassenden New Check List manche Arten, welche er in seinen früheren Arbeiten 
als mit europäischen zusammenfallend unter den berechtigten Namen aufgeführt 
hatte, neuerdings unter den Namen, welche in Amerika gegeben wurden, publicirt 
hat und es auch nicht einmal für nothwendig erachtete, jene älteren Namen 
mitbeizufügen ; auch fehlen manche europäische, längst als in Nordamerika vor- 
kommend bekannte Arten in dem Verzeichnisse. 

Dagegen hat die New Check List gegenüber der früheren Check List und 
anderen Verzeichnissen von Grote den Vorzug, dass das unglückliche Princip, 
den ganz werthlosen Gattungsnamen aus Hühner 's Tentamen Geltung zu ver- 
schaffen, mit einzelnen Ausnahmen fallen gelassen worden ist. 

Auch seinem früheren Grundsatze, den Autor einer Gattung als Autor 
der in dieser stehenden Arten anzusehen, ist Grote endlich untreu geworden und 
hat. sicher zum Heile der Synonymie, einige Hundert seiner Stiefkinder geopfert. 

1) Brackenriclge Clemens, Tineina of North America with notes b. editorH. Stainton, 
London, 1872, und Walsingham, Proc. zoolog. soo. London, 1881, p. .%1 (Rglif.). 



Die Nordamerika und Enropa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



275 



Was nun die Ausdehnung der beiden Fauneugebiete in meiner Arbeit 
anbelangt, so scheint es mir nöthig, über mein verfolgtes Princip einige Worte 
zu sagen. Die europäische Fauna habe ich fast ganz im Sinne des Staudinger- 
Wocke 'scheu Kataloges angenommen und also Nordafrika, Kleinasien, Nord- 
persien, Sibirien und Ceutralasien zu derselben gerechnet, dagegen Grönland 
und Labrador zu der nordamerikanischen Fauna gezogen. 

Dass in neuerer Zeit durch das Princip, der europäischen Fauna nach 
Osten hin eine so weite Ausdehnung zu geben, eine ziemliche Anzahl kaum zu 
derselben zu zählende Arten in dieselbe versetzt worden sind, und dass die in 
Nordasien zu ziehende Grenze eine sehr schwankende und willkürliche ist, kann 
nicht geläugnet werden; ein gleicher Fall findet aber in Nordamerika statt, da 
die dortige Fauna nach Süden hin ebenfalls keine feste Grenze hat und viele 
in Texas und den Südstaaten, z. B. Florida, vorkommende Arten solche sind, 
welche entschieden der südamerikanischen Fauna angehören. Wenn man die 
faunistischen Arbeiten unserer transatlantischen Collegen studirt hat, so wird 
Einem bald klar, dass diese an derselben Unklarheit, wo eine Grenze nach Süden 
zu ziehen sei, laboriren, wie es bei den Faunisten Europas in Bezug auf eine 
Grenze gegen Asien der Fall ist. 

Was nun Grönland und Labrador anbelangt, so sind diese Länder, sowie 
vielleicht noch Canada und ein Theil der Nordstaaten der Union sicher mit 
demselben, wenn nicht besserem Rechte zur europäischen Fauna zu rechnen 
als der Amur und Centraiasien, da sie aber geographisch zu Nordamerika ge- 
hören und es mir nicht darauf ankam, einen Vergleich zwischen den gleichen 
Arten der circumpolaren Fauna Europas und Nordamerikas, sondern der Arten 
beider Welttheile überhaupt zu ziehen, so glaube ich das Richtige getroffen 
zu haben. 

Eine sicher höchst interessante Bearbeitung der circumpolaren Fauna 
wird sich erst herstellen lassen, wenn die Gegenden des nördlichen Asiens 
ebenso durchforscht sein werden, wie dies bezüglich der polaren Regionen 
Europas und Nordamerikas der Fall ist, und bis dahin wird voraussichtlich 
noch längere Zeit vergehen. Wie lange sich selbst in den letzteren Gegenden 
auffällige und verhältnissmässig leicht zu findende Arten versteckt halten können, 
beweist am besten die seit fünfzig Jahren als nordamerikanisch bekannte Ar- 
gynnis Polaris Bdv,, welche vor wenig Jahren von Schoyen im nördlichen 
Norwegen gar nicht selten gefangen wurde. 

Speyer 's Beobachtung, dass wenigstens bei den Noctuiden, denn nur 
diese werden in seiner Arbeit berücksichtigt, die aus Schwarz, Weiss und Roth 
gemischten grauen und braunen (graubraunen, rothbraunen u. s. w.) Farbentöne 
bei nordamerikanischen Exemplaren im Gegensatze zu den europäischen weniger 
in Roth als in Schwarz übergehen, dass hingegen die aus Roth und Gelb ge- 
mischten Farbentöne bei den Amerikanern mehr in Roth ziehen, und dass, wenn 
dieser Mischung etwas Schwarz beigefügt ist (Rostfarbe), dies letztere etwas 
zurücktritt, finde ich im Allgemeinen und auch bei Arten anderer Familien 
bestätigt. So ist z. B. die hochnordische nordamerikanische var. Triclaris Hbst. 



276 



H. B. Mößchler. 



bedeutend lebhafter gefärbt wie die liochiiordische europäische var. Ossianus 
der gleichen Stammart {Aphirape Frr.). Dagegen kann man auch wieder in 
einzelnen Fällen als Ausnahme von der Regel das Gegentheil beobachten. Arctia 
Quenselii, welche in den Alpen die Streifen der Vdfi. und die Grundfarbe der 
IM. beim 9 ; i"Ostgelblich zeigt, verändert in der Labradorform var. Gelida 
Mschl. die Färbung der ersteren in Schwefelgelb und der letzteren in ein 
schmutziges Weiss. 

In Bezug auf die Ausdehnung der schwarzen oder schwarzbraunen Färbung 
bei manchen Arten im Gegensatze zum Weiss, mag dasselbe nun als Grundfarbe 
oder als Zeichnung auftreten, scheinen keine Regeln zu bestehen. Die Anarta- 
Arten mit weissen Htfl. {Melanopa, Melaleuca, Richardsoni, Schönherri und 
Zetterstedtii) führen in polaren amerikanischen Exemplaren die Htfl. viel reiner 
weiss als in polaren europäischen, dagegen verschwinden bei polaren ameri- 
kanischen Stücken von Cidaria lugubrata Stdg. {Luctuata S. V.) und Cid. 
hastata L. die weissen Zeichnungen vorzugsweise der Htfl. theilweise oder ganz 
und es entstehen die Varietäten Obductata Mschl. und Gothicata Guen., während 
sich dieselben im polaren Europa nicht finden. Ob sich diese Arten, soweit 
sie anderen nordamerikanischen Localitäten angehören, an diesen in gleichem 
Verhältnisse wie in den polaren färben, kann ich aus Mangel an Material nicht 
entscheiden. 

Einen interessanten Fall bietet auch PachnoMa carnea. Im polaren 
Europa ist diese Art wenig veränderlich, während sie in Labrador ausser- 
ordentlich variirt. Sie fliegt merkwürdigerweise in diesem Lande sowohl in der 
europäischen Form, als auch in einer kleineren, in der Färbung alle Töne von 
dunkel rothbraun bis grau durchlaufenden Varietät, welche, wenn man nicht 
grosse Suiten zum Vergleich vor sich hat, leicht an eine verschiedene Art denken 
lässt. Labrador hat aber kein insulares Klima, wie es z. B. bei Island der Fall 
ist, und Arten wie Exulis, welche in Island in allen möglichen Abänderungen 
vorkommen, variiren in Labrador nur unbedeutend. 

Wenn man die beiden Welttheilen gemeinsamen Arten nach den Haupt- 
abtheilungen des Systems eintheilt, so fallen auf die Bhopalocera 33 Arten, auf 
die Heterocera 203 Arten, und zwar auf die 

Arten Arten 

Sphingidae 1 Pyralidina 13 

Sesiidae 3 Crambidae 1 

Bombyces 9 Phycideae 7 

Noctuae 63 Tortricina 54 

Geometrae 35 Tineina 13 

so dass also die Noctuiden und darnach die Tortricinen das grösste Contingent 

stellen. 

Selbstverständlich werden sich diese Zahlen später, wenn die Fauna Nord- 
amerikas noch mehr erforscht ist, ändern, so viel scheint aber schon jetzt fest- 
zustehen, dass die Noctuiden wohl die erste Stelle in Bezug auf beiden Welt- 
theilen angehörende Arten einnehmen werden und ihnen diese nur etwa durch 



Die Nordameiika und Europa gemeinsam aui^ehörenden Lepidoptereii. 



277 



die Tortricinen oder die noch zu wenig erforschten Tineinen streitig gemacht 
werden könnte. 

Vaterlandsangabeu von den in Nordamerika fliegenden Arten habe ich 
leider nicht in der gewünschten Ausführlichkeit geben können, denn über Sphin- 
gidae, Bovibycidae und Noctuae konnte ich ausser den Notizen in meiner Samm- 
lung nur die mir zugänglichen, in verschiedenen nordamerikanischen Zeit- 
schriften zerstreuten Angaben benützen; für die Rhopaloceren habe ich die 
betreffenden Angaben aus Strecker 's Katalog, für die Geometridae aus 
Packard 's Monographie, für die Tortricinen aus Peruald's Katalog und 
Zeller 's Arbeiten, für die wenigen Tineinen ebenfalls aus Zell er 's Auf- 
sätzen entnommen; für die Vaterlandsangaben aus Europa benützte ich den 
Katalog von Staudinger- Wocke. 

Von einer genauen Angabe der Flugzeit der einzelnen Arten habe ich 
deshalb Abstand genommen, weil eine solche bei den weit verbreiteten Arten 
sowohl in Europa als in Nordamerika, je nach der Lage und den klimatischen 
Verhältnissen der einzelnen Flugorte, eine oft ziemlich verschiedene ist, mir 
auch für Nordamerika bei den meisten Arten keine sicheren und ausführlichen 
Angaben zu Gebote standen, dagegen habe ich, soweit es mir mit Sicherheit 
möglich war, die Futterpflanzen der Raupen in Amerika angegeben. 'Interessant 
ist es, dass manche artenreiche Gattungen nicht eine einzige beiden Welttheilen 
eigene Speeles zu besitzen scheinen, während andere Gattungen deren viele haben. 
So zählt die Gattung Catocala in Europa 32, in Nordamerika 97 Arten, ohne 
dass unter denselben eine einzige beiden Welttheilen gemeinsam angehörende 
Art vorkäme, ein Gleiches zeigen Acronycta, CuculUa, Äcidalia und Andere. 

Viele Arten, deren Aufzählung höchst interessant wäre, besitzt Nord- 
amerika, welche europäischen Arten so ähnlich sind, dass man dieselben als 
Vertreter der letzteren ansehen kann. Eine Zusammenstellung derselben dürfte 
aber, so lange die nordamerikanischen Micros, besonders die Tineiden, noch nicht 
besser bekannt sind, für jetzt nur hinsichtlich der Macros ausführbar sein; 
schliesslich sage ich noch besten Dank meinem Freunde Custos A. Rogenhof er 
für seine Unterstützung. 

I. Rhopalocera. 

*1. Papilio Machaon L. — Nach Strecker 's Katalog auf Alaska in 
Britisch- Columbia und in Oregon. Jedenfalls wird die Art seitdem noch in den 
dazwischen liegenden Staaten gefunden worden sein oder gefunden werden, denn 
es ist wohl kaum anzunehmen, dass sie in dem ungefähr fünfzehn Breitegrade 
betragenden Zwischenräume zwischen Britisch- Columbia und Oregon nicht vor- 
kommen sollte. Ganz Europa mit Ausnahme der Polarregion. 



Butterflies and Mothß of North America, corapl, synonym. Cat. of Macrolepidoptera. Diurues, 
by Herman Strecker. Readiug, 1878. 



278 



H. B. Möschler. 



2. JParnassius Delius Esp. var. Smintheus Dbl.-Hew. — Steht var. inter- 
medius Men. aus dem Altai sehr nahe, fliegt auf den Gebirgen Colorados und 
Montanas (Rocky Mountains). Die Stammart auf den Alpen und im Kaukasus. 
(Hieher dürfte auch Walker 's Angabe von P. Clarius Ev. in „Naturalist in 
Vancouver Island and brit. Columbia" by J. K. Lord, 1866, p. 335, zu ziehen 
sein [Rghf.]). 

*3. JParn, Evei'sniauni Men. auf Alaska. Nordöstliches Sibirien. 

4. Pieris napi L. — Vom arktischen Nordamerika (Labrador) bis Cali- 
fornien verbreitet und nach Edwards') in vier verschiedenen Formen auf- 
tretend. Die erste Form bezeichnet Edwards als arktische und nennt dieselbe 
Bryoniae Oh. mit var. Hulda Edw. Die Winterform venosa Scudd. {NasturtiiBdY.) 
theilt sich in zwei weitere Formen, nämlich in venosa Scudd. mit ab. 9 flava 
und oleracea hyemalis Harr, {oleracea Bdv.), mit var. borealis Grt. var. frigida 
Scudd. und ab. virginiensis Edw. Sommerformen führt Edwards drei auf, 
nämlich 1. Äcadica Edw., 2.a iiallida Scudd., 2.h cT Castoria Reak. mit ab. flava, 
3. oleracea aestiva Harr, {casta Kb., cruciferarum Bdv.), endlich noch als muth- 
masslich eigene Art virginiensis Edw. 

Dem höchst interessanten Aufsatze sind zwei colorirte Tafehi beigegeben, 
welche die europäischen und nordamerikauischen Formen in guten Bildern geben 
(cf. Weiss mann, Studien z. Descendenztheorie I. [Rghf.]). Wenn Edwards 
von Bryoniae sagt: „This type, Bryoniae, occurs in polar regions as the only 
form of Napi'\ so kann ich dem nicht beistimmen, halte vielmehr Bryoniae 
mit den europäischen Autoreu nicht für eine eigene Form, sondern nur für auf 
der Obs. schwärzlich bestäubte Abänderung des Q. Diese Ansicht begründe 
ich durch drei weibliche Exemplare von Labrador, welche mit einem cT und 
drei Q von Bryoniae an gleichem Orte gefangen wurden, und von welchen das 
eine ausser schwacher schwärzlicher Wurzelbestäubuug weder auf der Obs. noch 
Uts. die geringste Spur von schwarzer Bestäubung zeigt und dessen Rippen nur 
sehr schwach schwärzlich gefärbt sind, welchem auch die schwarzen Flecken, 
sowie in der Spitze der Vdfl. die schwärzliche Bestäubung gänzlich fehlt, die 
selbst das zeigt. 

Das zweite 9 zeigt die schwärzliche Bestäubung an der Wurzel und längs 
des Vorderrandes und den Hauptrippen der Vdfl. etwas deutlicher, auch finden 
sich Andeutungen der schwarzen Flecken auf der Obs. ; auf den Htfl. sind Sub- 
costale und Subdorsale schwach schwärzlich bestäubt. 

Das dritte 9 hat die Wurzel aller Fl. tiefer schwarz bestäubt, ebenso 
ist der Vorderrand und sind alle Rippen etwas deutlicher schwärzlich bestäubt 
und die Spuren der Flecken zeigen sich ebenfalls. 

Diesen drei weissen Q stehen drei an derselben Localität gefangene 9 
von Bryoniae Oh. in ihrer ausgeprägtesten Form gegenüber, wodurch die An- 
nahme, dass Bryoniae Oh. nur ab. des 9 ist, gerechtfertigt sein dürfte. 



^) In Papilio, Organ of the New York Entom. Club I, Nr. 6, June 1881. On Pieris Bryoniae Oh. 
aud its derivative forme in Europa aud America. 



Die Nordamerika und Europa gomeiusam anpfohöreadoii Lepidopteren 



279 



Miin wil d wohl nicht irren, wenn man annimmt, dass die nordamerikanische 
Wiuterform, welche Edwards Oleraeea hyemalis Harr, nennt, im arktischen 
Nordai!i<'rika mit der ab. 9 Brijoniae Oh. auftritt. Frigida Scudd. ist dieselbe 
Form, mein c/' von Labrador stimmt auf der Obs. genau mit der Abbildung 
von Oleraeea hyemalis von New- York, pl. II, fig. 8, die Uts. dagegen weicht 
von jeuer Figur insofern ab, als die grüne Bestäubung der Rippen der Htfl. 
noch dunkler ist und auch der Vorderrand der Vdfl. graugrün und gelb bestäubt 
ist, und kommt die Uts. des dadurch derjenigen von venosa (Californien), 
pl. II, flg. 6, ganz gleich. 

Bei dem kurzen Sommer jener arktischen Region kann selbstverständlich 
nur von Einer Generation die Rede sein, und die Annahme, dass die weissen 9 
von der einen, die dunkel bestäubten (bryoniae) dagegen von der anderen 
Generation herstammen könnten, ist von vornherein ausgeschlossen. 

Eigeuthümlich ist es, dass die weissen 9 nicht unwesentlich kleiner als 
die dunkel bestäubten sind; erstere halten 38 — 40, letztere 43—45 mm. Spannung. 
Europa, nordöstliches Asien, Sibirien; var. Bryoniae auf den Alpen und im nörd- 
lichen Scandinavien. 

5. jp. rapae L, {marginalis Scudd., YreJca Reak.). — Der europäischen 
Art vollkommen gleich und nach Strecker in Britisch Columbia, Oregon, Cali- 
fornien, Canada, den Mittel- und in einigen der Weststaaten fliegend. In Canada, 
New England und den Mittelstaaten findet sich var. Novangliae Scudd., deren 
Grundfarbe licht citrongelb ist. Europa, mit Ausnahme der Polarregion. 

*6. P. Chloridice Hb. — Nach Strecker's Katalog in Nevada und Utah. 
Südosteuropa, Westasien, Süd- und Ostsibirien. 

7. Anthocharis Belia Cr. var. Ausonia Hb. — Streck er 's Katalog 
führt sowohl Ausonia Hb. als var. Ausonides Bdv. {nicht Ausonoides, wie fälschlich 
angegeben ist) in Nordamerika auf. Von ersterer nennt er Britisch Columbien, 
von letzterer Californien und die angrenzenden Territorien. 

In Europa ist Ausonia die Sommergeneration, fliegt in Südeuropa, 
Mittel- und Nordfrankreich, Nordafrika, Kleinasieu, Armenien, var. Simplonia 
auf den Alpen. 

Meine Exemplare stammen sämmtlich von Californien und gehören dem- 
nach zu der var. Ausonides Bdv. Sie unterscheiden sich von europäischen 
Ausonia dadurch, dass das etwas kleiner ist, die weissen Flecken in der 
schwarzen Spitze der Vdfl. etwas grösser und beim 9 die Obs. der Htfl. gelblich 
gefärbt sind wie beim 9 von var. Simplonia Fer. 

8. Colias Palaeno L. — Nach Strecker in Britisch Columbia und der 
arktischen Region in Nordamerika. Ich besitze ein einzelnes cf von Labrador. 
Ob Palaeno L. und Pelidne Bdv. als Localformen zusammengehören oder nicht, 
lasse ich unentschieden; man wird, um diese Frage endgiltig zu entscheiden, 
wohl noch andere nordamerikanische Formen, wie Alexandra Edw., in das 
Bereich der Untersuchung ziehen müssen und schliesslich werden die Ansichten 
hierüber jedenfalls doch getheilt bleiben. Mittel- und Nordeuropa, Sibirien. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh 



280 



H. B. Möschler 



9. Col, Chrysothefne Esp. — In Nordamerika fliegt sowohl die typische 
Art, nach Strecker in Canada, New-England und den Mittelstaaten, Britisch 
Columbia (Walker in Lord's Naturalist in Vancouver Island II, 1866, p. 335) selten, 
in den Süd- und Weststaateu dagegen häufig, als auch var. Eurytheme Bdv. und 
var. Keewayäin Edw., ausserdem noch in Californien var. Harfordii Edw., 
welche ohne Orange, nur citrongelb wie Philodice God. gefärbt ist, und kommt 
noch eine rein citrongelbe Abänderung von var. Eurytheme und eine weisse von 
derselben und var. Keewaydin vor. Südöstliches Europa mit Ausnahme Griechen- 
lands; Kleinasien, Armenien, südöstliches Sibirien. 

Var. Keeivaydin zeichnet sich durch ihre bedeutendere Grösse (sie erreicht 
Edusa in derselben) und durch die bis gegen den Vorderrand der Vdfl. und den 
Innenrand der Htfl. ausgedehnte orange Färbung von Chrysotheme und Eurytheme 
aus, und ich verstehe Strecker 's Bemerkung bei Keewaydin: „forma inter- 
media Chrysotheme et Eurytheme"' nicht recht; diese Form steht entschieden 
nicht zwischen jenen beiden, es scheint mir sogar noch nicht ausgemacht, dass 
sie als var. zu Chrysotheme gehört. 

Da meine Exemplare von Keewaydin theilweise von Strecker selbst 
stammen, bin ich sicher, die richtige Art zu besitzen. Interessant ist es, dass, 
während Chrysotheme in Europa nur im Südosten fliegt, sie in Nordamerika 
nördlich bis Canada und New-England gefunden wird. 

10. Col, Heda Lef. — Bisher nur in Grönland gefunden; meine Exemplare 
von dort sind etwas grösser als die europäischen und bei den <^ ist der Vorder- 
rand der Vdfl. stets citrongelb gefärbt, was bei den Europäern nicht der Fall 
ist. Nördliches Lappland. 

11. Col* Nastes Bdv. — Labrador, Neufundland. In Europa fliegt nur 
die var. Werdandi Zett., in Lappland und auf den schwedischen Gebirgen; in 
Turkestan tritt dagegen schon die typische Form auf, denn var. Turanica Ersch. 
in Fedtschenko, Lep., Taf. I, Fig. 3, gleicht vollständig manchen Q von 
Labrador. 

12. Polyommatus Dorilis Hfug. — Besitze ein Q von Labrador 
(cf. Stett. entom. Ztg. 1883, p. 115). Mittel- und Südeuropa, Kleinasien, Altai. 

13. I*ol, Phlaens L. var. Ämericana d'Urban. — Nur durch die tief- 
schwarzen Punkte der Uts. der Htfl. von der europäischen Form verschieden. 
Verbreitet in ganz Europa; Canada (Wien. Mus.). 

14. Lycaena Optilete Knch. — Nach Strecker auf Alaska in Kodiak 
gefunden und in nichts von der europäischen Art abweichend. Deutschland, 
nördliches Scandinavien, Alpen, Ostsibirien. 

15. Lyc* Orhitulus Prunn, {rustica Edw., Tehama Reak., Nestos Bdv.). 
— Colorado, Nevada, Californien. Meine Exemplare von den Rocky Mountains 
weichen nur unbedeutend durch etwas lichtere Grundfarbe der Uts. von den 
Alpenexemplaren ab. Auf fast allen Alpen. 

Var. Aquilo Bdv. Labrador, arktisches Amerika. Die norwegischen Exem- 
plare, von Schöyen erhalten, stehen in Bezug auf Grösse, Färbung und Zeich- 
nung zwischen dem typischen Aquilo von Labrador und Orhitulus. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



281 



16. Vanessa. *C. album L. {Faunus Edw.) mit var. Hylas Edw. — Nach 
Strecker von Cauada und Britisch Cohimbia über einen grossen Theil des 
Gebietes verbreitet. Futterpflanze Salix humilis. Ueberall mit Ausnahme der 
Polarregion, Nordafrika und der Canareu. 

17. Van. L. album Esp. {V. album S. V., J. album Bdv.-Lec). — Nord- 
staaten, östlich von den Rocky Mountains, Canada, Labrador. Raupe nach 
Strecker an Salix. Unzweifelhaft mit der europäischen Art identisch; meine 
Exemplare von Canada sind wenig grösser wie mährische, zeigen oben stärkere 
dunkle Bestäubung der Flügelwurzeln und die Uts. mit grauer Grundfarbe, wie 
solche indessen auch bei europäischen Exemplaren vorkommt. Von Labrador 
erhielt ich diese Art noch nicht. Süd- und Mitteldeutschland, Russland, Ungarn. 

18. V. Antiopa L. — Strecker sagt von dieser Art: „In all parts of 
N. Am. except. the Polarregion", doch fliegt Antiopa auch in dieser, da ich 
Exemplare von Labrador erhielt, welche sogar überwintert waren.') Meine ge- 
zogenen Exemplare von Pennsylvanien zeigen durchgängig den gelben Saum viel 
dichter und gröber schwarz bestäubt wie die hiesigen. Raupe nach Strecker 
an Salix, Populus, Ulmus. Europa, Kleinasien, Armenien, Altai, nordöstliches 
Sibirien. 

19. V.AtalantaL. — Nach Strecker in ganz Nordamerika mit Aus- 
nahme der Polarregion. Meine Exemplare stimmen mit hiesigen und auch solchen 
von Mexico überein. Raupe nach Strecker an Urtica, Humulus Lupulus, 
Boehmeria cylindrica. Europa mit Ausnahme der Polarregion, Nordafrika, 
Kleinasien. 

20. F. cardui L. — Nach Strecker in ganz Nordamerika mit Ausnahme 
der Polarregion; da ich Cardui aber wiederholt von Labrador erhielt, gilt das 
bei Antiopa Gesagte auch von dieser Art. Raupe nach Strecker an Carduus, 
Cnicus, Cirsium, Urtica, Althaea, Rosa, Helianthus, Malvaceae „and some 
other plants*'. In Labrador muss die Nahrungspflanze zu den letzteren gehören, 
denn von den namentlich angeführten Pflanzen kommt keine dort vor. Ueberall. 

21. Argymiis Aphirape Fr. — In Nordamerika fliegt nur var. Tri- 
claris Hb.; von Labrador und von der Hudsons-Bay besitze ich ein Exemplar, 
welches sich mehr der var. Ossianus Hbst. nähert. Die Form in Colorado ist 
oben etwas heller und unten sehr wenig weiss gefleckt (Boisdv., Taf. XIX, Fig. 3, 
Wien. Mus.). Aphirape fliegt in Nordostdeutschland, Belgien, Polen, Mittel- 
russland, Armenien; var. Ossianus Rhst. in Lappland, Nordrussland, Ostsibirien. 

22. A. Chariclea Schnd. — Labrador, Grönland, Britisch Columbia, und 
als var. Montinus Scudd. in New Hampshire und auf den White Mountains, 
bei welcher die Htfl. unten weniger veilroth gemischt sind und die weissen 
Wurzelflecken theilweise verschwinden. Nordlappland. 

23. A. Fveya Thnbg. — Labrador, Britisch Columbia, Colorado. Von 
den europäischen Exemplaren nicht wesentlich verschieden. Boreale Region. 



') Wien, entora. Mouatsschr. IV (1860), p. 342. Walker fülirt in Lord'B NaturaliBt in 
Vancouver Island etc. auch F. pobjcJdoros auf. 

36* 



282 



H. R. MöKf.hlo 



24. A» polaris Bdv. — Labrador, Grönland, ebenfalls nur unwesentlich 
von der norwegischen abweichend. Gebirge des nördlichen Norwegens. 

25. A. Frigga Thnbg. — Nach Strecker in Labrador, Britisch Columbia 
und Colorado. Die europäische Form fliegt aber nicht in Labrador, ob an den 
anderen Localitäten, ist mir unbekannt; in Labrador kommt nur var. Saga Kad. 
in litt, vor, welche Strecker ebenfalls aufführt und die sich von der euro- 
päischen Form durch etwas geringere Grösse, feinere schwarze Zeichnung der 
Obs. und dunkle Bestäubung der weissen Wurzelflecken und der gelben Mittel- 
binde der Htfl. -Unterseite unterscheidet. Lappland, nördliches Russland, nord- 
östliches Sibirien. 

*26. Erebia* ^) Tyndarus Esp. — Nordamerikanische Exemplare dieser 
Art, welche nach Strecker in Colorado fliegt, sind mir in Natur unbekannt. 
Alpen, Gebirge Ungarns und Frankreichs. 

27. Chionobas Bore Schnd. und var. Taygete Hb. — Labrador, nörd- 
liches Lappland. 

28. du Jutta Hb. var. Bälden Hb. — Beide Arten mit den europäischen 
Exemplaren übereinstimmend. Nordosteuropa, Sibirien, Amur. 

*29. Coevhonymplta Pampidlus L., Pamphiloides Reak. — Nach 
Strecker in Californien und Oregon. Mir in nordamerikanischen Exemplaren 
fremd. Strecker sagt: „I possess Reakirts original type from California, which 
differs in nowise from the ordinary European form." üeberall mit Ausnahme der 
Polarregion und des Amur. 

30. Coen» Tiphon Rttb. — Ich glaube nicht zu irren, wenn ich inornata 
Edw. als var. zu dieser Art ziehe. In meiner Sammlung besitze ich vier 
davon, von denen zwei von Strecker selbst erhaltene von Oregon, eines von 
Neumögen aus Montana und ein von Gerhard in Leipzig eingetauschtes 
Stück, das keine Vaterlandsangabe trägt. Diese Exemplare weichen insofern von 
einander ab, als die von Oregon viel kleiner wie die beiden übrigen sind, sie 
messen 28- 30 mm. Spannung, ihre Obs. ein lichtes, trübangehauchtes Ockergelb 
führt, wie solches keine europäische Art zeigt, und die Wurzel aller Fl. tief 
schwarz gefärbt ist. Unten ist die Grundfarbe aller Fl. dunkler als bei den 
beiden anderen Exemplaren und auf den Htfl. zeigt sich nur der charakteristische 
weisse Fleck, welchen auch TipJion an der Wurzel von Zelle 4 zeigt. Die beiden 
anderen Exemplare würde man, wenn man sie unter Stücke von Tiphon 
steckte, schwer aus solchen herausfinden; sie weichen weder durch Grösse noch 
Colorit der Obs. ab, führen beide ein kleines, blindes, hellgelbes Augenfleckchen 
in der Spitze der Vdfl. und gleichen unter manchen Exemplaren der var. Isis 
Zett. von Lappland; das eine Exemplar von Montana führt in Zelle 2 der Htfl. 
einen weisslichen, punktförmigen Fleck und in Zelle 3 Andeutungen eines 
solchen. Dem anderen fehlen dieselben. Will man auch die Form, zu welcher 
meine Oregonexemplare gehören, als eigene Art ansehen, so ist dies doch bei 



1) Walker führt in Lorcfs Naturalist in Vancouver Islaud und Brit. Columbia II, p. 33.5, 
i*;. Medufta auf. Die viel grössere E. Callias Edw. möchte ich nicht für Tyndarus halten (Rghf.). 



Die Nordamerika nml Europa gempinFam ancrfiliörenden Lepidopteren. 



283 



den beiden anderen nnmöglich, nnd es wird wohl das Richtige sein, Typhon 
Rttbg. mit var. inornata Edw. in die Fauna Nordamerikas aufzunehmen, wie 
dies in Kirby's Katalog bereits geschehen ist. Nach Strecker fliegt die Art 
in Nevada, Montana, Oregon. Vancouver Island, Britisch Amerika (Walk, in 
Lord's Naturalist in Vancouver Island, p. 335), Nord- und Mitteleuropa. 

31. Pyrgiis (Syrichthus) centaureae Rb. — Labrador, New- York, Vir- 
ginien, Colorado, nach Strecker. 

Dass diese Art in dem Staate New- York fliegt, ist mir mehr als zweifel- 
haft, ihr Vorkommen in Virginien beruht gewiss auf einem Irrthum, denn Cen- 
taureae ist eine entschieden nordische Art; in Colorado dagegen, welches auf 
den Rocky Mountains manche Art mit dem hohen Norden gemeinsam besitzt, 
kann Centaureae wohl fliegen. Exemplare aus Norwegen und Labrador zeigen 
keinen Unterschied. Gebirge Scandinaviens, Lappland. 

32. Hesperia (Pamphila) eomma L. — Nach Strecker im Westen 
weit verbreitet, var. Cafena Stdgr. in Labrador. Die Stammart mit Ausnahme 
Nordafrikas und der Canaren überall. Var. Catena in Lappland. 

Strecker zieht zu dieser Art noch als Synonyme: Nevada Scudd., 
Colorado Scudd., Manitöba Scudd.. und als Varietäten Juba Scudd. und Co- 
lumbia Scudd. [Sylvanoides Scudd. nec Bdv.), welche er aber möglicherweise für 
eigene Art hält. 

33. Carterocephaliis JPalaemon Pall. {Paniscus Fb.). — Strecker 
führt Cart. Mandan Edw. als auf den White Mountains, in Labrador, Britisch 
Columbia und auf Alaska fliegend auf. Von Labrador erhielt ich ein Q, welches 
bestimmt zu Palaemon gehört.*) Warum Strecker in seinem 1878er Katalog 
diese Art nicht als Palaemon statt als Mandan aufführt, weiss ich nicht, da er 
doch früher beide Arten zusammenzogt) und damit entschieden das Richtige 
getroffen hatte. Mitteleuropa, Russland, Piemont, Dalmatien, Armenien, Ostasien. 

Heterocera. 
Sphingidae. 

34. Deilephila galii L. — Trotzdem schon Boisdu vaP) und später ich ^) 
bewiesen haben, dass die nordamerikanische Chamaenerii Harr, nichts weiter als 
Galii ist und nicht einmal auf die Rechte einer besonderen Varietät Anspruch 
machen kann, bleibt Grote doch mit eiserner Consequenz dabei, ^) diese Art 



») Stett. ent. Ztg. 44 (1883), p. IIG. 

Lepid. Rliopal. and Heteroc. indig. et exot., p. 69. „I suppose by Cycl. Mandan Mr. Grot e 
moant Caii. Paniscus which is found in the higher latitudes of Europe, Asia and North America", 
und ftirner: ,is the sarae as C. Panisms Fb." 

Lepid. de la Californ. IT, p. fiß: „11 nous est impossiblo de saisirla moindro dilferonce entre 
Cliamaenerii de rAraeriqne sept. et dn nord de la California et notre Galii.'^ 
*) Stett. ent. Ztg. 35 (1874), p. 1.57; 1. c. 3G (1875), p. 200. 
) New Check List of North American moths 1882. 



284 



H. B. MÖBchler. 



unter dem Namen Chamaenerii aufzuführen. Es ist dies um so wunderbarer, 
als er Boisduval's Ansicht über diese Art kennt ^) und doch sicherlich genug 
europäische Exemplare von Galii hat vergleichen können. Mittel- und Nord- 
europa mit Ausnahme der Polarregion, Kleinasien, Altai, Amur. Von Labrador 
bis Californien. 

Sesiidae. 

*35. Trochilium apiforme Clk. — In nordamerikanischen Exemplaren 
mir nicht bekannt. Europa, ausgenommen die Polarregion, Süditalien und Balkan, 
Kleinasien, Altai. 

36. Sesia tipuliformis L. — Mehrere Exemplare von New -York, 
Canada (Mus. Vienn.), Ost-, Mittel- und Nordeuropa, Neuholland. 

37. Ses» asiliformis Rttbg. — In Grote's New Check List aufgeführt, 
Hy. Edwards gibt Massachusets an. Süd- und Mitteleuropa, ausgenommen Scan- 
dinavien und Lief land, Kleinasien. Wie fleissig die nordamerikanischen CoUegen 
in den letzten fünfzehn Jahren Sesien gesammelt haben, davon gibt eine Ver- 
gleichung der New Check List mit der 1868 veröffentlichten List of the Lep. 
of North Am. von Grote und Robinson den besten Beweis. In der letzteren 
sind 4 Gattungen mit 29 Arten aufgeführt, gegenwärtig hat sich die Zahl auf 
17 Gattungen mit III Arten vermehrt. Hy. Edwards bearbeitet diese Familie 
und hat im Papilio II. und III. (1882 und 1883) eine grosse Zahl neuer Arten 
diagnosticirt. 

Bombyces. 

38. Netneophila plantaginis L. — Hiezu gehören unzweifelhaft Nem. 
petrosa Wik., caespitis Bdv., cichorii Gt. und geometrica Gt. 

Schon Boisduval waren die Artrechte seiner caesjpÄ und cicÄom nicht 
ganz sicher und er machte dieselben von dem ihm noch unbekannten 9 
hängig. 2) Strecker 3) zieht die nordamerikanischen Arten sämmtlich zu 
plantaginis L. und führt auch noch die var. Hospita Esp. als in Nordamerika 
fliegend auf. 

Ich besitze von Nordamerika ein 9» welches mit europäischen bis auf 
Kleinigkeiten gut übereinstimmt und dessen ganze Verschiedenheit nur darin 
besteht, dass es etwas kleiner ist, auf den Vdfl. der helle, zum Innenwinkel 
ziehende Streif mit dem Innenrandsstreif nicht durch einen Schrägstreif ver- 



1) Trans. Amer. Ent. Soc. 1870, p. 174: „Boisduval records the European Deü. Oalii as 
found in California, and considers our Deil. Chamaenerii Harr, as the same species." 

Lepid. de la Californ. II, p. 75: „Mr. Lorquin a decouvert dans ce genre (Nemeo- 
pliüa) deux especes tres - rapprochees de notre plantaginis. Quoique nous ue pas encore les 
femelles, nous pensons que Ton peut provisoirement les regarder comme nouvelles." 

^) Lepid. Ehopal. and Heteroc. indig. et exot., p. 79: „The Single types of caespitis and 
cichorii, which were taken in California by Mr. Lorquin, present no diiferences from some of 
the endless variations found in Europa; caespitis is like on of the common varieties that hae the 
basal half of the secondaries black, aiid cichorii, really, has no points in particular to distinguish 
it from tbe ordiiiary European cxamples." 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lopidopteren. 



285 



bunden ist, die Htfl. und die Seitenstreifen des Hinterleibes licht röthlichgelb 
gefärbt sind, die schwarze Wurzelfärbung den Mittelfleck erreicht und einschliesst 
und die schwarzen Flecken vor dem Sauine nur punktförmig sind — alles Unter- 
schiede, welche bei einer so variabeln Art, wie plantaginis unbestreitbar ist, 
gewiss nicht zur Artbegründung benützt werden können. 

Betrachtet man ferner die Abbildungen, welche Grote') von dem von 
caespitis und cichorii gibt, so findet man an ihnen keine genügenden Unter- 
schiede von plantaginis. 

Caespitis ähnelt vollkommen manchen Exemplaren der var. matronalis Fr., 
und cichorii ist wahrscheinlich eine Aberration. Die interessanteste Varietät, 
welche in Europa noch nicht gefunden wurde, ist diejenige, welche Walker 
als eigene Art unter dem Namen petrosa beschreibt und früher von Grote als 
Eupsychoma geometrica {geometroides Grt. et Kob.) zu den Zygaeniden gestellt 
wurde. Die Farbe aller Fl. ist schwarz, die Vdfl. führen einen weissen Mittel- 
fleck, Innenrandsstreif, einen solchen Schrägstreif vom Vorderrande zum Innen- 
winkel und einen kleinen Schrägfleck unter der Plügelspitze. Die Htfl. öfter 
mit drei mehr oder weniger deutlichen, rundlichen, weissen Flecken vor dem 
Saume; 9 ist mir unbekannt. In Colorado und Montana. Im grössten Theile 
von Europa, Altai, Amur; var. Caucasica Män. Kaukasus, Armenien. 

39. Arctia Ca ja L. var. Americana Harr., Stretch lUustr. Zyg. et 
Bomb. I, 1872, p. 95, Taf. IV, Fig. 4. — Die nordamerikanische Caja kann 
kaum als constante Localvarietät festgehalten werden, denn der einzige Unter- 
schied von der europäischen, der weissgefärbte Vorderiand des Hals- 
kragens, ist nicht bei allen Exemplaren zu finden. Von Labrador erhielt ich 
Exemplare, welche denselben kaum weisslich angeflogen zeigen, und andererseits 
besitze ich ein hier gezogenes 9 von Caja, welches den Vorderrand des Hals- 
kragens zwar fein, aber deutlich weiss zeigt. Warum Grote in seiner New 
Chek list Caja wie früher als eigene Gattung von Arctia trennt und als 
Euprepia aufführt, ist mir unerklärlich. Europa mit Ausnahme Andalusiens, 
Siciliens und des südlichen Balkan, Altai, Amur. Labrador, Canada, New-York, 
Californien, Alaska, Vancouver Island. 

40. Arctia Quenselii Payk. var. gelida Mschlr. — Das der nord- 
amerikanischeu Form weicht wenig von den Alpenexeraplaren ab, das 9 zeigt 
bedeutendere Unterschiede, die gelbe Zeichnung der Htfl. ist bei gelida 9 
ocker-, sondern stets hell schwefel-, oder weissgelb, ebenso die Zeichnung des 
Hinterleibes. Den Namen gelida für diese Form habe ich Stett. ent. Ztg. 9 (1848), 
p. 173, gegeben, und 1. c. 44 (1883) derselben nochmals erwähnt. Die norwegische 
Form von Quenselii steht der var. gelida näher als der Stammart. Lappland, Alpen. 

Speciosa Mschlr., 2) welche Neumögeu ohne weitere Begründung als var. 
zu Quenselii zieht und Grote mit wunderbarer Consequenz stets als Specio- 
sissima Mschlr. aufführt, halte ich so lange für eigene Art, bis mir ein Uebergang 

') Transact. of Americ. Ent. Soc. I, 1868, p. 337 und 338, pl. VI, flg. 43 und 44. 

Wien. ent. Mteschrft. VIII (1864), p. 195, Taf. V, Fig. 13 und 14. — Stett. ent. Ztg. 31 
(1870), p. 251; 1. c. 35 (1874), p. 158. 



286 



H. B. Motichler. 



ZU gelida, mit welcher sie au gleichen Orten fliegt, nachgewiesen wird ; die mir 
bis jetzt bekannt gewordenen Exemplare c? 9 in meiner Sammlung, ein Exemplar 
in Wiscott's, eines in Staudinger's, eines in Strecker's Sammlung und 
alle von Labrador stammend, zeigen nicht den geringsten Uebergang zu Quen- 
selii und variiren unter sich so gut wie gar nicht. 

41. Arct, dahurica Bdv., Stretch 1. c. p. 78, pl. III, fig. 10, — Von 
Lorquin in Californien gefunden und Boisduval mitgetheilt. ^) Grote bildet 
diese Art ab. 2) Sibirien. 

42. Orgyia antigua L. (= nova Fitch. und hadia Hy. Edw.). — Mein 
von New-York stammendes c? von nova Fitch. weicht nicht im Geringsten von 
der europäischen antiqua L. ab und sind auch Stretch und Hy, Edwards, 
der Autor von hadia, der Ansicht geworden, dass sowohl nova als hadia synonym 
mit antiqua L. sind.^) Europa mit Ausnahme des Balkans und Andalusiens, 
Nordafrika, Armenien. 

*43. Zeuzera pyrina L. {aesculi L.). — Diese Art ist noch nicht in 
Grote's New Check list aufgeführt; nach Doli*) wurde im Juni 1882 ein 
lebendes, gut erhaltenes Exemplar derselben in Hoboken (New- Jersey) in einem 
Spinnengewebe gefunden und befindet sich in Neumögen 's Sammlung. Süd- 
und Mitteleuropa, Nordafrika, Kleinasien. 

*44. JDrepana lacertinaria L. = Seirodonta hilineata Pck. — Meine 
bereits vor Jahren^) ausgesprochene Ansicht, dass beide Arten synonym seien, 
welche sich allerdings nur auf die Abbildung gründete, wird durch Caulfeild 
und Pearson in ihrer „List of Bombycidae occuring on the Island of Mon- 
treal", P. 9,^) wohl bestätigt. Diese Autoren führen PI. lacertinaria L. als 
selten bei Montreal (Wien. Mus.) vorkommend auf, Nord- und Mitteleuropa, Ural. 

45. Notodonta towa Hb. — Ein Paar, welches ich von Meyer in 
Brooklyn ohne Namen erhielt, unterscheidet sich von meinen europäischen Exem- 
plaren nur durch etwas eintönigere, grauliche Grundfarbe und weisslicher ge- 
färbte Querstreifen der Vdfl. Wahrscheinlich führt diese Art in Grote's New 
Check list einen anderen Namen. Mittel- und Osteuropa. 

*46. Thyatira JBatis L. — Hy. Ed ward 's''} führt eine var. mexicana 
auf, welche sich von der europäischen Form durch etwas bedeutendere Flügel- 
breite und dunklere Grundfarbe unterscheiden soll. Mittel- und Nordeuropa, 
Polarregion ausgenommen, Armenien, Amur. 

Noetuae. 

47. Arsilonche alboveno&a Goeze {venosa Bkh.) = Henrici Grt. 
mit var. Evanidum Gt. und ab. fumosa Harr. — Meine drei nordanieri- 
kanischen Exemplare unterscheiden sich nur dadurch von den deutschen, dass 

') Lepid. de la Californ. I, p. 27. ^) Trans. Amer. Eut. Soc 1868, p. 14, pl. VI, fig. 41. 
3) Papilio 1 (1881), p. 62; 1. c. III (1883), p. 38 und 189. *) 1. c. II (1882), p. 34. Stett. 
ent. Ztg. 31 (1870), p. 252. «) Canad. Entomologist IX (1877), p. 92. ') Papilio IV (lS8c;), 
p. 16. Notes on Mexic. Lepid. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



287 



die bräunlichen Längswische der Vdfl. schärfer sind, und ich kann mich nur 
der Ansicht Grote 's und anderer nordamerikanischer Lepidopterologen an- 
schliessen, welche Älhovenosa und Henrici vereinigen. Früher brachte Grote 
diese Art in einer eigenen Gattung „Ählepharon" unter. New- York, Deutschland, 
Nord- und Osteuropa. 

*48. Agrotis CJiardinyi Bdv. — Von Grote in der New Check list 
aufgeführt, mir in nordamerikanischen Exemplaren unbekannt. Russland, Sibirien- 

49. Agr, aiigur Fb. = harruspica Grt. — Ich besitze nur ein nord- 
amerikanisches Exemplar und verweise betreffs dieser und der folgenden Art 
auf Speyer's gründliche Arbeit: „Europäisch-amerikanische Verwandtschaften".^) 
Canada; Mittel- und Nordeuropa, die Polarregion ausgenommen, Altai. 

50. Agr. ha ja S. V. — Canada, Maine, New- Jersey, Massachusets, New- 
York. Europa wie die vorige, Ural. 

51. Agr, sincera H. S. — Ich besitze zwei cT dieser seltenen Art von 
Labrador; in Grote's New Check list fehlt sie. Europäische Exemplare zum 
Vergleich fehlen mir leider. Mitteldeutschlands Gebirge. 

52. Agr. speciosa Hb. var. artica Zett. — Mehrfach von Labrador 
erhalten, doch nur Männer, welche durchschnittlich etwas kleiner wie meine 
Exemplare von Finnland (Kuusamo) sind und in der Grösse mit einem cf aus 
Norwegen übereinstimmen. Grundfarbe der Vdfl. etwas reiner schwarz, die 
Zeichnungen schärfer weiss. Grote führt speciosa Hb. {Perquiritata Morr., 
Baileyana Grt., Acronycta mixta Wik. [!]) auf, ich bezweifle aber, dass die 
Stammart in Nordamerika vorkommt. Grote wird wohl ebenfalls die var. 
arctica vor sich gehabt haben. Die Stammart in Europa auf den deutschen 
Gebirgen und den Alpen, var arctica auf den Gebirgen Scandinaviens, in Lappland 
und Nordrussland. 

53. Agr. C. nignim L. — Der europäischen Form vollständig gleich, 
cf. Speyer. Canada, Maine, New-Jersey, Ohio, Massachusets, New- York; Mittel- 
europa, Altai, Ostsibirien. 

54. Agr. Wockei Mschlr. — Staudinger^) erhielt diese Art auch aus 
Centraiasien vom Ala Tau; ich zweifle kaum daran, dass sie auch noch im 
nördlichen Scandinavien aufgefunden wird, und halte auch jetzt noch die von 
Packard aufgestellte Okakensis,^) welche Grote, nachdem er sie in seiner 
Check list zu Pachnohia carnea gezogen hatte, in seiner New Check list wieder 
als eigene Art unter Agrotis aufleben lässt, für synonym mit Wockei oder mit 
Carnea var. Da die centralasiatischen Arten, wie es scheint, auch zur euro- 
päischen Fauna gerechnet werden, führe ich Wockei hier auf. 

55. Agr. festiva S. V. var. conflua Tr. ist schon früher 4) von mir als 
in Labrador fliegend aufgeführt worden. Im vorigen Jahre erhielt ich ein zweites 9 
von Labrador, welches dem ersten vollkommen ähnlich ist. Die Stammart in 



1) Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 121; 1. c. 37 (1876), p. 201. ») 1. c. 42 (1881), p. 411. 
») Proceed. B. S. N. H. IX, 1867, p. 38. *) Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 131. 
Z. B. Geg. B. XXXIV. Abb. 37 



288 



H. B. Moschler. 



Mitteleuropa, Liefland, Ural, Altai. Var. conflua in Nordeuropa, auf den schle- 
sischen Gebirgen (Altvater), Island. 

*56. Affv, plecta L. ist mir in nordamerikanischen Exemplaren unbekannt; 
Grote führt sie auf, auch Speyer erhielt diese Art in fünf amerikanischen 
Stücken und sagt, dass sie daselbst keine constante Abänderung erfahren habe. ^) 
Sie findet sich von Maine bis Californien. Mittel- und Nordeuropa mit Aus- 
nahme der Polarregion, Corsica, Andalusien, Armenien. 

57. Agr, fennica Tausch., Guen. var. A, I, 270. — Von dieser in Nord- 
russland, Lappland und Sibirien fliegenden Art erhielt ich ein schönes Exemplar 
von Labrador (57° 33' n. Br.). 2) Canada, Maine, Kodiak, Californien. 

58. Agr, rava H. Sch. — In Europa bisher, wie es scheint, nur auf 
Island gefunden, in Nordamerika ist mir nur Labrador, wo die Art verbreitet 
ist, bekannt. 

59. Agr. simplonia Hb. G. — Diese auf den Alpen und Pyrenäen 
fliegende Art erhielt ich in einem Paare von Labrador (56° 24' und 62° 30' n. Br.). 
Beide Exemplare sind etwas kleiner wie diejenigen aus den Alpen; die Farbe der 
Vdfl., besonders beim 9? ist ein eintöniges, trübes Grau, die dunkeln Querstreifen 
sind feiner und schärfer, das zeigt, wohl aberrirend, vor der Nierenmakel einen 
undeutlich begrenzten röthlichgrauen Fleck. In Grote's New Check list fehlt 
diese Art noch. 

60. Agr, islandica Stdg. — In den New Check list führt Grote eine 
Agrotis ovipara Morr. auf, zu welcher er als Synonym islandica Mschlr. stellt. 
Abgesehen davon, dass nicht ich, sondern Staudinger Autor zu islandica ist, 
so glaube ich auch nach Vergleichung vieler Exemplare von Labrador mit solchen 
von Island, dass beide Formen zusammengehören; ich sah und besitze auch selbst 
Exemplare von Island, welche sich einzig und allein durch die Färbung von 
einander unterscheiden. Wenn Grote in seiner Anmerkung, 2) wie es mir scheint, 
die Eechte der nordamerikanischen Art dadurch zu begründen glaubt, dass die 
Exemplare von Labrador und vom Mt. Washington von den isländischen in der 
Färbung abweichen, so beweist er nur, dass ihm unbekannt ist, wie gerade 
Island auch bei anderen Arten ein ganz ausserordentliches Abändern hervor- 
bringt. 4) Die schlagendsten Beispiele sind Had. exulis und Cidaria truncata 
Hfng., und diese Arten weichen in Nordamerika auch von den isländischen 
ziemlich stark ab. Es ist gewiss falsch, anzunehmen, dass, weil eine Art an 
einer besonderen Localität zum Abändern vorzugsweise geneigt ist, derselbe Fall 
mit ihr auch an einer in physikalischer Hinsicht weit verschiedenen Localität 
stattfinden müsse. 

Auch in Centraiasien bei Saisan fiiegt islandica. Staudinge r^) nennt 
sie var. rossica und die Labradorform Idbradoriensis. Die im südlichen Ural 
gefangenen Stücke gleichen den centralasiatischen. 



1) Stett. ent, Ztg. 36 (1875), p. 131. 1. c. 44 (1883), p. 117. ^) New Check list 

(1882), p. 25, Nr. 254. «) Stett. ent. Ztg. 18 (1857), p. 227, 232, 239, 252. ») 1. c. 42 (1881), p. 419. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



289 



öl. Agr, saucia Hb. (memis Han-., Oriowü Pack.) und var. wiar^anYosa 
Haw. — Meine fünf Exemplare zeigen keine wesentlichen Unterschiede von euro- 
päischen Stücken. Cf. Speyer.^) Canada bis Californien, Mittel-, West- und 
Südeuropa, Nordafrika, Cauaren, Kleinasien. 

02. A(jt\ Ypsilon Rtbg. {suffusa S. V.) = telifera Harr. — Meine fünf 
Exemplare von Nordamerika (zwei cf, drei 9) durchschnittlich etwas grösser 
wie die europäischen, die Ydfl. sind bis gegen den Saum sehr dunkel gefärbt. 
Diese Art fliegt in der ganzen Welt. Cf. Speyer. 2) Canada bis Texas; von 
Jan Mayen (Wien. Mus.) bis Neuseeland (Rghf.). 

63. Agr, segetttm S. V. {?texanus Gt.). — In „On allied Speeles of 
Nochiidae inhab. Europe and North- America"^) erklärt Grote seinen Agrotis 
texanus für synonym mit segetum S. V., auch in seiner ersten, 1875 heraus- 
gegebenen Check list bleibt er bei dieser Ansicht, in der New Check list dagegen 
führt er nur texanus auf, ohne segetum irgend Erwähnung zu thun. 

Speyer^) bezieht sich nur auf ein ihm zur Ansicht mitgetheiltes Exemplar, 
welches ich, als von Massachusets stammend, von Blauel erhalten. 

Da ich texana (Proc. ent. soc. Phil. II, 1863, p. 273) nicht in Natur 
kenne, so wäre es, besonders da einige der von Blauel als Nordamerikaner 
erhaltenen Arten, wie z. B. Ap. austrdlis, Mam. thalassina, Had. pohjodon, 
ochroleuca, sicher keine solchen sind, immerhin möglich, dass segetum nicht in 
Nordamerika fliegt und texana Gt. eine andere Art ist. 

Da es rein unmöglich ist, zu wissen, wo eine oder die andere Heterocerenart 
der nordamerikanischen Autoren beschrieben ist, da bis jetzt nur Strecker in 
seinem Verzeichnisse Citate gegeben, Grote's Check list aber nur Namen bringt, 
so kann man über manche synonymische Fragen kaum oder gar nicht Aufschluss 
erhalten. Europa, Ostindien (Wien. Mus.). 

64. Agr. x>rashia Fb. {herhida Hb.). — Man vergleiche das von Speyer 
Gesagte; 5) ich besitze nur ein uordamerikanisches, von europäischen nicht ab- 
weichendes Exemplar. Maine, Massachusets, New- York, Canada (Wien, Mus.), 
Nord- und Mitteleuropa, Ural, Sibirien. 

65. Agr, occiilta Hb. und var. implicata Lef. — Drei Exemplare meiner 
Sammlung von New-York und Canada sind etwas geflogen ; bei deutschen Exem- 
plaren tritt die dunkle Färbung des Mittelfeldes der Vdfl. weniger hervor. 

Zwei Exemplare von Labrador zeigen diese Unterschiede von deutschen 
sehr deutlich, und var. implicata Lef., welche ich bisher nur von Grönland 
erhielt, zeichnet sich durch etwas geringere Grösse und eintöniger schmutzig- 
graue Färbung der Vdfl. aus. Speyer scheint bei seiner Arbeit occulta noch 
nicht als amerikanisch gekannt zu haben. Montreal (Wien, Mus.), Maine; Nord-, 
Mittel- und Osteuropa, Altai, Amur. 

66. Mamestra trifoUi Rtbg. {chenopodii S. V.). — Speyer*^) hebt 
die kleinen Unterschiede zwischen der europäischen und nordamerikanischen 



>) Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 134. ^) 1. c. p. 135, ») Bull. Buff, Soc. 1875, p. 313, 
4) Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 135. 1. c. p. 136, «) 1, c. p, 37; 1. c. 37 (1876), p, 202, 

37* 



290 



H. B. Möschler. 



Form hervor, kommt aber auch zu dem Schlüsse, dass letztere nicht abzutrennen 
sei. Mir stehen nur vier amerikanische Exemplare zur Vergleichung zu Gebote, 
deren kleinstes, ein cf, 30 mm., das grösste, ein Q, 36 mm. Spannung misst, 
so dass deren Mittelgrösse 33 mm. wäre, bei Speyer 35 mm. Meine europäischen 
Stücke halten 31—33 mm. Spannung, im Mittel also 32 mm., bei Speyer 33 mm., 
und ist also, wie schon Speyer betont, die amerikanische Form etwas grösser. 

Was die Stellung der Ringmakel anbelangt, welche nach Speyer bei den 
Europäern nicht so schräg wie bei den Amerikanern sein soll, so ist dieser 
Unterschied nicht constant. Ich besitze einen cJ^ von Sarepta, bei welchem die 
Ringmakel viel schräger gestellt ist als bei sämmtlichen vier amerikanischen 
Exemplaren, und ein cf von New- York zeigt dieselbe nicht schräger gestellt 
wie die meisten Europäer. Auch in der Entfernung der beiden Makeln von 
einander kann ich bei meinen Stücken keinen constanten Unterschied finden, 
und ebenso wenig sehe ich, dass die Amerikaner durchschnittlich weniger eintönig 
gefärbte Vdfi. hätten. Maine, Ohio, Illinois, New-York, Massachusets; Mitteleuropa. 

67. Hadena Sommeri Lef. — Es stehen mir leider keine isländischen 
Exemplare zur Vergleichung zu Gebote, und so weiss ich nicht, ob die grön- 
ländischen den ersteren gleichen. 

In Labrador, wie Staudinger im Katalog angibt, fliegt /S'ommm nicht; 
ich habe in einem Zeiträume von dreissig Jahren nicht Ein Exemplar aus La- 
brador erhalten. Island. 

68. Had, exulis Lef. — Diese interessante Art wurde bisher in Europa 
in Island, Norwegen und Schottland gefunden; in Nordamerika ist mir nur 
Grönland und Labrador als Vaterland bekannt, doch ist es sehr möglich, dass 
die Art auch in Colorado oder auf den White Mountains in New-Hampshire 
fliegt, vielleicht auch schon gefangen wurde. 

Wie sehr die isländischen Exemplare abändern, zeigt Staudinger 's Be- 
schreibung ; ') er gibt von nicht weniger als zwölf verschiedenen Formen Diagnosen 
und ist die Art unter acht bis zehn Namen beschrieben worden. 

Die nordamerikanischen Stücke variiren unter sich zwar auch, doch nicht 
entfernt in dem Grade wie die isländischen, von welchen sie sich durch be- 
deutendere Grösse, sowie etwas in der Färbung unterscheiden. Die norwegischen 
Exemplare, welche Wocke auf Dovrefjeld fing, nähern sich den nordameri- 
kanischen mehr als den isländischen. 2) 

Wocke vermuthet, dass MaiUardi die Alpenform von exulis sei; ich 
kann, da es mir an genügendem Materiale der ersteren fehlt, darüber nicht 
entscheiden, weiss auch nicht, ob ein von MaiUardi von Kuusamo in Finn- 
land, welchen ich besitze, den norwegischen exulis gleicht; von meinen Alpen- 
exemplaren weicht er nur durch etwas rostbraun angehauchte Vdfl. ab, kommt 
aber in der Grösse denselben gleich. Da nun Wocke sagt, d&ss sich MaiUardi 
von seinen norwegischen exulis fast nur durch bedeutendere Grösse unterscheide, 
MaiUardi aber in Finnland ebenso gross wie auf den Alpen vorkommt, so 



1) Stett. eut. Ztg. 18 (1857), p. 238. ») 1. c. 25 (1864), p. 183. 



Die Nordamerika and Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



291 



möchte man annehmen, dass beide Arten doch wohl verschieden sind. Island, 
Schottland, Gebirge Norwegens. 

69. Heid, lateritia Hfng. (var. dtibitans Wik.). — Speyer^) bespricht 
die geringen Unterschiede der europäischen und nordamerikanischen Form ein- 
gehend. Mein aus Norwegen (Saltdaleu) unterscheidet sich von jenen durch 
geringere Grösse, 42 mm. Spannung und trüber rostbraune Vdfl. ; ein 9 aus 
dem südlichen Labrador (55^ 35' n. Br.) zeigt dieselbe Färbung, ist aber noch 
kleiner, 38 mm. 

Grote führt sie in seiner New Check list als dubitans Wik. auf, in seiner 
früheren stand selbe entschieden richtiger als lateritia var. dubitans. Maine, 
Massachusets, New-York; Mittel-, Ost- und Nordeuropa, mit Ausnahme der Polar- 
region, Balkan, Altai, Amur. 

70. Heid, hasiliiiea S. V. {finitiina Gn.). — Speyer-) weist gründlich 
nach, dass die amerikanische fmitima Gn. nur eine bunter gefärbte Varietät 
von basilinea ist. Grote führt sie als eigene Art auf. Canada (Wien. Mus.), 
Maine, Massachusets, New-York ; Süd-, Mittel- und Nordeuropa (exclusive Polar- 
region), Altai. 

71. JDipterygia scahriuscula L. {pinastri L.). — Die amerikanischen 
Exemplare zeigen keinen wesentlichen Unterschied von den europäischen. Maine, 
Ohio, Mittel- und Nordeuropa (exclusive der Polarregion), Balkan, Südrussland, 
Armenien. 

72. Euplexia liicipara L. — Nach Speyer 3) ist die europäische und 
nordamerikanische Form identisch; auch ich kann keine specifischen Unterschiede 
finden; die Amerikaner scheinen sämmtlich den dunkeln Bogenstreif hinter der 
Mitte der Htfl. schärfer und durchgehend zu führen, und mein einzelnes <^ zeigt 
auch den hinteren Querstreif der Vdfl. abweichend von den Europäern fein schwarz 
gefärbt und gezackt, bis zum Vorderraude ziehend. Maine, Ohio, Massachusets, 
Canada (Wien. Mus.), New-York. Wie die vorige Art. 

73. Helotropha leucostigma Hb. var. fibrosa Hb. {Hei. reniformis Gt.). 
— Die von Speyer*) angeführten schon an und für sich geringfügigen Unter- 
schiede sind nicht sämmtlich constant; ich besitze unter sechs amerikanischen 
Exemplaren ein cT, dessen hinterer Querstreif der Vdfl. in Zelle Ib keinen 
convexen Bogen gegen den Saum bildet, sondern ebenso gerade verläuft, wie 
dies bei meinen deutschen Stücken der Fall ist, und ein 9 zeigt die Zeichnung 
der Nierenmakel nicht weiss, sondern ockergelblich, und nur die gegen den 
hinteren Querstreif gerichtete Gabel ist weiss, wie dies auch bei den Europäern 
der Fall ist; es bleiben sonach nur die dunklere Färbung des Thorax und der 
Vdfl., deren schärfere Zeichnung und die deutlichere feine, schwärzliche, den 
hinteren Querstreif saumwärts begrenzende Linie als Trennungsmerkmale für 
die amerikanische Form übrig, welche aber meiner Ansicht nach nicht genügen, 
um fibrosa und reniformis als zwei Arten anzusehen, doch mag diese Form als 



») Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 146. 1. c. p. 150. ») I. c. p. 153. 4) 1. c. 37 

(1876), p. 202. 



292 



H. B. Möschler. 



Localvarietät immerhin ihren Namen behalten. Die var. atra Grt., welche in 
Grote 's New Check list aufgeführt wird, ist mir unbekannt. Maine; Nord- 
und Mitteleuropa, Sibirien. 

74. Hydroecia nictitans Bkh. und var. erythr ostig ma Hw. und var. 
Hucens Frr. — Speyer hat die geringen Unterschiede zwischen beiden Formen 
bereits eingehend besprochen, var. Lucens, welche Grote in der New Check list 
aufführt, ist mir in amerikanischen Exemplaren unbekannt. Maine, New-York, 
New-England-Staaten; Mittel- und Nordeuropa, Ural, Sibirien (exclusive der 
Polarregion). 

75. Leucania pallens L. — Den ausführlichen Bemerkungen Spey er's 2) 
über diese Art weiss ich nichts hinzuzufügen. Maine, Massachusets. Wie vorige. 

76. Anomogyna laetaMUs Zett. — Meine Exemplare von Labrador, 
sämmtlich cT, unterscheiden sich von meinen norwegischen nur durch etwas 
geringere Grösse und reiner grau gefärbte und etwas dunkler bestäubte Vdfl. In 
Grote 's New Check list fehlt laetaMUs noch. Nordlappland, Gebirge Norwegens. 

77. Caradrina Lepigone Mschlr. (= Car. miranda Grt.). — Spey er 3) 
bespricht beide Arten sehr eingehend und findet bei seinem allerdings nur sehr 
geringen Vergleichungsmateriale (zwei Lepigone und eine Miranda) nur Einen 
Unterschied, der sich, wenn standhaft, zur specifischen Trennung beider Arten 
eignen würde. Es ist das Gestieltsein von Eippe 3 und 4 der Htfl. bei Lepigone 
gegenüber dem Nichtgestieltsein dieser Eippen bei Miranda. 

Von Lepigone besitze ich nur das c^, nach welchem ich seinerzeit diese 
Art aufstellte, von Miranda dagegen kann ich acht von Meyer in New-York 
erhaltene Exemplare vergleichen, unter diesen befinden sich aber zwei, welche 
diese Eippen ebenfalls deutlich gestielt zeigen, so dass kein Grund zur 
Trennung vorliegt. Was das weissliche Fleckchen, welches die Nierenmakel ver- 
tritt, anbelangt, so ist es bei den meisten meiner Exemplare von Miranda im 
Gegensatze zu Spey er 's Beobachtung deutlicher und meist weisser wie bei 
meinen Lepigone. Als Varietät wird Miranda ihren Namen behalten können. 
Die von Speyer angeführte Carad. Meskei Sp. ist mir fremd. Südrussland 
(Sarepta), Armenien. 

*78. Amphypira tragopoginis L. (= repressus Gt.). — Mir in 
amerikanischen Stücken unbekannt. Speyer*) erklärt repressus Gt. für synonym 
mit tragopoginis L. und Grote selbst stimmt dem bei.^) Maine, New-York, 
Süd-, Mittel- und Nordeuropa (exclusive der Polarregion), Kleinasien, Altai. 

*79. Taeniocampa incerta Hfngl. {instabilis S. V. ; = Älia Guen., 
confluens Morr.). — Mir in nordamerikenischen Exemplaren unbekannt. Sp ey er^) 
bespricht diese Art eingehend und erwähnt auch der ihm in Natur unbekannten 
Taen. Alia Guen. (Noctuel. V, p. 352). Er glaubt, da Guenee die Palpen seiner 
Alia „concolores et uniculores" nennt, in derselben eine eigene Art sehen zu 



1) Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 151. 1. c. p. 112. 3) 1. c. p. 114. 4) 1. c. p. 168. 

5) Bull. Buff. Soc. Nat. Sc. II (1874), p. 194. New Check list, p. 31, Nr. 655. Stett. ent. Ztg. 36 
(1875), p. 116. 



Die Nordamerika uud Europa gemeinKam an£feli5renden Lepidopteren. 



293 



müssen. Grote dagegen zieht ÄUa Guen. zu incerta. Maine, New- York, 
Süd-, Mittel- und Nordeuropa (exclusive der Polarregion), Altai, Sibirien. 

80. Pachnohia carnea Thnbg. (= Scropulana Morr.). — Mir in nord- 
amerikaniscben Exemplaren bis jetzt nur aus Labrador bekannt, doch soll die- 
selbe auch in Californien gefunden sein, woran ich einen gelinden Zweifel nicht 
unterdrücken kann. 

In Labrador variirt carnea ganz ausserordentlich, man erhält von dort 
Exemplare, welche den europäischen sehr ähnlich sind, doch scheinen diese die 
Ausnahme zu bilden; gewöhnlich sind die Labradorexemplare nicht unbedeutend 
kleiner und variiren in der Grundfarbe der Vdfl. vom dunkeln Kothbraun bis 
zum hellen Aschgrau und ebenso wechselnd ist die Zeichnung. Staudinger^) 
und ich^) haben diese Art und ihre Varietäten bereits früher eingehend be- 
sprochen. Dass Grote die von Packard srnfgesteWte Ägrotis Okakensis fmhev 
in carnea zu finden glaubte, habe ich bereits oben erwähnt, möglicherweise fällt 
noch eine oder die andere nordamerikanische Art mit einer der vielen Varietäten 
von carnea zusammen. Labrador, Californien, Lappland, Gebirge Norwegens. 

8L Orthosia crasis H. S. — Bisher nur in drei Exemplaren von La- 
brador erhalten. In Grote 's New Check list fehlt diese Art, wenn nicht etwa 
irgend eine andere mit ihr zusammenfällt. Lappland, Schweden. 

82. Cosmia paleacea Esp. (= infumata Grt.,? Myth. discolor Wik.). 
— Von infumata Grt., welche der Autor früher bei Orthosia, in seiner New 
Check list aber richtig als Cosmia auffährt, kann ich nur drei 9 (^^s Canada) 
vergleichen, finde aber an denselben weiter keinen Unterschied gegen paleacea 
als die Färbung der Vdfl. und des Thorax. Dieselben sind mehr oder weniger 
ausgedehnt braun oder rostroth bestäubt, die Zeichnung ist aber genau dieselbe 
wie bei der europäischen Art. Mittel- und Nordeuropa, der Polarregion fehlend, 
Südrussland, Altai. 

83. Xanthia flavago Fb. {togata Esp., silago Hb.). — Ich finde keinen 
erheblichen Unterschied zwischen amerikanischen und europäischen Exemplaren, 
höchstens sind die letzteren etwas höher gefärbt und durchschnittlich um eine 
Kleinigkeit grösser. Maine, Nord- und Mitteleuropa, Südrussland, Armenien, 
Sibirien. 

84. Scoliox)teryoß libatrix L. — Der europäischen Art gleich. Möglicher- 
weise ist diese Art, wie Speyer vermuthet,^) durch Schilfe nach Amerika ver- 
schleppt worden und hat sich daselbst eingebürgert. Maine, Californien, New- 
York, fast ganz Europa mit Ausnahme der Polarregion. 

85. Xylina lamda Fb. {Lithophane Thaxteri Grt.). — Eine grössere 
Zahl nordamerikanischer Exemplare lassen mich in Thaxteri Grt. nur eine Local- 
varietät von lamhda Fb. erkennen, welche zwischen der Stammart und var. 
Zinckenii Tr. steht. Speyer^) spricht diese Vermuthung auch aus, und nach 



1) Bull. Bulf. Soc. II (1874), p. 194. New Check list, p. 31, Nr. 67G. *) Stett. ent. Ztg. 22 
(1861), p. 367. ») Wien. ent. Mtschrft. 4 (1860), p. 361. 4) Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 167. 
s) 1. c. 37 (1876), p. 203. 



294 



H. B. Möschler. 



brieflicher Mittheilung von ihm ist dieselbe, nachdem er später Thaxteri er- 
halten, zur vollen Gewissheit geworden. Die Stammart in Nordeuropa, var. 
somniculosa Her. bei Berlin, var. Zinckenii in Hannover. 

86. Calocmnpa solidaginis Hb. (= Lithonia Germana Morr.). — 
Auch diese Arten kann ich nach Vergleichung einer grösseren Zahl von Exem- 
plaren nicht specifisch trennen, denn die ohnedies nur schwachen Unterschiede 
beider, welche Morrison angibt, sind nicht constant. Beine, Brust und Hals- 
kragen zeigen auch bei manchen Stücken von solidaginis bräunliche Färbung, 
ebenso zuweilen der Vorderrand der Vdfl. Die Eingmakel ist allerdings bei 
allen meinen Exemplaren doppelt, aus zwei entweder zusammenhängenden oder 
getrennten Ringen bestehend, letzteres ist aber auch bei vier von meinen sieben 
deutschen solidaginis der Fall, kann also nicht als Unterschied gelten. 

Was die Nierenmakel anbelangt, so ändert diese bei meinen Europäern 
ebenfalls in der Gestalt ab und kommt bei einzelnen derselben den Amerikanern 
so nahe, dass ein Unterschied kaum angedeutet ist. Wenn Morrison von 
Germana sagt: „The median lines are nearly obsolete", so ist mir dieser Satz 
insofern nicht ganz klar, als doch nur von zwei Querstreifen die Rede sein kann 
und der hintere derselben in dem nächsten Satze als „the exterior line" erwähnt 
wird. Der vordere Querstreif ist aber auch bei einem meiner Exemplare von 
Germana sehr scharf ausgedrückt und bei mehreren solidaginis ziemlich ver- 
loschen. Ebenso besitze ich von dieser zwei sehr scharf gezeichnete Stücke, 
bei welchen der hintere Querstreif mindestens deutlich und scharf gegen die 
Rippen hin gezähnt ist wie bei Germana. 

Wenn Morrison sagt, dass der schwärzliche Mittelschatten bei Germana 
als ein breites Band erscheine und nicht wie bei solidaginis über das ganze 
Mittelfeld verbreitet sei, so kann ich auch hierin darum kein Unterscheidungs- 
zeichen finden, denn wenn auch durchschnittlich Germana den Mittelschatten 
schmäler wie solidaginis zeigt, so reicht doch bei dieser Art derselbe durchaus 
nicht immer über die ganze Breite des Mittelfeldes, und ich besitze solidaginis, 
welche diesen Schatten noch schmäler wie manche Germana führen. 

Aus Vorstehendem wird hervorgehen, dass, wenn Morrison sagt: „The 
strongest distinctive Charakters of our form are found in the shape of the reni- 
form and in the different shape and importance of the median lines", diese 
Unterschiede nicht constant und daher zur Artbegründung von Germana ent- 
schieden nicht ausreichend sind und dieselbe höchstens Anspruch auf Local- 
varietät hat, welche dann den Morrison'schen Namen beibehalten kann. Maine, 
Mittel- und Nordosteuropa, Ural, Altai. 

87. JPlusia festucae L. (?PZ. Putnami Grote Bull. Buff. Soc. I, 1874, 
p. 146 und 192). — Wie Speyer 2) schon mittheilte, besitze ich ein echtes, 
etwas geflogenes Exemplar von festucae aus Nordamerika, welches ich mit an- 
deren Arten von Meyer in Brooklyn erhielt. Grote scheint Speyer 's Aufsatz 



Buff. Bull. Soc. II (1874), p. 192. Stett. ent. Ztg. 37 (1876), p. 350. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angohorenden Lepidopteren. 



295 



unbekannt zu sein, denn in seiner New Check list fehlt festucae; freilich theilen 
dieses Schicksal noch einige andere, längst als nordamerikanisch bekannte Arten, 
wie z. B. Anarta funehris Hb., Catocala Antinympha Hb., Hei. spinosae Guen., 
Had. tracta Gt. et Rbs.(!) u. A. mit festucae. Walker und Guenee bezeichnen 
festucae als Nordamerikaner. Mittel- und Nordeuropa (exclusive die Polarregion), 
Corsica, Südrussland, Altai, Amur. 

88. JPlus, Gamma L. — Durch ganz Nordamerika') verbreitet; ich 
besitze diese Art von Californien und erhielt kürzlich auch zum ersten Male 
ein Exemplar von Labrador. Unterschiede von deutschen Exemplaren zeigen 
meine Californier nur die von Speyer-) hervorgehobenen, das Labradorexemplar 
gleicht den hiesigen Stücken. In Grönland nach Staudinger^) ebenfalls, sie 
gleichen den Europäern; ich erhielt sie von dort noch nicht — Grönland bis 
Californien, ganz Europa, Centraiasien. 

89. Plus» Ni Hb. {hrassicae Riley). — Wenn, wie die nordamerikanischen 
Entomologen jetzt allgemein anzunehmen scheinen, hrassicae von Ni nicht spe- 
cifisch zu trennen ist, so bildet sie doch eine recht ausgezeichnete Localvarietät, 
welcher der Name verbleiben muss. Speyer^) hat beide Arten ausführlich be- 
sprochen, und da ich bei meinen nordamerikanischen Exemplaren kein Variiren 
untereinander, dagegen vollkommenes Uebereinstimmen in den von Speyer 
hervorgehobenen Unterschieden gegenüber Ni finde, so möchte ich Speyer 's 
Ansicht, welcher beide Arten für verschieden hält, theilen; freilich steht mir 
kein so bedeutendes Vergleichsmaterial zu Gebote, wie die amerikanischen Col- 
legen bei der Häufigkeit von hrassicae besitzen. New- York, Missouri. 

90. Pitts, interro ff atiofiis L. — Obgleich sie schon Staudinger als 
grönländisch aufführt, fehlt dieselbe doch noch in der New Check list von 
Grote. Wenn ich früher in meinen Arbeiten über Labradorlepidopteren ü.aureum 
Guen. als daselbst vorkommend aufführte, so bin ich nun geneigt, die Labradorart 
für var. von interrogationis anzusehen, für welche sie auch Staudinger hält, 
der nun auch U. aureum Guen. als var. dazu zieht. 

Die Labradorstücke, von denen ich sieben vergleichen kann, zeichnen sich 
von deutschen durch folgende Merkmale aus: Viel geringere Grösse, sie halten 
nur 29 — 33 mm. Spannung, meine deutschen Stücke dagegen 36—39 mm. — 
U. aureum Guen. 29 mm. Die graue Färbung der Vdfl. zeigt wie bei den grön- 
ländischen Stücken keinen Stich in Blau oder Violett und die Querlinien sind 
ebenso wie bei den Grönländern stärker gezackt wie bei interrogationis. Das 
Silberzeichen ist viel kleiner und feiner und der Silberpunkt hinter dem Buch- 
stabenzeichen steht weiter von demselben entfernt als bei interrogationis, bei 
welcher er oft mit dem Buchstabenzeichen zusammenhängt. Die schwarze Fär- 
bung des Mittelfeldes ist nicht wie bei vielen Exemplaren von interrogationis 
metallglänzend angehaucht. Die Grundfarbe der Fransen ist reiner weiss, wodurch 



1) Auch in Mexico bei Puebla und Huahuapan, im August von H. v. Hedemann erzogen 
(Wien. Mus.. Rghf.). ») Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 164. «) 1. c. 18 (1857), p. 305. «) 1. c. 36 
(187.5), p. 165. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abb. 38 



296 



H. B. Möschler. 



dieselben schärfer gescheckt erscheinen. Die Rückenschöpfe sind weniger hoch 
und nicht so dunkel gefärbt; der Innenwinkel der Vdfl. viel weniger scharf 
vorgezogen wie bei interrogationis. Als var. wird die grönländische und La- 
biradorform immerhin einen Namen führen können, als welchen ich var. arctica 
vorschlage, wenn dieselbe, was ich nicht entscheiden kann, nicht vielleicht mit 
U. aureum Guen. zusammenfällt. Mittel- und Nordeuropa, Ural, Sibirien, Amur. 

91. Plus, parilis Hb. — Die Labradorexemplare weichen von den 
Europäern nicht ab. Ausser in Norwegen, wo Staudinger ^) diese Art einzeln 
von Kautokeino erhielt, fing sie Schilde auch bei Kuusamo im russischen 
Finnland, und in Amerika kommt sie nach Staudinger^) auch in Grönland 
vor, von wo ich aber noch keine erhielt. 

92. Plus, diasema Dalm. — Diese seltene und schöne Art besitze ich 
nur in einem von Schilde bei Kuusamo in Finnland gezogenen Paare und 
kann also nicht entscheiden, ob die Grönländer abweichen, da ich die Art von 
dort noch nicht erhielt. Staudinger (1. c.) fand keinen Unterschied, doch thut 
er dieser Art nur so flüchtig Erwähnung, dass ich nicht weiss, ob er damals 
überhaupt europäische Exemplare vergleichen konnte oder nur nach Abbildungen 
urtheilte. Jedenfalls ist mir auffällig, dass er die lange Jahre als fast ver- 
schollen geltende diasema „fast ebenso selten" wie parilis nennt. Finnland, 
Nordlappland. 

93. Plus, HocJienwarthi Hochenw. — Meine Labradorexemplare zeigen 
keinen erwähnenswerthen Unterschied von den europäischen Stücken. Ob die 
Art ausser in Labrador in Nordamerika noch weiter verbreitet ist, weiss ich 
nicht. Einer mir gemachten Notiz zufolge soll sie in Maine gefunden worden 
sein. Alpen, Scandinavien. 

94. Plus, devergens Hb. — Die Exemplare, welche ich bisher von 
Labrador erhielt, woselbst devergens viel seltener wie die vorige vorzukommen 
scheint, unterscheiden sich von den Alpenexemplaren sowohl durch geringere 
Grösse als durch einige Unterschiede in Zeichnung und Färbung. 

Meine vier Exemplare von den Alpen (drei ein Q) halten 29— 32 mm. 
Spannung, zwei von Labrador nur 23 — 24 mm., sind also um ein Dritttheil 
kleiner. Die Färbung der Vdfl. zieht bei den Labradorern mehr in Veilroth als 
bei den Europäern, bei welchen die Grundfarbe ein lichtes Veilgrau ist. Den 
Hauptunterschied gibt die Wellenlinie; diese ist bei den Europäern in ihrer 
ganzen Länge scharf und unregelmässig gezackt, während sie bei den Labra- 
dorern unterhalb Rippe 6 bis in Zelle 4 einen stumpfen Bogen saumwärts bildet 
und auch von Zelle 2 bis zum Innenrande viel stumpfer gezackt wie bei meinen 
Alpenexemplaren ist. Der hintere Querstreif verläuft bei dem einen Stücke von 
Labrador fast gerade, bei dem anderen ist er geschwungen, bei beiden aber 
weniger gezähnt wie bei meinen Europäern. Die schwarze Saumbinde der Htfl. 
ist bei den Labradorern breiter. Alpen. 



Stetfc. eilt. Zfff. 22 (1861), p. 370. 1. c. 18 (1857), p. 305. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam augehörenden Lepidopteren. 



297 



*95. Anarta myrtilli L. (= acadiensis Betb.). — lu der New Check 
list stellt Grote miirtülii mit '? zu Acadiensis Beth. Früher i) vereinigte er 
beide obne Bedenken, und ich glaube, er wird damit wohl recht gehabt haben; 
mir stehen leider keine Nordamerikaner zur Verfügung. In Europa fast überall, 
wo die Futterpflanze Calluna vulgaris wächst. 

96. An. cordigera Thnbg. (= luteola Grt. et Kbs.). — Die Labrador- 
exemplare, von welchen ich eine bedeutende Anzahl (circa siebzig) vergleichen 
kann, zeichnen sich von gezogenen deutschen Stücken, welche ich von F. Schreck 
in Zeulenroda erhielt, durchgängig durch geringere Grösse, viel stärkere, weiss- 
liche Bestäubung der Vdfl. im Wurzel- und Saumfeld, kleinere, meist am Innen- 
rande grau bestäubte Nierenraakel und durch breiter schwarz gefärbten Vorder- 
rand der Htfl. aus. Ein Stück aus Finnmarken (von Staudinger) steht in der 
Grösse noch unter manchen Labradorern und nähert sich in der Färbung der 
Vdfl. mehr den deutschen Exemplaren. Die Art ist auch in Canada und Maine 
gefunden. In Europa stellenweise in Deutschland, in Nordscandinavien, England, 
am Ural, südlich bis Piemont. 

Die nun folgenden Arten mit weissen Htfl. unterscheiden sich, wie schon 
von Staudinger und mir früher a. a. 0. bemerkt wurde, in den Labrador- 
exemplaren dadurch von den Europäern, dass die Htfl. bei den ersteren durch- 
schnittlich weniger schwarze Bestäubung, also ein reineres Weiss zeigen als 
bei den letzteren. Labrador, Canada, Maine, Mittel- und Nordeuropa auf Mooren, 
Alpen, Ural. 

97. An* melaleuca Thnbg. {bicycla Pack.). — Mir ist nur Labrador 
als nordamerikanisch bekannt, in Europa nach Staudinger 2) in Lappland, 
auf den Bergen Schwedens und Norwegens, und soll auch nach Ghiliani auf 
dem Monte Rosa gefunden sein, welche Angabe wohl noch der Bestätigung bedarf. 

98. An, melanopa Thnbg. {nigrolunata Pack.). — Aus Nordamerika 
sind mir Labrador und der Mount Washington (6226'), der höchste Berg der 
White Mountains in New-Hampshire, bekannt, in Europa in Lappland und als 
ab. EupestraUs Hb. {Tristis Hb.) mit ganz schwarzen Htfl. auch auf den Alpen. 

99. An, funehris Hb. — Von mir schon vor längerer Zeit 3) als in 
Labrador vorkommend aufgeführt, von Grote aber weder in seiner Check list, 
noch in seiner New Check list aufgenommen, oder vielleicht unter einer der 
mir unbekannten Arten zu suchen. In Europa fliegt funehris nur selten, auf 
den Alpen, den Gebirgen Norwegens und in Lappland. 

100. An, JRichardsoni Curt. — In Nordamerika in Labrador und Grön- 
land, in Europa nur auf den Gebirgen Norwegens. 

101. An, Schönherri Zett. [leucocycla Stdg.). — An gleichen Fund- 
orten mit der vorigen Art. 

102. An, lapponica Thnbg. {amissa Lef.). — Die gleiche Verbreitung 
wie die beiden vorgenannten. 



') Bull. BufF. See. Nat. II (1874), p. 194; 1. c. p, 314. ^) Stett. ent. Ztg. 18 (1857), p. 291. 
») Wien. ent. Mtechrft. 4 (1860), p. 870. 

38* 



298 



H. B. Möschler. 



103. An. Zetterstedtii Stdg. — Bisher nur aus Labrador, Nordlappland 
und den Gebirgen Norwegens bekannt. 

104. ELeliothis armiger Hb. (= umhrosus Grt.). — Man vergleiche 
Speyer'si) Bemerkungen über diese allen Welttheilen angehörende Art. Von 
Canada bis Texas. 

105. Brephos Middendorf Men. — Wie ich 2) bereits mittheilte, 
erhielt ich von dieser bisher nur am Amur gefundenen, von Me'netries fälschlich 
zu Amphidasys gestellten und sehr schlecht abgebildeten Art ein 9 aus dem 
südlichen Labrador (55*^ 35' n. Br.). 

Geometrae. 

* 106. Numeria pulveraria Hb. (= Ellopia CaUforniata Pack., Num. 
occiduaria Wik., Ellop. plagifasciata Wik.). — Mir in amerikanischen Exem- 
plaren nicht bekannt. Packard^) findet nur sehr unbedeutende Unterschiede 
zwischen der amerikanischen und europäischen Form und zieht die oben an- 
gegebenen Citate zu dieser Art. Die Raupe wurde in Amerika an Gorylus 
gefunden und der Schmetterling nach Packard in Maine, New -Hampshire, 
Massachusets, New- York, Süd- Carolina, Vancouver Island und Californien im 
Juni und Juli. In Europa über Central-, Mittel- und Nordeuropa (ausgenommen 
die Polarregion) verbreitet, auch am Ural, Altai, Amur. 

?107. Metrocampa margaritaria L. (= perlata Guen., Pack., virido- 
perlata Pack.). — Entgegen Guenee, welcher perlata als eigene Art aufführt,^) 
zieht Grote^) dieselbe zu margaritaria. Packard^) hebt als besten Unter- 
schied der nordamerikanischen von der europäischen Art das Nähertreten des 
hinteren Querstreifes der Vdfl. von deren Spitze gegen den Saum und deren 
schärfere Biegung gegen das Ende (being bent at right angles on the costa) 
hervor und findet dann noch Unterschiede in der röthlicheren Färbung der 
Stirn und der einförmiger grünen Färbung der Flügel bei den europäischen 
Exemplaren. Dagegen sagt er mit Recht, dass die von Guenee angegebenen 
Unterschiede im Flügelschnitte beider Arten nicht constant seien. Ich besitze 
von perlata Guen. nur zwei von Canada und diese unterscheiden sich von 
meinen sieben deutschen margaritaria ausser der geringeren Grösse (sie messen 
35—36 mm., jene 37 — 38 mm.) noch dadurch, dass ihnen das röthliche Schräg- 
fleckchen, welches die deutschen Exemplare in der Spitze der Vdfi. sehr deutlich 
zeigen, gänzlich fehlt. Packard erwähnt dieses Fleckchens in seiner Be- 
schreibung von perlata auffallenderweise gar nicht und auch die Abbildung 
zeigt es nicht, so dass man wohl annehmen kann, es fehle der amerikanischen 
Art, und auch Guenee hebt diesen doch in die Augen fallenden Unterschied 



1) Stett. ent. Ztg. 36 (1875), p. 158. 1. c. 44 (1883), p. 117. ^) New Check list 

p. 487, t. IX, flg. 54, 55. 4) Uraaites et Phalenides I, p. 128. *) New Check list, p. 45, Nr. 35. 
«) 1. c. p. 491, t. XII, flg. 1. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



299 



nicht hervor, dessen sogar Treitschke nicht erwähnt. Die Raupe von perZa^a 
scheint Packard unbekannt gewesen zu sein. 

Es scheint zweifelhaft, ob Grote mit dem Zusammenziehen beider Arten 
Recht hat, jedenfalls wird aber die uordamerikanische Art auch als etwaige 
Localvarietät ihren Namen behalten können. 

Margaritaria in Nord- und Mitteleuropa, der Türkei, perlata nach 
Packard in Canada, Maine, New-Hampshire (White Mountains), New- York, 
Pennsylvanien und Californien, im Juli. 

108. Eugonia autmmiaria Wernebg. {Alniaria S. V. [Hb.], Pckd., 
magnaria Guen.). — Bei der Vergleichung von sieben Exemplaren (fünf , 
zwei 9) äus hiesiger Gegend mit fünf solchen (vier ein Q) aus Nordamerika 
finde ich, dass die von Guenee für sqvhq Magnaria geltend gemachten Kenn- 
zeichen durchaus nicht constant sind. 

In Betreff der Grösse hält mein kleinstes deutsches Exemplar (cf) 
40 mm., mein grössfes (ein 9) 60 mm., mein kleinstes amerikanisches cf 41 mm., 
mein grösstes 9 56 mm. Spannung, letzteres ist also noch beträchtlich kleiner 
als manche deutsche Weiber dieser Art. 

Auch in Betreff des Gezacktseins des Saumes finden sich keine constanten 
Unterschiede; ich besitze hiesige Exemplare, welche die Flügel bedeutend schärfer 
gezackt haben als einige der amerikanischen. 

Wenn Guende^) ferner sagt, dass die beiden Querstreifen der Vdfl. bei 
magnaria schärfer und dunkler wie bei der europäischen Art seien, so trifft 
auch dies nicht immer zu, unter beiden Formen gibt es Exemplare, bei welchen 
einer oder beide dieser Querstreifen mehr oder weniger verloschen sind, und 
unter meinen vorliegenden Exemplaren ist es ein hier gezogenes , welches 
die Streifen und den Mittelfleck am dunkelsten und stärksten, viel schärfer als 
meine fünf Amerikaner zeigt und also auch das von Guenee bei seiner 
magnaria hervorgehobene Merkmal, den dunkleren Mittelfleck aller Flügel auf 
der üts. hinfällig macht. Endlich kann ich auch in der Bekleidung der Fühler 
zwischen beiden Arten keinen genügenden Unterschied flnden. 

Das von Zell er früher einmal hervorgehobene und auch an Speyer 's 
und meinen verglichenen Exemplaren constante Unterscheidungsmerkmal, die 
nur mit Endspornen bewaffneten Hinterschienen von magnaria Guen. — autum- 
naria Wernebg. führt stets End- und Mittelspornen an den Hinterschienen — 
verliert leider dadurch viel an seiner Bedeutung, dass bekanntlich Äcidalia 
rusticata S. V. sogar bei Exemplaren ein und derselben Brut in dieser Be- 
ziehung wechselt und Stücke mit einem und solche mit zwei Paar Sporen an 
den Hinterschienen vorkommen. Dafür, dass ein solches Variiren aber bei einer 
anderen Art nicht vorkommen könne, gibt es selbstverständlich keinen Beweis, 
und ein Unterschied, welcher bei Exemplaren einer Brut sich findet, kann bei 
solchen einer Localform aus weit entfernter Gegend gewiss auch vorkommen 
oder zur Regel werden. 



') Uranites et Phalenides I, p. 174. 



300 



H. B. Möschler. 



Ich glaube, dass sowohl Grote als Packard das Richtige getroffen 
haben, wenn sie magnaria Guen. mit autumnaria Wernebg. vereinigen, und 
nur darin irren, dass sie letztere als alniaria L. aufführen, denn diese ist be- 
kanntlich diejenige Art, welche Borkhausen als tiliaria beschreibt, Hübner 
als Canaria abbildet, wie Werneburg^) überzeugend nachgewiesen hat. 

Autumnaria ist mit Ausnahrae der Polarregion über den grössten Theil 
Europas verbreitet (Sibirien scheint sie zu fehlen), in Nordamerika wurde sie 
nach Packard 2) in Maine, Massachusets, New-York, New- Jersey und Montana 
gefunden und fliegt wie in Europa im September. 

109. Biston hirtarius Olk. (= ursarius [aria] Walk.). — Es ist mir 
unmöglich, in ursarius etwas Anderes als eine ziemlich unbedeutende Local- 
varietät von hirtarius zu erkennen, welche sich constant nur durch etwas stärkere 
schwärzliche Bestäubung unterscheidet; die dunkeln Querstreifen ändern bei 
beiden Formen in ihrem Verlaufe und ihrer Deutlichkeit, wie mich zwei Paare 
von ursarius und eine Zahl fiirtarius lehren. Bei den Europäern ist der hintere 
Querstreif der Vdfl. meist stärker geschwungen wie bei den Nordamerikanern, 
bei welchen er gewöhnlich von der Subdorsale bis zum Vorderrande gleich- 
mässig schräg verläuft, doch besitze ich auch ein von Sarepta und ein 9 
von hier, bei welchen dieser Streif ebenso wie bei den amerikanischen Stücken 
verläuft. Auch die grössere oder geringere Entfernung des mittleren und hin- 
teren Querstreifes von einander ändert bei Exemplaren beider Formen ab, und 
ebenso findet man europäische Stücke, welche die bei den Amerikanern meist 
sehr deutlichen und vollständigen drei dunkeln Querstreifen der Htfl., wenig- 
stens die beiden inneren, ebenso deutlich zeigen, während die beiden Weiber 
von ursarius, welche ich besitze, den äusseren, breitesten Querstreif der Htfl. 
auch nicht durchziehend, sondern vor oder hinter Rippe 2 abgebrochen zeigen, 
so dass als einziger Unterschied höchstens die dunklere, beim (f alle gelbliche 
Bestäubung ausschliessende Färbung übrig bleibt, welche aber kaum zur Trennung 
beider Arten genügen dürfte. Auch Packard's Angabe,^) dass ursarius „moxQ 
hyaline" wie hirtarius sei, ist nicht immer zutreffend, wie ein 9 <3er letzteren 
in meiner Sammlung, von Sarepta erhalten, beweist. 

Hirtarius ist über einen grossen Theil Europas verbreitet, ursarius nach 
Packard fliegt inNew-York im April; meine Exemplare, welche ich von Strecker 
erhielt, sollen aus Südlabrador stammen, woher ich diese Art direct noch nie 
erhielt. 

110. Boarmia crepnsciilaria S. V. (= Tephrosia occiduaria Guen., 
Boarmia sublunaria Wik., Boarm, signaria Wik., Tephros. spatiosaria Wik., 
Tephros. intrataria Wik., Tephros. fumataria Minoi). — Aus vorstehender, 
von Packard ^) mitgetheilter Synonymie ersieht man, wie oft diese Art ver- 
kannt wurde. Walker hat sie nur in zwei Gattungen und unter vier Namen 
beschrieben! Aus Guen^e's^) ganz kurzer und ungenügender Beschreibung von 

^) Stett. ent. Ztg. 20 (18.59), p. 361. Monogr. of the Geometr. Moths or Phalaenidae 

of the United Staates (1876), p. 529, t. XIT, flg. 28; t. XIII, fig. la (Puppe). i. c. p. 414, 

t. XI, fig. 7. 4) 1. c. p. 428, t. XI, fig. 24, ^) Uranites et Phalenides I, p. 413. 



Die Nordamerika und Knropa gemeinsam angohöiendeu Lepidoptcre n. 



301 



occiduaria lässt sich weder die Zusammeugehörigkeit mit crepuscularia, noch 
die Verschiedenheit von derselben beweisen, Packard stellt aber, und meine 
fünf nordamerikanischen Exemplare stimmen damit übereiu, das Zusammen- 
gehören beider ausser alle Frage, occiduaria hat nicht einmal Anspruch als 
Name für eine Localvarietät. Biundtdaria ßkh., welche Staudinger 's Katalog 
mit ? als eigene Art aufführt, ist jedenfalls nur var. von crepuscidaria. 

In Europa mit Ausnahme der Polarregion in Mittel- und Nordeuropa 
wohl überall, ausserdem in Corsica, Südrussland, Kleinasien und am Amur. 
Für Nordamerika nennt Packard Massachusets, New- York, Illinois uud Penn- 
sylvanien als Fundorte uud sagt, dass sie die häufigste Art seiner Gattung 
Cymatophora Hb. {Boarmia Tr.) sei. Von Futterpflanzen der Raupe sagt 
Packard nichts. Der Schmetterling wird im April und Mai, Juli und October 
gefunden. 

*111. Halia Wawaria L. — Mir in amerikanischen Exemplaren un- 
bekannt. Packard ^) erwähnt keiner Unterschiede von der europäischen Form, 
sie fliegt nach ihm in Massachusets, Maine, New- York und Pennsylvanien. 
Fangzeit Juli. In Europa findet sie sich, der Polarregion fehlend, in Mittel- 
und Nordeuropa, in Dalmatien, Griechenland, Südrussland. 

112. Aspilates gilvaria S. V., die ich schon vor längerer Zeit 2) als 
in Labrador vorkommend aufführte, scheint im übrigen Nordamerika noch nicht 
gefunden zu sein, da weder Packard noch Grote sie erwähnen; in West- und 
Osteuropa, Piemont, Süd- uud Mitteldeutschland, Südrussland, Armenien, Nord- 
persieu, dem Altai und am Amur. 

113. Anaitis paludata Thnbg. [horeata Pack., alpinata Pack.). — 
Packard^) gibt als Fundort den Mount Washington in New-Hampshire, wo 
sie im August fliegt, an und hat es übersehen, dass ich diese Art schon früher 
als in Labrador nicht selten aufführte. In Europa fliegt sie in Lappland, Finn- 
land, auch in Ostsibirien, und als var. imbutata Hb. in Norddeutschland, doch 
nur wenig verbreitet, z. B. auf dem Harz, ferner auf den Alpen, in Schottland, 
Lievland, Jütland, den Bergen Norwegens. 

*114. Triphosa duhitata L. {Scotosia haesitata Guen. X, p. 444). — 
Mir in amerikanischen Exemplaren unbekannt. Packard^) gibt die unwesent- 
lichen Unterschiede der amerikanischen Form an. Sie wurde auf Caribou Island, 
an der Hudsons-Bay, in Canada, Maine, Massachusets und in Californien (Sierra 
Nevada) im Mai und September gefunden; die californischen Exemplare (Wien. 
Mus.), welche bedeutend grösser als die im übrigen Nordamerika sind, nannte 
Guenee haesitata. In Europa ausser in Mitteleuropa in Lievland, Finnland, 
Sicilien, Balkan und Armenien. 

115. Eucosmia undulata L. (var. A. Gucn. X, p. 449). — Die Ameri- 
kaner unterscheiden sich in nichts von den europäischen Stücken. Diese über 
Mittel- und Nordeuropa, ausgenommen der polaren Region, sowie den Ural, 

Monogr. of Geom., p. 253, t. IX, fig. 72. ») Wien. ent. Mteclirfl. 8 (1864), p. 198. 



302 



H. B. Moschler, 



Altai und Amur verbreitete Art fliegt im Juni, Juli, August, October in Nord- 
amerika in Maine, New-Hampshire, Massachusets, New-York, Pennsylvanien, 
New- Jersey, Colorado und Vancouver Island, i) Canada (Wien. Mus.). 

116. Lygris populata L. — Dass meine Labradorexemplare keinen 
Unterschied von deutschen zeigen, habe ich bereits früher 2) mitgetheilt. Nach 
Packard 3) fliegt populata ausser in Labrador noch in Maine, Massachusets, 
New-Hampshire, Vermont, Colorado (12.000 — 13.000' hoch), Vancouver Island. 
In Europa findet man sie ausser in Mittel- und Nordeuropa im Ural, Altai und 
am Amur.'*) Flugzeit Juli, August. 

*117. Lygr» testata L. {achatinataBh., Petrophora testata Pack.). — 
Die Abbildung bei Packard, Taf. VIII, Fig. 51, stimmt schlecht zu der euro- 
päischen Art, doch bleibt nach der Beschreibung p. 122 und der Bemerkung, 
dass er europäische Exemplare verglichen habe, kein Zweifel, das& das Bild 
testata vorstellen soll; mir fehlen amerikanische Exemplare. 

118. Cidaria truncata Hufn. {Petrophora hrunneata Pack.). — Meine 
Nordamerikaner sind sehr hell gefärbt und zeigen das Mittelfeld der Vdfl. kaum 
dunkel bestäubt. 

Packard zieht hierher seine hrunneata,^) welche aber sicher mit der 
von mir als suspectata beschriebenen Art von Labrador identisch ist, wie 
Packard 's Beschreibung und Abbildung 6) zeigt. Ob diese Art als var. zu 
truncata gehört, ist mir noch zweifelhaft und habe ich mich darüber früher 
ausgesprochen.'^) Truncata fliegt in Amerika in New-Hampshire, Vermont, 
Maine, Massachusets, New-York, Pennsylvanien, Missouri, Californien, Vancouver 
Island, und wenn var. hrunneata {suspectata mihi) zu ihr gehört, auch in La- 
brador. Als Flugzeit wurde abweichend von Europa Ende August bis Ende 
September angegeben. In Mittel- und Nordeuropa (exclusive Island), Italien, 
Sibirien und im Altai. 

119. Cid, munitata Hb. {Coremia Idbradoriensis Pack., C. striata 
Pack., G. californiata Pack.). — Meine Labradorexemplare weichen von Alpen- 



1) Wien. ent. Mtschrft. 8 (1864), p. 172, Taf. IX, Fig. 17. ^) Stett. ent. Ztg. 44 (1883), 
p. 120. ') 1. c. p. 124, Taf. VIII, Fig. 52. 4) Packard führt auch Lygris prunata L. (ribe- 
siaria B.) und L. testata L. {achatinata Hh.) in seinem Werke als in Nordamerika auf und zieht 
zu der ersteren Art meine L. destinata und deren var. lugubrata als Varietäten. Wie ich bereits 
Stett. ent. Ztg. 38 (1877), p. 416 ausführlich erörtert habe, kann ich in Packard's Abbildung von 
prunata (Taf. VIII, Fig. 46—48) nicht die europäische Art erkennen und glaube, dass Packard 
eine andere nordatnerikanische Art für jmmata L. angesehen hat. Aus diesem Umstände erkläre 
ich mir auch das sonst ganz unbegreifliche Zusammenziehen \ou 2)runata L. und destinata Mschli., 
zweier Arten, welche sicher nicht mit einander vereinigt werden können, und meine Annahme ist um so 
gerechtfertigter, als Packard in der den Abbildungen beigegebenen Erklärung Fig. 47 a,lH prtmata, 
normal form (destinata), bezeichnet. Er erwähnt auch im Texte mit keinem Worte, dass er typische 
Exemplare der europäischen Art zur Vergleichung gehabt habe. Dass meine destinata gleich der 
von Packard prunata genannten Art, bezweifle ich durchaus nicht, aber ijrwnaia L. ist diese Art 
nicht, sondern muss den Namen destinata behalten, da zwei Arten in Einer Gattung selbstverständlich 
nicht den gleichen Namen führen können. ^) Proceed. B. S. N. H. XI (1867), p. 47. — View of 
the Lepid. Fauna of Labrador. «) Monogr., p. 105, t. VIII, flg. 38, 40 (truncata) ; p. 108, t. VIII, 
fig. 39, var. hrunneata. ') Stett. ent. Ztg. 35 (1874), p. 160; id. 44 (1883), p. 121. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidoptereu. 



303 



exemplaren durch graue Grundfarbe aller Flügel und dunklere Mittelbinde der 
Vdfi. ab und unterscheiden sich von denen meiner Algidata aus Labrador 
durch die gleichen Merkmale wie die Europäer. Packard^) gibt für munüata 
Labrador, Pennsylvauien, Colorado, Californieu, Vaucouver Island, als Flugzeit 
August au. Nach Staudinger die Alpen, England, Island, Lapplaud und 
Finnland, Lievland. Die sächsischen und schlesischen Gebirge sind als Fundorte 
* zu streichen, wie bezüglich der letzteren schon Wocke^) bemerkt. 

120. Cid. cainhrica Gurt. {Epirrita camhricaria Pack.). — Mein ameri- 
^^kanisches Paar unterscheidet sich von Alpenexemplaren nur durch etwas geringere 
HPFGrösse; in der Schärfe der Zeichnung kommt es denselben gleich und übertriift 

darin zwei norwegische Stücke. Nach Packard'*) nur in Canada, New-Hampshire 
und New-York im Juli, in Europa in Nordengland, der Schweiz, Kärnten und 
im schlesischen Gebirge. 

121. Cid. iiicnrsata Hb, {disceptariaF. R.). — Von schlesischen Stücken 
weichen die Labradorer nur insofern ab, als die Weiber der letzteren reiner weiss 
und das Wurzel- und Saumfeld der Vdfl. viel weniger dunkel sind. 

Packard führt sie in seiner Monographie nicht auf, obgleich er dieselbe 
nach meinerund Christoph 's Arbeit^) über Labradorschmetterlinge in einem 
seiner früheren Aufsätze erwähnt.^) 

In Europa auf höheren deutschen Gebirgen, den Alpen, in Finnmarken 
und Nordlappland. 

*122. Cid* fluctuata L. {Rheumaptera fluctuata Pack., 3Ielanippe 
Iduata Guen. Wik.). — Da mir davon keine Exemplare zur Vergleichung zu 
Gebote stehen, nehme ich dieselben nur auf Packard's Autorität hin auf, muss 
aber gestehen, dass ich durchaus nicht davon überzeugt 'bin, dass die ameri- 
kanische Art, welche Guenee und Walker als Iduata beschreiben, mit der 
europäischen fluctuata identisch ist. Nicht nur gibt Packard'') verschiedene 
Unterschiede beider in seiner Beschreibung an, sondern die beiden Abbildungen 
der amerikanischen Art stimmen auch sehr wenig mit der europäischen fluctuata 
überein; beiden fehlt der schwarze Vorderrandsfleck vor der Spitze der Vdfl., 
die beiden schwarzen Fleckchen in Zelle 4 und 5 vor dem Saume und die dunkle 
Mittelbinde der Vdfl. ist nicht wie bei den Europäern abgebrochen oder doch 
wenigstens unterbrochen, sondern zieht gleichmässig dunkel bis zum Innenrande 
und zeigt auch eine verschiedene Form. 

Packard gibt Caribou Island, Labrador, New-Hampshire, Maine, New- 
York und Pennsylvauien als Fundorte, als Flugzeit den Juli an; in Europa fliegt 
fluctuata überall, auch in Kleinasien und Sibirien. 

123. Cid. montanata L. var. lapponica Stdg. Cat. — Packard führt 
diese Art nicht auf, die von ihm früher 8) montanata genannte Art stellt er als 



1) Stett. ent. Ztg. 35 (1874), p. 162 ; id. 44 (1883), p. 121. ^) Monogr., p, 138, t. VIII, fig. CG, 67. 
») Zeitschrift für Ent. v. Vor. f. schles. Insectenkunde 1872, p. 79. «) Monogr., p. 85, t. VIII, 
Fig. 27. 5) Wien. ent. Mtschrft. 4 (1860), p. 375. — Stett. ent. Ztg. 19 (1858), p. 313. «) Proc. 
B. S. N. H. 9 (1867), p. 52. Monogr., p. 155, t. VIII, flg. 71, 72. «) Fifth Report. Peabod. 

Acad. Sc. 1873, p. 55. 

Z. B. Ges. B. XXXIV. Abh. 39 



304 



H. B. Möschler. 



Synonym zu munitata Hb. und eine zweite, gleichfalls montanata genannte Art 
zu Lohophora. 

Mein einziges nordamerikanisches Stück ist von Labrador und var. lap- 
ponica Stdg. — In Mittel- und Nordeuropa, auf den spanischen Gebirgen, in 
Mittelitalien, Corsica, Südrussland und Sibirien. 

124. Cid. ferrugata Olk. (Ochyria ferrugaria [Hb.] Pack.) und var. 
unidentaria Hw. — Meine Exemplare .aus den Vereinigten Staaten stimmen 
mit der als ferrugata Clk. bezeichneten Form überein; aus Labrador erhielt ich 
sowohl diese als auch die var. Unidentaria Haw. 

Fliegt nach Packard') in Canada, den Nordoststaaten, var. Unidentaria 
am Mount Washington, New- York (Long Island) wie bei uns in doppelter Ge- 
neration im Mai und Juli, August. 

125. Cid. designata Ettb. {propugnata S. V., Ochyria designata Pack.). 

— Die nordamerikanische Form (Guene'e's var. Ä) unterscheidet sich nicht 
wesentlich von der europäischen. Meine Stücke scheinen mir durchschnittlich 
etwas kleiner zu sein und die Mittelbinde der Vdfl. ist etwas heller und reiner 
roth. Den schwarzen Mittelpunkt der Vdfl., welcher nach Guen^e^) und 
Packard 3) der amerikanischen Form fehlen soll, zeigt mein Exemplar von 
New-York sehr deutlich. Ein Stück von Labrador (SS*^ 33' n. Br.) zeigt mehr 
graue Grundfarbe als alle meine deutschen und amerikanischen Stücke. In Amerika 
fliegt diese im Mai und Juni und wieder im Juli und August nach Packard in 
Canada, New-Hampshire, Massachusets, New-York und Pennsylvanien. In Europa 
in Mittel- und Nordeuropa, der Türkei, Südrussland, im Altai und Westsibirien. 
In Island fliegt var. Islandicaria Stdg. Cat., welche sich durch gleichmässiger 
graue Grundfarbe und lichtere rothe Mittelbinde der Vdfl. auszeichnet; zu ihr 
gehört Guenee's var. B. 

126. Cid. ahrasaria H. S. {Cid. nigrofasciaria Pack., Ochyria abra- 
saria Pack.). — Meine Labradorexemplare, welche unter 55^ 33' n. Br. gefangen 
wurden, zeichnen sich von einem Paare aus Finnmarken dadurch aus, dass alle 
Flügel viel weniger dunkel bestäubt sind und die Vdfl. hinter der Mittelbinde 
kaum Spuren eines gelblichen Bandes zeigen, auf den Htfl. ist die dunkle Fär- 
bung des Saumfeldes ganz verloschen und die Vdfl. sind etwas breiter. 

Ahrasaria fliegt nach Packard^) im Juli und August in Labrador, 
Caribou Island, New-Hampshire, Colorado, Vancouver Island und Californien. 
In Europa findet sie sich in Nordlappland, Finnmarken und in Westsibirien. 

127. Cid. fluviata Hb. cf {Plemyria fluviata Pack., gemmata Hb. 9)- 

— Meine beiden 9 "^on New-York stimmen genau mit einem 9 "^on Sarepta 
überein; amerikanische besitze ich nicht und kann daher nicht entscheiden, 
ob dieselben von den Europäern Unterschiede zeigen, nach Packard ^) scheint 
es nicht der Fall zu sein. 



1) Monogr., p. 146, t. VIII, flg. 62. Uranites et Phaleuides II, p. 412. ^) Monogr., 

p. 144, t. VIII, fig 63. 4) 1. c. p. 139, t. VllI, flg. 57, 58. 1. c. p. 78, t. VIII. fig. 23, 24. 



Die Nordamerika nnd Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



305 



Fliegt in Amerika im Mai und Juli,(?) in Canada, New-Hampshire, Maine, 
Massachusets, New-York, New-Jersey, Pennsylvanien, Florida, Montana, Michigan, 
Texas, Kansas und Californien. In Europa wird sie in Mittel- und Südeuropa 
im October (exclusive Mittelrussland, Belgien, Niederlande und Norddeutschland), 
sowie in Kleinasien, Syrien und Armenien gefunden. 

12S. Cid, dilufata S. V. {Epirrita dilutata [Hb.] Pack.). — Meine 
Labradorexemplare weichen nur unerheblich von hiesigen ab, Packard') nennt 
noch New-Foundland als Fundort und gibt Ende September als Flugzeit an. 
In Nord- und Mitteleuropa, Ural und Amur, var. autumnata Guen. in England, 
Deutschland und Frankreich. 

129. Cid. polata Hb. [BruUei Lef., Glaucopteryx polata Pack.). — Im 
Durchschnitt sind die Labradorexemplare etwas dunkler gefärbt und schärfer 
gezeichnet als die aus Finnmarken, sonst kann ich keinen Unterschied finden. 
Stücke aus Grönland weichen auch nicht wesentlich ab; var. BruUei Lef., welche 
in Europa noch nicht gefunden wurde, zeichnet sich durch dunklere, beiderseits 
schärfer begrenzte Mittelbinde aus. 

Nach Packard 2) wurde polata ausser in Grönland und Labrador nur 
noch an der Belle Isle Strait und auf Caribou Island im August gefunden, ist 
also auch in Amerika eine rein arktische Art. 

In Europa bisher nur in Nordlappland. 

130. Cid» caesiata S. V. {Glaucopteryx caesiata [Hb.] Pack.). — 
Meine Labradorexemplare weichen unter sich wenig ab, sind eintöniger gefärbt 
wie die deutschen und zeigen besonders die Mittelbinde der Vdfl. sehr wenig 
scharf, kommen denselben aber bezüglich der Grösse und grünlichen Färbung 
der Vdfl. näher als Stücke aus Finnmarken. 

Nach Packard 3) auch in New-Hampshire, Massachusets und Colorado 
im August. Nordeuropa, England, Ostfrankreich*, Belgien, Alpen, Altai. 

*131. Cid. sociata Bkh. {alchemillata S.V., Ttheumaptera unangulata 
Pack.). — Speyer theilt mir mit, dass er ein Exemplar der unangulata Pack, 
aus New-York erhielt, welches zweifellos sociataWa. sei, auch lässt Packard 's ^) 
Beschreibung und Abbildung darüber keinen Zweifel aufkommen. Die letztere 
zeigt allerdings die Mittelbinde gegen das Wurzelfeld so gerade verlaufend, wie 
ich es bei keinem meiner Exemplare finde; bei der echten unangulata Haw. ist 
die Binde wurzelwärts, aber ebenfalls nicht gerade verlaufend. Fehlt mir in 
amerikanischen Stücken. Sociata fliegt in Amerika in Massachusets, New-York 
und auf Vancouver Island, Ende Juni. In Europa in Süd-, Mittel- und Nord- 
europa, auf Island, Kleinasien, Altai und am Amur. 

132. Cid, lugubrata Stand. Cat. (luctuata S. V., Ttheumaptera lugu- 
brata Pack., Melanippe Kodiakata Pack.) var. Ohductata Mschlr. — Die 
amerikanische Form zeigt stets die Htfl. entweder ganz schwarz oder nur von 
einer schmalen, weissen, oft ganz verloschenen Binde durchzogen, auch die 



1) Monogr., p. 87, t. X, fig. 96. 
4) 1. c. p. 160, t. VIII, fig. 75. 



2) 1. c. p. 73, t. VIII, flg. 19. 



')!. c. p. 67, t. VIII, flg. 16. 
39* 



306 



H. B. MÖschler. 



weisse Wellenlinie der Vdfl. ist oft verloschen oder fehlt auch ganz, das Gleiche 
ist bei dem vorderen hellen Querstreif der Vdfl. der Fall. 

Ausser in Labrador wurde diese Art nach Packard^) auch in Canada, 
Maine, am Hudsons-Eiver, in Colorado und auf Alaska Ende Juni gefunden. 
Die Stammart in Mittel- und Nordeuropa, im Ural, Armenien, im Altai und 
am Amur. 

133. Cid. hastata L. und var. gothicata Guen. {Rheumaptera hastata 
[Hb.] Pack.). — In Amerika kommt diese Art sowohl in der Stammform, als 
in der var. gothicata Guen,, bei welcher die weisse Zeichnung aller Flügel, mit 
Ausnahme der weissen Vorderflügelbinde, theilweise oder ganz verschwindet, 
vor. Nach Packard 2) in Labrador, Canada, Maine, New-Hampshire, Vermont, 
Massachusets, New- York, New-Jersey, Michigan, Colorado, Alaska, Vancouver 
Island, an der Hudsons-Bay, Ostflorida. 

In Europa wurde hastata in Central- und Nordeuropa (exclusive Galizien 
und die Polarregion), im Ural, Altai und am Amur gefunden. 

* 134. Cid» tristata L. (Bheumaptera tristata Pack.). — Mir in Natur 
in amerikanischen Exemplaren unbekannt. Nach Packard^) unterscheiden sich 
dieselben nicht von der europäischen Form. 

Tristata wurde bisher nur auf den Gebirgen Colorados in einer Höhe 
von 9000' in der zweiten Junihälfte gefunden. Packard erwähnt auch des 
Vorkommens in Labrador; ich erhielt tristata von dort noch nicht. 

* 135. Cid, sordidata Fb. {elutata Hb., Hydriomena sordidata Pack., 
Hypsipetes nuhilofasciata Pack., Hyps. alhifasciata Pack.). — Mir ebenfalls in 
amerikanischen Exemplaren fremd. Packard*) bildet ausser der gewöhnlichen 
Form noch zwei eigenthümliche Varietäten ab. Scheint bisher nur in Califor- 
nien im Januar und Februar gefunden zu sein; in Europa lebt sie in Mittel- 
und Nordeuropa, Island, im Ural, Altai und am Amur. 

136. Cid, trifasciata Bkh. [impluviata S. V., Hydriomena trifasciata 
Pack.). — Ein cT aus Nordamerika zeichnet sich von deutschen Stücken nicht 
aus, auch Packard^) erwähnt nur geringfügige Unterschiede. Nach Packard 
in Labrador (woher ich sie aber noch nie erhielt), Canada, Maine, New-Hampshire, 
Massachusets, Wisconsin, Colorado, Hudsons-Bay, Westflorida im Juli. (Ein matt 
gezeichnetes, fast eintöniges 9 in Mexico bei Puebla von H.v. Hedemann im 
November 1865 gesammelt. Wien. Mus., Rghf.) In Europa wurde sie in Mittel- 
und Nordeuropa (in Island fehlend), in Mittelitalien, im Ural und in Sibirien 
gefunden. 

137. Cid, silaceata Hb. var. deflavata Stand. Cat. — Meine drei 
Exemplare von Labrador unterscheiden sich von der gewöhnlichen Form nur 
durch die fehlende gelbe Färbung der Vdfl. Packard war diese Art noch fremd. 



1) Monogr., p. 161, t. IX, flg. 8. ») 1. c. p. 164, t. IX, fig. 10, 11. ») 1. c. p. 162, 

t. IX, fig. 9. 4) 1. c. p. 96, t. VIII, flg. 31, 34, 35. ^) 1. c. p. 91, t. VIII, flg. 29. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



307 



138. Eupithecia scriptaria H. S. — Ebenfalls neu für die ameri- 
kanische Fauna; einige aus Nordlabrador erhaltene Stücke unterscheiden sich 
nicht von den Europäern, die auf den deutschen, schweizer und piemontesischen 
Alpen fliegen. 

Microlepidoptera. 
Pyralidina. 

139. Aglossa cuprealis Hb. {domalis Guen., Grote New Check list). 
— Es stehen mir nur zwei amerikanische Männchen zu Gebote, welche sich nur 
durch etwas bedeutendere Grösse und dunkleren Grund, sowie schärfere, lichtere 
Zeichnung derselben von meinen deutschen Exemplaren unterscheiden. Den von 
dem lichten Querstreif der üts. der Vdfl. hergeleiteten Unterschied von cuprealis, 
welchen Guenee hervorhebt, kann ich nicht finden; dieser Streif verläuft bei 
meinen Stücken genau so wie bei cuprealis, die nach Packard-) auch im 
British Museum steckt. Ueberall in Europa. 

140. Asopkt costalis Fb. {fimbrialis S. V.). — Mein einzelnes cT von 
Nordamerika unterscheidet sich nur wenig durch etwas bedeutendere Grösse, 
dunklere Grundfarbe und stärkere gelbe Zeichnung von zwei italienischen Stücken 
meiner Sammlung. Ohio, New- York, New-Schottland. — Süd- und Mitteleuropa, 
Nordafrika, Amur. 

141. Asop, farmalis L. — Der europäischen Form vollständig gleich. 
In Europa überall. 

142. Scoparia centuriella S. V. {albisinuatella Pack.). — Bis jetzt ist 
mir in Nordamerika nur Labrador als Fundort bekannt, doch vermuthe ich, 
dass diese Art auch auf den Hochgebirgen der Vereinigten Staaten gefunden 
werden dürfte. Grote führt centuriella in seiner New Check list wahrscheinlich 
auf Packard's Angabe^) hin auf, da er die übrigen von mir als in Labrador 
vorkommenden Pyralidinen nicht erwähnt, also wohl meine bezüglichen Arbeiten 
nicht verglichen hat. Albisinuatella Pack, ist nach einer späteren Angabe des 
Autors 3) mit centuriella S. V. identisch, wie ich bereits früher*) vermuthete. In 
Europa auf den Alpen, im schlesischen Gebirge, Lappland und Finnmarken. 

143. Botys guttalis S. V. 124, Hb, non guttulalis Staudg. Cat. p. 207 
{Botys funebris Ström., Stett. ent. Ztg. 1879, p. 369, trigutta Zeller, diese Verhandl. 
1868, p. 593, octomaculata L., glomeralis Wik. Cat. Pyr. p. 330). — Meine drei 
Exemplare von New-York gehören zur Stammart; ob die var. trigutta Esp. in 
Nordamerika fliegt, weiss ich nicht. Zeller in seinen Beitr. z. Kenntniss der 
nordamerik. Nachtf. ^) erwähnt die Art nur kurz und verweist im Uebrigen auf 
den mir leider nicht zugänglichen Aufsatz. Massachusets, New-York, Ohio. 

In Mittel- und Nordeuropa verbreitet, Südfrankreich, Armenien, Amur. 



1) Fifth Ann, Rep. of the Peab. Acad. of Sc. 1873, p. 90. ») Proceed. B. S. N. H. 9 
(1867), p. 53. ') Salem Press. 1873, p. 271. (Rem. on cert, Labrador Pyralidae.) «) Stett. ent, 
Ztg. 31 (1870), p. 372. Diese Verhandl. 22 (1872), p. 503. 



308 



H. B. Mos Chi er. 



144. JB. ephippialis Zett. {frigidalis Guen.). — Von Grote ist diese 
von mir^) und Packard^) schon längst als in Labrador vorkommende Art in 
der New Check list ausgelassen worden. Die Exemplare aus Labrador und Nor- 
wegen gleichen sich vollkommen. In Europa auf den Gebirgen Norwegens, in 
Schweden und Lappland. 

*145. J5. terrealis Tr. — Nach Zell er 3) unterscheidet sich die ameri- 
kanische Form nur unwesentlich von der europäischen. New- York; in Mittel- 
europa, dem nordwestlichen und Südrussland, im Altai. 

146. B, torvalis Mschlr. — Auch diese Art führt Grote trotz deren 
Bekanntmachung durch mich*) und Packard ^) in seiner New Check list nicht 
auf. Staudinger besitzt torvalis auch in mit der Labradorform überein- 
stimmenden Exemplaren aus den Pyrenäen, und ich zweifle nicht, dass sich diese 
Art auch noch im polaren Europa finden wird. 

147. Jß, inquinatalis Z. {Scopula glacialis Pack.). — Ebenfalls von 
Grote nicht aufgeführt, von mir bereits 6) aus Labrador erwähnt. Dass meine 
Deutung von Scopula glacialis Pack.'') auf inquinatalis die richtige war, be- 
stätigt Packard selbst. s) Meine beiden gut erhaltenen Labradorexemplare 
zeichnen sich fast gar nicht von Stücken aus Finnmarken aus, der einzige 
Unterschied besteht in etwas lichterer Färbung der Vdfl. gegen das Ende des 
Mittelfeldes. Packard fing seine Exemplare anfangs August. In Europa auf 
den Alpen und im hohen Norden. 

*148. Eurycreon sticticalis L. {fuscalis Hb.). — Da Grote in seiner 
New Check list sowohl sticticalis L. als auch cereralis Z.^) aufführt, so scheint auch 
erstere in Nordamerika vorzukommen; mir sind bisher amerikanische Stücke 
fremd geblieben und erwähnt ihrer als amerikanisch auch weder Guenee, 
Ledere r oder Zeller. In Europa fliegt die Art mit Ausnahme der polaren 
Region überall, auch in Sibirien. 

?149. Eiiryc. verticalis L. [cinctalis Tr., lavalis H. S.). — Packard ^'^) 
führt eine Botys verticalis als im British Museum in nordamerikanischen Exem- 
plaren steckend auf. Da er aber keinen Autor beisetzt, so weiss man leider 
nicht, ob die betreffende Art Euryc. verticalis L. oder Botys ruralis Scop. [ver- 
ticalis S. V.) ist. Grote in seiner New Check list erwähnt weder der einen 
noch der anderen, und ebenso wenig kennen sie Guenee, Lederer oder Zeller 
als nordamerikanisch, so dass es zweifelhaft bleibt, welche von beiden Arten 
dort vorkommt. 

150. Nomophila noctuella S. V. (hyhridalis Hb.). — Von meinen 
nordamerikanischen Exemplaren weicht nur ein durch weissgraue Einmischung 



1) Wien. ent. Mtschrft 4 (1860), p. 377, Taf. X, Fig. 8. ») Proceed. B. S. N. H. 9 (1867), 
p. 52. 3) Diese Verhandl. 23 (1873), p. 211. 4) Wien. ent. Mtsclirft. 8 (1864), p. 198, Taf. V, 
Fig. 16. 5) Proceed. B. S. N. H, 9 (1867), p. 52. «) Stott. ent. Ztg. 31 (1870), p. 371. 

') Proceed. B. S. N. H. 9 (1867), p. 52. ») Salem. Press. 1873, p. 270. (Remarks on certain 
Labrador Pyralidae.) ») Diese Verhandl. 22 (1872), p. 517. i») Fifth Ann. Eep. of the Peab. 
Acad. of Sc. 1873, p. 91. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



309 



und dunklere Zeichnung der Vdfl. etwas von hiesigen Stücken ab. Jedenfalls 
über einen grossen Theil der Vereinigten Staaten verbreitet; mir sind New- 
. England, New-York, Oregon und Californien als Fundorte bekannt. Texas, Mexico 
(Wien. Mus.). Fliegt in der ganzen Welt. 

151. Mesograpfia straminalis Hb., Zell. {Fionea eunusalis Wik. sec. 
Zell., stramentalis Grt.). — Meine amerikanischen Stücke zeichnen sich nur 
durch etwas höhere gelbe Grundfarbe der Vdfl. und dunklere Zeichnung der- 
selben von meinen hiesigen aus. Nach Zeller') variirt die Art in Nordamerika 
in derselben Weise wie in Europa. Nordamerikanische Fundorte (nach Zeller) 
sind Maine, Massachusets und New-York, Flugzeit Juni und Juli. (Hudson, 
Wien. Mus.) 

Crambidae. 

152. Crambus lucUferelhis Hb., var. luctuellus H. S. — Von den zahl- 
reichen Arten dieser Gattung ist dies, wie es scheint, die einzige, welche bisher 
in beiden Welttheilen gefunden wurde. Dass meine Labradorexemplare von 
solchen aus den Alpen nicht abweichen, bemerkte ich bereits früher. 2) 

Dass ich von den übrigen nach Packard 3) und Christoph*) in Labrador 
vorkommenden sechs Arten: unistriatellus Pack., argillaceellus Pack., tricho- 
stomus Chr., labradoriensis Chr., albellus Clem. und inornatellus Clem., seit nun 
dreissig Jahren stets nur trichostomus erhalten habe, ist ein eigenthümliches 
Missgeschick. In Europa fliegt luctiferellus mit var. luctuellus nur auf den Alpen. 

153. Pempelia fusca Hw. {carbonariella F. R.). — Auffallenderweise 
ist diese Art, welche ich schon seit langer Zeit aus Labrador kenne, bisher in 
allen meinen Arbeiten über die Lepidopteren dieses Landes ausgelassen worden ; 
die Exemplare zeigen keinen Unterschied von den europäischen. Nach Packard^) 
ist seine Eudorea(?) frigidella von Caribou Island ß) mit fusca identisch. Fusca 
fliegt in Mittel- und Nordeuropa, Island, Catalonien, West- und Südostrussland 
und auf den Gebirgen Kleiuasiens. 

154. Epischnia farella Curtis {Lafauryella Const.) wird in Grote's 
New Check list aufgeführt, auch Zell er"') erwähnt ihrer als in Massachusets. 
In Europa wurde sie im nordwestlichen Deutschland, Frankreich, England und 
Wallis gefanden. 

155. Myelois altensis Wocke. — Diese bisher nur im arktischen Nor- 
wegen (Finnmarken) und im Altai beobachtete Art erhielt ich im vorigen Jahre 
in zwei schönen ^ von Labrador (50^ 24' n. Br.). Sie unterscheiden sich von 
meinen norwegischen Stücken, welche 19 und 21 mm. Flügelspannung halten, 
durch bedeutende Grösse, 24mm. Wocke^) gibt, wohl aus Versehen, nur 15 mm. 



1) Diese Verhandl. 22 (1872), p. 520. Stett. ent. Ztg. 44 (1883), p. 122. ^) Proceed. 

B. S. N. H. 11 (1867), p. 54. 4) Stett. ent. Ztg. 19 (1858), p. 313. ^) Proc. Bost. Soc. N. H. 
1867, p. 53. «) Salem. Press. 1873, p. 271. (Kem. on cert. Labrador Pyral.) Diese Verhandl. 22 
(1872), p. 558. «) Stett. ent. Ztg. 23 (1862), p. 39. 



310 



H. B. Möschler. 



Flügelspannuug an. Die Vdfl, der Labradorstücke sind weniger dicht weiss 
bestäubt wie bei den Norwegern und erscheinen dadurch schwärzer. Der weiss- 
liche vordere Querstreif ist nur bei einem Exemplare scharf, bei dem anderen 
kaum angedeutet, er macht an der Subdorsale eine viel schärfere Ecke in das 
Mittelfeld wie bei raeinen Norwegern, bei deren einem Stücke der Streif fast 
gleichmässig schräg verläuft, und ist nach aussen bei beiden Labradorexemplareu 
breiter und dunkler schwarz begrenzt. Der hintere Querstreif, welcher genau 
die Form wie bei den Europäern hat, ist sehr scharf weiss, wurzelwärts eben- 
falls dunkler schwarz begrenzt wie bei jenen. 

* 156. Zophodia convolutella Hb. {Pempelia grossulariae Pack., Da- 
cruma turbatella Grt. new Check list), — Riley^) sagt, dass die europäische Art 
von der nordamerikanischen nur in so unwesentlichen Punkten abweiche, dass 
beide nicht zu trennen seien; mir fehlen Nordamerikaner zum Vergleich. In 
Mitteleuropa, Russland, Sardinien. 

*157. EjyJiestia elutella Hb. — Mir nur aus Grote 's New Check list 
als nordamerikanisch bekannt. Durch ganz Europa verbreitet, Palästina; wohl 
wie die folgende eingeschleppt (Rghf.). 

*158. Eph, interpunctella Hb. {Tinea Zeae Fitch). — Nach Zeller 2) 
fliegt diese Art in Massachusets und Texas, April, August, kommt auch noch 
in Westindien (S. Thomas) vor. In Süd- und stellenweise auch in Nord- 
deutschland. 

*159. Aphomia sociella L. {colonella L., tribunella Hb.). — Kommt 
nach Zeller^) in gleicher Veränderlichkeit in Grösse und Färbung im Juni 
und Juli in Massachusets vor. Grote hat die Gattung Aphomia in seiner New 
Check list auffälligerweise ganz ausgelassen, trotzdem Zell er ausser sociella L. 
noch eine zweite Art, Aphomia furellus Z., von New-York beschreibt. 

Tortricina. ^) 

* 160. Mhacodia effractana Froel. — Vancouver Island. In Europa, 
Deutschland, England, Russland, Scandinavien. 

*161. Teras Hastiana L. {scabrana S. V.). — Ganz Nordamerika. 
Z eil er ^) beschreibt eine, wie es scheint, Nordamerika eigenthümliche, in Texas 
gefangene Art als var.(?) Ptychogrammos Z. Fernald führt noch einige ameri- 
kanische Varietäten auf. 

*162. Tei\ Logiana S.V. {tristana Hb.). — Massachusets, New-York, 
Pennsylvanien. Viburnana Clem. und fatnula Zell, zieht Fernald als Varietäten 
zu Logiana. Die Raupe lebt nach ihm in Amerika an Viburnum und wilden 
Kirschen. In Europa fliegt die Art in England, Frankreich, Deutschland, West- 
russland und der nördlichen Türkei. 



1) Papilio I, 1881, p. 108. ») Diese Yerhandlungea 1875, p. 336. ^) 1. c. 23 (1873). 
p. 212. 4) Bei allen Arten ist die Vaterlandsangabe für Nordamerika nach Fernald 's Katalog. 
5) Diese Verhandl. 1875, p. 212. 



Die Nordamerika und Europa geraeinsam angehörenden Lepidopteren. 



311 



*163. Ter, Maccana Tr. und var. Basdlticdla Stdg. — Maine, Oregon; 
Nordeuropa, Island. 

*164. Ter. permntatana Dup. — Maine, Illinois, Californien. Raupe 
au Salix. In Europa im südöstlichen Deutschland und Ungarn gefunden. 

*165. Ter. I*arisia)ia Guen. [Scahrana Curt. Fernald). — New-York, 
Pennsylvanien. Raupe an Salix. Frankreich, Deutschland, Piemont, Spanien, 
Schottland. 

*166. Ter, niveana Fb. {Treueriana'Rh.). — Outario, Centraieuropa, 
südöstliches Russland. 

*167. Ter, Schaller iana L. {Erutana H. S.). — Orono, Maine. In 
Europa in England, Frankreich, Deutschland, Jütland, Westrussland. 

*168. Ter, ferrugana S. V. — Maine, Massachusets, New-York, Penn- 
sylvanien, Ohio, Montana. Die Raupe lebt in Nordamerika auffallenderweise 
in den Gallen von Salix strohiloidcs. Fernald bestätigt, dass Semiannula Robs., 
wie schon Zell er') vermuthet, zu ferrugana gehört. Mittel- und Nordeuropa. 

*169. Tortrioc (Cacoecia) laevigana S. V. {?Bosana L.). — New- 
York, Raupe an Eibes. Mittel- und Nordeuropa, Spanien, Südostrussland. 
Zell er 2) bestreitet ganz entschieden die Zulässigkeit der Deutung von Tortr. 
rosana L. auf diese Art. 

*170. Tortr. (Idiographis) inopiana Haw. — Maine, New-York, 
Californien. In Europa in England, Deutschland, Alpen, Liefland, Finnland. 

*171. Tortr, (Lozotaenia) mtisculana Hb. — Oregon. In Europa 
in Griechenland, Nord- und Mitteleuropa. 

*172. Tortr, (Lophoder.us) %)olitana . [LepidanaE.. S.). — Maine, 
New-Hampshire, Massachusets, New-York, Dacota, Californien. Raupe in Anaerika 
an Finus Strohns. In Europa in Deutschland, England, Liefland, Finnland, 
Spanien. 

*173. Tortr, (LopJioderus) Ministrmia L. — New- Schottland, Maine, 
New-York, Wisconsin, Illinois. Mittel- und Nordeuropa, Sibirien. 

*174. Tortr, (Heterognomon) Bergfnamiiana L. — Vancouver 
Island. Mittel- und Nordeuropa. 

* 175. Tortr. ( Oenectra) Filleriana S. V. — Texas, Californien. In 
Mitteleuropa, südöstliches Russland, Sardinien. Ob, wie mir Saalmüller 
schreibt, die in v. Heyden 's Sammlung steckenden, mit „Ross. raer." bezettelten 
Exemplare von Tortr. (Dichelia) Möschleriana Wik. {Algidana Möschl.) wirklich 
aus Südrussland sind, ist mir mehr als zweifelhaft, diese bisher nur in Labrador 
und New-Hampshire (White Mountains) gefundene Art kommt wohl schwerlich 
dort vor. 

176. Sciaphila (Ablahia) osseana Scop. {Pratana Hb.). — Fernald 
führt diese Art auf Christoph 's 3) Autorität hin in seinem Kataloge auf, es 
ist dieselbe, welche ich früher^) erwähnte, aber nicht die Stamraart, sondern 



^) Diese Verhandl 1875, p. 212. 
4) Wien. ent. Mtschrit. 4 (1860), p. 380. 
Z. B. Ges. B. XXXIV. Abk. 



2) id. p. 218. 3) statt, ent. Ztg. 19 (1858), p. 313. 
— Stett. ent. Ztg. 31 (1870), p. 373. 

40 



H. B. Möschler. 



die weisslichgraue Varietät, welche Packard') als Niveosana beschreibt und 
Ferna Id als eigene Art anführt. Labrador, August. Mittel- und Nordeuropa, 
südöstliches Russland. 

*177. Sciaph, (Ahldbia) argentana Clk. {Gouana L.), — Nevada, 
Californien; Deutschland, auf höheren Gebirgen und Alpen, südöstliches Frank- 
reich, Andalusien, Russland. 

*178. Conchylis Hb. — Maine, New-York. Raupe am Juniperus. 

Deutschland, Mittelitalien, Schweiz, Kärnten, Nordrussland, Norwegen, Alpen. 

179. Conchyh Deutschiana Zett. [Chalcana Pack.,? fuscostrigana 
Clem.). — Die Labradorexemplare stimmen vollständig mit solchen, welche ich 
aus Norwegen besitze. In Amerika bisher nur in Labrador, in Europa auf den 
Schweizer Alpen, Norwegen und in Lappland. 

*180. Conchyl. Kindermanniana Tr. — Californien; Deutschland, 
Ungarn, Russland. 

18L Conchyl. Smeathmanniand Fb. — M.a.me, Californien; ich besitze 
auch ein kleines, hellgefärbtes und dunkel gezeichnetes 9 Labrador. Mittel- 
und Nordeuropa, Südfrankreich, Dalmatien, Kleinasien. 

*182. Conchyl, nana Hw. — New-Schottland (Walk ), Eogland. 

*183. Conchyl. duhitana Hb. [Alhidana Walk.). — Neu-Schottland 
(Walk.), Mittel- und Nordeuropa, Andalusien, südöstliches Russland. 

*184. Metinia duplana Hb. — Oregon; Frankreich, Deutschland, 
Westrussland, Castilien. 

*185. Ret» sylvestrana Curtis. — Oregon; England, Norddeutschland. 

* 186. Ret. pinivorana Z. {Pudendana H. S.) und var. Sciurana Teugstr. 
— Oregon, Mittel- und Nordeuropa. 

*187. Ret. turionana Hb. — Nevada, Deutschland, England, West- 
russland. 

* 188. Penthina scriptana Hb. {Hartmanniana L.). — Maine, Massa- 
ch usets, New-York. In Nordamerika findet sich auch var. nubiferana Steph , 
sowie die Europa fremde var. Älbeolana Z. 2) 

189. JPenth. capreana Hb. {Moestana Wik.). — Bisher nur in Labrador. 
Nordeuropa. 

*190. Fenth, dimidiana Sod. — Missouri. Raupe an wilder schwarzer 
Kirsche. In Europa in Deutschland, Scandinavien und Russland. 

191. Penth. roseotnaculana H. S. — Mein einzelnes ^ von Labrador 
ist etwas kleiner als die hiesigen und führt sehr deutliche rothe Innenrands- 
fleckchen der Vdfl. Mittel- und Norddeutschland. 

192. Penth. ttirfosana H. S. — Labrador, Orono, Maine. Meine 
Labradorexemplare stehen norwegischen Stücken näher als deutschen. Nord- 
deutschland, Westrussland, Norwegen. 

*193. Penth. (Sericoris) HchulzianaYh. [ZinckenanaVvöl.). — kxk' 
tisches Amerika; Alpen, Deutschland, Westrussland, Scandinavien. 



') Pioceed. Bobt. Soc. N. H. 9 (1867), p. 55. ^) Dit be Verhandl. 1875, p. 262, Taf, VlII, Fig. 13. 



Die Nordamerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



313 



*194. Penth, (Sericor.) rivalana Scop. {ConcJmnaBh.). — Californien, 
Oregon ; Mittel- und Nordeuropa, Ungarn, Südfraukreich, Armenien, Sibirien. 

*195. Penth. (Sericor.) urticana Hb. — Californien; Mitteleuropa, 
Castilien, Russland, Armenien. 

*196. Aphelia (Bactra Stpb. Zell.) fanceolana Hb. var. verutana Z.^) 
— Texas, Juli, August. Europa, exclusive der Polarregiou und Süditaliens, 
Armenien. 

*197. ApJieL furfuranaRw. {Lamana Z.). — Massacbusets. Die nord- 
amerikanischen Exemplare sind nach Zeller 2) heller und kleiner wie englische. 
Juni, Juli. Deutschland, England, Russland. 

*198. Eudemis hotrana S. V. (Endopiza(?) Viteana Clem., Penth. 
Vitivorana Pack., Ril., Walsh. et Ril.). — Massacbusets, New-York, Pennsylvanien, 
Ohio, Montana, Texas. In Amerika lebt die Raupe ausser am Weinstock, nach 
Fernald noch an Tulpen, Vernonia, wilder Himbeere und Sassafras. Süd- 
deutschland, Ungarn, Südfrankreich, Spanien, Norditalien. 

*199. Grapholitha (Paedisca) similana Hb. {bimaculana Dvn.). — 
Maine, Massacbusets. Nach Zell er 3) weichen die nordamerikanischen Exem- 
plare nur sehr unbedeutend von den europäischen ab. Mitteleuropa, Russland, 
Sibirien, Amur. 

*200. Graph, (Paedisca) cynosbana Fb. [Roborana S. V.,? Hedya 
Scudderiana Clem.,? Euryptychia Saligneana Ril., Paedisca affusana Z.). — 
Wie Riley^) mittheilt, gehört die von Clemens beschriebene Scudderiana zn 
Cynosbana, und auch Paed, affusana Z.^) soll mit derselben synonym sein. 
Zeller beschrieb seine Art allerdings nur nach einem einzelnen gut erhaltenen 
Q in Dr. Rössler's Sammlung und sagt auch, dass sie der Cynosbana nahe 
stehe, so dass es möglich ist, dass er ein abweichendes Exemplar derselben als 
affusana beschrieb. Maine, Massacbusets, New-York, Illinois. Die Raupe von 
Scudderiana Clem. lebt nach Fernald in den Galleu von Solidago, die unserer 
Cynosbana dagegen bekanntlich in den jungen Trieben und Knospen der Rosen, 
so dass beide möglicherweise wenn auch sehr ähnliche, doch verschiedene 
Arten sind. 

■*20l. Graph, (Paedisca) trigeminana BUi^h. {Poecilana Guen.). — 
Californien, Oregon ; England, Westdeutschland. 

*202. Graph. (Semasia) aspidiscana Hb. — Oregon, Deutschland, 
Frankreich, Kärnten, Krain, Piemont, Ungarn, Russland, Scandinavien, Lappland, 
Sibirien. 

*203. Graph, (Semasia) siiccedana S.Y.^) {ÄsseclanaRh.) und var. 
conjunctana Mschlr. — Oregon, Mittel- und Südeuropa. 

*204. Carpocapsa pomonella L. {pomonana S. V.). — Ueberall wo 
Aepfel wachsen und nach einem aus Labrador erhaltenen Exemplare auch noch 
dort, wo Aepfel hinkommen. In Californien richtet die Raupe oft grossen 



1) Diese Verbandl. 1875, p. 247. ^) id. p. 247. ^) id. p. 243. «) Papilio I, 1881, p 108. 
*) Diese Verhandl. 1875, p. 307, Taf. IX, Fig. 38. *) Papilio II, 1882, p. 34. 

40* 



314 



H. B. Moschler. 



Schaden in den Obstgärten an. ^) In Europa mit Ausnahme der Polarregion 
überall. 

*205. Tmetocera ocellana S.V. — Maine, Massachusets, New-York, 
Pennsylvanien, Ontario. Eaupe an Aepfel-, Birn- und Pflaumenbäumen und 
Lorbeereiche (Laurel Oak) ; in den kleinen Obstgärten in Canada wird sie sehr 
schädlich. Nach Zeller^) weicht der Falter nicht von den europäischen Stücken 
ab. Mitteleuropa, Andalusien und Russland. 

* 206. Steganoptycha incarnana Hw. (Minorana Tr.). ~ Californien; 
Mittel- und Nordeuropa mit Ausschluss der Polarregion. 

*207. Stegan, plnicolana Z. — New-York, Wisconsin; Nordeuropa, 
Alpen, Sibirien. 

208. Stegan* ericetana H. S. — Mein einziges von Labrador 
(580 20' n. Br.) weicht von hiesigen Stücken nur durch viel mattere Färbung 
der Vdfl. ab. Fehlt in Fernald's Katalog. Nord- und Mitteleuropa. 

*209. Stegan, augustana Hb. {Sciaph.! direptana Wik., Sciaph.! 
vilisana Wik.). — Hudsons-Bay (Wik.), Californien; Alpen, Deutschland, Scan- 
dinavien, Russland. 

*210. Fhoxopteryx tineana Hb. {Anchylopera ocellana Clem., Pan- 
dentis leucophaleratana Pack.). — Maine, Massachusets, Labrador. Dass die 
von Packard 3) beschriebene Art von mir*) nicht gedeutet werden konnte, wird, 
da sie der Autor in die Gattung Tortrix, Untergattung Pandemis Hb., stellte 
und mit heparana S. V. verglich, zu entschuldigen sein, denn an eine Phoxo- 
pteryx konnte man unter solchen Umständen allerdings der „Falcatae apex'^ 
nicht denken, heparana und tineana haben doch nicht die entfernteste Aehn- 
lichkeit mit einander. Ich erhielt diese Art noch nicht von Labrador. Süd- 
frankreich, Deutschland, Westrussland. 

*211. Phooc. hiarcuana Steph. {fluctigerana H. S.). — Californien, 
England, Deutschland, Russland. 

*212. Phox, uncana Hb. — New-Hampshire, Mittel- und Nordeuropa. 

*213. rhox, comptana Froel., Porbes, 2. ann. rep. f. 1883, p. 61 (Rghf.) 
{Graph, conflexana Wik.). — New- Schottland, Maine, Massachusets, Indiana, 
Texas, Californien; Mittel- und östliches Südeuropa. Zell er 5) sagt, dass nach 
Riley die Raupe in Amerika an Erdbeeren lebe und deren Anpflanzungen oft sehr 
schädlich werde; nach Pernald ist dies aber eine von comptana verschiedene Art 
{Anchylopera fragariae Walsh et Riley, Am. Ent. 1868, p. 89), welche in Canada, 
Illinois und Missouri fliegt, und da die von Z eller verglichenen Exemplare aus 
Texas, Massachusets und vielleicht Maine stammten, so ist es erklärlich, wenn 
er sich irrte und beide Arten vereinigte, da er von der echten Fragariae kein 
Material zur Vergleichung hatte. 

*214. Phox, Lundana Fb. {badiana S. V.). — Oregon; Mittel- und 
Nordeuropa, Castilien, südöstliches Russland, Lappland. 



1) Papilio II, 1882, p. 34. =*) Diese Verhandl. 1875, p. 267. ^) Proc. Bost. Soc. Nat. 
Hist. 9 (1867), p. 56. 4) Stett. ent. Ztg. 31 (1870), p, 373. =") Diese Verhandl. 1875, p. 257. 



Die NorSaraerika und Europa gemeinsam angehörenden Lepidopteren. 



315 



*215. JOichrorampIta alpinana Tr. — Oregon; Englaad, Mittel- 
europa, Russland, Lappland. • 

*216. Dichr, (Lipoptycha) plmnhana Scop. {Petiverella S. V., 
Zachana Tr.). — Californien; Mitteleuropa. 

Tineina. 

*217. Choreutis Bjerliandrella Thubg. var. pretiosana Dup. — 
Nach Zeller^) sind die Exemplare, welche er von Ohio und Texas erhielt, kleiner 
wie die europäischen, weichen aber sonst nicht bedeutend ab. Südeuropa, 
Nordpersien. 

218. Blahophanes rusticella Hb. und var. spilotella Tengstr. [biflavi- 
maculella Clem.). — Zell er 2) erhielt die Stammart von Massachusets, Chri- 
stoph 3) von Labrador, von woher ich auch mehrere Exemplare der var. spilotella 
besitze. Weder Stammart noch Varietät zeigen Unterschiede. Fliegt in Nord- 
amerika vom Juni bis September. Mittel- und Nordeuropa, Italien, Kleinasien, 
var. spilotella in Lappland und Finnland. 

* 219. Tinea tapetzella L. — Virginien. Clemens, Tin. Nrth. Am., 258 (R.) . 

*220. Tin. misella Z. — Ein cf von Texas weicht nach Zell er'*) nur 
durch deutlicher gestrichelten Yorderrand der Vdfl. von europäischen Exemplaren 
ab. Mitteleuropa, Russland. 

*221. Tin* fiiscipunctella Hw. {nuhilipennella Clem.). — Zeller ^) 
erhielt einen wenig abweichenden Mann von Texas. Europa, Kleinasien. 

*222. Tineola hiseliella Humm. (lanariella Clem.). — Nach Z eller ^) 
ist diese Art jedenfalls von Europa nach Amerika eingeschleppt und kommt 
nun dort in allen Städten vor. In Europa überall. 

^223. Argyresthia abdominalis Z. — Zell er'') erhielt diese Art aus 
Texas. Mittel- und Nordeuropa, Kleinasien. 

*224. Argyr, Andereggiella F. R. {Oreasella Clem.). — Pennsyl- 
vanien, Ohio. Nach Zeller^) weichen die nordamerikanischen Stücke nicht 
bedeutend von den europäischen ab. Mittel- und Westeuropa. 

*225. Argyr, Goedartella L. — Cham